20.

Wie zur Salzsäule erstarrt blickte Hermine zu Snape, der sich jetzt langsam in seinen Sessel zurücklehnte und seinen bohrenden Blick weiter auf sie gerichtet hielt. Entsetzen kroch langsam in ihr hoch, ihre Augen weiteten sich und ihre Hand, die die Gabel hielt zitterte unkontrolliert. Wie konnte er nur so gemein sein? Hermine schluckte, senkte den Blick auf den Teller, und ließ die Gabel langsam sinken.

„Entschuldige, ich wollte dir nichts wegessen", wisperte sie leise und hatte den Blick starr auf ihre Hände im Schoß gerichtete.

Stille.

Das einzige Geräusch im Raum war das Prasseln des Kaminfeuers. Langsam wurde sie unruhig, rutschte nervös hin und her. Noch immer sprach er kein Wort.

„Darum geht es nicht", sagte Snape, legte die Fingerspitzen aneinander und starrte sie weiterhin wie ein lästiges Insekt an.

„Worum dann?", fragte Hermine und versuchte ihm in die Augen zu blicken, was sie all ihre Selbstbeherrschung kostete.

„Du befindest dich in meinen Räumen und bedienst dich hier, als wäre das selbstverständlich, was es nicht ist. Du bist mein Gast, also wäre ich dir zu Dank verpflichtet, wenn du mich fragen würdest, bevor du dich an meinen Dingen bedienst, wie es dir gerade passt."

„Ich habe es kapiert", antwortete Hermine matt, schaffte es aber weiterhin ihm in die Augen zu sehen, in denen sich die Flammen spiegelten.

„Gut, du wirst einen gewissen Druck aushalten müssen und ich wüsste nicht, warum ich dir also etwas vormachen sollte. Im Übrigen war das Essen für dich gedacht, da du nicht zu den Mahlzeiten erschienen bist, dachte ich mir, dass du hungrig bist. Also greif zu", erwiderte Snape und seine tiefe Stimme nahm wieder einen etwas sanfteren Ton an.

So richtig konnte sich Hermine nicht über die Tatsache freuen, dass das Essen doch für sie bestimmt war. Sein Kommentar hatte ihr den Appetit verdorben und so stocherte sie etwas befangen in ihrem Lachs herum, während er sich wieder seinem Spiel widmete ohne sie zu beachten. Doch sie wollte ihm nicht zeigen, wie sehr er sie aus dem Konzept gebracht hatte, und so zwang sie sich den Teller leer zu essen. Ein Hauself erschien und räumte den Tisch ab.

Gerade als Hermine beschloss aufzustehen und zu gehen, weil er sie immer noch nicht beachtete, stand er langsam auf und schritt auf das Bücherregal hinter Hermine zu. Als er an ihr vorbei ging konnte sie seine Wärme spüren und ohne es zu wollen machte sich Verlangen in ihr breit. Sie wollte wieder in seinen Armen liegen, ihn küssen und von ihm geliebt werden, doch sie hatte andere Pläne. Niemals würde sie sich alles vom ihm gefallen lassen und was er konnte, konnte sie schon lange.

Ein leises Plopp verriet ihr, dass Snape wohl ein Buch in eine Lücke schob und plötzlich stellten sich ihr alle Nackenhaare auf. Er stand hinter ihr, seine Hände strichen langsam und leicht wie eine Feder über ihre Schultern. Seine Fingerspitzen streichelten die empfindliche Haut in ihrem Nacken. Wie eine kleine Katze schnurrte Hermine unter seinen geschickten Fingern, die ihr eine Lustwelle nach der anderen über den Körper jagten. Seine Lippen strichen über ihren Hals, saugten sich leicht fest und seine Zungespitze berührte ihre weiche Haut. Wie sehr sie es genoss von ihm berührt zu werden.

„Stopp", rief sie sich selbst zur Ordnung. Wenn er so weiter machte, würde ihr Widerstand schmelzen und er hätte gewonnen.

Mühsam rappelte sie sich hoch und sagte: „Es ist besser ich gehe. Ich war den ganzen Tag in der Bibliothek und habe Kopfschmerzen. Ich wünsche dir eine gute Nacht." Und verschwand auf demselben Weg wie sie gekommen war, ohne noch einmal zurück zu blicken und somit den verblüfften Gesichtsausdruck von Snape verpasste.

Kaum hörte er die Tür zu schlagen musste er leise lachen. Dieses kleine Biest bot ihm wirklich die Stirn. Kopfschmerzen! Die älteste Ausrede der Welt. Aber eines musste man ihr lassen, sie hatte wirklich Mut und es gefiel ihm, dass sie sich nicht von ihm rumkommandieren ließ. Auf die Dauer wurde das einfach zu öde. So setzte er sich wieder ans Feuer und blickte nachdenklich in die Flammen.

Gelangweilt sah er sich in seinem Wohnzimmer um und sein Blick fiel auf die kleine Kommode mit den Weingläsern. Dort lag das Tagebuch. Schon lange hatte er nicht mehr darin gelesen. Es ging ihm besser und seine inneren Dämonen gönnten ihm eine Verschnaufpause, aber er war neugierig, wollte wissen, was Hermine getan hatte, nachdem sie den Horkrux gefunden hatten, wollte weiter in ihre facettenreiche Persönlichkeit vordringen.

Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Wir hatten den Kelch von Hufflepuff, doch würde es uns gelingen ihn auch zu zerstören? Sicher, wir hatten die Hinweise, die anscheinend Dumbledore vor seinem Tod für uns hinterlassen hat, aber unsere magischen Kräfte sind ein Witz im Vergleich zu denen von Dumbledore. Wir können niemanden um Unterstützung bitten. Keiner darf etwas wissen. Je mehr Gedanken ich mir darüber mache, desto schwerer spüre ich die Last der Verantwortung auf meinen Schultern. Was passiert wenn wir versagen? Werden wir verlieren? Gibt es dann wirklich keine Chance mehr uns alle zu retten? Ich denke nicht.

Ginny hat geschlafen wie ein Stein. Ich frage mich, wie man in dieser Situation überhaupt so ruhig schlafen kann.

Andererseits haben die Weasleys wirklich ein Gemüt, um das ich sie beneide. Bill und Fleur leben ungeniert ihre Liebe aus, albern, lachen und küssen sich bei jeder Gelegenheit. Ich habe Molly sagen hören, in Zeiten der Angst, würden die Menschen keine Zeit verlieren und sich schneller einander zuwenden. Ich denke sie hat Recht. Auch Ginny und Harry suchen immer Körperkontakt zueinander. Bei mir ist das anders. Der Gedanke berührt zu werden. Sei es von Molly, Ginny oder von einem der Jungs, wird mir anders. Ich kann richtig fühlen wie meine Nerven bis zum Zerreißen gespannt sind und falls mich jemand berührt, werden sie wohl endgültig reißen.

Heute werde ich versuchen die Zeremonie vorzubreiten, um den Horkrux zu vernichten. Das Haus ist so gut wie leer. Nur Bill und Remus sind hier, um uns und das Haus zu schützen. Der Rest ist in geheimer Mission für den Orden unterwegs. Ich vermute, Bill und Remus werden über die Werwölfe sprechen und somit abgelenkt sein.

Was die Zeremonie betrifft, werde ich nicht in dieses Buch schreiben. Die Gefahr ist zu groß, dass es gefunden werden könnte. Dieses Risiko darf und will ich nicht eingehen. Nicht umsonst ist diese Zeremonie, laut Dumbledores Notiz in keinem Buch zu finden und ich werde nichts verewigen, was nicht verewigt werden soll.

Alles ist nun vorbereitet. Wir warten nur noch auf eine günstige Gelegenheit und dann werden wir den Horkrux vernichten. Harry ist wild entschlossen und er sprüht regelrecht vor Energie. Ron hingegen ist ängstlich und leicht grün im Gesicht. Mir geht es zwar nicht anders, aber ich versuche, es mir nicht anmerken zu lassen. Wir schaffen das. Wir müssen einfach!

Oh Gott, es war furchtbar. Mit all unserer verzweifelten Kraft haben wir es geschafft den Seelenteil aus dem Kelch zu locken. Ich werde diese Bilder nie vergessen können. Sie haben sich in mein Gedächtnis gebrannt. Diese Schreie von gequälten Menschen, das kalte irre Lachen von Voldemort und seine schlichten Worte „Stirb du jämmerliches Nichts" hallen in meinen Ohren wieder. Wir wissen nicht, wer da gestorben ist, doch spielt das eine Rolle? Nein, tut es nicht. Ein Mensch ist unter Qualen gestorben. Ron hat sich übergeben müssen und ich war auch kurz davor, aber ich konnte mich zusammenreißen. Harrys Gesichtsausdruck zeigte Ekel und unverhüllte Wut blitze in seinen Augen auf. Der Gedanke, diese Prozedur noch öfters ertragen zu müssen, treibt mir die Tränen in die Augen. Nicht schwach werden Hermine. Du musst stark sein, für deine Familie, für deine Freunde, für die Menschen und für dich selbst. Nur eins zählt. Horkruxe vernichten und wir haben einen geschafft.

Mit einem kleinen Kloß im Hals überflog Snape noch einmal die letzten Zeilen. Er konnte sich vorstellen, wie schrecklich das für Hermine und ihre Freunde gewesen sein musste. Schließlich waren sie da noch Teenager gewesen. Sicher, er hatte schlimmeres erlebt, er hatte mit ansehen müssen, wie Menschen auf brutalste Weise getötet wurden, nur weil den Todessern langweilig geworden war, aber im Gegensatz zu Hermine war er gegen solche Dinge gewappnet. Es tat ihm schon fast leid, wie er sie zuvor behandelt hatte. Aber er konnte keine Rücksicht auf sie nehmen, um sie dann am Ende ins offene Messer laufen zu lassen. Wenn diese Affäre enden würde, würde sie es sich nicht so zu Herzen nehmen, wenn sie abgehärtet war, als wenn er es zu lies, dass sie sich hineinsteigerte. Oder sollte er ihr zeigen, dass er verstanden hatte? Das er sie nicht so herrisch behandeln konnte, wie er es heute getan hatte? Würde sie das verstehen und nicht in den falschen Hals bekommen und doch auf mehr hoffen? Konnte er dieses Risiko eingehen? Vielleicht half es ihm seine Gedanken in Worte zu fassen und niederzuschreiben.

Mit sich selbst sehr zufrieden lag Hermine im Bett und dachte nach. Sie hatte Severus eine Abfuhr erteilt, und sich dabei auch ins eigene Fleisch geschnitten. Wie gerne wäre sie in seinen Armen eingeschlafen, trotzdem war es richtig gewesen. Es ging einfach nicht in seinen Schädel. Statt einfach abzuwarten, wie sich ihre Beziehung entwickeln würde, versuchte er gleich wieder die Kontrolle an sich zu reißen und ihr immer wieder vor Augen zu führen, wie „egal" sie ihm war.

„Blöder Dickschädel", schimpfe Hermine und als Krummbein erschrocken maunzte schnauzte sie: „Und du bist auch ruhig, elendiger Verräter, lässt dich von Snape als Bote missbrauchen, soviel zu deiner Treue." Krummbeins Augen blitzen im Dunkeln beleidigt auf, der Kater hüpfte vom Bett und rollte sich wieder auf dem Fenstersims ein.

Der nächste Tag brach an und die vielen grauen Wolken am Himmel spiegelten Hermines Laune wieder. Leicht reizbar und wie Ron sagen würde, zickig. Um Snape aus dem Weg zu gehen frühstückte sie in ihrem Zimmer und begab sich danach sofort wieder in die Bibliothek. Zu ihrem Glück begegnete sie keiner Menschenseele, obwohl sie am liebsten ihre Wut an jemanden ausgelassen hätte. Sicher, außer Snape konnte niemand etwas für ihre Laune. In Gedanken ließ sie eine Schimpftirade nach der anderen auf ihn los.

„So ein bonierter, arroganter Schnösel. Denkt er kann mich zu sich bestellen wie es ihm gerade passt. Er hat wohl zuviel von seinen opiumhaltigen Tränken abgekriegt, das könnte ihm so passen! Wenn er ein Mäuschen sucht, dass ohne zu murren spurt, ist er bei mir an der falsche Adresse!" Schier endlos konnte sie auf ihn schimpfen, aber desto öfter sie an ihm dachte, desto stärker wurde ihre Sehnsucht nach ihm. Selbst ihre sonst so heiß geliebten Bücher konnten sie nicht wirklich ablenken.

Es war später Nachmittag als Hermine beschloss es für heute gut sein zu lassen und sich ein wenig die Beine vertreten wollte, als ein roter Teppichvorleger, in Form eines Katers auf sie zu schlich, ganz so, als wolle er ihre Laune ausloten.

„Komm ruhig her mein Süßer", lockte ihn Hermine und dachte sich: „Wenn du wieder der Bote dieses Pseudoslytherins bist, landest du im Kochtopf eines Chinesen."

Ganz langsam tapste der Kater auf sie zu, blieb einen Meter vor ihr stehen und blieb majestätisch sitzen. Resignierend ging Hermine auf ihr Wollknäuel zu, kraulte ihn hinter den Ohren und fragte sich was Krummbein wollte. Normalerweise streunte ihr Kater nachts durch die Gänge und blieb tagsüber in ihrem Zimmer, putzte sich oder ließ sich die Sonne auf das Fell scheinen. Es musste schon einen besonderen Grund geben, warum der sonst etwas scheue Kater tagsüber ihre Gesellschaft suchte und deswegen sogar ihre Räume verließ.

Misstrauisch beäugte sie den Hals des Katers und wurde auch tatsächlich fündig. Da war es wieder. Ein Halsband mit einer Nachricht. Sie warf ihrem treulosen Gefährten einen steinernen Blick zu und Krummbein war clever genug mit einem weiten, eleganten Satz das Weite zu suchen.

Gespannt, was sie diesmal erwartete, rollte sie die Pergamentrolle aus und las, die Stirn in Falten gelegt. Es war eine kurze Botschaft.

Ich habe verstanden.

Verblüfft ließ sie das Pergament sinken. Was war das? Entschuldigte er sich tatsächlich indirekt bei ihr? Hatte er wirklich verstanden, was sie mit ihrer gestrigen Aktion bewirken wollte? Das musste sie erst mal verdauen, denn damit hatte sie nicht gerechnet. Severus Snape hatte den ersten Schritt getan, das war glatt einen Eintrag im Kalender wert.

Immer noch leicht verwirrt schritt Hermine die Treppen herab, durchquerte die Eingangshalle, schlüpfte durch das Portal und lenkte ihre Schritte zum See, der für sie immer ein Platz der Ruhe und des Friedens war. Hier konnte sie nachdenken, sich zurückziehen. Unter der großen Eiche angekommen, bereitete sie ihren Umhang aus, setzte sich darauf und betrachtete ganz in Gedanken versunken das leichte Spiel der Wellen.

Hermine hatte nicht bemerkt, dass sie beobachtet worden war. Snape hatte gesehen wie sie Richtung See gegangen war und er konnte ungefähr erahnen, warum es sie dort hin zog. Normalerweise hätte er einen Teufel getan und sie so lange schmoren lassen, bis sie von selbst wieder auf ihn zu ging, er konnte nicht sagen warum er sich diesmal anders verhielt. Vielleicht lag es daran, weil er von Hermine mehr wusste, als von jeder anderen Frau, die vorher sein Bett geteilt hatte, weil er Dinge wusste, die weit über das normale Wissen, was man über seine Mitmenschen wusste, hinausging. Er sah ihren Mut, ihre innere Kraft und eine Behandlung, als wäre sie ein kleines unbedeutendes Nichts, war ihr gegenüber einfach nicht gerecht. Nicht, dass Snape ein Problem mit Ungerechtigkeit hatte, nein, er hatte vielmehr das Gefühl es ihr schuldig zu sein, und da er um ihren klugen Kopf wusste, ging er das Risiko ein, und machte den ersten Schritt auf sie zu, ohne sich dabei allzu große Sorgen zu machen, sie könnte mehr in diese Geste hinein interpretieren. Sicher, das ein oder andere Mal würde sie seine Attacken über sich ergehen lassen müssen, ein Severus Snape konnte nicht immer aus seiner Haut.

Er wandte sich wieder seinem Schreibtisch zu, der übersät war von Pergamentrollen und Notizen für neue Zaubertrankrezepte, und drängte Hermine ganz weit in den Hinterkopf. Sie würde schon zu ihm kommen, wenn sie bereit dazu war.

Es wurde dunkel und der leise Wind zerrte an Hermine Haaren. Die Glocke am Turm schlug achtmal und Hermine beschloss, dass es an der Zeit war sich Snape zu stellen. Entschlossen sich nicht unterkriegen zu lassen, ging sie zurück zum Schloss, klopfte sich bei den Eingangstreppen das Laub aus dem Umhang und betrat die Eingangshalle. Immer wieder schlug sie dieser Anblick in seinen Bann. Die hohe Decke, die flackernden Kerzen, das alte und sichere, was diese Mauern ausstrahlten, erwärmten jedes Mal ihr Herz und sie fühlte sich zuhause. Ein Gefühl der Ruhe durchströmte sie. Gerade als sie Richtung Kerker gehen wollte, trat Minerva in die Halle und ging geradewegs auf ihren Schützling zu.

„Miss Granger, einen Moment bitte", sagte sie, während sie ihre Schritte beschleunigte. Sie hatte beschlossen mit Hermine unter vier Augen zu sprechen, und wollte sich diese Gelegenheit nicht durch die Lappen gehen lassen.

„Was kann ich für Sie tun Professor McGonagall?", fragte Hermine höflich.

„Ich muss mit Ihnen sprechen, unter vier Augen", antwortete Minerva und ließ ihre Augen unruhig durch die Halle wandern, als erwartete sie aus einer finsteren Ecke einen Angriff.

„Worum geht es denn?" Hermine war leicht verwirrt. Was konnte ihre alte Mentorin von ihr wollen?

„Nicht hier, die Wände haben Ohren. Lassen Sie uns in mein Büro gehen", schlug McGonagall vor und schritt voran. Schulter zuckend folgte ihr Hermine und war gespannt, was denn so wichtig sein konnte. Sicher, ihr Umzug in neue Räume und die Zuteilung ihres neuen, eigenen Büros standen bald an, doch das war nicht so wichtig, als dass man es nicht hätte in der Halle klären können.

Im Büro angekommen, nahm McGonagall hinter ihrem Schreibtisch platz.

„Setzen Sie sich", forderte sie Hermine auf und deutete auf einen Stuhl vor ihrem Pult.

„Einen Ingwerkeks?", fragte sie und hielt einladend eine Schachtel Kekse in den Händen. Wenn Hermine sich nicht täuschte, versuchte ihre alte Hauslehrerin Zeit zu schinden, aber da es sie zu Snape zog, wollte sie die Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen.

„Professor, ich möchte nicht unhöflich sein, doch ich habe heute noch einige Dinge zu erledigen und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie auf Ihr Anliegen zu sprechen kommen würden."

„Sicher, sicher", murmelte Minerva.

„Nun, ich…ich möchte keinem Kollegen etwas unterstellen, aber…"

„Professor…"

„Ja, also ich möchte mit Ihnen über einen Kollegen sprechen."

„Ach ja?", fragte Hermine überrascht und ahnte bereits auf wen dieses Gespräch hinauslief.

„Es geht um Severus Snape", erwiderte Minerva und warf Hermine einen scharfen Blick über ihre Brillengläser zu.

„Severus Snape?", wiederholte Hermine tonlos. Wenn McGonagall von ihrer Affäre Wind bekommen hatte, Snape würde ihr den Hals umdrehen, dann war es vorbei, bevor es auch nur richtig angefangen hatte. Weiter konnte sie den Gedanken nicht führen, denn schon holte Minerva Luft und setzte zum Sprechen an.

TBC