14 – Entspannung

Robin stand bis zur Brust im warmen glasklaren Meer. Vor ihm schwamm Conner vergnügt durchs Wasser. Er konnte immer noch nicht glauben, was gerade erst passiert war. Mit knapper Mühe hatte er es geschafft Conner davon zu überzeugen dass nackt baden keine gute Idee war, so dass er zumindest seine Unterwäsche als Badehosenersatz anhatte.

Dass er ihm die Geschichte mit den Fischen wirklich abgekauft hatte, konnte er immer noch nicht glauben. Wenigstens hatte Conner bei der ganzen Aktion den versteckten Komunikator nicht entdeckt, so blieb ihm wenigstens etwas Hoffnung.

„Vorsicht Welle." Rief ihm Conner als Warnung zu, da wurde er auch schon von den Beinen gerissen und unter Wasser gedrückt. Sekunden später wurde er an die Oberfläche gezogen, um sich in Conners Armen wieder zu finden.

„Tut mir leid Robin, ich habe es wohl übertrieben." Hörte er Conner sich entschuldigen. Dabei drückte er sich ein wenig zu sehr gegen Robin und hatte seine Hände, wie zu erwarten, an den falschen Stellen. Das Kombiniert mit der Abwesentheit von Kleidung und dem Gefühl von Haut an Haut, war für Robin einfach zuviel.

„Dann hör gefälligst auf mich ständig mit diesen Wellen zu überrollen." Verlangte Robin wütend. Dann befreite er sich recht heftig aus Conners Armen und ging ein paar Meter auf Abstand, was sich in dem hohen Wasser als sehr schwer gestaltete. Da Conner allerdings Spaß daran gefunden hatte, ihn mit einer Welle untergehen zu lassen, um ihn dann zu retten bekam er langsam Übung.

„Was ist denn? Ich mach doch nur ein bisschen Spaß. Komm schon Robin, sei mir nicht böse." Rief ihm Conner entschuldigend nach. Doch leider reagierte Robin darauf, nicht im geringsten. Stattdessen bemerkte Conner entsetzt, dass er sich in Richtung Strand bewegte.

„Wo willst du denn hin?" Als Conner darauf keine Antwort bekam, ließ er mit seiner Kontakttelekinese eine unsichtbare Mauer entstehen, um ihn zu stoppen. Dann stürmte er ihm hinterher, um zu fragen was los war. Doch als Robin gegen die Wand stieß, zögerte der nicht lange und ging einfach in die andere Richtung weiter. Schnell zog Conner die unsichtbare Wand in einem Ring um Robin, damit er nicht weiter vor ihm fliehen konnte.

Der so Gefangene hingegen verfluchte sich innerlich dafür, dass sein Temperament mit ihm durchgegangen war. Eigentlich war er immer ruhig und besonnen, aber diese Situation hatte all seine Geduld aufgebraucht. Trotzdem versuchte er seine Ruhe wieder zu finden, indem er tief durchatmete. Im gleichen Augenblick trat Superboy unangenehm dicht von hinten an ihm heran und legte ihm die Hände auf die Schultern.

„Was ist denn los mit dir?" Versuchte Conner von ihm zu erfahren. Am liebsten hätte Robin sich von ihm losgerissen, aber dank der unsichtbaren Wand gab es keinen Ausweg. Also ließ er einen lang gezogenen Seufzer hören und versuchte es mit einer anderen Taktik.

„Das sollte ich wohl dich fragen, schließlich muss ich wegen dir ständig Salzwasser schlucken."

Erklärte er Conner in dem beleidigsten Tonfall, den er hinbekam. Schuldbewusst drehte Conner Robin zu sich herum, damit er ihn ansehen konnte.

„Es tut mir leid. Ich wollte doch nur, dass du dich ein bisschen entspannst und Spaß hast. Aber ich bin das wohl von der ganz falschen Seite angegangen." Gab Conner resigniert zu. Im glauben ihn an der richtigen Stelle zu haben, wollte Robin schon vorschlagen einfach wieder an den Strand zu gehen als Conner ihm ins Wort fiel.

„Die Maske muss weg." Erklärte Conner ihm gelassen. Da er von dem geschockten Robin keine Reaktion erhielt, versuchte er ihm zu erläutern, was er meinte. „Solange du die Maske trägst, bist du gewissermaßen im Dienst, da ist es doch kein Wunder das du dich nicht entspannen kannst. Außerdem lieben wir uns doch, wird es da nicht langsam Zeit, dass ich dein wahres Gesicht sehe?" Fragte Conner ihn geradezu beschwörerisch.

Robin hingegen blieb fast das Herz stehen. Das konnte Conner nicht ernst meinen. Um Robin zu werden, hatte er geschworen jeden von Batmans Befehlen zu folgen. Einer davon lautete, nie jemanden ohne seine Erlaubnis seine Identität zu verraten. Nicht mal sein Vater wusste darüber Bescheid, geschweige denn Superboy. Er konnte doch unmöglich von ihm verlangen seinen Schwur zu brechen.

„Du weißt, dass ich das nicht tun kann." Stellte Robin klar. Sofort machte sich auf Conners Gesicht wieder ein hinterlistiges Lächeln breit.

„Natürlich kannst du das nicht. Aber ich." Erklärte Conner von seiner Idee begeistert und griff nach der Maske. Sofort wollte Robin zurückweichen, prallte aber gegen die unsichtbare Wand, die Conner immer noch aufrecht erhielt. Blitzschnell ergriff er die Hand um sie aufzuhalten.

„Versteh bitte, dass ich das nicht zulassen kann. Also bitte hör auf, ansonsten werde ich mich wehren und ich will dich wirklich nicht verletzen." Erklärte er Conner mit tödlichen Ernst. Ohne jede Waffe standen Robins Chancen gegen ihn schlecht, doch er würde nicht kampflos aufgeben. Er würde sein Versprechen nicht so einfach brechen.

„Du musst es mir also unbedingt schwer machen." Warf ihm Conner zerknirscht vor. Mit Schrecken spürte Robin wie eine unsichtbare Kraft sich um seinen Körper schloss und ihn festhielt. Völlig hilflos musste er mit ansehen, wie sich Conners Hand aus seinem Griff befreite.

„Hör sofort auf damit Conner." Befahl eine volltönende Stimme schräg hinter ihnen. Obwohl sie nicht Batman gehörte, konnte Robin nur erleichtert aufatmen, als er Superman knapp über dem Wasser schweben sah. Conners Gesicht hingegen verzog sich vor Wut, als er von Robin abließ, um aus dem Wasser auf Supermanns Höhe zu schweben. „Verschwinde." Zischte Conner ihm zu.

„Conner du . . ." Weiter kam Supermann nicht, da schlug Conner schon zu. Sofort blockte Supermann ab und gleich folgte der nächste Schlag. Innerhalb von Sekunden brach ein heftiger Kampf aus, der sich weit über Robins Kopf hin verlegte. Trotzdem wandte er sich ab und begann sich auf den Strand zu zubewegen. Robin war sich völlig sicher, dass Supermann gewann. Außerdem war der Tag schon ernidriegend genug, ohne sich dem Superhelden in Unterwäsche zu präsentieren.