Harry Potter and the Show that never ends
Autor: Lori Summers
Deutsche Übersetzung: Claudia, Lilly Black, Nicole, Katrin und Stephanie
http://www.HarryPotter-Translations.de
2. Auflage, Juli 2007
Disclaimer:
Diese Geschichte basiert auf Situationen und Charaktere, die das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling sowie von verschiedenen Verlegern (z.B. Bloomsbury Books, Scholacsti Books, Carlsen Verlag, etc.) sind. Weder die Autorin, noch die Übersetzer dieser Geschichte verdienen Geld damit und es liegt nicht in ihrer Absicht Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.
Hinweis für Minderjährige:
Diese Geschichte spielt einige Jahre nach Harry Potter und der Stein der Wesen.
Aufgrund dessen handelt es sich um eine Geschichte für Volljährige Leser.
Um dies genauer zu begründen: Die jeweiligen Charaktere sind nun erwachsen. Das bedeutet, dass in ihrem Leben auch Krieg, Gewalt und Sex eine Rolle spielen, nur um einige zu nennen.
Komplex:
Harry Potter and the Show that never ends ist die Fortsetzung von Harry Potter and the Paradigm of Uncertainty (PoU) von Lori Summers (Übersetzt von Dani + Alina). Zusätzlich gibt es einen dritten Teil, der noch nicht übersetzt wurde, von uns aber weiter übernommen wird. Dieser lautet Harry Potter and The Hero with a thousand faces.
Wer noch nicht genug hat kann ebenfalls die Vorgeschichte zu PoU lesen. Diese Spezialisiert sich jedoch auf Sirius Black und überschneidet sich immer mal im 2. Teil mit PoU.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.
Sechstes Kapitel:Mitleid mit dem Teufel Übersetzt von Claudia, Lektoriert von Lara
Pleased
to meet you, hope you guess my name.
--The Rolling Stones
Hermione streckte das eine Bein aus, dann das Andere, in der Hoffnung, dass sich ihre müden Muskeln dehnen würden. Sie versank tiefer in dem riesigen Sprudelbad voller Seifenschaum und lächelte zufrieden. Die Sonne strahlte durch die reich verzierten Fenster ins Badezimmer und es sah aus, als würde ein Feuer brennen.
„Hermione?" hörte sie Harrys Stimme.
„Hier bin ich!" rief sie.
Er drückte die Tür auf, während er ein großes Glas Orangensaft hielt. „Hey, Du bist wach! Ich habe mich schon gefragt, ob das Bett dein neuer Verlobter ist." „Ooh, Saft." Sie nahm das Glas und leerte die Hälfte in einem Zug. Harry dachte daran, dass Hermione so was wie ein Orangensaftfetischist war. Ein Morgen ohne Orangensaft war ein schlechter Morgen. „Danke dir." Harry setzte sich auf den Rand der Badewanne und sah sie an. „Wie fühlst du dich?" „Och, schon viel besser. Noch ein wenig fertig, das ist alles. Eine Badewanne kann dir nicht die Nachwirkungen von einer fünftätigen Prüfung nehmen. Aber es hilft." „Da kann ich aber nachhelfen." „Ist es das, warum du hierher gekommen bist?" fragte sie grinsend. „Ich wurde dadurch angelockt, aber das ist nicht der Grund. Komm da einfach mal raus!" Er stand auf und half ihr aus der Badewanne. Sie stand auf dem Badeteppich und tropfte ihn voll. „In Ordnung, und was jetzt? Ich bin vollkommen nackt und ich bin nass. Hey, hör auf so gemein zu grinsen." Er nahm das Handtuch vom Ständer. „Sorry, aber ich hatte grad das Gefühl, zehn Jahre jünger zu sein." Er wickelte das Handtuch um sie. „Trockne dich ab und komm dann ins Schlafzimmer." „Du bist voller Überraschungen heute." Sie trocknete sich schnell ab, mit einem breiten Grinsen auf ihrem Gesicht. „Ich will auch noch hinzufügen, dass ich ziemlich gut aussehe, jedenfalls für die Tatsache, dass ich fünf Tage lang nur mit meiner Blase Kontakt hatte!" „Für mich bist du immer schön!" Sie lachte und er ging ins Schlafzimmer. Hermione trocknete sich weiter ab und fragte sich, was Harry mit ihr vorhatte.
Als sie aus dem Badezimmer kam, schien nichts ungewöhnlich zu sein. Harry stand vor dem Bett und lächelte. „Leg dich auf den Bauch." sagte er. „So, dass dein Kopf über den Rand schaut." Hermione zuckte mit den Achseln und legte sich hin. Sie hörte das Knarren des Bettes, als Harry auch drauf ging. Sie erwartete etwas, was sie nie ihren Enkelkindern erzählen konnte, als Harry an ihre Schultern griff und anfing, sie zu massieren. „Ohh!" sie entspannte sich. Er ging über ihren Rücken, ihre Schultern und die Arme. Der Spannung in ihren Muskeln und der Schmerz verflog. Seine Hände fühlten sich wunderbar warm und glatt auf ihrer Haut an. „Oh mein Gott, wo hast du das gelernt? Und warum hast du es nicht früher getan?"
Er
lächelte. „Eigentlich habe ich es vorher nicht ausprobiert.
Ich dachte nur, dass du es ganz gut gebrauchen könntest." „In
Ordnung, du bist ein Naturtalent." Er drehte sich, und begann, ihre
Beine zu massieren. „Sag mal, Mr. Zauberhand, willst du mich
heiraten?" „Mhhh...in Ordnung." „Aber auch nur, wenn du mir
so viele Massagen wie möglich verpasst. In guten und in
schlechten Zeiten und ganz viele Massagen." „Und was bekomme ich
dafür?" Sie konnte das Grinsen in seiner Stimme hören.
„Alle Art von Sex, die du willst. Das ist mir egal. Alle
Stellungen, Peitschen, Ketten...alles, nur will ich immer weiter
massiert werden. Und du kannst so abartig sein, wie du willst."
Ihre Stimme klang dumpf, weil ihr Kopf in den Kissen lag.
„Da
musst du mir schon was Besseres anbieten. Ich bin nicht der abartige
Typ." „Was hältst du von meiner unsterblichen Liebe, solange
wir leben." „Das klingt fair!" „Die hattest du zwar schon
vorher, aber es gibt noch so viele verschiedene Arten von Massagen,
da hast du Zeit genug, um es wieder auszugleichen. Hmmmm..."
schnurrte sie, als sich Harry in Richtung Rücken vorarbeitetete.
„Sag mir, dass du nicht mehr angezogen bist." „Mh, doch, bin
ich." „Wenn dem ganzen hier kein wilder Sex oder wenigstens
romantischer Sex folgt, ist das alles umsonst." „Meine Güte,
so was hör ich nicht jeden Tag!"
Sie drehte sich um und blinzelte ihn an. „Bereit?" Er grinste sie an. „Kann es sein, dass du dich heute ziemlich aggressiv fühlst? Mit was für einer Frau habe ich da ein Verhältnis?" „Mit der Sorte, die eine Woche lang in der Hölle war und sich selbst dazu bringt hindurch zu gehen, wobei sie sexuelle Fantasien über das herumtollen im Bett mit ihrem heißen und hinreißenden Verlobten hat." „Ich bin aber weder heiß noch hinreißend." Sie setze sich auf und griff sein Hemd. „Du wirkst aber so auf mich." Sie neigte sich nach vorne und küsste ihn. „Ich sitze hier nackt auf einem Bett und du musst darüber diskutieren, wie du bist? Bitte lass mich deinen Puls überprüfen." Sie zog eine Schnute und sah ihn an. „Oder findest du mich nicht mehr attraktiv? Oder hat dich meine Aktion mit deinem gebrochenen Bein abgeschreckt?" Er kletterte weiter auf das Bett und zog sein T-Shirt aus. „Find es doch heraus!"
... ein paar Tage später ...
Hermione legte ihren Notizblock auf die Tischplatte und setzte sich auf den Stuhl neben Sirius. „Wo ist Harry?" fragte sie.
„Er wird in einer Minute hier sein." Sie öffnete ihren Notizblock und sah alle der Reihe nach an. „Sind sonst alle hier? Napoleon? Remus?"
Diese Gruppe traf einmal in der Woche zusammen, um Harrys Verschwinden zu analysieren und neue Erkenntnisse zu protokollieren.
„Es sind alle da, außer Harry." „In Ordnung." Alle sahen Hermione an. „Ich muss euch nämlich etwas mitteilen, von dem ich nicht will, dass er es auch hört." Hermione atmete einmal tief durch. „Harry hat seit einigen Nächten diese... Alpträume." „Was sind das für Alpträume?" „Keine Ahnung. Er kann sich nicht an sie erinnern und ich will ihn auch nicht ausfragen. Er...er spricht im Schlaf. Manchmal schreit er. Es verunsichert mich sehr." „Das kann ich mir vorstellen." sagte Lupin. „Was sagt er?"
„Das
ist der seltsame Teil. Er sagt immer das gleiche. Er sagt, dass es
niemals endet, immer und immer wieder. Er murmelt es, er brüllt
es, manchmal singt er es auch." „Es endet niemals" sagte Sirius
und dachte darüber nach. „Was endet niemals?" Hermione
zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Mehr sagt er
nicht." „Irgendwie unheimlich, oder nicht?" sagte Napoleon.
"Ich wollte ihn einmal aufwecken, aber ich konnte es nicht. Ich
wollte ihn nicht stören. Eigentlich will ich die Träume
auch nicht unterbrechen. Er könnte etwas anderes, informativeres
sagen." „Es könnte aber auch gar nichts mit seinem
verschwinden zu tun haben, vielleicht träumt er etwas anderes."
meinte Lupin. „Glaube ich nicht. Er sagt es so, als würde er
über Leben und Tod reden. Und er hatte diese Träume nicht,
bevor er verschwand." „Aber er ist erst seit kurzem wieder da.
Vielleicht hat er zur Zeit andere Probleme." „Nein, ich weiß,
dass es mit seinem Verschwinden zu tun hat. Ich hab so ein Gefühl
im Bauch." „In Ordnung, durch deine Magen-Gefühle haben wir
jedenfalls ein paar Informationen erhalten. Also lasst uns daraus was
machen. Beobachte seine Schlafaktivitäten noch genauer,
Hermione. Lass dir nichts entgehen!" „Remus, er liegt direkt
neben mir, da habe ich nicht vor, etwas zu verpassen, glaub mir!"
Die Tür öffnete sich und Harry trat ein. „Hi!
Entschuldigt, dass ich zu spät bin. Hab ich was verpasst?"
„Nope, nur ein bisschen Smalltalk!" sagte Remus schnell.
Hermione lehnte sich vor und wischte den beschlagenen Spiegel mit einem Handtuch ab. Sie war ein wenig spät dran und sie wollte pünktlich sein. Aber der Spiegel beschlug immer weiter. Sie steckte die Haare hoch und hoffte, dass sie sie noch frisieren konnte. Dann ging sie ins Schlafzimmer, um sich anzuziehen. Harry stand vor dem Bett und sah auf ihre neue I.D. Uniform hinab, die heute Nachmittag passend zur Abschlusszeremonie geliefert worden war. Er trug schon seine eigene Uniform. Es war die gleiche, die er schon bei der Befragung getragen hatte. „Was ist los?" fragte sie und sah in sein Gesicht.
Er sah irgendwie ... eigenartig aus.
„Oh, nichts. Ich kann es einfach kaum glauben." Er schüttelte seinen Kopf. „Zuerst sitzen wir im Hogwarts-Express und kaufen Schoko-Frösche und jetzt sind wir beide Spione." Sie kicherte. „Nachrichtenzauberer, Schatz." Sie hob die Uniform hoch. „Haben wir noch andere Uniformen außer dieser?" „Ja, drei einfache Standartuniformen, wie ich sie im Moment trage. Schlicht und schwarz. Für den Alltag und für die Abschlussfeier. Dann gibt es die, die wir bei Einsätzen tragen, die sind bequemer und dementsprechend praktischer. Die Umhänge sind bei einigen nur hüftlang und haben verzauberte Taschen. Dann haben wir noch eine, die ist für sehr wichtige Anlässe. Staatsabendessen oder Bündnisfeiern. So was in der Art. Ich glaube, meine könnte ich bei der Hochzeit tragen." „Oh, das wäre wundervoll." Sie grinste ihn an. Dann zog sie sich ihre Jacke über und drehte sich vom Spiegel weg. „Und? Wie sehe ich aus?" Harry seufzte. Die komplette I.D. Uniform war schwarz, die Hosen hatten vorne eine Bügelfalte und verschwanden in kniehohen Stiefeln, die perfekt poliert waren. Die Jacke war hüftlang und begann mit einem Stehkragen. Anstatt Harrys langem Umhang, trug Hermione eine purpurne Schärpe, die quer über ihren Brustkorb verlief.„Also, wie sehe ich aus?" Harry seufzte. Die I.D. Lieutenant-Uniform war schwarz, so wie alle anderen. „Du siehst wunderbar aus." Er hielt ihre Orden hoch. „Soll ich?" Anstelle einer Antwort trat sie an ihn heran und neigte ihren Kopf. Harry befestigte die zwei kleinen Knöpfe an der rechten Seite ihres Kragens, anschließend befestigte er zwei identische Orden an ihren Schultern fest. Dann glitten seine Hände ihre Arme hinunter und er hielt ihre Hände fest, den Blick gesenkt. Er zog ein bisschen die Nase hoch. Sie hob ihre Hand hoch und ließ sie an seiner Wange heruntergleiten. „Hey, ich bin immer noch dein Mädchen." Er lächelte. „Ich weiß"
Hermione war sehr durstig, nachdem die Zeremonie vorbei war. Sie hatte die ganze Zeit unter den heißen Fackeln sitzen müssen. „Hey, Barkeeper, " sagte sie, „Behalt den Wodka für dich!" Der Mann grinste und gab ihr ein Glas Orangensaft. „Danke. „Sie leerte das Glas in einem Zug und stellte es zurück auf die Theke. Vor Erleichterung seufzte sie. Sie sah sich um und war froh, dass die Zeremonie vorbei war.
Der Nachzeremonieempfang wurde im Ministerium in einem ihrer mittelgroßen Tanzsäle abgehalten. Eine kleine Jazzgruppe spielte und mit kleinen Appetithäppchen beladene Tische säumten die Wände.
Der Raum war voll von dunklen Uniformen und Leuten in Zivilkleidung.
Napoleon kam zu ihr, er grinste von einem Ohr zum anderen. „Hey Lieutenant!" sagte er. Hermione lachte und umarmte ihn. „Das heißt, dass du mich nicht mehr mit ‚Sir' anreden musst." „Habe ich das jemals getan? Du siehst heute sehr gut aus!" Es war eigenartig, dass man Napoleon in Kleidung sah, die nicht zerrissen, gefärbt oder mit Metallketten dekoriert war. Er trug jetzt die gleiche Uniform, wie Hermione, was bedeutete, dass sie den gleichen Rang hatten. Sein Haar trug er heute lang und er hatte es, passend zu seiner Kappe, veilchenfarben gefärbt. Er hatte die meisten seiner Piercings, außer seinen Ohrringen und einem Nasenring, entfernt. „Ich hab dich fast gar nicht erkannt. Ohne das ganze Metall kann ich endlich dein Gesicht sehen." „Ist das gut oder schlecht?" „Gut, denke ich. Du könntest fast als Offizier gelten!" „Oh, danke. Da kommt Harry!" Er trat einen Schritt beiseite, so dass Harry sie umarmen konnte. „Hey, Chef." Harry warf ihm einen kühlen Blick zu. "Jones." Er wand sich wieder Hermione zu. „Gut, dass das vorbei ist." Sie grinste zu ihm hoch und ihre Arme schlangen sich um seine Taille. „Diese ganzen Reden und Gespräche." „Das ist nur eine Formsache. Diese Typen vom I.D. lieben diese Formsachen." Er folgte ihrem Blick und sah Doug und Claire Granger begeistert zu ihnen rüber winken.
„Ich geh einmal zu meinen Eltern. Kommst du mit?" sagte sie und sah ihn an. „Nein, ich muss noch etwas mit Napoleon besprechen. Geh schon einmal vor." Hermione küsste ihn auf die Wange und ging quer durch den Raum. „Hallo Mama!" sagte sie und umarmte ihre Mutter und ihren Vater. „Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid." „Oh, dass wollten wir uns nicht entgehen lassen. Du siehst scharf aus in dieser Uniform." „Ja, sehr autoritär!" sagte Doug „Wird das nicht langweilig, ein und dieselbe Farbe, Tag für Tag?" fragte er und boxte sie leicht in die Schulter.
„Eigentlich tragen wir sie nicht jeden Tag, nur zu besonderen Anlässen." Claire sah sie ernst an und hielt Hermiones Hände fest. „Liebling, ich weiß, dass das eine große Sache für dich ist, aber versprich mit bitte..." „dass ich vorsichtig sein werde. Das werde ich, Mama!" „Er ist nur so, dass es eine gefährliche Arbeit ist und wir machen uns Sorgen." „Ich weiß. Für die wirklich gefährlichen Sachen bin ich auch gar nicht zuständig." „In Ordnung, aber wir machen uns auch Sorgen um Harry." Hermione lächelte. „Harry ist die Vorsicht in Person. Er passt schon auf sich auf. Er ist etwas Besonderes." „Gerade weil er besonders ist, macht ihn das nicht unbesiegbar. Er soll weiter sorgfältig und vorsichtig sein. Er sollte...er sollte..." Sie runzelte die Stirn und sah über Hermiones Schulter. Hermione drehte sich um. „Oh nein..." sagte sie und lief den vielen Menschen entgegen. Ihr kamen viele Leute entgegen, die sich gegenseitig verblüffte Blicke zuwarfen. Jemand rief sie. „Hermione! Kommen Sie schnell!" Hermione lief durch die Türen in einen anderen Raum und ihr Mund klappte, bei dem was sie sah, auf.
Harry wurde von Argo und Henry Ubigando festgehalten. Er wehrte sich und versuchte frei zu kommen. Napoleon saß auf dem Boden, im Gesicht der Ausdruck von Schock und Verwirrung. Eine Hand hielt er an seinen blutenden Mund. Harry beschimpfte ihn und sah ihn mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an. Er warf Napoleon furchtbare Namen an den Kopf. Hermione beeilte sich, zu Harry zu gelangen und packte ihn am Arm. Dann stieß sie ihn zurück. „Harry, hör auf! Harry!" rief sie schockiert. Er ließ von Napoleon ab und schien aufzuwachen. Er entspannte sich und hörte auf, gegen Argo und Henry zu kämpfen.
Er sah sie an und sein Mund öffnete sich. „Hermione...Ich..." Er sah sich um und sah Henry und die anderen, als wäre er unsicher, wo er war.
„Harry, was denken Sie was Sie in Gottes Namen da tun?" Er schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht." Harry sah sie nun geschockt an und er lief in die Richtung, in der Napoleon stand. „Napoleon, es tut mir so leid. Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist." Hermione trat zu ihnen. „Was ist hier passiert?" Napoleon zuckte mit den Schultern. „Scheiße, wenn ich das wüsste. Wir haben über den Plan nächste Woche gesprochen und ich sagte, dass er stolz auf dich sein muss. Und als nächstes schlägt er auf mich ein." Er sah zu Harry hinüber. „Habe ich was Falsches gesagt?" „Nein, nichts." Er schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid, Jones. Ich bin heute Nacht nicht ich selbst." „Ist schon in Ordnung. Sie hatten schon schlechtere. Ist kein großer Schaden entstanden. Jeder von uns geht mal so ab." Er lächelte und klopfte Harry auf die Schulter. „Und wenn wir es nicht tun, sollten wir es einfach mal machen." Harry nickte leicht und sah zu Hermione. Sie wandte sich zu Argo um. „Wir gehen am besten nach Hause. Es tut mir leid." „Ja, bring ihn besser nach Hause." Antwortete Argo. „Harry, Sie lassen sich morgen früh von Sukesh untersuchen." „Argo..." „Das ist ein Befehl, Major." „Er wird morgen früh da sein." Sagte Hermione und nahm seine Hand. „Napoleon, kannst du meinen Eltern von mir auf Wiedersehen sagen?" Sie verließ mit Harry den Raum und alle anderen blieben verwirrt zurück.
Sie traten still und sich unbehaglich fühlend nach Hause zurück. Hermione hängte ihren Mantel auf. „Ich gehe nach oben. Kommst du mit?" „In einer Minute. Ich wollte uns nur eine Tasse Tee machen." „In Ordnung." Sie lächelte ihn an und küsste ihn auf die Wange.
Er sah sie die Treppen hinauf gehen und ging in die Küche. Laura saß am Tisch und aß ein Butterbrot. „Hey, Harry!" Es war noch heißes Wasser in der Kanne und er holte die Becher und die Teebeutel aus dem Schrank. „Wie war die Feier?" Er sagte nichts, während er das heiße Wasser aufgoss. „Harry?" Er nahm die Becher auf und ging Richtung Tür. Dort drehte er sich um. Er sah Laura mit ausdruckslosem Gesicht an. „Zieh Leine." sagte er ruhig und verließ den Raum. Laura saß an dem Tisch und sah ihm nach, den Mund vor Erstaunen offen.
Sie versuchte nicht daran zu denken, was heute geschehen war, während sie ihr Nachthemd anzog. Harry war keine gewalttätige Person und er würde niemals einen Kampf provozieren. Was hatte Napoleon zu ihm gesagt?
Harry kam ins Zimmer, zwei Becher tragend. „Tee." Sagte er.
Sie nahm einen Becher. „Danke." Sie trank kleine Schlucke davon und pustete auf die Oberfläche. „Ist Laura noch wach?" „Ich habe sie nicht gesehen." Er setzte sich auf die Fensterbank und lehnte sich gegen das Fenster. „In Ordnung. Sollen wir darüber reden?" Sie setze sich auf das Bett.
„Warum hast du das getan, Harry?" „Ich weiß es nicht." Sagte er niedergeschlagen. Er sah zu ihr auf. „Nun, vielleicht weiß ich warum." Er stellte seinen Tee ab. „Er ist in dich verliebt, weißt du das?" Sie starrte auf ihren Becher hinab und zog mit ihrem Finger den Rand nach. „Ja, ich weiß es." „Und du hast ihn geküsst." Sie sah ihn durchdringend an. „Ich habe es in deinen Tagebüchern gelesen." Sie nickte. „Ja, ich habe ihn geküsst. Aber du musst auch genau lesen, warum ich es getan habe." Sie seufzte. „ Mir ging es beschissen. Harry. Du warst nicht mehr da. Du warst ohne eine Spur zu hinterlassen verschwunden. Ich fing an zu glauben, dass ich dich niemals wiedersehen würde. Alles, was ich tagsüber machen konnte, war darüber nachzudenken, wie glücklich wir zusammen waren. Wie viel Zeit wir damit verschwendet hatten, Freunde zu sein und gerade als wir anfingen, uns zu lieben, warst du weg. Ich habe versucht zu suchen, ich habe versucht zu hoffen, ich habe versucht optimistisch zu sein. Ich habe versucht zu beten...aber du warst weg. Ich hatte gedacht, wenn ich dich anpisse, kommst du vielleicht zurück und brüllst mich an und schimpfst mit mir. Ergo, habe ich ihn geküsst." Sie stand auf und setzte sich neben ihn. „Harry, Napoleon ist mein Freund. Er hat mir geholfen, die Monate zu überstehen, während du weg warst. Er ist nur mein Freund. Ich weiß, dass er Gefühle für mich hat. Ich kann da nichts gegen machen." Harry schniefte. „Möglicherweise schon. Musst du die ganze Zeit auch so wunderbar sein?" Sie lächelte und er drehte sich zu ihr. „Sag mir nicht, dass du eifersüchtig auf Napoleon Jones bist."
„Na ja..." „Bleib ganz ruhig." Sie stand auf und setze sich auf seinen Schoß. Sie legte ihre Hände auf seine Schultern und sah ihn an. „Harry, ich liebe dich. Ich bin vollkommen, wahnsinnig, leidenschaftlich in dich verliebt. Verstehst du? Es gibt niemanden sonst. Da wird niemals ein Anderer sein. Kein Napoleon, kein niemand. In Ordnung?" Er errötete leicht und nickte lächelnd. „In Ordnung. Jetzt finde ich es wenig beruhigend, dass du eventuelle Nebenbuhler verprügelst. „Ich weiß einfach nicht, was über mich gekommen ist. Ich war heute ein wenig neben der Spur. Ich hoffe, wir bekommen keinen Ärger und ich werde unruhig, weil ich nicht weiß, was mit mir passiert ist." „Wir werden es wissen." Sie umarmte ihn. „Wir werden uns damit befassen." Er sah in ihr Gesicht. „Ich kann eine Menge mit dir an meiner Seite ertragen. Versprich mir nur, dass du mir nicht wieder das Bein brichst."
„Möchtest du etwas von der Suppe haben, Süße?" sagte Laura vom Herd her. „Sicher." Hermione saß mit einem Butterbrot und einem Buch am Tisch. Es war Samstag und das Haus war seltsamerweise leer. George war bei einer Versammlung mit einigen Kunden, Cho war im Trainingslager, Justin war im Büro und Harry war im Ministerium und traf sich mit einigen Auroren. Laura stellte eine Schüssel vor Hermione hin und setzte sich auf einen Stuhl neben sie. „War Harry bei Dr. Subramaniam?" „Ja, vor ein paar Tagen. Sukesh sagte mir, dass er nichts finden konnte. Er versicherte mir, dass das alles nur Stress war und ein bisschen aufgestaute Wut gegenüber Napoleon. Er hat ihm einen Entspannungszauber und einen Beruhigungstee mitgegeben." „Ich glaube, dass Napoleon dir gefällt. Mehr, als du zugeben willst." Hermione seufzte. „Er gefällt mir. Vielleicht ein bisschen mehr, als ich zugebe. Aber er ist wirklich nur ein Freund. Ich habe keine romantischen Gefühle für ihn und es gibt keinen Grund für Harry, eifersüchtig zu sein." sagte sie überzeugt.
„Ärgerlich, oder?" „Ja. Ich meine, was muss ich tun, damit er weiß, dass ich nur ihn liebe? Er scheint es immer zu bezweifeln." „Männer. Du kannst nicht mit ihnen leben, aber auch nicht ohne sie." Hermione lachte. „Ich wünschte mir, dass er an uns glauben würde." „Er tut es. Es ist so, dass er nicht an sich selbst glaubt. Er ist Mister Fantastisch auf der einen Seite, aber tief in sich drin ist er immer noch der Junge, der im Schrank unter der Treppe wohnt und den alle hassen." Laura leckte ihren Löffel ab. „Ich würde sagen, er war in letzter Zeit...griesgrämig." Hermione sah sie stirnrunzelnd an. „Was meinst du?" „Oh, nichts. Es ist nur so, dass er ein paar ... Dinge ... zu mir sagte, die gar nicht wie er klangen. Aber die letzten Tage war er wie immer, oder?" „Ja, war er. Der alte Harry. Ich sollte nicht alles so negativ sehen. Ich weiß, dass er glaubt, dass ich ihn liebe und dass ich bei ihm bleiben werde. Aber ich weiß auch, dass Emotionen nicht immer rational sind." „Amen, Schwester!"
Hermione klopfte an die Tür des schönen Hauses und wartete mit einem Lächeln an der Tür, bis sie von der bebrillten Bewohnerin geöffnet wurde. „Nana!" sagte sie. „Oh, Hermione, Schatz. Was eine wunderbare Überraschung!" schrie Nana, trat aus dem Haus und umarmte ihre Enkelin. „Komm doch herein!" Sie schubste Hermione ins Haus und lächelte.
Hermione hatte immer sehr an ihrer Großmutter gehangen. Lillian Graves war ihr ganzes Leben eine Kämpfernatur gewesen. Im zweiten Weltkrieg hatte sie an den Fließbändern in den Fabriken gestanden und sich geweigert, Hausfrau zu werden. Sie hatte mit Frauenorganisationen für die Gleichberechtigung gekämpft. Sie hatte sich von ihrem Ehemann, Claires Vater, scheiden lassen, als er sich strikt weigerte, ihre Kinder aufzuklären. Sie hatte danach ihr eigenes Geschäft eröffnet, ein Süßwarenladen, in dem Hermione als Kind sehr viele glückliche Stunden verbracht hatte. Ihre Kinder meinten, sie würde sich immer mehr Arbeit machen, aber Nana liebte ihr Geschäft und war darin immer noch aktiv, obwohl es inzwischen neue Besitzer hatte. Sie war eine moderne, hippe, alte Frau, die grelle Farben und Herrenhemden trug und immer wieder Freude hatte, wenn sie Mahjongh spielte oder Opern im Fernsehen sah. Sie sammelte Beatles-Souvenirs, Teewärmer und andere seltsame Dinge. Und trotz ihrer 91 Jahre, schnitt sie den Rasen noch selbst.
Sie war die einzige in der Familie, außer ihren Eltern, die wusste, dass Hermione eine Hexe war.
„Was bringst du mir mit, mein Liebe." Sie hatte sich neben Hermione auf das Sofa gesetzt. „Nicht, dass ich neugierig sein will." „Ich dachte, ich zeige dir die Einladung." Sagte Hermione. „Ich habe sie gerade abgeholt." „Oh ja. Zeig sie her!" Hermione öffnete die große Tasche, die über ein Dutzend kleine Kisten voll mit neu gedruckten Hochzeitseinladungen enthielt. „Oh, sehr schön. Exklusiv und elegant. Jetzt lass mich sehen, was drauf steht." Sie holte eine hervor.
Hermione Ann Granger und Harry James Potter
Bitten um die Ehre ihrer Anwesenheit
zur Feier ihrer Hochzeit
Am Samstag, 15. November 2008
Um zwei Uhr nachmittags
Zeremonie und anschließende Feier
In der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei
Aberdeen, Scotland
Um Antwort wird gebeten,
bist zum ersten Oktober
„Oh, die sind schön!" sagte Nana. „Habt ihr schon einen Bäcker ausgesucht? Mir gefiel jeder zweite Kuchen, den wir probiert haben." „Es ist noch zu früh, um das zu entscheiden. Ich bemühe mich wirklich, nicht den Verstand zu verlieren. Ich will Harry soviel wie möglich daraus halten, damit er keinen Rückzieher macht." „Ich glaube nicht, dass er das tun würde. Er würde über glühende Kohlen laufen, um dich zu heiraten." Nana merkte, dass das nicht der eigentliche Grund war, warum Hermione so bedrückt war. „Es geht um dich und Harry, oder? Normalerweise stehen die Namen der Eltern auf der Einladung. Das ist Tradition." „Nun, Harrys Eltern sind tot, also fand ich das ein wenig unpassend. Außerdem bezahlt Harry ja die Hochzeit." Nana seufzte. „Oh, ich wünschte, dass ich das Glück hätte, einen reichen Mann zu lieben." Hermione lachte. „Das wird alles überschätzt. Das Reicher-Mann-Ding, nicht das Liebes-Ding." „Das wird mich immer wieder reizen, vor Freundinnen damit zu protzen, dass meine Enkelin Ehefrau eines reichen Mannes ist. Und das sie ihn nicht einmal wegen des Geldes heiratet." Nana sah Hermione ernst an. „Das tust du doch nicht, oder?" „Nana! Natürlich nicht!" rief Hermione. Beide lachten. Hermione griff in ihre Tasche. „Ich habe da noch etwas für dich." Sie zog einen Bilderrahmen heraus. „Ich dachte, dass dir ein Verlobungsfoto von und gefallen würde." „Oh, Schatz... es ist wunderbar." Hermione sah über Nanas Schulter und lächelte. Es war schön. Sie waren zu einem Muggel Fotograph gegangen. In der Absicht, dass all diese Fotos für Hermiones Familie bestimmt waren. Es wäre merkwürdig, wenn in einem Muggelhaushalt Zauberer Fotos hingen. Der Fotograph hatte viele Posen ausprobiert, die alle falsch und inszeniert aussahen. Bis er zu einer Pause aufgerufen hatte und Harry hatte Hermione einen Witz erzählt. Der Fotograph hatte diesen Augenblick, in dem sie sich beide ansahen und anlachten genutzt und das Foto geschossen. „Hermione, du weißt es wahrscheinlich selbst, aber du hast dir einen wunderbaren Ehemann geangelt." „Nana, lass es nicht so aussehen, als habe ich mit einem Wurm an dem Haken vor seiner Nase herumgeschwenkt." sagte Hermione und beide mussten wieder lachten. Lillian klopfte auf Hermiones Oberschenkel. „Ich glaube, dass er wunderbar und lieb ist. Ein guter Junge. Ich könnte es nicht ertragen, wenn dich jemand bekommt, der dich nicht verdient." Sie stand auf und stellte das Bild zu den übrigen auf dem Kaminsims. „Bist du nervös?" Hermione seufzte. „Ich weiß es nicht. Es ist noch so viel zu tun und es hat sich bis jetzt weit entfernt angefühlt. Aber jetzt, wo ich die Ausbildung hinter mir habe, können wir wirklich anfangen zu planen." Sie lächelte. „Ich nehme an, dass ich noch aufgeregter werde. Ich weiß aber, dass ich ihn heiraten will." „Es ist ein großes Abenteuer, Schatz. Dein Leben mit einer anderen Person zu teilen, sie in Teile von dir selbst zu lassen ist sowohl furchterregend, als auch wunderbar. Aber egal, was euch passiert, ihr seid zusammen. Du hast immer jemanden, der dir den Rücken stärkt. So ist es, bis er dir verbietet, dein eigenes Leben zu leben und du dich von dem Bastard scheiden lässt." Hermione konnte nicht mehr aufhören zu lachen. „Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird!"
„Ich wusste, dass die Gästeliste ein Problem wird!" sagte Hermione aufgebracht. „Es ist kein Problem." Warf Harry ein. „Nur eine...Meinungsverschiedenheit." „Du kannst manchmal so stur sein!" „Ich bin nicht stur! Ich will... ich will sie einfach nicht einladen!" „Harry, sie haben dich aufgezogen!" „Nur in der absolut breitesten Definition des Begriffes." „Was immer sie getan haben. Sie haben dir geholfen, der zu sein, der du bist. Siehst du?" sie zeigte auf die anderen Hausbewohner, die auf der anderen Seite des Raumes saßen. „Wir lieben den, der du bist." „Ich lade die Dursleys trotzdem nicht ein. Wenn ich überhaupt gut bin, ist es ganz bestimmt nicht ihretwegen. Das soll eigentlich der glücklichste Tag meines Lebens werden und das letzte, was ich will, ist, dass ich Dudleys kleines Schweinegesicht sehen muss!" Er hörte auf, hin und er zu gehen und setzte sich neben Hermione auf dem Sofa aus. Laura las ein Buch und versuchte, nicht zu lachen. George und Justin sahen sich gemeinsam ein Quiddichspiel an. „Hermione, Schatz. Liebe meines Lebens, ich bitte dich inständig, dass du mich nicht zwingst, die Dursleys einzuladen." Hermione hob den Kopf. „In Ordnung. Wenn du es so sagst..." sie strich die Namen von der Gästeliste. „Oh, ich danke dir von ganzem Herzen." Dann küsste er sie auf die Wange. Sie lächelte und zerzauste sein Haar. Er lehnte sich gegen die Kissen zurück. „Sie würden wahrscheinlich eh nicht kommen." „Möglicherweise nicht. Überall diese schrecklichen magischen Leute. Aber es wäre eine nette Geste." „Sie bekommen keine netten Gesten von mir." Sagte er, in seiner Stimme schwang Bitterkeit mit. „Harry, sie sind deine einzigen Blutsverwandten. Egal, wie du das siehst, das ist Familie. Willst du sie wirklich nicht dabei haben?" „Du bist die einzige Familie, die ich will." Sagte er endgültig. Sie seufzte und wandte sich wieder der Gästeliste zu. „Gut, ich denke, dass wir alle haben." „Wie viele?" „Dreihundertfünfzig." „Ach du meine Güte. Wie können wir so viele Leute kennen?" „Also, mit meiner Familie und einigen Freunden, mit unseren Mitschülern und den Weasleys plus Partner plus Kindern, mit unseren Arbeitskollegen, unseren Freunden vom Swing-Tanzen, meinen Stonehenge Freunden, meinen Uni-Freunden und den Hogwartslehrern und einigen amtlichen Persönlichkeiten, bei denen wir mehr oder weniger verpflichtet sind, sie einzuladen..." „Ja, ich sehe, wie schnell was zusammenkommt." „Und ich denke, uns fällt in den nächsten Tagen noch mehr ein." Sie schloss ihr Heft und sah ihn an. „Willst du eine Grenze setzen? Wie viele Leute maximal kommen? Es ist dein Geld." „Nein." „Bist du sicher? Schatz, mit dem Essen, das wir planen, wird das pro Person sehr viel kosten." „Dessen bin ich mir bewusst." Sie seufzte. „Ich will nur nicht, dass du nachher einen Herzinfarkt kriegst, wenn du all diese Rechnungen bekommst." Harry lachte. „Du weisst wirklich nicht, wie viel du wert bist, oder?" „Lass uns später darüber reden. Lass uns dabei bleiben, dass, egal wie hoch die Rechnung wird, wir diese Hochzeit durchziehen. Und wir achten auch nicht auf das große Loch, das sie hinterlassen wird." Harry stützte sich auf seine Ellenbogen auf und sah sie an. „Mein Vater war in einer sehr wohlhabenden Zaubererfamilie. Und dank meines Steuerberaters, meines Investitionsmanagers und meines ziemlich einfachen Lebensstils ist es mir gelungen, meine Erbschaft um ein vielfaches zu vergrößern. Dadurch ist es mir möglich, nicht so wie anderen jungen Leuten meines Alters, nicht auf das Geld achten zu müssen und dir in die Augen schauen zu können, um dir zu sagen, dass du deine Traumhochzeit planen kannst. Und dass du dir keine Gedanken darüber machen musst, wie viel sie kostet. Bestell einen riesigen Kuchen, stell eine wirklich bedeutende Band ein und kauf dir ein lächerlich teures Kleid. Mit viel Spitze aus Luxemburg oder Neu Guinea. Das ist unwichtig. Und wenn es nicht mindestens einen Kellner pro Gast gibt, werde ich sehr enttäuscht sein. Jetzt ist es endlich so weit, das wir die Früchte meiner geizigen Zeit ernten, meinst du nicht?" „Du weißt, dass das alles nicht wichtig ist. Die Blumen, das Kleid und die Feier... das ist alles wie Schaufensterdeko. Was wirklich zählt, bist du, bin ich, zwei Zeugen und jemand, der sagt „Und hiermit seid ihr Mann und Frau". Alles andere ist unwichtig. „Ich bin froh, das zu hören." „Hey!" rief Laura durch den Raum. „Wir knausern aber nicht bei dem Kleid der Brautjungfer, oder doch?" „Im Traum würde mir das nicht einfallen." Rief Harry zurück. Er drehte sich wieder zu Hermione. „Wen hast du sonst noch als Brautjungfer?" Sie seufzte. „Ginny natürlich. Meine Cousine Sarah. Und ich habe daran gedacht, Cho zu fragen." Seine Augen wurden groß. „Ist das dein Ernst?" „Klinge ich nicht ernst?" „Du willst, dass Cho deine Brautjungfer wird?" „Nun ja, nachdem sie die blöde Idee aufgegeben hat, dass sie dich noch will, sind wir eigentlich Freunde geworden. Es würde komisch aussehen, wenn nicht alle Personen aus diesem Haus vorne am Traualtar stehen, wenn George und Justin bei dir sind." „Das nehme ich an." Alle sahen auf, als es an der Haustür klopfte. „Es ist da!" rief Harry und sprang auf. Die Anderen sahen ihm verblüfft nach. „Was denn?" fragte George. Sie hörte, wie Harry die Tür öffnete und mit jemandem sprach. Nach ein paar Minuten erschien er wieder im Zimmer. „Hermione, ich habe ein kleines Geschenk für dich!" sagte er und grinste von einem Ohr zum anderen. Sie warf ihr Heft beiseite und neigte sich nach vorne, ihre Augen leuchteten. „Was ist es?" „Nur ein verspätetes Verlobungsgeschenk." Er trat zur Seite und als Hermione sah, was auf sie zukam, schrie sie vor Freude auf und sprang auf.„Oh, Harry!" schrie sie und griff nach dem kleinen schokoladenbraunen Hund, dessen Ohren beim Laufen wackelten. „Oh, ist der schön!" sie grinste Harry an und der Hund leckte ihr begeistert das Gesicht. „Wie bist du darauf gekommen?" „Na ja, ich habe mich daran erinnert, wie sehr du an Krummbein hingst, also dachte ich..." „Ich danke dir!" rief sie und stellte sich auf Zehenspitzen, um ihn zu küssen. „Ich liebe sie. Sie ist so schön. Oh, es ist doch eine sie, oder nicht?" „Ja, ist sie." „Wie heißt sie?" „Sie hat noch keinen. Wie möchtest du sie nennen?"
„Oh, das wird schwierig." Sie hielt den Hund vor sich und sah ihm in das haarige Gesicht. „Kleine, ich nenne dich... Lily!" Der Hund antwortete, indem er Hermione wieder abschleckte. Hermione lachte und sah hinauf zu Harry. Sie hörte schlagartig auf zu lachen. Er sah aus, als würde er anfangen zu weinen. „Oh, Harry..." Sie stand auf und umarmte ihn. „Das ist ein schöner Name." Er kniete nieder und küsste Lily auf den Kopf.
Harry lief auf Socken zur Eingangstür. Er war alleine im Haus, und hatte diesen friedlichen Augenblick sehr genossen. „Ich komme!" rief er. Er öffnete die Haustür und sah eine vergnügt aussehende Frau auf der Treppe stehen. Sie war durchschnittlich groß und sehr hübsch. Sie trug einen Nadelstreifenanzug mit einer klassischen Samtrobe und in der Hand einen Aktenkoffer.
„Hallo." Antwortete sie. „Ich bin mit Hermione Granger verabredet." „Oh, tut mir leid. Sie ist im Augenblick nicht hier. Kann ich Ihnen helfen?" „Mein Name ist Mel McDaniels, ich bin Hochzeitsorganisatorin." Sie gaben sich die Hand. „Oh, nett sie kennen zulernen. Ich bin Harry Potter." Als Mel seinen Namen hörte, fing sie an zu grinsen. „Entschuldigen Sie, dass ich sie nicht erkannt habe." Sagte sie. „Kommen Sie herein. Warum sollten sie mich denn erkannt haben?" „Oh, Sie wissen schon." Sie kicherte. „Ich hoffe, ich habe mich nicht im Datum geirrt. Ich habe einen Termin mit Hermione abgemacht." „Sie wird wohl bei der Arbeit aufgehalten. Sie hat mir nicht erzählt, dass sie eine Hochzeitsorganisatorin eingestellt hat." „Ich hoffe, sie haben nichts dagegen?" sagte sie mit einem nervösen Lächeln. „Natürlich nicht. Es macht Hermiones Leben ein bisschen leichter. Bleiben Sie hier, ich rufe Hermione eben an." Harry ging zurück in die Eingangshalle. „Blase." Sagte er. „Hermione." Nach kurzer Zeit kam ihre Stimme von der Blase. „Agent Granger." „Hey." „Harry. Ist irgendwas passiert?" „Nun ja, hast du vielleicht etwas vergessen?" „Mhh...nein?" „Ich habe eine wunderschöne Frau namens McDaniels hier. Angeblich hast du einen Termin mit ihr." „Oh, scheiße. Das habe ich vollkommen vergessen. Und ich habe vergessen, dir zu sagen, dass ich sie einstelle, oder?" „Das ist in Ordnung. Kannst du nach Hause kommen oder hast du noch zu tun?" „Nein, ich bin bald da. Unterhalte dich mit ihr, bis ich da bin. Würdest du das tun?" „Mach, aber schnell. Sonst haben die Kleider der Brautjungfern ein Leopardenmuster." „Laura würde das gefallen. Bis gleich. Ich liebe dich." „Ich liebe dich auch. Bye." Die Blase verschwand und Harry ging zurück ins Wohnzimmer. Mel saß auf der Couch und hatte begonnen, ihre Materialien auf dem Couchtisch auszubreiten. Harry setzte sich ihr gegenüber in den Ohrensessel. „Hermione ist gleich hier." Sagte er. „Aber wenn Sie Fragen haben...?" „Oh ja!" sagte Mel eilig. „Also, Hermione hat mich gerade erst eingestellt. Ich weiß also noch gar nichts. Wann ist die Hochzeit?" „Am fünfzehnten November. Wir haben auch schon Einladungen... warten Sie einen Augenblick..." Er stand auf und ging zu Hermiones Schreibtisch, wo die Kisten standen. Er nahm sie und reichte sie Mel. „Oh, sehr schön. Und wie viele Gäste haben sie eingeplant?" „Bisher sind es 356." „Wow." „Genau." „Und wo wird die Hochzeit stattfinden?" „In Hogwarts." „Ihre Verlobte ist muggelgeboren, nicht wahr?" „Ist sie." „Dann müssen wir Transportmöglichkeiten für die Muggel nach Hogwarts besorgen. Wollen Sie Wahrnehmungszauber verwenden?" „Bitte, was?" Harry sah sie stirnrunzelnd an. „Es gibt Zauber, die um den ganzen Platz gesprochen werden. Die Muggel werden nichts magisches sehen, nur die einfache Zeremonie." „Oh, klasse. Ich glaube da werden wir einige Gedächtniszauberer weniger brauchen." „Oh, kein Problem. Jetzt zur Hochzeitsfeier. Wie viele Brautjungfern und Brautführer gibt es?" „Vier auf jeder Seite... bis jetzt. Mein Trauzeuge ist mein Pate Sirius Black. Dann unsere Freunde Remus Lupin, George Weasley und Justin Finch-Fletchley. Hermiones Trauzeugin ist ihre Freundin Laura Chant, dann ihre Cousine Sarah Forester und ihre Freundin Ginny Weasley und Cho Chang. „Haben Sie die Kleider für die Brautjungfern?" Er lächelte. „Bis jetzt nicht. Aber fragen Sie mich nicht, diese Entscheidungen trifft meine Ehefrau..."Er hielt inne und lächelte. Mel sah ihn fragend an. „Gibt es irgendein Problem?" „Oh, nichts. Es ist nur so, dass... ich habe sie das erste Mal so genannt."
„Hast du Ethan daran erinnert, mir zu eulen, sobald er..."
„Jep!"
„Verdammt. Ich bin so nervös heute." „Vergiss nicht, du
musst morgen zum ECHO gehen." Harry rollte mit den Augen. „Warum
muss ich immer da rauf und die wichtigen Berichte abgeben?"
Das
ECHO war das Enforcement Corps Home Office (Durchsetzungs-Corps
Innenministerium). Harry musste dort mit ermüdender
Regelmäßigkeit Berichte abgeben. „Siehst du diese
Narbe?" „Hmph. Was auch immer. Es ist nicht so, dass die sich
großartig über meinen Ruhm kümmern." „Jeder denkt
an deinen großen Ruhm, Chef. Die Dinge klingen nur immer viel
überzeugender, wenn sie von dir kommen." Napoleon schnaubte.
„Ich wette, einige von diesen Käseärschen würde
sogar für dich arbeiten wollen." Harry lachte. „Wie, so in
der Art wie ‚Ich dachte, alle Götter leben in Griechenland'?"
„Du wettest. Du wirst deine Geschenke verlieren. Du könntest
so viele Frauen haben, da würde sich mein Kopf nur noch drehen."
Harry sah ihn an. „Ich brauche nicht so viele Frauen. Die eine
reicht." Sie gingen um die Ecke eines I.D. Flures und betraten den
Meeting-Raum, in dem die meisten Offiziere und über fünfzig
Agenten schon warteten. Sie standen in kleinen Gruppen und
unterhielten sich. Er sah Hermione sofort. Sie stand neben Isobel und
hielt ihre neue Aktenmappe gegen den Brustkorb. Er ging auf das
Podium zu und hielt nur kurz inne, um sie auf die Wange zu küssen.
Sie sah ihn und war ein wenig überrascht. Normalerweise hielt er
nichts von diesen öffentlichen Dingen, aber anscheinend war es
ihm heute Egal. Er stellte sich hinter das Podium und alle Agenten
setzten sich. „Guten Tag." Sagte er. „Ich komme am besten
gleich zur Sache." Er streckte die Hand aus und Napoleon legte
einen Gegenstand hinein, den er der Aktentasche entnahm, die er trug.
Harry hielt sie hoch. „Weiß irgendjemand, was das ist?" Die
Agenten tauschten Blicke aus. „Eine Pistole?" rief jemand. „Ja,
eine Pistole." Sagte Harry und sah die Waffe an. „Es ist die
Pistole, die Galino tötete." Ein raunen ging durch die Gruppe.
„Wir sind nicht hier, damit wir um ihn trauern, obwohl ich weiß,
dass wir es alle tun. Er war ein ausgezeichneter Agent und ein guter
Freund und er wird uns fehlen. Aber er hätte nicht sterben
müssen." Er legte die Pistole auf das Podium, wo sie die
Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zog. „Zwei Schüsse,
genau ins Schwarze. Galino hatte keine Chance. Er trat vor das
Podium. „Es ist eine Pistole, ja, aber weiß irgendjemand
genaueres darüber?" Stille. „Es ist eine 38-Kaliber,
halbautomatische Beretta. Es ist eine Muggelwaffe, von einem Muggel
benutzt, um einen von uns zu töten. Das ist inakzeptabel,
Leute." Isobel stand auf. „Wollen Sie sagen, dass wir anfangen
sollen, auch Waffen zu tragen?" „Nein, wir sind Zauberer, keine
Gangster. Aber wir müssen mehr von diesen Muggelwaffen wissen.
Wir müssen vorbereitet sein. Ein Schuss ist viel schneller als
ein Fluch. Wenn Galino, der nie in seinem Leben eine Waffe gesehen
hat, vorbereitet gewesen wäre, hätte er nicht versucht,
sich mit einem Fluch zu verteidigen. Es wäre besser gewesen,
wegzulaufen, oder dem Typen eine runterzuhauen. Und selbst wenn der
die Waffe bekommen hätte, hätte er gewusst, wie man sie
sichert oder sogar abfeuert?" „Was schlägst du vor?"
fragte Henry.
„Ich habe einige Kontakte zu Muggeln, die die gleiche Aufgabe bei den Muggeln haben, wie wir unter den Zauberern. Eine Frau beim CIA, die von der Zaubererwelt weiß, hat sich dazu bereit erklärt, zu kommen und uns einige Stunden in Muggel-Waffenkundezu geben. Ich werde Ihnen morgen Anweisungen zukommen lassen, die Sie darüber aufklärt, wie das ganze ablaufen wird." Er seufzte. „In Ordnung, Sie sind entlassen." Die meisten Offiziere verließen den Raum. Hermione ging nach vorne, zusammen mit Henry und Remus. Harry und Napoleon traten von Podium herunter. „Also, Harry, wer ist diese Freundin von dir?" fragte Remus. „Ihr Name ist Terkazel Hainsley. Sie fliegt zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Taxim hierher. Er ist ihr Partner beim CIA." Die anderen achteten kaum auf das letzte, was Harry sagte. Sie sahen alle Napoleon an, dessen Mund weit offen stand und sein Gesicht rot wurde. Harry sah ihn an. „Sorry, Napoleon." „Scheiße Harry. Du hättest mich wenigstens vorwarnen können, dass Terk herkommt." „Ich dachte, dass du Verständnis dafür hast. Es ist nicht so, dass ich Dutzende Freunde beim CIA hätte." „Wo ist das Problem?" fragte Hermione. „Kennst du sie? Ist sie ein Freund von dir?" „Ich würde sie nicht unbedingt einen Freund nennen. Sie ist meine verdammte Exfrau." „Ich wusste gar nicht, dass du verheiratet warst. Noch dazu mit einem Muggel, meine Güte!" „In Ordnung, ich war jung und dumm." Harry grinste ihn an. „Und was bist du jetzt? Ein wenig älter, aber immer noch dumm?" „Oh, haha Chef. Ich will sie noch nicht sehen. Und Tax? Er ist das reinste Grauen. Möglicherweise wird er mit den Kopf abreißen, für die Tatsache, dass ich mich mit seiner wertvollen Schwester eingelassen habe. Er hasst mich." „Schwer zu glauben." Sagte Harry mit wenig Überzeugung. Hermione stieß ihn an und er räusperte sich. „Nun ja.. Ich... also, sie tut mir wirklich nur einen Gefallen. Du musst nicht mit ihr sprechen, wenn du nicht willst." „Oh, das wird der reinste Albtraum." Die kleine Gruppe verließ den Raum. Napoleon meckerte die ganze Zeit. „Sie es mal von der Seite, Napoleon." Sagte Hermione. „Sie kann uns alle amüsanten Geschichten über dich erzählen." „Super. Entschuldige mich bitte. Ich gehe jetzt und schneide mir die Pulsadern auf."
Hermione saß zwischen Isobel und Shay Daley, die auch in der SIR-Abteilung arbeiteten. Sie waren in einem der Mehrzweckräume, wo ein Schießstand aufgebaut war. Die anwesenden Agenten sprachen miteinander und ihnen war anscheinend sehr unbehaglich zu Mute. Die meisten von ihnen, Hermione eingeschlossen, hatten noch nie eine Waffe abgefeuert. Die Tür ging auf und Harry trat ein, gefolgt von zwei uniformierten Personen. Die erste war eine zierliche, blonde Frau mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Ihr Haar trug sie in einen Knoten gebunden, aus dem aber Strähnen lose waren und in ihr Gesicht hingen. Hermione bemerkte, dass die meisten Männer im Raum sich zu ihr umdrehten. Sie trug einen langen Kasten über ihre Schulter. Es sah schwer aus, aber sie schien keine Mühe damit zu haben. Hinter ihr lief ein großer Mann. Er sah viel älter aus, als die Frau. Aber Harry hatte gesagt, sie wären Zwillinge. Er war sehr dünn, aber drahtig. Sein Gesicht war ledrig und voller Falten. Seine Arme waren voller bunter Tattoos. Er hatte lange Koteletten und braune Haare, die bis zum Kragen gingen. Er sah aus wie der Gitarist einer Heavy Metal Band. Auch er trug einen langen Kasten. Harry führte sie zu der Wand, an der einige Tische aufgestellt waren. Sie legten die Kästen ab, drehten sich um und sahen die Agenten an. „Also, dass sind Terk und Tax Hainsley. Sie sind hier, um uns ein paar Dinge zu zeigen, bitte schenkt ihnen eure Aufmerksamkeit." Er setzte sich auf den Tisch, während Terk vortrat, den ersten Kasten öffnete und eine Pistole aus diesem hervorholte. „Guten Morgen. Harry hat uns gebeten, euch einen Kurs im Ungang mit Waffen zu geben. Sie können nicht erwarten, dass Sie nachher als Experten hier herausgehen, aber Sie wissen, wie man eine Waffe abfeuert und bedient." Sie hielt eine Waffe hoch. „Das ist eine Walther PPK. Klingelts?" „Ist das nicht eine Waffe von James Bond?" sagte Lloyd Llewellyn. „Sehr gut. Aber das zu wissen, hilft Ihnen nicht, wenn Sie in den Lauf einer solchen Waffe sehen. Sie holte die verschiedenen Teile aus dem Kasten und reichte sie Isobel. „Geben Sie sie weiter. Spielen Sie damit. Sie ist nicht geladen." Als die Waffe zu Hermione kam, besah sie die Waffe behutsam und gab sie weiter. Sie versuchte, aufmerksam zu bleiben, während Terk eine Waffe nach der Anderen aus dem Kasten holte und erklärte. Sie besprach kurz automatische Waffen und Gewehre, blieb aber nicht lange dabei. „So, jetzt versuchen wir, die Waffen abzufeuern. Das ist nicht schwer, aber es ist schwer, es richtig zu tun. Aber da haben Sie Glück. Es ist leichter für Sie dies zu lernen, als für mich, einen von Ihren Zauberstäben zu nutzen." Sie drehte sich zu Harry um. „Willst du anfangen, Harry?" Harry stand auf und sah sich um. Sie reichte ihm eine ziemlich große Pistole. „Sicherheit ist der wichtigste Punkt." Alle stellten sich in einem Halbkreis hinter Harry. „Jetzt hebst du die Hände und hältst sie gerade..." weiter kam sie nicht. Harry trat bis zur Linie und hob die Pistole. Er feuerte sechs Schüsse ab, bewegte sich allerdings nicht. Niemand sagte etwas, bis das Echo der Schüsse verhallt war. Terk drückte auf den Kopf und der Papierzettel fuhr auf sie zu. Der Umriss einer Person war zu sehen und sechs Einschusslöcher im Herzbereich. Sie sah ihn an und er reichte ihr die Pistole. „Mhh... irgendwie wusste ich, wie das gemacht wird." „Das sieht man. Der Nächste!" Sie stellten sich alle in einer Reihe hintereinander. Tax korrigierte die Haltung der Einzelnen, während Terk ihnen Anweisungen gab. Harry setzte sich wieder auf den Tisch und sah niemanden an. Hermione versuchte ihr bestes, aber die Waffe war so schwer, dass sie kaum das Ziel anvisieren konnte. Terk sagte, sie würden das alle gut machen, aber Hermione fühlte sich, als hätte sie versagt. Als sie fertig war, setzte sie sich erst einmal zu Harry. Er sagte nichts. Sie dachte einen Moment nach, bevor sie leise sprach. „Du hast niemals in deinem Leben eine Pistole abgefeuert, oder?" Er seufzte. „Nein." Flüsterte er, sah sie aber nicht an. „Ich nehme an, dass du dafür ein Talent oder so etwas hast." „Was meinst du?" „Findest du das nicht ein bisschen eigenartig?" „Na ja, vielleicht warst ich in einem früheren Leben ein Scharfschütze." „Tu das nicht." „Tu was nicht?" sagte er und sah sie endlich an. „Also ist es eigenartig, oder was?! Willkommen in meiner Welt. Ich bin also ein guter Schütze. Ohne Praxis. Was hat das schon zu bedeuten? Ich war gut im Fliegen, obwohl ich noch nie geflogen bin. Du kannst Verwandlungen gut, als hättest du es dein ganzes Leben schon getan." „In Ordnung. Bleib ruhig. Ich wollte nur sagen..." „Vielleicht solltest du deine Ideen für dich behalten!" unterbrach er sie barsch. Hermione sah ihn gekränkt an. Sie wurde unruhig. Es war gar nicht Harry Art, so hart mit ihr zu sprechen. Er seufzte. „Es tut mir leid, Hermione. Ich habe im Moment nur sehr viel um die Ohren." Hermione nahm seine Hand. „Dann erzähl mir davon. Kannst du es nicht mit mir teilen? Du bist heute so distanziert und mit deinen Gedanken ganz woanders. Was stimmt nicht?" „Ich weiß es nicht." Flüsterte er und ergriff ihre Hand. „Aber egal, was es ist, ich sollte es nicht an dir auslassen." „Besser an mir, als an irgendjemand anderem. Bei mir kannst du sicher sein, dass ich dir verzeihe." Bevor er antworten konnte, erschien die große, silberne I.D. Blase. „CODE BLAU! MELDEN SIE SICH ZUR EINSATZBESPRECHUNG! CODE BLAU! MELDEN SIE SICH ZUR EINSATZBESPRECHUNG!" Jeder hörte mit seiner Tätigkeit auf und rannte zur Tür. Der Code Blau war der Aufruf zu einem Truppeneinsatz. Harry stand auf und zögerte. „Wir reden später darüber." Dann küsste er sie auf die Wange. Sie lächelte und drückte seine Hand, bevor sie in unterschiedliche Richtungen davon liefen.
Hermione hockte auf dem Boden und spähte mit einem Omniglas durch den Zaun. Ihr Herz raste und sie war verschwitzt, weil das ihre erste, richtige Krisensituation war. Auf der anderen Seite der Straße war eine Zauberergrundschule. In ihr hatte sich ein geistesgestörter Mann verschanzt. Sie wussten, dass schon ein Lehrer durch den Avada Kedavra Fluch getötet worden war. Sie vermuteten, dass einige Kinder verletzt waren. Den Enforcern war es gelungen, die meisten Kinder und Lehrer zu evakuieren, aber einige waren immer noch da drin, mit dem Geisteskranken. Hermione und zwei ältere SIR-Offiziere wurden damit beauftragt, von dieser Straßenseite zu beobachten. Die CCO-Abteilung hatte schon ein Team zusammengestellt, das das Gebäude stürmen sollte. Sie mussten vorsichtig sein, denn sonst würden noch mehr unschuldige Menschen verletzt oder getötet. Die Enforcer hielten die Menge zurück, darunter auch viele hysterische Eltern. „Sehen Sie irgendwas, Granger?" fragte Agent Malcolm. „Das CCO-Team ist bereit. Ich habe die gesamte Westseite und den Spielsplatz im Blick." Sie sprach in eine kleine Blase, die vor ihrem Mund schwebte. „Beta-Mannschaft. Bericht." „Wir sind an unserem Platz." Kam Shays Stimme über die Blase. Hier passiert nichts." Hermione sah über ihre Schulter, wo Malcolm den Grundriss der Schule in den Sand gezeichnet hatte. Er zog seinen Zauberstab. „Ex ocularum vitalae." Flüsterte er. Einige Funken kamen aus seinem Stab und legten sich über den Grundriss im Sand. Sie sammelten sich in einer Ecke, einer ein wenig abseits. „Delta-Team. Bitte kommen." Sagte Malcolm. „Weiter gehen." Sagte Harry. „Es sieht aus, als würden die Geiseln in der Nordwestecke des Gebäudes festgehalten. Der Mann ist bei ihnen." Hermione sah durch das Omniglas das Team in seinen dunklen Roben in die Ecke des Spielplatzes laufen. „Ich sehe zwei andere Lebenszeichen. Äußerst schwach." „Lage?" „In der südöstlichen Ecke." Sie sah, wie Harry einige Handbewegungen machte und zwei Agenten schlichen in die entgegengesetzte Richtung. Alle hielten den Atem an, als sie das Gebäude betraten und sie als Punkte in Malcolms Grundriss erschienen. Sie folgten Malcolms Anweisungen und näherten sich den Verletzten. Plötzlich entfernte sich ein Punkt von der größeren Gruppe und ging in ihre Richtung. „Aufpassen! Er kommt zu euch!" zischte Malcolm. „Abbruch!" Hermione sah zur Schule und sah dort einige Lichter aufflackern. „Scheiße." murmelte Malcolm, als eine Reihe von Funken sich zerstreute. Kinder begannen aus der Tür zu rennen, die ihnen am nächsten war. Hermione sah mit Grauen die zwei CCO-Agenten von der anderen Seite auf die Medizauberer zurennen. Sie trugen zwei Kinder auf ihren Armen. Wo ist der Feind?" zischte Hermione. „Er kommt jetzt raus." Sagte Malcolm. „Reißen Sie sich zusammen, Harry!" bellte er in seine Blase. „Gehen Sie da jetzt rein." Die Kinder liefen in alle Richtungen. Hermione sah ein halbes Dutzend Zauberer tief gebückt über den Spielplatz laufen. Die Tür des Haupteinganges sprang auf und der Feind trat heraus, er hielt in jeder Hand einen Zauberstab und brüllte Flüche nach links und rechts. Hermione ergriff ihr Omniglas. „Runter!" hörte sie Harry brüllen. Sie sah, wie Harry die Hand hob und um jedes Kind eine Art Schutzwand hochgezogen wurde. Ein Fluch des Feindes traf die Schutzwand eines Kindes und der Fluch prallte ab. „Runter auf den Boden!" Der Angreifer brüllte irgendetwas, was Hermione nicht verstand. Hinter ihm standen einige Agenten. Harry hielt seinen Zauberstab in seine Richtung. „Lassen Sie die Zauberstäbe fallen!", brüllte Harry ihn an. „Genau jetzt!" Der Mann schrie ohne Zusammenhang. „Sie sind umzingelt. Geben Sie auf!" Der Angreifer gab nicht auf. Er schoss weiterhin Flüche ab, auch wenn sie niemanden mehr trafen. Harry machte ein Handzeichen und die Agenten hinter ihm griffen den Mann an und warfen die Zauberstäbe weg von ihm.
„Ok, lasst uns hingehen." Sagte Malcolm. Das Team ging über die Straße, um das Gebiet zu sichern und nach den Kindern zu sehen. Hermione ging zu Harry. Er stand mit den Händen in den Hüften und sah zu seinen Agenten. Sie fesselten gerade den Mann, der jetzt weinte. Sie fasste seinen Arm und er drehte sich um... als sie ihn sah, vergaß sie alles, was sie sagen wollte, alles was sie fühlte. Sie trat einen Schritt zurück. Sein Gesicht war... leer, seine Augen waren ausdruckslos. Sie versuchte zu sprechen, aber sie konnte es nicht. Der Mann, der sie ansah, war nicht Harry. Bevor sie reagieren konnte, ging er auf den Angreifer los. Ohne Vorwarnung begann er, auf ihn einzuprügeln, seinen Kopf immer weiter auf den Bürgersteig zu knallen. Einige Agenten versuchten, Harry von ihm wegzuziehen, aber sie schafften es nicht. Hermione lief zu ihm und sah ihn an. „Harry!" schrie sie. Seine Augen waren immer noch ohne irgendwelche Gefühle. Panik überschwemmte sie... was in Gottes Namen passierte mit ihm? Schließlich gelang es Remus und Malcolm, ihn von dem Mann wegzuziehen. Jeder sah ihn geschockt an. „Harry, was zur Hölle tust du da?" donnerte Lupin. Harry antwortete nicht. Er kämpfte weiter gegen ihren Griff und riss sich los. Er ging wieder auf den Mann los und schlug ihn mit der Faust auf den Brustkorb, so dass es ihn von den Füßen riss. Er flog zehn Meter durch die Luft und landete auf dem Zaun, auf der anderen Seite der Straße. Malcolm und Lupin schnappten sich Harry wieder und drehten ihm die Hände auf den Rücken. „Bringt ihn hier weg!" schrie Henry, das Gesicht vor Wut verzerrt. Er sah Hermione an, sie stand nur da und konnte kaum glauben, was da gerade mit Harry geschah. Bevor Remus und Malcolm etwas tun konnten, wurde Harry schlaff, er atmete scharf ein. Seine Augen rollten nach hinten und er sank auf dem Boden. Hermione beeilte sich, zu ihm zu gelangen und kniete neben ihm. „Holen Sie einen Arzt!" schrie sie jemandem zu. Sie war sich vage bewusst, dass jemand davonlief, um Hilfe zu holen aber sie achtete nicht darauf. Sie sah Harry erschreckt an. Henry und Remus hockten auf der anderen Seite. „Gehen Sie weg von ihm!" schrie sie die beiden an. „Was habt ihr mit ihm gemacht?" sie merkte, dass sie Unrecht hatte. Remus und Henry hatten Harry nichts getan. „Hermione..." flüsterte Remus. „Was passiert mit ihm?" Sie hielt ihn fester, ihre Tränen fielen auf sein Gesicht.
„Ich weiß es nicht, Remus. Ich weiß es nicht..."
