Rückblende II- 6 Monate nach der Diagnose

Lois fühlte sich, als hätte sie einen Marathon Lauf hinter sich. Die Haare klebten ihr im Gesicht, sie hatte Anstalten gemacht, die Hebamme zu verprügeln, geflucht wie ein Bauarbeiter- und jetzt lag sie hier, ruhig wie das Meer nach einem tosenden Sturm und schaute auf das Wunder, das sie vollbracht hatte- in das von seiner Reise in die Welt leicht verknitterte Gesicht ihres neugeborenen Sohnes, strich ihm mit zittrigen Fingern durch das dunkle, noch feuchte Haar und sah in seine blauen Augen- seine außergewöhnlich überirdisch blauen Augen…

Sie schob den Gedanken beiseite, so wie es seit Wochen tat, sich dazu gezwungen hatte und dazu zwingen musste, da der Gedanke an das Unmögliche irgendwann drohte, sie wahnsinnig zu machen.

Mittlerweile war sie gut darin geworden, ihr innerlich aufgebautes Stopp Schild sofort zu beachten und ihre Gedanken gut in andere Bahnen zu lenken und es funktionierte auch jetzt.

Zudem hatte sich ihre Beziehung zu Richard White vertieft, der trotz ihrer Schwangerschaft nicht locker gelassen hatte, nachdem er herausgefunden hatte, dass der Vater des Kindes für sie nicht mehr existent war und sie sich zudem hartnäckig weigerte, über ihn zu sprechen.

Lois überließ ihr Baby nur widerwillig der Hebamme, die das in ein Handtuch eingeschlagene Bündel sanft aus ihren Armen nahm, um es für die übliche Routine mitzunehmen. Messen, wiegen, die erste Untersuchung durch den Kinderarzt, baden und anziehen.

„Ich bringe ihn gleich zurück, Miss Lane, er ist gleich nebenan, okay?"

Sie nickte nur und sah der Hebamme nach, bis sie hinter der angrenzenden Tür verschwunden war. Sie dachte an Richard, der vor der Tür wartete. Er hätte sie begleitet, wenn sie es gewollt hätte, aber sie hatte gemeint, dass sie diesen Kampf allein ausfechten musste und er hatte das akzeptiert.

Richard, der die ganze Zeit über für sie da gewesen war, ohne sie zu bedrängen. Richard, der aufgeregt Babybücher gewälzt, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen und sie getröstet hatte, wenn sie sich über angeschwollene Knöchel beklagt hatte.

Richard, der ihrem Sohn schon ein Vater gewesen war, ehe er das Licht der Welt erblickt hatte und Richard, der keinen Zweifel offen gelassen hatte, dass er überglücklich wäre, sein Vater und der Mann an ihrer Seite sein zu können.

Lois musste unwillkürlich lächeln. Ihre Gefühle für Richard waren stark, wenn auch nicht so wie sie für ihn gewesen waren. Sie sah schon wieder das rote Stopp Schild in ihrem Kopf aufleuchten. Sie musste sich endlich von ihm lösen, um ihr Leben weiterleben zu können und sie war fest entschlossen, das auch zu schaffen.

Sie versuchte, sich eine Zukunft mit ihm und ihrem Baby vorzustellen und sah, dass es ein Bild war, was gut und richtig aussah.

Richard hatte ihr vor zwei Monaten einen Heiratsantrag gemacht. Sie hatte sich Bedenkzeit erbeten und rechnete es ihm hoch an, dass er ihr die Zeit gegeben hatte, ohne dauernd zu hinterfragen, ob sie sich schon entschlossen hätte.

Heute und in diesem Moment wurde ihr klar, dass sie seinen Antrag annehmen wollte. Die Hochzeit musste ja nicht gleich morgen stattfinden…

Eine andere Hebamme kam in den Kreissaal und versorgte sie, half ihr, sich ein neues Nachthemd anzuziehen und sich in ein frisch bezogenes Krankenhausbett zu legen, ehe auch schon die zweite Hebamme mit ihrem Sohn zurückkam, der nun einen hellblauen Strampler mit einer aufgestickten Ente trug und ihn zurück in ihre Arme legte.

Lois wurde in den Überwachungsraum des Kreissaales geschoben, in dem sie noch zwei Stunden bleiben musste, was, wie sie sich erklären ließ, nichts Ungewöhnliches war, da es zur Routine gehörte.

„Könnten Sie Mr. White jetzt hineinschicken?"

„Natürlich, Miss Lane, schließlich soll er sein Söhnchen doch auch endlich kennen lernen." Die Hebamme strahlte sie an und Lois lächelte zurück. Ja, das klang gar nicht schlecht…

Richard kam kurze Zeit später in den Raum und war mit wenigen, langen Schritten bei ihr und küsste sie auf die Stirn. „Lois…"

Dann schaute er auf das Bündelchen Mensch, was friedlich in ihrem Arm lag und ihn ansah. Ihm fehlten die Worte. Er war so klein und schon so perfekt.

„Willst du ihn mal halten?" fragte Lois und hielt ihm das Baby entgegen.

Wie annähernd jeder Mann, der zum ersten Mal Vater geworden ist, hob Richard hilflos die Arme, aus Angst, dieses zarte Geschöpf entgegenzunehmen, doch als Lois leise lachte und meinte, daran müsse er sich wohl gewöhnen, ging die Sonne in seinem Gesicht auf und er nahm das Kind vorsichtig von ihr entgegen, wobei er darauf achtete, seinen Kopf zu stützen, wie Lois ihm vorher noch gesagt hatte.

Er sah ihn an und in diesem Moment wusste er, dass er schon jetzt, wenn auch nicht biologisch, dann doch vom Herzen her, ein Vater war.

„Wie willst du ihn nennen?"

„Ich dachte an Jason, was meinst du dazu?"

Richard sah auf ihn hinab und lächelte.

„Hallo, Jason…"

Hier und Jetzt- Vier Wochen nach Supermans erstem Besuch bei seinem Sohn

Lois hatte einige Zeit dafür gebraucht, ihren Artikel „Warum die Welt Superman braucht" zu Ende zu schreiben, da dies auch bedeutete, ihr jahrelang aufrecht erhaltenes Stopp Schild zu überfahren, was sich anfangs als nahezu unmöglich herausgestellt hatte und sie bereits befürchten ließ, sie könne den Artikel nie zu Ende schreiben.

Während sie daran schrieb, wurde ihr klar, dass es weitaus mehr war, als nur der Artikel. Warum sie nicht einfach schreiben konnte. Es lag an ihr, an ihren unverarbeiteten Gefühlen und Gedanken.

Angefangen hatte es mit seiner Rückkehr und es war noch schlimmer geworden, als sie schließlich gesehen hatte, dass Jason, der immer ein eher zartes und anfälliges Kind gewesen war, sein kryptonisches Erbe angetreten hatte, als er ihr auf dem Schiff das Leben gerettet hatte…

Jason selbst hatte nicht darüber gesprochen und sie wollte es nicht ansprechen, da sie glaubte, dass es vielleicht besser wäre, wenn er es von alleine ansprach- sie kannte ihren Sohn. Sie wusste, dass er früher oder später Fragen stellen würde.

Die Frage, die sich ihr stellte, war nur- wie sollte sie ihm antworten? Was genau sollte sie ihm sagen? Er war ein intelligentes Kind, aber doch zu jung, um die ganze Wahrheit zu verstehen- oder?

Für ihn war Richard sein Vater, der einzige Vater, den er je gekannt hatte. Das musste ihn doch verwirren. Und über ihre eigene Verwirrung und ihr Gefühls-Chaos wollte sie gar nicht erst nachdenken.

Richard… Er hatte sie gefragt, ob sie in Superman verliebt gewesen war und sie hatte ihn angelogen. Eine Lüge, um ihn und vor allem aber sich selbst zu schützen.

Sie wollte an ihrem Leben festhalten, so wie es in den letzten fünf Jahren gewesen war, aber von Tag zu Tag wurde ihr klarer, dass sie es nicht konnte, egal, wie viel Kraft sie darauf verwandte und egal, wie verzweifelt sie versuchte, sich daran festzuklammern.

Wut stieg in ihr auf. Wut auf sich selbst, vor allem aber Wut auf ihn.

Er war derjenige gewesen, der auf diese wahnwitzige Reise gegangen war, ohne sich auch nur zu verabschieden und sie schwanger und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zurückgelassen hatte, wie es überhaupt dazu gekommen war! Er war dann, fünf lange Jahre später, wieder aufgetaucht und hatte ihr mühsam wieder aufgebautes Leben bis in seine Grundfeste erschüttert!

Und vor allem war er derjenige, der ihr nun auswich! Sie wusste, dass er Jason oft besuchte, wenn er schlief, nur um seinen schlafenden Sohn anzusehen, so wie er es schon in der ersten Nacht getan hatte, nachdem sie ihm die Wahrheit über seine Herkunft verraten hatte.

Das war in Ordnung, ja, sie ließ sogar das Fenster in Jasons Zimmer auf, damit er diese Möglichkeit hatte- nicht in Ordnung war, dass er so leise, wie er gekommen war, auch jedes Mal wieder ging.

Sie hatte Fragen! Und die würde er ihr verdammt noch mal beantworten und wenn sie sich dafür vom Dach des Daily Planet werfen müsste!

Andererseits konnte sie nun vieles aber auch besser verstehen- und sie ging zu seinen Gunsten davon aus, dass er nicht wissen konnte, dass sie sein Kind unter dem Herzen getragen hatte, schließlich hatte sie es selbst nicht gewusst.

Richard hatte versucht, mit ihr zu sprechen, aber sie konnte es nicht, hatte ihn abgeblockt und ihn gebeten, sie einfach allein darüber nachdenken zu lassen. Er hatte sie traurig und so hilflos angesehen, wie sie sich fühlte. Es hatte ihr das Herz zerrissen…

Sie starrte auf ihren Bildschirm, auf dem der nun fertige Artikel zu sehen war, während sie diesen ganzen Gedanken nachhing und fuhr zusammen, als sie jemand von hinten ansprach.

„L-lois, du siehst müde aus, möchtest du auch einen K-kaffee? Oh, ich wollte dich nicht erschrecken…"

Sie drehte sich um und nahm ihre Brille ab. „Schon in Ordnung, Clark, ich war nur in Gedanken. Kaffee wäre gut." Sie sah auf die Uhr. „Ich meine nein, Kaffee wäre gar nicht gut, ich muss Jason abholen!"

Sie sprang auf und holte ihren Mantel. „Ich bin gleich wieder da. Wenn du Zeit hast lies bitte den Artikel, den ich geschrieben habe, ich brauche eine Meinung dazu, ehe ich ihn Perry schicke, okay?"

„J-ja, klar, kein Problem, aber willst du ihn vielleicht nicht lieber Richard-"

„Nein, nicht bei diesem Artikel, bis gleich dann." Die Aufzugtüren schlossen sich und Clark setzte sich an ihren PC, um sich ihren Artikel anzusehen.

Er scrollte ihn bis zum Anfang und verzog das Gesicht zu einem schiefen Lächeln, als er die Überschrift las. Wollte sie deswegen nicht, dass Richard ihn vor dem Druck las?

Er hatte versucht, sich so weit es ging aus ihrem Leben herauszuhalten. Er hatte seinen Sohn besucht und diesem beim schlafen zugesehen, aber den Kontakt mit seiner Mutter vermieden, da er seiner Meinung nach genug Schaden angerichtet hatte und nicht noch mehr verursachen wollte.

Lois hatte versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen und er war der Letzte, der das zerstören wollte, auch wenn es ihn halb umbrachte, nicht für sie oder seinen Sohn da sein zu können.

Jedes Mal, wenn er vor Jasons Bett stand hatte er versucht, sich klarzumachen, dass er es gewesen war, der sie aufgegeben und zurückgelassen hatte und zwar sie beide- die Frau, die er liebte und seinen kleinen Sohn, von dem er nicht gewusst hatte, dass er existierte.

Ihm war nicht klar gewesen, dass kryptonische und irdische DNA überhaupt kompatibel war und heute könnte er sich für diese simple Annahme ohrfeigen!

Er hätte daran denken müssen, er hätte ihr ihre Erinnerungen nicht nehmen dürfen und vor allem… hätte er sie und seinen Sohn nie verlassen dürfen.

Aber all das hatte er getan bzw. nicht getan und nun hatte er mit den Konsequenzen zu leben. Richard war Jasons Vater und der Mann an Lois' Seite und das hatte er zu akzeptieren. Er hatte nicht das Recht, ihr Leben noch einmal durcheinander zu bringen, auch wenn er nicht sicher war, ob er das nicht bereits schon hatte.

Lois und Richard schienen sich voneinander entfernt zu haben, doch es war leichter, sich zu sagen, dass sie vielleicht einfach nur noch zu sehr mit den Ereignissen der letzten Wochen und damit mit sich selbst beschäftigt waren und dabei wollte er es zunächst auch belassen.

Er sah flüchtig zu Richards Büro, doch dieser war unterwegs.

Er atmete tief durch und begann dann, Lois' Artikel zu lesen.

Warum die Welt Superman braucht

von Lois Lane

Ich habe den Artikel „Warum die Welt Superman nicht braucht" geschrieben und damit einen Pulitzer Preis gewonnen, doch heute denke ich über meinen eigenen Artikel ein wenig anders.

Ich habe neue Sichtweisen dazu gewonnen, Sichtweisen, in die ich zuvor keinen Einblick hatte.

Ich habe geschrieben, dass die Welt auch ohne Superman zurecht kommt, dass die Erde sich weiter dreht und die Menschen selbst auf sich aufpassen können, keinen Retter brauchen.

Das stimmt auch. Wir kommen zurecht, die Erde dreht sich weiter und die Welt braucht keinen Retter. Und doch ist es so, dass die Menschen täglich nach einem rufen.

Wir wissen, dass Superman vom Planeten Krypton stammt und dass er, als er erfuhr, dass Wissenschaftler glaubten, sie hätten ihn gefunden, es mit seinen eigenen Augen sehen musste; dies hat er in seinem ersten Interview nach seiner Rückkehr gesagt.

Viele von uns waren traurig und wütend, als er einfach verschwand, fragten sich, wie er uns einfach verlassen und im Stich lassen konnte und vergaßen dabei, dass er nicht unser Eigentum ist!

Wir haben vergessen, uns um unsere eigenen Belange zu kümmern, unsere Probleme selbst in den Griff zu bekommen und nahmen es als selbstverständlich hin, dass da jemand ist, der es schon richten wird, ohne uns zu überlegen, ob Superman vielleicht auch so etwas braucht wie ein Privatleben oder Zeit, um durchzuatmen.

Ich bin ehrlich, ich weiß es auch nicht. Ich habe oft mit ihm gesprochen, nicht nur für Interviews und dennoch habe ich ihm diese Frage nie gestellt. Warum nicht? Bin ich wie alle anderen davon ausgegangen, dass er so etwas ist wie ein Gott im Cape? Dass sein einziger Lebensinhalt es ist, Menschen zu helfen, Katastrophen zu verhindern und Verbrecher dingfest zu machen?

Superman ist nicht unantastbar. Wie konnten wir davon ausgehen, dass es ihm nichts ausmacht, täglich mit menschlichen Abgründen, schweren Unfällen, Naturkatastrophen und Opfern von Verbrechen konfrontiert zu werden?

Wie dumm waren wir, anzunehmen, dass er all das, was er tun kann, einfach so tun könnte ohne davon beeinflusst zu werden, ohne, dass es ihm etwas ausmacht?

Er kann mit seinen Fähigkeiten helfen, also tut er es auch- aber hat sich je jemand gefragt, was ihn das vielleicht kostet?

Feuerwehrleute, Polizisten, Ärzte und dergleichen- sie haben für solche Fälle Ansprechpartner. Und Familien…

Hat Superman das? Ich denke nicht. Und ich denke das deswegen nicht, weil ich glaube, dass er einer derjenigen ist, die lieber alles mit sich ausmachen, weil darüber sprechen hieße, jemand anderen damit zu belasten- und genau das kann er vielleicht gar nicht, einfach, weil seine Natur so ist.

Superman mag unverwundbar sein, was die physischen Gegebenheiten angeht, innerlich ist er das sicherlich nicht.

Und so kann ich heute verstehen, dass er vielleicht nicht nur ging, um seine Wurzeln zu finden, wofür alleine schon jeder Verständnis aufbringen müsste, sondern auch deswegen, weil er zu sehr von uns allen gefordert wurde.

Weil wir verlernt haben, auf uns selbst aufzupassen.

Ich habe gesagt „Die Welt braucht keinen Retter." Und er hat mich gefragt „Warum höre ich die Menschen dann täglich nach einem rufen?"

Diese Frage hat mich sehr nachdenklich gemacht- und mir geholfen, diesen Artikel zu schreiben.

Die Welt braucht einen Retter- wir müssen nur darauf achten, nicht wieder zu vergessen, dass wir für uns selbst verantwortlich sind und Superman kein Gott ist, der Tag und Nacht über uns wacht.

Clark starrte auf den Bildschirm. Vieles, was sie geschrieben hatte, traf den Nagel auf den Kopf, obwohl er nie mit ihr darüber gesprochen hatte und es ihm selber eigentlich auch noch nie so klar gewesen war wie in diesem Moment.

Er hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, was jetzt der nächste, richtige Schritt war, da Lois mit Jason zurückkam und er musste sich wirklich zusammenreißen, ihnen nicht entgegenzulaufen.

Lois hatte mit ihrem Artikel einen Nerv getroffen und ihm war klar, dass er mit ihr reden musste- und zwar bevor dieser Artikel erscheinen würde.

Jetzt allerdings musste er sich darauf konzentrieren, keinen Fehler zu machen.

Lois kam mit Jason an ihren Schreibtisch. Jason strahlte ihn an, „Hallo Mr. Clark," und- Clark war wie vom Donner gerührt- schlang seine dünnen Ärmchen um ihn herum.

„Oh, äh, h-hallo, Jason, wie war die Schule?"

Lois fand das Verhalten ihres sonst eher zurückhaltenden Sohnes zwar etwas merkwürdig, dachte sich aber nichts weiter dabei, da Clark einer der wenigen im Büro war, der ihn an seinem Schreibtisch spielen ließ, ihm Papierflugzeuge bastelte und Bilder malen ließ, wenn ihm in Richards Büro wieder einmal zu langweilig wurde.

Sie lächelte. „Ich gehe uns eben einen Kaffee holen und dann kannst du mir sagen, was du zu dem Artikel meinst, ja?"

„Oh, kl-klar."

Jason sah ihn prüfend an und fragte dann leise und mit schräg gelegtem Kopf „Warum stotterst du? Wenn du Superman bist, stotterst du nie…"

„W-was?" Diesmal war das Stottern nicht gespielt.

„Du brauchst auch keine Brille, wenn du fliegst." Jason sah ihn fragend an und Clark sah, dass Lois mit dem Kaffee auf dem Weg war.

Er sah ihn ernst an. In seiner normalen Stimme sagte er „Jason, das ist ein Geheimnis und muss auch eins bleiben. Es ist wichtig, dass niemand davon erfährt, auch deine Mom nicht- vorerst. Kannst du mir das versprechen?"

Jason nickte. „Okay."

„Clark, du schaust so ernst, was hat er gemacht, dein letztes Papier im Drucker für Papierflugzeuge verbraucht?" Sie sagte das mit einem Lächeln und stellte ihm den Kaffee hin.

„Oh, ähm, nein…"

Jason grinste. „Nein, aber das aus dem Fax," was keine Lüge war, denn das hatte er tatsächlich.

„Schätzchen, ich habe dir doch gesagt, dass du mich fragen sollst, wenn du Papier haben möchtest. Wenn du Papier aus dem Fax nimmst, kommen wichtige Nachrichten nicht rechtzeitig an."

„Ich kann neues holen. Jimmy hilft mir bestimmt," sagte Jason eifrig und war schon verschwunden.

Lois schüttelte den Kopf, als sie ihm nachsah. „Tut mir leid…"

„Oh, kein P-problem, wir, äh, haben das schon geklärt," sagte Clark und fragte sich, wie Jason es herausgefunden hatte. Die Augen eines Kindes ließen sich nicht so leicht täuschen wie die von Erwachsenen…

„Also, was meinst du zu dem Artikel?" wollte Lois wissen und zog sich einen Stuhl heran.

„Ich, nun, ich denke, äh, er geht sehr… in die Tiefe. Er hat mich… sehr berührt. Ich glaube, er sagt, v-viel aus, was die Menschen so noch nicht… betrachtet haben…"

Lois sah auf ihren Bildschirm. „Oh, das hoffe ich. Die Welt braucht tatsächlich einen Retter…" Sie murmelte etwas, was kein menschliches Ohr hätte verstehen können, aber seine schon… „…Und ich auch…"