Kapitel 10 - Aussprache

Ich möchte nicht ohne dich gehen, James" hauchte er und James bekam eine Gänsehaut. Das war das erste Mal das Jack ihn beim Vornamen nannte. Wieder blickte er ihm erst in die Augen und beugte sich dann wieder vor, diesmal zu seinen Lippen.

Sanft und fordernd trafen ihre Lippen aufeinander und zum ersten Mal ließ James sich völlig fallen.

James kam es wie eine Ewigkeit vor bis seine Lippen sich von denen des Piraten lösten... Piraten?

Da war doch was...

Oh mein Gott!!! Er hatte einen Piraten geküsst! Einen Gesetzesbrecher, einen Feind, genauer gesagt seinen Feind!

Dafür konnte er selbst an den Henker kommen!

James blickte seinem gegenüber an, welcher schadenfroh grinste.

„Bist du jetzt so erschrocken, weil du dir das schon immer gewünscht hast, oder weil ich es war der dich geküsst hat?" fragte er sanft und hatte dabei einen Gesichtsausdruck an sich, bei dem sich James zwingen musste ihm nicht gleich um den Hals zu fallen.

„Eigentlich..." begann er, würde jedoch von Jack unterbrochen, der anscheinend gar keine Antwort hören wollte.

„Vielmehr ist es wohl die Tatsache das dir klar wurde, das ich dein Feind bin. Was wiederum bedeutet, dass ich an den Henker komme und du wahrscheinlich mit. Das zeigt uns wieder das der nette Commodore die Regeln gebrochen hat und sich vielleicht mit einem Piraten einlässt, welcher bestimmt drei Mal die Krone verraten hat und dazu noch ein paar andere nicht nennenswerte Dinge getan hat. Demnach..."

„Jack, halt den Mund!" rief James schließlich genervt und Jack sah ihn mit noch immer offenen Mund an.

Wenn James eines wirklich hasste, dann waren es Jacks vollkommen sinnlose Reden, die er mit wilder Hand und Fuß – Gestik verstärkte und einfach kein Ende fand.

„Was machen wir denn jetzt?!" rief James verzweifelt und der Pirat verdrehte die Augen.

„Das wollte ich gerade fragen, aber du lässt mich ja nicht ausreden!"

Der Commodore winkte kopfschüttelnd ab und ließ sich seufzend auf dem Bett nieder, während Jack sich wahllos ein Brötchen vom Tablett auf dem Nachttisch nahm und reinbiss.

„Eigentlich wäre mein Problem gelöst, wenn ich dich einfach der East India Trading Company übergebe und die dich hängen," meinte er ruhig und Jack hielt in seiner Bewegung inne „doch seltsamerweise, möchte ich das nicht mehr!"

Der Pirat lächelte übertrieben und stopfte sich anschließend ein Stück Brötchen in den Mund. Er fühlte sich so fit wie nie.

Einige Minuten lang herrschte schweigen welches nur von Jacks Schmatzen durchbrochen wurde.

Der Commodore überlegte fieberhaft, so oder so kam er aus dieser Sache nicht heil raus. Er konnte ihn nicht einfach übergeben und ihm seinen Schicksal überlassen, dazu hatte er ihn wirklich zu gerne.

Aber was sollte er tun?

Niemals wäre es ihm gestattet den Piraten einfach laufen zu lassen, dann würde man ihn selbst hängen und das war nun auch nicht ganz der Sinn der Sache.

Es war einfach aussichtslos. Ein Commodore durfte einfach nicht gemeinsame Sache mit einem Piraten machen!

„Sag mal," meinte James nach kurzer Zeit und Jack blickte ihn fragend an „Hast du das eben eigentlich nur gemacht damit ich dich laufen lasse, oder war das Ernst?"

Mit einer weitausholenden Geste legte Jack sein Brötchen beiseite und setzte sich schließlich neben den Commodore aufs Bett.

„Meinst du wirklich ich würde dir einfach irgendwas erzählen?! Du hast mir mein Leben gerettet James und in letzter Zeit hab ich dich von einer Seite kennen gelernt die mir eigentlich ganz gut gefällt. Ich möchte wirklich nicht ohne dich gehen, auch wenn ich eine realistische Chance hätte!"

James lächelte kurz, dann blickte er nachdenklich zum Fenster. Es gab einfach so vieles das gegen Jacks Worte sprach.

„Und trotzdem wolltest du flüchten!" flüsterte er und Jack zuckte mit den Schultern.

„Na ja, du wolltest mich hängen!"

„Du hast hier ja auch mit diesem Weibsbild..." James unterbrach sich selbst mit einem Kopfschütteln. Das sollte er besser nicht sagen.

„Was hab ich?!"

„Du weißt schon..."

Der Pirat sah ihn forsch an, stand auf und stellte sich vor ihn hin, so dass James keine andere Wahl hatte als ihn anzusehen.

„Aye. Ich habe sie geküsst, das weiß ich und was habe ich noch gemacht?"

James zuckte ratlos mit den Schultern, warum konnte er das Thema nicht einfach ruhen lassen. Eigentlich wollte er doch gar nichts davon wissen.

Nervös schwieg er. Es wäre besser jetzt überhaupt nichts mehr zu sagen.

Fassungslos schüttelte Jack den Kopf, so dass seine langen zotteligen Haare hin und her schwangen.

„Kann es sein das du dir irgendetwas in den Kopf gesetzt hast und mich nur aus Eifersucht hängen lassen wolltest?"

James zuckte ganz leicht mit den Schultern. Jack hatte ja so was von Recht.

„Kann sein..." murmelte er kleinlaut und wartete schon auf den großen Knall von Jack. Aber dieser blieb aus.

„Das ist..." begann Jack und suchte nach den richtigen Worten „irgendwie süß!"

Überrascht blickte James auf.

Sollte das etwa ein Scherz sein?

James hätte ihn ohne weiteres hängen lassen und er war ihm überhaupt nicht böse. Nahmen Piraten das etwa nicht so Ernst?

„Findest du das denn nicht schlimm?" fragte er irritiert und Jack lächelte kurz, drehte sich um und schaute aus dem Fenster.

„Nein eigentlich nicht," meinte er leise „Jetzt wo ich den Grund weiß kann ich es verstehen. Vielleicht hätte ich es nicht anders gemacht..."

Es war unmöglich diese Person zu verstehen.

Hätte Jack das mit ihm gemacht wäre er garantiert ausgeflippt.

„Aber noch mal auf das ursprüngliche Thema zurück," meinte er plötzlich und drehte sich wieder um „Was machen wir jetzt? Hast du einen Plan?"

Da war es wieder.

Das unausweichliche Problem.

Was konnte er tun um weder sich noch Jack zu gefährden. Irgendwie musste es doch Möglich sein, dass sie beide überlebten.

„Na ja. Wenn du kein Pirat wärst, wäre es einfacher. Wir würden uns irgendwo ein Haus holen und wären glücklich bis ans Ende unserer Tage!"

Jack blickte ihn irritiert an.

„Und die Abenteuer?"

„Welche Abenteuer?"

Jacks Gesicht bildete ein einziges Fragezeichen und er runzelte nachdenklich die Stirn.

„Du glaubst doch nicht wirklich das ich bis ans Ende meiner Tage in ein und der selben Hütte wohne. Ich will aufs Meer, ich will auf die Pearl und ich will Abenteuer und natürlich Rum!" rief er aus und James sah leicht entsetzt aus „Deshalb wollte ich mit dem Plan eher etwas wissen das mir sagt wie wir beide zur Pearl gelangen und ungesehen davon segeln können!"

Erschrocken hatte James die Augen weit aufgerissen und starrte seinen gegenüber an. Das konnte unmöglich sein Ernst sein!

„Du erwartest doch nicht das ich mit dir auf die Pearl komme und andere Leute ausbeute?!"

Jack lehnte sich entspannt gegen die Fensterbank und zuckte mit den Schultern.

„Das ist die einzige Möglichkeit! Ich weiß das du durchaus das Zeug zum Pirat hättest und ich will wirklich nicht ohne dich gehen!"

Nein, das ging zu weit. Niemals würde James zum Piraten werden. Das war wirklich zu viel. Vielleicht hatte er das Zeug dazu, aber den Mumm besaß er nicht.

Sein Leben lang hatte er das Gesetz geachtet und auch niemals einen Zeh darüber gestreckt und jetzt sollte er all das aufgeben?!

Keine Chance!

So gerne er den Piraten auch hatte, aber das würde er nicht tun.

James schüttelte heftig den Kopf und stand auf.

„Nein. Alles, Jack, aber das mache ich garantiert nicht. Ich werde nicht zum Piraten. Nicht in diesem Leben und auch nicht im nächsten!"

Seltsamerweise nahm Jack ihm das wohl überhaupt nicht übel. Er lächelte nur und nickte kurz.

„Das dachte ich mir fast!"

Immer noch mit einem Lächeln im Gesicht trat er einen Schritt auf ihn zu und nahm dem Commodore kurzerhand die Perücke vom Kopf.

„Ich wollte schon immer mal wissen wie du ohne das blöde Teil aussiehst!" grinste er und fuhr ihm liebevoll durch die kurzen hellbraunen Haare.

James hatte keine Einwände dagegen, im Gegenteil, es bereitete ihm eine Gänsehaut, als er Jacks Atem so dicht vor sich spürte.

„Irgendwie schaffen wir das schon..." sagte Jack sanft und küsste ihn noch einmal.

Irgendwie schaffen wir das schon..." sagte Jack sanft und küsste ihn noch einmal, und ich weiß auch schon wie, dachte er und grinste in Gedanken.

Jack hatte genau gewusst das der Commodore nicht mit ihm auf die Pearl wollte und genau für diesen Fall hatte er sich schon einen Plan überlegt.

Liebevoll zog Jack seinen gegenüber an sich ran und drückte ihn fest an sich während er langsam seine Zunge nach vorne schob und zart mit der von James spielte.

Er wollte wirklich nicht ohne ihn gehen. Zwar wusste er nicht ob es hier um Liebe ging oder einfach nur Zuneigung, aber er wollte diesen Mann bei sich haben, er wollte ihn spüren.

Langsam schob er James und sich nach vorne in Richtung Bett, stieß ihn schließlich dort drauf und beugte sich über ihn um ihn erneut zu küssen.

Diesmal aber wesentlich schneller und fester.

Hastig machte er sich an den Knöpfen von James Uniform zu schaffen, welche nach kurzer Zeit eine leicht blasse Brust entblößte.

James wehte sich gegen nichts von dem was Jack tat, wahrscheinlich wusste er nicht was auf ihn zu kommen würde.

Jack ließ seine Hände über seine Brust gleiten und küsste sanft runter zu seinem Hals. James entfuhr ein leichtes Stöhnen und seine Hände gruben sich in die Haare des Piraten.

„James," hauchte Jack, nahe an seinem Ohr „Ich möchte dich, jetzt!"

James öffnete erschrocken die Augen und blickte ihn unsicher an.

„Ich... ich weiß nicht..."

Jack sah ihn schlucken, als er sich fester an ihn drückte und er deutlich Jacks Erregung an seinem Bein spüren konnte.

„Ich habe nicht vor dir weh zu tun... lass dich einfach fallen!"

James nickte gehorsam, schloss die Augen und überließ Jack die Macht.