Gefangen

Kapitel 12 – Die Prophezeiung

Am nächsten Tag begannen dann die drei schmerzhaftesten Wochen, die Hermine je erlebt hatte.
Doch nicht einmal ließ sie die Hand von Severus los, während sie gemeinsam gedanklich durch Raum und Zeit schritten.
Immer half sie ihm, die wechselnden Situationen durchzustehen und nicht vorzeitig zu flüchten.
Dabei hätte sie jede Flucht gut verstanden.
Was der schwarzhaarige Tränkemeister erlebt hatte, ging weit über alles erträgliche hinaus.
Sie verweilten lange bei seiner furchtbaren Kindheit, von der Hermine nun schon einiges wusste und so wenigstens in Ansätzen vorgewarnt war. Dennoch brachten sie Severus Qualen, die sie miterlebte, manchmal fast um den Verstand.

Doch schon bald waren die beiden Verbundenen ein eingespieltes Team und konnten sich ausreichend gegenseitig helfen und unterstützen.
Der kleine Junge Severus wuchs heran und es kam der Tag, an dem er in Hogwarts eingeschult wurde.
Hermine schluckte viele Tränen hinunter, während sie erlebte, wie Severus angegriffen und nie akzeptiert wurde.
Dann begann die Zeit mit Lily und obwohl es eine von Severus glücklichsten Zeiten in seinem Leben war, durchlitten sie viele Momente.
Eifersucht, die Angst vor dem Verlust dieses Mädchens, all dass machte dem ehemaligen Slytherin-Schüler damals sehr zu schaffen.
Hermine zerrissen diese Situationen fast. Es ging weit über ihre Grenzen, den geliebten Mann mit einer anderen Frau zu sehen und seine damaligen Gefühle zu spüren.
Aber sie schaffte es und schöpfte Kraft daraus, dass Severus ihre Hand besonders fest hielt.

Eine Ruhepause war den Beiden nicht vergönnt, von Hogwarts ging es gleich weiter zu der Zeit als Todesser bei Lord Voldemort.
Die Aufnahmezeremonie und die Anfangszeit bekamen sie nicht zu sehen, Severus Qualen begannen erst später, dafür sehr eindrücklich.

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Außerhalb dieser Verbindung stand Albus Dumbledore bei Catherine und betrachtete sorgenvoll die Gesichter der zwei blassen Menschen, die zusammen auf dem großen Bett lagen.
Catherine schenkte ihm eine aufmunterndes Lächeln, während er sich freundlich verabschiedete, um sich auf den Weg zu Poppy zu machen.

Als diese Dumbledore sah, sagte sie mitfühlend: „Dass es nicht leicht werden würde, wussten wir, aber es sind Beide ausgesprochen starke Charaktere, sie werden es unbeschadet überstehen."
Stumm drückte er ihre Hand und sah sie dankbar an.
Mit einer leichten Röte im Gesicht drehte Poppy sich um und begann einige Instrumente zu sortieren.

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Währenddessen krümmte sich Severus in der Verbindung und schnappte mühsam nach Luft.
Seine eigenen Verletzungen noch einmal zu erleben war für ihn schon sehr schlimm, nun aber noch einmal zu sehen und zu spüren, wie er unschuldige Menschen folterte und tötete, ihre Familien ausfindig machte um auch diese auszulöschen, war unerträglich für ihn.

Nun hielt eine entsetzte Hermine seine Hand fester als vorher und flüsterte leise: „Was auch immer wir hier erleben und noch zu sehen bekommen, nichts von dem wird etwas an meinen Gefühlen, die ich für dich empfinde, ändern. Ich liebe dich."
Stöhnend, aber etwas ruhiger, antwortete Severus leise: „Ich liebe dich auch, Hermine."

Mit diesem Wissen verweilten sie bei den nächsten Bildern und Geschichten, die weiterhin erschütternd waren, doch immerhin einen winzigen Teil des Schreckens verloren hatten.

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Etwas später wanderte der weißhaarige Schulleiter durch die langen Gänge des Schlosses und schließlich einen Turm hinauf.
Oben angekommen klopfte er deutlich vernehmbar an der Tür.

Wenige Augenblicke später öffnete ihm eine zerzaust aussehende Sybill Trelawny.
"Albus, welch seltener Besuch, ähm, ich meine, der Tee ist schon fast fertig, ich sah deine Ankunft in der Kristallkugel. Es ist schön, dich zu sehen."

Schmunzelnd erwiderte dieser: „Ja, natürlich Sybill. Eine Tasse Tee wäre wundervoll."

Umständlich setzte er sich auf eines der zahlreichen Meditationskissen und wartete geduldig, bis die Wahrsagerin den Tee servierte und sich ihm gegenüber niederließ.

"Wie ich vermute, ähm weiß, bist du nicht ohne Grund hier, Albus.", eröffnete diese das Gespräch.
"Wie überaus weitsichtig, ähm hellsichtig," ,murmelte Dumbledore, bevor er laut sagte:
„Du hast Recht. Ich bin hier um dich um einen Rat zu bitten."

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In dem abgeschirmten Bereich der Krankenstation hatte Catherine alle Hände voll zu tun, um die ganzen Zauber aufrecht zu erhalten.
Glücklicherweise war sie eine sehr erfahrene Kraft, eine andere hätte bei dieser besonderen Verbindung sicher Schwierigkeiten gehabt.

Sie verlangsamte das Geschehen etwas, um Severus und Hermine ein wenig Zeit zu geben um sich zu erholen.
Beide hatten eine kleine Pause dringend nötig.

Und während sie durch einen Raum ohne Erinnerungen schwebten, nahm Severus die braunhaarige Frau sanft in den Arm. Es war ein merkwürdiges Gefühl für beide, da es einer Umarmung in der realen Welt sehr nahe kam, obwohl die feste Materie der Körper deutlich durchlässiger war.
"Wir sollten diesen ungewöhnlichen Zustand für ein paar ungewöhnliche Erfahrungen nutzen.", sagte Severus schelmisch lächelnd.
Überrascht sah Hermine dem geliebten Mann in die Augen.
"An was du alles denken kannst, nach all dem was hinter uns liegt und schlimmer noch vor uns liegt. Andererseits wäre es wirklich schade, diesen Moment zu verschenken."

Mit diesen Worten presste sich Hermine eng an Severus und lockte mit ihren Lippen die seinen in einen zarten Kuss, der schnell leidenschaftlicher wurde, als sie seiner Zunge das Spiel mit der ihren erlaubte.
Ihre Beine schlangen sich um seine Hüften und er stöhnte leise auf. Diesmal war es kein schmerzvolles, verzweifeltes stöhnen.
"Interessant, wie intensiv körperliche Genüsse in diesem Zustand wahr genommen werden." flüsterte er mit einer rauen Stimme.
Hermine kicherte.
"Ich hoffe nur, dass unsere Körper auf dem Bett in der Krankenstation schön anständig nebeneinander liegen."

Beide sahen sich an, zuckten dann nur kurz mit den Schultern und machten mit dem Spiel ihrer Zungen weiter.

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Schmunzelnd beobachtete Catherine, wie sich die beiden Körper entspannten.
'Es ist fast schade, dass ich hier nicht sehen kann, was die beiden so aktiv zu dieser Entspannung beitragen.'
Seufzend lehnte sie sich etwas zurück, ohne die Kontrollanzeigen aus den Augen zu lassen und gönnte allen Anwesenden und fast Anwesenden noch ein paar Momente Pause.

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"Du willst mich um einen Rat bitten?" fragte Trewlany Dumbledore ungläubig.

"Ja, Sybill. Du erinnerst dich bestimmt an die eine Prophezeiung, die du in meiner Anwesenheit gemacht hast und bei der du den Wortlaut nicht vergessen hast?"

"Natürlich. Die Prophezeiung von Miss Granger."

"Sehr gut. Ich weiß, dass man im Normalfall niemandem von seiner Prophezeiung erzählen darf und ich sehe auch ein, warum. Es wäre verheerend, wenn jeder zwanghaft bemüht wäre, diese zu erfüllen oder der Erfüllung zu entgehen.
Nur in diesem einen speziellen Fall, würde ich Miss Granger gerne von ihrer Prophezeiung in Kenntnis setzen, sobald sie die Folgen der Verbindung überstanden hat.
Bevor ich das tue und mich doch irre, möchte ich gerne deine Meinung dazu hören."

Sybill Trewlany schwieg lange und dachte angestrengt nach.

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich an den kompletten und genauen Wortlaut erinnere. Könntest du mir diesen wiederholen, bevor ich dir meine Meinung dazu mitteile?"

Dumbledore zog ein Stück Pergament hinaus, auf welches er einige Sätze schrieb.
Er reichte es der Wahrsagerin mit den Worten: „Laut aussprechen möchte ich sie nicht, les sie lieber selbst."

Trewlany nahm das Stück Pergament in die Hand und begann die kleine schnörkelige Schrift des Schulleiters zu entziffern.

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Ohne den Kuss zu lösen fuhr Hermines Hand langsam unter das Oberteil des schlanken, muskulösen Mannes, der daraufhin scharf die Luft einsog.
Mit federleichten Berührungen erkundete sie seine Seiten, seinen Brustkorb und schließlich seine Brustwarzen.
Severus stöhnte auf und drückte sein Becken leicht nach vorn, wodurch Hermine deutlich seine Erektion zu spüren bekam.
Mehr als vorsichtige Küsse hatten sie vor der Verbindung nicht getauscht, so dass sie doppeltes Neuland miteinander betraten.

Severus Mund löste sich von Hermines Lippen und wanderte langsam und keinen Zentimeter auslassend ihren Hals hinunter.

Hermine lehnte ihren Oberkörper zurück um ihm mehr Platz zu verschaffen, ihr Becken drückte sich hart gegen seinen steifen Schwanz.

Atemlos flüsterte Hermine etwas, was Severus erst beim zweiten Mal verstand.
"Es ist so wunderschön, am liebsten würde ich nie wieder aufhören, aber diese Erfahrung möchte ich mit Dir im realen Leben machen, nicht hier, an diesem anstrengenden Ort."

Severus drückte Hermine noch einmal fest an sich und erwiderte:
"Auch ich würde am liebsten nie wieder aufhören, aber natürlich respektiere ich deinen Wunsch. Wir haben nach diesen drei Wochen alle Zeit der Welt."

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In ihrem Turmzimmer hatte die Wahrsagerin noch nicht eines von den Worten entziffert.

"Albus, ich kann es nicht lesen."

Dumbledore beugte sich näher an Trewlany heran.

"Oh Sybill, dreh das Pergament um, auf dem Kopf könnte ich meine Schrift auch nicht lesen."

Mit einem verlegenen Lächeln drehte die Wahrsagerin das Pergament und vertiefte sich erneut in die Schrift.