Harry Potter and the Show that never ends

Autor: Lori Summers

Deutsche Übersetzung: Claudia, Lilly Black, Nicole, Katrin und Stephanie

http://www.HarryPotter-Translations.de

2. Auflage, Juli 2007

Disclaimer:

Diese Geschichte basiert auf Situationen und Charaktere, die das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling sowie von verschiedenen Verlegern (z.B. Bloomsbury Books, Scholacsti Books, Carlsen Verlag, etc.) sind. Weder die Autorin, noch die Übersetzer dieser Geschichte verdienen Geld damit und es liegt nicht in ihrer Absicht Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.

Hinweis für Minderjährige:

Diese Geschichte spielt einige Jahre nach Harry Potter und der Stein der Wesen.

Aufgrund dessen handelt es sich um eine Geschichte für Volljährige Leser.

Um dies genauer zu begründen: Die jeweiligen Charaktere sind nun erwachsen. Das bedeutet, dass in ihrem Leben auch Krieg, Gewalt und Sex eine Rolle spielen, nur um einige zu nennen.

Komplex:

Harry Potter and the Show that never ends ist die Fortsetzung von Harry Potter and the Paradigm of Uncertainty (PoU) von Lori Summers (Übersetzt von Dani + Alina). Zusätzlich gibt es einen dritten Teil, der noch nicht übersetzt wurde, von uns aber weiter übernommen wird. Dieser lautet Harry Potter and The Hero with a thousand faces.

Wer noch nicht genug hat kann ebenfalls die Vorgeschichte zu PoU lesen. Diese Spezialisiert sich jedoch auf Sirius Black und überschneidet sich immer mal im 2. Teil mit PoU.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Drittes Kapitel:
Tagebücher Übersetzt von Claudia, Lektoriert von Ivi

Ein Tag, eine Nacht, ein Moment

Und meine Träume könnten Zukunft sein.

--Enya--

30. Januar, 2008

Als es geschah, geschah es schnell.

Hermione saß am Küchentisch und schälte die Erbsen aus dem Garten. Die Beschäftigung beruhigt, da durch die wiederholte Einfachheit, sie endlich die Ruhe gefunden hatte, die sie suchte. Sie musste dabei nicht viel nachdenken, weswegen keine Gefühle in ihr hervorgerufen wurden. Sie griff in die Schale der Erbsen und holte eine Handvoll Schoten heraus. „Au", sagte sie und ließ die Schoten fallen. Dann massierte sie ihre Schulter. George stand an der Spüle und drehte sich um. „Was ist heute los mit dir?" „Ich hab Muskelkater." „War das Training wieder so schlimm?" Hermione knurrte. „Warum sollte es heute anders sein als sonst?" Sie wandte sich wieder an ihre Erbsen. „Och komm schon. Du weißt, dass du es liebst. Und weißt du, was ich denke? Ich denke, dass du dich nur so in das Training stürzt, um, wann immer du willst, deinem Mann in den Arsch treten zu können!" Hermione lächelte. „Ist Laura schon da?" „Ja, sie ist oben in der Bibliothek. Justin schläft. Er war die ganze Nacht in Surrey und hat Tausende Gedächtniszauber ausüben müssen, weil sich irgendwelche Zauberer dort getroffen haben. Ein paar Muggel haben sie natürlich gesehen." Hermione schälte schweigend die Erbsen und lauschte den Geräuschen in ihrem Haus. Die knorrigen Äste des Baumes schlugen vor das Wohnzimmerfenster, der kalte Winterwind ließ die Verandatür auf und zu krachen. Dann öffnete sich die Haustür und schloss sich wieder.

Sie hielt in ihrer Arbeit inne und sah George an. „Wer könnte das sein?" Hermione zuckte mit den Achseln. „Kommt Ginny vielleicht zum Abendessen?" „Nicht, dass ich wüsste." Hermione stand auf und ging in den Korridor. George folgte ihr. Hermione starrte in die Diele, ihre Kinnlade fiel runter und ihre Knie fühlten sich plötzlich gefährlich wackelig an.

Harry stand im Eingang und sah sie an.

„Oh mein Gott", flüsterte sie. Sie blinzelte und sah ihn wieder an; er war noch dort. Sie rieb ihre Augen und blickte ihn wieder an. Er war noch dort. „George, siehst du ihn auch?", brachte sie zustande.

„Ich sehe ihn", sagte er mit heiserer Stimme.

Harry hatte ihr gestarre nicht bemerkt, er hatte den Mantel ausgezogen. „Ich bin zuhause!" Hermione hatte sich aus ihrer Erstarrung gelöst. Sie ging ein paar Schritte zurück. Laura kam in dem Moment die Treppe runter. „Hey, Laura! Ist Hermione noch böse auf mich?" Laura glotzte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Ist alles in Ordnung mit dir? Hast du irgendein Gespenst gesehen?" Laura drehte ihren Kopf und sah Hermione an. Hermione sah, dass er einen Rosenstrauß trug. „Die sind für mich", ging es ihr durch den Kopf. Er sah sie an und lächelte, das typische, einzigartige Harry-Lächeln.

Sie rannte auf ihn zu und sprang in seine Arme, schlang ihre Beine um seine Hüften und klammerte sich an ihn. Harry hatte Probleme, das Gleichgewicht zu halten, aber er schaffte es. Die Rosen fielen auf den Bode. „Oh mein...okay...Schatz...ich brauche Luft." „Er riecht wie Harry. Er sieht aus wie Harry. Er fühlt sich an wie Harry" ging es ihr durch den Kopf.

„Meine Güte, Harry, wo warst du?", fragte George und ging zu ihm. „Bei der Arbeit", sagte er langsam. „Du weißt schon, der Ort, an dem ich die meiste Zeit des Tages bin." Hermione ließ ihn los und stellte sich wieder auf den Fußboden.

Ihr Gehirn wollte gar nichts denken. Sie war noch nicht überzeugt, dass er wirklich da war. Laura trat ein paar wackelige Schritte auf ihn zu. „Oh mein Gott! Er hat keine Ahnung..." Dann passierte alles ganz schnell. Die Hautür sprang auf und viele Leute drangen ein. Argo Pfaffenroth als Erste. „Da ist er. Nehmen sie ihn in Gewahrsam." Harry drehte sich mit einem beunruhigenden Ausdruck auf dem Gesicht um. „Ich wüsste nicht, dass ich etwas getan habe, was eine Verhaftung rechtfertigt!" „Harry, es tut mir leid." Argo winkte zwei Zauberern, die Harrys Arme ergriffen. Hermione ging einen Schritt auf Harry zu und hielt ihn fest. „Hören sie auf! Er hat keine Ahnung, was passiert ist!" „Das ist unwichtig!", sagte Argo. „Tritt bitte zur Seite Hermione!" „Was zur Hölle soll das?", rief Harry aber er wurde von beiden Frauen ignoriert.

„Ich werde nicht zur Seite treten! Sie nehmen ihn mir nicht wieder weg! Sie müssen zuerst an mir vorbei!" Daraufhin trat Napoleon auf Hermione zu, packte sie um die Taille und hob sie hoch. Hermione wandte alle Schläge und Tritte an, die sie gelernt hatte. „Lass deine dreckigen Pfoten von ihr, Jones!" brüllte Harry. „Wenn Sie ihr etwas tun, werde ich Sie verprügeln, bis Sie ihren eigenen Namen nicht mehr kennen, das verspreche ich!" „Tschuldigung, Chef, sie werden's später verstehen." Er trug Hermione ins Wohnzimmer und einige Zauberer folgten ihm.

Harry starrte Argo voller Zorn an. „Sie verraten mir verflucht noch mal besser, was hier gespielt wird. Und beeilen sie sich."

Remus trat vor ihn. „Harry, hör mir zu. Wir werden dir alles erklären, aber zuerst müssen wir dich mitnehmen und untersuchen, um herauszufinden, ob du eine Bedrohung darstellst oder nicht." „Warum zur Hölle sollte ich eine Bedrohung sein? Warum hat sie das getan? Warum sehen mich alle wie einen Geist an?" Seine Stimme hatte sich voller Wut und Panik um eine Oktave gesteigert.

„Beruhig dich. Wir werden alles erklären." „Beruhigen? Du willst, dass ich mich beruhige? Ich komme nach Hause, meine Verlobte springt mich an, als hätte sie mich monatelang nicht gesehen und ihr stürmt herein und behandelt mich, als wäre ich euer schlimmster Feind!" Er kämpfte gegen die Zauberbänder, die seine Hände hielten und knurrte wütend.

„Harry, vertrauen Sie mir. Ich werde alles erklären." Harry zögerte. „In Ordnung, aber auch nur, weil ich Ihnen vertraue. Aber Sie sollten mir ein paar Antworten geben und zwar schnell."

Napoleon setzte Hermione in der Mitte des Salons ab und schloss die Tür. Zwei Zauberer stellten sich davor. Hermione trat auf Napoleon zu, packte ihn an seinem Hemd und zischte: „Wenn du mich nicht gehen lässt, bin ich nicht mehr für das verantwortlich, was ich dann mit dir anstelle!" „Es tut mir leid, Liebes. Ich wünschte, ich könnte dich gehen lassen, aber ich kann nicht." „Warum nicht?", fragte sie. „Meine Güte, er war zwei Monate weg, jetzt ist er zwei Sekunde wieder hier und ihr wollt ihn mir wieder wegnehmen. Ich konnte ihn nicht mal anfassen!" Sie sackte auf einem Stuhl zusammen und holte tief Luft. „Hör mir zu. Er hat keine Ahnung, was passiert ist. Er glaubt immer noch, dass es der Tag ist, an dem er verschwand. Er muss verwirrt sein." „Das verstehe ich, aber..." „Das kannst du unmöglich verstehen!", schrie sie ihn an. „Ich habe zwei Monate lang kaum geschlafen. Ich konnte an nichts anderes denken, jeden Tag habe ich mich gefragt, was ich falsch gemacht habe oder ob ich ihn jemals wieder sehen würde!" „Ist in Ordnung, Hermione. Schalt mal einen Gang runter, ja?" Sie sah voller Zorn zu ihm hoch. Das hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie stürzte sich auf ihn und begann auf ihn einzuprügeln. Es waren nicht die Schläge einer empörten Frau, es waren die Schläge, der Agentin, die sie bald war. Napoleon hielt sie fest und Laura stand auf und legte ihr die Hand auf die Schulter. Dann führte sie Hermione zum Sofa. „Hinsetzen", befahl sie. Hermione fügte sich ihrem Befehl. „Laura, ich glaube, ich werde ohnmächtig." „Leg dich hin, deinen Kopf auf meinen Schoß. Und jetzt schön atmen, du hyperventilierst."

Napoleon sah Hermione ernst an. „Es ist zu gefährlich", sagte er. „Wir wissen nicht, wo er war. Er könnte eine Bedrohung sein. Er wird abgesondert, bis wir ihn untersucht haben." „Ich habe noch keine Bedrohung gesehen, die mit Rosen herumgelaufen ist!", sagte Justin aufgebracht.

„Gerade weil er denkt, dass er ungefährlich ist, bedeutet das nicht, dass er es nicht ist", sagte Napoleon in grimmigem Ton. „Wer sollte Harry für zwei Monate verschwinden lassen und ihn dann urplötzlich wieder auftauchen lassen. Wir müssen verdammt vorsichtig sein!" „Wie kamt ihr so schnell hierher?" „Wir haben einen Zauber um das Haus gelegt, der uns warnen sollte, wenn er wieder auftauchen würde." „Schön, dass wir das auch mal erfahren!", meinte George aufgebracht.

„Ist es dir eigentlich egal, ob er gefährlich ist oder nicht?", fragte Hermione in ruhigem Ton.

„Ich gebe zu, dass ich sehr besorgt bin", gestand Napoleon. „Aber das sind wir alle. Dennoch müssen wir unsere Aufgaben weiterhin erfüllen. Ich weiß, wie sehr du ihn liebst, Hermione, aber als du ins I.D. eingetreten bist, hast du dich verpflichtet, Gefühle und Beruf voneinander zu unterscheiden. Das ist nicht leicht, aber es ist notwendig. Wir müssen also sehr vorsichtig sein. Wenn er beeinflusst wurde, dann weißt du genauso gut wie ich, wie gefährlich er sein kann."

„Das weiß ich, aber ich hasse es trotzdem!"

Harry wurde in einen Stuhl mit Arm- und Beinfesseln gesetzt. Dann wurden seine Handgelenke und Knöchel festgebunden. „Ist das unbedingt nötig?", fragte Lupin ruhig. „Ich wünschte, dem wäre nicht so", antwortete Henry Ubigando und trat hinter Harry, während er dessen Bericht studierte. „Ich möchte wissen, was ich getan haben soll", sagte Harry. Argo stellte einen Hocker vor ihn und setzte sich. „Harry, ich will, dass Sie mir jetzt zuhören." Er nickte. „In Ordnung. Welcher Tag ist heute?" „Der 25. November." Argo tauschte einen Blick mit Remus. Alle hielten den Atem an. „Harry, es ist beinahe Februar. Sie waren für zwei Monate verschwunden." Für einen fürchterlich langen Moment starrte er sie an. Dann lachte er. „Guter Witz, Argo." „Sie haben das I.D. am 25. November abends verlassen. Sie kamen nicht nach Hause!" Argo hielt ihm eine Zeitung unter die Nase. „Harry, dass ist der heutige Tagesprophet. Sehen sie das Datum? 30. Januar 2008." Alle hielten den Atem an, schauten auf Harry und warteten auf seine Reaktion. „Harry...es ist fast Februar. Sie waren für zwei Monate verschwunden. Hermione rief um 21.20 Uhr an, und teilte Napoleon mit, dass Sie nicht nach Hause gekommen waren. Er hat mich benachrichtigt und wir haben eine Suche nach Ihnen gestartet. Wir fanden heraus, dass Sie in der Tottenham Court Road Blumen gekauft hatten und dass sie danach nicht mehr gesehen wurden." Harry hob den Kopf. „Nein, Sie haben Unrecht. Ich habe gerade eben diese Blumen gekauft!" Remus legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Harry, du warst wirklich zwei Monate verschwunden. Wir haben gesucht und gesucht." Harry blickte in Remus Augen, sein Atem ging schneller. Dann sah er auf den Boden, seine Augen blickten hin und her und er verarbeitete die Informationen. „Oh mein Gott!", sagte er heiser. „Das kann nicht wahr sein." „Erinnern Sie sich an irgendetwas?" fragte Argo.

Er schüttelte seinen Kopf. „Nein, ich verließ das I.D. so gegen sechs Uhr. Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause kommen. Ich habe Blumen für Hermione gekauft. Dann bin ich aus London appariert. Dann ging ich ins Haus, na ja, und den Rest kennen Sie ja." Sein Kopf schnellte hoch. „Hermione!" „Es ist sehr schwer für sie gewesen, Harry", sagte Remus. Harry kämpfte gegen die Schnallen des Stuhls an. „Lassen Sie mich aus dem Ding hier raus. Ich muss sie sehen!" „Nein, noch nicht!", sagte Argo. „Wir müssen Sie erst untersuchen. Wo auch immer Sie waren, irgendjemand will nicht, dass Sie sich daran erinnern!" Harry drehte seinen Kopf. „Machen Sie mich von diesem Teil los, Argo, Sie wissen, dass ich ausbrechen kann." „Harry, bleiben Sie hier. Wir werden nur ein paar Routineuntersuchungen machen. Dann werde ich Ihnen erlauben, sie zu sehen. In Ordnung?" „Ungern, aber bleibt mir etwas anderes übrig?", fragte Harry. Argo nickte den Medizauberern zu und sie begannen, Zaubersprüche zu murmeln. Die Tür ging auf und Sirius trat ein. Er lächelte. Er lief zu Harry und hockte sich neben ihn. „Harry, bei Merlins Bart!", sagte er und nahm seine Hand.

Harry sah seinen Paten an. „Sirius...ist es wahr?", flüsterte er.

„Ja, ist es. Heute ist der 30. Januar. Du warst zwei Monate weg, wie vom Erdboden verschwunden." Harry drückte Sirius Hand so fest, dass es wehtun musste, aber er zeigte es nicht.

Harry schluckte und biss sich auf die Lippen, seine Augen trübten sich. „Ist...sie in Ordnung?" Sirius seufzte. „Ich werde dich nicht belügen, Harry. Es war die Hölle für sie. Als du plötzlich verschwunden bist...na ja, es war auf jeden Fall schrecklich für sie. Stell dir vor, sie wäre plötzlich, ohne ein Wort oder eine Nachricht, fort." Harry nickte. „Sie hat aber nie die Hoffnung aufgegeben, dass du noch am Leben seiest und dass du zurückkommen würdest. Sie gab nie die Suche auf, obwohl viele von uns dachten, es wäre hoffnungslos." Er sah Harry in die Augen. „Und du erinnerst dich an gar nichts?" „Nein", sagte Harry. Er sah Sirius an. „Ich weiß im Moment nicht, was ich denken soll." „Ich denke, dass das alles für dich wie ein Alptraum ist." „Muss es sein. Ich hoffe nur noch, dass ich aufwache, mich umdrehe und von weißen, flauschigen Kaninchen träume. Von irgendetwas, aber nicht von dem hier."

Napoleon saß mit einer traurigen Hermione an der Seite auf der Couch. Hermione hatte den Kopf auf ihre Hände gestützt und Laura hatte einen Arm um sie gelegt. Er hasste, was er tun musste. Ein kleiner, egoistischer Teil von ihm hatte immer Harrys Rückkehr gefürchtet und er war froh, dass Hermione noch ein wenig bei ihm war, obwohl er schon wieder da war. Die Tür ging auf und alle drei starrten hinüber, aber es war nur Remus. „Er ist in Ordnung!" Hermione lächelte erleichtert und ergriff Remus Hände. „Was ist denn passiert?" „Wir wissen es noch nicht. Wir haben das Orakel gebeten, seine Identität festzustellen, sein Name, sein Alter und so weiter." „Was hat es gesagt?" „Dass er siebenundzwanzig Jahre und sechs Monate alt sei." Hermione nickte. „Das ist richtig. Also steht schon einmal fest, dass er die Zeit nicht übersprungen hat, sonst wäre er jetzt zwei Monate jünger. Aber dem ist nicht so."

„Das bedeutet, dass er die ganze Zeit irgendwo eingesperrt war, aber sein Gedächtnis wurde so verändert, dass wir noch nichts herausfinden konnten." „Und als sie ihn freigelassen haben, zogen sie ihm seine Kleider wieder an und drückten ihm einen Rosenstrauß in die Hand." Hermione schlug sich mit der Hand aufs Knie. „Verdammt, das ist verwirrend." Sie sah Remus an. „Und es gibt keine anderen Zeichen, die uns sagen könnten, wo er war?" „Noch nicht. Wir müssen versuchen, den Gedächtniszauber zu brechen, aber dazu müssen wir zurück ins Hauptquartier." Hermione rieb sich mit den Händen übers Gesicht. „Ich will ihn sehen." Sagte sie und blickte Remus voller Hoffnung an. Lupin dachte einen Moment nach. „Ja, komm besser mit mir." Er stand auf und reichte ihr seine Hand. Hermione, die keine positive Antwort erwartet hatte, brauchte einen Moment, um zu reagieren. Dann sprang sie auf und ignorierte seine Hand. Sie ging schnell durch die Tür und an den Agenten vorbei, sodass Remus Probleme hatte ihr zu folgen.

Hermione atmete tief durch und ging in die Bibliothek. Ihr Mund öffnete sich, aber es kamen keine Worte heraus, als sie ihn sah. Ein Teil ihres Geistes war sich sicher gewesen, dass es alles nur ein Scherz war. Harry stand neben dem Stuhl und rieb sich die Handgelenke. Die Zauberer nahmen kleine Kupferstücke von seinen Schläfen. „Irgendetwas Interessantes?", fragte Harry, halb lachend. „Nichts, was uns weiterhelfen könnte", sagte Henry Ubigando. Er grinste. „Aber wir haben ein paar sehr interessante Gedanken über Professor Trelawney gefunden. Sie betreffen euch beide und eine Schale mit Sahne und ein paar Handschellen...!" „Oh, sehr lustig. Ist das die Art, mit einem ranghöheren Offizier zu reden?"

Keiner im Raum hatte Hermione bemerkt, die hinter Harry stand. „In Ordnung. Seid ihr jetzt sicher, dass ich keine tickende Zeitbombe bin? Ich muss sie jetzt sehen. Ich komme morgen zu weiteren Untersuchungen ins I.D., weil ich..." „Harry", hörte Hermione ihre eigene Stimme sagen, die klang, als käme sie von weit weg. Jeder im Raum stellte seine Aufgaben ein. Harry drehte sich langsam zu ihr um.

Henry war plötzlich sehr an seiner Aktentasche interessiert. „Oh...ich muss noch...etwas nachsehen...!" sagte er und wandte sich zur Tür. Hermione bemerkte die Flut der Agenten nicht, die jetzt zur Tür liefen, um sie allein zu lassen. Alles, was sie sah, war Harry. Er stand da, wie ein kleiner, verwunderter Junge und seine Augen weiteten sich.

Sie sah in ihnen, dass er über alles informiert worden war. Auch der Schmerz, der ihn quälte, entging ihr nicht. Er lächelte und sie brach in Tränen aus. Sie schwankten in die Mitte des Raumes, wo sie sich trafen. Er hob sie hoch und sie hielten sich in den Armen. Hermione hielt ihn so fest, als könne es der letzte Moment mit ihm zusammen sein. Tränen liefen ihr Gesicht runter und sie konnte seinen Herzschlag fühlen, seine Haare kitzelten ihre Wange und es fühlte sich so echt an. Sie konnte seinen typischen Duft riechen: Pfefferminz und Seife. Sie legte ihre Wange auf seine Schulter und langsam entspannte sie sich, nach zwei langen Monaten fühlte sie sich wieder herrlich entspannt. Er war Wirklichkeit. Er stellte sie wieder auf den Boden, sie begannen sich zu küssen und ihr Schluchzen verebbte. Sie konnte die Sehnsucht in seinen Küssen spüren und sie erwidere sie nicht weniger leidenschaftlich. Sie fuhr mit ihren Fingern durch sein Haar, er hob sie wieder hoch und hielt sie fest. So standen sie eine Ewigkeit, keiner sagte ein Wort.

Schließlich stellte er sie auf ihre Füße und lächelte sie an. Ihre Hände streiften ruhelos über seinem Gesicht und Schultern umher, und sie beruhigte sich allmählich. „Du bist wirklich da. Ich habe gedacht, ich sehe dich nie wieder!" Er hob ihre Hände. „Es tut mir so leid." „Was tut dir leid?" Er sah sie an. „Weil ich an deiner Stelle verrückt geworden wäre." „Ja, es war die Hölle. Aber das ist jetzt unwichtig. Du bist wieder hier und du kannst nichts dafür." Sie hielten sich wieder fest in den Armen. „Und du kannst dich an nichts erinnern." Es war keine Frage.

„Nein, nichts. Es ist wirklich, als wäre nichts passiert." Er seufzte. „Ein Teil von mir glaubt immer noch, das nichts passiert ist." „Glaub mir, es ist so. Ich habe das alles erlebt." Sie zögerte. „Ich bin fast verrückt geworden. Ich habe mir Sorgen gemacht und habe dich schrecklich vermisst." „Du wirkst viel kräftiger seit damals." Hermione sah hoch und lächelte ihn an, sie sah sein vertrautes Gesicht und war glücklich. „Ich habe alles gemacht, um mich abzulenken, um nicht verrückt zu werden." Plötzlich weiteten sich seine Augen und er zog die Luft erschrocken ein. „Ich habe Weihnachten verpasst, oder?" fragte er und sie nickte. „Ich werde dir jetzt nichts darüber erzählen. Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, herauszufinden, was mit dir passiert ist." „Ich glaube, dass es furchtbar sein wird. Aber wir werden das schaffen!" Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Sie hoffte ihm zeigen zu können, wie glücklich sie im Moment war. „Ich habe dein Gesicht vermisst", flüsterte sie. „Ich habe es so vermisst, dich zu küssen." Er lächelte. Sie hob ihre Hand und strich über seine Wange. „Ich liebe dich so sehr, Harry." Er blinzelte ein paar Mal und sah sie plötzlich traurig an. „Weißt du, wie oft ich mir gewünscht habe, dass ich dir das an diesem morgen gesagt hätte, als du verschwunden bist, als dass, was ich in Wirklichkeit gesagt habe?" „Es war ein dummer Streit. Du wolltest mir nicht unter die Nase reiben, dass ich keine Mutter habe." „Natürlich nicht! Ich wollte es nicht so ausdrücken, wie ich es ausgedrückt habe!" „Das weiß ich, und ich habe mich den ganzen Tag über meine Dummheit aufgeregt." „Aber du hattest recht. Als ich mit Mum in London war, haben wir uns schrecklich gestritten. Noch so ein dummer Streit." „Aber nicht so ein dummer, wie wir beide hatten, würde ich meinen." „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, jemals wieder mit dir zu streiten!" Er grinste. „Wundervolle Worte!" Er drehte eine Strähne ihres Haares um seinen Finger, aber er war ganz woanders mit den Gedanken. „Dort sind eine Menge Leute, die dich sehen wollen!" „Sie können warten. Lass uns über die Hintertreppe in unser Zimmer gehen." „Hm, du bist ein unanständiger Junge", sagte sie lachend. Es tat so gut, mit ihm zu lachen, dass sie dachte, vor Glück schweben zu können. „Lass uns gehen." „In Ordnung", sagte er mit einer Begeisterung, als hätte sie ihm vorgeschlagen, mit einer Nagelschere den Rasen zu mähen. Sie grinste ihn an und sie gingen zusammen ins Wohnzimmer. Vor der Tür blieb er stehen und atmete tief durch, dann öffnete er die Tür.

Ginny und Laura saßen zusammen auf der Couch, Ginny war sehr unruhig und knetete ihre Finger, als wüsste sie nicht, was sie tun sollte. Justin und George gingen nervös hin und her. Sirius und Remus standen vor der Tür des Wintergartens und unterhielten sich mit zusammen gehaltenen Köpfen. Argo saß gerade und steif auf einem Stuhl und unterhielt sich mit einigen Agenten.

Als die Tür sich öffnete, drehten sich alle um, hörten auf sich zu unterhalten oder blieben stehen. Niemand schien zu wissen, wie er reagieren sollte.

Schließlich brach Ginny die Stille, indem sie hochsprang und durch das Zimmer rannte. Sie warf ihre Arme um Harry und umarmte ihn. Einen Moment lang war er überrascht, dann umarmte er sie auch. „Hey, Gin", sagte er. Sie zog sich zurück und grinste ihn an. „Oh, Harry...Gott sei dank, du bist zurück!" Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und küsste ihn auf seine Wange. Dann brach eine Welle von Umarmungen und Küssen über Harry herein. Alle begrüßten ihn eifrig. Hermione trat zur Seite und ließ den anderen mehr Platz. Sie rieb sich die Augen und merkte, wie müde sie eigentlich war. George und Justin schlugen Harry auf den Rücken und machten Witze, Laura umarmte Harry innig und Sirius sah seinen Patensohn einen Moment an und nahm ihn in die Arme. Nach ein paar lauten Minuten ging Hermione wieder zu Harry. Eine dunkle Wolke schien plötzlich in ihrem Kopf aufzusteigen. Sie hätte sich eigentlich unendlich zufrieden und erleichtert fühlen müssen. Aber sie tat es nicht. Argo setzte sich wieder hin, sah aber so aus, als wolle sie bald gehen. Hermione hielt Harrys Arm fest, in ihr stieg die Unruhe an. Sie wusste, was als nächstes passieren würde und Harry sah Argo stur an. „Harry", sagte Argo ruhig. „Sie wissen, was zu tun ist?" Hermione trat einen Schritt vor. „Bitte Argo. Nicht heute Nacht." „Was soll als nächstes passieren?", fragte Laura. Hermione seufzte. „Weitere Untersuchungen, es soll herausgefunden werden, was mit Harry passiert ist. Sie lassen ihn erst gehen, wenn sie wissen, was los ist." „Das ist lächerlich!", rief Laura aus. „Das macht keinen Sinn!" „Nimm einmal an, jemand war in Zaire und kommt zurück und du weißt nicht, ob er den Ebola-Virus hat oder nicht. Man würde ihn nicht eher gehen lassen, bis man genau weiß, was los ist." „Aber das ist nicht das gleiche!" „Doch, leider ist es so", sagte Argo. „Und beide wissen es. Ein Zauberer, der zwei Monate weg ist, ohne ein Lebenszeichen von ihm, ist gefährlich. Ein Mage, der zwei Monate weg ist, ohne ein Lebenszeichen, kann zu einer Katastrophe werden." Hermione atmete tief ein. „Argo, bitte. Bitte lass ihn heute Abend hier. Nur heute Nacht. Ich werde ihn morgen früh ins I.D. bringen. Er war so lange weg, da können sie ihn doch nicht sofort in eine Zelle sperren. Nehmen sie ihn mir heute Nacht nicht weg, ich bitte Sie Argo." Argo sagte im ersten Moment gar nichts. Dann sah sie zu Henry herüber. „Was denken sie?" Er zuckte mit den Achseln. „Es ist ein Risiko." „Aber ein kleines!", warf Lupin ein. „Dieses Haus ist voller Zauberer und Schutzzaubern. Ich werde mich freiwillig melden, hier zubleiben und aufzupassen." „Ich mich auch", fügte Sirius hinzu.

Argo sah in ihre Gesichter, dann seufzte sie. „In Ordnung. Aber Sie müssen ihn morgen früh sofort zu uns bringen. Lupin, wählen sie ein paar Agenten aus, die auch hier bleiben. Oh, Jones...sie bleiben auch besser hier." Sie blickte von Napoleons Gesicht in das von Harry, in dem sie das nackte Grauen stehen sah. Sie lächelte bei diesem Anblick. „Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß." Sie ging in Richtung Tür, blieb dann stehen, drehte sich ohne ein Wort um und ging auf Harry zu. Dann umarmte sie ihn kurz. „Ich bin froh, Sie zu sehen, Harry", sagte sie in einem Atemzug und ging hinaus. Die meisten Agenten folgten ihr. Die Tür schloss sich und für einen Moment sagte niemand etwas. Justin wand sich der Tür zu. „Gute Arbeit 007! Ich mix' mir jetzt 'nen Wodka und stell mich mit meinem Regenschirm aufs Dach!" sagte er und hielt seine Hand, wie bei einem Militärgruß, an die Stirn.

Alle starrten ihn kurze Zeit an, niemand sagte ein Wort. Dann brachen alle in tosendes Gelächter aus. Das laute Lachen drang durch das ruhige Haus, und es war, als wäre die ganze Angst und Besorgnis aus dem Haus verschwunden.

Harry und Hermione waren in die Bibliothek gegangen und hatten Eulen an alle ihre Freunde, Schulbekannte und alte Lehrer geschrieben, die sie kannten. Zuerst waren Cordelia und die Kinder angekommen und die kleinen hatten sich darum gestritten, wer Onkel Harry zuerst begrüßen dürfe und es schien sie auch nicht zu kümmern, dass er von seiner Reise keine Geschenke mitgebracht hatte. Cordelia weinte vor Freude und Charlotte verstand wirklich nicht, wieso Mama weinte und gleichzeitig lachte.

Von da an hatten sie keine ruhige Minute mehr. Cho kam von ihrer Reise so schnell wie möglich wieder, die Weasleys trafen nacheinander ein, Molly weinte mehr als alle anderen zusammen, Hermiones Eltern kamen und ihr Vater zog Harry erst einmal beiseite und schimpfte ihn aus, dass er seine kostbare Tochter allein gelassen hatte. Draco begrüßte ihn mit einer solchen Herzlichkeit, dass sie beinahe die von Napoleon übertraf. Professor McGonagall erschien, Neville und Amelia, das halbe I.D und die meisten aus ihrer Abschlussklasse. Das Haus war zum Bersten voll und eine schnell improvisierte Party entstand. George ging schnell in die Küche. Er nahm drei Agenten für die Sklavenarbeit mit, um für Essen und Trinken zu sorgen. Justin hatte sich hinter das Klavier gesetzt und spielte ein Lied nach dem Anderen. Alle waren fröhlich, die Türen des großen Hauses standen offen, so dass sie alle zusammen feiern konnten, ohne zusammen gedrückt zu werden. Laura setzte sich neben Hermione, die auf einem Stuhl nahe der Galerie saß. Von dort aus konnte sie Harry sehen, der mit Charlie quer durchs Wohnzimmer rannte. „Wie fühlst du dich?"

„Ich glaube, ich werde ohnmächtig." „In Ordnung, dann werde ich dich stützen und deinen Mund bewegen, so dass es so aussieht, als wärst du noch voll da." Hermione lächelte. „Es fühlt sich wirklich seltsam an. Es ist wie eine Befreiung. Das letzte Mal, als ich mich so gefühlt habe, hab ich mich auf meine Doktorarbeit vorbereitet. Ich habe eine komplette Woche ohne Schlaf und Essen verbracht und als ich zur Prüfung ging, konnte ich auf dem Weg dorthin die Augen nicht mehr offen halten. Als ich dann endlich schlief, fühlte ich mich wie jetzt im Moment. Als würde ich gleich abheben. Und daher fühl' ich mich ein bisschen schwindelig." „Du bist unglücklich, oder?" „Machst du Witze? Ich würde jetzt von jedem perversen Teil meines Glückes schwärmen, wenn ich nicht so müde wäre." „Warum machst du nicht ein kleines Nickerchen?" „Du verarscht mich, oder?" „Nein. Jeder nimmt ihn im Moment in Anspruch, da bleibt für dich nicht viel über. Wenn ihr alleine seid, hast du ihn ganz für dich." Laura grinste sie an, mit einem schelmischen Funkeln in ihren Augen.

Hermione kicherte. „Selbst wenn ich mein ganzes Leben noch nicht geschlafen hätte, das würde ich auf keinen Fall verpassen!"

Harry ging durch den Korridor im ersten Stock. Er suchte Hermione. Die meisten seiner Freunde waren schon gegangen. Diese Feier hatte ihn ein bisschen verwirrt. Denn er dachte immer noch, dass er Sirius gestern erst gesehen hätte und die Kinder am Wochenende.

„Hi", sagte George und hob seine Brille von einem Tisch hoch. „Ich wollte heute Nacht keine Briefe schreiben oder ein Buch lesen. Aber ich brauchte irgendetwas um mich zu beruhigen." Er lächelte. „Es ist schön, dich wieder hier zu haben, Harry." „Danke, George. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es schön ist, wieder hier zu sein, aber ich weiß nicht einmal, dass ich verschwunden war." George klopfte ihm ohne ein weiteres Wort auf die Schulter und ging hinaus. Harry ging durch die Bibliothek. Überall waren Zeichen dafür, dass er wirklich weg gewesen war. Ein Stechpalmzweig, von Weihnachten war übrig geblieben, Justins schwerer Wintermantel, die Wand, die fertig gestrichen war.

Eine leichte Bewegung in der Ecke fiel ihm ins Auge. Hermione lag auf der Seite auf einem der Sofas in der Bibliothek und schlief. Er hockte sich neben sie, sagte aber nichts, um sie nicht zu stören. Sie sah so friedlich aus und entspannt, und er wusste, dass sie beides in den letzten zwei Monaten nicht gewesen war. Ihr Verlobungsring funkelte an ihrer linken Hand. Er streichelte über ihre Haare, und er fragte sich zum wiederholten Male, wie er sie all die Jahre um sich haben konnte, ohne die innige Liebe zu ihr zu spüren. Er ging näher an sie heran und gab ihr einen sanften Kuss auf den Mund. „Hey", flüsterte er und berührte ihr Gesicht mit den Fingerspitzen. „War dieses ganze Ich-komme-auf-dramatische-Weise-zurück Kommen für dich so langweilig?" Sie rührte sich und ihre Augen öffneten sich. Ihre Lippen verformten sich langsam zu einem Lächeln. „Mhhhh", murmelte sie. „Ich nehme an, dass ich nicht träume." Sie hob ihre Hand und legte sie um seinen Nacken und zog ihn zu sich runter, um ihn zu küssen. Sie seufzte. „Sind alle weg?" „Alle, außer Remus, Sirius, Napoleon und ein paar Agenten, die auf mich aufpassen sollen." „Gut." Sie setzte sich auf und er setzte sich neben sie. Er legte seinen Kopf in ihren Schoß und schloss seine Augen. Sie ließ ihre Finger durch seine Haare gleiten. So machten sie es immer, wenn sie zu Hause waren und sich entspannen wollten. Seine Vertrautheit beruhigte sie, für ein paar Minuten sprach keiner von beiden ein Wort. Harry hob die Hand und suchte nach ihrer und er seufzte. „Du hast dich verändert", sagte er ruhig. „Wie kommst du darauf?" „Ich weiß es nicht." „Na ja, solche Erfahrungen verändern jemanden zwangsläufig." „Es tut mir leid", sagte er erneut.

„Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest. Ich habe mir nur eins gewünscht. Nämlich, dass du zurückkommst, egal auf welche Weise." Er sagte für ein paar Minuten nichts. „Ich habe Angst", sagte er. „Ich weiß", antwortete sie. „Es ist, als laufe ich vor irgendetwas weg, aber ich kann nicht sehen, was es ist. Ich kann mich nicht umdrehen und es bekämpfen. Ich kann nicht einmal seine Schritte hören." „Du bist aber nicht allein", sagte sie und streichelte über seine Stirn. „Ich weiß, dass du dich alleine fühlst, aber du bist es nicht. Ich bin an jedem Tag in deinem Leben bei dir. Wir schaffen das schon." Er sah sie an. „Weißt du, dass du die erstaunlichste Person bist, die ich je kennen gelernt habe?" Sie lächelte. „Behalte das im Hinterkopf."

Hermione kam aus dem Badezimmer und strich sich die Haare hinter die Ohren. Sie war nervös, aber sie machte sich selbst darüber lustig. „Ich bin nervös, weil ich mit meinem Verlobten schlafen werde", dachte sie. „Wie albern ist das denn?" Aber es war schon so lange her, dass sie das Gefühl hatte, es wäre das erste Mal. Harry saß auf der Fensterbank, vollkommen bekleidet, die Knie bis ans Kinn hochgezogen. Er sah auf den Garten hinaus. Sie setzte sich neben ihn auf den Fußboden. „Was denkst du gerade?" Er drehte den Kopf und sah sie an. Sie bemerkte, dass sein Gesicht feucht war. Sie stand auf und ging besorgt auf ihn zu. „Harry, wieso weinst du?" „Es sollte unser erstes Weihnachten zusammen sein." „Lass uns nicht darüber nachdenken. Es ist Vergangenheit." „Ich habe etwas für dich." Sie lächelte. „Ich weiß es. Sirius hat es mir gegeben. Es ist wunderschön. Ich danke dir." „Nein, nicht die Halskette und die Ohrringe. Noch etwas." Er stand auf und hob eine Kiste auf, die auf dem Boden lag. „Ich habe dies hier aufbewahrt, um es dir zu geben, wenn wir allein sind. Ich habe es hinter meinen anderen Mänteln im Schrank versteckt." Er hielt ihr die Kiste entgegen.

„Soll ich sie aufmachen?" Er nickte. „Es sind nur Kleinigkeiten." Sie hob den Deckel. Hermione sah hinein, die Kiste war voll von... es sah aus wie Ramsch oder Schund. Sie blickte die Sachen voller Missmut an und wollte fragen, was das alles sei, aber er kam ihr zuvor. Er griff in die Kiste und holte ein Stück Papier aus der Kiste. „Das ist unsere Zahlenzuweisung von unserem ersten Tanzwettbewerb. Wir waren Nummer 23." Er gab es ihr. Er griff erneut in die Kiste und zog etwas heraus. „Das ist meine dreiundzwanzigste Geburtstagskerze, von dem Kuchen, den du gebacken hast. Das ist etwas Konfetti von unserer Abschlussfeier. Das ist eine Kopie von deinem Doktordiplom. Ich, ähm...hab es geklaut." Er sah sie an. Hermione war sprachlos. „Ich könnte weitermachen, aber dann würde es die ganze Nacht dauern. Ich weiß nicht, wieso ich das alles aufbewahrt habe, aber ich habe es getan. Vielleicht, weil ich nichts von meinen Eltern hatte oder als Erinnerungen an unsere Vergangenheit, ich habe angefangen, bevor ich überhaupt wusste, dass es ein ‚wir' gibt." Er schloss die Kiste und hielt sie ihr entgegen. „Ich wollte, dass du sie hast. Behalte sie als Beweis für meine beschränkten, sentimentalen Fähigkeiten." Sie strich mit dem Finger über die Kiste und wollte noch mehr seiner Erinnerungsstücke sehen. „Du wusstest es?", flüsterte sie. „Ich wusste was?" „Du wusstest, dass die Anderen nicht richtig für mich waren... das ich irgendwann meine ganze Liebe dir geben würde?" „Ich habe nie gedacht, dass ich so viel verdient habe. Nicht meinen Ruhm, nicht meine Quiddich-Fähigkeiten, oder meine Freunde, die Loyalität meiner Agenten...und vor allem nicht deine Liebe." Sie lächelte und ging zu dem Tisch rüber. „Ich habe auch etwas für dich." Sie öffnete die oberste Schublade und zog drei schwere Lederbücher daraus hervor. Sie setzte sich neben ihn auf die Fensterbank und legte die Bücher auf seinen Schoß.

„An dem Tag, an dem du verschwunden bist, habe ich angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Jeden Tag habe ich hineingeschrieben, was passiert war, während du nicht bei mir warst. Es ist etwas, in dass ich all meine Freude, Trauer, Angst und Hoffnung schreiben konnte, dort konnte ich alles loswerden und besser verarbeiten, dass du nicht da warst." Sie hielt ihm die Bücher entgegen. „Hier. Lies sie. Dann wirst du es verstehen." Er legte die Bücher und die Kiste beiseite und rutschte näher an sie heran. „Später." Er grinste Hermione an und dann küssten sie sich. Er küsste sie so, wie er sie noch nie geküsst hatte. Seine Hände hielten ihr Gesicht fest. Er ließ seine Brille auf den Boden fallen. Ihre Hände öffneten die Knöpfe seines Hemdes, zog es ihm aus und warf es auf den Boden. Ihr Nachthemd folgte dem Hemd auch bald und dann lag sie in seinen Armen, sie hatte es für Monate so sehr vermisst, ihre Haut berührte seine und sie fühlte seinen Herzschlag auf ihrer. Sie fühlte das Bett unter sich und die Welt rundherum schien weit weg zu sein. Es gab nur noch ihn...und ihr eigenes Glück.