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Ich weiß, dass ich schon lange nichts mehr reingestellt habe, aber vielleicht liest ja doch noch jemand diese Geschichte. Das hier ist jetzt auch schon das vorletzte Kapitel, das letzte wird auch bald kommen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses ziemlich abgefahrenen Kapitels.

Wie immer gehört nichts davon mir, ich übersetze nur.

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Ein Kind

London, 16. September 1996

Geliebtes Tagebuch,

"Homosexuell! Voldemort enthüllt seine geheime Leidenschaft für Severus Snape!" Diese Schlagzeile auf dem Titelblatt (zusammen mit einem Foto von 2 Personen) sprang mir ins Gesicht, als ich zum Kiosk ging, um mir den Tagespropheten zu kaufen. Nun, du kannst dir bestimmt meine Reaktion vorstellen, nicht wahr? Also, ich hatte mehrere Gedankengänge:

1. „Das ist nicht der Tagesprophet!"

2. „Hab' ich das jetzt richtig gelesen?"

3. „Dieser Typ trägt ja den gleichen Namen wie ich!"

4. „Dieser Typ auf dem Foto, das ist Severus ... und ich!"

5. „Das bin ich!"

6. „Was sucht das Foto von mir und Severus in so einem Artikel?"

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich zu einer Lösung kam. Das war mein siebter Gedankengang: Dieser Artikel ist über mich!

Ich wurde ziemlich wütend, als ich verstand, dass dieser Artikel behauptete, dass ich schwul sei! Wie könnte ich sooooo was bitteschön mal gesagt haben? Nicht dran zu denken! ... Anzunehmen, dass ich schwul sei ... Welche Unterstellung! Ich und schwul? Nicht im Leben!

Das reicht jetzt! Was erlauben sich diese halbklassigen Journalisten? Wie können sie es wagen, zu behaupten, dass ich, Lord Voldemort, schwul sei? Und dann auch noch mit Severus! Dabei ist Severus überhaupt nicht mein Typ. Ich und schwul ... Niemals in meinem ganzen Leben!

Ich war total außer mir, als ich die Redaktion des Tagespropheten erreichte. Schnurstracks bin ich zum Büro von Rita Kimmkorn durchgestürmt, denn diese unverschämte Person hatte diesen unverschämten Artikel verfasst. So richtig stilvoll wollte ich eintreten, indem ich ihre Tür eintrat, doch leider nur war die Tür aus Eisen (wer hat bitteschön Eisentüren im Büro?), so dass ich jetzt einen gebrochenen Zeh habe.

Rita Kimmkorn hatte aber den Lärm gehört und öffnete die Tür.

- Ja bitte? – fragte sie mit ihrer näselnden Stimme. Wie bitte, Tagebuch? Sie hat keine näselnde Stimme? Das wüsste ich aber! Aber auch egal!

- Ihre Eisentür ist schuld daran, dass mein linker Zeh jetzt gebrochen ist – sagte ich und zeigte auf meinen Fuß, damit sie sah, dass ich die Wahrheit sagte.

- Ach wirklich? – widersetze sie. – Na dann verklagen Sie mich ruhig! – und schlug mir die Tür vor der nichtvorhandenen Nase zu.

- Wie können Sie es wagen, mich hier einfach stehen zu lassen? Wissen Sie denn nicht, wen sie hier vor sich haben?

Die Journalistin öffnete die Tür und beäugte mich mit gelangweiltem Blick von Kopf bis Fuß. Danach, als ob sie sich an etwas erinnert hätte, ging sie in ihr Büro zurück und kam mit einer Zeitung in der Hand wieder zum Vorschein. Sie schaute in die Zeitung und dann wieder auf mich und wieder in die Zeitung, als ob sie versuchte, eine Verbindung zwischen zwei Sachen herzustellen. Schließlich zeigte sie mir die Zeitung und sagte:

- Sie sind der homosexuelle Voldemort!

- Wie bitte? – fragte ich ungläubig.

- Schauen Sie. – sagte Kimmkorn und zeigte auf ein Foto in der Zeitung, die sich als Tagesprophet entpuppte. – Das sind Sie, nicht wahr? Ich weiß, dass Sie es sind. Schauen Sie, Sie haben die gleiche Warze an der Backe.

- Zu allererst will ich Ihnen sagen, dass das alles nur große Lügen sind, was hier steht und dass...

- Kommen Sie rein – befahl die Frau, wobei sie meinen Redeschwall unterbrach.

Sobald ich eingetreten war, wäre ich am liebsten wieder gegangen. Was für ein Gestank nach Weihrauch! Ich hasse Weihrauch!

- Worauf warten Sie? Setzen Sie sich! – sagte eine Frau, die ich als Sybil Trelawney erkannte (Sybil Trelawney???)

- Sie! Ich kennen Sie! Sie kennen die Prophezeihung! Sagen Sie sie mir sofort! – sagte ich und zeigte mit meinem Zauberstab auf sie.

Indessen zeigte sich Trelawney kein bisschen gerührt von meinem Verhalten. Im Gegenteil, sie lächelte sogar. Sie schien überhaupt nicht so, wie die Sybil, die ich kannte ... Moment mal, ich kenne sie gar nicht ... auch egal ... Sie blieb ganz ruhig. Dabei war sie doch sonst immer so exzentrisch und verrückt!

- Setzen Sie sich.

Und plötzlich wurde alles schwarz wie Pech.

Ich fühlte, wie jemand (den ich aufgrund der Dunkelheit nicht sah) mich drückte und fühlte etwas unter meinem Hintern. Ah, ok, sie hatten mich gezwungen, mich hinzusetzen.

Plötzlich entzündeten sich einige Kerzen und ich sah, dass Trelawney mir genau gegenüber saß. Zwischen uns stand nur noch ein kleiner Tisch, auf dem eine Kristallkugel lag.

Ich schaute um mich. Rita Kimmkorn war verschwunden! Wie konnte ich jetzt nur mit ihr sprechen? Aber alle meine Gedanken an diese Journalisten verschwanden augenblicklich, sobald Trelawney anfing zu sprechen

- Geben Sie mir Ihre Hand!

- Wie bitte?

- Geben Sie mir Ihre Hand – wiederholte sie.

Ich zögerte, aber da ich soviel Angst vor ihr hatte, dass ich mir fast in die Hosen machte (Ok, lach ruhig, Tagebuch. Ich weiß, Lord Voldemort, die meist gefürchtete Person auf der Erde, hat Angst vor einer schrulligen Lehrerin für Wahrsagen), gab ich ihr meine Hand.

Sie nahm meine Hand und betrachtete sie. Sie atmete tief durch, so als ob sie nervös sei.

Da verstand ich es plötzlich! Sie wollte es machen! Ach, wie romantisch. Ich träume von diesem Tag seitdem ich 3 Monate alt bin.

Als sie aber nichts sagte und nur meine Hand anstarrte, beschloss ich, ihr nachzuhelfen.

- Ja – sagte ich.

Sie schaute mich an, sehr überrascht.

- Ja was?

- Ja, ich will.

Daraufhin änderte sich ihr Blick von Überraschung zu Bewunderung.

- Sind Sie sich sicher? – fragte Trelawney, unsicher, was sie von meiner Antwort zu halten hatte.

- Sicher – antwortete ich ihr mit einem Lächeln. Warte mal ... das fällt mir ja jetzt erst auf ... ich habe diese alte Kuh angelächelt? Igitt! Ach, ich verstehe ... zu dem Zeitpunkt war ich ja auch noch blind ... das wirst du noch verstehen...

- Dann geben Sie mir auch noch Ihre andere Hand.

Hä? Warum will sie jetzt auch noch meine andere Hand? Macht man das jetzt so? Ich bin wohl nicht mehr auf dem neuesten Stand, dachte ich und gab ihr meine linke Hand, da ich ihr meine rechte schon vorher gegeben hatte.

Sobald sie meine beiden Hände hatte, begann die Kristallkugel in einem durchdringenden Rosa (meine Lieblingsfarbe) zu leuchten.

- Wiederholen Sie alles, was ich sage, verstanden? – sagte die Frau mit autoritärer Stimme und ernstem Gesicht.

- Ja – sagte ich verwirrt.

Plötzlich kam eine Windböe auf, so stark, dass alles im Raum (Bleistifte, Kulis, Blätter etc.) durch die Luft gewirbelt wurde. Die Vorhänge wehten und draußen schlug ein Blitz ein. Es war ziemlich unheimlich.

- Halloa uaende – sagte die Professorin, die mir am ehesten wie eine Kartenlegerin erschien.

- Mir tut der linke Zeh weh – wiederholte ich. Es ist unglaublich, wie ich genau das wiederholen konnte, was sie vorher gesagt hatte, ohne mich zu irren. Bin ich nicht toll?

- Meiei büroara ua forma!

- Käsekuchen!

- Auauto gudofag horiuars wertafeliou

- Mein Kessel wurde mir gestohlen!

- Auauch goa Igot doahgeuoe tolla

- Elten John hat einen perfekten Körper!

- Tyaiaprokjgeekoak

- Ich bin verliebt in Celestina Warbeck!

- Tufogkaidn gouy chinouia!

- Putenbrust!

- Huanga nehma porree tutututummmm!

- UND STÜHLE! SCHAFFE CORNFLAKES!

In diesem Augenblick explodierte die Kristallkugel (die plötzlich und merkwürdigerweise kastanienbraun war) und aus ihr flogen Millionen von kleinen Cornflakes. Ich wurde so sauer, als ich merkte, dass einige von ihnen direkt in meine Nase flogen ... eher gesagt, an den Ort, wo normalerweise meine Nase war.

Als die Explosion der Frühstücksflocken vorbei war, sagte Trelawney:

- Nun sagen Sie: Ich schwöre es bei meiner Seele.

- Ich schwöre es bei meiner Seele.

Alles wurde wieder normal. Die Cornflakes verschwanden, die Sachen, die aufgrund des Sturms auf dem Boden gelandet waren, kehrten wieder auf ihre Plätze zurück, das Licht kam wieder und die Stühle verschwanden, was zur Folge hatte, dass ich mit dem Hintern auf dem Boden landete.

- Nehmen Sie das hier – sagte Trelawney und drückte mir ein Papier in die Hand – Das ist die beste Institution. Gehen Sie und suchen Sie Mrs. Ravenclaw, diese wird Ihnen bei ihrer Wahl helfen.

- Wählen? Was wählen? – fragte ich verwirrt, während ich mich vom Boden erhob und mir meinen Hintern hielt (der tat weh!).

- Was wählen? Was denn wohl? Ein Kind natürlich!

- EIN KIND? – schrie ich.

- Ja, ein Kind! Und reden sie leiser, Sie sind nicht bei sich zu Hause!

-Ich will kein Kind!

Sie schaute mich entsetzt an, als ich das sagte.

- Es tut mir leid, aber da müssen Sie jetzt durch. Sie haben den Schwur geleistet, jetzt können Sie nicht mehr zurück – sagte sie in ernstem Ton.

- Was? Diese Show war ein Schwur?

- Sicher doch! Was haben Sie denn gedacht? Ein Heiratsantrag?

Ich wurde rot und wütend.

Nun ja, ich hatte eigentlich wirklich gedacht, dass es sich bei der Sache um einen Heiratsantrag handelte. Anscheinend hatte ich mich geirrt. Oh, mein Merlin! Ich wurde zurückgewiesen! Oh, wie hasse ich Liebeskummer! Ich geh nach Hause, Fernsehgucken, und stopfe mich mit Schokolade voll bis ich an Fettleibigkeit sterbe! Wenn ich darüber noch mal nachdenke ... ich mochte sie ja eigentlich nicht wirklich ... Ich liebte sie, das stimmt, aber liebe ich sie so sehr, dass ich sie Heiraten will? Nein!

Da ich nicht wie ein Volltrottel dastehen wollte, versuchte ich, die Wahrheit etwas zu beschönigen. Klar, dass sie das durchschaute, aber was sollte ich machen?

- Heiratsantrag? Wie abwegig! Niemals würde mir so eine Sache in den Sinn kommen!

- Dann nehmen Sie es – sie zeigte auf das Papier, das sie mir gegeben hatte.

- Danke – sagte ich, dummerweise. Ja, dummerweise. Wieso sollte ich mich für etwas bedanken, wenn sie mir noch nicht einmal einen Gefallen getan hat? Im Gegenteil, sie hat mein Leben eher noch verschlimmert!

Als Trelawney sah, dass ich sie immer noch verdattert ansah, sagte sie:

- Na dann, auf Wiedersehen.

- Hä? Was? Ah, ja, auf Wiedersehen.

Doch dann fiel mir ein, warum ich überhaupt gekommen war.

- Äh, Sie wissen nicht zufällig wo Rita Kimmkorn steckt?

- Wer?

- Rita Kimmkorn. Die Person, die vor dem Schwur hier war.

- Es war niemand vor dem Schwur hier. Es tut mir leid, aber ich kenne keine Rita Kimmkorn.

- Aber ich habe sie gesehen, sie war da...

- Bitte? Sehen Sie nicht, wie ich versuche Sie loszuwerden? Ich hasse Personen wie Sie. Von denen bekomme ich Kopfschmerzen! – sagte sie irritiert und zeigte auf ihren Kopf. – Sehen Sie? Ich habe schon Kopfschmerzen. Und nun lassen Sie mich in Frieden oder ich rufe Voldemort!

Und damit schlug sie mir die Tür vor der immer noch fehlenden Nase zu.

Ich wollte gerade noch einmal gegen die Tür klopfen, als mir einfiel, was die letzten Worte dieser Verrückten gewesen waren: „Und nun lassen Sie mich in Frieden oder ich rufe Voldemort!"

Da änderte ich meine Meinung und ging.

- Mein Gott im Himmel (ich fange an, Dinge von den Muggeln zu lernen)! Diesen Voldemort möchte ich nicht treffen! Ich habe Angst vor dieser Kreatur!

Nun, das ist passiert ... Merkwürdig, findest du nicht auch? Ein Kind! Nicht zu glauben! Siehst du mich so einen Blag adoptieren? Und wo soll das Kind bleiben, wenn ich weg bin, um noch mehr Leute zu töten? Nichts da! Aber diese Verrückte hat gesagt, dass ich nicht mehr zurück kann, weil ich diesem Schwur abgelegt habe ... Und wenn ich ihn breche? Passiert dann was? Und wenn ich sterbe ohne Harry Potter getötet zu haben? Schlimmer noch, und wenn ich sterbe ohne meinen neuen rosa Tanga ausprobiert zu haben? Ich darf dieses Risiko nicht eingehen!

Morgen gehe ich zu dieser Institution. Die Adresse steht auf dem Zettel, den Trelawney mir geben hat. Ich werde mit dieser Mrs. Ravenclaw reden... Wie lustig, sie hat den gleichen Namen wie eine der Gründerinnen von Hogwarts ... Das muss Zufall sein ... Ja, das muss Zufall sein.

Und nun gehe ich schlafen. Ich sterbe vor Müdigkeit (weil ich dir die ganze Zeit schreibe).

Später erzähle ich dir, wie es in diesem Institut war. Tschüss und schlaf gut. Rosarote Träume. Träume von mir. Ups! Was schreibe ich da? Oh, ich habe noch keine Korrekturfeder gekauft. Dann muss es eben so bleiben.

Bye bye, Diary!

Fette Küsse

Voldie

P.S.: Wie gut, dass NIEMAND DIESES TAGEBUCH LESEN WIRD.

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