5. Wiedersehen
Ich
schloss die Tür hinter mir und lies mich auf mein Bett fallen.
Es war ein langer Tag gewesen und doch war ich kein bisschen müde.
Ich war innerlich zu sehr aufgewühlt, als dass ich hätte
schlafen können.
Ich war hier! In Schottland, in Fort
William. In dem Gasthaus, das Erik in seinem Brief nannte. Soeben
hatte ich dem Besitzer meine Nachricht übergeben, zusammen mit
dem Ring. Nun konnte ich nur noch warten.
Ich
lag auf meinem Bett und starrte die Decke an. Es war bereits dunkel
draußen und doch konnte ich nicht schlafen.
Plötzlich
hörte ich eine leise, samtige Stimme, die von überall her
zu kommen schien.
"Wandering
child…
So
lost… so helpless…
Alone
in a strange land…"
Erik! Obwohl ich ihn nicht sehen konnte, wusste ich, dass er da war. Ich setzte mich auf und begann mit zitternder Stimme zu singen:
"Angel
of Music...
I
denied you!
Turning
from true beauty!"
Zuerst erklang seine Stimme neben meinem linken Ohr und wanderte dann langsam zu meinem rechten Ohr. Seine Antwort brach mir fast das Herz.
"Angel
of Music…
You
betrayed me…
I
gave you my heart blindy…"
Mit wackeligen Beinen stand ich langsam auf und blickte mich in dem dunklen Zimmer um.
"Angel
of Music!
Do
not shun me!
Come
to me, sweet Angel!",
sang ich als Antwort.
Eriks Stimme schien von überall im Zimmer gleichzeitig zu kommen und hallte von den Wänden wieder:
"Angel
of Music…
Have
you returned
Or
is this some mockery?"
Wie konnte er so etwas fragen? Ich schluchzte leise auf und als ich ihm erneut antwortete brach meine Stimme.
"Angel
of Music!
Hide
no longer!
Grant
to me your glory!"
Mit
den letzten Worten war ich in der Mitte des Zimmers zu Boden
gesunken. Die Stille wurde nur von meinen erstickten Schluchzern
unterbrochen. Was wäre, wenn er nun wieder gehen
würde?
„Christine..."
Ich sah auf und da stand er vor
mir. Er war ganz in schwarz gekleidet, sogar sein Hemd und seine
Maske waren schwarz. Seine Hände wurden von schwarzen
Handschuhen bedeckt.
„Erik..." flüsterte ich unter
Tränen.
Er stand eine Zeitlang unbeweglich da, ohne eine
Reaktion zu zeigen. Doch dann hielt er mir seine Hand
entgegen.
„Weine nicht, mein Engel."
Meine Hand zitterte
als ich die seine ergriff und mir von ihm auf die Beine helfen lies.
Nun stand ich direkt vor ihm. Ich hielt meinen Kopf gesenkt, da ich
es nicht wagte ihn anzusehen. Eine kühle Hand legte sich unter
mein Kinn und hob meinen Kopf sanft an.
Die Qual und Liebe die ich
in seinen Augen sah, brach mir das Herz.
„Engel!" rief ich
geqäult. „Es tut mir so Leid!"
Ich sank verzweifelt vor
ihm auf die Knie und ergriff seine Hand.
„Kannst du mir je
verzeihen?"
A/N: Ja, ich weiß, der Cliffhanger is gemein. g Ich versprech, dass das nächsten Kap bald kommen wird! hinter Erik in Deckung geh
