8. On The Wings Of The Night

Bredas starke Arme verhinderten, dass Darias lebloser Körper zu Boden fiel. Sanft hob er sie hoch und trug sie aus dem Ballsaal hinaus und ins Kaminzimmer.
Sie hatte viel zu viel Blut verloren... er hatte nie so viel trinken wollen, doch die Gier hatte ihn einfach übermannt...
Besorgt blickte er auf ihr blasses Gesicht. Sie hatte keinerlei Angst vor ihm gehabt, als er seine Zähne in ihren Hals schlug... sie hatte ihm vertraut.
Und er hatte dieses Vertrauen sträflich missbraucht, er hatte viel mehr genommen, als er vorgehabt hatte... er konnte nur hoffen, dass es nicht zu viel war...
Er hatte ihr versprochen, dass ihr nichts passieren würde, und noch in der selben Nacht hatte er dieses Versprechen auch schon wieder gebrochen.
Behutsam legte er sie auf das Sofa im Kaminzimmer nieder und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Als er sie reglos dort liegen sah, so völlig hilflos, wallten längst vergessen geglaubte Gefühle in ihm auf...

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„Breda...?"
Daria tauchte langsam aus dem Strudel der Bewusstlosigkeit auf. Vorsichtig blinzelte sie. Das Licht schien auf einmal so grell...
„Daria..."
Kalte Hände ergriffen die ihre und sie konnte eine verschwommene Gestalt ausmachen, die sich über sie beugte. Was zum Teufel war passiert? Wieso war sie so... so... schwach?
Ach ja... er hatte sie gebissen...
Etwas kaltes wurde ihr an die Lippen gehalten.
„Hier, trinkt."
Daria tat wie ihr geheißen und musste feststellen, dass sie extrem durstig war. Das kühle Wasser war genau das, was sie jetzt brauchte!
Nun fühlte sie sich auch schon etwas besser und konnte auch wieder richtig sehen.
„Was..."
Bevor sie die Frage noch ganz aussprechen konnte, unterbrach sie der Graf.
„Ihr seid ohnmächtig geworden und ich habe Euch ins Kaminzimmer gebracht. Es tut mir leid, Daria, ich hätte mich besser beherrschen sollen..."
„Oh..." Darias Hand wanderte automatisch zu ihrem Hals, an dem sie zwei Bisslöcher fühlen konnte.
„Das macht doch nichts, schließlich lebe ich ja noch...?"
Breda nickte.
„Na, dann! Schließlich habe ich Euch ja erlaubt mich zu beißen", fügte sie grinsend hinzu.
„Ihr überrascht mich immer wieder", sagte der Graf mit einem leichten Lächeln.
Vorsichtig setzte sich Daria auf und wartete bis der Raum aufhörte, sich zu drehen.
„Seid Ihr Euch sicher, dass es Euch gut geht?", fragte Breda besorgt.
Daria nickte.
„Ja, ich glaube schon... aber noch was zu trinken wär' vielleicht nicht schlecht..."
Sofort stand der Graf auf und schenkte ihr eine weiteres Glas Wasser ein.
„Danke."

Daria starrte das mittlerweile leere Glas eine Weile an, dann gab sie sich einen Ruck und fragte den Grafen der noch immer neben dem Sofa stand:
„Werde ich jetzt eigentlich ein Vampir?"
„Nein.", antwortete Breda. „Nicht jeder der gebissen wird, wird automatisch zum Vampir. Sonst wäre die Erde bald von Vampiren überschwemmt."
Bei dem Bild musste Daria grinsen.
„Auch wieder wahr..."
„Um jemanden zum Vampir zu machen, muss man ihn fast komplett aussaugen... und dann muss er Vampirblut trinken."
„Aha." Daria nickte und drehte das Glas in ihren Händen.
„Ich hätte Euch nie ohne Euer Einverständnis verwandelt."
„Ich weiß."
Daria schenkt ihm ein leichtes Lächeln und ergriff seine Hand.
„Ich weiß.", wiederholte sie.
Einen Moment lang sahen sich die Beiden direkt in die Augen, und Daria war erstaunt in Bredas eine leichte Traurigkeit zu sehen.
„Ihr schenkt mir ein solch bedingungsloses Vertrauen... ich verdiene es nicht... ich hätte Euch beinahe umgebracht..."
Daria war entsetzt die Qual in seiner Stimme zu hören.
„Nein!"
Sie stand auf, so dass sie direkt vor ihm stand, und ergriff auch seine andere Hand.
„Breda, nein. Ihr verdient mein Vertrauen. Und die Betonung ist auf beinahe. Denn Ihr habt mich nicht umgebracht. Und das ist alles worauf es ankommt. Ich vertraue Euch. Ich weiß dass Ihr mich nicht umgebracht hättet. Ich weiß es."
Sanft strich er ihr über die Wange.
„Oh, Daria... da bin ich mir nicht so sicher... die Gier nach Blut ist unstillbar..."
„So ein Blödsinn!", sagte Daria bestimmt. „Unstillbar vielleicht, aber dass heißt noch lange nicht, dass man immer nachgeben muss. Ich weiß, dass Ihr stärker seid. Ich vertraue Euch. Ich..."
Sie stockte kurz als ihr etwas aufging.
„Ich... liebe Euch...", flüsterte sie.
Anstatt einer Antwort beugte sich der Graf zu ihr herunter und küsste sie. Es war kein leidenschaftlicher Kuss, wie auf dem Ball, sondern ein zärtlicher, sanfter Kuss, voller Liebe.
„Ich liebe Euch auch, Daria...", antwortete er als sich seine Lippen wieder von den ihren lösten. „Ich hätte nie gedacht, dass ich je wieder so etwas fühlen könnte..."
Diesmal war es Daria, die ihn mit einem Kuss zum Verstummen brachte.

Mit einem leisen Knurren zog Breda die junge Frau an sich und vertiefte den Kuss. Daria schlang ihre Hände um seinen Hals und vergrub sie in seinen seidigen Haaren.
Plötzlich hob Breda sie auf seine Arme und trug sie aus dem Zimmer hinaus. Daria lachte und hielt sich an seinen Schultern fest, bevor sie ihn erneut küsste.
Ihr Gewicht schien dem Grafen nicht das Geringste auszumachen und er schritt mit langen Schritten den Gang entlang.
Daria wusste nicht, wo er sie hinbrachte und es war ihr auch vollkommen egal. Nun hatte er sein Ziel erreicht und stieß die Tür auf. Das Zimmer, vor ihnen war groß und geschmackvoll eingerichtet. In der Mitte stand ein großes Himmelbett mit mitternachtsschwarzen Bezügen. Dorthin trug Breda sie nun und stellte sie vor dem Bett auf dem Boden auf.
Gierig küsste er sie und lies seine Hände langsam ihren Hals hinunter wandern, zu ihren Brüsten. Daria stöhnte leise und zog eine Spur von Küssen seinen Hals hinunter, während sie ihm seinen Mantel auszog und dann gleich mit seiner Jacke weitermachte. Wieso musste er nur so viel anhaben?
Breda löste die Schnüre ihres Kleides und lies den Stoff langsam an ihrem Körper nach unten gleiten. Nun stand sie nur noch in Unterwäsche und Korsett vor ihm. Ungeduldig knöpfte Daria sein Hemd auf und streifte es ihm von den Schultern. Sie wollte ihn spüren!

Darias warme Hände glitten über seinen kühlen Oberkörper als er die Verschnürung ihres Korsetts löste und sie langsam von dem störenden Kleidungsstück befreite. Leidenschaftlich küsste sie ihn und zog ihn näher an sich heran. Ihr ganzer Körper stand in Flammen und nur er konnte Linderung verschaffen!
Mit einem tiefen Knurren hob Breda sie plötzlich hob und legte sie aufs Bett. Nun lag er mit seinem ganzen Gewicht auf ihr, was ihr jedoch nicht das geringste ausmachte.
„Daria..."
Daria lies ihre Hände über seinen Rücken wandern, bis zu der störenden Hose. Der Graf lachte leise über ihre vergeblichen Versuche ihn von dieser zu befreien, dann half er ihr dabei und warf das Kleidungsstück unachtsam zur Seite.
Daria grinste und konnte sich eine Bemerkung nicht verkneifen.
„Dann war das vorhin anscheinend keine Pistole in deiner Tasche..."
Mit einem amüsierten Schnauben verschloss Breda ihren Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss und machte sich nun daran ihre letzten hinderlichen Kleidungsstücke zu entfernen. Seine kühlen Hände standen im starken Gegensatz zu ihrer heißen Haut. Daria wand sich unter seinen Händen entgegen und krallte sich an seinen Schultern fest. Sie wollte mehr!
„Bitte...", flüsterte sie hilflos und wölbte sich ihm entgegen.
Breda fing ihre Lippen in einem leidenschaftlichen Kuss ein und raunte ihr ins Ohr „Ich liebe dich...".
Dann drang er in sie ein und Daria versank in einem Strudel der Leidenschaft.

When the dark is complete
And the day goes to sleep
That's when I come alive
Faster that shadows
On the wings of the night
I'll be by your side

And my soul spreads wide its raven wings
And I cover you tonight
Ooh you won't need no other
I'm your dangerous lover, oh babe you know it's true

I wanna feel you in the dark
I wanna kiss your body
I wanna make you mine!

(Chorus)
Ride on the wings of the night
(You know you want to)
Ride on the wings of the night
(You're old enough to)
Ride on the wings of the night
(I'm coming for you)

And they tell you I'm wild
That I'm the devil's child
I'll only make you cry
They say you're too young to feel
They say my love's a lie

But they don't know what it does to me
Just to have you in my arms
I'll introduce you to life's forbidden delights
I'll make a woman of you

We ride!
Midnight, hearts collide
Naked alone, your body's mine
Ooh babe, don't say no…

Tonight… my virgin child come…
I wanna feel you in the dark…

(Virgin Steele – On The Wings Of The Night)