Freitag, der 13.

Titel: Geliebtes Tagebuch, von Lord Voldemort

Autor: Dies ist eine Übersetzung aus dem Portugiesischen. Originaltitel: Meu querido diário, por Lord Voldemort, geschrieben von Sweet Lie

Inhaltsangabe: Der dunkle Lord hat Probleme. Und was gibt es besseres als ein geliebtes Tagebuch, um seine Probleme loszuwerden? Dieser Tag ist sogar noch schlimmer als alle anderen, denn es ist ein Freitag der 13.

Wie immer gehört nichts davon mir. Ich übersetze nur.

London, 13. September 1996

Geliebtes Tagebuch,

Freitag, der 13! Ich bin total fertig (noch mehr als ich eh schon bin)! Freitag, der 13, weißt du was das bedeutet? Genau, Unglückstag!

Nun, es ist nicht so, als ob ich abergläubisch wäre, es ist nur so, dass... na ja, ich glaube nicht an solche Sachen, das ist doch alles nur Schwachsinn, aber immerhin ist es ein Freitag, der 13!

Als ich heute morgen aufwachte und in meinen Kalender schaute und sah, welchen Tag wir heute haben, bin ich fast umgefallen!

Der Tag fing schon schlecht an.

Als ich das Haus verlies, um zum Tropfenden Kessel zu gehen, (ich wollte dort nämlich einen Vortrag halten), trat ich in die Hinterlassenschaften des Nachbarhundes! (ach, Mutter Gottes, wie gut, dass NIEMAND JE DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD).

- Produziert ihr etwa Düngemittel? Könnt ihr nicht gefälligst mal auf euren Hund aufpassen?

- Entschuldigen Sie, Sir.

- Für Sie bin ich Lord Voldemort, Sie Muggel!

- Sicher doch. Entschuldigen Sie. Es wird nicht wieder vorkommen.

- Das hoffe ich für Sie aber auch!

Und weißt du, was mich dann fuchsteufelswild gemacht hat? Nachdem ich gegangen war, hörte ich doch tatsächlich, wie dieser dumme Muggel zu seiner Frau sagt: „Oh, Lucinda, hast du gerade eben diesen Lord Vale-da-morte reden gehört? (Anmerkung der Übersetzerin: Unübersetzbares Wortspiel: Vale-da-morte heißt so viel wie „er ist den Tod wert") Dieser Idiot hat gerade das Nachbarhaus verlassen und macht uns für diesen Scheißhaufen verantwortlich."

Da habe ich mich dann total vergessen! Wie kann er es wagen, mich Idiot zu nennen? Und noch schlimmer, wie kann er es wagen, meinen grandiosen Namen falsch auszusprechen? Vale-da-morte? Kann es sein, dass er noch nie den Tagespropheten oder das Hexenseminar oder was ähnliches gelesen hat? Kann es sein, dass dieser unnütze Muggel noch nie was von Voldemort gehört hat?

Aber ich habe jetzt keine Zeit, ihn zu töten, das erledige ich später. Ich muss eine Rede halten und muss mich jetzt sputen.

Fahren wir fort, also ich trat in die Hinterlassenschaften des Nachbarn, nein... in die Hinterlassenschaften des Nachbarhundes und dann verpasste ich auch noch den Bus! Schuld daran hatte eine schwarze Katze!

So war es, der Blick der (schwarzen!) Katze traf mich und ich starrte zurück. Wir machten dann einen Wettbewerb daraus: Wer hält am längsten durch ohne zu zwinkern? (Ich verlor, es war schließlich Freitag der 13.) Aber dadurch kam ich nicht pünktlich an der Haltestelle an und der Bus ist mir vor der Nase (die immer noch nicht wieder an Ort und Stelle ist) weggefahren. Ich versuchte noch, ihm ein Stück hinterher zu rennen, aber der Busfahrer hat mich nicht gesehen (oder er wollte mich nicht sehen).

So musste ich dann zu Fuß gehen. Und dabei war ich doch noch so müde vom gestrigen Marathon (ah, das habe ich vergessen, dir zu erzählen, Tagebuch, aber gestern habe ich am Marathon von Fulham teilgenommen). Ich wollte mich aber auch nicht zum Ausruhen in ein Cafe setzen, weil da ja nur verkalkte Leute drin sitzen, die dich die ganze Zeit zulabern. Dementsprechend dauerte es eine Ewigkeit, bis ich am Tropfenden Kessel ankam.

Oh, Merlin, womit verdiene ich das alles? Sag mir, Tagebuch, verdiene ich, der Millionen von Leuten umgebracht hat, dieses Inferno? Warte, antworte noch nicht. Lass mich dir erst die ganze Geschichte erzählen.

Also, ich kam so spät am Tropfenden Kessel an, dass ich noch nicht mal Zeit hatte, mich zu schminken. Es war schrecklich, so auf die Bühne zu gehen, ungeschminkt und total erschöpft von der Wanderung. Ich hatte keine Zeit zu Atem zu kommen, und so hat wohl kaum jemand etwas von meinem Genuschel verstanden, mit Ausnahme von Tom vielleicht, einem der Angestellten, der jedes Mal, wenn ich den Mund aufmachte, klatsche und mir mit einem total zufriedenen Ausdruck im Gesicht zuwinkte.

Nach einer halben Stunde Genuschel hatte ich mich soweit erholt, dass ich meine Rede (diesmal in verständlichem Ton) noch mal von vorne beginnen konnte:

- Meine Damen und Herren. Zuerst einmal möchte ich bei Ihnen allen dafür entschuldigen, dass meine Rede erst so spät beginnt, aber mir sind einige Widrigkeiten erfahren und nicht überall findet man so fleißige Helfer wie meine Todesser. - Ich räusperte mich, um mir Mut zu zusprechen (ich habe Angst vor Auftritten, auch wenn es nicht so scheint) – Guten Morgen – begrüßte ich dann alle in einem heitere Ton, von dem ich keine Ahnung habe, wie ich ihn zustande bekam.

Jedoch wurde ich von meinem Publikum ziemlich enttäuscht. Da stand ich, fröhlich und zufrieden (was für mich nicht alltäglich ist) und meine Zuschauer blickten mich nur schweigend und mit Grabmienen an.

- Ich habe Guten Morgen gesagt!

Grunzen.

- Danke für deine Unterstützung, Tom.

Noch mehr Grunzen.

- Gut, ich werde mir also einfach vorstellen, dass ihr alle genauso begeistert seid wie Tom (Grunzen) und werde mit meiner Rede beginnen. – Ich kratze mich am Bein. Das mache ich immer, wenn ich nervös bin. – Wir haben uns heute hier versammelt (Grunzen), um dem Vortrag des wundervollen Dunklen Lords zu lauschen, also mir.

Schweigen.

Grunzen.

- Danke, vielen Dank. – Grunzen – Ich weiß – Grunzen – dass ich - Grunzen – mit eurer allen – Grunzen - Unterstützung – Grunzen - rechnen kann... Könntest du damit vielleicht mal aufhören?

Aber dieser Dummkopf Tom hörte nicht auf, so dass wir gezwungen waren, ihn wegzubringen. Das Grunzen war nämlich so laut geworden, dass selbst Steven Spielberg, (der meine Rede für einen seiner Filme gerade aufnahm) und einige Sicherheitskräfte mit anpackten.

Ich hatte mich gerade darauf eingestellt, diese kleinen großen Unfall zu vergessen und mit meiner Rede fortzufahren, als ich plötzlich den Drang verspürte, aufzustoßen. Und jetzt? Was sollte ich jetzt machen? Ich konnte doch nicht vor der versammelten Menge einen Rülpser loslassen! Aber mir blieb keine andere Wahl. Mein Rülpser war so fabelhaft, dass er die ganze Winkelgasse zerstörte. Und dann erst der Geruch!

Ich hatte soviel Angst vor der Reaktion der Anwesenden, dass ich lieber die Augen schloss. Nachdem ich dachte, dass das Schlimmste vorbei sei, öffnete ich die Augen wieder und fand mich in einer sehr merkwürdigen Szene.

Alle schliefen! Ich hatte erwartet, sie mit gerümpften Nasen und grünen Gesichtern zu sehen, aber ich hätte niemals erwartet, dass mein Rülpser so einschläfernd gewesen sein könnte!

Ich ging langsam zwischen ihnen hin und her und nahm die Hand von einem hoch, um den Puls zu fühlen. Was ich feststellte, war, dass sie gar nicht schliefen. Also, sie schliefen schon, aber für immer. Wirklich, Tagebuch, ich habe sie mit meinem Rülpser getötet. Himmel! Wie gut, dass NIEMAND JE DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD!

- Ach ne! Ich bin umsonst hier her gekommen! Da geht sie hin, meine Rede!

Ich bin dann gegangen, ziemlich traurig, wie du dir bestimmt vorstellen kannst. Ich hatte diese Rede über Monate hinweg vorbereitet und nun was die ganze Arbeit für nichts und wieder nichts gewesen.

Als ich zu Hause ankam, ging ich schnurr stracks in mein Zimmer, und weißt du, wen ich dort traf? Lucius Malfoy, der zum Klang von Musik tanzte, wie sie sonst nur in bestimmten Etablissements gespielt wird.

- Malfoy! Das rosa Oberteil gehört mir! Du wühlst in meinen Sachen rum?

Malfoy bemerkte meine Anwesenheit erst, als ich anfing zu schreien. Er bekam einen so großen Schrecken, dass er fast vom Tisch gefallen wäre. (Ja, es stimmt. Malfoy tanzte auf dem Tisch.)

- Äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh-äh...

- ERSPAR DIR DEINE DUMMEN AUSREDEN, MALFOY!

Ok, vielleicht war es nicht wirklich eine gute Idee, dass ich anfing zu schreien. Nicht, dass er es nicht verdient hatte, aber dieser Idiot war so erschrocken, dass er sich in die Hose machte und DARUNTER LAG MEIN TEPPICH!

- Malfoy?

Er sagte nichts.

- Malfoy? – Ich erhob ein wenig die Stimme, aber nicht so viel, dass er sich noch mal erschrecken konnte. Ich dachte an MEINEN TEPPICH!

- Äh – stotterte Malfoy, wobei er vor Angst zitterte.

- Get out.

Plötzlich tauchte ein bleiches Mädchen im Vampir-Stil auf, klein, dick, mit strohigen Haar, und fing an, mit einer kreischenden Stimme zu singen, wobei sie einen ziemlich dummen Tanz aufführte.

- Get out (leave), right now, its the end of you and me…

Sie hatte keine Zeit, das Lied zu Ende zu singen.

- WAS SOLL DAS SEIN, MALFOY? DU HAST EINE STRIPPERIN GEHOLT, DIE AUSSIEHT WIE EIN VAMPIR! VERSCHWINDE, MÄDEL!

- A-aber, Sir, das ist JoJo, sie ist meine Freu-freundin und...

- UND SIE WIRD SOFORT VON HIER VERSCHWINDEN!

- Klar, Sir, Entschul-schuldigung

Beide verschwanden, ziemlich erschrocken.

Nachdem diese beiden Geisteskranken verschwunden waren, musste ich erst mal meine Antidepressiva und meine Kopfschmerztabletten einnehmen. Ich merkte, wie ich nämlich gerade eine richtig heftige Migräne bekam.

Kurz darauf schlief ich ein, süßer als ein Engel.

Zwei Stunden später erwachte ich. Ich aß zu Mittag und machte mich dann auf den Weg zum Haus meines alten (und wenn ich sage alten, dass meine ich wirklich alt) Freundes.

- Tom! Wie gut, dich zu sehen, mein werter Freund. Setz dich. Nun, wie ist es dir ergangen?

- Sehr gut, Albus.

- Bestens, bestens. Wie läuft's mit deinem Plan, Harry Potter zu töten?

- Nicht gut, gar nicht gut. Weist du, du und dein vermaledeiter Orden des Phönix, ihr werft mir immer Steine in den Weg. Ich habe bald schon keine Ideen mehr.

- Ach, vergiss es, an einigen Tagen gewinnen wir, an anderen verlieren wir. Trink ein wenig Tee.

- Aber es ist noch nicht 4 Uhr!

- Dann warten wir noch eine Weile.

Wir saßen schweigend da. In allen Gesprächen mit Dumbledore gibt es immer eine Pause, die niemand unterbricht. Es ist schon zu einer Art Tradition geworden.

Nachdem wir 60 Sekunden gewartet hatten, schlug die Uhr von Dumbledore und zeigte uns an, dass es 4 Uhr war.

- Nun dann? Sollen wir anfangen?

- Nach dir, bitte.

Wir redeten einige Stunden miteinander. Wir machten Digitalfotos (eine Hobby von Dumbledore) und sprachen über meine Pläne sowie die des Ordens.

Wir waren so vertieft ins Gespräch, dass wir gar nicht mitbekamen, wie die Zeit verging.

- Oh, Albus, es ist schon spät!

- Oh, das stimmt. aber das macht nichts. Du kannst zum Abendessen bleiben.

- Oh nein, ich möchte euch nicht zur Last fallen.

In Wirklichkeit glaube ich, dass die Szene mit ich-kann-nicht-annehmen-weil-ich-nicht-zur-last-fallen-will nur eine große Show ist. Was ich damit sagen will, ist, dass ich liebend gerne angenommen hätte. Warum ich es dann nicht getan habe? Aus Höflichkeit. So war eben die Erziehung, die meine Eltern mir gegeben haben. Warte mal, ich bin gar nicht bei meinen Eltern aufgewachsen..., ach, wen stört das schon? (Wie gut, dass NIEMAND DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD).

- Was sagst du? Du fällst niemandem zur Last.

- Bist du dir sicher? – Verfluchte Erziehung!

- Aber sicher, du gehörst quasi zur Familie! Ich habe dich gerne hier bei mir.

- Wenn das so ist, in Ordnung.

- Bestens, bestens. Gehen wir ins Esszimmer?

- Aber sicher doch.

Wir aßen zu Abend und danach machten wir eine Essensschlacht (ich verlor, es war schließlich Freitag der 13.) Es war ziemlich lustig.

Als ich gerade gehen wollte, rief Albus mich:

- Tom?

Ich drehte mich um – Ja?

- Wenn ich sterbe, will ich, dass man mich einäschert.

- Was?

- Willst du morgen hier übernachten?

- Hä? – Ich dachte immer noch über das nach, was er davor gesagt hatte.

- Willst du morgen hier schlafen? Wir machen eine Pyjama-Party.

- Äh,... vielleicht.

- Cool. Bist du dann morgen so um 9 hier?

- Na gut, ich komme.

- Bestens. Ich lade auch noch Cornelius, Severus, Minerva, Draco, Harry, Mr. Weasley und Mrs. Granger ein.

- Ok.

- Dann bis morgen.

Er schlug mir die Tür vor der (nicht vorhandenen) Nase zu.

Ich machte mich auf den Weg nach Hause, es war 2 Uhr morgens. Fast hätte ich vergessen, dass wir Freitag, den 13. hatten, als ich auf eine schwarze Katze stieß, zum zweiten Mal an diesem Tag.

Da stand ich nun da. Schwarze Katze. Freitag, der 13. Unglückstag. Das klang nicht gut.

Ich machte einen Schritt und ...ugh... trat ich in einen Hundehaufen. Das schlimmste aber war, dass ich feststellen musste, dass der Haufen von Sirius war (Woher ich das weiß? Es hing ein Zettel dran „Hallo Voldie. Tritt drauf. Lieben Gruß. Sirius Black".) Aber der war doch gestorben? Ich machte mir eine gedankliche Notiz, da später mal drüber nachzudenken und beschäftigte mich erst mal mit dem Naheliegensten: Wie kriege ich das Zeug wieder von meinen Schuhen runter?

Ich nahm ein Stück Holz und versuchte eine wenig von diesem ekeligen und stinkenden Zeug abzukriegen.

„Wenn Albus mich nach Hause gefahren hätte, wäre das alles nicht passiert!" dachte ich irritiert.

- Au!

Jemand hatte mir einen Tritt in den Hintern gegeben. Super! Ohne Nase und mit einem ziemlichen Schmerz im Hintern stand ich nun da.

Ich drehte mich um, um zu sehen, wer diesen Tag noch sterben würde. Dann lies ich einen großen Seufzer los, Tagebuch. Ach, Merlin, wie gut, dass NIEMAND JE DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD!

Er konnte es nicht sein! Nein, er konnte es nicht sein. Aber er war es. Was machte er hier?

- W-Was machst du hier? – fragte ich ängstlich.

- Hallo Voldemort - sagte er.

Ach, Tagebuch, ich bin todmüde. Es ist schon 4 Uhr morgens. Morgen erzähle ich dir den Rest. Schlaf gut.

Dicke Küsse

Voldie

P.S.: Wie gut, dass NIEMAND DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD.

Anmerkungen der Autorin:

1. Für die, die es nicht wissen: Fulham ist eine Stadt in der Nähe von London.

2. An alle Fans von JoJo: Ihr sollt nicht sauer auf mich sein. Ich habe nicht gegen sie, ich möchte hier auch keinem zu Nahe treten. Es war nur ein Scherz. Zeigt Humor!

Anmerkung der Übersetzerin:

Ich habe diese Geschichte vom Januar 1996 in den September 1996 verlegt, weil der 13. Januar ein Samstag ist, und kein Freitag. Einen Freitag, den 13. September 1996 gibt es hingegen schon.

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