Hallo ihr beiden und herzlichen Dank, dass ihr mir bis jetzt "treu" geblieben seid! Hier ist nun das letzte Kapitel dieser Geschichte; allerdings hat mir das schreiben so viel Spaß gemacht, dass ich nicht ausschließe, nochmal eine andere Superman FF zu schreiben. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir auch zu diesem letzten Kapitel wieder eure Meinung sagen würdet. Jetzt bleibt mir, wie immer, nur noch, euch viel Spaß beim lesen zu wünschen.
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Clark hatte die Blutprobe von Jason am darauf folgenden Tag wie vereinbart abgeliefert, wie erwartet hatte Dr. Kelley Martha keine tiefer gehenden Fragen gestellt und Jason hatte erleichtert berichtet, dass es diesmal gar nicht so schlimm gewesen sei.
Was ihm momentan Sorgen bereitete war, dass sie jemand zu beobachten schien. Er hatte zwar damit gerechnet, dass Luthor jemanden auf Lois ansetzen würde, aber das bedeutete auch, dass dieser schneller als erwartet herausfinden würde, dass sie bei ihm und Jason nicht in der Stadt war.
Er konnte nur hoffen, dass die Zeit, die noch blieb, reichen würde, um wenigstens den Detektor zu bekommen.
Kurzzeitig hatte er überlegt, ob sie das Wochenende nicht lieber in Smallville verbringen sollten, diesen Gedanken dann aber verworfen- wenn man sie verfolgte, nachdem heraus war, dass Lois Lane und Clark Kent ein Paar waren, würde das Luthors Leute auch automatisch zu Jason führen und das wollte er auf jeden Fall verhindern. Lois hatte bereits klargemacht, dass der einzige Weg, Luthor zu kriegen, letztendlich über sie führte, was aber auch hieß, dass sie sich entführen lassen musste- natürlich erst, wenn alle anderen Dinge soweit gediehen waren, dass man diesen Schritt riskieren konnte, aber alles in ihm sträubte sich, sie da mit hineinzuziehen.
Heute Abend wäre es wahrscheinlich noch recht einfach, ihren Beobachter abzuhängen, danach würde es schwer bis unmöglich werden, so dass er nur noch alleine nach Smallville fliegen konnte- danach war das Risiko zu hoch, wenn er Lois mitnahm.
Wenn sie durch den Aufzugschacht verschwanden, würde derjenige, der Lois auf den Fersen bleiben sollte, im günstigsten Falle denken, er habe sie einfach verpasst, aber das ging eben auch nur einmal, sonst würde es auffallen.
Am späten Nachmittag, Clark hatte bisher noch nichts von Bruce gehört, setzten sie also diesen Plan in die Tat um und verschwanden unauffällig und vor allem ungesehen.
Er war froh, das Büro verlassen zu können, denn die Gerüchte hatten heute ihren Höhepunkt erreicht, nachdem Richard offiziell seinen Abschied gegeben hatte und Lois einen neuen Ring trug. Seinen Ring- was aber noch niemand wusste, da sie es natürlich erst Jason und seiner Mutter mitteilen wollten.
Smallville- Ausflug und Neuigkeiten
Martha sah den Ring, noch ehe Clark oder Lois Gelegenheit hatten, selbst etwas dazu zu sagen.
„Wisst ihr schon wann?" fragte sie nur und sah bedeutungsvoll auf das hübsche Schmuckstück an Lois' Hand.
„Was wann?" wollte Jason neugierig wissen, der nicht verstanden hatte, um was es ging.
„Deine Mom und ich werden heiraten und Oma möchte wissen, wann," erklärte Clark, noch immer etwas überrumpelt, dass dies das erste war, was seiner Mutter aufgefallen war.
„Wohnen wir dann zusammen?"
Lois lächelte. „Ja, dann wohnen wir auch zusammen."
„Was ist mit Daddy?"
Lois' Gesichtsausdruck wurde wieder ernster. „Er hat dir ja schon gesagt, dass er bald in ein anderes Land geht, um dort für eine Zeitung zu arbeiten, aber du kannst ihn anrufen und wenn du willst natürlich auch besuchen."
Jason wirkte erleichtert, dass Richard nicht ganz aus seinem Leben verschwand und schien mit dieser Lösung einverstanden zu sein.
Nach dem Essen hüpfte er um Clark herum und erinnerte ihn an sein Versprechen, mit ihm zu fliegen. Clark lachte und hob ihn auf seine Schultern. „Dann los, Großer." Er setzte ihn kurz ab, wechselte in seinen Superman Anzug und nahm ihn mit nach draußen, von wo aus sie schließlich abhoben und Martha und Lois zuwinkten, ehe sie außer Sichtweite waren.
Jason war vollkommen begeistert, wie klein alles von ihr oben war, denn sie flogen höher, als er es mit Richards Wasserflugzeug gewohnt war und er redete unentwegt und stellte Fragen, bis er plötzlich mitten im Satz abbrach und sich verwirrt umsah.
„Jason?" fragte Clark und sah ihn besorgt an. „Was ist los, geht es dir gut?"
„Ich weiß nicht… Ich höre etwas, ein Mann sagt etwas, aber…" Er schien wieder angestrengt zu lauschen.
Jetzt war auch Clark verwirrt- als er angefangen hatte, sein Supergehört zu entdecken, hatten ihn alle möglichen, miteinander vermischten Geräusche beinahe wahnsinnig gemacht, bis er gelernt hatte, sie zu filtern oder auszublenden und Jason hörte einen Mann?!
„Kannst du verstehen, was er sagt?"
„Ja… aber ich weiß nicht, was er meint oder woher das kommt… Was ist ein Kal-El?"
„WAS?!" Jetzt war es Clark, der vollkommen verwirrt war.
Jason zuckte mit den Schultern. „Er sagt ‚Sohn von Kal-El, dein Erbe ist sicher, doch du bist der, der es sich holen muss, wenn es soweit ist, denn es ist nicht mehr auf der Erde'… Das sagt er, sonst nichts, aber ich weiß nicht, was das heißt und warum das in meinem Kopf ist."
„Ist nicht mehr auf der Erde…" Jor-El musste Kontakt mit Jason aufgenommen haben, so wie mit ihm, als er schwer verletzt in den Ozean gesunken war… Wie konnte das sein? Und vor allem, was bedeutete es? Hatte Luthor die Kristalle gar nicht mehr? Wenn sie nicht mehr auf der Erde waren, dann…
Die Erkenntnis traf ihn wie ein Paukenschlag- New Krypton! Dort mussten sie sein! Und natürlich musste Jason sie sich später holen, denn er selbst konnte dieses von Luthor geschaffene Monster nicht betreten- jedenfalls noch nicht, aber das konnte sein Vater nicht wissen…
„Dad? Was war das denn?" Jason schien jetzt ängstlich zu sein und sah ihn an, da er nichts mehr gesagt, sondern konzentriert nachgedacht hatte.
Clark tat sein Möglichstes, um es ihm zu erklären und auch, was es zu bedeuten hatte, damit er sich keine Sorgen machen musste, weil er etwas gehört hatte, von dem er nicht wusste, woher es kam und sagte ihm auch, dass er sich nicht erschrecken sollte, wenn er wieder etwas hören würde, was andere nicht hörten- wenn es zu viele oder zu laute Geräusche werden sollten, womit er wohl bald rechnen könne, dann solle er sich auf ein einziges, beruhigendes Geräusch konzentrieren, um damit die anderen, in den Ohren schmerzenden wegzublenden.
Jasons Gesichtszüge hatten sich während dieser Erklärungen wieder geglättet und die Angst in seinen Augen war ebenfalls verschwunden. Er hatte verstanden- und er vertraute seinem Dad vollkommen.
Sie flogen zurück, er brachte Jason ins Bett, nachdem Lois ihm erklärt hatte, dass sie in der nächsten Zeit nicht mehr mitkommen könnte, weil es zu gefährlich war und ehe sie zurückflogen berichtete Clark noch, was Jason gehört hatte.
„Jor-El hat mit ihm Kontakt aufgenommen?" Lois runzelte die Stirn. „Wie ist das möglich?"
„Ich weiß es selber nicht, ich kann mir nur vorstellen, dass es auf die kryptonisch telepathische Art und Weise geschehen ist- immerhin wissen wir jetzt, dass Luthor die Kristalle nicht mehr hat, was uns einen Vorteil bringt, denn er muss ja annehmen, dass ich denke, er hätte sie noch."
„Damit fällt zumindest ein Druckmittel weg," meinte Martha, doch Clark erwiderte mit düsterem Gesichtsausdruck, „Ja, aber ich wünschte eher, dass er nicht noch ein anderes hätte…"
Das Klingeln seines Mobiltelefons unterbrach das Gespräch und als er sah, wer der Anrufer war, entschuldigte er sich kurz und ging nach draußen, um es entgegenzunehmen.
„Bruce? Ja… Was? Nein, ich bin in Smallville… Oh! Ja, sicher… Sehr gut! Ja, ich komme heute noch, aber ich muss erst noch Lois nach Hause bringen… Gut, dann bis gleich." Er ließ die Klappe seines Mobiltelefons zuschnappen und lächelte- das waren in der Tat gute Neuigkeiten.
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Das tagelange Warten hatte sich gelohnt- Lex Luthor hatte soeben erfahren, dass Lois Lane anscheinend etwas mit ihrem trotteligen Kollegen angefangen hatte, jedenfalls sagte sein Informant, dass sie regelmäßig zusammen nach Hause gingen.
Seltsam nur, dass das Kind vom Erdboden verschluckt zu sein schien- er hatte die Schule beobachten lassen, doch anscheinend ging er nicht mehr dorthin.
Er nahm an, dass Lane ihn zu Verwandten gebracht hatte, um mehr Zeit für ihren aktuellen Verlobten zu haben und fragte sich, wie sein Erzfeind das aufgenommen haben mochte, schließlich war er nun wieder da und sie flog statt in seine Arme direkt in die von diesem stolpernden Idioten!
Oder war diese neue Verlobung etwa nur ein Ablenkungsmanöver? Aber selbst wenn das so war, Kent würde ihn nicht aufhalten können- so wie er gehört hatte, fürchtete er sich vor seinem eigenen Schatten, war weit weniger bereit, Risiken einzugehen, mit ihm würde er fertig werden, welche Rolle er auch immer tatsächlich spielen mochte.
Und selbst wenn er jetzt nur an Lane herankam, der Junge musste früher oder später auch wieder auftauchen und dann wäre es ein leichtes, ihn ebenfalls zu erledigen- besonders, wenn sein Vater bis dahin bereits das Zeitliche gesegnet haben würde. Ebenso wie Mom im Übrigen- da wäre es doch nur ein Akt der Gnade, ihn direkt hinterher zu schicken.
Und wenn er schon einmal dabei war, konnte er Kitty auch gleich mit loswerden- er war ihr Gequengel nach einem neuen Hund schon lange leid und außerdem war sie nicht so nützlich gewesen, wie er gedacht hatte- sie wurde ebenso wie er gesucht und ihr Foto war überall bekannt, so dass er seine Geschäfte sowieso anderen Leuten übertragen musste.
Sein Lächeln vertiefte sich, als er nach seiner 9 mm Glock griff, die jetzt vollständig mit Kryptonit Patronen gefüllt war. Man brauchte einfach nur die richtigen Leute, dann konnte man einen Plan auch in die Tat umsetzen. Und was war näher liegend gewesen, als ein paar Leute einfach raus aufs Meer zum fischen zu schicken?
Zuerst würde er natürlich mit einer normalen Waffe schießen und erst dann mit der speziell für Superman bestückten. Er goss sich einen teuren, schottischen Whisky in das vor ihm stehende Glas- ohne Eis, um den Geschmack nicht zu verfälschen- und zündete sich eine kubanische Zigarre an.
Es war alles vorbereitet- morgen Abend würde er zuschlagen!
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Clark trug das von Klein entwickelte Armband nun seit einer knappen Woche und es funktionierte einwandfrei, wie er schon mehrfach feststellen konnte, als er über den Teil des Meeres flog, in dem kryptonitdurchzogene Brocken der Insel lagen, die Luthor aus einem seiner Kristalle geschaffen hatte.
Heute würde er von Klein den fertig gestellten Impfstoff erhalten und er hoffte, dass alles glatt ging, denn das Netz, was Luthor gesponnen hatte, schien sich langsam zuzuziehen.
Es war erst acht Uhr morgens, noch eine Stunde bis zum Arbeitsbeginn und vorher würde er bei Klein vorbeischauen- und ebenso nachmittags, denn dann sollte getestet werden, ob das Mittel wirkte- da es sich um einen aktiven Schutz handelte, würde es nur wenige Stunden brauchen, bis er seine Wirkung zeigte.
„Du bist nervös, oder?" wollte Lois wissen, die seinen leicht glasigen Blick bemerkte.
Er sah sie an und nickte. „Ja," sagte er ehrlich. „Und ich wünschte, es würde eine andere Möglichkeit geben."
„Clark, wir haben bereits darüber gesprochen…"
Er fuhr sich mit der rechten Hand durchs Haar. „Ich weiß… Aber es wird eng. Wir wissen nicht, ob es klappen wird. Wenn es nicht klappt…"
Sie legte ihm eine Hand auf den Arm. „Wenn es nicht klappt, tritt Plan B in Kraft."
Er nickte. „Ja…" Seine Zweifel wurde er trotz allem nicht ganz los.
Plan B war etwas, was Bruce vorgeschlagen hatte- sollten alle Stricke reißen, würde Lois einen Alarm auslösen; den Auslöser trug sie bereits seit zwei Tagen ständig mit sich herum, er war so an der Innenseite ihres Unterarmes angebracht, dass sie selbst dann noch dran käme, wenn man ihr die Hände auf dem Rücken fesseln würde. Er hatte die Form einer stilisierten Fledermaus und Lois brauchte, als Clark ihn mitbrachte, nicht zu fragen, woher er ihn hatte- auch Batman hatte ein großes Interesse daran, Luthor ein für alle Mal hinter Gitter zu bringen, soviel war klar…
Clark sah auf die Uhr. „Ich muss jetzt los, wir sehen uns später im Planet."
„In Ordnung, bis gleich dann." Lois machte sich wenig später ebenfalls auf den Weg, wobei ihr klar war, dass man sie verfolgte- so wie jeden Morgen und sie war froh, als sie im Taxi saß. Sie fühlte sich ebenfalls nicht wirklich wohl bei der ganzen Sache, aber das würde sie Clark gegenüber niemals zugeben!
Dieser war inzwischen bei Dr. Klein angekommen, der ihm erklärte, mit welchen Nebenwirkungen er im schlimmsten Fall zu rechnen hätte und bei welchen Symptomen er ihn auf jeden Fall aufsuchen sollte.
„Ich habe den Impfstoff nun doch so hergestellt, dass ich ihn intramuskulär verabreichen muss, er wird dann einfach schneller und besser vom Körper aufgenommen, als über den Magen-Darm Trakt, wie bei der Schluckimpfung- und da Sie sagten, dass es schnell gehen soll…"
„Ja, das sollte es, die Zeit läuft uns davon." Clark wurde das ungute Gefühl nicht los, dass Luthor sich nicht mehr viel Zeit lassen würde, dafür waren ihnen die beiden Typen, die jeden Morgen irgendwo zu sehen waren, schon zu lange ständig auf Schritt und Tritt gefolgt.
„Gut, dann hole ich jetzt das Kryptonit und setzte Sie dann wieder unter die UV Lampe. Ich werde mich beeilen."
Clark nickte und versuchte, das protestierende ziehen seiner Narbe zu ignorieren. Klein hielt sein Wort, arbeitete so schnell wie möglich und schloss den Kasten mit dem Kryptonit wieder, sobald er die Injektionsnadel aus Supermans Oberarm gezogen hatte und die UV Lampe ließ die Wirkung des Kryptonits innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden.
„Jetzt müssen wir warten und ich sehe Sie dann am späten Nachmittag noch einmal…"
Das „Wenn sonst nichts dazwischen kommt" blieb unausgesprochen, war aber trotzdem so klar, als sei es laut ausgesprochen worden.
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„LANE! KENT! BÜRO!"
Beide sahen sich viel sagend an. „Oh-oh…"
Kaum hatten sie die Glastür zu Perrys Refugium hinter sich geschlossen, legte er auch schon los, „Was ist verdammt noch mal los mit euch beiden? Ihr lauft hier herum wie kopflose Hühner und ich warte seit Tagen auf harte Fakten! FAKTEN! Ich brauche keine Spekulationen und Vermutungen, ich will Sicherheit!"
Lois war die erste, die sprach, „Perry, wir haben noch keine Sicherheit! Wir haben Spuren, die wir verfolgen und eine davon führt vielleicht direkt zu Luthor, aber ordentliche Arbeit braucht eben Zeit!"
Sie ließ unerwähnt, dass die Spur eher sie verfolgte statt umgekehrt.
Perrys Stimme glich einer trügerischen Ruhe vor dem Sturm, als er zuckersüß fragte, „Und wann bitte soll das sein? Irgendwelche Anhaltspunkte?"
„Heute Abend. Mehr können wir dazu zurzeit noch nicht sagen."
Perry starrte Clark an, der das gesagt hatte- das war, soweit er sich erinnern konnte, das erste Mal, dass er den sonst so unsicher wirkenden Reporter so nachdrücklich hatte sprechen hören. Fast schon… was war es? Autoritär?! Der Junge schien sich langsam zu machen.
„Ah… ja… dann… Weitermachen!" bellte er und scheuchte die beiden mit einer ungeduldigen Handbewegung wieder aus dem Büro.
Wieder an ihren Schreibtischen angekommen konnte sich Lois ein Grinsen nicht verkneifen „Ich glaube, du hast ihn überrascht…"
„Glaube ich auch… Und außerdem befürchte ich, dass ich damit mehr Recht behalten werde, als mir selber lieb ist…"
Lois wurde wieder ernster. „Du hast jetzt die Immunisierung."
„Von der wir nicht wissen, ob sie funktionieren wird!" Seine Stimme klang angespannt.
„Ich weiß, aber-"
Sie konnten nicht weiter sprechen, denn Jimmy brachte ihnen Informationen über das Kanalisationssystem von Metropolis, nach dem sie gefragt hatten, da sie annahmen, dass Luthor sich irgendwo dort aufhielt.
Clark vermutete, dass er sich in einem der älteren Teile aufhielt und dort ein gut organisiertes Versteck hatte- er kannte Luthor, dieser würde sich ganz sicher nicht mit einem feuchten, stinkenden und von Ratten bevölkerten Versteck zufrieden geben, er hatte da unten etwas Größeres, was wahrscheinlich mit allem ausgestattet war, was er brauchte, um seine dunklen Machenschaften problemlos von dort organisieren zu können!
„Warum glaubst du, dass er ausgerechnet in einem der älteren Teile ist, CK?" wollte Jimmy wissen.
„Die älteren Teile sind bleiverkleidet und werden zudem, da sie stillgelegt sind, nicht mehr kontrolliert oder nur selten- das gibt ihm den Raum, den er braucht…" erklärte Clark.
„Warum legt er denn Wert auf Blei?" fragte Jimmy und sah die beiden ratlos an.
„Äh… Supermans Röntgenblick?!" sagte Lois und unterstrich dies mit einer bezeichnenden Geste, indem sie mit Zeige- und Mittelfinger auf ihre Augen deutete.
„Oh… Oh! Klar…" Jimmys Wangen färbten sich leicht rot und man sah ihm an, dass er sich über seine eigene Frage ärgerte.
„OLSEN!!! WO SIND DIE FOTOS DIE ICH SCHON SEI FÜNFZEHN MINUTEN AUF MEINEM SCHREIBTISCH HABEN WILL???"
„Uh… Ich glaube, ich geh dann besser…" meinte Jimmy und beeilte sich, die gewünschten Bilder so schnell als möglich ins das Büro des Chefeditors zu bringen.
Der Tag zog sich wie Gummi, Lois war frustriert, weil sie nicht weiterkamen und Clark war nun immerhin insofern abgelenkt, da er mehrfach so unauffällig wie möglich verschwinden musste, um irgendwem da draußen zu helfen.
Beide waren heute nahezu erleichtert, als sich dieser Arbeitstag dem Ende zuneigte und Clark beschloss, zunächst Lois nach Hause zu bringen und erst dann noch mal ins Labor zu fliegen, um zu erfahren, ob und in welcher Form er noch auf das Kryptonit ansprach, oder nicht.
Clark stutzte kurz, als er die Tür aufschließen wollte und gab Lois ein Zeichen, das jemand hier gewesen oder besser- ein kurzer Blick durch die geschlossene Tür bestätigte dies- noch immer da war.
Es würde also keine Zeit bleiben, erst noch zu testen, ob die Immunisierung wirkte, die Schlinge hatte sich bereits zugezogen. Er sah sie fragend an und sie nickte ihm zu, als Zeichen, dass sie bereit war, woraufhin er die Tür aufschloss, als hätten sie nichts bemerkt.
Darauf hatten die beiden hinter der Tür lauernden Gestalten nur gewartet und während sich der eine auf Lois stürzte, ihr den Mund zuhielt und eine Pistole gegen die Rippen drückte, hatte Clark den schwierigen Part, so zu tun, als habe ihn der Schlag mit dem Griff der Waffe des anderen bewusstlos zu Boden geschickt- ehrlich gesagt wunderte es ihn schon fast, dass man nicht versucht hatte, ihn gleich zu erschießen, schließlich kam es Luthor auf einen Toten mehr oder weniger im Normalfall nicht an.
Er lag mit geschlossenen Augen am Boden und hörte, wie der Mann, der Lois festhielt, ihr zuzischte, „Und du hörst jetzt auf zu zappeln und bist ganz ruhig, wenn ich die Hand von deinem Mund wegnehme, Schwester und kommst brav mit uns mit, sonst hat dein Typ da gleich mehr Probleme, als nur ein paar Kopfschmerzen, wenn er wieder wach wird- oder sollte ich besser sagen, dann hat er gar keine Probleme mehr? Kapiert?"
Lois nickte langsam und hörte auf, sich zu wehren, woraufhin er ihr die Hand vom Mund nahm und nach draußen drängte. „Los, los, ein bisschen zügig- und mach bloß keine Zicken!"
Jeder Muskel, jede Sehne in Clarks Körper war auf das Äußerste gespannt, doch er musste weiter den Bewusstlosen spielen, bis sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte.
Kaum hatten sie das Appartement verlassen kam er auf die Füße, wirbelte sich aus seinem Anzug in sein Superman Outfit und nahm den Weg durch das Fenster, um Lois und ihre Verfolger nicht aus den Augen zu verlieren.
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„Miss Lane! Wie schön, Sie wieder zu sehen," Luthor erhob sich aus seinem schweren Ledersessel, kam um seinen Schreibtisch herum und deutete eine leichte Verbeugung an. „Kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?"
Lois schwieg verächtlich und hielt so viel Abstand, wie eben möglich war.
„Oh, kommen Sie schon, Miss Lane, Sie werden doch nicht unhöflich sein und außerdem, was interessiert Sie denn jetzt noch das Schicksal von Superman," er machte eine übertriebene, ausholende Handbewegung, „wo Sie doch schließlich gar nichts mehr von ihm wissen wollen- rein privat, meine ich natürlich. Aber welche Frau steckt es schon gerne weg, wenn der Geliebte auf große Reise geht, ohne ein Wort dazu zu sagen, während sie allein mit einem Kind zurückbleibt… Sie haben mein vollstes Verständnis," meinte er gönnerhaft. „Oh, apropos, wo steckt der Knabe eigentlich? Sie haben ihn doch nicht etwa genauso abgeschoben wie seinen Erzeuger?!"
Innerlich kochte Lois, doch sie würde ihm nicht die Genugtuung geben, darauf auch nur ein Wort zu antworten. Wenn dieser Wahnsinnige wüsste, wie die Dinge wirklich lagen… Bei dem Gedanken hätte sie fast schon laut loslachen können.
Sie hoffte nur, dass Clark ihre Spur nicht verloren hatte und vor allem, dass sie ihren Sender nicht zu aktivieren bräuchte, was im Falle eines Falles allerdings leichter als gedacht sein würde, da man darauf verzichtet hatte, ihr die Hände zu fesseln. Luthor fühlte sich anscheinend sicher genug in seinem in der Tat recht luxuriösen, unterirdischen Versteck, dass er diese Maßnahme für nicht notwendig erachtete und auch von seinen beiden Handlangern weit und breit nichts mehr zu sehen war- anscheinend wollte er dieses Sache tatsächlich alleine durchziehen, wenn man von Kitty, die gelangweilt auf einem plüschigen Sofa weiter abseits saß, einmal absah.
„Sie scheinen nicht zum plauschen aufgelegt zu sein, Miss Lane, aber das macht auch nichts," er strich wie zufällig im Vorbeigehen über eine der beiden Waffen, die auf seinem Schreibtisch lagen, „wo auch immer Sie ihn versteckt haben, früher oder später werde ich ihn sowieso finden."
Ihr wurde übel, bei der unmissverständlichen Botschaft, die dahinter steckte, ließ sich aber auch weiterhin so wenig wie irgend möglich anmerken und verschränkte die Arme unter der Brust, während sie ihn böse ansah.
„Superman wird niema-"
„FAAAALSCH!!!" brüllte er und schlug mit der Faust auf seinen Schreibtisch.
„Das hatten wir bereits! Und diesmal kommt er nicht so billig davon, wie beim letzten Mal, das sollte wohl klar sein! Ich habe SIE, Miss Lane und ob sie nun mit Mr. White oder Mr. Kent liiert sind dürfte keinen Unterschied machen, er wird Sie niemals einfach mir überlassen, dazu ist er nicht in der Lage! Das ist seine größte Schwäche- keine Verluste akzeptieren zu können, insbesondere nicht den Ihren- nur schade, dass er heute auf der ganzen Linie verlieren wird!"
„Was macht Sie so sicher, dass er mich hier überhaupt finden wird? Er hat keinen Grund, anzunehmen-"
Luthor unterbrach sie, „Oh, da baue ich ganz auf Ihren Kollegen Kent- was denken Sie denn, warum ich ihn am Leben gelassen habe? Er wird mir in die Hände spielen, indem er Superman informiert und Bleirohre hin oder her, er wird sie früher oder später schon finden und dann-"
Die schwere Eisentür, die den Eingang von Luthors Versteck verschloss, flog aus den Angeln und unterbrach Lex in seiner Litanei.
„Dann was?" fragte Superman kühl und duckte sich, um seine große, beeindruckende Gestalt durch den Türrahmen zu schieben.
„Sehen Sie, was ich meine, Miss Lane? Seine Aktionen sind so vorausschaubar, dass es fast schon wehtut!" Er machte eine elegante Drehung und griff sich beide auf seinem Schreibtisch liegenden Waffen.
Lois ahnte, was er vorhatte und versuchte, aus seiner Reichweite zu kommen, doch es war zu spät, Lex packte sie, drehte ihr den Arm brutal auf den Rücken, ehe sie reagieren konnte und hielt sie, mit dem Gesicht nach vorne fest, während er ihr mit der freien Hand die mit handelsüblicher Munition geladene Pistole an die Schläfe presste.
„Viel zu einfach… Geradezu LANGWEILIG!" spie er aus und Lois unterdrückte einen Schmerzenslaut, als er ihr den Arm noch heftiger nach hinten drehte.
Clarks Armband sagte diesem unterdessen, dass sich in direktem Umkreis von Luthor Kryptonit befinden musste, doch er konnte nicht auf den Punkt genau ausmachen, wo es ganz genau- hier kam wohl der von Klein erwähnte fünf Meter Unsicherheitsradius zum tragen. Fühlen konnte er bis jetzt nichts, was er prinzipiell als gutes Zeichen wertete, wenn er an den erhaltenen Impfstoff dachte.
„Was wollen Sie mit Miss Lane, wenn ich es bin, den Sie eigentlich wollen?" fragte er und bewegte sich keinen Zentimeter von der Stelle, sondern stand mit verschränkten Armen da und strahlte eine Sicherheit aus, die er nicht fühlte.
„Weil sie wichtig für dich ist, das wird es umso angenehmer machen, sie ins Jenseits zu befördern! Weißt du, was der große Unterschied zwischen uns beiden ist? Mir macht es nichts aus, mich von unnötigem Ballast zu befreien!"
Mit einer blitzschnellen Drehung seines Handgelenkes lenkte er die Waffe von Lois' Kopf weg, zielte auf Kitty, die noch immer in der Sitzecke saß und sich mittlerweile die Nägel feilte und drückte ab.
Nur Millimeter vor ihrer Stirn gelang es Clark, die Kugel aufzufangen.
„Sie sind krank!" sagte er abfällig und ließ die Patronenhülse mit einem blechernen Geräusch zu Boden fallen.
Luthor verdrehte die Augen und übertönte das nach einer Schrecksekunde einsetzende hysterische Gekreische von Kitty, indem er brüllte, „Immer noch dieselben, alten Tricks, schätze, du bist der Erste, der dran glauben muss, bevor ich die Ladies erledige!"
Er drückte ein weiteres Mal ab, diesmal mit der Glock, in der sich die Kryptonitpatronen befanden. Aus der Gewohnheit heraus reagierte Clark nicht, erkannte zu spät, um was für eine Munition es sich handelte und seine Augen weiteten sich in sprachlosem Entsetzen, als die Kugel seine Brust durchschlug.
Nicht immun… dachte er noch, während er verschwommen Lois' entsetzten Schrei und Luthors triumphierendes Gelächter hörte, ehe er einen dumpfen Knall wahrnahm und noch realisierte, dass dieser durch ihn selbst verursacht wurde, als er zu Boden ging, ehe die Welt um ihn herum dunkel wurde.
"NEEEEIIIN!!!"
Unglaublicher Hass und lodernde Wut gaben Lois die Kraft, sich aus Lex' eisernem Griff zu befreien und ihm einen Ellbogen in den Magen zu rammen, doch dieser lachte einfach weiter- sollte sie tun, was immer ihr beliebte, sie würde gleich daneben liegen!
Sie kniete neben ihm und starrte entsetzt auf das kleine Einschussloch in seiner Brust, während ihr die Tränen unkontrolliert die Wangen herunter liefen und sie seinen Kopf auf ihren Schoß bettete und mit zittriger Stimme auf ihn einredete- an den Sender auf der Innenseite ihres Unterarmes dachte sie nicht mehr.
„Zu spät Miss Lane- und weinen Sie nicht, Sie werden gleich wieder bei ihm sein!"
„Ich glaube, du hast da etwas vergessen, Lex!" Das war Kittys Stimme, die diesmal weder schleppend noch lethargisch klang.
„Und das wäre, meine Liebe?" fragte Lex so freundlich, als habe er nicht eben noch versucht, sie zu erschießen.
„Die hier!" erwiderte Kitty, hielt die kleinkalibrige Pistole hoch, die er selbst ihr geschenkt hatte und drückte ab. Das Lächeln erstarb auf seinen Lippen, als ihn die Kugel mitten ins Herz traf und er sich mit einem verwunderten Gesichtsausdruck an die Brust griff, ehe er vornüber fiel und auf dem Gesicht liegen blieb.
„Du bist nicht der Einzige, dem es nichts ausmacht, sich von dem zu trennen, was man nicht mehr braucht…" flüsterte sie und ließ die Waffe fallen.
Sie sah zu Lois, die noch immer über Supermans Leiche gebeugt war.
„Es tut mir Leid... Das alles. Wirklich…" sagte sie mehr zu sich selbst, ehe sie sich auf dem Absatz herumdrehte und der Szenerie entfloh.
Lois hörte sie kaum. „Bitte, komm zurück zu mir, bitte!!!"
Unaufhörlich strich sie über das Einschussloch in seiner Brust und schließlich sah sie es, hielt in ihrer Bewegung inne und erstarrte. Die grün schimmernde Kugel schien sich aus seiner Brust… herauszudrücken. Kurz fragte sie sich, ob sie an Halluzinationen litt, aber die Kugel fiel einfach mit einem leisen Geräusch neben ihm auf den Boden und das Loch in seiner Brust schloss sich von allein und ohne mehr als vollkommen unverletzte Haut zurückzulassen.
Kurz darauf flatterten seine Lider und er öffnete die Augen.
„Oh mein Gott…" flüsterte Lois und ihre Hände zitterten, als sie ungläubig über die Stelle strich, wo nunmehr nur noch ein Loch im Anzug zurückgeblieben war.
„Schätze, das Zeug wirkt verzögert… Hätte Klein mir auch gleich sagen können…" krächzte Clark und richtete sich auf.
„Luthor?" fragte er beeilte sich, auf die Beine zu kommen.
„Tot… Schätze, er hätte besser nicht versuchen sollen, auf Miss Kowalski zu schießen… Mein Gott… Ich… Ich dachte… Oh GOTT!!!"
Clark sah, dass sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen schien und fasste sie sanft am Arm- er selbst fühlte nicht mehr, dass er noch eben eine Kryptonitkugel im Körper gehabt hatte und selbst seine Narbe schmerzte nicht mehr, obwohl die Kugel direkt neben ihm lag und definitiv Strahlungen aussandte, die ihm ansonsten nicht unerhebliche Probleme gemacht hätten.
„Lass uns von hier verschwinden, den Rest soll die Polizei erledigen, komm…"
Die fieberartige Wärme, die er ausstrahlte, ließ sie ihren Schockzustand abschütteln- ein Zeichen, dass es ihm gut ging! Es ging ihm gut, sie lebten noch, Luthor war tot.
Das Leben konnte endlich weitergehen- für sie, für Clark, sein Alter Ego und für Jason, dessen Geheimnis nun wieder sicher war.
ENDE
A/N: Wer X-Men gesehen hat, weiß, woher ich diesen Effekt mit der Kugel geklaut habe- mein Dank gilt Wolverine, hehe...
