Hier kommt das nächste Kapitel, ist auch ein bisschen länger als die anderten. Meist habe ich so 2000 Wörter, dieses hat etwas über 3000. Ich kann nur hoffen, dass es auch weiterhin gefällt und vor allem: spannend bleibt! Kommentare sind natürlich weiterhin heißbegehrt.
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Lex Luthor starrte auf den Monitor, mit dem er das GPS Signal des Wagens beobachtete. Immer noch keine Bewegung. Entweder war noch immer Licht im Haus, oder irgendetwas anderes war schief gelaufen. Langsam sollte sich etwas tun. Seine Überlegungen wurden vom klingeln seines Mobiltelefons unterbrochen und die Nummer auf dem Display trug auch nicht dazu bei, seine Laune zu heben.
„Ich habe diesem Kretin doch gesagt, er soll einfach losfahren und nicht noch mal anrufen!" zischte er wütend und nahm ab. „Was ist?" Die Ader an seinem Hals begann bedrohlich zu pochen, während er zuhörte, doch noch ehe er irgendetwas sagen, oder besser, Jack sein baldiges Ableben ankündigen konnte, wurde das Gespräch beendet.
„Verdammt!" brüllte Luthor und knallte das Handy auf den Tisch. Sollte er diesen kleinen Ganoven jemals erwischen, dann gnade ihm Gott! Jack hatte es versaut!
Kitty ignorierte die gefährlich hypertone, rote Gesichtsfarbe und fragte mit ihrer leicht schleppenden Stimme „Lex? Kommt er später oder warum regst du dich so auf?"
Sein Kopf ruckte herum und er sah sie mit einem mörderischen Gesichtsausdruck an, der so ziemlich jeden anderen in Angst und Schrecken versetzt hätte und erwog kurz, sie an Jacks Stelle zu erschießen, entschied sich dann jedoch dagegen- er würde dieses dumme Huhn vielleicht noch brauchen, ehe er ihr den Hals umdrehte.
„Nein, sie kommen gar nicht! Lois Lane hat ihn erwischt, für einen Einbrecher gehalten und die Polizei gerufen."
Kitty sah ihn gelangweilt an. „Dann kommt er also heute nicht mehr und wir können endlich schlafen gehen?"
Die Aussicht, sich ihrer bald zu entledigen, wurde immer verlockender… Lex zählte im Geiste bis zehn. Sie anzubrüllen wäre pure Energieverschwendung, zumal seine Wutanfälle sowieso grundsätzlich an ihr abzuprallen schienen.
Er würde es wieder versuchen und zwar sehr bald, aber diesmal mit Leuten, die ihr Handwerk besser verstanden. Das würde teurer werden, war aber nicht weiter wichtig, da er nun problemlos an sein Geld aus der Schweiz kam. Beim nächsten Mal würde er drei Leute beauftragen- einen pro Person und einen Fahrer. Und dann endlich würde er auch Superman zu fassen kriegen!
Er sah auf seine Pistole und bedauerte kurz, momentan nicht an mehr Kryptonit zu kommen, verließ sich aber weiterhin darauf, dass der eine Schuss genügen könnte, zumal Superman sich sicher fühlen würde, wenn ihn zunächst einmal die anderen, normalen Kugeln treffen würden…
Smallville- Ankunft und Rückkehr
Clark hatte seiner Mutter nicht viel erklären können, als er Lois und Jason gebracht und seiner verschlafenen Mutter nur schnell mitgeteilt hatte, dass Besuch da war, da er so schnell wie möglich zurück nach Metropolis fliegen musste.
Nachdem Martha erfahren hatte, wer ihr mitternächtlicher Besuch war, hatte sie sich nur schnell einen Morgenmantel übergeworfen und war so schnell wie möglich nach unten gegangen, wo Lois unruhig hin- und herlief, während Jason, der von der ganzen Reise nichts mitbekommen hatte, in Clarks altem Zimmer lag und dort weiterschlief.
Martha war nicht sicher, ob Lois mittlerweile über Clarks doppelte Identität Bescheid wusste; sie hatte seit ihrem letzten Gespräch mit Clark keine Gelegenheit mehr gehabt, mit ihm zu sprechen, weswegen sie sich vornahm, vorsichtig zu sein, auch wenn es ihrer Ansicht nach keinen logischen Grund gab, dass Superman die beiden ausgerechnet zu Clarks Mutter brachte, wenn Lois nicht mittlerweile im Bilde war, aber man wusste ja nie…
Lois sah sie die Treppe hinunter kommen und fragte sich kurz, ob sie sie schon einmal gesehen hatte, aber das war eigentlich nicht möglich. „Mrs. Kent, es tut mir wirklich Leid, dass wir Sie so überfallen…"
Sie winkte ab. „Ich denke, das wird seine Gründe haben, Miss Lane, aber ich wäre wirklich froh, zu erfahren, was passiert ist. Und bitte, nennen Sie mich Martha."
Lois lächelte. „Dann bitte auch Lois und nicht Miss Lane." Sie führte kurz aus was passiert war und weswegen Clark entschieden hatte, sie so schnell wie möglich aus der Schusslinie und hierher zu bringen.
Martha wirkte erleichtert. „Dann hat er es Ihnen mittlerweile gesagt?" Innerlich nahm sie sich vor, ihrem Sohn verbal eins hinter die Löffel zu geben, da er ihr diese wichtige Information bisher vorenthalten hatte.
Lois nickte. „Nun ja, eigentlich habe ich ihn eher damit konfrontiert, nachdem ich es herausbekommen habe, aber ich weiß Bescheid und auch sein Sohn und mein Ex-Verlobter wissen es…"
Martha hob eine Augenbraue. „Ihr Ex-Verlobter?"
Lois war nicht sicher, ob sie darauf anspielte, dass Richard nun nicht mehr ihr Verlobter war, oder auf die Tatsache, dass auch er im Bilde war.
„Äh, ja… Es erschien uns wichtig, dass er es weiß… Er wusste, dass ich nie wirklich von… Superman… losgekommen bin und hat mich für ihn… freigegeben. Es wäre ein wenig seltsam gewesen, wenn ich dann mit Clark…"
Damit waren beide Fragen für Martha beantwortet- sie wusste Bescheid und, was noch wichtiger war, Clark hatte endlich sein Leben in Ordnung gebracht.
„Lois… Sie ahnen nicht, wie froh ich bin, dass das endlich geklärt ist, auch wenn ich noch glücklicher wäre, wenn er jetzt nicht unterwegs wäre, um auf den Handlanger von diesem Irren zu treffen!" Sie schwieg einen Augenblick und fuhr dann fort. „Es war wirklich nicht leicht, mit all den anderen Menschen vor dem Krankenhaus zu stehen und nicht zu meinem Sohn gehen zu können…"
Lois starrte sie an- jetzt wusste sie, wo sie Martha schon einmal gesehen hatte und sie konnte nur ahnen, wie schwer es ihr gefallen sein musste, einfach nur dazustehen und nichts tun zu können, weil nicht Clark Kent, sondern Superman dort um sein Leben gekämpft hatte…
Sie schluckte. „Ich kann nur hoffen, dass er dieses Mal keine Dummheiten macht. Lex Luthor darf man nicht unterschätzen."
Martha legte ihr tröstend einen Arm um die Schulter. „Er wird vorsichtig sein. Diesmal weiß er, wofür…"
Trotzdem war Lois nervös und da weder sie, noch Martha Schlaf finden würden, ging letztere in die Küche und kochte Tee, den sie tranken, während sie auf Clarks Rückkehr warteten.
Beide waren zutiefst erleichtert, als er schließlich unversehrt auftauchte und ihnen Bericht erstattete.
„Bist du sicher, dass dieser kleine Gauner ihm nicht die Wahrheit sagen wird?" fragte Lois skeptisch.
Clark lächelte. „Absolut. Er hat ihm genau das gesagt, was ich ihm geraten habe zu sagen und sich dann aus dem Staub gemacht- zweifellos die klügste Entscheidung, die er treffen konnte."
Lois atmete erleichtert auf. „Gut- aber was jetzt? Luthor wird die Sache nicht auf sich beruhen lassen, er wird es wieder versuchen. Und ich werde mich nicht wochenlang verstecken! Jason muss in die Schule und-"
„Eins nach dem anderen, Lois," unterbrach Clark sie. „Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch darüber nachgedacht, zumal es auffällig wäre, wenn du abtauchen würdest. Meine Idee dazu ist, Jason in der Schule krank zu melden. Das würde nicht groß auffallen, weil er bisher ein recht anfälliges Kind war. Du und ich fliegen morgen früh zurück und gehen zur Arbeit, wie immer. Und ich muss mich mit jemandem treffen, um etwas zu besprechen, was uns möglicherweise weiterhelfen könnte, was das Kryptonit Problem angeht."
Lois versuchte, seinen Gedanken zu folgen, was ihr jedoch aufgrund des Schlafmangels, der sich langsam bemerkbar machte, etwas schwer fiel. „Aber Jason kann jetzt nicht zurück nach Metropolis, wo soll er… Hier?"
Martha strahlte. „Natürlich, warum nicht? So habe ich endlich Gelegenheit, meinen Enkel kennen zu lernen- und hier wäre er sicher."
Clark nickte. „Das war der Plan."
„Und mit wem willst du wegen des… Kryptonit Problems sprechen?"
„Dazu kann ich momentan nichts sagen, aber ich habe vertrauenswürdige Quellen, die bereits daran arbeiten, außerdem ist mir noch eine Idee dazu gekommen- du hast gesagt, Jason sei durch das Kryptonit, was Luthor ihm unter die Nase gehalten hätte, nicht beeinflusst worden, richtig?"
Lois fragte sich, worauf er hinaus wollte. „Ja. Aber was hat das mit… Moment… Glaubst du, es wirkt nicht auf ihn, weil seine menschliche Seite ihn davor schützt?!"
„Es wäre eine Möglichkeit. Dazu kommt, dass er hier geboren wurde und nicht auf Krypton. Wie genau die Dinge liegen weiß ich selbst noch nicht, hoffe aber, dass meine Annahme stimmt- denn wenn das so ist, würde die Möglichkeit bestehen, eine Art Impfstoff herzustellen und damit bei mir eine Immunisierung zu erreichen. Aber dafür muss ich erst mit meiner Kontaktperson sprechen."
Sowohl Lois als auch seine Mutter sahen ihn sprachlos an, doch Lois fand als Erste ihre Sprache wieder.
„Clark… Dürfte man erfahren, wer diese Person ist? Denn das würde bedeuten, dass du erklären müsstest, wie du auf diese Idee kommst und das wiederum bedeutet, dass du jemandem sagst, dass Jason Supermans Sohn, obwohl wir sagen werden, dass er Clark Kents Sohn ist, was natürlich auch stimmt, aber…"
Martha schien ähnliche Befürchtungen zu haben, denn sie nickte die ganze Zeit.
„Derjenige, mit dem ich reden werde, weiß bereits, dass Clark Kent auch Superman ist, von daher wird es da keine offenen Fragen geben."
Lois erinnerte sich an das Gespräch, was sie mit Clark geführt hatte. „Deine Kontaktperson ist… Batman?!"
„Sozusagen… Sagen wir mal so, er hat gewisse… Möglichkeiten, die ich nicht habe." Die näheren Zusammenhänge konnte er ihr natürlich nicht erklären, aber wie er ihr schon zuvor gesagt hatte- das war nicht sein Geheimnis, es war das von Bruce Wayne, der hinter der Maske steckte.
Lois entschied, das zunächst so stehen zu lassen- weitere Fragen konnte sie stellen, sobald sie zumindest die wenigen, verbleibenden Stunden bis zum Morgen geschlafen hätte.
„Ich denke, mehr werde ich momentan sowieso nicht von dir zu hören bekommen, aber glaub nicht, dass ich später nicht nachfragen werde…"
Clark warf ihr einen ‚Das-habe-ich-befürchtet' Blick zu, aber Lois ignorierte ihn und gähnte. „Aber wenn ich morgen arbeiten soll, ohne halbtot auszusehen, muss ich jetzt schlafen- nicht jeder braucht so wenig Schlaf wie du."
Clark nickte- auch seine Mutter sah schrecklich müde aus. „Dann geh du am besten in mein altes Zimmer zu Jason, er wird sonst Angst bekommen, wenn er alleine in einer fremden Umgebung aufwacht. Ich schlafe hier unten auf dem Sofa- für drei Personen ist mein klappriges, altes Bett wirklich zu klein."
Am nächsten Morgen, der für Lois' Geschmack viel zu früh anbrach, weckte sie Jason und erklärte ihm, wo und warum sie hier waren. Jason war sofort Feuer und Flamme, als er hörte, dass er nicht zur Schule musste, bei der Oma bleiben konnte, von der ihm sein Vater bisher nur erzählt hatte und vor allem, weil er bereits wusste, dass es hier einen Hund, Hühner und ein Pferd gab.
Sie frühstückten noch gemeinsam, ehe es wirklich Zeit für Lois und Clark wurde, nach Metropolis zurückzufliegen, wenn sie pünktlich zur Arbeit kommen wollten. Lois sah lächelnd, wie Jason seine Großmutter bereits jetzt mit Fragen zu den Tieren bombardierte und wusste, dass sie ihn ruhigen Gewissens hier lassen konnte.
Beide verabschiedeten sich, zunächst von Martha, der sie versprechen mussten, sie auf dem Laufenden zu halten und dann von Jason, den es aufgrund seiner neu entdeckten Oma und der Tiere auf der kleinen Farm nicht im Geringsten zu stören schien, ein paar Tage hier zu verbringen. Clark warnte ihn vor, dass es vielleicht nicht möglich für beide wäre, ihn jeden Tag hier zu besuchen, da er mit Lois zusammen nicht in Lichtgeschwindigkeit fliegen konnte, er aber auf jeden Fall zusehen würde, einmal am Tag herzukommen.
Jason nickte und winkte ihnen zum Abschied. „Okay. Bye Mom, bye Dad."
Clark hatte sich bereits zum gehen gewandt und blieb wie angewachsen stehen- sein Sohn hatte ihn Dad genannt! Das war das erste Mal und es kam so selbstverständlich, als sei es nie anders gewesen. Er drehte sich noch einmal um, strahlte ihn an und winkte ihm noch einmal zu, wobei ihm die Tränen in den Augen brannten, ehe er und Lois endgültig los mussten.
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Im Daily Planet empfing sie die übliche Geschäftigkeit, aber auch Getuschel, da man natürlich längst gesehen hatte, dass Richard keinen Verlobungsring mehr trug und weit mehr Außentermine hatte, also sonst. Dazu kam das Gerücht, dass er bald ins Ausland gehen würde - und auch Lois' unberingte Hand blieb nicht unbemerkt. Jetzt mutmaßte man gerade, ob sie nur zufällig zusammen mit Clark angekommen war, oder ob da mehr hinter steckte, schließlich war bekannt, dass der ungeschickte Reporter schon früher einen Faible für Miss Lane gehabt hatte.
Clark musste sich ein Grinsen verkneifen, als er mit Lois an der Kaffeemaschine stand und all das Geflüster problemlos mitbekam und ihr zuraunte, was man sich so erzählte.
„Jetzt überlegen Marcy und Joanne gerade, dass sie sich nicht vorstellen können, dass du ausgerechnet mit mir etwas anfangen würdest, wo doch bekannt ist, dass Superman auch etwas für dich übrig zu haben scheint…"
„Das will ich doch schwer hoffen," flüsterte sie zurück und musste ein Kichern unterdrücken.
„Ich bin wirklich gespannt, was sie erst sagen, wenn du einen neuen Verlobungsring trägst," mutmaßte Clark und Lois verschluckte sich an ihrem Kaffee.
Fürsorglich klopfte Clark ihr auf den Rücken, während sie hustete und ihr Gesicht davon rot anlief.
„Sehr romantisch von dir, Smallville, mir indirekt und mitten im Büro einen Heiratsantrag zu machen, findest du nicht?!" keuchte sie so leise, dass es niemand anders mitbekam.
„Ups…" Clark grinste. „Ich hole es später angemessen nach…"
Lois griff nach ihrer Kaffeetasse und sah ihn gespielt böse an. „Ich warte darauf- Himmel, was habe ich mir da angelacht…" Kopfschüttelnd ging sie zu ihrem Schreibtisch, während sie zwischen den Zähnen murmelte, er solle bloß nicht vergessen, seinen Schlips in den Kaffee zu hängen oder irgendetwas anderes Clark-mäßiges zu tun. Clark, der auch das natürlich gehört hatte, lachte leise und setzte sich an seinen Schreibtisch, nicht ohne vorher fast dagegen zu laufen und suchte sich die Nummer von Bruce heraus, mit dem er möglichst heute noch sprechen wollte.
Er sprach mit Alfred, dem alten Butler, der ihn kannte und ihm, nachdem er kurze Zeit in der Warteschleife verbracht hatte, miteilte, dass Mr. Wayne bereit sei, ihn um 11 Uhr zu empfangen. Clark bedankte sich und legte auf.
„Was Wichtiges?" wollte Lois wissen. Clark nickte. „Ich habe um 11 Uhr einen Termin mit meiner Kontaktperson." Er sah ihren Blick. „Ich muss alleine hin."
„Oh… Klar." Perry tauchte hinter Clark auf. „Kontaktperson? Um was geht es?"
„Äh, oh, ja, d-das ist, also genau genommen-"
Lois schaltete sich ein. „Es geht um das Verschwinden von Luthor und seine momentanen Machenschaften. Clark muss alleine hin, weil das so vereinbart wurde. Ich werde hier bleiben und das aufschreiben, was wir bisher haben."
Perry schien zufrieden zu sein. „Oh, gut, gut! dann sehen Sie zu, dass Sie möglichst viel aus ihm herausbekommen, Kent."
„W-werde ich, Chief."
„Und nennen Sie mich nicht Chief!"
„Nein, Chief, äh, Mr. White…" Clark wandte sich schleunigst wieder seinem Computer zu und begann, geschäftig zu tippen. Bis 11 Uhr hatte er noch fast anderthalb Stunden Zeit.
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Bruce Wayne saß in seinem Arbeitszimmer, als Alfred meldete, dass Mr. Kent nun da sei. „Danke, Alfred, schick ihn bitte rein." Der betagte Butler verneigte sich formvollendet. „Sehr wohl, Sir."
Clark trat ein und dachte einmal mehr, dass dieses Arbeitszimmer beinahe doppelt so groß sein musste, wie sein gesamtes Appartement. Er musste zugeben, dass es geschmackvoll eingerichtet war, edel, aber nicht überladen. Ein Raum, in dem man sich sicher wohl fühlen konnte, während man arbeitete.
Die beiden Männer begrüßten sich und Bruce kam um seinen Schreibtisch herum und bedeutete Clark, ihm in die bequemere Sitzecke des Raumes zu folgen.
Bruce bot ihm etwas zu trinken an, doch Clark lehnte ab. „Danke, aber ich hatte auf dem Weg hierher gerade noch Kaffee."
„Ich nehme an, du kommst nicht wegen des Detektors, da ich dir ja bereits gesagt habe, dass ich mich melde, wenn er fertig ist, was allerdings bald der Fall sein sollte. Alfred meinte, es sei dringend, was also kann ich für dich tun?"
„Richtig, wegen dem Detektor warte ich, bis ich etwas höre. Es ist so, dass es möglicherweise noch einen besseren und effektiveren Weg geben könnte, mein Kryptonit Problem in den Griff zu bekommen und ich wüsste gerne, was du dazu denkst und ob du meinst, dass es umsetzbar ist."
Bruce hob fragend eine Augenbraue. „Ich höre?"
Clark wusste, dass er, auch wenn beide oft unterschiedliche Ansichten hatten, was die Arbeitsweise ihrer Alter Egos anging, Bruce vertrauen konnte. Das Geheimnis, dass Superman einen Sohn hatte, wäre bei ihm ebenso gut aufgehoben, wie seine Identität als Clark Kent.
„Ich denke über die Möglichkeit einer Immunisierung nach."
„Dazu bräuchten wir Antikörper, die du nicht hast," stellte Bruce nüchtern fest.
„Das weiß ich- aber mein Sohn hat sie möglicherweise. Er reagiert nicht auf das Kryptonit, weswegen ich die Hoffnung habe, dass man sie aus seinem Blut vielleicht extrahieren könnte, um sie in eine Art Impfung für mich umzuwandeln."
„Dein… Sohn?! So lange bist du doch noch gar nicht zurück…"
Clark räusperte sich. „Er ist fast sechs…"
„Oh… Ich gehe davon aus, seine Mutter ist Lois Lane? Sie ist die einzige, die mir in dem Zusammenhang einfallen würde… Wenn er knapp sechs ist, bedeutet das-"
„Ich wusste nicht, dass sie schwanger ist! Hätte ich es gewusst, wäre ich nicht gegangen, abgesehen davon, dass ich nicht gedacht hätte, dass die Möglichkeit überhaupt besteht, immerhin komme ich nicht von diesem Planeten…"
Bruce hob beschwichtigend die Hände. „Schon gut, ich werde nichts weiter dazu sagen- du hast also einen Sohn, der nicht auf Kryptonit anspricht. Was weiter?"
Clark wusste, worauf er hinaus wollte und fuhr fort. „Er fängt an, gewisse Kräfte zu entwickeln. Ich kann noch nicht sagen, ob er sie alle und in vollem Umfang haben wird, schließlich hat er auch menschliche Gene, aber die Sonne beeinflusst ihn definitiv positiv und scheinbar ähnlich wie mich. Er war bisher ein eher anfälliges Kind, hatte eine Menge Allergien und Asthma. Seit Luthor ihm das Kryptonit unter die Nase gehalten hat, ist aber beides rückläufig. Nach dem, was Lois mir erzählte, habe ich die Theorie, dass das Kryptonit seine kryptonische Seite erst ‚aktiviert' hat, denn vorher zeigte er keinerlei… sagen wir unirdische Auffälligkeiten."
„Nur interessehalber: Er weiß, wer sein Vater ist?"
Clark nickte. „Ja, das weiß er- und auch, dass er das nicht erwähnen darf. Das alles ist ein bisschen kompliziert. Die Dinge zwischen Lois und mir und auch zwischen ihr und ihrem Ex-Verlobten sind geklärt."
„Hältst du es für klug, einem Fünfjährigen zuzutrauen, sich nicht zu verplappern?"
„Er ist ein cleveres Kind… Hat mich lange enttarnt, ehe Lois die richtige Idee dazu hatte, was also sollte ich machen? Es kommt dazu, dass jeder wusste, dass Richard nicht sein leiblicher Vater ist, niemand wird misstrauisch werden, wenn wir schließlich sagen werden, dass Clark Kent sein Vater ist, zumal ich zum fraglichen Zeitpunkt mit Lois an den Niagarafällen war, wo, nun ja, ich weiche vom Thema ab…"
Bruce grinste, sagte aber nichts.
„Also- denkst du, es wäre eine gangbare Möglichkeit?" wollte Clark wissen.
„Ich habe da einen absolut vertrauenswürdigen Wissenschaftler, der mir darauf mit Sicherheit eine Antwort geben kann- allerdings brauche ich dazu Blut, sowohl von dir als auch von dem Kind. Bei dir wird es wahrscheinlich schwieriger, er aber ist noch nicht unverwundbar, oder?"
„Nein, ist er nicht. Ich war es auch erst mit ungefähr zehn Jahren. Bei mir werden wir Kryptonit brauchen. Die Unverwundbarkeit ist das erste, was verschwindet, wenn ich ihm ausgesetzt bin…"
„Dann lass uns gehen." Bruce erhob sich.
Clark sah ihn fragen an. „Wohin?!"
„In mein Labor. Wir brauchten Kryptonit, um den Detektor zu entwickeln, haben also welches. Deine Blutprobe können wir demnach sofort nehmen, aber es wäre besser, wenn du dich erst… kann man das umziehen nennen, wenn du dich so in dein Outfit wirbelst?" Ein gewisser, freundschaftlicher Neid war nicht zu überhören.
Clark grinste schwach- die Aussicht, so bald wieder mit Kryptonit in Berührung zu kommen, war nicht die allerbeste, aber der Zweck heiligte schließlich die Mittel… „Nenn es wie du willst, wir treffen uns dort, schließlich muss Clark Kent dieses Haus auch wieder auf verlassen. Jason würde ich übrigens lieber von einem Kinderarzt Blut abnehmen lassen, dann weiß niemand, wo es herkommt. Die Probe kann ich dann denke ich morgen nachliefern."
Bruce nickte zustimmend. „Das ist sicherlich der beste Weg." Er nannte ihm die genaue Adresse und verabschiedete sich dann. Alles Weitere musste die Wissenschaft klären.
