Klar mache ich weiter, was bisher gefehlt hat, waren die Reviews- danke für das erste!!! Wenn's mehr wird, werden es auch mehr Kapitel, hehe.
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Leb'! Leb'!
Eh' deine Sehnsucht stirbt
Eh' durch den Hauch des Zeitlosen
Kraft und Fluss versiegen
Gib', gib all deine Lebenskraft
Den Träumen deines Herzens
Deines freien Geist's Vision… (Schandmaul)
Es war früher Abend, als Clark auf den Boden seines Appartements saß und Möbel zusammen schraubte- in normaler Geschwindigkeit, denn er brauchte etwas, um sich zu beschäftigen und zudem ging es ihm zunehmend auf die Nerven, in ein unpersönliches, kaltes und noch immer nicht richtig eingerichtetes zu Hause zu kommen.
In den letzen Wochen war ihm das mehr oder weniger egal gewesen, abgesehen davon, dass er auch nicht viel Zeit gehabt hatte, etwas an seiner Wohnung zu tun, außer dem, was unbedingt gemacht werden musste. Aber jetzt… Jetzt brauchte er einen Ruhepunkt. Und da Luthor die Kristalle aus seiner Festung gestohlen hatte, war diese nun nicht mehr als ein Eispalast, der nichts mehr von dem hatte, was früher einmal da gewesen war.
Clark verzog bei dem Gedanken daran das Gesicht. Die Kristalle- er musste sie wieder bekommen. Einmal, weil sie in Luthors Händen eine tödliche Gefahr darstellten und dann, weil sie sämtliche Informationen über Krypton beinhalteten.
Seit dem Gespräch mit seiner Mutter war er zwar nicht mehr gewillt, alles, was seine kryptonischen Eltern ihm sagten, einfach als gegeben hinzunehmen, aber er brauchte diese Informationen für später- für Jason.
Jason- das lenkte seine Gedanken wieder in Lois' Richtung. Lois, die er verlassen hatte. Lois, der es nicht gut ging, weil er die falschen Entscheidungen getroffen hatte! Lois, die…
Entschlossen wandte er sich wieder seinem Regal zu- nicht jetzt an sie denken, nicht an all das, was er ihr angetan hatte, ohne, dass er es gewollt hätte…
Nach der Gasexplosion heute war er nur für kleinere Zwischenfälle unterwegs gewesen, die die Rettungskräfte auch ohne ihn hätten bewältigen können, aber all das lenkte ihn von seinen Gedanken ab und davon hatte er sich heute bereits eine ganze Menge gemacht.
Lois war praktisch noch nie so krank gewesen, dass sie freiwillig früher das Büro verließ, aber heute war sie bereits am späten Morgen gegangen, da sie sich hinlegen wollte!
Er beschloss, sie heute lieber nicht mehr zu besuchen, da er nicht wollte, dass sie sich am nächsten Morgen wieder so schlecht wie an diesem fühlen würde und überlegte stattdessen, wie Jason wohl reagieren würde, wenn sie und Richard ihm sagten, wer tatsächlich sein Vater war. Es kam erschwerend hinzu, dass der Kleine bereits herausgefunden hatte, wer er wirklich war und Lois es nicht wusste- sie würde ihn umbringen, wenn sie es erfahren würde und außerdem-
Ein Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Er zog die Augenbrauen hoch und wunderte sich kurz, da bisher kaum jemand wusste, dass er hier wohnte, machte sich jedoch nicht die Mühe, erst durch die Tür zu sehen, ehe er öffnete.
Lois, die sich im Vorfeld eigentlich ganz gut überlegt hatte, was sie alles zu ihm sagen wollte, war im ersten Moment nicht weniger überrascht als der Mieter dieses Appartements und dachte flüchtig Verdammt, er trägt seine Hemden und Anzüge wirklich eine Nummer zu groß, wenn nicht zwei… während sie nicht umhin kam, Clark von oben bis unten zu mustern.
Als er sah, wer vor der Tür stand, hatte er zwar blitzschnell die Schultern ein Stück nach vorne fallen lassen, um ein wenig kleiner zu wirken, aber das nutzte ihm dennoch nichts.
Er trug nur ein graues T-Shirt, was zwar seine besten Tage bereits hinter sich hatte, aber keine drei Nummern zu groß war, also wenig bis nichts von der wahren Beschaffenheit seines Oberkörpers versteckte und eine ausgeblichene, gut sitzende Jeans, die ihr Übriges dazu tat.
„Lois?!"
Sie fing sich wieder und brachte ihren Blick mit Mühe zurück in sein Gesicht- ihr fiel auf, dass er ihren Namen diesmal nicht gestottert hatte.
„Hi, öhm… Clark. Ich war gerade… in der Nähe und dachte, ich schau mal vorbei. Darf ich reinkommen?"
„Äh… Oh… Sicher…" Er ließ sie eintreten und schloss die Tür.
Sie ging hinein und sah sich um. Das kleine Appartement war noch ein wenig spartanisch eingerichtet wie sie fand, aber ihr fiel das halb aufgebaute Bücherregal auf und die Kisten, die sauber aufgestapelt an einer Wand standen.
„Wie lange wohnst du hier schon?"
Clark war noch immer unsicher, was er von all dem hier halten sollte, während er hinter ihr herlief, antwortete aber mehr oder weniger automatisch: „Fast sechs Wochen. Ich hatte nur noch nicht viel… Zeit, mich richtig einzurichten…"
Kein Wunder, wenn man damit beschäftigt ist, die Welt zu retten dachte sie grimmig und drehte sich wieder zu ihm um, die Arme unter der Brust verschränkt.
„Oh, klar, ich meine… Das kann ich mir vorstellen."
Sie ging auf ihn zu, bis sie nur noch wenige Zentimeter von ihm entfernt stand und die fieberartige Wärme spürte, die von ihm ausging.
Der Ton in ihrer Stimme machte ihn nervös.
„Äh…"
„Ist sicher nicht einfach, so einen aufreibenden Nebenjob zu haben, nicht wahr? Da bleibt natürlich nicht viel Zeit für die Einrichtung von so etwas Banalem wie einem Appartement."
Er schluckte. Sie weiß es…
„Woher-"
Sie unterbrach ihn mit einer ungeduldigen Handbewegung. „Ich bin noch nicht fertig… Superman! Ist es das, was du meintest, als du sagtest, du wärst immer in der Nähe? Eine Brille… Ich habe mich die ganze Zeit von einer Brille täuschen lassen, von einem trotteligen und ungeschickten Auftreten, ein bisschen Gestotter, ich… ich bin die dümmste und galaktisch einfältigste Frau, die jemals gelebt hat…"
„Das… nein, das stimmt nicht. Du warst nur… blind. Wie alle anderen auch." Er sprach nun mit seiner normalen Stimme, nicht mit seiner „Büro-Stimme".
Fast alle anderen fügte er in Gedanken hinzu. Jason hatte sich nicht täuschen lassen. Aber er war ein Kind und sah viele Dinge klarer als die Erwachsenen, denen diese Fähigkeit irgendwann abhanden kam.
„Warum hast du mir meine Erinnerungen genommen, Clark?" flüsterte sie.
„Es wäre einfacher gewesen, wenn du es nicht getan hättest," fuhr sie fort. „Es wäre einfacher gewesen, sich vorzustellen, dass Clark Kent Jasons Vater ist. Es wäre einfacher gewesen, es ihm zu sagen, es Richard zu sagen! Diese eine… wenigstens diese eine Erinnerung hättest du mir lassen können! Du hast gesagt, ich wusste, wer du bist, wer du wirklich bist- und… dass ich dich geliebt habe! Warum?! Warum auch diese eine Erinnerung an… diese Nacht?"
Er sah sie an und in seinen Augen sah sie den Schmerz, der ihren eigenen spiegelte.
So viel Zeit… Verschenkte Zeit. Nicht nur ich habe gelitten… Warum? Und wofür zur Hölle?! fragte sie sich.
„Ich… Lois, es ist die Wahrheit, wenn ich dir sage, dass ich damals dachte, dass es das Beste wäre! Ich dachte, es wäre leichter für dich, wenn du dich an nichts erinnern könntest, weil mir klar wurde, dass ich gehen muss oder zumindest dachte, dass ich das müsste. Und ich… ich muss zugeben, dass ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass diese Nacht… nun, ähm…"
„Folgen gehabt haben könnte?" Sie sah ihn streng an.
„Nun… ja…"
„Bereust du es?" Sie brachte es nicht fertig, ihn anzusehen, als sie diese Frage stellte.
„Wa… Nein!"
„Wie war es denn so?"
„Wie… es war?" Er sah sie an oder besser auf ihren Kopf, den sie immer noch gesenkt hielt.
„Ja. Weißt du, es interessiert mich, denn obwohl ich dabei war kann ich persönlich mich leider nicht daran erinnern!"
Er zögerte kurz, doch dann fasste er sanft unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht hoch, so dass sie ihn ansehen konnte. In seinen Augen lag etwas Undefinierbares, als er sagte: „Das, was in dieser Nacht geschehen ist war das schönste, das beste und das faszinierendste, was ich jemals erlebt habe, Lois!"
„Das… oh… ich meine" Sie lachte nervös „…spricht ja nicht gerade für die Bekanntschaften, die du sonst noch so hattest, wie?"
„Genau genommen… gab es da niemanden. Weder davor noch danach. Für mich gab es immer nur dich."
Sie starrte ihn an. Und sie sah Clark, nicht Superman, was nicht nur daran lag, dass er noch immer diese Brille trug, die er eigentlich gar nicht benötigte. Es war, als hätte ihr jemand eine Brille aufgesetzt, durch die sie nun klar sah und zwei Personen zu einer wurden.
„Aber…" Sie brach ab und schwieg eine Zeit lang, senkte die Augen und sah ihn dann wieder an.
„Clark… Ich will meine Erinnerung zurück!"
Er hob hilflos die Hände. „Lois… Das… ist nicht möglich. Ich kann dir deine Erinnerung nicht zurückgeben."
„Doch, natürlich kannst du." Sie trat noch einen Schritt näher auf ihn zu und schloss den verbliebenen Spalt zwischen ihnen.
Instinktiv schlossen sich seine Hände um ihre Schultern, doch er zögerte.
„Clark… Ich kann nicht… konnte nie… aufhören, dich zu lieben und das wurde mir erst richtig bewusst, als du- oder von mir aus auch dein Alter Ego- gestern da warst, nachdem Richard gegangen ist und ich viel später, in der Zeit, als ich nicht schlafen konnte, nach und nach darauf kam, wer du wirklich sein müsstest. Zuerst war ich wütend und wollte nichts lieber, als dir kräftig in den Hintern zu treten- nicht, dass das viel Schaden angerichtet hätte- aber dann…"
Sie lachte unsicher. „Oh, ich habe es versucht, aber es… ging, es geht einfach nicht. Blöd, oder?"
Er schüttelte stumm den Kopf, nicht fähig, irgendetwas zu sagen, da er befürchtete, dass seine Stimme ihm nicht gehorchen würde und strich ihr stattdessen sanft eine verirrte Strähne aus dem Gesicht.
„Und dann dachte ich, dass es noch viel grausamer sein müsste, mit der Erinnerung zu leben. Du hattest… hast deine ja noch… Und, und… ich will einfach nur… mein Leben zurück. Mein Leben mit dir und die Erinnerung an das, was wir geteilt haben…"
Clark dachte an die Worte, die seine Mutter zu ihm gesagt hatte.
Aber wenn du glaubst, es spräche im Grunde nichts dagegen, dann tu, was immer du für gut und richtig hältst. Es ist dein Leben, Clark. Und deine Entscheidungen.
Er räusperte sich. „Bist du sicher, dass du das willst? Ein Leben mit… Superman?"
„Nein. Ich will ein Leben mit dir! Und wenn Superman zu diesem Leben dazugehört, nun, dann muss ich das wohl in Kauf nehmen, oder?"
Er lächelte sie an, kam aber nicht umhin, sie zu warnen.
„Das wird nicht einfach werden."
Sie schnaubte belustigt. „Wann war mein Leben je unkompliziert?"
Leise lachend schloss er sie sie nun ganz in seine Arme, ehe er sein Gesicht dem ihren zuneigte und seine Lippen sich langsam über ihre senkten.
Lois konnte seinen warmen Atem spüren, der über ihr Gesicht streifte, stellte sich auf die Zehenspitzen und kam ihm so entgegen. Vorsichtig, fast zögerlich, begann der Kuss. Doch dann, als würde Lois' Körper sich an das entsinnen, was ihr an Erinnerungen genommen worden war, wurde er intensiver, leidenschaftlicher und die Hitze, die sie in diesem Augenblick durchflutete, lag nicht an der übermenschlichen Wärme, die er ausstrahlte.
Es lag an ihm, an Clark, an dem, was er mit diesem Kuss in ihr auslöste und wurde verstärkt durch all die jahrelang unterdrückten Emotionen, die angestaute Leidenschaft, die aus ihnen beiden hervorbrach, dem Gedanken an das, was sie verloren und nun wieder gefunden hatten.
Clarks Hände wanderten zu ihrem Rücken, vergruben sich der Masse ihrer dunklen, seidigen Locken, während ihre sich unter sein T-Shirt stahlen und sie mit den Fingerspitzen begann, seinen athletischen Oberkörper zu erkunden.
Lois legte eine Hand über sein Herz, ließ sie dort kurz verharren und konnte fühlen, wie es in perfekten Rhythmus mit dem Blut, was durch ihre Adern rauschte, unter ihrer Handfläche schlug, ehe sie ihre Hände über seinen Rücken und dann wieder nach unten gleiten ließ und ihren Kuss atemlos unterbrach, jedoch nur, um ihm das nun störende Stück Baumwolle über den Kopf zu ziehen und es achtlos auf den Boden zu werfen.
Ein leises seufzen entfloh ihren Lippen, als er die seinen über ihren Hals und bis zu ihrem Ohr wandern ließ, während er ihr die Jacke ihres Kostüms von den Schultern streifte, um dann in beinahe quälender Langsamkeit die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, die schließlich neben den anderen Kleidungsstücken landete.
„Wunderschön…" murmelte er in ihr Ohr, als er seinen Blick über ihren Oberkörper gleiten ließ und gleichzeitig mit einer Hand, die, wie Lois bemerkte, leicht zitterte, über ihre Seite strich und sie dann zu ihrem Rücken wandern ließ, um den Verschluss ihres BHs zu öffnen, der sich kurze Zeit später ebenfalls auf dem Boden liegend wieder fand.
Clark hielt sie einen Moment dicht an sich gepresst, das Gefühl von Haut an nackter Haut genießend. Ein Gefühl, was er nicht noch einmal missen wollte, nie wieder!
Ihre Blicke trafen sich- azurblau verschmolz mit warmem braun- und beide wussten, konnten es in den Augen des anderen sehen, was sie in diesem Moment mehr als alles andere wollten- Einander!
„Clark…"
Er lächelte hintergründig, hob sie hoch und trug sie in das einzige noch vorhandene, angrenzende kleine Zimmer.
Luceo non uro- Ich leuchte, doch verbrenne nicht…
