15 – Hoffnung
In Metropolis reihten sich die Hochhäuser unter der Nachmittagssonne aneinander. Während Cassie auf sie zu flog, konnte sie eine kleine Unregelmäßigkeit am Rand eines der flachen Dächer erkennen. Als sie näher kam verwandelte sie sich langsam in eine Silhouette und kurz bevor sie den Tower erreichte, erkannte sie den Grund ihres Fluges. Mit den Beinen über dem Rand und dem Gesicht in seine Händen vergraben, saß Conner.
„Hey wie geht es dir?" Cassie versuchte ihre Stimme fröhlich klingen zu lassen, versagte jedoch kläglich. Mittlerweile war ihr Kopf wieder klar und frei von dem Zeug mit dem Venus sie getroffen hatte, aber das bedeutete auch, dass sie sich erinnerte was sie getan hatte. Der gleiche Grund, warum Conner hier saß und aussah, als wäre die Welt untergegangen. Mit einem Seufzen lies Cassie sich neben ihm nieder.
„Ich habe gerade vier Stunden nach Cissies Bogen gesucht. Sie meinte, ohne ihn bräuchte ich nicht einmal zu versuchen, mich bei ihr zu entschuldigen. Nur leider hab ich ihn irgendwo über einer Bergkette abgeworfen und kann das Ding einfach nicht mehr finden. Deshalb wollte ich fragen, ob du mir vielleicht helfen würdest." Hoffnungsvoll warf sie einen Blick zur Seite, nur um zu sehen das Conner sich immer noch keinen Zentimeter bewegt hatte. Langsam machte Cassie dieses merkwürdige Verhalten Angst.
„Schlimmer als das was ich getan habe, kann es auch nicht sein." Versuchte sie Conner zu beruhigen. Die Gestalt neben ihr zeigte immer noch keine Reaktion und in ihr machte sich langsam Panik breit.
„Conner . . . komm schon . . . sag was." Flehte sie ihn an, als sich schrecklich Bilder eines schwer verletzten Robin vor ihrem inneren Auge breit machten. Cassie erinnerte sich genau wie schnell sie selbst wütend geworden war und sogar WonderWoman, mit der Absicht sie zu verletzten, angegriffen hatte. Allerdings besaß Conner die Kraft, jedem problemlos die Knochen zu brechen. Was wenn Robin ihn wütend gemacht hatte und er unabsichtlich zu fest zugedrückt hatte? Was wenn . . .
„Er wird mich bis an den Rest seiner Tage hassen." Flüsterte Conner leise und riss Cassie so aus ihren Gedanken. Dann begann er ganz langsam zu erzählen, warum genau Robin ihn hassen sollte. Während der Geschichte wurden Cassies Augen immer größer und sie dankte allen Göttern, dass sie so etwas nicht getan hatte. Als Conner geendet hatte, musste sie einmal tief Luft holen, um ruhig sprechen zu können. „Das . . . das ist nicht deine Schuld und Robin weiß das. Er wird dir schon verzeihen."
„Es kommt noch schlimmer." Warf Conner ein und sah Cassie zum ersten Mal ins Gesicht. „Er hat um gefunden zu werden einen Kommunikator aktiviert und an gelassen. Batman hat mitgehört." Casssie zog scharf die Luft ein, als sie den Namen von Robins unheimlichen Mentor hörte, doch Conner fuhr unbeirrt fort.
„Ich war bewusstlos als Supermann uns ins JLA Hauptquartier brachte. Batman soll ziemlich . . . schlecht gelaunt gewesen sein und hat Robin sofort mitgenommen. Wenn ich Gotham oder Robin auch nur auf fünf Kilometer zu nahe komme, will er mir etwas sehr schlimmes antun. Mehr war aus Supermann nicht herauszubekommen, außer dass ich die Drohung lieber ernst nehmen soll. Deshalb versuche ich Robin die ganze Zeit über seinen Kommunikator zu erreichen, aber er antwortet nicht. Das kann nur heißen, er hasst mich und will nie wieder etwas mit mir zu tun haben."
Conners trauriger Blick zerbrach Cassie fast das Herz. Sie wusste genau, wie gut die beiden miteinander befreundet waren und dass sie irgendwie helfen wollte. Tröstend legte sie Conner den Arm um die Schulter. „Robin hasst dich bestimmt nicht, er braucht wahrscheinlich nur etwas Zeit, um darüber nachzudenken und selbst mit der Situation fertig zu werden. Was Batman angeht . . . der wird sich schon wieder beruhigen."
Trotz der aufbauenden Worte sah sie, dass Conner immer noch niedergeschlagen war. Da kam ihr eine Idee die ihrer beiden Problem lösen konnte. „Wie wär's wenn du nach Cissie Bogen suchst, während ich versuche Robin zu erreichen, um ein gutes Wort für dich einzulegen?"
Kaum hatte sie die Frage beendet, sah sie den Hoffnungsschimmer in Conners Gesicht. „Das würdest du tun?" Hakte er sofort nach und Cassie schenkte ihm ein überzeugtes Nicken. Woraufhin Conner glücklich übers ganze Gesicht strahlte. Cassie hingegen hoffte inständig, dass sie um ihr Versprechen zu halten nicht nach Gotham oder irgendwo in die Nähe von Batman musste.
