„Hi! Ich wollte nur mal nach Ihnen sehen und Ihnen Ihr Zeug bringen. Ich wollte es nicht so einfach auf der Bank liegen lassen", erklärte Rokko, als er in Bettinas Krankenzimmer kam. „Das ist sehr nett", erwiderte diese schwach. „Geht es Ihnen denn jetzt wieder gut, Arlette?" – „Arlette? Wer ist das?", wollte die kranke Frau wissen. „Na Sie, oder?" – „Wie kommen Sie denn darauf?", lachte diese. „Naja, das Heft. Also dieses hier." Rokko hielt ein rotes Heft, in dem Bettina Gedanken und Notizen festhielt, hoch. „Auf der ersten Seite seht Arlette Sirot… da dachte ich…" – „Das ist die Autorin eines Kochbuches", lachte Bettina. „Ich koche wahnsinnig gerne und…" Ein erneuter Hustenanfall unterbrach Bettinas Erklärung. „Alles in Ordnung?", wollte Rokko besorgt wissen. „Ja, geht schon", röchelte Bettina. „Vielleicht sollte ich doch den Arzt rufen", dachte Rokko laut nach. „Nein, geht schon. Man gewöhnt sich irgendwann daran", versuchte Bettina zu röcheln. „Was ist denn der Grund für diesen Husten?", wollte Rokko wissen. Mittlerweile hatte er sich einen Stuhl genommen und an Bettinas Bett gezogen. „Mukoviszidose", seufzte die junge Frau. „Oh", erwiderte Rokko hilflos. „Und deshalb die Kur? Wie lange braucht das, um zu heilen?" – „Das heilt nicht", röchelte Bettina. „Daran stirbt man irgendwann." – „Oh nein", entfuhr es Rokko schockiert. „Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Kuren ich nun schon hinter mir habe. Es ist immer mal schön, rauszukommen, aber es lindert allerhöchstens die Symptome."
„Herr Kowalski? Es wäre jetzt Zeit, Frau Hübner schlafen zu lassen. Sie können sie morgen wieder besuchen", wandte sich die freundliche Krankenschwester an Rokko, als sie in Bettinas Zimmer nach dem Rechten sah. Überrascht sah Rokko auf die Uhr. „Oh je, jetzt haben wir stundenlang gequatscht", stellte er fest. „Das hat Spaß gemacht", seufzte Bettina müde. „Aber jetzt solltest du schlafen. Ich kann morgen wiederkommen, ja?" – „Gerne."
