Ironie des Schicksals

„Rokko, Bettina", begrüßte Nils seinen Freund und dessen Lebensgefährtin einige Monate später. Innerlich grinste er, dass sein Freund sie Arlette nannte, was weder eine Koseform von Bettina war, noch ihren Namen verkürzte oder vereinfachte. „Also, ich weiß, das ist hart für euch und für mich ist es das auch. Deshalb sollte man als Arzt nicht mit seinen Patienten befreundet sein. Also… es ist…" – „Was ist los, Nils?", wollte Bettina wissen. „Deine Testergebnisse sind… beängstigend. Du hast selbst gemerkt, dass du immer schlechter Luft kriegst und dass dir auch dieser Sauerstofftank…" Nils deutete auf das Gerät, dass Bettina immer bei sich hatte. „… nicht mehr so gut hilft wie am Anfang. Du weißt, dass du auf der Transplantationsliste ganz weit oben stehst, aber bis ein Organ für dich gefunden ist… Bettina, ich schätze, wir müssen intubieren." Rokko und Arlette warfen sich besorgte Blicke zu. „Aber das ist doch nicht für lange, oder?", fragte sie flehend. „Bis das Organ da ist oder…" – „… ich sterbe, je nach dem, was zuerst eintritt", flüsterte Arlette verängstigt. „Ich will nicht sterben", flehte sie Nils an. „Ich… ich habe doch jetzt Rokko. Ist es denn nicht schon schlimm genug, dass diese beschissene Krankheit dafür sorgt, dass ich nie eigene Kinder haben werde?" Nils sah betreten zu Boden. „Bettina, ich weiß, dass das schwer zu akzeptieren ist. Mit einem Spenderorgan kann es ganz schnell gehen." – „Oder ewig dauern", wies Arlette ihn auf die zweite Option hin. „Wann müsste ich zum Intubieren?" – „Je schneller, desto besser", informierte Nils sie.