4. Auf dem Schloss
Daria gähnte und streckte sich. Das Bett war so schön weich... noch im Halbschlaf drehte sie sich um und zog die Decke über ihren Kopf. Wieviel Uhr es wohl war? Eine Hand erschien aus dem Deckenhaufen und tastete nach dem Nachtkästchen. Wo war diese verdammte Armbanduhr?
„Oh, verdammt!"
Darias Hand hatte sowohl die Uhr als auch noch irgendetwas anderes herunter gestoßen. Fluchend kroch sie unter der Decke hervor.
Momentmal! Das war eindeutig nicht ihr Zimmer in dem Hotel... auf einmal erinnerte sie sich wieder an alles was gestern Abend passiert war.
„Ach du Scheiße, ich bin auf dem Schloss!", rief sie und sprang aus dem Bett, wobei sie allerdings vergaß, dass sie noch halb in die Decke eingewickelt war. Deshalb verlor sie das Gleichgewicht und fiel der Länge nach auf den weichen Bettvorleger.
„Au."
Langsam setzte sie sich auf und rieb sich den Kopf. Na das fing ja gut an... zum Glück war niemand hier der ihren ‚eleganten' Auftritt hatte beobachten können.
Daria befand sich in einem großen und prachtvoll eingerichtetem Zimmer, neben einem großen Himmelbett mit dunkelgrünen Vorhängen und Laken, auf einem weichen schwarzen Fell. Der Rest des Bodens war komplett mit dunklen Teppichen bedeckt und die Wände waren mit ebenso dunklem Holz vertäfelt. Ein großer Schrank stand auf der anderen Zimmerseite, ebenso ein kleiner Tisch, ein Stuhl und ein bequem wirkender Sessel.
Neben dem Bett stand ein kleines Nachttischchen, von dem sie eben ihre Uhr und einen Kerzenständer heruntergeschmissen hatte.
„Ups."
Vorsichtig hob die junge Frau den Kerzenständer wieder auf und stellte ihn auf den Nachttisch zurück. Dann schaute sie auf die Uhr.
„Halb drei?!" Erstaunt starrte Daria ihre Armbanduhr an. „Oh... das ist ja sogar für meine Maßstäbe ein bisschen spät..."
Als sie aufstand und die Decke wieder aufs Bett zurückwarf, sah sie auf der anderen Seite ihr Gepäck auf dem Boden stehen. Erstaunt ging sie um das Bett herum und blickte auf ihren Koffer hinab. Ihr Rucksack stand direkt daneben. Wer hatte ihre Sachen aus dem Gasthof geholt?
Die Schwarzhaarige zuckte mit den Schultern. Als Graf hatte man bestimmt Beziehungen.
„Wenn mein Zeug schon da ist, dann will ich es auch ausnutzen."
Sie schnappte sich ihr Waschzeug und neue Kleidung und verschwand damit im Bad gegenüber.
Nachdem sie fertig war, betrachtete sie sich noch kurz in dem großen Spiegel. Sie hatte ein wenig Make-up aufgetragen: Nur ein wenig schwarzen Kajal um die Augen und einen farblosen Lippenstift. Schnell fuhr sie noch ein paar mal mit ihrer Bürste durch ihre langen schwarzen Haare.
Daria zog ihr Shirt zurecht (Aufschrift vorne: ‚Voldemort for President' – Aufschrift hinten: ‚Snape and Lucius for me!'), sammelte ihre Sachen zusammen und kehrte in ihr Zimmer zurück.
„So, und jetzt?", fragte sie in das leere Zimmer hinein. „Na, den Weg ins Kaminzimmer zurück wird' ich schon irgendwie finden..."
Daria schnappte sich – vorsichtshalber – ihren Mantel und verlies ihr Zimmer. Nun stand sie auch schon vor ihrem ersten Problem: Rechts oder links? Nach kurzem Überlegen wandte sie sich nach links und lief den Gang hinunter.
Ungefähr eine halbe Stunde später musste die junge Frau zugeben, dass sie sich hoffnungslos verlaufen hatte.
„Verdammt!"
So groß konnte das Schloss doch gar nicht sein! Mit einem Seufzer machte sie sich daran, weiter zu suchen.
Nach einigen Minuten kam sie an eine Tür die sie nach kurzem Klopfen vorsichtig öffnete.
„Hallo?... Ach du heilige Scheiße..."
Daria stand mit offenem Mund in der Tür und blickte in den großen Raum vor ihr hinein: Sie hatte die Bibliothek gefunden.
„Bücher... jede Menge Bücher...", flüstere sie ehrfurchtsvoll und ging weiter in den Raum hinein. „So viele Bücher..."
Ein Regal neben dem anderen war mit den verschiedensten Büchern gefüllt. Einige davon schienen sehr alt zu sein, es gab jedoch auch ziemlich neue Exemplare. Auf einem kleinen Tisch neben einem der Regale lag doch tatsächlich „Harry Potter and the Half-Blood Prince".
Daria grinste.
Die junge Frau vergaß vollkommen, dass sie ja eigentlich auf der Suche nach dem Kaminzimmer gewesen war und machte sich völlig versunken daran, die vielen Bücher durchzuschauen. Langsam, fast wie in Trance ging sie die Regale entlang und zog hin und wieder ein Buch hervor um darin zu lesen.
Im Moment hatte sie „The Picture of Dorian Gray" von Oscar Wilde in der Hand und blätterte lächelnd von einer guten Szene zur nächsten.
„Ah, ich sehe, Ihr habt meine Bibliothek bereits gefunden.", ertönte auf einmal die Stimme des Grafen hinter ihr.
Daria stieß einen leisen Überraschungsschrei aus und lies beinahe das Buch fallen – sie konnte es im allerletzten Moment noch wieder auffangen.
„Oscar Wilde. Ihr habt einen guten Geschmack, Daria.", sagte Breda lächelnd und nahm ihr das Buch ab um es wieder wegzulegen.
„Und Ihr habt eine wunderbare Bibliothek.", brachte die junge Frau hervor.
„Es freut mich, dass sie Euch gefällt."
„Ich... wollte ja eigentlich das Kaminzimmer suchen, aber..."
Breda lächelte verständnisvoll.
„Es ist sehr leicht sich in diesem Schloss zu verlaufen. Kommt, ich werde Euch den Weg ins Speisezimmer zeigen. Ihr müsst hungrig sein."
Dankbar nahm Daria den Arm entgegen den er ihr anbot und folgte ihm.
„Ja, ich habe tatsächlich Hunger... wie wär's mit einem Lageplan für Euer Schloss? Es ist ja das reinste Labyrinth!"
Breda hob amüsiert eine Augenbraue. „Ein Labyrinth?"
„Ja, aber ich mag Labyrinthe... jedenfalls wenn ich mich nicht gerade total verlaufen habe."
Im Speisezimmer stand ein großer eleganter Tisch auf dem ein reichliches Frühstück gedeckt war – jedoch nur für eine Person.
„Wollte Ihr nichts essen?", fragte Daria erstaunt.
„Ich habe bereits gegessen..."
Breda zog ihr einen Stuhl heraus und bat sie, sich zu setzten.
„Bitte bedient Euch. Ich werde solange im Kaminzimmer auf Euch warten."
Noch bevor Daria etwas sagen konnte, fügte er hinzu, „Den Gang nach rechts, dann den ersten Gang links und dort die dritte Tür rechts."
Die junge Frau lächelte. „Danke."
„Keine Ursache. Ich wünsche Euch einen guten Appetit."
Mit diesen Worten lies er sie alleine im Speisezimmer zurück.
Daria lies ihren Blick über die ganzen Speisen schweifen.
‚Das soll alles für mich sein? Davon würden ja drei Hobbits satt werden!', dachte sie und goss sich etwas Tee ein.
Nachdem sie so viel gegessen hatte, wie sie konnte, stand sie auf und sah sich um. Sie hatte keine Ahnung wo die Küche war und selbst wenn sie sie finden würde, würde sie nicht wissen, wo alles hingehört.
‚Ach egal, dann lass' ich einfach erst mal alles liegen,', beschloss sie und machte sich auf den Weg ins Kaminzimmer.
„Also, wie war das noch mal... den Gang nach rechts, dann den zweiten, nein den ersten Gang links und dort die dritte Tür rechts... oder doch links?"
Als sie die richtige Tür gefunden hatte, klopfte sie leicht an.
„Kommt herein.", ertönte die Stimme des Grafen und Daria trat ein.
„Ich hoffe, es hat Euch geschmeckt."
Der dunkelhaarige Graf saß auf dem Sofa und hielt ein Buch in den Händen.
„Ja, danke", antwortete die junge Frau und zog die Tür hinter sich zu. „Ich wusste nicht, wo ich alles hinräumen sollte..."
„Macht Euch darüber keine Gedanken.", unterbrach sie Breda. „Koukol wird sich darum kümmern."
Daria setzte sich auf den Sessel der dem Feuer am nächsten stand und legte ihren Mantel über die Lehne.
„Ich möchte mich noch einmal entschuldigen, dass ich so einfach in Eure Bibliothek..."
Eine Handbewegung des Grafen lies die Schwarzhaarige verstummen.
„Ihr müsst Euch für gar nichts entschuldigen. Wenn sich hier einer entschuldigen müsste, dann bin ich das. Ich hätte Euch den Weg ins Speisezimmer bereits gestern Abend zeigen müssen, oder wenigstens heute eher nach Euch schauen müssen. Ich hoffe, Ihr habt Euch nicht zu sehr gelangweilt heute?"
„Gelangweilt? Oh, überhaupt nicht! Euer Schloss ist wirklich beeindrucken, vor allem die Bibliothek... außerdem war ich noch gar nicht so lange wach... ich bin erst so um halb drei aufgewacht."
„Dann bin ich ja beruhigt. Ich fürchte ich bin heute auch erst sehr spät aufgestanden... ich bin es gewohnt lange aufzubleiben, man könnte sagen, ich bin ein Nachtvogel, tagsüber nicht zu gebrauchen..."
Der Graf lächelte leicht sarkastisch.
„Ja, des kenn' ich, ich komm vor Mittags auch nie aus dem Bett.", stimmte Daria ihm grinsend zu. „Meine Eltern haben mir schon gesagt, wenn ich weiterhin immer den halben Tag verschlafe, wird' ich irgendwann noch zum Vampir."
Breda hob überrascht eine Augenbraue, und ein seltsames Grinsen stahl sich über sein Gesicht.
Dann wechselte er jedoch schnell das Thema:
„Wie würde Euch ein kleiner Rundgang durch mein Schloss gefallen? Dann verlauft Ihr Euch auch nicht mehr..."
„Oh, das wär' super!", rief diese begeistert und sprang auf.
„Ihr solltet Euren Mantel lieber mitnehmen, es ist nicht überall so warm wie hier.", riet ihr Breda.
„Gute Idee."
Daria schnappte sich schnell ihren Mantel und folgte ihm dann.
Breda führte sie zuerst zum Speisezimmer zurück und zeigte ihr, wie sie von diesem leicht die Küche erreichen konnte.
„Falls Ihr Hunger habt, könnt Ihr Euch ruhig bedienen."
Der Graf führte Daria durch unzählige dunkle Gänge und zeigte ihr die verschiedensten Zimmer. Die Bibliothek kannte sie zwar bereits, aber sie hatte bei ihrem ersten Besuch nicht gesehen wie groß sie tatsächlich war.
„Das müssen unglaublich viele Bücher sein.", flüsterte sie ehrfürchtig.
„Im Laufe der Jahrhunderte sammelt sich so einiges an...", teilte ihr Breda lächelnd mit. „Ihr könnt Euch jeder Zeit Bücher zum Lesen holen, wenn Ihr wollt."
Nachdem sich die junge Frau wieder von den Bücherregalen losreißen konnte, setzten sie ihren Rundgang fort.
Außer der Bibliothek war Daria besonders von der alten Waffenkammer sehr angetan.
„Schwerter!", hauchte sie ehrfürchtig und lies ihre Hand leicht über die Klinge eines besonders schönen Exemplars gleiten.
„Seid vorsichtig, nicht dass Ihr Euch nicht schneidet.", warnte der Graf sie. „Die Waffen sind noch immer in sehr gutem Zustand und einige sind sehr scharf."
Daria sah sich sehr genau in der Waffenkammer um.
„Ich wusste gar nicht, dass Ihr Euch so für Schwerter und andere Waffen begeistert.", sagte Breda amüsiert.
„Oh ich war schon immer von mittelalterlichen Waffen fasziniert", meinte diese lächelnd. „Besonders von Schwertern und Bögen."
Nachdem sie die Waffenkammer wieder verlassen hatten, gingen sie über den großen Innenhof des Schlosses und der Graf wies auf ein altes Eisengitter.
„Hinter diesem Gitter befindet sich der alte Schlossfriedhof. Dort sind meine Vorfahren begraben."
„Ein richtiger eigener Friedhof? Oh wow, das ist cool."
Daria ging zum Gitter hinüber und spähte hindurch. Jede Menge alte Seinsärge und Grabsteine waren teils von Efeu überwuchert und mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Da es bereits dunkel war, war der ganze Friedhof in düstere Schatten getaucht.
„Habt Ihr einen Schlüssel für das Schloss hier?", fragte sie den Grafen.
„Ja, aber es ist vielleicht besser, Ihr seht Euch den Friedhof tagsüber an.", meinte Breda und deutete in Richtung Eingangstür. „Wir sind nun am Ende unseres Rundganges angekommen. Euch muss kalt sein."
Daria folgte ihm nach drinnen und ins Kaminzimmer. Unterwegs fragte sie:
„Gibt's hier eigentlich eine Gruft? Die gibt es doch in fast jedem Schloss."
Breda hielt kurz inne und ging dann weiter. Als er ihr antwortete war seine Stimme seltsam ausdruckslos.
„Es gibt hier keine Gruft. Es wurde immer nur der Friedhof draußen benutzt."
Schweigend kehrten sie ins Kaminzimmer zurück. Als Breda Daria die Tür aufhielt, sah sie, dass Herbert am Kamin saß und las.
„Hallo!", grüßte sie ihn lächelnd.
Der Silberblonde sah von seiner Lektüre auf und erwiderte ihr Lächeln.
„Hallo Daria. Ich hoffe, Ihr habt gut geschlafen?"
„Ja, danke."
Sie setzte sich auf einen der Sessel und bemerkte erst jetzt, dass Breda nicht mit ihr eingetreten war. Suchend sah sie sich um.
„Was haltet Ihr von einer Partie Schach?", fragte Herbert sie nun.
„Schach? Oh, gern. Aber ich muss Euch warnen, ich habe lange nicht mehr gespielt."
Als der Graf kurze Zeit später zurückkam, waren Herbert und Daria gerade mitten unterm Schachspielen.
„Ich habe Koukol angewiesen Euch etwas zu Essen zu bereiten.", wandte er sich an die junge Frau. „Er wird Euch sogleich etwas bringen. Wenn es Euch jedoch lieber ist, könnt Ihr auch wieder im Speisezimmer essen?"
Daria schüttelte den Kopf.
„Nein, hier ist es gemütlicher."
Sie betrachtete schweigend das Schachbrett.
„Läufer auf D8."
Erstaunt sah die junge Frau den Grafen an, der hinter ihr stand. Dann blickte sie wieder auf das Schachbrett und setzte dann mit einem Schulterzucken ihren Läufer auf D8.
Herbert verzog das Gesicht.
„Das ist unfair..."
„Ach kommt, Ihr gewinnt doch sowieso!", lachte Daria.
„Stimmt." Herbert grinste und schlug ihre Königin. „Übrigens ein nettes T-Shirt das Ihr da anhabt... Ihr mögt also Harry Potter?"
„Die Bücher ja, das Kind nicht..." sie grinste und drehte ihm ihren Rücken zu. „Der Spruch geht aber noch weiter."
Herbert lachte laut auf, als er das ‚Snape and Lucius for me' auf ihrem Rücken las.
„Dann steht Ihr also mehr auf die Death Eater?"
„Aber sicher doch, die sind viel interessanter als die anderen! Na ja, Sirius ist schon cool, und Lupin auch, so als Werwolf... aber die Kinder mag ich net... nur die Zwillinge, die sind cool!", sagte Daria grinsend.
„Über was, bitte, redet ihr beide?", fragte Breda nun verwirrt.
„Harry Potter! Sagt bloß nicht, Ihr kennt die Harry Potter Bücher nicht?", fragte die junge Frau entsetzt. „Dabei liegt doch der letzte Band in der Bibliothek auf dem Tisch!"
„Das ist meiner", meinte Herbert grinsend. „Ich wollte ihn ja schon dazu überreden, die Bücher zu lesen, aber er hat sich bisher immer geweigert."
„Oh, Ihr müsst sie lesen!", rief Daria nun und wandte sich dem Grafen zu. „Die Bücher sind einfach nur genial! Und die Verfilmung erst... Alan Rickman als Snape..." Sie seufzte. „Er ist einfach nur genial... wenn er mit seinen langen schwarzen Roben die Kerkergänge entlanggeht... Und die ganze Story is' einfach nur super zum Lesen, total spannend! Ich kann's kaum erwarten, bis der nächste Band rauskommt!"
Breda lächelte.
„Wenn das so ist, dann werde ich doch einmal den ersten Band lesen."
„Der erste ist teilweise noch ein bisschen langweilig, aber keine Angst, spätestens ab dem dritten, wo Lupin und Sirius dazukommen wird's richtig cool!"
„Ich habe alle Bände, Vater. Du darfst sie dir gerne ausleihen.", fügte Herbert grinsend hinzu und machte seinen letzten Zug. „Schach matt."
„Ach Mann..." Daria schmiss gespielt beleidigt ihren König um. „Beim nächsten mal schlage ich Euch!"
Herbert grinste nur und stand auf.
„Das werden wir dann ja sehen. Aber ich bin gerne bereit Euch später eine weitere Chance zu geben."
Er ging zur Tür. „Gute Nacht."
„Gute Nacht!", rief die Schwarzhaarige ihm hinterher.
„Wenn Ihr müde seid, müsst Ihr es nur sagen.", warf Breda ein. „Nicht, dass ich Euch wach halte."
„Ach was!" Daria winkte ab. „Überhaupt nicht! Nach Mitternacht fängt die Nacht doch erst richtig an!"
Der Graf lächelte und sah auf als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Ah, Euer Essen ist hier. Koukol."
Die Tür öffnete sich und ein buckeliger Diener schob einen Servierwagen herein der reichlich mit Essen beladen war. Daria lächelte leicht unsicher.
„Danke."
Mit einem undefinierbaren Grunzen drehte sich der Buckelige wieder um und verschwand.
„Ihr müsst keine Angst vor ihm haben, er ist harmlos.", beruhigte Breda sie.
„Oh, ich habe keine Angst... ich war nur ein bisschen überrascht, das ist alles."
Der Graf lächelte und bedeutete ihr an, mit dem Essen zu beginnen.
„Wollt Ihr nichts mitessen?", fragte Daria.
„Nein, Danke. Ich werde später etwas essen..."
Die junge Frau lies es sich nicht zweimal sagen und langte zu. Schließlich waren sie vorhin durchs ganze Schloss gerannt, und so etwas machte hungrig. Als sie mit dem Essen fertig war, stand Breda auf und holte aus einer Vitrine zwei Gläser und eine Flasche Rotwein, die er nun auf dem Tisch abstellte.
„Wollt Ihr mir bei einem Glas Wein Gesellschaft leisten, Daria?", fragte er.
„Gerne," die junge Frau nickte und nahm lächelnd das Glas mit der blutroten Flüssigkeit entgegen, das er ihr hinhielt.
Der Graf hob sein Glas leicht in ihre Richtung, eine Geste die sie erwiderte, und setzte sich wieder in seinen Sessel.
Daria sippte leicht an ihrem Wein und beobachtete über den Rand ihres Glases den Mann ihr gegenüber. Irgendetwas an ihm faszinierte sie, er war so ganz anders als alle Männer die sie bisher kennengelernt hatte.
