2.Teil

What goes around comes around

Lex Luthor kehrte etwas früher von seiner Arbeit zurück. Er wollte seine Freundin Lana beruhigen, da sie sich in letzter Zeit anscheinend allein und verloren gefühlt hatte in seinem riesigen Schloss. Er öffnete rückartig die große Eichentür zu seinem Büro. Lex ging immer nach seiner Arbeit zu seinem Büro, denn er wusste, dass Lana dort immer auf ihn wartete. Oft war sie schon eingeschlafen, weil er so spät nach Hause gekommen war. So war es auch diesen Abend.

„Hi Schatz," begrüßte er sie und ging freudestrahlend auf sie zu. Er wollte Lana einen Kuss geben, doch sie wich zurück und sah ihn hasserfüllt an.

„Was ist..." fragte er, als sein Blick auf die Reisetaschen zu ihren Füßen fiel. Langsam sah er wieder hoch ihn ihre haselnussbraunen Augen, die ihn förmlich durchbohrten. Nun wusste Lex alles, er wusste was sie entdeckt hatte. Lana ließ eine Fernbedienung aus ihrem Ärmel gleiten. Eine versteckte Leinwand fuhr herunter. Eine Leinwand, auf der er Lana schon sehr oft beobachtet hatte, als sie noch nicht sein war. Als sie noch bei Clark wohnte. Ein Film begann nun zu laufen, dessen Wortlaut Lex noch genau im Kopf hatte.

flashback

„Bist du glücklich Lex?"

Lex war irritiert. Wie kam Chloe nur darauf, ihm eine solche Frage zu stellen?

„Was soll das Chloe?"

„Lex, bist du wirklich glücklich? Jetzt, nachdem du alles hast, was du immer wolltest? Wir Beide haben das bekommen. Aber ich kann so irgendwie nicht glücklich sein. Nicht so, auf diese Weise, wie wir es bekommen haben..."

„Chloe, hör auf!", unterbrach Lex sie barsch.

„Oh nein Lex, dieses Mal hörst du mir zu," unterbrach ihn die Blondine. „Fühlst du dich nicht ein klein wenig schuldig? Ich fühle mich so, ich will mich aber nicht schuldig fühlen. Aber ich kann es nicht abstellen. Ich fühle mich innerlich zerrissen."

Der Milliardär war von den Worten der Blondine erschrocken. Chloe hatten den Nagel auf den Kopf getroffen. War er wirklich mit dieser Situation zufrieden? Nein, eigentlich nicht. Er war nicht glücklich, obwohl er allen Grund dazu hatte. Er war Chef von Luthorcorp, er hatte Geld im Überfluss, Macht über tausende von Menschen und er hatte Lana. Eigentlich sollte er sich jeden Tag über das freuen, was er hatte, aber er konnte es nicht.

Immer wenn er mit seiner angebeteten Lana sprach musste er aufpassen, sein Geheimnis nicht preiszugeben. Lex war sehr gut im Lügen und Manipulieren, aber bei ihr war es etwas anderes. Er konnte Lana einfach nicht gut anlügen, zumindest am Anfang nicht. Nach einiger Zeit hatte sie zum Glück kein Bedürfnis mehr danach, mit ihm über Clark zu sprechen. So wurde es für Lex einfacherer.

Doch irgendetwas fehlte in seinem Leben, vielleicht war es Liebe? Er hatte gedacht, er würde Lana lieben, doch er hatte gemerkt, dass er sie eigentlich nur besitzen wollte. Und jetzt, da er hatte, was er wollte, ließ sein Interesse nach. Lex kam immer später nach Hause, nur damit er Lana aus dem Weg gehen konnte. Nein, sein Glück hatte er wahrhaftig noch nicht gefunden.

„Ich fühle mich ein wenig wie du.", sagte er schließlich. "Mir geht es schlecht, obwohl es mir gut gehen sollte."

Lex war selten zu Leuten so ehrlich, wie zu Chloe. Nach einem Jahr der Zusammenarbeit hatten sie es geschafft fast ganz ehrlich zueinander zu sein. Denn sie durften das Vertrauen des Anderen nicht auf´s Spiel setzen. Sie teilten ein schreckliches Geheimnis und wenn sie ihr gegenseitiges Vertauen brachen, könnte es böse ausgehen.

„Wieso fühlen wir uns so?", fragte Chloe.

„Ich weiß es nicht. Bist du fertig?", fragte der junge Luthor, um schnell das Thema zu wechseln.

„Ja gleich.", antwortete Chloe.

Sie stand vor einem Aktenvernichter in seinem großen Büro und ließ einen letzten Scheck in einzelne Streifen schneiden. Eigentlich war die Blondine nur gekommen, um die Beweise für die Zusammenarbeit von ihr und Lex zu vernichten. Lex hätte das auch unauffälliger machen können, aber Chloe wollte die Spuren selbst zerstören, um sich sicher zu sein, dass Lex auch nichts zurückhielt, um sie später belasten zu können.

Lex beugte sich über ihre Schulter, um die letzten Fetzen auf den Boden gleiten zusehen. Er kam ihrem Gesicht gefährlich nahe. Lex konnte ihren Atem auf seiner Wange spüren. Ihm fiel auf, wie gut sie doch roch. Er drehte seinen Kopf zu ihr um und starrte sie einfach nur an.

„Lex, was...?" Chloe dreht ihr Gesicht zu ihm um und wollte ihre Satz beenden, als sie merkte wie nahe sie sich waren. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, küsste Lex sie. Wieso er das getan hatte, konnte er sich später auch nicht erklären. Vielleicht war er auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, auch wenn es nur für kurze Zeit war. Er setzte dabei alles auf´s Spiel, und das wusste er.

Aber das erstaunlichste war, Chloe küsste nach einigen Schrecksekunden zurück. Bald wurden ihr Küsse immer stürmischer. Lex schob sie langsam in Richtung Schreibtisch und setzte sie schließlich darauf ab und begann mit seiner Hand unter ihr Top zu fahren...

flashback Ende

„Lex, wieso nur?" Lana stellte diese Frage mit solch einem Vorwurf und Schmerz in der Stimme, dass Lex Gänsehaut bekam. Wieso, das wusste er immer noch nicht. Also schwieg er.

Nach einigen Sekunden des Schweigens meinte die Dunkelhaarige endlich: "Ich werde jetzt gehen. Du wirst mich nie wieder sehen. Versuche nicht mich zu finden oder mich zu überreden, hier zu bleiben. Du wirst verlieren. Lebe wohl!"

Mit diesen Worten schnappte sie sich ihre Reisetaschen und wollte gehen. Für immer. Das konnte Lex einfach nicht zulassen. Nicht nach den Monaten der Arbeit und Vorbereitung. Er konnte sie nicht gehen lassen, sie war einfach viel zu kurz hier und bei ihm gewesen. Der junge Milliardär wurde langsam wütend. Lana durfte einfach nicht verschwinden.

„Nein, du gehst nicht!" brüllte er durch sein Büro. Es hallte laut nach, was diese Worte besonders furchteinflößend klingen ließ.

Lana ließ sich von diesen Worten nicht beeindrucken. Sie drehte sich kurz zu ihm um.

„Lebe wohl Lex", wiederholte sie leise. Sie ging einige Schritte weiter auf die große Eichentür zu, als Lex mit einigen großen Schritten auf sie zuging und sie grob an der Schulter packte.

„Nein du bleibst hier!", schrie er ihr mitten ins Gesicht.

„Lass mich los!" Verzweifelt versuchte Lana sich aus Lex´ festen Griff zu entziehen, doch Lex hielt sie fest in seinen Händen. Lanas dünne Ärmchen waren einfach zu schwach, um sich zu befreien. Schließlich konnte sie ein Whiskey-Glas ertasten, das auf einem seiner Tische stand. Sie schleuderte es mit voller Kraft auf seinen Kopf.

Schmerz durchzog Lex´ Körper. Er riss seine Hände an den Kopf und ließ so Lana los. Lex fiel benommen zu Boden. Daraufhin rannte Lana, wie sie noch nie gerannt war. Raus aus seinem Schloss, zu ihrem Auto, das in der Auffahrt stand.

Lex hörte noch Motorengeräusche, als er wieder zu sich kam. Sein Kopf schmerzte höllisch, aber eins wusste er:

Er konnte sie nicht gehen lassen.

Also rannte er ihr hinterher.