Entschuldigt bitte das späte Update. Ich hatte ziemlich viel um die Ohren und war dann auch noch eine Woche im Urlaub in England. Wieder einmal :-) Da mein Wäscheberg ungeahnte Ausmaße hat, kann ich leider nicht auf eure Reviews eingehen. Beim nächsten Update wieder.

22.

Das Gefühl vom Blitz getroffen und ko gegangen zu sein, war ungefähr die treffenste Beschreibung für das, was gerade in Hermine vorging. Die Auswirkungen des Alkohols waren wie weggeblasen, ganz plötzlich war sie wieder klaren Verstandes und warf Severus einen Blick unter halbgesenkten Augenlidern zu. Sie versuchte abzuschätzen was in ihm vorgehen mochte, musste aber feststellen, dass sie aus seinem Blick und seinem Gesichtsausdruck nicht schlau wurde. Er war kalt wie ein Gletscher. Doch was tun bzw. sagen? Würde sie die Wahrheit sagen, würde er sie wahrscheinlich postwendend vor die Tür setzen, schließlich war Snape alles andere als dumm und hatte Augen im Kopf. Wie oft er wohl gesehen haben musste, wie Ron sie angeschmachtet hatte? Log sie, flog sie ebenfalls raus. War er wirklich eifersüchtig, oder ging es nur um Besitzansprüche? Wollte er deutlich sein Revier markieren, oder was sollte dieser Auftritt, der sie zugegebenermaßen etwas ängstigte, was wohl auch von ihm beabsichtigt war. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen, als ihr eine Idee kam.

„Antworte", forderte Snape mit unveränderter Stimme auf, lediglich seine trommelnden Finger auf der Armlehne ließen seine Ungeduld erkennen.

Langsam und bedächtig schritt Hermine auf ihn zu, ihre Augen waren fest auf sein Gesicht gerichtet. Misstrauisch beobachte Snape wie Hermine sich auf ihn zu bewegte. Was hatte sie vor?

Kurz vor ihm blieb sie stehen, stütze ihre Hände links und rechts auf den Armlehnen ab und beugte sich auf Augenhöhe hinunter. Ihre braunen Augen bohrten sich in seine, doch bevor Severus sie anfahren konnte sagte sie: „Sag mal, wie küsst du eigentlich am liebsten? Kurz?" Sie presste ihre Lippen für einen flüchtigen Moment auf seine, „oder lang und leidenschaftlich?" Ihr Blick wanderte zu seinen Lippen, wieder näherten sich ihre Lippen den seinen, sanft küsste sie ihn, schloss ihre Augen und strich mit der Zunge leicht über seine Unterlippe. Sie konnte spüren wie er sich versteifte und es schien, als wolle er sich ihr entziehen, als Hermine kurz entschlossen ihre Hand zu seinem Nacken wandern ließ und ihn festhielt. Ohne es zu wollen erwiderte Severus ihren Kuss, ihr Geruch, ihre warmen Lippen waren die reinste Verlockung, der er nicht lange widerstehen konnte. Zeit, um sie herunterzuputzen hatte er später immer noch. Ihre Zungen spielten miteinander, stupsten sich sanft an, um sich gleich darauf wieder zurückzuziehen. Mit einer schnellen Bewegung stand Severus auf, hob Hermine auf seine Arme und trug sie in sein Schlafzimmer, das ebenfalls nur spärlich durch ein Feuer im Kamin beleuchtet wurde. Ohne den Kuss zu unterbrechen legte er sie ab und ein ungesagter Zauber entledigte sie von ihren überflüssigen Kleidern. Wie von Fieber gepackte zog Hermine Severus zu sich hinunter aufs Bett, löste sich von seinen Lippen, küsste seinen Hals, biss ihm zärtlich ins Ohr und streichelte seinen Bauch. Ein leises Knurren war der Lohn ihrer Liebkosungen, ihre Hände zeichneten jede Narbe nach, die er im Laufe der langen Jahre als Spion davon getragen hatte. Plötzlich packte er sie an den Handgelenke, drehte sich mit ihr um, und kam auf ihr zum Liegen. Er platzierte ihre Hände über ihrem Kopf und hielt sie fest mit seiner Linken umfangen. Seine Zunge strich über ihr Schlüsselbein, seine Lippen küssten sich quälend langsam zu ihren Brüsten. Während er die Eine sanft knete und mit den Daumen über die harte Brustspitze strich, fuhr er bei der Anderen immer wieder mit der Zunge über die weiche zarte Haut, ohne die Brustwarze zu berühren. Gott, wie sehr Hermine sich danach sehnte, von ihm geliebt zu werden. Sie stöhnte leise, das Blut floss wie Lava durch ihre Adern. Endlich gewährte er ihr die Gnade, leckte federleicht über die Knospe, neckte sie und nahm sie schließlich in den Mund um leicht daran zu saugen und zu knabbern, ohne die Andere zu vernachlässigen, die er weiter mit seinem Daumen und Zeigefinger bearbeitete. Das Ziehen in Hermines Unterleib wurde unerträglich, sie wollte nur eins und das war die Erlösung. Ihre Sinne waren benebelt und jetzt stundenlang gefoltert zu werden war einfach zuviel. Sie wollte, dass er sie nahm, schnell und hart. Seine Lippen hatten sich von ihren Brüsten gelöst und küssten nun ihren seidig weichen Bauch.

„Severus bitte", hauchte sie verzweifelt.

Langsam sah Snape auf, die Leidenschaft in seinem Gesicht war unübersehbar, er wollte sie, genauso wie sie ihn wollte, doch so leicht würde er es ihr nicht machen.

„Ja?", raunte er leise und sein kühler Atem strich über ihre Haut.

„Bitte, ich…", stammelte Hermine, die sich einem Kollaps nahe fühlte.

„Sag es mir", antwortete Snape lüstern.

Ein Schauer durch rann ihren Körper und Hermine musste schlucken. Jetzt war kein Platz für falsche Bescheidenheit.

„Schlaf mit mir, ich will dich spüren, ich will, dass du mich nimmst, jetzt sofort", antwortete sie und presste ihren Körper an seinen.

„So so, willst du das? Und wenn ich nicht will?", sagte Severus und rieb sich leicht an ihr.

Gerade wollte Hermine den Mund öffnen, um etwas zu sagen, als er ohne Vorwarnung in sie eindrang. Statt Worte kamen aus ihrem Mund Laute der Lust. Automatisch machte sie ein Hohlkreuz um sich seinen Bewegungen besser anpassen zu können, Severus ließ ihre Hände los, küsste sie leidenschaftlich auf den Mund und beide lebten ihre Leidenschaft für einander aus, ohne sich zu zügeln oder etwas zu verbergen und endlich fanden sie die Erlösungen, die sie suchten.

Es war mitten in der Nacht, als Hermine mit einem schalen Geschmack im Mund erwachte und sich irritiert umblickte. Alles war dunkel um sie herum, das Feuer im Kamin war abgebrannt. Wo war sie? Der Kopf tat ihr höllisch weh und sie hatte das Gefühl von zehn Pferden überrannt worden zu sein. Vorsichtig ließ sie sich wieder in die Kissen sinken und da fiel es ihr wieder ein. Sie war bei Severus und schon fühlte sie sich sicher und geborgen. Ihre Kehle war staub trocken, ganz leise, um ihn nicht zu wecken ließ sie ihre Beine über die Bettkante baumeln und wollte gerade aufstehen um sich in der Küche etwas zum Trinken zu holen, als sich ein Arm um ihre Hüfte schlang und sie zurück ins Bett zog.

„Brummt dir etwa der Schädel und sag bloß du hast Durst", sagte Snape belustigt und ein klein wenig schadenfroh.

Hermine brummte lediglich vor sich hin.

„Das deute ich als Zustimmung", frohlockte Snape, und wickelte sich einer ihrer Haarsträhnen um den Finger.

Ganz leise hörte Hermine ihn einen Zauberspruch murmeln und er drückte ihr ein Glas Wasser in die Hand.

„Danke", hauchte sie und stürzte den Inhalt in drei Zügen hinunter. Das tut gut, augenblicklich ließ auch der stechende Schmerz in ihrem Kopf nach.

„Du hast mir immer noch nicht gesagt, wo du warst", sagte Snape beiläufig.

„Bei Rosmerta, ich habe Ron getroffen und wir haben über die alten Zeiten geredet. Was man eben so tut", erwiderte Hermine, drehte sich auf die Seite um die dunklen Konturen von Severus besser sehen zu können. Ihr Bein schlang sich um seine Mitte.

„So so, was man eben so tut", wiederholte Snape und Hermine brauchte ihn nicht zu sehen um zu wissen, dass eine seiner Augenbrauen in die Höhe geschossen war.

Doch sie war zu müde um zu streiten oder zu diskutieren, der Schlaf kroch ihr wieder in die Glieder und bevor ihr die Augen zu fielen, sagte sie leise, aber dennoch deutlich vernehmbar: „Ich will nur dich" und augenblicklich driftete sie in einen komatösen Schlaf.

Hatte er gerade richtig gehört? Hatte sie das wirklich gesagt? War sie schon so in ihrer Gefühlswelt gefangen? Panik machte sich in Snape breit. Er hatte es kommen sehen. Sie wollte mehr, als er ihr geben konnte. Stop!!! Hatte sie ihm nicht schon bewiesen, dass sie eben nicht so war, wie die anderen Frauen? Sie ließ ihm seinen Freiraum, sie bedrängte ihn nicht. Sollte er ihr morgen einen Korb geben oder einfach abwarten und zusehen was passierte? Der Gedanke, etwas nicht kontrollieren oder vorausahnen zu können machte ihn schier wahnsinnig, aber als sich Hermine vertrauensvoll an ihn kuschelte und ihr warmer Atem über seine Haut strich, warf er all seine Bedenken über Bord. Er fühlte sich wohl, er liebt es mit ihr zu streiten und im Bett harmonierten sie perfekt. Warum sollte es ihm nicht vergönnt sein, eine gewisse Zeit mit einer hübschen jungen Frau zu verbringen?! Mit diesem letzten Gedanken schlief Snape ein und auch in dieser Nacht blieben seine Dämonen draußen vor der Tür.

Zur selben Zeit schlief eine Person ganz und gar nicht und das war Ron. Stundenlang hatte er sich hin und her gewälzt. Es tat weh zu sehen, wie glücklich Hermine war und das ohne ihn, aber Rons Liebe war nicht egoistisch. Er gönnte ihr das Glück und solange niemand ihr weh tat, würde er ihr keinen Stein in den Weg legen. Aber musste es ausgerechnet Snape sein? Konnte sie keinen normalen jungen Kerl nehmen? Nein, es musste der komplizierteste Mensch in ganz England sein. Sollte er sie darauf ansprechen, oder war es klüger nichts zu tun? Allerdings konnte er sich vorstellen, wie sehr Hermine einen Gesprächspartner brauchte, aber ob sie ausgerechnet sich bei ihm ausweinen würde, war fraglich. Er hatte niemanden erzählt, dass er Hermine und Snape damals beim Abschlussball am See beobachtet hatte, Harry wäre wahrscheinlich auf Snape losgelassen, ungeachtet dessen, welches Verhältnis sie momentan zueinander hätten. Ginny hätte sich womöglich raus gehalten, aber Ron wollte ihre Privatsphäre nicht verletzen und hielt es für angemessener den Mund zu halten. Wenn sie reden wollte, würde sie es tun, wenn sie bereit war und nicht wenn man sie dazu zwang. Nach dem Endkampf war jeder erleichtert, wenn Hermine überhaupt ein Wort sprach und so wie er sie heute gesehen hatte, musste er widerwillig anerkennen wie gut es ihr wohl mittlerweile ging. Das Beste, so beschloss Ron, würde sein, wenn ich mal vernünftig mit ihr spreche, drehte sich um, und dann endlich schlief auch er ein, träumte von steppenden Spinnen und seiner Tante Muriel, die ihm einen ihrer alten Festumhänge schenkte.