Vielen Dank für eure Reviews. Ich hab leider nciht viel Zeit um auf alle einzugehen, aber ich wollte euch dennoch nicht das neue Kapitel vorenthalten!
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Kapitel 7 – The Lion sleeps tonight
Jack lag gelangweilt im Bett und starrte missmutig an die Decke. Er hatte die ganze Nacht keinen Schlaf gefunden, die verrücktesten Ideen waren ihm gekommen, aber es war nichts vernünftiges dabei gewesen.
Jack fluchte innerlich.
Er war doch bisher überall lebend rausgekommen, wieso ging das jetzt nicht?
Vielleicht weil ich dieses mal im Hauptquartier meiner Feinde sitze.. dachte er trocken und schnaubte.
Er wollte ganz sicher nicht aufgeben, schließlich tat er das nie. Aber diesmal sah es wirklich aussichtslos aus.
Er musste eine Schwäche des Commodores finden, schließlich konnte nur er bestimmen ob er hier rauskam oder nicht.
Jack dachte angestrengt nach, was bedeutete dem Commodore etwas, und wie sollte er daran kommen.
Er seufzte verzweifelt, er fand einfach nichts.
Wenn er nur irgendwie sich hier rausschleichen könnte, aber das war unmöglich, die Tür war immer abgeschlossen.
Es gab nur ein Fenster durch welches er Luft schnappen konnte.
Aufgeregt sprang Jack auf und ging zum Fenster.
Wenn er irgendwie ein Seil beschaffen könnte, könnte er sich aus dem Fenster abseilen, er bräuchte nur ein verdammt langes Seil, schließlich war das Fenster ziemlich hoch.
Wenn er so schätzte würden es vielleicht fünfzig Meter tief sein.. so grob über den Daumen gepeilt. Vielleicht auch mehr.
Jacks Augenmaß war tatsächlich nicht das beste, schließlich meinte er beim Galgen auch immer das er lang genug wäre um mit den Füßen wieder den Boden zu erreichen... aber ich habe ja auch immer wieder den Boden erreicht! Seine Laune besserte sich schlagartig.
Jack nahm entschlossen sein Bettlaken und knotete es am Bettpfosten fest, wobei er die andere Seite des Lakens aus dem Fenster hing. Es war tatsächlich ziemlich kurz...
Unten war zum Glück keine Wache zu sehen.
„Gut, aber nicht lange und wehe es fällt nur ein Wort darüber!"
„Nein natürlich nicht!"
Jack hätte beinahe laut aufgeschrieen als er Stimmen hörte. Blitzschnell schloss er das Fenster und stellte sich vor den Bettpfosten damit vom Laken nichts zu sehen war.
Tatsächlich nur eine Sekunde später klopfte es an der Tür.
„Herein!" trällerte Jack und ohrfeigte sich innerlich sofort, das war eine Spur zu freundlich wie er an der gerunzelten Stirn des Commodores erkannte welcher nun in der Tür erschien.
„Glänzende Laune wie ich sehe!" Jack zwang sich zu einem Grinsen „Ihr habt Besuch, Mr. Sparrow!"
Jack nahm seine Worte gar nicht war, als er aus der Tür verschwand um jemanden zu holen, er war vollauf damit beschäftigt mit sich selbst zu schimpfen.
Was sollte das jetzt auf einmal, er konnte doch sonst immer so gut schauspielern!
Jack klappte die Kinnlade runter als er eine Frau mit schwarzen Haaren und rehbraunen Augen in sein Zimmer eintreten sah.
Träumte er etwa wieder?
„Hi Jack!" lächelte sie.
Jacks Hals wurde plötzlich trocken.
„Kathryn" krächzte er.
„Du kennst mich also noch" strahlte sie, schloss die Tür und kam rüber zu ihm.
„Der Commodore war so nett, mich zu dir reinzulassen. Er wartet draußen"
Jack konnte momentan keinen klaren Gedanken fassen. Kathryn war tatsächlich da.
Die Frau die... all diese Gerüchte über ihn in die Welt gesetzt hatte.
Urplötzlich stieg Wut in ihm hoch und er sah sie böse an.
„Was willst du hier!" fauchte er.
Sie lächelte wieder und setzte sich aufs Bett. Jack rührte sich nicht, sondern blieb am Bettpfosten stehen.
„Sei doch nicht so unfreundlich, ich wollte nur mit dir reden!"
„Unfreundlich!" sagte Jack laut „Hab ich dazu nicht jeden Grund, du hast schließlich diese Gerüchte über mich verbreitet!"
Kathryn zuckte unbeeindruckt mit den Schultern, was Jack noch wütender machte.
„Du musst mich verstehen..."
„Ja sicher!" rief Jack sarkastisch.
„... ich hatte mich auf unsere Hochzeit gefreut, und du lässt mich einfach sitzen, Jack! Ich war wütend und enttäuscht."
Jack ließ sich ihre Worte ein paar Mal im Kopf rum gehen.
Gut, vielleicht war das nicht ganz fair... überlegte er.
Tatsächlich hätte er das irgendwie anders regeln können als sie einfach auf der Hochzeit sitzen zu lassen.
Aber sie wusste doch das er kein Mann zum heiraten war!
Vielleicht auch nicht...
Immerhin hatte er ja den Antrag gemacht, da konnte man durchaus meinen, dass wäre ernst gemeint.
„Gut ich hab es verdient!" seufzte Jack und gab sich damit geschlagen. Er wollte jetzt ohnehin nicht darüber reden.
„Ja hast du!" bestätigte Kathryn ihm noch einmal und sah ihn an.
Jack zuckte mit den Schultern, unschlüssig was er jetzt sagen sollte.
„Was willst du hier?" fragte er schließlich.
Kathryn nahm seine Hand und zog ihn zu sich aufs Bett. Zärtlich strich sie die Konturen seines Gesichtes nach.
Das war es was ihn immer verrückt gemacht hatte vor Lust, aber diesmal war es anders. Er fühlte nichts, nicht das kleinste Verlangen war zu spüren.
Es war einfach weg.
Irritiert schob er ihre Hand weg und drehte sich ein wenig von ihr weg.
An der Liebe zu ihre konnte es nicht liegen, das dieses Gefühl weg war. Schließlich war bei ihm nie wirklich Liebe vorhanden gewesen.
Sein Gefühl ihr gegenüber war nur pure Lust, konnte das einfach so verschwinden?
„Was hast du?" flüsterte sie und nahm seine Hand in ihre.
Jack schüttelte den Kopf und zog seine Hand wieder weg.
„Ich möchte das nicht!" sagte er ernst und sie sah ihn verwundert an. Jack war selbst überrascht, waren diese Worte tatsächlich aus seinem Mund gekommen?
Der Pirat, der niemals eine Frau stehen ließ, wollte nicht!
Würde seine Crew ihn so sehen, würden sie ihn für krank erklären.
Das war unmöglich, so unmöglich das er es selbst nicht fassen konnte. Seine Gedanken wanderten zum Commodore, wusste er was er hier tat?
Wusste er warum Kathryn zu ihm wollte und hatte es zugelassen!
Einen kurzen Moment lang spürte er so etwas wie Empörung in sich, doch dann verschwand es wieder.
Was hatte denn der Commodore damit zu tun!
„Jack," fragte sie vorsichtig und versuchte einen Blick in seine Augen zu erhaschen. „Jack, ich wollte eigentlich fragen... ob du mich nicht doch noch heiraten willst?"
Jack sah sie ungläubig an.
Nach allem was passiert war, wollte sie es noch einmal versuchen!
„Kathryn, ist dir nicht klar geworden was ich für ein Mensch bin?" rief er verwirrt und blickte in ihre fragenden Augen.
„Ich bin kein Mann zum heiraten. Ich hasse Hochzeiten, das macht alles so endgültig. So was möchte ich nicht!"
Kathryn schluckte hörbar und wandte ihren Blick ab. „Verstehe.."
Jack fühlte sich ein wenig wie das Kaninchen vor der Schlange. Er hatte absolut keine Ahnung was er jetzt sagen sollte.
Diese Gefühlssache lag ihm einfach nicht. Er fühlte nicht das geringste was sie betraf.
Er hatte viel zu viele Gefühle.
Da war Trauer, wegen der Pearl, etwas nagendes, weil er hier raus musste, Vorfreude, weil er wieder aufs Meer wollte und ein paar ziemlich undefinierbare Gefühle, die er im Leben noch nicht hatte und aus diesem Grund nicht deuten konnte.
„Ich dachte ja nur weil... weil du ja bald an den Galgen kommst. Ich meine du möchtest doch bestimmt das die Pearl in Sicherheit ist.."
Jack keuchte entsetzt auf.
Hatte er sich da etwa verhört! Sie rechnete schon fest mit seinem Tod und hatte schon alles geplant?
„Die Pearl..." krächzte er noch immer überwältigt von dem was sie gesagt hatte.
So langsam ging ihm ein Licht auf. Sie war hier weil es im Falle seines Todes etwas zu erben gab.
„Ja, also weißt du, falls dir das lieb ist würde ich dir auch einen Nachfolger schenken... Sogar einen der von dir ist!"
Kathryn strahlte vor Glück, während Jack eine ganze Weile lang nichts sagte.
„Du spinnst," meinte er schließlich und Kathryn warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „dein Plan ist eigentlich ganz gut durchdacht, aber trotzdem hat er ein paar kleine Fehler. Die Pearl ist nicht da und ich habe nicht vor zu sterben, klar soweit!"
Wütend stand Kathryn auf.
„Natürlich ist die Pearl da, sie ist vor zwei Stunden im Hafen eingelaufen. Und ich bin mir ganz sicher das du an den Galgen kommst!"
In Jack Ohren klingelte etwas, den letzten Teil ihres Satzes hörte er gar nicht mehr.
Die Pearl war da!
Heute war bis auf wenige Ausnahmen anscheinend sein Glückstag.
„Sie ist wieder da?" rief Jack glücklich und Kathryn verdrehte die Augen.
„Ja ist sie. Jetzt lass uns über was anderes reden, ich muss gleich gehen."
Doch Jack hörte ihr nicht zu. Seine Gedanken kreisten ganz allein um seine Pearl. In seinem Magen breitete sich auf einmal ein großes Glücksgefühl aus.
„Hallo?" machte Kathryn „Ich gehe jetzt, okay?"
Wieder kam keine Antwort von Jack und Kathryn öffnete genervt die Tür um zu gehen.
Im aller letzen Moment griff Jack ihre Hand, zog Kathryn an sich ran und küsste sie.
Draußen vor der Tür, war James aufgestanden, da die Tür sich geöffnet hatte. Er wartete neben der Tür das die Frau rauskam, doch es kam nichts, die Tür stand einfach nur offen.
Irritiert drehte er sich um, um nach dem Rechten zu sehen.
Der Anblick verpasste ihm einen harten Tritt in die Magengrube.
Jack küsste sie leidenschaftlich...
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