Vielen Dank für eure Reviews! Und wie versprochen geh es natürlich auch weiter; ich hoffe, es gefällt euch auch weiterhin.
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Clark hatte sich entschlossen, nach Hause in sein Appartement zurückzugehen, da es ihm unpassend erschien, hier zu bleiben. Doch zuvor hatte er noch eine Zeit mit Jason gesprochen, um ihm zu erklären, warum er anders war, als andere Kinder und wie er ihm dabei helfen wollte zu lernen, seine Kräfte einzuschätzen, damit keine größeren Unfälle mehr passierten.
Jason hatte ihm aufmerksam und interessiert zugehört, tausende von Fragen gestellt, die er so gut es ging beantwortet hatte und seinen Sohn schließlich, nachdem diesem bereits die Augen zufielen, ins Bett gebracht- zum ersten Mal in seinem Leben. Er wusste, er würde nicht jeden Abend da sein, um ihn ins Bett zu bringen oder ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen zu können, aber wann immer es möglich war- er würde es nicht mehr verpassen. Jason hatte seine dünnen Ärmchen um seinen Hals geschlungen und ihm einen Kuss auf die Wange gegeben, ehe er sich in seine Decke kuschelte und ihm praktisch sofort die Augen zufielen.
„Schläft er?" wollte Lois wissen, als er wieder nach unten kam. Clark nickte. „Ja, er ist fast sofort eingeschlafen. Das war heute ziemlich viel für ein Kind in seinem Alter…"
Lois nickte. „Ja, aber insgesamt hat er alles ganz gut verstanden, denke ich."
„Das hat er- aber es wird nicht einfacher werden. Metropolis ist nicht Smallville und hier wird es schwieriger werden, sein Geheimnis zu bewahren. Ich konnte durch die Maisfelder rennen und über die Silos springen und sogar den alten Traktor durch die Gegend werfen, ohne, dass mich jemand gesehen hätte. Hier sind zu viele Menschen um ihn herum. Bis jetzt warst du wegen seiner Allergien regelmäßig mit ihm beim Arzt, aber auch das wird bald nicht mehr möglich sein- spätestens, wenn man ihm kein Blut mehr abnehmen kann, weil er irgendwann unverwundbar sein wird, würde es Fragen geben, die nicht beantwortet werden können. Vor allem wissen wir nicht, wann und ob er all meine Fähigkeiten haben wird, da er halb menschlich und halb kryptonisch ist."
Lois sah ihn nachdenklich an. „Und du kannst niemanden fragen…"
Sein Gesicht verdüsterte sich. „Nein. Luthor hat meine Kristalle, so dass ich keine Möglichkeit habe, meine kryptonischen Eltern danach zu fragen. Allerdings werde ich nichts unversucht lassen, sowohl ihn als auch meine Kristalle zu finden. In seinen Händen sind sie absolut tödlich und der Schaden, den sie anrichten können, wenn sie in den falschen Händen sind, ist immens…"
„Ja, ich glaube, davon haben wir bereits einen ganz guten Eindruck bekommen…" sagte Lois und verzog das Gesicht.
Der Gedanke, dass Luthor noch immer frei herumlief und die Kristalle hatte, wie auch sie annehmen musste, jagte ihr einen kalten Schauer über den Rücken.
Clark versuchte, die ob des Themas düster gewordene Atmosphäre etwas aufzulockern. „Ich seh' dich morgen im Büro. Ich glaube nicht, dass ich es jetzt noch schaffe, die ganze Zeit zu stottern, aber wenn ich auch noch vergesse, Sachen umzulaufen oder mir Kaffee über mein Hemd zu spucken, dann schubs mich…"
Wie erwartet fiel etwas von der Spannung von Lois ab und sie grinste. „Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht- es könnte in Erfüllung gehen." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. „Bis morgen."
Ihnen beiden war klar, dass sie bald etwas finden mussten, was nicht sein Appartement oder Richards Haus war- etwas, was ihr gemeinsames zu Hause werden sollte und möglichst außerhalb lag, um Jason den Raum zu geben, den er brauchen würde.
Draußen überlegte er kurz, ob er ein paar Schritte weit verschwinden und dann fliegen sollte, entschied sich dann jedoch dagegen und rief sich ein Taxi. Während er wartete, sah er sich aus Gewohnheit gründlich um und stutzte, als er eine hinter einem großen Rhododendronbusch hockende Gestalt wahrnahm. Einer Gestalt mit einem… Er sah näher hin. Einem Nachtsichtglas?!
Eines war sicher- weit entfernen würde er sich heute nicht!
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Es war nicht viel, aber das verbliebene Kryptonit würde trotzdem genügen, um Superman endgültig und diesmal für alle Zeiten loszuwerden.
Versonnen schaute Lex auf die grün schimmernde Spezialpatrone in der Trommel seiner 9 mm Glock. Ein Schuss musste genügen. Und vor allem musste er richtig sitzen. Keine Fehler diesmal. Aber dafür musste er ihn erst einmal haben.
Nur gut, sinnierte Lex, dass eine von Supermans größten Schwächen war, zu handeln, ohne vorher darüber nachzudenken- und Luthor war sich sicher, dass er nicht groß nachdenken würde, wenn er erst einmal Lois Lane und ihre halb außerirdische Brut da hatte, wo er sie haben wollte.
Falls nötig, würde Superdad ihm die Arbeit vielleicht sogar noch abnehmen und sich selbst erschießen, wenngleich er gar nicht vorhatte, Lane oder den Kleinen am Leben zu lassen, auch wenn er das natürlich behaupten würde.
Die Reporterin war ihm schon lange ein Dorn im Auge und einen zukünftigen Superman würde er besser erledigen können, solange er noch nicht unverwundbar war.
Das klingeln seines Mobiltelefons riss ihn aus seinen Gedanken. „Ja?"
„Der Typ, mit dem sie arbeitet, ist gerade verschwunden, sie ist jetzt allein."
Er lächelte. „Gut, du weißt, was zu tun ist. Warte aber, bis die Lane auch fest schläft! Ein ‚Hilf mir, Superman!' können wir auf keinen Fall gebrauchen, klar?" Er legte auf.
Jetzt hieß es, abzuwarten, bis Jack mit den beiden am vereinbarten Treffpunkt ankam…
Clark war nicht sehr weit mit dem Taxi gefahren, bezahlte den mürrischen Taxifahrer und verschwand schleunigst um eine Ecke, um sofort wieder zurückzufliegen.
Der Mann war noch immer da, wo er ihn zuletzt gesehen hatte. Luthor… Er hätte es sich denken können und das Telefongespräch, was er mitgehört hatte, bestätigte diese Annahme. Lois und Jason konnten nicht hier bleiben. Er beschloss, von der Seeseite aus zum Haus zu fliegen, um nicht durch das Nachtsichtgerät gesehen zu werden und schoss geräuschlos hoch in die Wolken.
Lois zuckte zusammen, als es an der Terrassentür des Wohnzimmers klopfte und sah dann erleichtert, wer draußen stand. Sie öffnete die Tür und ließ ihn hinein.
„Himmel, musst du mich so erschrecken? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass du heute noch mal-" Sie sah seinen Gesichtsausdruck. „Was ist passiert?"
„Ihr müsst hier weg. Sofort."
„Was, aber-"
Clark ließ sie nicht aussprechen und berichtete ihr in groben Zügen, was er gesehen und gehört hatte.
„Ja, aber… Wo sollen wir denn hin? Es wäre zu gefährlich, einfach um die Zeit die Tür hinaus zu spazieren und-"
Clark grinste. „Wer hat denn was von spazieren gesagt? Ich werde euch nach Smallville bringen und dann zurückkommen, das Licht im Wohnzimmer löschen, das Licht im Schlafzimmer anmachen und dann wieder ausmachen- und dann warte ich. Und wenn ich Glück habe, hole ich mir Luthor- und wenn ich noch mehr Glück habe, auch meine Kristalle."
„Nach Smallville??? Ich werde nicht-"
„Oh doch, du wirst. Es sei denn, du möchtest Luthor in die Hände spielen. Er weiß ganz genau, was du mir bedeutest, was mir Jason bedeutet. Du wärst eine sehr effektive Waffe gegen mich. Luthor wird sich keine weiteren Fehler erlauben wollen- und genau das will ich auch nicht! Luthor hat keine Skrupel, das solltest du besser wissen, als viele andere und ich werde weder dich noch Jason dieser Gefahr aussetzen."
Lois sah die Entschlossenheit in seinem Gesicht und wusste, dass es diesmal zwecklos war. „Ich hole Jason."
„Mach nicht das Licht an."
Sie drehte sich an der Treppe um und sah ihn an, während sie die Augen verdrehte. „Nein, aber wenn es dir recht ist hänge ich ein Neon-Leuchtschild nach draußen, auf dem steht, dass wir jetzt unauffällig verschwinden, okay?"
Er unterdrückte ein leises Lachen. „Schon gut… Warte, ich gehe besser mit, dann musst du ihn nicht wecken und ich trage ihn nach unten."
Vorsichtig wickelte er seinen fest schlafenden Sohn in eine Wolldecke und trug ihn nach unten.
„Wir fliegen von hier aus. Wenn ich dicht über dem Wasserspiegel fliege, wird der Kerl draußen nichts bemerken."
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„Na endlich!" Jack packte das Nachtsichtglas in seinen Rucksack und holte seinen Dietrich daraus hervor, ehe er sich zum Haus schlich. Das Licht im Schlafzimmer war ausgegangen und danach hatte er noch einmal eine knappe Stunde gewartet. Am liebsten wäre er sofort ja rein gegangen, aber wenn er das hier vermasselte würde ihn das seinen Kopf kosten- und nach dem zu urteilen, was er über Lex Luthor wusste, im buchstäblichen Sinne.
Er nahm sich vor, zuerst die Frau mit dem Äther, den er ebenfalls dabei hatte, zu betäuben und sich dann das Kind zu schnappen.
Leise schlich er sich die Treppe hinauf und ging dann nach rechts, denn dort war das Licht ausgegangen. Mit abgewandtem Gesicht, um sich nicht versehentlich selbst zu betäuben, tränkte er das Tuch, was er in der Hand hatte, mit dem Äther und ging dann auf das Bett zu, unter das Clark zuvor zusammengerollte Decken gelegt hatte, damit es so aussah, als würde Lois auch tatsächlich hier liegen.
Er packte zu, das Tuch in der Hand, bereit, es in ihr Gesicht zu drücken und wich entsetzt und verwirrt zurück, weil die weichen Decken nachgaben und schließlich enthüllten, was da war- nämlich niemand.
„Scheiße, scheiße, scheiße!" fluchte er vor sich hin und sah sich hektisch um und wäre fast rückwärts gefallen, als er eine große Gestalt vor sich sah.
„Suchen wir etwas Bestimmtes?!" Superman packte ihn am Kragen und zog ihn auf Augenhöhe.
„Wa… Wie… Woher…?!" stammelte er und ließ das Tuch fallen.
„Ich würde sagen, ich stelle hier die Fragen. Wo ist Luthor? Und wohin solltest du Lois Lane und ihren Sohn bringen?"
Jack schluckte. Superman hatte nicht im Geringsten die Stimme gehoben, aber etwas in seiner Stimme sagte ihm, dass er Antworten wollte und sich keinesfalls mit billigen Ausflüchten abspeisen lassen würde- zumal er ja im Vorfeld gewusst haben musste, was geplant war, warum wäre er sonst hier?
Andererseits… Luthor würde ihn ohne mit der Wimper zu zucken umbringen, wenn er erfuhr, dass er etwas gesagt hatte. Superman hingegen sagte man nach, dass er brutale Gewalt ablehnte und niemals tötete…
„Ich höre!" Der Griff an seinem Kragen verstärkte sich.
„Ich… werde nichts sagen!" brachte er hervor und starrte ihn trotzig an.
Superman hob nur eine Augenbraue. „Nicht? Oh, das ist schade, denn wenn du nicht auftauchst, wo Luthor dich vermutet wirst du sowieso ein toter Mann sein, nicht wahr? Wenn ich ihn allerdings erwische, bevor er dich erwischt könnte das das Blatt für dich wieder wenden, nicht wahr?"
Jack war nicht der Intelligenteste, aber das war durchaus eine Möglichkeit, die, schnell überdacht, durchaus etwas für sich hatte.
„Ich weiß nicht, wo er ist, hab nur am Telefon mit ihm gesprochen. Ich sollte ihm die Frau und das Kind beschaffen, das war der Auftrag, mehr weiß ich auch nicht!"
Superman nickte. Das entsprach durchaus Luthors Stil- er würde keinem Kleinkriminellen Einblick in sein Versteck gewähren. Fraglich war, ob er selbst am Treffpunkt sein würde oder das auch einem von seinen Leuten überließ.
„Wo solltest du sie hinbringen? Und wann?" Zeit war ein wichtiger Faktor, wenn Luthor nicht merken sollte, dass sein Entführungsplan nicht aufgegangen war.
Jack nannte zögerlich eine Adresse im übelsten Teil von Metropolis. „Sollte sie nur dort abliefern, wenn ich sie habe. Luthor wollte, dass ich warte, bis die Frau fest schläft. Hab einen GPS Sender im Wagen, damit er sehen kann, wann ich da bin, ich sollte nicht noch mal anrufen."
Clark überlegte kurz- das GPS Signal würde er nicht herausfiltern können, dazu gab es zu viele Sender und Empfänger. Seine einzige Chance war, darauf zu hoffen, dass Luthor die wertvolle Fracht selbst in Empfang nehmen wollte und das niemand anderem überlassen würde. Nur mit diesem Überraschungsmoment konnte er ihn kriegen.
Er wusste nicht, ob Luthor noch Kryptonit hatte und der Detektor, den Bruce Waynes verschwiegene Spezialisten gerade für ihn entwickelten und der dafür sorgen sollte, dass er das Kryptonit bemerkte, ehe es ihn schwächen konnte, war noch nicht fertig.
Die Narbe links an seinen Rücken erinnerte ihn daran, dass er nicht vorhatte, so bald wieder damit in Berührung zu kommen.
Nur gut, dass Jason unempfindlich dagegen zu sein schien, dachte er flüchtig, als ihm dazu eine Idee durch den Kopf schoss, die jetzt, obwohl sie wichtig war, warten musste.
Was nicht warten konnte, war eine Entscheidung, was er jetzt tun würde.
Luthor wollte ihn tot sehen und ohne Kryptonit hatte er da wenig Chancen, also musste er noch etwas haben. Lois und Jason sollten nur die Köder sein, um ihn in eine tödliche Falle zu locken, also war da auch eine und Clark hatte nicht vor, es ihm diesmal genauso leicht zu machen, wie beim letzen Mal. Luthor war nicht nur gefährlicher Wahnsinniger, er war dabei auch intelligent und durchaus in der Lage, strategisch voraus zu denken, eine Tatsache, die er beim letzen Mal sträflich unterschätzt hatte.
Jack begann, unruhig umher zu zappeln. „Was is'n nun?!"
„Du fährst zu dem vereinbarten Treffpunkt- vorher solltest du dir ein blaues Auge besorgen. Du behauptest, Miss Lane hätte dich erwischt, für einen Einbrecher gehalten, dir ein blaues Auge verpasst und die Polizei gerufen, weswegen du so schnell wie möglich verschwinden musstest."
Jack starrte ihn an. „Bist du bescheuert Mann? Der killt mich, ohne mit der Wimper zu zucken!"
„Dann ruf ihn an, sag es ihm am Telefon und verschwinde einfach. Luthor wird seine Energie nicht darauf verschwenden, dir jemanden hinterher zu jagen, dafür bist du ihm zu unwichtig. Solltest du allerdings irgendetwas von unserem kleinen Gespräch hier verraten, werde ich dafür sorgen, dass er dich findet." Er deutete leicht lächelnd auf sein Ohr. „Und ich werde es wissen, falls du das versuchen solltest…"
Jack entschied sich spontan für die zweite Möglichkeit und verschwand so schnell er konnte, nachdem er wieder auf seinen eigenen Füßen stand. Den Wagen mit dem Sender ließ er stehen.
Clark seufzte leise. Gut, heute würde er weder Luthor, noch die Kristalle bekommen, aber das Risiko, noch einmal in unbekanntes Gewässer zu springen, konnte er dieses Mal nicht eingehen.
Es wurde Zeit, nach Smallville zurückzukehren, seine Idee mit Lois zu besprechen und vor allem, sofort morgen einen dringenden Termin mit Bruce Wayne zu vereinbaren…
