Queen AFC: Vielen Dank für dein Review, das freut mich wirklich

Todesfee: Auch an dich vielen Dank. Ich hab extra versucht schnell zu schreiben.-g-


6. Kapitel – Harte Erkenntnis

Jacks Zustand änderte sich in den nächsten 2 Tagen drastisch.

Als er diesen Morgen aufwachte, fühlte er sich blendend. Selbstständig und ohne Hilfe war er aufgestanden und hatte die Vorhänge des Fensters zurück gezogen. Gut gelaunt hatte er es geöffnet, sich aus dem Fenster gelehnt und die frische Luft eingeatmet.

Genau das war es was ihm plötzlich seinen kämpferischen Geist zurück gab. Jetzt fühlte er sich in der Lage raus zu gehen und sich den Gerüchten zu stellen.

Er wollte sich streiten, völlig egal mit wem oder aus welchem Grund, er wollte nur sehen ob er es wieder so gut konnte wie früher.

Noch vor zwei Tagen hatte er gedacht er wäre seinem Ende näher denn je und er würde die Pearl niemals wieder sehen, aber jetzt wusste er: Es ging weiter!

Ihm ging es gut. Er war bestens gelaunt, seine Wunde ziepte nur noch ein wenig und er fühlte sich wieder fit.

Er würde die Pearl wiederfinden, denn niemand konnte sie und ihn trennen. Zwischen ihnen gab es eine Verbindung die man nirgendwo anders finden würde.

Wenn er die Pearl nicht fand, würde sie ihn finden... oder sie würden gemeinsam sterben. Aber das war die Variante über die Jack jetzt gar nicht mehr nachdachte. Vor zwei Tagen hatte er genug für sein ganzes Leben darüber nachgedacht! Es war an der Zeit dort einen Schlussstrich zu ziehen.

Daran würde er nie wieder denken!

Jack drehte sich um als er an der Tür ein Klopfen hörte und kurz darauf der Commodore eintrat.

Einen Augenblick lang starrte er Jack überrascht an, dann blickte er ihn nur noch wütend an.

„Euch geht es wohl wieder gut, Mr. Sparrow" bemerkte er und wich Jacks Blicken aus.

Jack fragte sich ob er wohl sauer auf ihn war, seit zwei Tagen hatten sie nicht mehr wirklich miteinander gesprochen, denn Norrington hatte meistens einen seiner Männer geschickt um ihm Essen zu bringen.

„Captain!" grinste Jack nur und setzte sich aufs Bett. Norrington blieb regungslos an der Tür stehen.

„Bitte was!"

„Captain Sparrow, ich bestehe auf den Titel!"

Einen Augenblick lang herrschte vollkommene Stille, dann begann der Commodore plötzlich zu lachen. Es war kein ehrliches Lachen, fand Jack, wie jemand der die Situation lustig fand. Es war eher ein süffisantes Lachen, das einem auslachen schon sehr Nahe kommt.

Jack legte seinen Kopf schräg und blinzelte den Commodore an.

„Was gibt es zu lachen!"

Norrington wischte sich die Tränen aus den Augen und seufzte schwer.

„Es ist wirklich komisch. Ihr besteht auf einen Titel, den Ihr gar nicht besitzt, da Ihr gar kein Schiff habt von dem Ihr Captain sein könnt, geschweige denn eine Mannschaft!"

Jack lächelte als der Commodore ihn ansah.

„Im Grunde genommen habe ich das schon, nur ist es momentan..." er überlegte kurz und hielt sich nachdenklich die Hand an den Lippen „sagen wir mal..." strahlend holte er aus als ihm das passende Wort einfiel „Im Urlaub! Das isses!"

James Norrington runzelte die Stirn, heute war nicht sein bester Tag. Die Tatsache das es dem Piraten heute wieder sehr gut ging, ärgerte ihn. Es machte ihn wütender als alles andere und er wusste nicht warum. Er wusste nur das es nicht daran lag das er ihn nicht leiden konnte. Irritiert zog er die Stirn kraus und sah Jack fragend an.

Er hatte direkt seine Veränderung bemerkt, in den letzten Tagen war er mehr eine schlechtgelaunte Zicke als ein Pirat gewesen. Er war verwundet gewesen, hatte Schmerzen und die Gerüchte um ihn, hatten ihn geärgert.

Aber jetzt war das alles wie weggewischt. Als wäre all das nie passiert.

Plötzlich hatte er wieder Mut und man sah ihm keine Angst, vor der Ungewissheit die vor ihm lag, an.

Genau das war es was dem Commodore so zu schaffen machte, in den letzten Tagen war der Pirat zwar schlecht gelaunt gewesen, aber er hatte mit ihm reden können. Er war zu einem ernsthaften Gesprächspartner geworden.

Jetzt war er wieder der Jack von früher, mit dem man absolut nichts anfangen konnte, außer ihn an den Galgen zu bringen.

„Nagut, die Black Pearl ist also im Urlaub.." begann James „Was gedenkt Ihr also zu tun?"

Jack grinste ihn kurz an und sah dann aus dem Fenster.

„Ich werde sie natürlich suchen!"

Wieder musste James lachen und Jack sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

„Wann wollt Ihr losziehen?" fragte James, noch immer lachend.

„Jetzt!" meinte Jack mit nachdruck in der Stimme. Er verstand gar nicht was es da schon wieder zu lachen gab.

Doch plötzlich wurde James wieder ernst und sah Jack böse an.

„Ausgeschlossen!" sagte er und drückte Jack aufs Bett „Ihr glaubt doch nicht im Ernst das ich Euch einfach so gehen lasse!"

Nein, das hatte jack nicht geglaubt und jetzt viel ihm wieder ein das er eine Kleinigkeit vergessen hatte.

Er war sich sicher die Pearl wiederzubekommen, aber er hatte vergessen zu überlegen wie er hier rauskommen würde. Draußen vor der Tür waren dutzende von Wachen und so gutgläubig war der Commodore auch nicht, ihn mal alleine draußen spazieren zu lassen.

Zwar fühlte er sich wieder fit, aber er hatte noch lange nicht seine ganze Kraft zurück um es mit den Wachen aufzunehmen.

Jack nickte nachdenklich und blickte den Commodore an.

„Natürlich, was wird dann mit mir geschehen?"

„Ihr werdet Euren Freund den Galgen wiedersehen. So leid es mir auch tut, aber als Commodore bin ich schließlich an gewisse Vorschriften gebunden. Aber vielleicht schafft Ihr ja wieder eine Flucht?"

Jack grinste als der Commodore ausgesprochen hatte.

„Wir werden sehen!" meinte er und drehte sich im Bett auf die Seite um dem Commodore anzudeuten das dass Gespräch nun beendet war und er seine Ruhe haben wollte.

Er hörte wie der Commodore aufstand und zur Tür ging. Dort hielt er noch einmal inne und schien nachzudenken.

„Sobald Ihr wieder vollkommen gesund seid, werde ich Euch einen kleinen Vorsprung einräumen!"

Jack setzte sich überrascht im Bett auf und starrte ihn an. Der Commodore erwiderte seinen Blick mit ernster Miene.

Er meinte es wirklich ernst..

Jack war wie vor den Kopf gestoßen. Commodore James Norrington wollte ihm eine Chance geben!

„Das... ist wirklich... nett!" rief Jack verblüfft und der Commodore grinste plötzlich.

„Natürlich ist es nett!" mit den Worten drehte er sich um und ging aus der Tür, doch bevor er sie schloss warf er noch „Ihr habt genau 3 Sekunde Vorsprung!" ein.

Jack schnaubte verärgert.

Wie dumm er doch war auf so was reinzufallen. Man müsste doch meinen, inzwichen würde er den Commodore kennen.

Aber nein, er ließ sich von ihm auch noch zum Narren halten.

3 Sekunden, was sollte er denn mit 3 Sekunden anfangen, wo doch draußen eine ganze Horde von Wachen stand.

In drei Sekunden hätte er vielleicht gerade mal diesen Raum durchquert, aber mehr auch nicht.

Jack war mehr als nur verärgert, in den letzten Tagen, hatte sich eigentlich seine Abneigung gegenüber dem Commodore etwas gelegt. Und manchmal dachte er sogar er würde etwas wie sympathie für ihn entwickeln. Aber jetzt war da nur noch blanker Hass.

Ein Pirat würde sich niemals mit einem ehrenwerten Bürger verstehen können. Sie waren viel zu unterschiedlich.

Und wenn es auch noch ein Commodore war, konnte er es gleich vergessen.

Alles Leute die das Gesetz achteten und dafür sogar ihre eigene Mutter an den Pranger stellten.

„Elendes Pack!" murrte er und ließ sich wieder auf das Bett fallen.

James Norrington hatte sich derweil in der Küche niedergelassen und gönnte sich als erstes eine heiße Tasse Kaffee.

Er hatte gemerkt wie sehr Jack erstaunt war als er ihm einen Vorsprung versprochen hatte. Er fand drei Sekunden völlig angemessen, schließlich hatte er einen Job zu verlieren oder ihm drohte selbst der Galgen, wenn er Jack wieder entkommen ließ.

Drei Sekunden waren mehr als fair.

Schließlich war Jack selbst so dumm gewesen, sich noch einmal in Port Royal blicken zu lassen. Wäre er geblieben wo der Pfeffer wächst, hätte er auch eventuell eine höhere Lebenserwartung gehabt.

James musste zugeben, dass es ihn vorhin einen leichten Stich ins Herz versetzt hatte, als Jack ihm eröffnet hatte er würde gehen.

Eigentlich sollte es ihm ja egal sein, aber im Bezug auf den Galgen, hatte Jack einfach noch zu viel Hoffnung in sich. Und zu sehen das all diese Hoffnung eigentlich sinnlos war, schmerzte ihn schon.

Seufzend schüttelte er den Kopf.

Nein, das war Unsinn was er da dachte. Nun war es auch noch soweit gekommen, das er sich selbst etwas vorschwindelte.

Er wollte Jack einfach nicht gehen lassen, weder an den Galgen noch sonst wohin. Ihm war es am liebsten wenn er für immer dort in dem Zimmer bleiben würde.

James gestand es sich nur ungern zu, aber der Pirat hatte tatsächlich einen Platz in seinem Herzen bekommen.

Es war keine Absicht gewesen, aber er konnte auch nichts dagegen tun.

Jack gab ihm einfach das Gefühl tun und lassen zu können was man wollte. Das war einfach sehr aufbauend wenn man sich sonst immer an alles halten musste, ob es einem gefiel oder nicht.

Natürlich hatte er immer noch eine Abneigung gegen Piraten. Schließlich war es unverantwortlich andere Menschen auszurauben, zu bedrohen oder gar zu töten. Aber die Tatsache sich nicht an alles halten zu müssen gefiel ihm.

Und andererseits, als Commodore nahm er sich auch einfach das Recht andere Menschen zu töten, sei es im Krieg, oder in einer Situation wie Jacks mit dem Galgen.

Vielleicht war es ja das selbe.

James haute wütend mit der Faust auf den Tisch.

Es war nicht das selbe!

Er hatte den Piraten ganz einfach nur verdammt gern und fand einfach nicht raus warum.