„David hätte es auch so gewollt", verteidigte Lisa ihre Entscheidung vor Friedrich. „Meinst du, ja? Die zerfleddern seine Leiche." – „Das tun sie nicht! Sie entnehmen seine Organe und nähen den Körper dann wieder zu. Ich habe lediglich seine Augen nicht zur Transplantation freigegeben. Seine wunderschönen braunen Augen…", seufzte Lisa. „Sehr schön", meinte Friedrich verächtlich. „Ein Säufer kriegt seine Leber, ein Raucher seine Lunge." – „Friedrich!", mahnte Laura. „Ist doch so!", verteidigte dieser sich. „Sie hat seine Augen von der Transplantation ausgenommen", spöttelte er. „Dein Sohn ist tot", fasste Lisa sich ein Herz. „Er ist gerast und hat das mit seinem Leben bezahlt. Das ist ein unglaubliches Unglück für uns alle, aber wenn jemand… wenn es jemanden vor demselben Unglück bewahren kann, dann…" Lisa sah ihren Schwiegervater an und erkannte, dass es keinen Sinn hatte, ihre Entscheidung zu rechtfertigen. Sie ging auf Laura zu und nahm ihr die schlafende Sylvana ab. „Komm, mein Engel, wir gehen nach Hause." Suchend sah Lisa sich um. „Wo ist der Buggy?" – „An der Anmeldung", entgegnete Laura. „Lisa, sollen wir dich nicht nach Hause fahren oder noch besser: Mit zu uns in die Villa nehmen? Es sind doch nur noch ein paar Tage bis zur Entbindung und…" – „Nein, Danke", lehnte Lisa das Angebot mit Nachdruck ab. „Ich melde mich bei euch, wenn ich Hilfe brauche oder wenn ich genaueres weiß, was die Beerdigung betrifft."
