Legende:
»Gerede«
#Gedanken#
::Parsel::
((AdA: Meine Kommentare))
Geburtstag
und eine Überraschung
Harry James Potter, der Retter der Zauberwelt, stieg gerade aus dem Hogwartsexpress, um zu seinen Verwandten zurückzukehren. Er hatte jetzt sein sechstes Schuljahr hinter sich.
Nun lief er mit seinen beiden Freunden zur Absperrung, um wieder zum Bahnhof King's Cross, in die Muggelwelt zu gelangen. Als er den magischen Durchgang verlassen hatte, sah er schon Mrs. Weasley auf ihn zukommen.
Da er im Moment aber absolut keinen Bock hatte von ihr erdrückt zu werden, sagte er zu seinen beiden Freunden, Ron und Hermine, schnell ein paar Abschiedswörter und verschwand in der Menge.
Er hatte schon seinen Onkel, seine Tante und seinen Cousin gesichtet, zu denen er sich jetzt mit seinem großen Koffer und dem Eulenkäfig durchschlängelte.
Als er vor ihnen stand, nahm Onkel Vernon wortlos seinen Koffer und dirigierte Tante Petunia, Dudley und Harry zu seinem Auto. Der Schwarzhaarige fand dies unglaublich nett von seinem Onkel und hoffte bald den Grund für diese Freundlichkeit zu erfahren.
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Als sie endlich im Ligusterweg angekommen waren, sprach sein Onkel ihn an:
»Bring deinen Koffer und den Käfig am besten gleich nach oben. Komm danach bitte runter, wir möchten mit dir reden, in Ordnung?«
Harry, völlig perplex, war sprachlos und konnte nur nicken. Gerade als er seinen Koffer schnappen wollte, hatte ihn schon Dudley in der Hand. Jetzt erst musterte er diesen richtig.
Am Bahnhof und im Auto war er zu sehr in seinen Gedanken gewesen, um dies zu tun. Dudley war nun viel dünner, als er es jemals zuvor gewesen war. Die Diät hatte wohl doch sehr geholfen. Er war zwar nicht so schlank wie Harry und hatte auch nicht so viele Muskeln, aber er sah besser aus, als jemals zuvor in seinem Leben.
Harrys Cousin lächelte ihn freundlich an.
»Ich helfe dir, deinen Koffer hoch zu tragen, Harry.«
Danach drehte er sich um und ging schon mal die Treppe hoch.
Noch mehr überrascht, folgte ihm Harry weiterhin sprachlos. Nachdem sie das ganze Gepäck abgestellt hatten, gingen sie ins Wohnzimmer. Dort saßen schon Tante Petunia und Onkel Vernon, die doch leicht nervös waren, wie Harry bemerkte. Dudley setzte sich neben seine Eltern auf das große Sofa, während er sich, gegenüber seiner Verwandten, in einen bequemen Sessel sinken ließ.
Emotionslos – jedenfalls äußerlich - wie so oft in letzter Zeit, sah er sie an. In seinem Kopf schwirrten Tausende von Fragen herum, doch er hielt es für klüger sie nicht zu stellen.
Dann begann sein Onkel auch schon zu sprechen:
»Also, Harry, du fragst dich sicherlich schon, weshalb wir so viel freundlicher zu dir sind, als sonst?«
Es entstand eine kurze Pause, in der niemand ein Wort sagte. Doch schließlich fuhr Vernon fort:
»Nun wir haben darüber geredet und festgestellt, dass wir dich falsch behandelt haben und möchten uns für all die Jahre entschuldigen. Es war nicht richtig, dich danach zu verurteilen, ob du ein Zauberer bist oder nicht. Wir wollen dich um Verzeihung bitten und dich richtig kennen lernen. Bitte nimm unsere Entschuldigung an.«
Traurig, beschämt und entschuldigend schaute Onkel Vernon ihn an. Genauso emotionslos wie auch schon bei der Entschuldigung, blickte er nun zuerst seinen Cousin und seine Tante an. In ihren Augen war das Gleiche zu sehen wie in denen seines Onkels. Er fand keine Lügen, nur die reine Wahrheit und Ehrlichkeit.
Langsam nickte er.
»Gut, ich nehme die Entschuldigung an. Aber seid gewarnt, dass ihr mich möglicherweise nicht verstehen oder mögen werdet. In dem letzten Jahr habe ich mich stark verändert. Ich bin kein offenes Buch, eher das genaue Gegenteil. Nehmt es mir auch bitte nicht übel, wenn ich mal einfach nur meine Ruhe haben will. Das brauche ich einfach, ich steh nicht so auf Nähe«, erklärte er seinen Standpunkt.
Die Dursleys lächelten erleichtertet, hatten sie doch schon Angst gehabt, er würde Nein´ sagen. Sie wollte ihn wirklich gerne richtig kennen lernen. Glücklich schlug Petunia in die Hände und stand auf.
»Zur Feier des Tages werde ich uns ein richtiges Festmahl zubereiten und morgen gehen wir mal ausgiebig shoppen, Harry! Du kannst ja nicht ewig in den zu großen Sachen von Dudley herumlaufen. Und Dudley, wenn du willst, kannst du ja auch mitkommen, du bist in letzter Zeit ziemlich gewachsen!«, verkündete sie grinsend und verschwand in die Küche.
Zum dritten Mal an diesem Tag war er jetzt überrascht. Das war ihm zugegeben schon lange nicht mehr passiert. In dem letzten Jahr hatte ihn gar nichts mehr aus der Bahn werfen können und heute schafften es seine Verwandten viermal!
#Schon komisch, dass ausgerechnet sie es fertig bringen#, dachte er leicht schmunzelnd.
Das Abendessen schmeckte wirklich köstlich, wie Harry zugeben musste. Während sie aßen, baten die Dursleys ihn, etwas aus seinem Leben als Zauberer zu erzählen. Seufzend begann er also. Er berichtete ihnen wirklich alles, abgesehen von Kleinigkeiten wie beispielsweise vom Weihnachtsball in seinem vierten Schuljahr oder den Peinlichkeiten mit Cho Chang.
Jetzt hatte er zwar mehr Erfahrung mit Mädchen, war er doch einer der bestaussehenden Jungen auf Hogwarts, doch das mit der Ravenclawschönheit, wollte er so schnell wie möglich vergessen. Sie machte es ihm zwar nicht gerade leicht, da sie ihm immer hinter lief, doch er wollte partout nichts mehr mit ihr zu tun haben.
Nachdem er ihnen sein halbes Leben offenbart hatte, wobei sie sich wieder dafür entschuldigten, nie für ihn da gewesen zu sein, gingen alle ins Bett, da es doch schon recht spät war.
Harry schlief schnell ein. Von Voldemort träumte er schon lange nicht mehr, er hatte letztes Jahr Okklumentik gelernt und beherrschte es jetzt perfekt. Mitten im Traum, etwas völlig Belangloses, änderte sich das Bild.
-------------------Traum Anfang---------------
Harry sah vier Personen, die ihm bekannt vorkamen
Lily Evans, James Potter, Sirius Black und Remus Lupin.
Die kleine Gruppe saß in einem Kreis und sah sich ein rundes Objekt an. Es war eine Kugel, mit der Größe eines Fußballs in der ein dunkelblauer Nebel waberte.
Interessiert beobachteten die Sechzehnjährigen das Ding. Sirius blätterte nebenbei in einem Buch, richtete danach seinen Zauberstab auf die Kugel, sah seine Freunde an, fragte sie etwas, worauf sie nickten und sprach dann einen Zauberspruch, den Harry nicht verstand. Plötzlich explodierte die Kugel und die vier Teenager waren von dem blauen Nebel umhüllt. Dann änderte sich das Bild wieder und die Schüler befanden sich auf den Ländereien von Hogwarts.
-------------------Traum Ende-----------------
Von einem Klopfen wurde Harry wach. Er sah sich etwas verschlafen um und merkte, dass seine Hedwig an seinem Fenster klopfte. Er hatte gestern, nachdem er sie raus gelassen hatte, wohl vergessen das Fenster offen zu lassen.
#Wie kann man nur so bescheuert sein?#, fragte er sich grummelnd und gab sich mental selbst einen Arschtritt, während er sich aus seinem warmen Bett jagte, um seine kleine Freundin ins Zimmer zu lassen und ihr einen Eulenkeks zu geben.
Nachdem er sich angezogen hatte, ging er in die Küche. Da es noch sehr früh war, beschloss er das Frühstück zu machen. Währendessen überlegte er, was es mit dem Traum auf sich haben könnte, schmiss diesen Gedanken jedoch selbst aus seinem Kopf, da er fand, dass es einfach ein stinknormaler Traum gewesen war, nichts weiter.
Als seine Verwandten den Esstisch sahen, waren sie positiv überrascht, da sie ihm gestern eigentlich gesagt hatten, dass er im Haushalten nichts mehr machen brauchte und dazu gehörte ja wohl auch das Essen zuzubereiten. Harry winkte jedoch nur ab, indem er meinte es gern zu tun, solange er es selbst entscheiden durfte.
Nach dem Essen musste Vernon arbeiten, Petunia räumte den Tisch ab und Dudley und Harry spielten Karten, während sie über Gott und die Welt plauderten. Um vierzehn Uhr machten sich Harry, Petunia und Dudley auf den Weg nach London.
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In der Großstadt angekommen, betraten sie ein großes Kaufhaus, in dem es wirklich alles gab. Als erstes waren Bekleidungsgeschäfte dran.
Dudley kaufte sich ganz normale Jeans und T-Shirts.
Harry suchte sich enge Hosen in den Farben schwarz, dunkelblau, blutrot, weiß und grün aus. Manche hatten auch Verzierungen und Sprüche aufgedruckt.
Seine Pullover und T-Shirt's waren in denselben Farben wie die Hosen, wobei letztere eng geschnitten waren und bei einigen der Kleidungsstücke konnte man
ebenfalls Drucke antreffen.
Die Jacken passten selbstverständlich ebenfalls zu der gewählten Oberbekleidung, genauso wie die Kleinigkeiten namens Unterwäsche und Gürtel.
Zu all dem gesellten sich jeweils zwei Paar Turnschuhe und schwarze Stiefel, von denen ein Paar silberne Schnallen hatte.
Seine Umhänge wollte er dann irgendwann in der Winkelgasse oder in der Nokturngasse besorgen, wenn er den Einkauf der Bücher erledigen würde. Ebenso wollte er sich an diesem Tag dann seine Sehschwäche magisch korrigieren lassen. Aber das war noch eine Weile hin und der Junge konzentrierte sich lieber auf den heutigen Tag und den Einkauf.
Nachdem sie die Kleidung bezahlt hatten, führte sie ihr Weg in einen Laden für Inneneinrichtungen, in dem sie ein neues Bett, sowie einen Kleiderschrank erwarben.
Das neue Bett war größer, als sein altes, was auch nötig war, denn er war in seinem sechsten Schuljahr ziemlich in die Höhe geschossen. Aber auch der Kleiderschrank war riesig, bot also eine Menge Platz für neue Kleidung und andere Dinge, die er darin verstauen wollte.
Schließlich ging es weiter in ein Geschäft, in dem man Tapeten bekam. Er suchte sich welche in schlichtem blau aus.
Als sie dann endlich alles zusammen hatten, fuhren sie nach Hause. Ein Blick auf die Uhr besagte, dass sie für all ihre Einkäufe, geschlagene fünf Stunden gebraucht hatten. Und vor allem Harry war von den ganzen Anproben ziemlich geschafft.
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Nachdem Harry noch schnell zu Abend gegessen hatte, verschwand er schnell ins Bett. Die neuen Möbel wollte er morgen mit seinem Onkel und Cousin zusammen aufbauen, nachdem das Zimmer tapeziert wäre.
Er selbst hätte sie vermutlich aus alter Gewohnheit, nicht gefragt, doch sie hatten es ihm angeboten.
Als er nun aber in seinem Zimmer war, zog er sich schnell um und machte das Fenster auf. Er wollte morgen ausschlafen, anstatt von seiner Eule geweckt zu werden. Danach kuschelte er sich unter die Decke und fiel auch schon bald darauf in einen traumlosen Schlaf.
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Als er wieder aufwachte, war bereits Mittag. Also stand er gähnend auf und suchte seine Klamotten raus. Er hatte sich für eine enge Dreiviertelhose in schwarz, ein weißes T-Shirt und natürlich schwarzer Unterwäsche entschieden.
Anschließend marschierte er ins Bad, um sich zu duschen. Danach putzte er sich noch schnell die Zähne und versuchte seine eigenwilligen Haare zu bändigen, was jedoch kläglich misslang.
Da sich sein hungriger Magen bemerkbar machte, ließ er Haare Haare sein und lief er die Treppe hinunter.
Als er ins Esszimmer kam, in dem er seine Tante vorfand, die den Tisch deckte, wurde er begrüßt.
»Ah, Harry, gut, dass du wach bist, ich wollt gleich hoch kommen, um nach dir zu sehen. Das Essen ist gleich fertig. Kannst du bitte Dudley und Vernon holen? Sie sind im Garten«, sagte sie freundlich zu ihm, während sie ihn ansah.
Harry nickte und trat in den Garten.
Dort entdeckte er seinen Onkel, der gerade mit dem Rasenmähen fertig war und das Gerät nun in das kleine Häuschen, welches im Garten stand, transportierte. Dudley lag auf einem Liegestuhl und las ein Sportmagazin.
»Onkel Vernon, Dudley, das Essen ist fertig!«, rief er etwas lauter, um sicher zu sein, dass sie ihn auch hörten. Dann ging er, ohne auf eine Antwort zu warten, wieder ins Haus.
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Die Tage bis zu Harrys siebzehnten Geburtstag schleppten sich dahin. Was nicht bedeutete, dass er untätig war, denn er besuchte eine Kampfschule, in der er Schwert- und Dolchkampf lernen konnte.
Kampfsport gehörte auch zu seinem Programm, genauso das morgendliche Joggen, um seinen Körper auf Trab zu halten.
Mit seinen Verwandten verstand er sich von Tag zu Tag besser, auch wenn er noch etwas abweisend blieb.
Seine Hausaufgaben kamen auch nicht zu kurz, wobei er sie eigentlich schon in den ersten Tagen fertig gehabt hatte. Sie waren mehr als nur einfach für ihn gewesen. Denn er war, wider der Erwartungen der Menschen um ihn herum, sehr klug. Er wollte es in der Schule nur nicht zeigen, denn es würde nur noch mehr Aufmerksamkeit auf ihn ziehen.
Allerdings hatte er sich vorgenommen, im letzten Jahr sein Können zu zeigen.
Zumindest einen Teil davon.
Und dann kam am dreißigsten Juli der lang ersehnte Brief. Genau ein Tag vor seinem Geburtstag. Harry öffnete ihn und las, was das Zaubereiministerium zu schreiben hatte:
Sehr geehrter Mr. Potter,
da Sie morgen, am einunddreißigsten Juli, Ihren siebzehnten Geburtstag feiern, werden Sie volljährig sein. Wir möchten Sie bitten, sich morgen bei uns einzufinden, um alle Formulare auszufüllen.
Wenn Sie es wünschen, können Sie auch gleich Ihre Apparierprüfung ablegen. Seien Sie morgen bitte um dreizehn Uhr im Zaubereiministerium, fünfter Stock.
Mit freundlichen
Grüßen,
Mary Kelwin
Das war gut. Dann konnte er endlich in die Winkelgasse, ohne dass ihn die Leute vom Phoenixorden verfolgten.
So ging auch der letzte Tag vorbei und als Harry am nächsten Morgen aufwachte, hatte er nur einen Gedanken:
#Ich bin siebzehn, volljährig!!!#
Er hätte vor Freude in die Luft springen können.
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Schnell suchte er sich eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt raus. Dann hüpfte er in die Dusche und putzte sich hinterher die Zähne. Anschließend eilte er in die Küche, in der seine Verwandten schon auf ihn warteten.
Als er den Raum betrat, wurde er freudig von den drei Personen umarmt. Er wusste zwar nicht warum, doch er ließ es heute zu.
»Alles Gute zum Geburtstag, Harry!!! Hier sind deine Geschenke!«, gratulierten sie auch sogleich und zeigten auf einen Berg von bunten Päckchen.
Ungläubig wich er einen Schritt zurück und starrten noch immer auf den Haufen Geschenke, die für ihn sein sollte. Seine Verwandten hatten ihm noch niemals zuvor etwas zum Geburtstag geschenkt und es war ein befremdliches Gefühl.
»Ist etwas nicht in Ordnung, Junge?«, wandte sich Petunia an ihn, da Harry sich plötzlich so seltsam benahm.
»Das ist euer Ernst? Die sind wirklich für mich?«
Die drei sahen ihn erschrocken an und wurden sich bewusst, wieso Harry so reagierte. Deshalb erwiderte Vernon:
»Ja, die sind nur für dich. Ehrlich, Harry, wir hoffen, dass sie dir gefallen.«
Harry machte sich nun doch daran das bunte Geschenkpapier zu entfernen. Zum Vorschein kamen Bücher, mit denen man Französisch und Spanisch lernen konnte. Das hatte er sich gewünscht.
Dann erhielt er weitere neue Kleidung, CDs von Bands, die er mochte, Geld und noch ein paar andere Kleinigkeiten.
Schnell bedankte er sich freudig und lächelte seine Familie an, so dass es sogar seine Augen erreichte. Es machte ihn glücklich, etwas von seinen Verwandten zu bekommen, denn das hatte er sich schon seit Jahren gewünscht.
Als sie sich gerade an den Frühstückstisch setzen wollten, kamen fünf Eulen durch dass offene Fenster geflogen.
Sie landeten auf der Couch und fiepten glücklich herum. Harry lief zu ihnen, um einer nach der anderen die Pakete abzunehmen.
Eine der fünf hatte nur einen Brief bei sich. Als sie ihr Gepäck losgeworden waren, machten sie sich auch gleich wieder auf den Weg ins Freie, um wieder abzuhauen. Nur Hedwig blieb da.
Neugierig machte er sich sogleich an diesen Geschenken zu schaffen. Zuerst nahm er das Geschenk von Fred und George in die Hand und öffnete den darauf befestigten Brief:
Hi, Jamie!!!
ALLES GUTE ZUM SIEBZEHNTEN GEBURTSTAG!!!!!!!!!
Wir
hoffen doch, dass es dir gut geht!? Also, uns geht es super, obwohl
wir gerne mal wieder dein Gesicht sehen würden...
Wir hätten
dir ja in letzter Zeit gerne geschrieben, aber in unserem Laden ist
die Hölle los! Wir hoffen, du hast Verständnis dafür,
Kleiner!
Vermutlich denkst du, dass zum Briefe schreiben immer
Zeit ist… Na ja, sonst ja, aber wir fallen abends immer todmüde
ins Bett und stehen morgens sehr früh wieder auf.
Nachher
gehen wir mal wieder ins Hauptquartier, schließlich waren wir
da schon seit Anfang der Ferien nicht mehr. Hoffentlich sehen wir uns
bald!
Lass dich nicht unterkriegen und einen schönen
Geburtstag!!! Und sei uns bitte nicht böse...
Wir haben
dich lieb, Kurzer,
Gred und Foerge
Harry
musste lächeln. Ja, das waren Fred und George, wie er sie
kannte. Sie waren gute Freunde für ihn geworden und er konnte
mit ihnen über alles reden, das wusste er.
Doch er tat es nicht. Dafür brauchte er noch Zeit.
Während diesen Gedanken packte er das Geschenk von ihnen aus.
Hervor kam eine Menge von Scherzartikeln, von denen er die meisten nicht mal kannte.
#Müssen wohl neue sein#, überlegte er die Schultern zuckend. Nach kurzer Betrachtung machte er sich an Hagrids Geschenk. Doch zuerst las er wieder den Brief. Bei seinem großen Freund konnte man ja schließlich nie wissen…
Hallo,
Harry,
alles Gute zum Geburtstag! Wie geht's dir? Mir geht's
gut. Jetzt biste volljährig, hm? Wird auch langsam Zeit, so
kannst du dich richtig wehren, falls Du-weißt-schon-wer
angreift. Bei deinem Geschenk hab ich auch noch meine Plätzchen
dazugelegt, die ich immer selbst backe. Die magst sie doch so, stimmt
es? Also, ich muss dann wieder, O-... Nein, Madam Maxime für
dich - wartet auf mich.
Ich hoffe, die Muggel behandeln dich
anständig,
Hagrid
P.S: Wenn du wieder ins Hauptquartier kommst, erwartet dich ein freudige Überraschung.
Fragend zog Harry eine Augenbraue hoch.
#Überraschung??? Das hatte bei Hagrid noch nie gute Folgen. Aber ich sollte mich trotzdem einfach mal überraschen lassen. Hmm… Ich hoffe, die Muggel behandeln dich anständig.´ Ich hasse diesen Satz! Gut, dass die Zwillinge es nicht hingeschrieben haben, sie wissen ja, dass ich es nicht gern habe, mich bemitleiden zu lassen. Einfach nervend!!!#, dachte er zum Schluss verbittert.
Hagrid's Geschenk war dieses Mal harmlos, abgesehen von den Steinplätzen, die er auch sogleich von sich weg, auf den Tisch legte. Das Geschenk des Wildhüters bestand aus einem Buch über die verschiedenen Drachen und deren Fähigkeiten und Eigenschaften.
Nun kam der Hogwartsbrief dran. Doch in diesem standen nur das Übliche und die Bücherliste. Dann nahm er Hermines Brief und las ihn:
Hi,
Harry,
alles Gute zum Geburtstag! Geht's dir gut? Hast du deine
Hausaufgaben schon gemacht? Wenn nicht, solltest du sie langsam
machen, aber du hörst letztendlich ja doch nicht auf mich, hab
ich Recht?
Ron und ich sind im Hauptquartier und du weißt ja gar nicht, wer noch da ist, Harry!!! Aber ich sag's dir lieber nicht, du würdest es mir ja doch nicht glauben.
Wie behandeln dich die Muggel? Ich hoffe doch gut. Es tut mir übrigens leid, dass wir dir nicht schreiben durften, doch Professor Dumbledore hat es uns wegen Du-weißt-schon-wem verboten. Dass du nicht schon vorher kommen durftest, tut mir übrigens auch leid. Aber morgen wird man dich abholen. Ist doch toll, oder? Näheres schreibt dir Ron in seinem Brief.
In Liebe,
Hermine
#Ich
frage mich, wer wohl da ist... Na ja, auch egal. Was mich mehr
aufregt, ist dieses beschissenes Mitleid! Können die nicht
einfach mal die Klappe halten?!
Was soll das überhaupt mit
dem Abholen? Denken die etwa, dass ich es nicht alleine schaffe,
dorthin zu apparieren? Ich bin doch kein kleines Kind mehr.
Vielleicht wissen sie ja auch gar nicht, dass ich heut schon meine
Prüfungen mache? Na ja, ich werd ihnen trotzdem verklickern, das
ich alleine komme#, dachte er wütend und riss das Papier von
Hermines Geschenk, welches - wie sollte es auch anders sein - ein
Buch war.
Der Titel lautete: Wie man sich gegen schwarze Flüche wehren kann.
Schon wieder wanderte eine Augenbraue von Dumbledores Goldjungen nach oben. Dachte das Mädchen allen ernstes, das er so weit zurück lag und nicht mal das wusste?? Abnormal! Sonst wusste sie doch immer alles.
Nachdem er sich ein paar Gedanken darüber gemacht hatte, was er mit dem Buch anfangen sollte, hatte er Rons Brief geöffnet.
Hi,
Kumpel!
Alles Gute zum Geburtstag. Ich bin ja jetzt auch siebzehn
und in zwei Wochen mach ich meine Apparierprüfung. Um ehrlich zu
sein hab ich richtig Schiss davor. Na ja, wie geht's dir so?
Deine Muggelverwandten behandeln dich doch einigermaßen gut, oder?
Ich bin ja im Hauptquartier und du würdest mir nie glauben, wer noch da ist. Das ist wirklich voll cool. Aber es soll ja eine Überraschung sein und deshalb sag ich es dir auch nicht.
Moody, Tonks, Professor Lupin und noch ein paar andere wollen dich morgen um fünfzehn Uhr rum abholen. Ist das nicht cool? Meine Mutter wuselt schon den ganzen Tag herum und fragt alle, was sie morgen kochen soll, da man dich bestimmt wieder aufpäppeln muss. Kennst sie ja.
Aber Ginny ist noch schlimmer. Die steht schon den ganzen Tag vor ihrem Kleiderschrank und weiß nicht, was sie anziehen soll. Ich denk, dass sie immer noch in dich verknallt ist. Also wir sehen uns dann morgen, ich freu mich schon!
Ron
P.S: Mine nervt mit
ihrem ganzen Hausaufgabenkram...
Schon
wieder Mitleid. Hatte er etwas anderes erwartet? Nein.
#Ich sollte ihnen wohl am besten gleich schreiben, dass ich morgen von selbst komme. Aber zuerst esse ich etwas#, überlegte Harry und wollte gerade aufstehen, als Dudley kam.
»Hey, Harry, kommst du essen? Was hast du eigentlich für Geschenke bekommen? Cool, Kekse, darf ich?«, fragte er auch sogleich.
Harry, noch in Gedanken, wer wohl die Überraschung sein sollte, nickte abwesend. Doch als er realisierte, was sein Cousin gesagt hatte, sah er schnell auf und erblickte zu seinem Schrecken Dudley, der schon fast einen von Hagrids Steinkeksen verdrücken wollte.
Schnell reagierte er und schlug ihm den Keks aus der Hand. Völlig perplex starrte sein Gegenüber ihn an.
»Ich dachte, ich darf ihn essen?«, wollte er immer noch perplex wissen. Harry musste leise lachen, aufgrund des völlig verwirrten und auch leicht schmollenden Gesichts.
»Du solltest mir dankbar sein, Dud, denn wenn du deine Zähne behalten willst, solltest du diese Kekse soweit wie möglich von deinem Mund entfernt lassen. Ich zeigs dir«, grinste der Junge-der-lebte und schmiss den Keks auf den Boden, um dann so hart wie möglich drauf zu treten. Als er seinen Fuß wieder entfernte, entdeckte er einen makellosen Keks, der ganz und gar nicht den Anschein machte, dass man soeben mit all seiner Kraft auf ihm herumgetrampelt hatte.
Nach einer Minute fing sich Dudley wieder und sah seinen Cousin an.
»Danke, Harry. Du hast mir gerade mein Gebiss gerettet...«, brachte er hervor und schaute wieder verwirrt zu dem Keks auf dem Boden.
Harry lachte leise und hob den Keks auf, nahm auch die restlichen Plätzchen von Hagrid und warf sie in der Küche in den Mülleimer.
#Jedes Jahr das Gleiche...#, schmunzelte er in Gedanken. Dann aß er sein Frühstück und erzählte seinen Verwandten nebenbei von seinen Geschenken, die das du interessieren schien. Nachdem er seiner Tante beim Abräumen geholfen hatte, ging er hoch in sein Zimmer und verstaute dort seine Geschenke. Dann machte er sich daran den Brief zu schreiben, um hier morgen kein Besuch zu bekommen. Als er fertig war, las er ihn noch mal durch. Er war sehr kurz, wie Harry feststellen musste, aber das war ihm schnuppe.
Hi,
Ron, hi, Hermine!
Ich brauche nicht abgeholt zu werden. Ich komme
von alleine, sie brauchen gar nicht erst hier erscheinen! Ich hoffe,
ihr habt das verstanden? Ich komme, wann ich Lust dazu habe. Seid mir
nicht böse, aber ich möchte so etwas selbst entscheiden!
Man sieht sich morgen irgendwann. Die genaue Uhrzeit weiß ich
noch nicht.
Harry
Danach
sah er auf seine Uhr und musste feststellen, dass es schon zwölf
Uhr war. Hastig eilte er ins Wohnzimmer, in dem seine Tante
anzutreffen war. »Tante Petunia, wo ist Onkel Vernon?«,
fragte er.
»Der ist schnell zur Arbeit gefahren, da er gerade einen Anruf bekommen hat. Irgendwas soll passiert sein, ich weiß nicht genau, was. Warum denn eigentlich?« »Ich muss nach London, Tante Petunia. Wegen meiner Volljährigkeit und der Apparierprüfung«, antwortete er ihr.
»Ich kann dich ja fahren, wenn du willst. Musst du jetzt schon gehen?«, lächelte sie freundlich.
»Ja, danke, Tante, das wäre toll!«, bedankte sich Harry und wartete, bis sie sich den Autoschlüssel und den Hausschlüssel geschnappt und Dudley noch zugerufen hatte, dass sie kurz weg wäre. Dann verließen sie das Haus und fuhren nach London.
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Nach einer Fahrt von fünfundvierzig Minuten kamen sie schließlich an. Tante Petunia ließ ihn dort raus, wo er schon mit Mr. Weasley gewesen war, an der Telefonzelle. Nachdem er sich von seiner Tante verabschiedet und ihr vergewissert hatte, alleine nach Hause zu kommen, fuhr sie davon.
Harry trat in die Telefonstelle, nannte seinen Namen und den Grund, weshalb er hier war und kurze Zeit darauf stand er auch schon am Schalter.
Kurz übergab er dort seinen Zauberstab und anschließend marschierte er zum Aufzug. Im fünften Stock trat er aus diesem und wich ein paar Memos ((AdA: diese kleinen Papierfetzen, die innerhalb vom Ministerium Nachrichten weitergegeben werden)) aus. Er suchte das Büro, in das er bestellt worden war und klopfte an.
Nach einem »Herein!« vom Inneren des Raumes, trat er ein.
»Ah, Guten Tag, Mr. Potter. Mein Name ist Mary Kelwin. Ich schlage vor, dass wir gleich zum Punkt kommen. Hier sind die Formulare, die Sie ausfüllen müssen. Den Rest mache dann ich«, erklärte sie freundlich und reichte ihm ein paar Papiere.
Harry nickte und füllte sie auch sogleich aus. Kaum, dass er die Feder wieder hingelegt hatte, klopfte es erneut und Mrs. Kelwin rief wieder ein »Herein!«, wie sie es schon bei ihm getan hatte. Durch die Tür kamen eine blonde Frau, im Alter von dreißig Jahren, wie Harry sie einschätzte, und ein etwas älterer Mann.
»Hallo, Mary, guten Tag, Mr. Potter. Wie man uns mitteilte, wollen Sie heute die Apparierprüfung machen? Wenn Sie nichts dagegen haben, können wir gleich anfangen. Sie wissen sicher, wie es geht, oder?«
Nach einem Nicken seitens Harrys fuhr er fort:
»Gut. Wir sind übrigens die Prüfer. Wenn Sie es schaffen, können Sie gleich von hier aus nach Hause oder sonst wohin apparieren, das ist egal. Mein Name ist William Brown und dies hier ist Carolin Sawyer.«
Während seiner Worte hatte er auf die blonde Frau gezeigt. Harry nickte wieder, um zu verdeutlichen, dass er verstanden hatte.
»Nun, wir können ja hier schon einmal anfangen. William, würdest du an den Zielort apparieren?«, fragte nun Mrs. Sawyer. Diese Mal kam ein Nicken von Mr. Brown und keine Sekunde später war er mit einem leisem Plopp verschwunden.
Nun wandte sich Mrs. Sawyer an Harry, der mittlerweile von seinem Stuhl aufgestanden war.
»Der Zielort ist Hogsmeade. Um genau zu sein, vor dem Drei Besen´. Mr. Brown erwartet Sie dort und natürlich müssen Sie heil ankommen. Das heißt, alle Körperteile sind dort, wo sie hingehören. Gibt es dazu noch eine Frage, Mr. Potter?«, fragte sie.
»Nein, Mrs. Sawyer, ich habe alles verstanden«, antwortete er leicht genervt. Sie redete mit ihm, als ob er noch ein Kleinkind wäre.
Denn das hätten ja sogar Crabbe und Goyle kapiert und die waren ja nicht gerade als große Leuchten bekannt.
Sie nickte und gab Harry damit zu verstehen, dass er anfangen konnte. Er konzentrierte sich und keine zwei Sekunden später stand er vor dem Drei Besen´. Wie nicht anders zu erwarten, waren alle Körperteile noch dran. Ein paar Sekunden später stand auch Mrs. Sawyer und Mr. Brown neben ihm.
»Herzlichen Glückwunsch, Mr. Potter, Sie haben bestanden!«, gratulierte Mrs. Sawyer auch sogleich.
»Vielen Dank. Muss ich noch mal ins Ministerium zurück oder kann ich gleich nach Hause apparieren?«, fragte er etwas freundlicher als vorhin. Sie lächelte ihn freundlich an und zog ein beschriftetes Pergament aus der Tasche.
»Sie müssen nur hier unterschreiben und der Rest wird von uns erledigt«, sagte sie, während das Pergament auf einen Tisch, der vor dem Pub stand, gelegt wurde und eine Feder und Tinte daneben gestellt wurden. Harry unterschrieb schnell und verabschiedete sich darauf von den beiden, um in die Winkelgasse zu apparieren. Er wollte erst nach einem kurzen Einkauf nach Hause gehen. Also machte er sich auf den Weg, um mal bei Gringotts vorbei zu schauen, denn er brauchte wieder Geld.
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Zwanzig Minuten später stand er vor dem riesigen, weißen Haus und atmete die frische Luft ein.
#Das war mal wieder eine haarsträubende Fahrt gewesen. Diese Höllenkarren sollte man verbieten#, dachte er, ehe er sich zu Flourish & Blotts´ aufmachte, um seine neue Schulbücher zu kaufen.
Bei dieser Gelegenheit legte er sich auch noch ein paar andere Bücher, die sein Interesse weckten. Nachdem er bezahlt und seine Sachen geschrumpft hatte, suchte er sich einem Friseur, der ganz in der Nähe des Buchladens war. Er wies den Friseur an, das Schwarz seiner Haare so intensiver zu färben, dass es den Anschein erweckte, alles Licht zu absorbieren. Und als er sich am Ende im Spiegel betrachtete, musste er grinsen, denn es sah einfach viel besser aus.
Nur diese lästige Brille musste noch weg. Doch das würde erst später erledigt werden.
Mit seinem neuen Style ging er zu Madame Malkins, um sich neue Hogwartsumhänge zu kaufen, denn er war ja schließlich gewachsen. Danach lief er in die Nokturngasse.
Dort betrat er ebenfalls einen Buchladen, in dem er ein paar schwarzmagische Bücher entdeckte, die ihm gefielen. Als er wieder auf der Schwarzmagiergasse entlang stiefelte, fand er einen Optiker.
Dort konnte er endlich seine Sehschwäche korrigieren lassen. Der Spruch war zwar schwarzmagisch – was seinem Standort nach nicht überraschend war - doch interessierte ihn das herzlichst wenig, solange er nur dieses Klappergestell loswurde.
Nach einer halben Stunde, in der der Spruch hatte wirken müssen, sah er besser als je zuvor mit Brille. Die landete auch sogleich im Müll.
Danach verließ er den Laden wieder, allerdings nicht, ohne ein beachtliches Sümmchen Geld hinterlassen zu haben. Gegenüber dem Optiker sah er einen Schmuckladen und ließ es sich nicht nehmen, verschiedene Ketten, Armbänder und Ringe zu kaufen.
Danach suchte er ein Waffengeschäft auf, in dem er sich ein mit Runen und Rubinen bestücktes Schwert und zwei Dolche - einer mit Gift und der andere normal - kaufte.
Nach ein paar Minuten des Laufens marschierte er in ein Bekleidungsgeschäft. Dort erstand er zwei schwarze Umhänge. Beide waren aus Drachenhaut angefertigt und reichten fast bist zum Boden. Der eine hatte lange Ärmel und der andere gar keine. Die beiden Umhänge auf dem Arm, beförderte er noch weitere in schwarz, blutrot und grün oben drauf.
Dann entdeckte er beim Stöbern einen Ständer mit ausgefallenen Hemden. Das Besondere an ihnen war, dass sich die Motive bewegten. Er fand zwei, die ihn begeisterten. Das eine war slytheringrün und hatte einen silbernen Drachen mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Rücken, das andere war schwarz und zeigte einen Basilisken, der sich um die Taille wand. Zuletzt kaufte er sich noch eine schwarze Seitentasche.
Nachdem er alles, wie immer, verkleinert hatte und wieder aus dem Laden getreten war, wollte er eigentlich zurück in die Winkelgasse, doch ihm stach ein weiter Laden ins Auge. Es war eine Tierhandlung.
Mit sicheren Schritten überquerte er die Straße und hielt auf das Geschäft zu.
Kurz darauf war er auch schon im Laden.
Drinnen war es dunkel und aus einer Ecke konnte er gezischte Wörter vernehmen. Er trat näher und bald darauf verstummten die Stimmen. Erfreut stellte der Gryffindor fest, dass er Schlangen gefunden hatte.
#Warum eigentlich nicht?#, dachte er sich und schaute sich die Tiere genauer an. Bei einer schwarzen Königskobra mit saphirblauen Augen, deren Körper mit weißen Strichen überzogen war, blieb er stehen. Sie faszinierte ihn.
::Hallo, Süße. Na wie geht's dir?::, fragte er sie mit sanfter Stimme.
Diese Schlange schaute ihn verwundert an. Genauso auch die restlichen, doch das ignorierte er gekonnt. Bald erhielt die Königskobra ihre Fassung wieder.
::Mir geht es nicht so gut. Ich will endlich hier raus, Meister. Hier ist es so öde, da hätte man ja in der Wüste mehr Spaß::, sagte sie deprimiert.
::Wenn du Lust hast, kannst du ja mit mir mitkommen::, lächelte Harry. Die Augen der weiblichen Schlange blitzten freudig auf.
::Sehr gerne, Meister. Das würde mich sehr freuen!::, zischelte sie aufgeregt.
Harry lachte leise.
::Das ist gut. Aber bitte nenn mich nicht Meister. Ich heiße Harry. Du kannst aber auch Jamie oder Ray sagen. Hast du schon einen Namen?::
::Okay. Nein, ich habe leider noch keinen Namen::, erwiderte sie traurig.
::Das ist doch kein Problem. Wir finden schon noch einen passen für dich::, meinte Harry aufmunternd.
::Aber jetzt sollte ich mal nach dem Verkäufer Ausschau halten. Ich komme gleich wieder, Süße::, versicherte er, bevor er sich umdrehte und an die Theke mit der Kasse ging.
Er wartete und wartete und erst nachdem er »Hallo!« geschrieen hatte, kam ein Mann angewuselt.
»Ja, bitte?«, fragte er freundlich.
»Ich möchte eine von Ihren Schlangen kaufen«, erklärte Harry sein Anliegen. Der Mann starrte ihn einfach nur an, womöglich wusste er nicht, was er von seinem Kunden halten sollte. Dem jungen Mann war das egal, deshalb fragte er:
»Kann ich mir jetzt die Schlange holen, die ich gerne hätte?« Der Verkäufer nickte erschrocken und wollte schon selbst los, um sie zu holen, doch Harry war ihm zuvor gekommen und hatte seine Hand in den Käfig gestreckt. Ohne zu zögern schlängelte sich die Kobra an seinem Arm hoch und machte es sich unter seinem T-Shirt bequem.
Der Verkäufer hatte große Augen bekommen. Sonst waren Schlangen, egal welche Art, nicht so zutraulich.
»Sie wissen doch, welche es war, oder? Können Sie mir den Preis nennen?«, riss Harry den Mann aus seinen Gedanken. Dieser nickte und lief zur Kasse. Nachdem der Schwarzhaarige den verlangten Preis bezahlt hatte, erklärte der Händler noch etwas zu seinem neuen Haustier:
»Ihre Schlange wird übrigens noch wachsen. Sie ist jetzt ungefähr vierzig Centimeter lang, aber sie kann bis zu zwei Metern werden. Sie ist nämlich noch sehr jung. Ob sie magisch ist, weiß ich nicht, aber das kann sich ja noch herausstellen.«
Harry nickte und verabschiedete sich von dem Mann.
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Letzten Endes hatte er sich in der Winkelgasse noch ein Eis genehmigt, bevor er in den Ligusterweg Nummer vier, direkt in sein Zimmer, appariert war. Nachdem er seine Sachen verstaut hatte, kam er in die Küche runter.
»Oh, das Geburtstagkind ist wieder da. Wann bist du denn gekommen und wie?«, wurde er von seinem Onkel begrüßt.
»Hallo, Onkel Vernon. Ich bin gerade in mein Zimmer appariert. Hab die Prüfung bestanden«, freute sich sein Neffe. Dann machte sich plötzlich seine kleine Schlangenfreundlin bemerkbar. Sie war vorhin eingeschlafen.
Sie streckte ihren Kopf aus Harrys Kragen heraus und orientierte sich. Die Dursleys wichen erschrocken zurück.
»Keine Angst, ich hab sie so gesagt, unter Kontrolle. Sie wird euch nichts tun«, versicherte Harry ehrlich.
»Oh Mann, wie kommst du denn an die Schlange und weshalb bist du dir da so sicher?«, fragte seine Tante immer noch etwas zurückweichend.
»Ich habe euch doch von meinem zweiten Jahr erzählt, oder? Ich kann mit Schlangen sprechen und ich hab sie vor ungefähr zwanzig Minuten in einem Zaubererladen gekauft.«, erklärte er zur Beruhigung seiner Familie.
::Harry, hast du schon einen Namen für mich gefunden?::, unterbrach die Königskobra das Gespräche.
.:Ja. Gefällt dir der Name Licentia? Das bedeutet auf Latein Freiheit.::
::Der Name gefällt mir schon, sehr sogar. Aber warum Freiheit?::
::Weil es das ist, was ich mir wünsche. Ich möchte endlich mein eigenes Leben leben. Aber das kann ich erst, wenn Voldemort Geschichte ist, das ist mir klar::, sagte er traurig lächelnd.
Licentia strich ihm aufmunternd mit ihrem Kopf über die Wange. Und es half, er fühlte sich etwas besser. Dann blickte er wieder zu seinen Verwandten.
»Übrigens heißt sie Licentia!«
Dann kam Dudley auf ihn zu. Vorsichtig streckte er seine Hand aus, um das Tier streicheln zu können. Sie kam ihm mit den Kopf nähern und stupste seine Hand an, um ihn anzuspornen. Es half, denn er fasste den Mut und begann sie sanft zu streicheln. Nun kamen auch Vernon und Petunia und sahen sie sich näher an.
»Sie ist sehr hübsch«, sagte Petunia und Vernon stimmte ihr zu. Harry lächelte.
::Sag ihnen ein Danke von mir. Sie sind sehr freundlich::, zischelte Licentia zu Harry. Er übersetzte es für seine Verwandten, die darauf fröhlich lächelten. Der restliche Tag verlief ganz gut.
Harry und seine Verwandten verstanden sich immer besser.
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Als der Gryffindor am nächsten Morgen aufwachte, war es eigentlich schon Mittag, denn die Uhr zeigte vierzehn Uhr an. Es war gestern oder eher heute, erst sehr spät ins Bett gekommen. Licentia lag neben ihm und schlief noch.
Um sie nicht zu wecken, stand er vorsichtig auf und machte sich dann an seinem Kleiderschrank zu schaffen.
Er entschied sich für eine enge schwarze Hose und ein genauso enges rotes T-Shirt mit einem schwarzen Drachen auf dem Rücken. Nachdem er sich gewaschen hatte, setzte er sich an seinen Schreibtisch und holte einen Block und Stifte heraus.
Er zeichnete seit einer Weile sehr gern und auch gar nicht mal so schlecht. Nach einer halben Stunde sah er sich sein Werk an und musste ehrlich sagen, dass es dem Original ziemlich glich. Ob Sirius sich erkennen würde? Harry hatte ihn in seiner Animagusform gezeichnet, also einen großen, schwarzen Hund mit klaren, blauen Augen.
Plötzlich hörte er ein Zischeln hinter sich und als er sich umdrehte bemerkte er eine gähnende Licentia.
::Na, auch mal wach?::, fragte er frech.
::Ja, Ray.:: Es gab eine kurze Pause, doch dann sprach sie weiter.
::Ray, ich habe Hunger...::, drängelte sie kindlich und Harry musste sich ein Kichern verkneifen.
::Was willst du denn haben?::, fragte er grinsend.
::Eine Maus wäre toll.::
In solchen Momenten war Harry froh, siebzehn zu sein. Er machte eine kurze Handbewegung und es erschien ein Tablett, auf dem zwei tote Mäuse lagen.
::Guten Appetit::, wünschte er.
Licentia stürzte sich gleich auf ihre Mahlzeit. Nachdem sie fertig war, ließ Harry das Tablett verschwinden und die Schlange wand sich um seinen Arm.
Gemeinsam gingen sie dann in die Küche. Dort fanden sie drei verschlafene Gestalten vor. Jede war über eine Tasse Kaffee gebeugt.
»Guten Morgen, nein, wohl eher Nachmittag. Wie ich sehe, seid ihr auch ein bisschen neben der Spur…«, grüßte Harry seine Verwandten.
Die sahen auf und lächelten schwach.
»Ja, ich glaub, ich schlaf gleich ein«, gähnte Dudley. Und wie ja bekannt war, war das gähnen ansteckend, so dass auch Petunia und Vernon es sich nicht verkneifen konnten.
Belustigt setzte sich Harry auf den freien Stuhl und machte eine kurze Handbewegung. Plötzlich stand eine Tasse Kaffee vor ihm und er begann zu schlürfen. Nachdem sie alle etwas gegessen hatten, verschwand Harry wieder in sein Zimmer und packte alles in seinen Koffer, dessen Innenleben er vergrößert hatte. Dann schrumpfte er ihn und ging zu Hedwig, die sich alles mit angesehen hatte.
»He, Hedwig. Ich komme heute Abend zum Grimmauldplatz Zwölf, in Ordnung? Du kannst schon mal vor, wenn du willst. Wir sehen uns dann dort und pass auf dich auf, Süße.«
Hedwig verabschiedete sich mit einem leichten Knappern an seinem Finger und flog aus dem Fenster. Kurz sah der Retter der Zauberwelt ihr nach und machte sich dann auf den Weg zu seiner Zimmertür. Kurz drehte er sich um, um sich zu vergewissern, dass er auch alles hatte. Nachdem er das getan hatte, ging er die Treppe runter.
Seine Tante fand der Schwarzhaarige an der Spüle vor, seinen Cousin beim Telefonieren und sein Onkel las die Zeitung.
»Onkel Vernon, Tante Petunia, ich muss jetzt los«, sagte er.
Sein Onkel sah auf und blickte ihn leicht traurig an. Seine Tante machte es ihm nach und Dudley verabschiedete sich bei seinem Freund am Hörer, denn auch er hatte Gesagtes mitbekommen.
»Kommst du uns irgendwann wieder besuchen, Harry?«, durchbrach Tante Petunia die Stille, die sich ausgebreitet hatte.
»Natürlich, Tante Petunia, wenn ihr es mir erlaubt, gerne.«
Dudley kam auf ihn zu und umarmte ihn freundschaftlich.
»Pass auf dich auf, Cousin«, murmelte er, doch Harry und auch Dudleys Eltern hatten es verstanden.
»Klar, Dudley, kennst mich doch. Ich komm ja bald wieder, wenn ihr wollt, kann ich ja auch in den Weihnachtsferien herkommen«, schlug er vor. Sie bejahten fröhlich und jeder umarmte Harry noch einmal. Danach drehte sich der Gryffindor um und war mit einem fast nicht hörbaren Plopp´ verschwunden.
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In der Nokturngasse tauchte er wieder auf und suchte den Tattooladen, den er gestern noch gesehen hatte. Nach fünfzehn Minuten fand er ihn schließlich auch.
Er trat ein und wurde sofort von einer schwarzhaarigen Frau begrüßt, die ihm entgegen kam:
»Hallo. Wie kann ich dir helfen?«
»Ich hätte gern ein Tattoo. Hier habe ich das Motiv.«
Damit zog er seinen gezeichneten Sirius-Hund aus der Tasche, die er umhatte.
»Wohin soll denn das Motiv?«
Harry erklärte ihr, dass er den Hund er auf der rechten Schulter haben wollte. Und so hatte er zwei Stunden später schließlich das Bild seines Paten an gewünschtem Platz.
Gut gelaunt verließ er den Laden, nachdem er bezahlt hatte. Jetzt würde er vor das Haus Nummer 12 am Grimmauldplatz apparieren und dann endlich diese Überraschung herausfinden.
Und genau das tat er.
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Als Harry vor dem Haus der Blacks stand, kamen in ihm Erinnerungen hoch, die er jedoch gekonnt ignorierte. Langsam schritt er auf die Haustür zu und klingelte. Schon hörte er das Gekreische der alten Mrs. Black.
Nach ein paar Minuten öffnete sich die Tür und Mrs. Weasley stand vor ihm. »Harry!!!«, rief sie glücklich und umarmte ihn mütterlich.
Am liebsten hätte er sie von sich geschoben, doch er ließ es geschehen. Er hatte jetzt wirklich keinen Bock auf eine beleidigte Mrs. Weasley.
Die Frau ließ ihn los, so dass er jetzt einen Blick auf die Personen hatte, die hinter ihr standen. Vier von ihnen kamen ihm ziemlich bekannt und doch fremd vor. Fragend zog er eine Augenbraue in die Höhe.
Als er Dumbledore erblickte, gesellte sich die zweite Braue zur ersten und der Goldjunge sah ihn mit einem Was-zum-Henker-soll-dass-denn-werden Blick an.
Noch einmal sah er sich die vier Personen an, dann begann er zu sprechen...
