Er drehte sich auf die Seite und blickte ihr in die Augen. „Das wäre zuviel von mir verlangt. Und von dir. Ich kann unmöglich einer Frau, die guter Hoffnung ist, derlei Dinge anvertrauen. Abgesehen davon, dass man darüber sowieso nicht spricht."

„Auch nicht unter Männern?" hakte sie nach.

„Eigentlich auch nicht unter Männern, meine Süße."

„Schwörst du es?"

„Lizzie, über so einen Unsinn braucht man keinen Schwur zu verlangen."

„Das ist kein Unsinn für mich. Ich erachte es für wichtig. Und du würdest mir doch niemals in meinem Zustand einen Wunsch abschlagen, oder?"

„Elizabeth!" seine Stimme hatte einen warnenden Unterton.

„Fitzwilliam, bitte!"

„Nein!"

„Doch, ich muss es wissen. Ich gebe nicht eher Ruhe, bis ich darüber Bescheid weiß. Und ich nörgele sonst die ganze Nacht herum und finde keinen Schlaf, was sicher mir und dem Kind gar nicht gut tun würde.

Er verzog das Gesicht zu einer säuerlichen Grimasse und stieß laut die Luft aus: „Grundgütiger, bist du aber hartnäckig und stur. Also gut, aber ich habe dich gewarnt!"

Sie stieß ein freudiges Quieken aus und kuschelte sich enger an ihn heran.

Er legte seinen Arm um sie und warnte sie ein letztes Mal: „Lizzie, das ist kein Späßchen. Ich bin viel zu nachgiebig mit dir, das ist meine große Schwäche. Wenn ich dir nun ein klein wenig aus meinem wirklich überaus bescheidenen Vorleben erzähle, dann möchte ich keinesfalls, dass ich anschließend mit ausgekratzten Augen oder sonst wie von dir aus Eifersucht malträtiert hier liege. Dafür hast du überhaupt keinen Grund. Ich liebe nur dich, ich habe niemals eine andere geliebt. Hörst du, Liebes? Niemals zuvor! Ich möchte, dass du dir das stets klar vor Augen hältst. Versprichst du es?"

Sie nickte ergeben und drängte ihn, zu beginnen. Er räusperte sich und fing mit der koketten Sarah aus dem Dorf an.

Lizzie kicherte bei seinen Schilderungen und unterbrach ihn: „Und du hast dich wirklich mit ihr im Heu gewälzt? Kaum zu glauben, der stolze Master Darcy…"

„Aber ja doch", er ließ sich von ihrer Albernheit ein klein wenig anstecken, „und nicht nur im Heu, das nächste Mal haben die Dinge in einem Viehschuppen ihren Lauf genommen. Und dann noch einmal während der Ernte, als das Getreidelager im Dorf randvoll war."

Sie schaute ihn mit kullerrunden Augen an: „Du hast dreimal mit ihr…?"

Jetzt war es an ihm, zu nicken: „Ja schon, aber die ersten beiden Male wusste ich wirklich nicht, was da mit mir geschehen war. Nur beim letzten Mal, da hatte ich es in etwa begriffen."

„Und danach?"

„Nichts mehr, sie ist, wenn ich mich recht entsinne, durch irgendwelche Umstände bei der Feldarbeit zu Tode gekommen."

„Nein, ich meinte nicht Sarah. Ich meinte, nach ihr…."

„Ach, da war nichts Wichtiges mehr!"

„Fitzwilliam!" Jetzt hatte ihre Stimme einen leicht drohenden Unterton.

„Ja, ist ja schon in Ordnung. Ich glaube, ich hatte noch einmal was mit einem Schankmädchen in Cambridge."

„War sie hübsch?"

„Lizzie! Ich sagte dir schon, dass das alles völlig unbeutend und für mich absolut ohne Belang war. Ich weiß nicht einmal mehr, wie ihr Name gelautet hat, geschweige denn könnte ich mich an ihr Aussehen erinnern. Es war zum Semesterabschluss und ich war ein klein wenig betrunken."

„Ach, betrunken warst du? Der solide und über alle Laster erhabene Mr. Darcy hat sich betrunken über eine Schankmagd hergemacht? Schande über dich!"

Er lachte: „Da kannst du mal sehen, wie tief meine Abgründe sind, welche unverzeihlichen Sünden ich in der Lage bin zu begehen. Ich bin wahrlich nicht der, für den du mich hältst!"

Sie räkelte sich ein wenig, dann drängte sie bereits nach weiteren Enthüllungen: „Komm Liebster, ich möchte hören, welche Abgründe sich noch auftun, wer du wirklich bist!"

Er fuhr in seiner Erzählung fort: „Und der Schurke Wickham hatte mir zu meinem Geburtstag mal eine Frau auf mein Zimmer bestellt. Das war wirklich perfide."

„Aber die hast du doch sicher wieder wegschicken können, oder?"
"Das hätte ich auch beinahe getan, doch sie wusste genau, wie sie mich um den Finger wickeln konnte."

„Ach, interessant! Und wie hat sie das gemacht? Das würde ich sehr gerne wissen, damit ich mir ein Beispiel daran nehmen kann."

„Liebes, du hast das Gleiche schon unzählige Male unbewusst getan. Zum ersten Mal, als du in Netherfield nach einem Fußmarsch angekommen warst, um nach der kranken Jane zu sehen."
"Iiich?" Lizzies Stimme klang überaus erstaunt. „Dessen bin ich mir überhaupt nicht bewusst. Womit kann man dich denn so leicht um den Finger wickeln?"

Er griff in ihre langen, seidigen Haare und zog sie spielerisch durch seine Finger, dann vergrub er sein Gesicht darin und schnupperte wohlig daran. „Allein dadurch, dass du mir mit offenen, nicht hochgesteckten Haaren begegnest. Das ist vollkommen ausreichend, um mich komplett meinen Verstand vergessen zu lassen, glaub' mir."

„Und diese Frau hatte ihre Haare nicht hochgesteckt?"

„Ja, sie löste sofort als ich zur Tür hereinkam ihre Kämme und Nadeln, offensichtlich wusste sie genau, dass ich dann nicht mehr zur Gegenwehr fähig sein würde."
"Hat Wickham ihr das vorher gesagt?"
"Ich nehme es stark an, ja."
"So ein Schurke!"

„In der Tat."

„Und wie war das Erlebnis mit der besagten Dame?"
Er rollte mit den Augen: „Was du alles wissen möchtest. Ich denke nicht, dass es jemals in der Geschichte des Ehestands ein derartiges Gespräch zwischen Mann und Frau gegeben hat, wie dies zwischen uns hier heute Abend. Wirklich Lizzie."

Doch sie blieb hartnäckig: „Fitzwilliam, du hast nun schon so vieles gesagt, da kannst du mir das doch nicht vorenthalten."

„Ich sollte es aber besser tun. Nun, meinetwegen. Ich fühlte mich erstaunlicherweise weit weniger unbehaglich, als ich zunächst vermutet hatte. Es war so ziemlich das erste Mal, dass ich erheblichen Genuss an dem Vorgang empfand. Also, mehr als nur die reine körperliche… Erleichterung."

Sie nuschelte undeutlich in die Kissen: „Hmh, das gefällt mir jetzt schon nicht mehr so. Du hast also mehr für die Dame empfunden?"

Er liftete seine Braue in leichtem Ärger: „Siehst du! Ich wusste, dass es früher oder später zu dieser Reaktion bei dir kommen würde. Aber deine Schlussfolgerung ist eben falsch. Es geht nicht um die Frau, es geht darum, dass ich zum ersten Mal dem Akt an sich mehr als nur den körperlichen Aspekt abgewinnen konnte."

Eine Hand fuhr ihm tröstend durch die braunen, glatten Haare: „Gut, ich denke, ich kann es halbwegs verstehen. Und damals hast du dir also die atemberaubend Technik angeeignet, wie man Damen… also, wie man ihnen… Lust bereitet?"

Er seufzte tief auf, das nächste Kapitel war unumgänglich, also besser schnell in der Beichte fortgefahren: „Nein, eigentlich nicht. Aber besagte Dame hat mich sehr direkt und unmissverständlich darauf hingewiesen, dass ich absolut keine Ahnung von den Sehnsüchten und Bedürfnissen einer Frau in dieser Hinsicht hätte. Um es rundheraus zu sagen, sie war maßlos enttäuscht von mir."

„Fitzwilliam! Das gibt es doch nicht! Wie kann eine Dame von dir enttäuscht sein?"
"Glaub mir, mein Herz, genauso hat es sich zugetragen. Ich habe damals über null Erfahrung verfügt und war wie vor den Kopf geschlagen, als sie mich derart verspottete."

„Ja, aber…" Elizabeth dachte nach, „dann sind deine Erlebnisse damit wohl noch nicht zu Ende."

Sie wandte ihr Gesicht von ihm ab und drehte sich komplett auf die andere Seite. Sie war sich nicht sicher, ob sie den offensichtlich pikanten Rest auch noch hören wollte.

Fitzwilliam beugte sich über sie: „Schluss für heute?"

Sie schüttelte den Kopf, sie wollte alles hören, die Neugier würde sie sonst auffressen: „Oh nein, ich entlasse dich noch nicht aus der Pflicht. Ich möchte über alles weitere auch noch in Kenntnis gesetzt werden."

Er kniff die Lippen zusammen. Das konnte jetzt heiter werden, er hatte die Wahl. Entweder eine abstruse Geschichte erfinden, auf die Elizabeth aber, so wie er sie kannte, immer mal wieder zurück kommen würde, und dann konnte er sich leicht in seinem eigenen Lügengespinst verfangen, oder ihr die ganze Wahrheit auftischen. Er fand, dass sie sein Vertrauen voll und ganz verdient hatte und man ihr keine Lüge erzählen durfte. Er würde sie niemals so hintergehen können. Dann lieber Augen zu und durch.

„Geliebte mein, ich möchte, dass du dich wohl fühlst. Was auch immer ich dir hier und heute erzähle, es spielt eine nur untergeordnete Rolle in meinem Leben. Nichts davon ist wichtig. Nur du, und natürlich unser Kind. Das ist alles, was für mich zählt."
Sie schaute in schräg von unten an: „Oh Herr im Himmel, ist das was jetzt folgt so schlimm? Du musst ja ungeheuerlich über die Stränge geschlagen haben. Ist dem so?"

„Ich weiß ja nicht, wie du es aufnehmen wirst, wie deine Empfindungen dabei sind. Ich wollte nur sichergehen, dass du meine Empfindungen kennst und sie richtig einordnest. Also, um es kurz zu machen: Meine bescheidenen Fähigkeiten als Liebhaber habe ich mir bei einer Kurtisane angeeignet. Mein Cousin Montgomery hatte mich zu ihr gebracht und nach anfänglichem Zögern meinerseits war ich dann nicht abgeneigt, mich instruieren zu lassen."

Lizzie hob zweifelnd den Kopf: „Wie, du warst nicht abgeneigt? Was soll das denn bedeuten? Hast du den eifrigen und gelehrigen Schüler gegeben? Oder war es dir eher gleichgültig? Pah, ‚instruieren lassen', das hört sich schon so richtig nach einem Sündenpfuhl an."

Dann reckte sie den Kopf ganz in die Luft, stützte sich auf ihre Ellbogen und erfasste endlich die gesamte Tragweite: „Heißt das, du bist in einem Bordell gewesen?"

Sie hatte Mühe, ihre Stimme unter Kontrolle zu halten.

Er biss sich auf die Lippen. Dann nickte er langsam.

Elizabeth ließ ihren Kopf zurück auf das Kissen sinken: „Das hat dir eine… eine Hur…", sie kam nicht weiter, er legte ihr rasch zwei Finger auf den Mund:

„Sch, nicht doch! Nicht ordinär werden."

„Wie kannst du mir den Mund verbieten und sagen, ich soll nicht ordinär werden, wenn du selbst dich völlig ordinär mit derartigen Weibern vergnügt hast! Ich fasse es nicht!"

„Lieber Schatz…", jetzt wurde er rüde unterbrochen:

„Nein, nichts ‚Lieber Schatz'! Mein Gott, wie konnte ich nur so dumm sein! Natürlich! Es musste sich ja so verhalten! Ach, ich bin doch wirklich naiv gewesen! Wer sonst, außer einer… – ach, selbst dieses Wort wäre noch zu gelinde ausgedrückt für Damen wie diese – würde in der Lage sein, einem Mann solche Raffinessen beizubringen. Ich hatte gehofft, es wäre vielleicht eine anständige Witwe gewesen, ich habe einmal in einem Buch gelesen, dass es diese Möglichkeit für Männer gibt. Aber das…!"

„In welchem Buch hast du das gelesen, Lizzie?" fragte er mit großen Augen nach.

„Das tut nichts zur Sache", fauchte sie ihn an, „deine Bibliothek ist sehr groß. Und du warst lange Zeit nicht da. Also bitte, beschwer dich nicht. Dazu hast du nämlich gar keinen Grund!"

Dennoch konnte er ein Grinsen nicht ganz unterdrücken. Sie hatte in seiner Abwesenheit anstößige Lektüre gelesen? Sehr interessant, vielleicht konnte er ihr ja daraus einen Strick drehen und sie würde seine Eskapaden im Bordell als nicht mehr gar so schlimm erachten. Doch noch hatte er den Kopf nicht aus der Schlinge gezogen.

Sie jammerte nämlich ohne Unterlass weiter: „Oh du Schuft! Du Schwerenöter! Aber klar doch, solche Fähigkeiten kann man sich gewiss nur durch einen Besuch bei – ach du weißt schon wem – aneignen!"

Er wusste, er musste jetzt alles offen legen, es war ohnehin schon das Kind mit dem Bade ausgeschüttet worden. Deshalb räusperte er sich erneut und sagte dann mit bemüht ruhiger Stimme: „Es waren zwei Besuche! Nicht nur einer."

„Waaas?" Sie funkelte ihn böse an.

„Sonst wüsste ich nicht annähernd so viel, hätte dir nichts zeigen können, hätte dich nicht", und nun kam er dicht an ihr Ohr und flüsterte den Rest des Satzes hinein: „so wundervoll zu höchsten Lüsten bringen können."

„Oh, wie kannst du es wagen! Du denkst doch wohl nicht, dass ich dir auch nur noch ein einziges Mal Gelegenheit gebe, diese unanständigen Kniffe an mir auszuprobieren. Nie wieder!"

„Komisch nur, dass dir diese unanständigen Kniffe vor gar nicht allzu langer Zeit ziemlich gut gefallen haben. Und warum solltest du mir das Bett verwehren, wo du doch fast genauso unanständig bist?"

„Ich? Wie kommst du denn auf diesen absurden Gedanken? Ich bin als völliges Unschuldslamm in deine Fänge geraten, genauso ist es."

„Aber du hast alles ausgiebig genossen. Und du hast zudem Bücher gelesen, in die keine anständige Frau jemals einen Blick werfen würde. Hast du selbst vorhin zugegeben."

„Du hast ja eine nette Art, dir die Dinge so zurechtzudrehen wie du sie brauchst. Nun bin ich plötzlich die Lasterhafte hier. Das ist wirklich…", sie schnaubte wütend, „impertinent!"

Nun hatte er genug. Er sprang aus dem Bett, klemmte sich sein Kopfkissen unter den Arm und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort. Er hatte fast schon vorausgesehen, dass es so ausgehen würde. Er war ihr nicht wirklich böse, in gewisser Weise konnte er sie verstehen. Aber da er sowieso vorgehabt hatte, in dieser Nacht in einem anderen Zimmer zu schlafen, kam der Ausbruch von ihr ihm ganz gelegen. Sie sollte ruhig ein bisschen schmoren. Er klopfte sich das Kissen in dem ungewohnten Bett zurecht und schloss seufzend die Augen. Bevor ihn der Schlaf übermannte, hoffte er noch, dass das kleine Unwetter am Ehehimmel sich am kommenden Tag verzogen haben würde.

Es verzog sich wesentlich früher als gedacht. Elizabeth fand keinen Schlaf. Erst weinte sie, zunächst heftig, später immer ruhiger werdend. Dann dachte sie über die ganze Angelegenheit nach. Sie war ein klein wenig über das Ziel hinausgeschossen, das war ihr klar. Doch er hatte einen Denkzettel verdient. Und dann erinnerte sie sich an die Zeit, als sie und Fitzwilliam sich kennen lernten, und wie sie sich dauernd gegenseitig durch sinnlose Vorhaltungen, dumme Missverständnisse und unhaltbare Ansichten im Weg gestanden waren. Wie die Liebe beinahe durch ungerechtfertigte Vorurteile und fehlgeleiteten Stolz niemals zum Zuge gekommen wäre. Wäre das nicht furchtbar gewesen?

Und war diese Liebe nicht durch eine traumhafte Hochzeit, herrliche Tage der Liebe – ja natürlich, sie musste es zugeben, und der Lust - und letztendlich durch das noch ungeborene, gemeinsame Kind gekrönt worden? Sie setzte sich auf, griff nach dem Morgenrock, warf ihn kurzerhand über und schlich sich aus dem Zimmer.

Sie musste nicht lange suchen, sie ahnte bereits, dass er in dem Gästezimmer schlief, das üblicherweise immer den Gardiners zur Verfügung stand, wenn sie hier zu Gast waren. In dem anderen Zimmer war ihre Mutter derzeit untergebracht und die restlichen Räume waren momentan nicht hergerichtet. Sie trat ein, ohne anzuklopfen. Sie wusste nicht, ob er wach war oder schlief. Deshalb trippelte sie auf Zehenspitzen an das Bett heran. Sie hörte sein leises Schnarchen. Unverschämtheit! Sie grämte sich bis in alle Unendlichkeit und der Herr schlief seelenruhig. Sie war drauf und dran, den Raum wieder zu verlassen, überlegte es sich aber an der Tür wieder anders. Sie grinste fast spitzbübisch, als ihre eine ganz verrückte Idee durch den Kopf schoss. Dann verließ sie den Raum doch, tat dies aber mit einem ganz bestimmten Plan.

Eine Viertelstunde später war sie zurück. Sie musste sich gehörig zusammenreißen, um nicht in Gekichere auszubrechen, während sie ihre Schätze auf dem kleinen Tisch vor dem Fenster im Schein des Halbmondes ausbreitete. Vor ihr lagen zwei lange Binden, wie man sie zum Bandagieren oder Verbinden von Gliedmaßen verwenden würde. Außerdem ein kleines Stövchen mit glühender Kohle, darauf ein Porzellangefäß mit aromatisch duftender, halbwegs flüssiger Schokolade. Sie empfand eine diebische Freude bei dem Gedanken an das nun Folgende. Sie glitt langsam an der einen Seite des Bettes entlang, nahm vorsichtig einen Arm ihres schlafenden Mannes und band ihn am Bettgestell mit einer der langen Binden fest. Die Schokolade deponierte sie leise auf der Nachtkonsole. Dann verfuhr sie ebenso umsichtig mit dem zweiten Arm von Fitzwilliam. Doch es war klar, dass diese Maßnahme nun unweigerlich zum Aufwachen führen würde.

Mit einem unterdrückten Fluch schlug er die Augen auf: „Was zur Hölle ist hier los? Diebe? Wer fesselt mich denn hier ans Bett?" Irritiert blickte er umher, dann endlich sah er Elizabeth: „Lizzie, was geht hier vor?"

„Nichts, schlaf weiter."

„Hast du mich an das Bett gebunden als wäre ich ein rasender Irrer?"

„Vielleicht bist du das ja, mein Lieber", säuselte sie völlig entspannt.

Er bemühte sich, nicht zu laut zu werden, um das restliche Haus, vor allen Dingen seine Schwiegermutter, nicht aufzuwecken: „Binde mich sofort los, bitte!"

Sie lächelte maliziös und zog mit einem entschlossenen Ruck die Decke von seinem nackten Körper. Er wand sich unbehaglich.

Dann floss ein Schwall der warmen Schokolade auf ihn. Er zuckte erschrocken zusammen. Was hatte sie vor? Er hob den Kopf ein wenig und wagte kaum zu atmen. Das träumte er doch, oder? Seine Frau zog sich das Nachthemd über den Kopf und kroch zu ihm auf das Bett. Er reagierte sofort stark körperlich. Sie begann, mit Genuss die Schokolade von seiner Brust und seinem Hals zu lecken. Er stöhnte laut auf. Und er verfluchte, dass er sich kaum rühren konnte, dass er sie nicht anfassen konnte, dass er zur Passivität verdammt war!

Bei Gott, von Elizabeth konnte jede Kurtisane in diesem Augenblick eine Menge lernen! Sie zog eine kleine feuchte Spur mit ihrem Mund über seinen Bauch. Er zuckte lustvoll und unkontrolliert zusammen. Sie leckte exzessiv über seine Brustwarzen, die Schokolade tropfte auf die Bettwäsche, was völlig egal war in diesem Moment. Seine Erektion war fast kaum noch auszuhalten. Sie schlürfte eine große Portion der Schokolade aus seinem Bauchnabel, er flehte sie an, dem ganzen Einhalt zu gebieten, doch sie ließ sich nicht im Geringsten davon beeindrucken. Die braune Süßigkeit lief an seinen Oberschenkeln herunter, Elizabeth leckte sie gierig auf. Er zerrte ungeduldig mit den gefesselten Händen am Bettgestell, doch ihre Knoten in den Bandagen hielten der Sache stand.

Er wollte sie penetrieren, auf der Stelle, er hielt es nicht mehr aus. Doch sie kullerte auf die andere Seite, rutschte ein Stück nach oben und träufelte ihm die warme Schokolade in den Mund. Dann presste sie ihre Lippen auf seine und teilte das süße Etwas so mit ihm. Er glaubte, wahnsinnig werden zu müssen. Sie küsste ihn ausgiebig und wie eine Verhungernde. Seine Machtlosigkeit brachte ihn schier um den Verstand.

Dann, als er schon fast meinte, in eine gnädige Ohnmacht sinken zu müssen, spürte er ihren Mund auf seinem Geschlecht. Er riss die Augen weit auf und röchelte entsetzt. Sie leckte den letzten Rest Schokolade an Stellen weg, die für ihn eigentlich gar nicht existierten. Dann war es endgültig um ihn geschehen, mit einem lauten, tiefen Aufschrei ergoss er sich, er hatte nicht ein Fünkchen Kontrolle mehr über sich. Er schaute benommen auf, er hatte nicht gewollt, niemals, dass es dazu kam, aber heute hatte sie ihm keine andere Wahl gelassen. Sie hatte ihn wirklich und wahrhaftig mit ihrem Mund aufgenommen, er drehte beschämt seinen Kopf seitlich in die Kissen und konnte dadurch seine Augen ein wenig verdecken.

Doch ihre wahre Rache kam erst noch. Sie rollte weg von ihm, breitete die Decke über ihm aus und spazierte fröhlich zur Tür hinaus. Ohne ihn loszubinden! Er fluchte wie ein Rohrspatz. Er brauchte mehr als eine Stunde, um sich endgültig zu befreien. Das Bett war sowieso ein Trümmerfeld, darin konnte er nicht mehr schlafen. Alles war verklebt von Schokolade. Er stürmte in das eheliche Schlafzimmer, wickelte sich wortlos in die Decke und versuchte, endlich einzuschlafen. Obwohl er innerlich kochte, wagte er es dennoch nicht, seine Frau aufzuwecken, die so friedlich schlief. Er würde morgen ein ernstes Wörtchen mit ihr zu reden haben!