15. Kapitel
Es war der Tag des Abschlussballs. Während die jungen, männlichen Schulabsolventen ganz gelassen in ihren Gemeinschaftsräumen saßen und sich mit ihrem coolen Gehabe gegenseitig davon zu überzeugen versuchten, wie erwachsen sie doch mittlerweile seien, herrschte bei den Damen Aufruhr.
Bereits früh am Morgen wurde die Frage nach dem richtigen Make-up besprochen, auf das Frühstück wurde aus figurbedingten Gründen verzichtet und im Badezimmer der Mädchen sah es aus, als wären die Indianer auf Kriegspfad.
Überall lagen Schminktiegel, Puderdosen, Lipgloss, Foundation herum. Kurz, einfach all das was die Kosmetikbranche zur Verschönerung anbot. Bei diesem Anblick war Hermine richtig froh darüber ein eigenes Badezimmer zu besitzen.
Im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossinnen war Hermine sehr wohl beim Frühstück erschienen und hatte einen voll beladenen Teller mit Rührei und Speck verputzt. Harry und Ron unterhielten sich gerade über den Weihnachtsball, der vor fast drei Jahren statt gefunden hatte.
„Mensch Harry, weißt du noch, wie lange wir gebraucht haben, um eine Partnerin zu finden?", jammerte Ron und warf einen flüchtigen Blick zu den Patil-Zwillingen.
„Oh ja, ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, wie du dich gefühlt hast, als du Fleur gefragt hast", sagte Harry mit einem Schmunzeln.
Bei dem Gedanken verzog Ron kurz unwillig das Gesicht. Hermine hielt die Luft an, weil sie einen Wutausbruch fürchtete, der jedoch erstaunlicherweise ausblieb. Ron nickte und versuchte ein Lachen zu unterdrücken.
„Wenigstens haben wir das leidige Problem, eine Partnerin zu finden, nun nicht", sagte er, und auch Harry war die Erleichterung angesichts dieser Tatsache anzusehen.
„Fred und George haben mir auch einen neuen Festumhang geschenkt, da werden die Frauen auf mich fliegen", murmelte Ron und warf einen Blick zu Hermine, die er offensichtlich mit dieser Bemerkung herausfordern wollte.
Die Reaktion, die er sich wohl gewünscht hatte, blieb aber aus, denn Hermine schwieg wohlweislich und biss stattdessen beherzt in ihren Honigtoast.
Nach dem Frühstück verabschiedete sie sich von ihren Freunden und zog sich in ihr Zimmer zurück. Bis zum Abend war noch viel Zeit und sie versuchte sich mit dem Buch über Heiltränke, was ihr Snape geliehen hatte, abzulenken. Denn so langsam wurde sie ganz hibbelig, wenn sie daran dachte, bald mit Severus tanzen zu dürfen, seine Nähe fühlen zu können. Bevor Hermine komplett in eine Apathie zu verfallen drohte, riss sie sich gewaltsam von ihren Gedanken los und versank in der Lektüre.
In der großen Halle waren die Lehrer McGonagall, Lupin und Slughorn gerade dabei die Dekoration zu hexen. Quer durch die Halle zog sich ein Spruchband mit der Aufschrift „Class of 2003 kann nicht stimmen, rechne mal nach, die sind niemals schon im Jahr 2003; Harry kommt 1992 nach Hogwarts, demzufolge müsste es 1999 sein", das Podium wurde zu einer Bühne umfunktioniert, wo bereits die Schicksalsschwestern ihre Instrumente aufbauten.
Entlang der Wände wurden kleine, runde Tische mit weißen Tischdecken und Stühlen die ebenfalls in weißem Stoff gehüllt waren, aufgestellt. In der Mitte der Tische standen silberne Schalen mit verschiedenen bunten Blumenarrangements.
Snape hatte sich vor dieser Aufgabe gedrückt. Was wahrscheinlich auch besser so war, sonst würde das Ambiente wohl eher einer Beerdigung gleichen. Er mochte keine festliche Anlässe und sie auch noch liebevoll zu gestalten war ihm komplett zuwider. Ständig musste er daran denken, dass er in wenigen Stunden Hermine im Arm halten würde, und er musste sich mit Gewalt auf die letzten Arbeiten konzentrieren, die er zu korrigieren hatte. In den Ferien würden die Schüler ihre Prüfungsergebnisse erhalten und er war froh, keines der unterbelichteten Gesichter je wieder sehen zu müssen.
Wie jedes Jahr wehrten sich die jüngeren Schüler mit Händen und Füßen ins Bett zu gehen. Die Aussicht auf ein offiziell erlaubtes Besäufnis, und die Schicksalsschwestern live erleben zu können, brach so manchen Streit mit den Vertrauensschülern vom Zaun und alle vier Häuser verloren viele Punkte wegen Ungehorsam.
Mit vor Konzentration gerunzelter Stirn stand Hermine in ihrem Badezimmer und versuchte ihre Haare zu bändigen. Durch ein Mittel, das eine seidenglatte Mähne garantierte, hatte sie es geschafft ihre Haare glatt und geschmeidig werden zu lassen. Sie strich sie sich straff nach hinten und steckte sie kunstvoll noch oben, wobei zwei Strähnen an ihrem Ohr sanft ihr Schlüsselbein streichelten. Ihr Make-up gestaltete sie dezent, aber doch so geschickt, dass ihre braunen Augen hervorragend zur Geltung kamen.
Zum Abschluss sprühte sie sich mit dem Parfüm „I" ein und schlüpfte in das Kleid, zog sich die Sandalen an, befestigte die Ohrringe und ging mit klopfendem Herzen in den Gemeinschaftsraum, wo Harry und Ron bereits auf sie warteten.
In ihren besten Festumhängen standen die Beiden am Kamin und unterhielten sich leise, als Hermine die letzte Stufe der Treppe erreichte. Ron fielen fast die Augen aus dem Kopf und sein Mund klappte auf.
„Wow", entfuhr es ihm und in seinen Augen flackerte es.
Auch Harry, der mit dem Rücken zu Hermine stand, drehte sich um und bei dem Anblick, der sich ihm bot, konnte er ein Keuchen nicht unterdrücken. Mit einem zaghaften Lächeln schritt Hermine auf ihre Freunde zog, hackte sich jeweils rechts und links bei ihnen unter und zog sie Richtung Portraitloch.
Ron und Harry waren immer noch verdattert, so dass Hermine sie schon fast mit Gewalt durch das Loch zerren musste. Die Gänge erschienen ausgestorben, da die meisten Schüler schon im Bett waren oder sich bereits in der großen Halle eingefunden hatten. Die Drei schlüpften durch die breite Doppeltür und setzten sich in die letzte Reihe. Professor Slughorn setzte gerade zu seiner Rede an.
„Liebe Schüler und Schülerinnen! Vorab herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Auch wenn die Ergebnisse euch noch nicht vorliegen, so bin ich sicher, dass ihr alle bestanden und euer Bestes gegeben habt. Ein neuer Lebensabschnitt steht euch bevor. Ihr werdet einen Beruf ergreifen, heiraten, eine Familie haben und Verantwortung tragen. Habt keine Angst davor, seht es als Herausforderung, die ihr zu meistern bereit seid! Nun will ich euch nicht länger vom Feiern abhalten. Das Buffet ist hiermit eröffnet."
Die Schüler applaudierten und pfiffen als Slughorn vom Podium stieg und zu den langen Tischen watschelte, sich einen Teller schnappte und Hummer aufschaufelte.
Fröhlich schwatzend erhoben sich die Schüler von ihren Plätzen, fanden sich zu kleinen Grüppchen zusammen und bedienten sich am Essen.
Mit Leckereien beladenen Tellern setzten sich Hermine, Harry, Ron, und Neville an einen der kleinen Tische und unterhielten sich, während sie die köstlichen und exotischen Speisen geradezu verschlangen.
Recht schnell drehte sich das Gesprächsthema um die Berufswahl. Wie schon seit Jahren alle wussten, würde Harry die Laufbahn eines Auroren einschlagen und seinen Kampf gegen die Schwarzmagier wieder aufnehmen. Das war seine Bestimmung.
Neville gedachte auf die Universität zu gehen um dort Kräuterkunde zu studieren, um eventuell später eine eigene kleine Gärtnerei zu eröffnen, die neben magischen, auch Muggelpflanzen im Angebot haben sollte.
Die Überraschung des Abends lieferte Ron. Als sich ihm alle Gesichter erwartungsvoll zuwandten, senkte er den Blick und stocherte in seinem Essen.
„Und was ist mit dir Ron?", plapperte Neville.
„Ich bleibe in Hogsmead", sagte Ron und bei dieser Neuigkeit starrten ihn seine Freunde an. Davon hatte niemand etwas gewusst.
„George und Fred haben hier einen weiteren Laden gekauft und ich werde Geschäftsführer", erklärte er und warf sich ein wenig in die Brust.
Man sah ihm an, wie stolz er war, so eine Verantwortung tragen zu dürfen. Etwas scheu warf er einen Blick zu Hermine, schließlich war ihr Verhältnis noch lange nicht das Alte.
„Das freut mich für dich Ron! Dann werden wir öfters Zeit haben wie alte Leute über die guten, alten Zeiten zu reden", sagte Hermine und hoffe dabei, ihr Verhältnis mit Ron würde bald wieder so neutral werden wir früher.
Erleichterung machte sich in Rons Gesicht breit.
„Das können wir gerne machen", antwortete er eifrig und bekleckerte sich mit Shrimpsoße, als er die Gabel auf den Teller fallen ließ.
Harry zog seinen Zauberstab und im nächsten Moment hatte Ron ein Lätzchen um den Hals mit der Aufschrift „Füttere mich, denn ich bin ein Won-Won Baby". Alle lachten, selbst Ron.
Die Stimmung war ausgelassen und feierlich. Nachdem das Buffet geplündert und alle Bäuche gefüllt waren, verschwanden die langen Tische mit den spärlichen Essensresten. Das Licht wurde gedämpft und die Schicksalsschwestern betraten die Bühne. Die Lehrer hatten sich dezent im Hintergrund gehalten und sich weit abseits der Schüler niedergelassen.
Doch nun war es Zeit für den Eröffnungstanz den Slughorn mit Hermine und Minerva mit David, dem Schulsprecher aus Ravenclaw tanzen würde. Beide Lehrer erhoben sich und schritten quer durch die Halle. David und Hermine kamen ihnen entgegen und als Hermine die Tanzfläche betrat, ging ein Raunen durch die Schüler, die Hermine bis dahin nicht gesehen hatten.
Snape, der bis dahin mit gleichgültigem Blick die Schüler gemustert hatte, glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Die Kinnlade drohte ihm runterzufallen. Sie war schön, sexy. Einfach atemberaubend. Mit wiegendem Gang schritt sie auf Slughorn zu. Die Ohrringe glitzerten und die Riemchensandalen betonten ihre schlanken Fesseln. Severus wurde unruhig. Seine Ahnung hatte sich also bestätigt. Das kleine Biest provozierte ihn. Nun, das Spiel konnte er auch spielen, dem bevorstehenden Tanz mir ihr konnte er nicht entkommen, ohne dass es irgendjemanden auffiel. Augen zu und durch würde ihm wohl auch nicht weiter helfen.
Slughorn nahm freudestrahlend Hermine in den Arm und schon wurde der Eröffnungswalzer gespielt. Jedes Augenpaar folgte Horace und Hermine, die grazil durch den Raum zu schweben schien.
David und Minerva beachtete kaum jemand. Hermine erhaschte einen Blick auf Snapes Gesicht und als sie seinen sauertöpfischen Ausdruck sah, wusste sie, dass ihre Taktik aufgegangen war.
Das Lied endete und Slughorn übergab Hermine Snape mit den Worten: „Nun haben
Sie das Vergnügen, Herr Kollege".
Missmutig nahm er ihre Hand und dachte bei sich, dass ein Crucio wohl schon fast angenehmer wäre, als dieser Tanz mit Hermine. Wie von selbst verschränkten sich ihre Hände und er legte seinen Arm um ihre Hüfte. Alles in ihr prickelte, ein schmerzhaftes Ziehen bereitete sich in ihren ganzen Körper aus und wie hypnotisiert starrte sie in seine unergründlich schwarzen Augen, die irgendwo einen Punkt über ihrer Schulter fixierten.
Zu Snapes Leidwesen spielte die Band diesmal ein langsames Lied, was einen ziemlichen nahen Körperkontakt erforderte. Hermine rückte näher an ihn heran und konnte so seine Körperwärme durch den dünnen Stoff ihres Kleides spüren. Sie erschauerte, was Severus sofort bemerkte und ein diabolisches Lächeln umspielte seine Lippen. Ihr Duft stieg ihm in die Nase und er fühlte das warme feste Fleisch unter seiner Hand. Sein Blut fing an zu kochen.
Sie tanzten, als hätten sie es schon unzählige Male vorher getan. Ihre Schritte, ihre Bewegungen wirkten so gut auf einander abgestimmt, dass es ein Genuss war, ihnen zu zusehen. Plötzlich beugte Snape seinen Kopf, brachte ihn ganz nahe an ihr Ohr und raunte: „Das hast du dir ja fein ausgedacht". Seine samtene Stimme ließ bei ihr die Härchen aufstellen.
„Ich weiß nicht was du meinst", hauchte Hermine, die jedem Moment damit rechnete, dass ihr die Stimme versagte.
Ein kleines spöttisches Lachen von Snape war die Antwort. Er pustete leicht an ihren Hals und Hermine bekam ganz weiche Knie.
„Ach nein", wisperte Snape nun noch leiser und das tiefe Timbre seiner Stimme hallte in ihrem ganzen Körper wider.
Sanft streichelte er mit seinem Daumen über ihren Hüftknochen und verstärkte den Druck ihrer verschränkten Hände.
Hermine lehnte sich leicht nach hinten und sah ihm in die Augen. Sein Gesichtsausdruck wirkte absolut neutral, aber in seinen Augen konnte sie Leidenschaft erkennen. So beugte auch sie sich wieder weiter zu ihm und flüsterte: „Das magst du doch, oder? Das Spiel mit dem Feuer. Die Herausforderung."
Severus schwieg.
Ihr Atem kitzelte an seinem Ohr und er presste fest die Lippen zusammen um nicht gequält aufzuseufzen. Ihre Wangen berührten sich beinahe und eine seidige Haarsträhne kitzelte in seiner Nase. Endlich war das Lied zu Ende und er ließ sie sofort los, drehte sich auf dem Absatz um und verschwand zwischen den ganzen Leuten.
Nachdem Hermine mit all ihren zukünftigen männlichen Kollegen getanzt hatte, genehmigte sie sich ein wenig abseits ein Glas Wasser zur Erfrischung. Mit leiser Wehmut beobachtete sie ihre Freunde, die ausgelassen miteinander tanzten und feierten. Schon bald würde jeder seine eigenen Wege gehen und nichts würde mehr so sein wie es war. Das gehörte zwar zum Leben, doch stimmte es sie traurig. Sie wollte alleine sein mit sich und ihren Gedanken und so schlich sich Hermine aus der Halle, durchschritt das offene Portal und betrat die Ländereien, die in vollkommener Dunkelheit vor ihr lagen. Das Gras glitzerte feucht im spärlichen Mondlicht.
Hermine zog die Sandalen aus und lief barfuss zum dunklen See, dessen glatte Oberfläche den Mond widerspiegelte. Die Stille hüllte Hermine ein und sie spürte, wie die Traurigkeit langsam schwand.
Der Wind wehte und ließ Hermine frösteln, die in ihrem dünnen Kleid für einen nächtlichen Ausflug nicht angemessen gekleidet war. Die Sandalen plumpsten ins Gras, sie verschränkte ihre Arme von der Brust um sich ein wenig zu wärmen.
Plötzlich hatte sie das Gefühl nicht mehr alleine zu sein und sie wusste auch sofort, wer es war, der, genau wie sie, ebenfalls die Einsamkeit gesucht hatte.
Ganz leise trat Snape an sie heran, stellte sich hinter ihren Rücken. Beide standen dicht aneinander, ohne ein Wort zu wechseln, nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Ein neuer Schauer überzog Hermines Körper, diesmal allerdings nicht vor Kälte. Snape zog seinen Umhang aus und legte ihn ihr über die Schultern.
„Sonst heißt es noch, ich hätte dich mit Absicht dem Kältetod ausgesetzt", sagte Snape ohne eine Gefühlsregung in der Stimme.
„Danke", murmelte Hermine leise, kuschelte sich in den warmen Umhang, dem sein unverwechselbarer Geruch anhaftete.
In völliger Eintracht standen sie zusammen, ohne wieder das Katz und Maus Spiel aufleben zu lassen. Sie konnte seine Wärme durch den Umhang fühlen und obwohl sie sich nicht umgedreht hatte, spürte sie, wie nahe er bei ihr stand. Wie von selbst lehnte sie sich langsam zurück. Severus, der ihre Bewegung mehr gespürt, als gesehen hatte, schien wie festgenagelt zu sein. Er war zu keiner Regung fähig. Seine Hände vergrub er tief in die Hosentaschen um den Drang zu unterdrücken sie zu berühren und an sich zu ziehen.
Sie lehnte nun an seiner Brust und genoss die körperliche Nähe, sie fühlte sich unendlich geborgen und sicher, vergrub den Kopf in seiner Halsbeuge, und wappnete sich schon davor zurückgestoßen zu werden. Was jedoch nicht geschah. Severus legte sein Kinn auf ihren Kopf und starrte auf den See, ohne ihn wirklich wahr zu nehmen.
„Ich habe Angst vor der Zukunft", sagte Hermine ruhig und seufzte tief.
Snape erstarrte. Er hasste hochphilosophische Gespräche, doch er wollte sie nicht anherrschen. Irgendetwas in seinem Inneren hielt ihn davor zurück.
„Du brauchst keine Angst zu haben, du bist nicht alleine. Du hast Eltern die dich lieben, du hast Freunde, die jederzeit für dich da sind, du hast eine großartige Zukunft vor dir. Also nichts, vor dem du dich fürchten müsstest. Und falls du unsicher wegen deines Postens als Lehrerin bist, und du Hilfe brauchst, kannst du dich jederzeit an mich wenden", erwiderte er und strich ihr mit einer Hand über den Oberarm, zog sie jedoch schnell wieder zurück, als er spürte wie seidenweich ihre Haut war.
Langsam drehte sich Hermine um. Nie hätte sie damit gerechnet, solche Worte von ihm zu hören. Der Mond spiegelte sich in seinen schwarzen Augen, die nun forschend auf ihr Gesicht gerichtet waren.
„Wirst
du das Severus? Wirst du wirklich da sein?", fragte sie ihn leise
und er spürte, dass sich hinter
dieser Frage weit mehr verbarg, als es den Anschein hatte.
Bevor
er ihr antworten konnte, bückte sie sich, hob ihre Schuhe auf
und ging ohne ihm noch einmal einen Blick zu zuwerfen wieder hinauf
zum Schloss.
Severus starrte hinter ihr her, hin und her gerissen zwischen Ungläubigkeit über ihre Frage und Wut, weil sie ihn einfach so hatte stehen lassen. Schlecht gelaunt marschierte er auch er zurück ins Schloss und verfluchte Hermine als „verdammte Gryffindor Göre".
Keiner der Beiden hatte die dunkle Gestalt bemerkt, die im Schutz eines Baumes die ganze Szene mit wachsamen Augen beobachtet hatte.
