05 – Zehn für Einen

Die Wiese war mit einigen der schönsten Blumen bedeckt, die Arrowette jemals gesehen hatte. In der Ferne konnte sie verschiedene Bergketten erkennen. Warme Sonnenstrahlen sowie Vogelgezwitscher machten das Bild perfekt. Wäre da nicht Cassie die Unsinn brabbelnd vor ihr saß und einen Blumenkranz für sie flocht. „ . . . deine Wunderschönen blonden Haare und diese roten Blumen werden wundervoll zusammen passen. Es wird das Symbol unserer neu entdeckten Liebe sein . . ."

Seit geschlagenen zwei Stunden redete Cassie sie mit diesem Zeug voll. Um sie herum lagen dutzende Blumenkränze, die ihr bereits „als Zeichen ihrer unsterblichen Liebe" überreicht worden waren. Jeder Versuch vernünftig mit Cassie zu sprechen, war gescheitert. Stattdessen wurde sie mit verklärten Blicken, sowie verstohlenen Berührungen überhäuft.

Cissie wusste, dass sie sich glücklich schätzen konnte, dass ihre Freundin in Liebesangelegenheiten so schüchtern war. Bis jetzt hatte Cassie sie erst drei mal geküsst. Glücklicherweise ohne Zunge. Im Moment gab es keine Möglichkeit sich zu wehren oder Hilfe zu rufen. Da Cassie keine Störungen ihrer romantischen Zweisamkeit wünschte, hatte sie ihr den Kommunikator abgenommen und irgendwo über der Bergkette weggeworfen.

Genau wie ihren geliebten Bogen. Es gab vieles, das sie verzeihen konnte, aber das nicht. Sollte Cassie ihre Freundschaft nach diesen Irrsinn wieder ins Reine bringen wollen, war das wiederbeschaffen des Bogen eine Grundvoraussetzung.

„Der Kranz ist fertig, das heißt ich darf dir ein Küsschen geben." Kicherte vor ihr eine verzückte Stimme. Zum bereits dreißigsten mal hängte Cassie ihr eine weitere Girlande um. Ergeben schloss Cissie die Augen, um auf das unausweichliche zu warten. Sanft berührten sich ihre Lippen. Eine Ewigkeit später beendete Cassie endlich den Kuss mit einem verträumten Seufzen.

Cassie hatte ihr erzählt, dass es eine Tradition gab, bei der jeder seiner Angebeteten einen Kuss geben durfte, wenn dieser ihr einen selbstgemachten Blumenkranz umhängte. Sie hatte es geschafft Cassie auf zehn Kränze für jeden Kuss runterzuhandeln, wenn ihre Liebe so besonders war, sollte sie es auch beweisen.

Mittlerweile verzog sie dabei nicht einmal mehr das Gesicht. Beschweren konnte sie sich allerdings nicht. Sie hatte wenigstens nicht Superboy am Hals. Armer Robin. So aggressiv wie Superboy immer flirtete, brauchte er wahrscheinlich gerade all sein Geschick, um ihn davon abzuhalten ihn zu begrapschen.