Doch dazu kam er vorerst nicht. Als er aufwachte, hörte er bereits Clarices belangloses Geplapper, dann machte sich Rodgers an seinen Sachen zu schaffen und beim Frühstück war die gesamte Familie versammelt. Er warf Elizabeth nur ab und zu einige finstere Blicke zu, von denen sie sich allerdings nicht im Geringsten gestört zu fühlen schien. Besonders zornig blitzte er sie an, als Mrs. Bennet erzählte, sie sei mitten in der Nacht vom lauten Schrei eines Tieres, sie behauptete felsenfest, es müsse ein Wolf gewesen sein, aufgewacht. Es wäre so nah am Haus, ja ihrer Meinung nach sogar im Haus, gewesen, dass es sie schon sehr gegruselt hätte.

Elizabeth jedoch hatte ein Dauerlächeln auf den Lippen, selbst bei der Verabschiedung war sie kaum von ihrer guten Laune abzubringen.

Doch kaum hatte die Kutsche mit Mrs. Bennet darin den Hof von Pemberley verlassen, als er auch schon seine Frau süßlich lächelnd am Handgelenk packte und zu Georgiana meinte: „Du entschuldigst uns für einen Augenblick, ich habe sehr dringend etwas mit Elizabeth zu bereden, es duldet leider keinen Aufschub. Da das Wetter so ausnehmend schön ist, verspreche ich dir aber, dass wir alle am Nachmittag gemeinsam an den See fahren werden. Würde dir das gefallen?"

Georgiana nickte und richtete noch eine Frage an ihren Bruder: „Oh, das wäre wirklich herrlich. Meinst du, man kann dort schon baden? Es ist ziemlich warm, wie ich finde."

„Dafür scheint es mir noch ein wenig zu früh zu sein, und du weißt, dass ich es eigentlich nicht mag, wenn man im See herumplanscht. Und ich weiß auch gar nicht, wer dir diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Damen pflegen keinesfalls in Seen zu schwimmen."

„Schade. Ich dachte, vielleicht würde Elizabeth auch gerne baden."

Er schüttelte kategorisch den Kopf: „Auf gar keinen Fall. Das Wasser ist viel zu kalt für sie. Das kann vor allen Dingen dem Kind nicht gut tun. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen."

Und mit diesen Worten zog er seine Frau am Arm hinter sich her in die Bibliothek. Dort zog er die Tür fest zu, drehte den Schlüssel um und steckte ihn in seine Fracktasche.

Elizabeth hatte wohlweislich erst einmal nichts gesagt, sie war gespannt darauf, was nun kommen würde. Sie blickte ihn trotzig an. Da er aber ebenfalls stumm blieb, fuhr sie den ersten Angriff: „Du kannst es getrost mir überlassen, ob ich irgendwo baden gehe oder nicht. Ich kann das für mich alleine entscheiden."

Er umkreiste sie, seine Blicke waren unergründlich, uneinschätzbar.

Dann endlich gab er zurück: „Wenn es da nur um dich ginge, würde ich dir die Entscheidung in der Tat selbst überlassen. Aber da das Baby davon betroffen wäre, habe ich ganz sicher ein Wörtchen mitzureden. Ich lasse nicht zu, dass du deine Gesundheit und die des Kindes leichtfertig für ein Bad im See aufs Spiel setzt. Aber deswegen habe ich dich nicht zu diesem Gespräch hergebeten…" er wurde von ihrer spöttischen Stimme unterbrochen:

„Hergebeten! Wie ein Stück Schlachtvieh hast du mich hier hereingetrieben!"

Er fuhr ungerührt ihres Kommentars fort: „… sondern weil ich dir noch meine Meinung zu gewissen Vorgängen heute Nacht mitteilen wollte."

Sie spöttelte weiter: „Oh, wolltest du das?"

Er trat einen Schritt näher, es wirkte fast bedrohlich: „Ja, und ich muss dir sagen, dass eindeutig festzustellen war, wer von uns beiden der lasterhaftere, triebhaftere Teil ist. Madam, Sie haben mich restlos schockiert!"

Damit packte er sie um die Taille und presste seinen Mund hart und fordernd auf ihren.

Sie sank in die Knie, alles hatte sie erwartet, aber das nicht! Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, er drängte sie während des Kusses an die Tür, presste sie gegen das Holz und fuhr ihr mit einer Hand unter die Röcke. Sie starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an und zuckte zusammen, als er das gefunden hatte, wonach seine heißen Finger gesucht hatten. Sie krallte sich in den dicken Stoff an seinen Schultern und warf keuchend den Kopf zurück.

Zehn Minuten später huschte Elizabeth mit hochrotem Kopf aus der Bibliothek, nachdem ihr Mann ihr versichert hatte, dass er die Vergeltung für vergangene Nacht damit noch keineswegs als abgeschlossen ansah.

Und beim Hinausgehen hatte er ihr noch hinterher gerufen: „Womit wir auch das Thema ‚Aufzwingen von feuchten Küssen in der Bibliothek' ausführlich erörtert haben dürften!"

Sie warf sich im Schlafzimmer auf das gemachte Bett und atmete noch immer heftig aus und ein. Sie hielt sich klar vor Augen, dass sie nie mehr wieder ohne diesen Mann würde sein können. Sie war – und sie rieb sich ob dieser Erkenntnis mit der Hand fest über die Stirn – auch körperlich total von ihm abhängig. Nicht nur ihre Seele, ihr Geist waren so überaus stark mit ihm verbunden, das war ihr ja schon lange bewusst. Aber was er darüber hinaus ihrem Körper entlockte – es war unfassbar!

Der Ausflug zum See war eine willkommene Abwechslung im täglichen Einerlei auf Pemberley. Das Wetter war prachtvoll und lud förmlich zu derartigen Unternehmungen ein. Dennoch wagte Elizabeth es kaum, die Unterhaltung mit mehr als nur den üblichen Floskeln anzureichern. Die Knie wurden ihr noch immer weich, wenn sie an die Gegebenheit in der Bibliothek am Vormittag dachte. Erst als Georgiana ihrem Bruder endlich die Erlaubnis abgerungen hatte, wenigstens mit bloßen Füßen im seichten Uferbereich des Sees umher spazieren zu dürfen und sich daher freudigen Herzens zu diesem Zweck von ihm und Elizabeth entfernt hatte, kam die Rede auf die ehelichen Belange.

Er heftete seinen Blick liebevoll auf Elizabeth, die ausgestreckt auf der Picknick-Decke lag und die Augen dabei geschlossen hatte. Er wollte seine Schwester nicht aus dem Blick verlieren, sie war keine sehr sichere Schwimmerin, falls sie ausgleiten und ins Wasser fallen sollte. Dennoch wagte er es, sich an Elizabeths Seite einen Moment lang der Länge nach hinzulegen. Er legte den Arm um sie und zog sie dichter an sich heran: „Wie geht es dir, mein Herz?"

Sie ließ sich etwas Zeit mit ihrer Antwort, murmelte dann aber: „Soweit recht gut. Solltest du nicht besser auf Georgiana achten?"

„Ich habe sie im Auge, keine Angst. Sie watet am Ufer umher. Ich vermisse einen Kommentar von dir, Liebste!"

„Einen Kommentar von mir? Weswegen? Zu welchem Thema?"

Fitzwilliam strich ihr mit der Hand über die Wange: „Kannst du dir das nicht denken?"

„Hmh, nein, nicht dass ich wüsste."

„Ein Kommentar zu heute morgen vielleicht?"

Sie musste sich ein kleines Grinsen verbeißen: „Ach dazu. Nun, was soll ich dazu schon groß sagen?"

Er merkte, wie sie mit ihm spielte, ihn aufzog.

Deswegen wurde er ernster: „Hast du mir meine Eskapaden in den Niederungen der Halbwelt denn nun verziehen?"

Sie schlug die Augen auf und blickte ihm direkt in seine kobaltblauen Augen: „Du schwörst bei Gott, dass du dich auf ewig von derartigen Orten fernhalten wirst?"

Er lachte lauthals: „Was wollte ich an derartigen Orten, wenn ich zu Hause Dinge haben kann, die selbst an ebendiesen Orten noch einiges Erstaunen hervorrufen würden! Diesen Schwur bin ich frohen Herzens bereit zu leisten, ja."

„Unter diesen Umständen bin ich bereit, großzügig über dein sündiges Vorleben hinwegzusehen. Zumal ich davon nicht unerheblich zu profitieren scheine."

Er lachte nun so sehr, dass er sich dabei an seiner eigenen Spucke verschluckte und kräftig husten musste. Als er wieder einigermaßen bei Atem war, ließ er seinen Blick kurz zum See schweifen, wo seine Schwester ein Liedchen trällerte, dann presste er Elizabeth fest an sich und küsste sie verlangend. Er bedauerte, dass er sich in diesem Moment nicht mehr Freiheiten herausnehmen konnte. Aufseufzend ließ er ab von ihr, noch gerade rechtzeitig bevor Georgiana zum Rastplatz zurückkehrte, hatten sie sich beide wieder einigermaßen im Griff.

Am Abend teilte Elizabeth ihm aber doch nach einigem Zaudern und Zögern mit, dass sie sich am Morgen sehr viele Gedanken um ihre Beziehung zueinander gemacht hätte. Die Erkenntnis der unfassbar starken körperlichen Anziehungskraft war fast wie ein Schock über sie gekommen, wie sie ihm nun berichtete. Er hörte aufmerksam und ausführlich zu, es war wesentlich mehr als eine Liebeserklärung an ihn. Es war die totale Offenbarung. Fitzwilliam war zutiefst aufgewühlt von der Offenlegung der Empfindungen seiner Frau. Und ihm erging es ganz genauso. Die Erinnerung an die ungewissen Zeiten der Werbung, des Zurückgewiesenwerdens, der bangen Hoffnung stand ihm angesichts dieser neuen Ebene in ihrer Beziehung noch qualvoller vor Augen. Nicht auszumalen, wenn diese Liebe den Weg in die Aussichtslosigkeit genommen hätte. Er hätte es nicht überlebt, dessen war er sich nun gewiss.

„Wie sehr liebst du mich, Fitzwilliam?"

„Bis in den Tod", kam es wahrheitsgemäß von ihm. „Und wie sehr liebst du mich?"

„Weit über den Tod hinaus." Der so in sein Ohr gehauchte Satz von ihr verursachte eine Gänsehaut auf seinem ganzen Körper.

Tage, Wochen und Monate gingen mehr oder minder gleichförmig dahin. Elizabeth hatte eine ziemlich angenehme Schwangerschaft, nur im sehr heißen Sommer klagte sie öfter mal über Mattigkeit und große Müdigkeit. Mrs. Fielding gab ihr einen Kräutertrank, der diesen Symptomen ein wenig entgegenwirken sollte und der laut deren Aussage der Kräftigung von Mutter und Kind dienlich sei. Er schmeckte widerlich und man musste sich sehr überwinden, die geforderte tägliche Menge einzunehmen. Tapfer gelang dies Elizabeth zum Glück.

Die Gardiners kamen zusammen mit Mr. Bennet zu ihrem Geburtstag Ende Juli. Es freute Elizabeth ungemein, dass ihr Vater einige Wochen auf Pemberley verbringen wollte. Mr. Bennet fand, dass seine Tochter ungeheuer gut aussah in der mittleren Phase ihrer Schwangerschaft. Noch war von Unförmigkeit und Beschwerlichkeit nichts zu spüren, sie trug ihr entzückendes Bäuchlein mit Grazie und Stolz, wie er treffend bemerkte. Hätte Elizabeth nicht ihre Tante und Georgiana in dieser Zeit gehabt, hätte sie sich über Einsamkeit beklagen können, denn die drei Männer blieben dem Haus meist über viele Stunden fern, ließen sich oftmals nicht einmal zum Lunch oder Tee blicken. Elizabeth konnte von Glück sagen, wenn sie ihren Vater beim Frühstück oder dann wenigstens beim Dinner antraf. Was gleichermaßen für ihren Gatten galt. Seit dieser Besuch auf Pemberley weilte, war er ständig außer Haus. Nur in der Nacht war er stets anwesend, sonst hätte sie es sicherlich nicht ausgehalten.

Diese warmen Nächte im Hochsommer hatten einen ganz eigenen Zauber. Einmal hatten sie sich in einer sehr heißen Nacht, in der man im Haus sich der ganzen Stickigkeit bewusst wurde, gemeinsam weggeschlichen. Er hatte am Abend bereits einen Phaeton fertigmachen lassen und spannte nur noch das Pferd davor. Dann half er ihr beim Hochklettern auf das Gespann und kutschierte selbst zum See hinaus. Sie hatten sich beide nicht extra angekleidet, daher hatten sie auch die Kleidung schnell abgelegt. Er watete in den See, bis er nicht mehr stehen konnte und schwamm dann quer durch das ganze Gewässer. Er fühlte sich unendlich leicht und frei. Als er zum Ufer zurückkehrte, stockte Elizabeth der Atem. Im leichten Mondschein stieg er aus dem Wasser wie ein Meeresgott. Fürsorglich legte sie ihm ein Laken um, der Wind hatte ein wenig aufgefrischt, vielleicht würde man ein Gewitter bekommen. Sie planschte im seichteren Bereich spielerisch herum, er betrachtete ihren gewölbten Leib, ihre nymphenhafte Erscheinung mit großem Genuss. Dann wickelte er sich und sie in eine warme Decke und sie legten sich auf eine weitere Decke, um die Sterne zu betrachten.

Langsam schob er sich in sie, immer darauf bedacht, ihren Bauch nicht mehr zu belasten. Er war berauscht von der mitternächtlichen Stunde, die er vereint mit ihr in freier Natur erleben durfte. Sich unter dem Sternenhimmel zu lieben, konnte es etwas Schöneres geben? Nachdem der Liebesakt vorüber war, weinte er wie ein kleines Kind. Sie spürte, dass es für ihn etwas ganz Besonderes gewesen sein musste. Natürlich hätte auch sie niemals geglaubt, dass sich das Liebesleben in der Ehe auch an anderen Orten außer dem Bett abspielen konnte. Hätte ihr jemand vor ihrer Verheiratung gesagt, dass man gewisse Dinge auch am Schreibtisch, an eine Tür gelehnt, im Bad oder gar unter freiem Himmel tun konnte, sie hätte diese Person für komplett verrückt erklärt.

Der Geburtstag war an sich kein großes Ereignis, es gab nur ein etwas üppigeres Frühstück und ein exquisites Dinner, zu welchem Elizabeth eines der neuen Kleider trug, die am Morgen über dem Bett gelegen waren, als sie aufwachte. Nur gut, dass die aktuelle Mode für werdende Mütter ideal war, man würde an diesen Kleider kaum etwas ändern müssen, wenn das Kind dann auf der Welt sein würde. Ihr Vater hatte ihr eine kleine, silberne Halskette mit einem Topasanhänger mitgebracht. Er dachte, er würde gegen die Geschenke seines Schwiegersohns kaum ankommen können, aber Fitzwilliam hielt sich dezent zurück. Er hatte verstanden, dass Elizabeth nicht mit Gold und Juwelen aufgewogen werden wollte. Stattdessen hatte er ihr drei neue Kleider fertigen lassen, darunter kaum Spektakuläres, Alltagskleidung war immer vonnöten, und einem Stutfohlen, das am Geburtstag geboren wurde, hatte man den Namen Lizzie gegeben. Ansonsten hatte nur ein Perlenohrgehänge auf ihrem Platz am Frühstückstisch gelegen, das war alles.

Aber der Abend, besser gesagt, die Nacht, die auf das Dinner folgte, barg wieder eine der typischen Überraschungen des Mr. Darcy an seine Frau. Er wusste wirklich, auf was es ihr ankam, und mittlerweile dachte er eigentlich genau so über die Dinge. Keine teuren Pretiosen, keine gewichtigen Dinge, die man im Tresor lagern musste und die ansonsten zu nicht viel taugten. Viel lieber plante er mittlerweile kleine, feine, romantische Überraschungen, von denen er wusste, dass sie großen Anklang fanden.

Er brachte sie daher in den Stall, wo sie das Fohlen ausgiebig bewunderten und dann fasste er sie schmunzelnd am Ellbogen, führte sie um eine Ecke – und da war ein provisorisches, aber sehr bequemes und einladendes Bett aus fest gepressten Ballen von Stroh und Unmengen von Heu gebaut. Allerdings hatte er auch Bettzeug hierher verbringen lassen, sich direkt ins Heu zu legen, wollte er ihr nämlich auf keinen Fall zumuten. Ihre Augen strahlten vor Freude, sie fiel ihrem Mann um den Hals und küsste ihn dankbar im ganzen Gesicht ab.

Er lächelte sinnlich, dann sagte er: „Ich fand, dass heute unbedingt Lizzie bei Lizzie schlafen sollte. Und da man so edle Damen in der Nacht nicht alleine lassen sollte, werde ich euch selbstverständlich Gesellschaft leisten."

Das sinnliche Lächeln wandelte sich zu einem freudigen Grinsen.

Er hatte allen Pferdeknechten freigegeben und sie überdies mit ein paar zusätzlichen Münzen aufgefordert, nicht vor dem nächsten Vormittag in den Fohlstall zu kommen. Zusätzlich hatte er ein Schloss an die Stalltür montieren lassen, das er nun mit großem Vergnügen zuschob und verschloss. Dann drängte er Elizabeth mit großen Schritten in Richtung Bettstatt. Sie hielt förmlich den Atem an, als sie rückwärts ging, den Blick nicht von Fitzwilliam wenden konnte, und nicht sehen konnte, wohin sie eigentlich lief. Bevor sie rückwärts auf das Bett aus Heu und Stroh fallen konnte, hielt er sie an beiden Armen fest. Er drehte sie und sich um einhundertachtzig Grad, dann ließ er sie los und plumpste selbst auf die Bettlaken. Er rutschte in Position und machte dann eine sehr eindeutige, auffordernde Geste zu ihr hin.

Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte laut. Dann kroch sie auf das Lager an seine Seite. Ein langer Kuss folgte. Das ungewöhnliche Bett war erstaunlich weich und sehr bequem, außerdem duftete das frische Heu sehr aromatisch. Sie räkelte sich wohlig und nestelte in eindeutiger Absicht an seinem Krawattentuch. Nachdem der Knoten gelöst war, zog sie daran, bis sie den langen, feinen, weißen Stoff in der Hand hielt.

Sie betrachtete es einen Moment lang und sagte dann: „Ach, schade nur, dass man an diesem Bett niemanden festbinden kann."

Bedauernd legte sie das Tuch beiseite.

Er hatte die langen Beine übereinander geschlagen und hielt die Augen halb geschlossen. Gespannt wartete er auf weitere Aktionen seiner Frau. Doch sie knöpfte nur noch das Hemd am Kragen ein Stück auf, hauchte einen Kuss auf die ersten Härchen, die da vorwitzig herauslugten und legte sich dann faul auf den Rücken.

Er stützte sich auf: „Wie? Geht es denn nicht weiter?"

Sie schüttelte den Kopf: „Nein, ich habe gerade beschlossen, etwas Zurückhaltung zu üben, schließlich bin ich diejenige, die heute Geburtstag hat."

„Aha", seine Enttäuschung war nicht zu überhören „ein Jammer, wirklich."

Er drehte sich zu ihr rüber und griff ihr fest in die Haare, er wusste inzwischen ganz genau, wo er anzusetzen hatte, damit ihre Frisur sich auflöste.

Dann machte er sich an den Knöpfen ihres Kleides auf ihrem Rücken zu schaffen. „Wenn ich das gewusst hätte, wie kompliziert die Verschlüsse an diesen neuen Kleidern sind, hätte ich sie dir nicht gekauft. Oder ich muss die Schneiderin künftig instruieren, dies etwas ehegattenfreundlicher zu gestalten."

Sie kicherte unterdrückt: „Das würdest du wahrscheinlich sogar tun."

Sie setzte sich ein wenig auf, damit er ihr das Kleid über den Kopf ziehen konnte. Das war aber das einzige Entgegenkommen, das sie zu leisten gewillt war. Er sollte ruhig mal alles machen heute. Fasziniert legte er erst beide Hände auf ihren Leib, und als er das Kind endlich spürte, wie es sich bewegte, küsste er die Stelle wieder und wieder.

„Oh, wie sehr ich euch beide liebe! Eine wundervolle kleine Familie. Ich dachte, es würde mir niemals vergönnt sein, dieses Glück zu verspüren. Ich war nie ein Mensch der vielen Worte, aber das alles… es inspiriert mich zum Reden, zum Fühlen, zum Genießen. Vielleicht ist das die schönste Zeit unseres Lebens und ich möchte, dass du es ebenso in vollen Zügen genießt wie ich es seit unserer Heirat bereits tue."

Es folgte wiederum ein langer Kuss, der aber mehr und mehr in die erotische Richtung tendierte. Sein Frack lag schon lange über einem besonders großen Strohstapel, dorthin folgten seine Weste und die Breeches. Das Hemd hatte er noch an, aber es war weit geöffnet. Er zog sie auf seine Hüften, er umfasste ihre Taille, den rundlichen Bauch.

Mit einem lasziven Lächeln merkte er noch an: „Ich finde deine Position heute sehr zum Thema des Abends, nämlich Pferdestall, passend."

Und sehr leise setzte er noch eine Nuance tiefer hinzu: „Reite mich, Liebste, ich liebe es, wenn du das tust!"

Sie fuhr einmal kurz mit ihren Fingernägeln über seinen Oberkörper, was ihn erschauern ließ, dann senkte sie sich auf ihn und nahm seine Härte in sich auf. Es war nun für sie eine der wenigen Möglichkeiten, mit ihm vereint zu sein, der Bauch war sonst bereits zu sehr im Weg.

Allerdings hatte sie sich für diesen Abend eher vorgestellt, von ihm verwöhnt zu werden, deshalb war sie zunächst nicht so glücklich, rittlings auf ihm zu sitzen. Doch die Lust stellte sich schnell bei ihr ein. Seit sie das Kind trug, war sie noch sinnlicher, noch mehr erfüllt von den Vorgängen beim intimen Beisammensein. Er bemerkte dies schon seit längerem und fand es einfach unglaublich.

Doch Fitzwilliam wusste, dass seine Frau etwas ganz Besonderes an ihrem Geburtstag verdient hatte und so hieß er sie, sich hinlegen, nachdem ihm der erste Gang des Soupers schon mal ausnehmend gut gefallen hatte. Er kniete sich vor ihr und träufelte aus einem Glasfläschchen ein wunderbar duftendes Öl auf ihre Beine. Das massierte er langsam in ihre Haut ein, er fing dabei bei den Zehen an, nahm sich jeden einzeln vor. Sie wagte kaum zu atmen. Sie kam sich göttlich, wie im Himmel vor. Fitzwilliam bearbeitete die Waden, sie sog die Luft ein. Als er bei den Knien angelangt war, musste sie lachen, sie war da etwas kitzelig.

Sobald er sich an den Oberschenkeln entlang arbeitete, lehnte sie sich genießerisch zurück und stieß kleine, wohlige Laute aus. Als er langsam an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang fuhr, wand sie sich bereits in gewisser Vorahnung. Doch er nahm sich zuerst noch die eine Gesäßhälfte und dann die andere vor, was sie zu einem enttäuschten "Oooch" veranlasste. Das ganze Öl war verbraucht, ein letztes Mal gab er ein paar Tropfen auf seine Handflächen und fuhr noch einmal großzügig über ihre Beine damit. Dann hörte er abrupt auf.