Ein anderes Mal traf man sich im Theater, diesmal mit Jane und Charles.
Dieser stöhnte, als er auf das Kleid seiner Frau deutete und Fitzwilliam darauf ansprach: „Fitzwill, altes Haus, du glaubst nicht, was hier in London für horrende Preise bei den Schneiderinnen verlangt werden. Nicht, dass ich es mir nicht leisten könnte, weit gefehlt, aber mittlerweile nimmt das mit den enorm steigenden Preisen schon bedenkliche Dimensionen an."
Dann schaute er aber stolz auf Jane, die sehr vornehm in dem pfirsischfarbenen Kleid neuester Machart aussah und an deren Hals an diesem Abend auch kostbare Juwelen funkelten: „Aber sie sieht so wunderschön darin aus, dass ich ihr am liebsten noch zehn dieser Kleider würde machen lassen."
Er bot ihr sehr galant und mit einem verführerischen Blick den Arm.
Am Tag nach dem Theaterbesuch, es war der 27. Januar, bekam Elizabeth erneut ihre Blutung. Sie wagte es nicht, dies Fitzwilliam vor dem Abend, vor dem Zubettgehen mitzuteilen. Mittlerweile war ihr das auch alles sehr suspekt, sie bekam langsam ebenfalls Zweifel an ihrer beider Fruchtbarkeit. An irgendetwas musste das doch liegen, so überlegte sie fast den ganzen Tag.
Nach einem anstrengenden Tag, Fitzwilliam hatte einen Ausritt im Hyde Park hinter sich, war dann bei einigen Besuchen zugegen, die überwiegend Georgiana und Elizabeth galten, er benahm sich zwar ausgesucht höflich den Besuchern gegenüber, ließ sich dann aber bald entschuldigen, da er noch Besprechungen in der Königlich Landwirtschaftlichen Gesellschaft hatte und auch in seinem Club vorbeischauen wollte, kam man erst wieder zum Dinner zusammen, das man ausnahmsweise mal ohne Gäste oder nicht auswärts einnahm. Da aber Georgiana anwesend war, beschränkte sich Elizabeth auf die gängige Konversation.
Es kam daher erst im Schlafzimmer zu der entsprechenden Aussprache. Fitzwilliam hatte sich gerade seiner Kleidung entledigt, lächelte seiner Frau ein wenig müde, aber durchaus in eindeutiger Absicht zu.
Sie lag bereits im Bett und schüttelte stumm den Kopf, dann blickte sie zur Seite und sagte es schnell, aber leise: „Erwarte nicht zuviel von mir heute und in den kommenden Tagen, es ist mal wieder soweit…."
Er zog sofort die Augenbraue hoch, diesmal sehr steil und sehr nachdenklich. Minutenlang sagte er gar nichts, stand regungslos halbnackt vor dem Bett, ein eigentlich sehr appetitanregender Anblick, breite Schultern, muskulöse Arme, die behaarte Brust, ein flacher Bauch, er strotzte nur so vor Kraft und Männlichkeit.
Dann atmete er tief durch, ließ sich auf das Bett sinken und murmelte dabei Dinge, die sich verdächtig nach tausend Verwünschungen anhörten. Als er endlich aufgehört hatte, zu fluchen, rollte er sich zur Seite und löschte augenblicklich das Licht. Als Elizabeths Hand nach ihm tastete, ergriff er diese und drückte sie so stark, dass es fast schmerzte.
Im Dunkeln redete er schließlich: „In dieser Hinsicht scheint uns das Glück überhaupt nicht hold. Aber das scheint wohl so sein zu müssen, sonst wäre es wahrscheinlich zu perfekt, unser Leben. Von daher ist es fast schon wieder einleuchtend."
Es folgte wiederum eine längere Zeit der Stille, dann fuhr er fort: „Ich kann nicht sagen, wieso, aber ich habe seit dem Gespräch mit Mrs. Fielding insgesamt ein gutes Gefühl, auch wenn das nun im Augenblick ein herber Rückschlag für uns ist. Vielleicht ist das einfach nur ein Zeichen von oben, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist. Gott scheint dafür einen gesonderten Plan zu haben. Wir werden uns einfach dreinfügen, nicht wahr, Liebste?"
Elizabeth schmiegte sich eng an seinen Rücken und umschlang seine Körpermitte mit einem Arm, bevor sie an seine Schulterblätter gedrückt sprach: „Ja, so ist es wohl."
Sie platzierte vor ihrem nächsten Satz einen Kuss auf seinen Rücken: „Wir sollten weiterhin zuversichtlich sein, da hast du Recht. Aber ich gebe zu, langsam fällt es auch mir schwer und schwerer."
Wiederum gab es eine lange Zeit des Schweigens, dann hörte sie ihn mit dem für ihn typischen Unterton, den nur wenige zu deuten verstanden, sagen: „Ewig schade, dass wir hier in diesem alten Kasten keine große Badewanne haben. Ich schätze, wir müssen uns daher in der Tat in den nächsten Tagen in Enthaltsamkeit üben. Wären wir jetzt auf Pemberley…" der Satz brach bewusst an dieser Stelle ab.
Sie musste wider Willen kichern, knuffte ihn in die Seite und antwortete: „Soll ich für dich vollenden? Wären wir jetzt auf Pemberley, würdest du ein schönes heißes Bad ordern und dich dann voll Vergnügen darin aalen, mich dann mit ins Wasser ziehen und ungeachtet aller Unpässlichkeit deiner Lust frönen."
Er lachte trocken: „Na na, meiner Lust frönen, verehrte Mrs. Darcy, als ob das nur eine einseitige Sache wäre. Sie vergessen wohl, Ma'am, wie sehr Sie dabei auch stets Ihrer Lust frönen!"
Sie kuschelte sich enger an ihn: „Gut, gut, sagen wir also unserer Lust frönen. Und nun, mein Herr, wünsche ich ihnen angenehme Nachtruhe."
Er drehte sich um, zog sie fest an sich, küsste sie wie ein Ausgehungerter und murmelte dann in ihre Locken hinein: „Ja, gute Nacht, meine Süße, gute Nacht."
Zum Glück ließ das Leben in London nicht allzu viel Spielraum zum intensiven Nachdenken. Elizabeth und Fitzwilliam beschlossen, nun doch im Stadthaus einige wichtige Renovierungsarbeiten vornehmen zu lassen. Lizzie wurde von ihrem Mann dahingehend zwar völlige Handlungsfreiheit gelassen, aber sie war in der Hinsicht doch etwas unsicher und wollte keine Entscheidung alleine treffen. So fand er sich öfter als gedacht über Stoff- und Tapetenmustern wieder. Der Einbau eines Bades erwies sich als größeres Unterfangen, es war absolut noch nicht sehr en vogue und entsprechende Handwerker rar. Aber Fitzwilliam hatte es auf Pemberley schließlich auch geschafft, und so fand er auch in London nach langer Suche jemanden, der ihm ein Bad nach eigenen Vorstellungen anbaute.
Das Esszimmer erhielt neue Tapeten und neue Polsterungen, sowie neue Teppiche. Es sah nun in lindgrün sehr freundlich und einladend aus. Jane war hellauf begeistert, als sie es ansehen durfte, es war sowieso ihre Lieblingsfarbe. Im Korridor vor den Schlafzimmern wurde auch die Tapete über der Holzvertäfelung ausgewechselt, statt eines dunklen, drückenden Grüns zierte nun die Farbe Maisgelb die Wände, was alles erheblich größer und heller wirken ließ
Das Schlafzimmer umzugestalten dauerte wegen der Bad-Angelegenheit länger als gedacht, zwischenzeitlich übernachteten der Hausherr und seine Frau in einem der Gästezimmer. Die alten und teilweise zerschlissenen ockerfarbenen Vorhänge und Portieren hatten ausgedient und wurden durch einen elfenbeinfarbenen Damast ersetzt. Neue dicke Teppiche wärmten die Füße und dämpften jeden Schritt. Auch die Wände waren mit ganz heller Seide bespannt, was den Raum doppelt so groß wie früher wirken ließ, obwohl er nun effektiv kleiner war, dadurch dass man für das Bad ein Stück weggenommen hatte. Das Bad war mit Delfter Kacheln gekachelt, die ein Vermögen gekostet hatten. Im Gegensatz zu seinem Pendant in Pemberley, das ja mit großen Tonfliesen aus Italien versehen war, war das neue Bad irgendwie puppiger. Es war natürlich auch nicht ganz so groß, obwohl die Badewanne wiederum großzügig ausgelegt war.
So war es mittlerweile Februar geworden. Georgiana hatte recht großen Eindruck auf einige junge Herren gemacht und wurde nun öfter von diesen zu Spazierfahrten in den Hyde Park eingeladen. Sie aber war noch sehr zurückhaltend und zeigte keinem von ihnen offen ihre Zuneigung, so sie denn überhaupt eine solche hegte. Fitzwilliam sah dies alles zwar äußerlich gelassen, aber mit einer gewissen inneren Anspannung. Sie war eine reiche Erbin, das durfte man nicht außer Acht lassen. Dreißigtausend Pfund an ihrem einundzwanzigsten Geburtstag, auch wenn sich die genaue Summe wohl nicht herumgesprochen hatte, so war doch bekannt, dass sie eine überaus gute Partie war. Doch zumindest von einem der jungen Männer war bekannt, dass er nicht um des lieben Geldes willen heiraten musste. Es handelte sich dabei um Jonathan Gainsworth, 22 Jahre alt, auf den später einmal in Rutland ein umfangreiches Erbe warten würde. Derzeit allerdings erfreute sich mit knapp 48 Jahren sein Vater, Sir Thomas Baronet Gainsworth bester Gesundheit. Es blieb abzuwarten, ob sich daraus etwas entwickeln würde.
Jane war des Öfteren am Grosvenor Square zu Besuch, denn sie floh dann stets vor ihrer Schwägerin Caroline, die, da unverheiratet, mit im Haus der Bingleys am Berkeley Square wohnte. Die beiden Frauen kamen nach wie vor nicht gut miteinander aus, und deshalb bekniete Jane Charles auch nach einem Monat London wieder nach Hertfordshire zurückzukehren. Selbst zwei- oder dreimal pro Woche in Longbourn vorbeischauen zu müssen, schien ihr plötzlich längst nicht mehr so übel, wie ständig Carolines ungnädigen Blicken und eiskalter Ablehnung ausgeliefert zu sein. Gutmütig wie Charles war, gab er dem Drängen Janes schon sehr schnell nach und so rüstete sich dieses Paar noch vor Ende der Saison, die mit einem Ball Masquée im Palast von Hampton Court beschlossen werden sollte, zum Aufbruch. Sehr zum Bedauern Elizabeths, die es gerne gesehen hätte, wenn man gemeinsam zu diesem großen Ereignis hätte gehen können. Aber selbst die Aussicht, den König (falls dieser sich wohl fühlte) oder den Kronprinzen zu sehen, konnte Jane nicht mehr umstimmen.
Am 17. Februar reisten die Bingleys ab und am 22. Februar fand das glanzvolle Ereignis des Maskenballs statt. Dies war die Gelegenheit für Elizabeth, das Kleid von Silvester und die gesamte Darcy'sche Juwelenkombination zu tragen. So würdevoll wie möglich stieg sie in Richmond aus der Kutsche und betrat den wieder und wieder aus- und umgebauten Palast aus der Tudorzeit. Den letzten unverwechselbaren Stempel hatte Queen Anne dem Gebäude aufgedrückt. Dazu hatte sie sich eine Halbmaske aus hellblauer Seide anfertigen lassen, die sie mit einem kleinen goldenen Griff vors Gesicht hielt. Fitzwilliam dagegen sah schillernd wie ein Pfau aus, merkwürdigerweise hatte man den eingeladenen Herren zu verstehen gegeben, dass sie sich als Sonne, Mond oder Stern zu verkleiden hätten. Diese idiotische Idee (so Fitzwilliam) hatte man sicher dem Einfluss Beau Brummells zu verdanken, der sich damit immer wieder aufs Neue die Gunst des Kronprinzen sicherte. Fitzwilliam war also gänzlich in Gold- und Silberbrokat gewandet, dazu hatte er statt eines Krawattentuchs einen Strahlenkragen um. Er fand das alles absolut fürchterlich und wäre der Einladung am liebsten gar nicht erst gefolgt. Nur Georgiana und Elizabeth zuliebe tat er sich die Schmach an. Steifbeinig folgte er den beiden Damen zum Eingang, dort trafen sie auf die Countess, die in schieres Entzücken über das ungewohnte Aussehen ihres Neffen ausbrach. Auch an ihr funkelten die Fitzwilliam'schen Familienjuwelen, inklusive der Diamant-Tiara. Da die Männer aber allesamt sehr fantasievoll angezogen waren, beruhigte Fitzwilliam sich nach und nach und begann, die Soirée zu genießen.
Der König war, wie erwartet, nicht anwesend, seine Leiden plagten ihn gar zu sehr, der Kronprinz sah völlig affig und wie ein wandelnder orientalischer Stoffladen aus, die Kronprinzessin ließ sich nur für einen kurzen Augenblick blicken, ihr Kleid war zwar prachtvoll, hing aber komischerweise an ihr wie ein alter Sack.
Dann aber kam die Countess of Matlock sehr aufgeregt auf Fitzwilliam und Elizabeth zu und sagte: „Kommt schnell mit mir, Mr. Brummell wünscht eure Bekanntschaft zu machen."
Damit hastete sie auch schon davon, kümmerte sich nicht darum, ob die beiden ihr auch wirklich nachfolgten.
Abrupt blieb sie im nächsten Raum stehen und fing sofort zu plappern an: „Monsieur Brummell, ich habe sie gefunden, bitte sehr."
Sie deutete hinter sich, wo sich Gott sei Dank die Darcys eingefunden hatten und sprach dann rasch weiter: „Darf ich vorstellen – mein Neffe Mr. Darcy of Pemberley und seine Gemahlin Mrs. Elizabeth Darcy of Pemberley – und dies ist Mr. Beau Brummell!"
Brummell neigte den Kopf, als Elizabeth knickste und Fitzwilliam ebenso den Kopf zum Gruß senkte. Dann sprach der Günstling des Königs mit angenehmer, aber sehr lauter Stimme: „Es ist mir eine große Freude und darf ich Ihnen beiden versichern, dass ich heute Abend kein Paar gesehen habe, dass es an Anmut und Harmonie mit Ihnen aufnehmen könnte. Mr. Darcy, Ihr Sternenkostüm ist überaus sehenswert! Mrs. Darcy, Ihr Saphirensemble ist das schönste, was ich in den letzten Jahren an Juwelen zu sehen bekommen habe. Mein aufrichtiges Kompliment! Ich hatte neulich bei Almack's bereits das Bedürfnis, Ihnen vorgestellt zu werden und war sehr betrübt, dass es nicht damals schon dazu kam. Nun aber rühme ich mich der Bekanntschaft mit dem wohl bemerkenswertesten jungen Paar derzeit. Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen heute Abend, genießen Sie vor allen Dingen das Abschlussfeuerwerk!"
Darauf musste Fitzwilliam natürlich etwas entgegnen, sonst wäre es zu unhöflich gewesen, nachdem ihnen diese große Ehre zuteil geworden war: „Mr. Brummell, wir danken für die netten Worte und den überaus freundlichen Empfang. Wir sind uns der großen Ehre wohl bewusst. Es ist in der Tat ein wundervoller und außergewöhnlicher Abend und wir sind froh, ihn miterleben zu dürfen. Wir hoffen sehr, dass wir uns bei Gelegenheit wieder sehen werden, das wäre meiner Gattin und mir ein großes Anliegen. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben. Guten Abend, Sir!"
Damit verließ die Gruppe den Raum, gerade rechtzeitig, da alles bereits im Begriff war, zum Feuerwerk zu streben.
Nach knapp sechs Wochen London wurde die Rückkehr nach Derbyshire vorbereitet. Die Saison war definitiv zu Ende. Georgiana hatte sich ausnehmend gut auf dem gesellschaftlichen Parkett präsentiert, wenngleich es auch nicht schien, dass sie in absehbarer Zeit einen Verlobungsring am Finger tragen würde. Ginge es nach Fitzwilliam, hätte dies ohnehin noch Zeit, Georgiana wurde jetzt im März gerade mal siebzehn Jahre alt, da musste ein junges Mädchen noch nicht unbedingt heiraten. Er sinnierte: Siebzehn Jahre war es her, dass seine Mutter im Kindbett damals starb. Eine wahrlich lange Zeit. Er war damals gerade erst zehneinhalb und doch konnte er sich an so viele Dinge seine Mutter betreffend erinnern. Ihre blonden Haare, die Georgiana wohl eindeutig von ihr, von der Fitzwilliam-Seite, hatte. Auch Cousin Montgomery und dessen Schwester Lady Harriet waren blond. Der Viscount of Matlock hingegen hatte die dunklere Haarfarbe seiner Mutter, der Countess, geerbt. Und er selbst hatte die Darcy-Haare, sein Vater musste wohl als junger Mann ebenso dunkelhaarig gewesen sein. Nur die leuchtend blauen Augen bekam er von der Fitzwilliam-Familie mit. Fitzwilliam bemühte sich, nicht allzu tief zu seufzen, als er diese wohl erblichen Eigenschaften versuchte, weiterzuspinnen: Wie wohl seine und Elizabeths Kinder einmal aussehen würden? Wenn es doch nur schon so weit wäre! Im Geiste sah er Mädchen mit dunklen Locken und blauen Augen und Jungs mit honigfarbenen Augen und braunen, windzerzausten Haaren auf ihren Ponies über das Gelände in Pemberley reiten. Doch davon war man wohl noch einige Zeit entfernt.
Der Zeitpunkt der Rückkehr war denkbar schlecht gewählt, denn Elizabeth bekam unterwegs ihre Blutung. Sie litt diesmal unter elenden Kopfschmerzen und man beschloss deshalb, Station in Hertfordshire, auf Netherfield und Longbourn zu machen, damit man dort die Reise für ein paar Tage unterbrechen konnte.
Dies erwies sich als weiser Entschluss, Clarice sorgte sofort dafür, dass ihre Herrin in Netherfield Park in ein warmes Bett gepackt wurde und sich ausruhen konnte. Jane war rührend besorgt, vor allen Dingen angesichts der Tatsache, dass sie selbst derzeit zwar vom Unbill der Blutung befreit war, dafür aber andere Beschwerden sich langsam ankündigten. Sie hätte Mitte Januar, bei der Abreise aus Derbyshire nach London schon menstruieren müssen, da hatte sie das Ausbleiben noch auf die anstrengende Reise geschoben. Als sich während der Zeit in London auch nichts dergleichen tat, und ihr fortan immer sehr schwindlig war, gingen ihre Vermutungen schnell in die richtige Richtung. Aber erst zu Hause in Hertfordshire, vor wenigen Tagen, hatte sie Gewissheit bekommen: Sie und Charles erwarteten ein Kind! Der Arzt schätzte, dass es Ende September so weit sein dürfte. Sie freute sie über die Maßen über diesen Termin, ziemlich genau zwei Jahre, nachdem Charles und sie sich kennen gelernt hatten.
Elizabeth teilte man in ihrem derzeitigen Gesundheitszustand zuerst einmal nichts davon mit. Allerdings verzog Fitzwilliam kurz gequält das Gesicht, als er die gute Nachricht von seinem Freund aufgetischt bekam. Aber er fasste sich selbstverständlich sofort und gratulierte dann von ganzem Herzen. Onkel zu werden fühlte sich immerhin auch gut an.
Die Schwiegermutter der beiden Herren war natürlich überaus entzückt, erstens über die Tatsache, dass sie im Herbst Großmutter sein würde und zweitens darüber, dass sie nun für einige Tage mit ihren beiden noblen Schwiegersöhnen Staat machen konnte, da der Besuch von Lizzie und Fitzwilliam eigentlich ja gar nicht vorgesehen gewesen war.
