Aber er kam nicht weit, am Portal traf er auf Charles. Dieser schaute ihn sorgenvoll an: „Großer Gott, Darcy, Fitz, mir scheint, du bist völlig überarbeitet. Kann ich dir irgendwie unter die Arme greifen?"

Der so Angesprochene schüttelte vehement den Kopf. Doch Charles Bingley spürte, dass mit seinem Freund etwas nicht in Ordnung war. Er packte ihn am Ellbogen, zog ihn in einen Salon und schloss die Tür.

Dann sprach er ihn in einem Ton an, der keinen Widerspruch duldete und den er nur äußerst selten verwandte, weil er normalerweise mit seiner sanften, geduldigen Art sehr viel weiter kam: „Auf der Stelle rückst du nun raus mit der Sprache! Wozu hat man denn Freunde? Sei froh, dass ich hier bin und du dich mal mit jemandem aussprechen kannst. Also, ich warte!"

Fitzwilliam begann, unruhig im Raum auf- und abzugehen.

Nach der vierten oder fünften Runde entschloss er sich endlich zum Reden: „Nun gut, aber du wirst es vielleicht als lächerlich abtun. Ich weiß ja selbst nicht einmal, ob ich nicht einfach nur das Gras wachsen höre…, oder ob ich tatsächlich Grund habe, die Dinge so ernst zu nehmen."

Charles blickte ihn schockiert an: „Es ist doch hoffentlich alles in Ordnung mit Lizzie und dir, oder?"

Sein Gegenüber wehrte mit einer Geste ab: „Ja, ja, das ist es. Also eigentlich schon, aber – in dieser Hinsicht aber auch nicht."

Dann holte er tief Luft und sprach es aus: „Wir haben sehr gehofft, bald ein Kind miteinander zu haben, aber Lizzie hat… ähm, bei Lizzie ist es… es ist nun schon das zweite Mal, dass sie ihre Blutung hat seit der Hochzeit!"´

Nun war es endlich heraus und augenblicklich fühlte er sich ein klein wenig leichter.

Charles blickte ihn nachdenklich an und nickte dann verständnisvoll.

Er setzte sich auf einen der Sessel und blies die Luft aus: „Pfff, ja ich verstehe. Ich denke aber nicht, dass es ein so großes Problem ist, dass man sich deswegen Tag und Nacht das Hirn zermartert. Um ehrlich zu sein, ich kenne das. So ähnlich verhielt es sich bei uns auch schon, allerdings erst einmal, das war wohl so Mitte Dezember, etwa drei Wochen nach der Hochzeit. Aber irgendwie hatte ich auch nicht unbedingt damit gerechnet, dass es gleich passiert, weißt du. Obwohl", und er kicherte etwas albern, „wir unser Möglichstes gegeben haben, wie du ja weißt."

Fitzwilliam hob abwehrend die Hände. „Ja, ja, nur denke nicht, wir wären in dieser Hinsicht untätig geblieben. Ich hatte mir tatsächlich vorgestellt, dass die Dinge unverzüglich ins Rollen kommen würden, sobald man ein paar Mal… ähm, einige Male beieinander war."

Charles blickte auf: „Offensichtlich nicht, da sind wir wohl beide eines Besseren belehrt worden. Wenn dir dies so am Herzen liegt, warum konsultierst du zu diesem Thema nicht mal einen Arzt? Wäre das nicht ratsam?"

Fitzwilliam schüttelte kurz den Kopf: „Nein, der alte Doc Whitwaters in Matlock ist mittlerweile schwerhörig und würde wahrscheinlich kein Wort von dem verstehen, was ich ihm da zu erklären versuche. Ich habe im Prinzip nichts gegen ihn, aber er hat schon beim Tode meiner Mutter damals so machtlos gewirkt."

Er ging wiederum im Zimmer auf und ab. Dann plötzlich erhellte sich seine Miene schlagartig: „Das ist es! Warum bin ich da nicht schon früher draufgekommen!"

Charles warf ein rasches „Was denn?" ein.

„Die Frau einer unserer Braumeister, Mrs. Fielding, ist Hebamme. Sie ist wohl an vielen Tagen der Woche in Lambton und Umgebung unterwegs zu allen Geburten und die Leute reden nur Gutes über sie."

„Ja", antwortete Charles zustimmend „das ist eine wundervolle Idee, rede mit ihr. Wenn sich da jemand auskennt, dann diese Frau."

Fitzwilliam klopfte seinem Freund jovial auf die Schulter und ging dann einigermaßen getröstet nach draußen.

Sollte er es mit Elizabeth am Abend, wenn sie alleine waren, besprechen? Er wusste es nicht. Einerseits wollte er sie nicht inmitten der tausend Dinge, die momentan zu tun waren, noch zusätzlich damit belasten, andererseits wusste er, dass der Schuss auch nach hinten losgehen konnte, würde er denn Mrs. Fielding ohne das Wissen Elizabeths konsultieren. Sollte es vielleicht doch irgendwann zu einer Schwangerschaft kommen und die Zeit der Niederkunft wäre da, und Mrs. Fielding dabei anwesend, könnte sie unbedacht ausplaudern, was er sie einst im Vertrauen gefragt hatte. Schweren Herzens entschloss er sich, doch den Mund aufzumachen und Elizabeth ins Vertrauen zu ziehen. Er fühlte sich weder bei dieser Entscheidung wohl, noch bei dem Gedanken, es nicht so zu halten.

Als sie zusammen im Bett lagen, wagte er den Vorstoß: „Hmh nun, wegen dem, was du mir heute Mittag in der Halle sagtest… ich habe noch einmal darüber nachgedacht, du weißt, dass mich die Sache mehr beschäftigt als sie vielleicht sollte, daher… also wäre es nicht ratsam, den fachlichen Rat von jemandem darüber einzuholen?"

Elizabeth schaute ihn verblüfft an: „Fachlicher Rat deswegen? Von wem?"

Er drehte seinen Kopf ein kleines Stück zur anderen Seite, wollte den Augenkontakt vermeiden: „Einem Arzt? Oder – noch besser vielleicht eine Hebamme… oder so…." Er ließ den Satz im Raum stehen.

Sie lachte, dann sagte sie: „Allerliebster Fitzwilliam, ich habe mit Tante Gardiner und mit Jane über dieses Thema gesprochen, mit Mutter konnte ich darüber nicht reden, sie lässt mich keinen Satz ordentlich zu Ende sprechen, ohne dass sie nicht über irgendetwas völlig anderes endlos ins Palavern gerät, und beide waren der Ansicht, es sei keineswegs ungewöhnlich, sondern völlig der Normalität entsprechend. Tante Gardiner sagte sogar, wenn es immer sofort und gleich zur Empfängnis käme, würden wir Frauen nur noch schwanger in der Gegend herumlaufen. Die Natur würde ihre eigenen Gesetze haben. Und Jane selbst hat auch noch nicht empfangen, das hat sie mir gesagt, obwohl sie und Charles… ach, das weißt du ja selbst am besten."

Ihr Gatte nickte. „Gut, gut, diese Information ist durchaus hilfreich. Trotzdem möchte ich insgesamt mehr darüber wissen, und deshalb denke ich schon, dass es gut wäre, einmal mit der Hebamme hier zu sprechen. Schaden kann es doch nicht, oder?"

Elizabeth seufzte: „Wie du meinst. Wenn du dir wirklich so viele Gedanken darum machst, wieso also nicht. Kennst du denn die Hebamme?"

Fitzwilliam schüttelte den Kopf: „Nicht persönlich, aber ich weiß, dass sie die Frau unseres Braumeisters Fielding ist und sie hat anscheinend einen sehr guten Ruf überall."

Elizabeth küsste ihn sanft auf die Wange: „Tu, was du nicht lassen kannst. Wenn es dir weiterhilft…."

Jetzt drehte er sich zu ihr um und lächelte verhalten: „Ich glaube schon."

Dann küsste er sie sehr hingebungsvoll.

Pemberley glich einem Tollhaus an diesem Silvestertag. Das Personal lief aufgescheucht überall umher, die Gäste wussten schon gar nicht mehr, wo sie sich noch aufhalten sollten, Tische wurden gedeckt, Gläser poliert, Pflanzen arrangiert, Böden gewischt und Kerzen aufgesteckt. Die Damen zogen von einem Salon in den nächsten, die Herren versuchten, sich außer Haus zu beschäftigen, um diesem Trubel zu entgehen. Nach der Teestunde kehrte dann endlich ein wenig Ruhe ein, Zeit für alle, sich für den Ball zurechtzumachen.

In leichter Unruhe wartete Fitzwilliam Darcy vor der Tür des Ankleidezimmers seiner Frau. Sie schien nach seinem Dafürhalten bereits Stunden mit Clarice darin verbracht zu haben. Er konnte nichts Genaues den gedämpften Stimmen hinter der Tür entnehmen. Selbst Rodgers hatte recht geheimnisvoll getan, als er seinem Herrn in den neuen Frack und die passende Weste geholfen hatte. Er hatte sich selbst kritisch im Spiegel angeschaut und dann Rodgers gefragt, warum die Weste für eine Soirée ungewöhnlicherweise aus wasserblauer, in sich leicht gemusterter Seide gefertigt war. Rodgers hatte daraufhin nur mit den Augen gerollt und mit den Schultern gezuckt. Der Frack selbst war aus feinstem dunkelblauem Wollstoff und hatte Samtaufschläge in der gleichen Farbe.

Als die Tür des Ankleidezimmers von Elizabeth endlich aufging, wusste er endlich warum. Sie trug ein Kleid in genau den gleichen Farben. Der Seidenstoff war identisch mit dem seiner Weste. Die Ärmel und die Borte unter dem Busen jedoch waren aus dunkelblauem Samt gefertigt. Die Saphire glitzerten an ihrem Hals, die passenden Ohrgehänge funkelten ebenso. Ihm blieb die Luft weg. Er schloss die Augen, nur um sie Sekunden später wieder erstaunt zu öffnen. Sie lächelte graziös und säuselte dann: „Mein Herr, sind Sie nicht der gleiche Mann, der mich einstmals als Landpomeranze abgetan hat?"

Bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte, klopfte es an die Tür.

„Herein!" riefen Fitzwilliam und Elizabeth fast gleichzeitig. Mrs. Reynolds stand in der Tür und teilte mit, dass die Countess of Matlock gerne auf ein Wort hereinkommen möchte.

Fitzwilliam nickte: „Ja, sicher Mrs. Reynolds, führen Sie meine Tante herein."

Er sah Elizabeth kurz verständnislos an, dann war die angekündigte Dame bereits im Raum. „Mein verehrter Neffe, ich wollte nur sichergehen, dass Sie den genauen Ablauf für die Vorstellung in Erinnerung haben."

Dann mit einem Seitenblick auf Elizabeth: „Oh, meine Liebe, Sie sehen ganz wundervoll, gerade zu königlich aus, mein Kompliment."

Fast ohne zu pausieren wieder zu ihrem Neffen gewandt: „Warum trägt sie die Tiara nicht?"

Fitzwilliam machte eine unwillige Handbewegung: „Ma chère Tante, lassen Sie uns bitte einen Schritt nach dem anderen machen: Erstens – ja, ich erinnere mich genau an den Ablauf der Vorstellung, da ich weiß, was es für Georgiana bedeutet. Zweitens – die Tiara befand sich nicht im Bankfach, als ich den Schmuck für Elizabeth anlässlich unserer Verlobung aus London holte. Ich wusste, sie wurde hier auf Pemberley verwahrt, habe aber, um ehrlich zu sein, bis eben nicht mehr daran gedacht."

Die Countess trommelte ungeduldig mit ihren behandschuhten Fingern auf einer Sessellehne: „Bei Gott, dann lassen Sie das Geschmeide holen, sonst ist es doch nicht komplett!"

Er verzog das Gesicht ob diesem befehlshaberischen Ton seiner Tante, blieb aber höflich, als er antwortete: „Das muss ich schon selbst tun, es kann niemand aus der sicheren Verwahrung nehmen außer mir. Wenn Sie sich also einen Augenblick gedulden würden, Ma'am!" Mit diesen Worten stürmte er leicht ungehalten nach draußen.

Die Countess wandte sich noch einmal kurz an Elizabeth: „Dann werde ich diese Gelegenheit nutzen, um schnell noch bei Georgiana herein zu schauen. Bis später, meine Liebe."

Damit raffte sie ihr grün schillerndes Kleid und stolzierte hinaus.

Elizabeth ließ sich entnervt auf einen Fauteuil sinken. Diese ganze Aufregung, wo es ihr ohnehin schon nicht sonderlich gut ging. Der Gedanke, jetzt gleich die Gäste (außer denen, die sowieso im Haus weilten) begrüßen zu müssen, verursachte ihr Unbehagen. Das Kleid war wundervoll und wahrlich ein Traum, sie hatte sich auch wirklich darauf gefreut, es heute Abend präsentieren zu können und Fitzwilliams Reaktion auf ihr Aussehen hatte ihr ein großes Glücksgefühl beschert, aber es schien mittlerweile schwerer und schwerer auf ihren Schultern zu lasten, genau wie die Juwelen, mit denen sie noch nie ganz im Reinen gewesen war. Es passte zwar alles wunderbar zusammen, ja, aber es passte irgendwie nicht zu ihr. Sie kam sich selbst fremd vor. Und dann wusste sie, was es war: Sie war nicht mehr Elizabeth Bennet, sie war jetzt die honorable Elizabeth Darcy. Aber verbiegen lassen würde sie sich nicht, das schwor sie sich. Wohl mochte ihr Äußeres ein wenig an ihre neue Umgebung angepasst sein, ihr Inneres würde immer freimütig und authentisch bleiben.

Als die Tür sich öffnete, stand sie auf. Fitzwilliam kam herein mit einer geräumigen, aber unscheinbaren Schachtel in der Hand, gefolgt von der sich im Hintergrund herumdrückenden Clarice.

Er streckte seine freie Hand nach Elizabeth aus: „Verzeih, ich hatte dir dieses Teil unterschlagen, aber nicht absichtlich, ich hatte gar nicht mehr dran gedacht, dass es hier gesichert aufbewahrt wird. Wenn meine Tante mich nicht daran erinnert hätte…", er hob den Deckel der Schachtel an, aber es war außer einem gewebten Leinensack nichts zu sehen. Diesen entnahm er der Schachtel und löste die Bänder am Ende des Verschlusses. Dann zog er eine gleißende Tiara von beachtlicher Größe hervor. Elizabeth sagte kein Wort, aber Clarice entschlüpfte ein kleiner Schrei.

Er deutete auf die Zofe: „Clarice wird es dir im Haar festmachen, dann können wir gehen, die ersten Gäste treffen ein und Georgiana wird auch bald so weit sein."

Elizabeth hätte fast den Kopf geschüttelt, eigentlich wollte sie eine solche Last nicht auf ihrem Haupt tragen. Aber der erwartungsvolle Blick ihres Gatten und die weit aufgerissenen Augen ihrer Zofe ließen sie noch rechtzeitig innehalten. Sie stand zögerlich auf und ging in das Boudoir, die Tiara mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Abneigung auf der Hand balancierend.

Als Mr. und Mrs. Darcy gemeinsam die Treppe herunter schritten, ging ein enormes Raunen durch die Anwesenden. Mrs. Bennet musste sogleich auf ein Kanapee gelegt werden, da sie ohnmächtig zu werden drohte. Mr. Bennet konnte den Blick nicht für eine Sekunde von dem bemerkenswerten Paar nehmen und ließ daher seine Frau einfach unbeachtet liegen. Jane sah überaus entzückend aus in einer farblich sehr ungewöhnlichen, aber überaus gelungenen Kombination aus altrosa und hellgrün. Dazu trug sie eine doppelreihige Perlenkette, ähnlich der, die Elizabeth an Weihnachten erhalten hatte, jedoch mit etwas längeren Schnüren. Mary und Kitty trugen die Kleider, die sie auch schon in Netherfield auf dem Ball anhatten, allerdings diesmal anderen Kopfputz dazu. Die Countess war, wie erwähnt, in flaschengrüne Seide gehüllt, Lady Harriet hatte ein fliederfarbenes Ensemble gewählt, dazu trug sie eine schlichte, aber offensichtlich wertvolle Amethystkette. Mrs. Gardiner trug eine Abendrobe aus silberblauem Stoff, über und über mit silberner Spitze verziert. Das einzige weitere Diadem außer Elizabeths war auf dem Kopf der Countess zu finden. Es funkelte ohne bunte Steine, bestand also allein aus Diamanten.

Als man alle Gäste begrüßt hatte, und Elizabeth schon jetzt erschöpft wirkte, weil überdies das Krönchen ihr auf den Kopf drückte, ging Fitzwilliam auf ein Zeichen seiner Tante ein Stück die Treppe hoch. So konnte er sich besser der Aufmerksamkeit der Leute sicher sein.

Von dort aus redete er: „Sehr verehrte Anwesende, geschätzte Familie, Sie sind aus einem ganz bestimmten Grund heute unsere Gäste. Nicht nur weil der Jahreswechsel gebührend gefeiert werden soll und nicht nur, um meiner geliebten Frau Elizabeth vorgestellt zu werden, sondern auch, um das große gesellschaftliche Debüt einer jungen Dame mitzuerleben. Ich bitte Sie also nun um wohlwollenden Beifall für das kostbarste Gut, das Pemberley zu bieten hat – meine liebe Schwester Georgiana!"

Mit diesen Worten trat er einige weitere Stufen nach oben, streckte seine Hand aus – und eine in weiße Seide mit einem Hauch goldener Spitze gekleidete Georgiana stand neben ihm. Ihr Bruder nahm ihre Hand auf und küsste sie – zum ersten Mal machte er ihr gegenüber diese Geste, die nur erwachsenen Frauen vorbehalten war. Der Applaus war unüberhörbar, doch weder Bruder noch Schwester merkten allzu viel davon, denn beide waren viel zu überwältigt von diesem Moment. Während bei Georgiana die Tränen hemmungslos rechts und links die Wangen herunter liefen, so hielt sich bei Fitzwilliam hartnäckig ein kleines Rinnsaal auf der linken Seite. Er wagte nicht, es mit dem Taschentuch wegzuwischen, sonst würden die Gäste erst recht darauf aufmerksam werden. Elizabeth hingegen tupfte sich unentwegt mit einem Tüchlein die tränenfeuchten Augen, während sie gebannt zu den beiden hinaufschaute.

Fitzwilliam sprach weiter, musste sich aber zunächst räuspern: „Hmhm, nach diesem Ballereignis wird Georgiana die weitere Saison in London verbringen, zuerst in der Obhut von Mr. und Mrs. Gardiner, die Onkel und Tante zu meiner Gattin sind, danach im Hause ihrer eigenen Tante, Ihrer Gnaden, der Countess of Matlock, und zu guter Letzt in meinem eigenen Stadthaus, wenn wir zum Ende der Saison für einige Zeit selbst dort weilen werden. Ich danke Ihnen für Ihr zahlreiches Erscheinen und bitte Sie nun, uns in den Ballsaal zu folgen."

Im Ballsaal sah sich Fitzwilliam Darcy nun vor eine schwierige Aufgabe gestellt, die aber sofort von der Countess gelöst wurde. Er musste den Tanz mit Georgiana eröffnen, was aber geschah in dieser Zeit mit Elizabeth? Die Countess bat Mr. Bennet, mit seiner Tochter zu tanzen. Was diesem wiederum gar nicht recht war, nicht weil er nicht mit Lizzie hätte tanzen wollen, sondern weil er schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr getanzt hatte und ihm viele Tänze gar nicht mehr geläufig waren. Etwas steifbeinig nahm er daher mit ihr Aufstellung. Aber dann ging es doch ein klein wenig besser als er dachte, zumal der Tanz kein sehr lebhafter war. Georgiana machte am Arm ihres Bruders eine strahlende Figur. Danach war ihre Tanzkarte im Nu voll, jeder Mann zwischen achtzehn und fünfzig wollte sich einen Tanz mit der Debütantin sichern. Das war die Gelegenheit für Fitzwilliam, sich einen Tanz mit seiner Frau zu gönnen. Bei Gott, konnte das sein, dass sie erst einmal miteinander getanzt hatten? Auf Netherfield, ja und seitdem nie wieder.

Er strahlte sie an, als er sie zu sich winkte. Dann jedoch, als sie vor ihm stand, wurde seine Miene todernst. Er wollte es genauso machen wie damals in Netherfield.

Er neigte daher knapp seinen Kopf und fragte dann in einem unbeteiligten, aber unterschwellig nervösen Ton: „Miss Elizabeth, darf ich um den nächsten Tanz bitten?"

Sie schaute ihn etwas verunsichert an, begriff dann aber rasch, auf was er hinaus wollte und antwortete daher mit einem scheuen Bodenblick: „Sie dürfen, danke."

Aber es war keine Charlotte Lucas da, an die sich nun hätte wenden können. Sie raffte daher ihre Schleppe und schritt auf ein Wort hinüber zu Jane, während er wiederum kurz den Kopf neigte.