Vielen Dank für dein Review! Dieses Kapitel ist wieder etwas kürzer, dafür wird das 10. und letzte um einiges länger sein. Viel Spaß beim lesen.
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Clark war froh, als das Kryptonit wieder in dem bleiernen Kasten verschwand, aus dem Dr. Klein, laut Bruce einer der besten Männer, die er hatte und der Einzige, dem er in der „Superman Sache" vollkommen vertraute, es hervorgeholt hatte.
Er fühlte sich noch immer etwas wackelig auf den Beinen und die leicht erhabene Narbe, die ihm geblieben war, brannte wie Feuer. Sie erinnerte ihn einmal mehr daran, dass Luthor auch weiterhin alles versuchen würde, um ihm beim nächsten Mal mitten ins Herz zu stechen- und ihm war absolut und vollkommen bewusst, dass er dazu nicht einmal zwingend Kryptonit brauchen würde, wie die fehlgeschlagene Entführung von Lois und Jason einmal mehr bewiesen hatte…
Es konnte Einbildung sein, aber er hatte das Gefühl, dass sich seine Reaktion auf das Kryptonit verstärkt hatte, seit Luthor ihm die Klinge in den Rücken gestoßen hatte, was aber im Grunde nicht möglich sein dürfte. Flüchtig fragte er sich, ob für ihn ein menschliches Problem wie ein posttraumatisches Stress-Syndrom in Frage käme, schließlich war ihm schon übel gewesen, noch ehe der Bleikasten überhaupt auf dem Tisch gestanden hatte- ungeöffnet wohlgemerkt.
Nach der Blutabnahme hatte Dr. Klein ihn in einen Nebenraum gebracht und langsam wirkte das UV Licht, welches der Wissenschaftler speziell für ihn eingestellt hatte. Er hatte erklärt, dass die Konzentration für ihn zu hoch sei und er deswegen den Raum jetzt verlassen müsste, er sei aber mit Mr. Wayne nebenan und wenn er sich erholt hätte, sollte er kommen, damit er ihm die weitere Vorgehensweise erklären und ihn über die Fortschritte mit dem Detektor informieren konnte.
Clark hatte nur genickt und die Augen geschlossen, bis das brennen und das Schwindelgefühl langsam nachließ und schließlich ganz verschwand.
Als er den Raum nebenan wieder betrat, war Bruce in ein Gespräch mit Dr. Klein vertieft, doch dieser sah auf, als er hereinkam. „Ah, Sie kommen gerade richtig, Superman. Ich habe Mr. Wayne gerade Ihren Detektor gezeigt, sehen Sie her." Er deutete auf etwas, was aussah wie ein schmales, durchsichtiges Armband- sehr unscheinbar und kaum zu erkennen, wenn er es tragen würde.
„Wie funktioniert es?" fragte Clark interessiert und kam näher.
„Oh, das ist im Grunde genommen ganz einfach. Es spricht auf die einzigartige Strahlung des Kryptonits an, nur viele tausend Mal stärker, als Sie es tun, so dass es sie auffängt, ehe Sie auch nur annähernd in eine Reichweite kommen, die Ihnen schaden könnte. Es sendet dann Signale auf Ultraschallfrequenz aus, die Sie problemlos hören sollten. Wo es noch hakt ist die genaue Standortbestimmung. Es bringt nicht viel, wenn Sie wissen, dass irgendwo in einer Reichweite von mehreren tausend Metern Kryptonit ist, wenn Sie nicht auch wissen, wo es sich genau befindet. Deswegen teste ich noch etwas aus, was die genauen Koordinaten durchgibt, das ist dann ähnlich wie mit einem Navigationssystem, was es Ihnen ermöglicht, die Lage des Kryptonits korrekt zu bestimmen. Nun ja, mit einer Abweichung von vielleicht fünf Metern… Aber wie gesagt, es ist noch nicht ganz ausgereift. Ein bisschen Zeit werde ich noch brauchen."
Clark nickte anerkennend. Auf ein paar Tage mehr oder weniger würde es auch nicht ankommen, immerhin war Jason in Sicherheit und auch Lois würde nicht in das Haus zurückkehren. Er hoffte, dass Luthor, da er als gesuchter Verbrecher nicht offen agieren konnte, diese paar Tage brauchen würde, um überhaupt erst einmal heraus zu bekommen, was los war.
Bruce meldete sich zu Wort. „Könnten Sie nun noch zwei medizinischen Laien wie uns erläutern, wie möglicherweise eine Immunisierung erreicht werden kann?"
Klein war ganz in seinem Element. „Natürlich. Normalerweise impft man gegen Krankheitserreger. Dazu spritzt man entweder vorgebildete Antikörper, abgeschwächte lebende oder tote Erreger oder aber Bruchstücke davon. Ersteres wäre eine passive Impfung, letzteres eine aktive. Hier haben wir es aber nicht mit Krankheitserregern im herkömmlichen Sinne zu tun, sondern mit einer Sache, die man vielleicht am besten mit einer heftigen allergischen Reaktion wie einem anaphylaktischen Schock vergleichen kann. Wenn es nun gelingt, aus der noch zu erwartenden Blutprobe Immunglobuline zu gewinnen könnte ich damit einen passiven Impfstoff herstellen, der Sie für absehbare Zeit vor den Ihnen bekannten Reaktionen schützt, langfristig würde ich Ihnen aber eher eine Hypersensibilisierung vorschlagen, da diese auf Dauer weit effektiver wäre."
Clark sah ihn fragend an. „Darf ich Ihrem leicht besorgten Gesichtsausdruck entnehmen, dass es da einen Haken gibt, der mir nicht gefallen wird?"
Der Doktor runzelte die Stirn und sah Clark ein wenig unsicher an. „Nun ja, mit Hilfe der Immuntherapie wird die Toleranz des Organismus gegenüber den allergieauslösenden Stoffen erhöht. Dies wird durch die Verabreichung ansteigender Mengen des Allergens erreicht. Die allergische Reaktion des Immunsystems wird blockiert. Natürlich kann ich noch nicht sagen, ob das bei Ihnen genauso gut funktionieren wird, wie bei einem ganz normalen Allergiker, schließlich ist es letztendlich nur ein Vergleich, den ich ziehe…"
„Ah… Das bedeutet konkret?!" Clark hatte da bereits seine eigenen, düsteren Befürchtungen, wollte es aber lieber bestätigt haben.
„Dass ich Sie über viele Wochen hinweg mit winzigen Mengen Kryptonit behandeln würde, um ihren Körper zu animieren, eigene Abwehrstoffe dagegen zu bilden. Ich sage Ihnen gleich, dass es lange dauern würde, aber wenn es klappt hätten Sie eine lebenslange Immunität dagegen. Da es ein Gestein ist und kein Virus, kann ich es nicht so verändern, dass ich einen aktiven Impfstoff herstellen könnte, der länger halten würde, als die passive Impfung, die nur Schutz für wenige Wochen bietet." Er sah ihn bedauernd an. „Tut mir Leid."
„Oh, nein, nein, das ist großartig, wirklich. Zunächst einmal würde es mir genügen, wenn der Schutz für wenige Wochen halten würde, wenn es denn überhaupt möglich ist, einen solchen herzustellen, was wir noch nicht wissen. Über Ihr anderes Angebot werde ich nachdenken." Clark überlegte kurz. „Wenn ich Ihnen die andere Blutprobe morgen bringe, wie lange würde es dauern, bis Sie mir etwas Konkretes sagen können?"
Klein überlegte kurz. „Hm, das dürfte nicht allzu lange dauern… Ich bin hier gut ausgerüstet, sagen, ob es möglich ist, kann ich schon innerhalb weniger Stunden, nachdem ich die zweite Probe habe, die Herstellung würde dann noch einmal ein paar Tage in Anspruch nehmen. Dann muss geimpft werden, wofür wir Sie wieder dem Kryptonit aussetzen müssten, es sei denn, ich kann es als Schluckimpfung herstellen, aber das muss ich noch sehen… Hm… Als passive Immunisierung wirkt es ziemlich direkt, ähnlich wie eine Tetanus Impfung, aber vorher muss natürlich noch getestet werden, ob es auch wirklich sicher wirkt, also kommt wieder das Kryptonit ins Spiel… Alles in allem… Eine gute Woche."
Clark sah ihn staunend an- das war schneller, als er vermutet hatte und wenn es klappte, der allerbeste Weg, um sich Luthor entgegenzustellen, ohne dabei zu viel riskieren zu müssen.
Bruce nickte. „Gut. Sie geben mir Bescheid, ich werde ihn informieren."
„In Ordnung- dann werde ich mich bis morgen noch ausschließlich mit dem Detektor befassen, aber wie gesagt, er wird bald fertig sein und ist sicher nützlich, bis alles andere geregelt ist."
Sie verabschiedeten sich und verließen das Labor so unauffällig, wie sie es betreten hatten. Clark bedankte sich bei Bruce und schoss dann himmelwärts- er wollte mit seiner kurz Mutter sprechen, Jason sehen und dann zurück nach Metropolis; da er alleine flog, würde die Zeit reichen, ohne, dass er zu lange weg wäre.
Er landete hinter der Scheune, wechselte schnell in sein Clark Outfit und ging lächelnd zum Haus, denn um die ausgelassenen Rufe von Oma und Enkel zu hören, brauchte es kein Supergehör.
Beide waren in ein Mensch-ärgere-dich-nicht Spiel in der Küche vertieft und Martha beklagte lautstark, dass sie nie auch nur eine Figur ans Ziel bringen würde, wenn Jason weiterhin so viele Sechsen würfeln und sie mindestens ebenso oft aus dem Spiel werfen würde und Jason lachte triumphierend, als er noch eine ihrer Figuren wieder an den Start schickte.
„Schwer beschäftigt?"
„Clark!"
„Dad!"
Die Ansprache seines Sohnes war noch immer ungewohnt und dasselbe, warme Gefühl wie heute morgen breitete sich in Clarks Brust aus, als er ihn in die Arme schloss.
„Ich kann leider nicht lange bleiben, aber ich komme morgen zusammen mit deiner Mom zurück, dann haben wir hoffentlich mehr Zeit. Jetzt bin ich nur hier, um etwas mit dir und Oma zu besprechen, aber es ist wichtig und konnte deswegen nicht bis morgen warten."
Martha sah ihn fragend an. Clark setzte sich an den Küchentisch und sah Jason an. „Meinst du, du kannst morgen mit Oma zu einem Arzt hier in Smallville gehen und dir Blut abnehmen lassen?" Er sah, wie Jason das Gesicht verzog- wahrscheinlich war ihm aufgrund seiner Allergien schon so einiges an Blutproben abverlangt worden.
„Ich weiß, dass das nicht schön ist, aber es würde mir sehr helfen, wenn du das tun könntest."
Jason verstand nicht, warum es wichtig war, aber wenn es seinem Dad helfen würde, würde er sich eben pieken lassen, auch wenn er es hasste. „Okay…"
Clark nickte. „Gut, das ist schon alles, was ich wissen musste. Jetzt muss ich zurück, weil ich jetzt noch arbeiten muss, in Ordnung?"
„Wenn du morgen wieder kommst, fliegst du dann mit mir?" fragte Jason und sah ihn mit großen, erwartungsvollen Augen an. Clark lächelte. „Sicher."
Jason strahlte und verabschiedete sich, während Martha ihren Sohn noch bis nach draußen brachte. „Was ist, wenn mir Fragen gestellt werden, warum ich ihm Blut abnehmen, aber nichts auswerten lassen will?"
„Daran habe ich auch schon gedacht. Erwähn einfach seine Krankheitsgeschichte, dass er deswegen momentan von der Schule befreit ist, sich bei dir erholen soll und du eine Probe nach Metropolis schicken sollst. Ich denke nicht, dass Dr. Kelley dann weitere Fragen stellen wird, schließlich kennt er dich."
„Gut, dann gehe ich morgen früh direkt mit ihm hin und du kannst es mittags abholen, wenn du es sofort brauchst, ehe du später mit Lois zusammen wiederkommst."
Clark küsste sie auf die Wange. „Sehr gut. Dann bis morgen." Er wirbelte sich auf dem Absatz herum und Superman schoss in den Himmel.
Es blieb nicht unbemerkt, dass Lois Lane und Clark Kent das Gebäude des Daily Planet am Morgen nicht nur gemeinsam betreten hatten, sondern es jetzt auch zusammen wieder verließen, was bei den Kollegen weiterhin für wildeste Spekulationen sorgte, doch diesmal hörte Clark nicht hin- er hatte noch etwas anderes zu erledigen, was weit wichtiger war, als die brodelnde Gerüchteküche der Daily Planet Belegschaft und drückte den Aufzugknopf nach oben statt nach unten, was Lois zunächst nicht bemerkte.
Sie sah ihn fragend an, als sich die Aufzugtüren öffneten und sie statt in der Eingangshalle auf dem Dach standen.
Clark lächelte und innerhalb von Sekunden sah sie sich Superman gegenüber, der ihr einladend die Hand entgegenstreckte. „Würdest du mich begleiten?"
Sie hatte es immer geliebt, mit ihm zu fliegen, es gab nichts, was vergleichbar war mit dieser Leichtigkeit des sich einfach treiben lassens in seiner sicheren, warmen Umarmung.
Lois ergriff seine Hand und Clark zog sie dicht an sich heran, wobei sie beim Blick in seine klaren, blauen Augen wie so oft zunächst gar nicht mitbekam, dass sie bereits abgehoben waren.
Hier oben, weit weg vom lauten treiben unten in der Großstadt schien die Welt friedlicher, auch wenn sie beide wussten, dass sie es nicht war und nie sein würde.
Hier gab es keine Ohren, die neugierig gespitzt wurden oder Blicke, die sie durchbohrten wie es heute den ganzen Tag über der Fall gewesen war.
„Hast du alles regeln können, was wichtig war?" wollte Lois leise wissen.
„Ah… Fast…" Er berichtete ihr kurz von den neuen Erkenntnissen, die er gewonnen hatte und von seinem kurzen Besuch in Smallville. Er sah ihren Blick und wusste, dass sie Jason vermisste, wenngleich er auch wusste, dass sie froh war, sich um ihn momentan keine Sorgen machen zu müssen. Er drückte sie fester an sich. „Wir fliegen morgen zusammen hin."
Lois fand, dass sich bis jetzt alles ganz gut anhörte, trotzdem entging ihr eine gewisse Anspannung nicht, die von ihm Besitz ergriffen zu haben schien. „Und was heißt ‚fast alles'? Was hast du denn noch nicht erledigt?"
„Das sage ich dir, wenn wir da sind."
„Da sind? Wo sind?!" wollte Lois wissen, sah aber, dass er ihr das nicht beantworten würde.
Es begann langsam zu dämmern und die Sonne glitzerte orangegolden über dem Gewässer, über welches sie flogen. Aus der Ferne hörte Lois ein rauschen, welches, je näher sie kamen, immer lauter wurden, ehe sie sah, woher es kam. Riesige Wassermassen, die aus über fünfzig Metern die Kaskade aus Dolomitgestein heruntertosten und beim näher kommen einen feinen, angenehm kühlen Sprühnebel auf ihrem Gesicht hinterließen- die Niagarafälle.
Clark landete in einem bewaldeten Abschnitt, der von oben aus nicht einsehbar war, ließ ihre Taille los und nahm ihre Hände in seine.
Hier hatte Lois vor Jahren zum ersten Mal herausgefunden, dass er und Superman ein und dieselbe Person waren. Sie hatte sich- typisch Lois- über das Aussichtsgeländer oben gestürzt, um ihre Annahme zu bestätigen, doch er hatte seine Tarnung nicht aufgegeben und sie als Clark aus dieser Situation wieder herausgeholt. Wirklich verraten hatte er sich erst später, als er mit der Hand in das Feuer des Kamins geraten war und… nun ja, der Rest war Geschichte.
„Du… nun ja, du hast dich beschwert, dass ich heute Morgen etwas gesagt habe, auf das du nicht mitten im Büro reagieren konntest und ich habe gesagt, dass ich noch angemessen danach fragen werde, also… Willst du mich heiraten, Lois?"
Die tiefe Liebe in seinen Augen wärmte sie von innen und spiegelte sich in ihren eigenen wieder. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. „Natürlich will ich," flüsterte sie und beide verloren sich in einem innigen Kuss, der jenseits aller Gefahren und Widrigkeiten war und miteinander verband, was zu lange getrennt gewesen war.
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Zur gleichen Zeit in Metropolis kochte Lex Luthor vor Wut, als er erfuhr, dass er seinen Plan abermals nicht in die tat umsetzen konnte, da seine Leute ihm berichten mussten, dass niemand zu Hause sei- wo konnten sie sein?
Und vor allem: warum waren sie nicht zu Hause? Es konnte eine ganz simple Erklärung dafür geben, ein Besuch bei Freunden vielleicht oder irgendetwas anderes, was nichts mit dem von Lane angenommenen Einbruch gestern Nacht zu tun hatte.
Da Superman nicht aufgetaucht war, musste es das sein und er würde sich einfach noch ein wenig weiter in Geduld üben müssen; etwas worin er weder besonders gut, noch besonders geübt war! Er hasste es, zu warten.
Andererseits durfte dieses Mal auch nichts schief gehen, deswegen ließ er die Sache zunächst auf sich beruhen, gab Anweisung, der Reporterin auf den Fersen zu bleiben und ihm Bericht zu erstatten.
Ich kriege euch schon noch, alle drei… dachte er grimmig und gut Ding wollte schließlich Weile haben…
A/N: Natürlich geht das im "wirklichen Leben" nicht so schnell, wie ich jetzt beschrieben habe, aber hey, das ist 'ne Superman FF, die durchgehend alle möglichen physikalischen Gesetze bricht, also breche ich jetzt auch ein paar wissenschaftliche g
