Die Rückreise von Rutland nach Derbyshire verlief ebenso ereignislos wie zuvor bereits die Hinfahrt. Außer dass Georgiana noch ein wenig blasser, noch ein wenig wortkarger und nun zusätzlich auch noch unendlich traurig war. Sie hatte zwar Gelegenheit gehabt, sich von Jonathan während eines kurzen Spaziergangs am Morgen zu verabschieden. Aber sie hatten in Mrs. Woodhouse eine Anstandsdame, die stets in Sichtweite zu dem jungen Paar geblieben war. Die Gespräche der beiden hatten sich vor allem um die nähere Zukunft gedreht, er hatte sich über seine Unsicherheit, was den Militärdienst anlangte, geäußert, sie hatte ohnehin kaum einen zusammenhängenden Satz herausgebracht, denn ihr Herz klopfte schon seit der Zeit, wo sie sich an Jonathan's Arm untergehakt hatte, wie rasend. Vor der Kutsche hatte sie sich vom Arm ihres Zukünftigen gelöst und einfach nur mit riesigen, angstvollen Augen auf einen unbestimmten Punkt im Park geschaut. Jonathan hatte gelächelt, mit zwei Fingern ihr Kinn ein wenig angehoben, damit er in ihre Augen sehen konnte und schließlich ihr die Hand zum Abschied geküsst. Dann waren ihr die Tränen lautlos über die Wangen gerollt.

Er hatte ihr sein Taschentuch gereicht, sie hatte sich damit die Augen getupft und nur noch so schnell wie möglich in die Kutsche steigen wollen, doch er hatte sie noch einmal kurz am Arm zurückgehalten: „Georgiana, ich möchte, dass Sie wissen – oh bitte, erlauben Sie mir eine vertrautere Anrede – ich möchte, dass du weißt, dass ich meine unbedachte Einschreibung zum Militär sehr bedaure, denn ansonsten hätten wir schon bald Mann und Frau sein können. Zwei Jahre werden mir wie die Ewigkeit vorkommen und ich hoffe auf meinen Urlaub, so dass ich Sie… dich einige Male werde besuchen können. Und natürlich wünsche ich eine gute Heimreise… und ich werde dir schreiben… und ich… ich bin Ihnen sehr verbunden... ähm, in Liebe meine ich."

Er hatte ihr abermals die Hand geküsst, dann war sie endgültig in die Kutsche gestiegen. Er hatte sich nach Abfahrt der Gäste insgeheim einen ungeschickten Idioten genannt, weil er diesen Blödsinn dahergeredet hatte und sich nicht getraut hatte, seiner Braut zu sagen, dass er sie liebte.

Die Darcy-Geschwister kamen sehr früh am Morgen in Pemberley an. Noch war niemand auf den Beinen. Doch beim Klappern der Hufe und Rattern der Räder im Hof kam wenigstens der Pferdeknecht so schnell er konnte gelaufen, der wiederum beim Anblick des herrschaftlichen Gespanns schnell noch Gelegenheit hatte, einem weiteren Dienstboten Bescheid zu geben. Georgiana schlief so fest, dass Fitzwilliam sich entschied, sie aus der Kutsche zu heben und ins Haus zu tragen. Sie erwachte nicht einmal, als er sie auf ihrem Bett absetzte und sie vorsichtig hinlegte.

Dann begab er sich hinüber zu seinem Schlafgemach. Er öffnete leise die Tür, ein schummriges, dämmriges Licht ließ ihn zunächst etwas orientierungslos in den dunklen Raum tappen. Er achtete sehr genau darauf, möglichst nirgendwo anzuecken, also ging er ganz langsam auf das Bett zu. Er tastete sich an einen Sessel, legte den Frack und die Weste ab, dann ließ er sich auf der Sitzgelegenheit nieder, um sich seiner Stiefel zu entledigen, was ihm ein oder zwei Ächzer entlockte. Anschließend entknotete er blind seine Krawatte, öffnete das Hemd und zog es sich mit einem Ruck über den Kopf. Die Breeches kickte er zum Schluss während des Aufstehens in Richtung des Sessels, dann kroch er zielstrebig, aber mit äußerster Behutsamkeit unter die Decke, wo er sofort die Körperwärme seiner Frau spürte. Er war selig.

Zwei Stunden später traf ihn ein Sonnenstrahl mitten ins Gesicht. Er blinzelte verschlafen in das grelle Licht, jemand hatte die Vorhänge bereits zurückgezogen. Er drehte den Kopf ein klein wenig, um nicht zu sehr geblendet zu werden, und schaute direkt in Elizabeths Augen. Ein breites Lächeln kam auf seine Lippen. „Oh, mein Gott, bin ich froh, wieder hier, bei dir zu sein", murmelte er in das Kissen.

Sie lächelte ebenfalls, fragte nach: „Wieso, war es so schrecklich in Rutland? Was ist nun mit Georgiana und diesem jungen Mann? Erzähle, ich bin schon so gespannt!"

Sein Lächeln erstarb: „Das ist ja nicht gerade eine Begrüßung nach meinem Geschmack. Kein Wort, dass ich dir gefehlt habe, kein Wort, wie sehr du dich freust, dass ich wieder hier bin, kein Wort, dass alles grau und trübe ohne mich ist… ich bin wirklich sehr enttäuscht."

Er wandte den Kopf ab, zur Fensterseite hin.

Sie kicherte unterdrückt: „Es war alles sehr angenehm und ruhig während deiner Abwesenheit. Keiner, der mich kurz vor dem Tee in die Bibliothek zerrt, um mir feuchte Küsse aufzuzwingen, keiner, der mich dazu nötigt, mir meine Frisur mit einer ungeheuerlich schweren Gallionsfigur, die sich Familientiara schimpft, zu ruinieren, keiner, der mich nachts einfach nicht zur Ruhe kommen lässt, weil er ständig seine Triebe auslebt, keiner, der mich ständig in die Badewanne schleift, und das nicht, weil er einen Reinlichkeitsfimmel hat, keiner…", eine feste Hand hatte sich über ihren Mund gelegt und hielt ihn ihr zu.

„Das mag wohl so gewesen sein, Madam, aber mit der Ruhe ist es nun vorbei, der Herr des Hauses ist wieder da. Und er zwingt Ihnen jetzt hier und gleich seine feuchten Küsse auf, er wird sicherlich auch noch seine Triebe ausleben und Sie anschließend eventuell noch in die Badewanne schleifen, und das alles mit dem allergrößten Vergnügen! Nur was die Sache mit der Tiara anlangt, zeigt er sich eventuell verhandlungsbereit."

Er nahm die Hand von ihrem Mund um diesen stattdessen mit einem heißen Kuss zu verschließen.

Als sie wieder zu Atem kamen, sagte sie: „Oh ja, das habe ich in der Tat sehr vermisst, Sir!"

Er nahm es als Ansporn zu weiteren Taten.

Etwas später berichtete er ihr dann endlich von den Dingen, die sich auf Gainsworth Hall ergeben hatten. Elizabeth schaute ihn teilweise mit großen Augen an, als ihr Mann vom jungen Wirrkopf Jonathan Gainsworth, seinem unerwarteten Militärdienst und der vorläufig nicht offiziellen Verlobung erzählte.

Dann stand sie auf, läutete nach Clarice, kehrte dann aber noch einmal zum Bett zurück, weil Fitzwilliam ihr noch etwas Wichtiges sagen wollte: „Das Merkwürdigste jedoch, abgesehen von den ungewöhnlichen Umständen zwischen George und ihrem zukünftigen Gatten, war die Bemerkung von Sir Thomas, der mich zu Anfang als ‚Sir Fitzwilliam' betitelte. Als ich ihn auf seinen vermeintlichen Irrtum hinweisen wollte, sagte er mir jedoch, dass der königliche Hof entsprechend Pläne hätte, mich zum Knight zu schlagen. Es wäre ihm überdies noch vom Duke of Rutland bestätigt worden. Meinst du, das Ganze ist auf den Einfluss von Beau Brummell zurückzuführen? Der Kronprinz selbst schien mir ja wenig interessiert an dem, was um ihn herum vorging. Ha, stell' dir mal vor: Sir Fitzwilliam und Lady Elizabeth Darcy!"

Seine Frau gab keine Antwort. Er schaute zu ihr hin, sie lag sehr bleich in den Kissen. Dann, wie auf ein geheimes Zeichen hin, sprang sie auf, raste ins Badekabinett und würgte was das Zeug hielt. Fitzwilliam war sichtlich erschrocken, warf die Decke von sich und wollte im Adamskostüm Elizabeth hinterher eilen, als plötzlich Clarice in der Tür stand. Er hatte wegen Elizabeths Verhalten völlig vergessen, dass nach dem Mädchen geläutet worden war. Clarice selbst stand mit hochrotem Kopf und weit aufgerissenen Augen in der Tür. Er blieb für einen Moment wie angewurzelt stehen und schloss ganz kurz pikiert die Augen. Dann hastete er weiter in Richtung Bad, als wäre nichts gewesen.

Doch die Stimme seiner Frau hielt ihn an der Tür zurück: „Nein lass! Bleib draußen, es geht sicher gleich wieder…."

Ein weiteres Würgen war zu hören. Das war das Signal für ihn, dem neugierigen, wenngleich mittlerweile gesenktem Blick von Clarice zu entkommen und seiner Frau zur Hilfe zu eilen. Fitzwilliam betrat das Bad und war sehr unsicher. Erbrechen, das kannte er nur aus seiner frühen Kindheit und danach nur noch von einem Vollrausch, ein Zustand, in dem er sich nur ein- oder zweimal in seiner Studentenzeit befunden hatte. Schnell schlang er sich ein Laken um die Hüften und machte mehrere weitere Schritte auf Elizabeth zu. Diese hatte das Klosett recht fest umarmt, lehnte sich aber nun ermattet zurück und sah voller Entsetzten, dass ihr Mann unbeholfen hinter ihr stand. Sie wollte aufstehen, zitterte aber zu sehr. Mit einem Satz war er bei ihr, griff ihr unter die Arme und zog sie vorsichtig hoch.

Er strich ihr liebevoll eine Locke aus der kalt-feuchten Stirn: „Oh Lizzie, mein Liebes, wie sehr du leidest. Was ist es?"

Er nötigte sie auf einen hölzernen Hocker, hielt sie dort mit einem Arm fest und hantierte mit dem freien Arm am Wasser, um eine kalte Kompresse fertigzumachen. Diese drückte er ihr sogleich besorgt auf die Stirn.

Clarice klopfte an die Tür. „Ma'am? Sir? Darf ich eintreten?"

Fitzwilliam war geneigt, ein herrisches „Nein" ertönen zu lassen, doch ein bittender Blick aus Elizabeths Augen ließ ihn in letzter Sekunde davon Abstand nehmen.

Stattdessen rief sie mit brüchiger Stimme: „Clarice, kommen Sie bitte kurz her."

Die Zofe trat ein und hielt ihren Blick züchtig gesenkt, obwohl der Hausherr nun zumindest den anstößigsten Teil seiner Blöße bedeckt hatte. Elizabeth bat die Zofe, doch ihrer Mutter Bescheid zu geben, ihr außerdem frische Wäsche und auch ein anderes Nachthemd herzurichten. Clarice stürzte davon, um die erhaltenen Befehle schnellstmöglich auszuführen.

Dann erst sprach Elizabeth mit Fitzwilliam: „Ich weiß auch nicht genau. Es ging mir wirklich wunderbar. Doch als du mir sagtest, dass es eventuell passieren könnte, dass man dich in den Adelsstand erhebt, da wurde mir ganz plötzlich so furchtbar schlecht. Und spätestens bei deinen Worten von ‚Sir Fitzwilliam' und ‚Lady Elizabeth' war der Brechreiz so groß, dass es mit nichts mehr zu vermeiden war. Es tut mir leid."

Sie ließ ihren Kopf müde auf seine Schulter sinken. „Ich denke, es ist doch die Schwangerschaft, die lange Zeit ohne dich, das freudige Wiedersehen und dann diese unglaubliche Nachricht vom Hofe, das alles war dann wohl ein bisschen viel auf einmal."

Fitzwilliam nickte. Es klopfte wieder und Clarice kam zurück. Fitzwilliam wollte sich zurückziehen, doch Elizabeth bedeutete dem Mädchen, dass es ihr schon ein wenig besser ginge und sie sich selbst umziehen würde. Clarice knickste und ging. Mit Hilfe von Fitzwilliam zog Elizabeth sich um. Als sie mit nacktem Oberkörper vor ihm stand, hielt er unwillkürlich die Luft an. Sein Blick wanderte an ihrer Gestalt entlang.

Dann plötzlich hielt er inne, ein dumpfer Laut entfuhr ihm: „Uhm, Lizzie, ich glaube, du hast zugenommen. Siehst du hier an deinem Bauch, oh, wie sehr habe ich darauf gewartet, wenn man genau hinschaut, bemerkt man die Wölbung."

Er barg sein Gesicht an ihrem Bauch, glücklich lächelnd.

Sie streifte sich das frische Hemd über, da klopfte es draußen an die Schlafzimmertür und die Stimme von Mrs. Bennet wurde hörbar: „Lizzie? Lizziiiieee? Ach mein armes Täubchen, ich bin gleich bei dir."

Fitzwilliam hob Elizabeth auf seine starken Arme und trug sie zurück zum Bett. Dann nahm er schnell seinen Morgenrock von einer Stuhllehne und zog ihn sich über. So gekleidet lief er zur Tür und öffnete diese.

Seine Schwiegermutter rauschte an ihm vorbei wie die Eilpost von London nach Bath, ihn keines Blickes würdigend. „Lizzie, Lizzie, das ist alles halb so schlimm! Sei froh, dass du bist heute zumindest von diesem Unbill verschont geblieben bist, im Gegensatz zu der armen Jane! Du kannst dir nicht vorstellen, wie sie schon die ganze Zeit leiden musste. Man soll dir sofort Toast und Tee bringen, dann wirst du sehen, wird es bestimmt bald besser."

Elizabeths Stimme ließ sich vernehmen: „Mama, ich kann mir nun wohl vorstellen, wie es Jane ergangen sein muss. Ob ich jetzt etwas essen kann, weiß ich allerdings nicht."

„Papperlapapp", entgegnete ihr Mutter sogleich. „Du musst dich zwingen, etwas zu essen!"

„Mit Verlaub, werte Mama", die tiefe Stimme ihres Schwiegersohnes ließ Mrs. Bennet zusammenfahren „ich glaube nicht, dass es gut wäre. Elizabeth zum Essen zu zwingen. Das hätte sicher ganz rasch wieder den gegenteiligen Effekt und ich verspüre keine große Lust, sie immer wieder im Badezimmer aufzulesen. Sie kann sicherlich mal eine Mahlzeit auslassen, so lange dies nicht zur Gewohnheit wird. Und im Übrigen wünsche ich Ihnen einen schönen guten Morgen!"

Mrs. Bennet lief rot an, ihr wurde bewusst, dass ein nur äußerst ungenügend bekleideter Mr. Darcy vor ihr stand, dessen nackte Knöchel und Füße unter dem dreiviertellangen Mantel hervorlugten.

Sie konnte daher nur stottern: „Oh… ja… natürlich… Sie verzeihen… ich hatte Sie gar nicht gesehen… auch einen guten Morgen von mir… selbstverständlich."

Belustigt schob sich seine linke Augenbraue in die Höhe, dann entgegnete er: „Ich sollte mich wohl besser ankleiden und frühstücken. Mama, ich überlasse Ihnen das Feld, ich habe keinen Zweifel, dass Sie sich gut um Elizabeth kümmern werden. Eine Frau Ihrer Erfahrung – da werde ich gewiss nicht mehr benötigt. Einen schönen Tag noch."

Er zog sich in das Ankleidezimmer zurück, nicht ohne einen sehnsuchtsvollen Blick auf seine Frau im Bett geworfen zu haben.

Georgiana schlief noch immer, teilte man ihm mit. Die Ärmste schien total erschöpft zu sein. Dafür hatte Mr. Portland das Vergnügen, beim Frühstück anwesend sein zu dürfen, da abzusehen war, dass man ohne Damengesellschaft sein würde. Es hatten sich viele Papiere angesammelt und die Dinge mussten abgearbeitet und besprochen werden. Das Frühstück dehnte sich fast bis zum Lunch hin, dann erst waren die beiden Männer mit den dringlichsten Themen durch.

Am Nachmittag fand er die Damen in trauter Runde beim Tee auf der sonnigen Terrasse, auch Elizabeth lag in eine Decke gewickelt auf zwei zusammen geschobenen Sesseln und nippte am Tee. Fitzwilliam war froh, dass es ihr augenscheinlich besser ging und wohl keine Dauerübelkeit zu befürchten stand. Georgiana hatte von ihren Erlebnissen in Rutland berichtet, allerdings die kleinen, intimen Details ausgelassen, vielleicht hätte sie diese Elizabeth anvertraut, aber Mrs. Bennet musste das nicht unbedingt zu Ohren kommen. So hatte sie sich auf die allgemeinen Tatsachen und Begebenheiten beschränkt.

Mrs. Bennet kündigte mit Trauermiene ihre Abreise an und ließ sich, wie zu erwarten war, noch zu weiteren Lamenti hinreißen, wie gerne sie doch noch für ein Weilchen geblieben wäre, aber der Rest der Familie in Longbourn wollte ja schließlich auch wieder zu seinem Recht kommen.

Fitzwilliam wechselte mit Elizabeth einen viel sagenden Blick, einerseits waren beide wohl erleichtert, dass die Zeit des Besuches vorüber war, andererseits ahnte er, dass seine Frau ihre Mutter nur ungern heimreisen ließ. Sehr verständlich in ihrem Zustand.

Beim Dinner konnte Elizabeth dann ebenfalls mit anwesend sein, sie aß jedoch nur eine leichte Brühe und sehr wenig von dem Hühnerfleisch. Aber ihre Wangen hatte eine rosige Farbe und sie machte einen durchaus stabilen Eindruck. Im ehelichen Schlafzimmer war Fitzwilliam mehr als rücksichtsvoll, was nach Lizzies Bekunden jedoch gar nicht notwendig war. Er wollte sie keinesfalls stören und zog in Betracht, sich in einem anderen Zimmer zur Ruhe zu begeben, sie legte gegen seine Entscheidung lautstark Protest ein. Die Diskussion wurde teilweise sehr hitzig geführt, nicht alles, dass das Paar die erste ernsthafte Streitigkeit in seiner bisherigen Ehe vom Zaun gebrochen hätte. Nur Lizzies nahenden Tränen war es zu verdanken, dass Fitzwiliam schließlich nachgab, und von dem Ansinnen, woanders zu nächtigen, Abstand nahm.

Als beide dann im Bett lagen, ergriff er ihre kleine Hand, zog sie an seine Lippen und murmelte: „Es wäre ja nicht nur gewesen, damit du vollkommen deine Ruhe hast. Es fällt mir halt so furchtbar schwer, nur neben dir zu liegen und zur Untätigkeit verdammt zu sein. Gerade wo ich so lange von dir getrennt war. Nenne mich einen selbstsüchtigen, nur auf seinen Vorteil bedachten Mann, womit du uneingeschränkt Recht haben würdest, aber es sind nun mal meine Empfindungen. Wenn ich dich hier im Bett sehe und spüre, dann… kann ich mich eben kaum beherrschen. Da dachte ich, dass es besser wäre, wenn ich mich ganz von dir fernhalte. Es tut mir leid."

Sie lauschte noch dem Nachhall seiner wundervollen, samtigen Stimme, dann antwortete sie: „Aber Liebling, wie hast du es denn vorher, also ich meine, vor unserer Hochzeit, ohne Frau ausgehalten, wenn du… wenn du… also, du verstehst… wo du doch so… so…", sie hatte sich in Formulierungen verrannt, aus denen sie nicht mehr herausfand.

Daher lachte er, bevor er die Dinge sehr direkt aussprach: „Wo ich doch so triebgesteuert bin, wolltest du sagen? Hmh, das bin ja erst, seit ich dich kenne und liebe. Davor wusste ich gar nicht, dass ich einen Unterleib habe, Madam!"

Jetzt war es an ihr, zu lachen: „Und das soll ich dir glauben? Niemals! Es ist ja auch nur zu offensichtlich, dass du über hinlängliche Erfahrung auf diesem Gebiet verfügst. Im Gegensatz zu mir. Wolltest du mir nicht schon längst einmal beichten, was es damit auf sich hat? Jetzt wäre die beste Gelegenheit dafür. Bitte – ich warte!"