Wow, hier ist es also. Das erste Kapitel zu dem nichtssagenden Prolog! Gigantisch! Wahnsinnig! Okay, okay, ich sollte damit aufhören. So toll ist es nun auch nicht wieder. Aber wenigstens ist es da. Und bevor ich euch weiter mit unsinnigen Sachen volltexte, lass ich lieber das Kapitel für sich sprechen...
Disclaimer: Nix unserers! Leider!
1. Kapitel
Verschiedene Welten
Ein schwarzes Auto bog in die schneebedeckte Einfahrt ein. Noch bevor der Wagen zum stehen gekommen war, flog eine der hintere Türen auf und ein kleiner Junge sprang heraus. Die dicke Jacke konnte nicht das strahlende Gesicht des Kindes verbergen.
Im nächsten Moment stürmte er auch schon zur Tür und hämmerte in seinem kindlichen Eifer auf die Klingel ein.
Jetzt stiegen auch die anderen aus dem Wagen. Eine Frau ging lachend auf den kleinen Jungen zu und wuschelte ihm durch die Haare.
Die Tür öffnete sich und eine ältere Frau erschien. Sie umarmte den Jungen, der aufgeregt auf sie einredete, und drückte dann die andere Frau, vermutlich die Mutter des Jungen, fest an sich.
Es war dieselbe herzliche Begrüßung wie jedes Jahr. Sie bot einen Einblick in eine Welt voller Geborgenheit, Liebe und Wärme. Eine Welt, die so nah schien und gleichzeitig doch so unglaublich fern war.
Diese Welt lag gerade mal zehn Meter entfernt und dennoch... dennoch schien es so, als ob Ozeane zwischen ihnen lägen. Zwischen ihrer und seiner. Er wusste nicht einmal den Namen der älteren Frau, obwohl sie ihn stets freundlich grüßte, so wie sie alle anderen in der Nachbarschaft zu Grüßen pflegte.
Und der Unterschied zwischen den Welten lag nicht nur darin, dass seine Familie aus Zauberern bestand und ihre aus Muggeln.
Ein Klicken wies darauf hin, dass die Tür aufgeschlossen wurde.
Sirius wandte seinen Blick von der glücklichen Familie auf der anderen Straßenseite ab und sah in Kreachers mürrisches Gesicht.
Der Hauself stellte einen Teller auf den Schreibtisch neben der Tür. Der Mangel an Dampf ließ Sirius vermuten, dass seine Familie sich nicht die Mühe gemacht hatte die Suppe mit einem einfachen Zauber aufzuwärmen.
„Hier ist dein Essen." In seiner Stimme schwang die gleiche Verachtung mit, die auch in seinen Augen zu sehen war.
Er wandte seinen Blick wieder von Kreacher ab und wartete darauf, dass ein weiteres Klicken darauf hinwies, dass er wieder alleine war.
Sobald der Hauself verschwunden war, schnappte sich Sirius den Teller Suppe und schlang ihn herunter. Es war die selbe Suppe, die er schon gestern und vorgestern gegessen hatte. Nur dass er sie erst seit gestern in seinem Zimmer genießen durfte.
Seine Mutter fand sein Verhalten auf der Familienfeier, für die eben jene Suppe gekocht wurde, ganz und gar nicht angemessen. Die Scham über ihren Sohn war so groß gewesen, dass sie ihm sogar noch während die Feier im Gang war vor allen Gästen angeschrieen und ihn auf sein Zimmer geschickt hatte. Normalerweise wartete sie damit bis die Gäste fort waren. Normalerweise holte sie ihn auch nach nicht mehr als vierundzwanzig Stunden wieder aus seinem Zimmer. Aber nicht alles verlief immer, wie es normalerweise verlief.
Sirius war wohl zu weit damit gegangen seine Familie als „aufgeblasener Haufen selbstverliebter Schwachköpfe" zu bezeichnen. Bisher hatte er sich mit den Beschimpfungen zurückgehalten und seinen Verwandten lediglich widersprochen, was in den Augen seiner Mutter ebenfalls ein Verbrechen der Familie gegenüber war. Doch dieses Mal war ihm entgültig der Kragen geplatzt, als zwei seiner entfernteren Verwandten sich unmittelbar neben ihm darüber äußerten, wie sehr sie sich schämen würden, wenn sie einen Sohn wie ihn hätten.
Nun durfte er also in seinem Zimmer hocken. Er hatte die grandiose Wahl zwischen „Dumm-auf-dem-Bett-rumliegen", „Dumm-auf-dem-Fensterbrett-sitzen" und „Dumm-vor-seinem-Schreibtisch-hocken-und-auf-einem-Papier-rumkritzeln." Das erste war nach maximal zehn Minuten langweilig und ließ ihn über Dinge nachdenken, auf die er seine Gedanken lieber nicht richten wollte. Das zweite stimmte ihn immer melancholisch, weil er seinen Nachbarn beim Glücklichsein zusehen musste. Und das dritte erinnerte ihn nur daran, dass er weder seinen Freunden Briefe schreiben noch seine Hausaufgaben machen konnten. Ja, nicht mal das ließen seine Eltern zu. Sie meinten es sei sein persönliches Pech, er hätte es sich schließlich selbst zu zuschreiben. Und schließlich brachte die Schule bei einem so missratenen Jungen auch nichts mehr.
Ein erneutes Klicken war zu hören und kurz darauf schlüpfe Sirius kleiner Bruder Regulus durch die Tür.
„Hey, Bruder." Er sah Sirius leicht eingeschüchtert an.
Für Regulus war Sirius der rebellische ältere Bruder, der die Regeln der Familie gänzlich missachtete. Etwas, was er selbst nie tun würde. Er selbst achtete die Ehre der Familie und glaubte an das, was seine Eltern ihn gelehrt hatten. Doch änderte das nichts daran, dass er seinen älteren Bruder liebte. Mit ihm hatte er früher in dem riesigen Haus verstecken gespielt. Er war es der dem jüngeren Regulus Geschichten vorgelesen hatte, während seine Eltern zu sehr damit beschäftigt gewesen waren, dass nächste große Dinner vorzubereiten. Und all das, all die gemeinsamen Erinnerungen ließen ihn jetzt immer noch zu seinem Bruder halten, auch wenn die beiden eine so unterschiedliche Sicht von der Welt hatten, auch wenn seine Eltern ständig bemüht waren einen Keil zwischen die beiden zu treiben und Regulus weis zu machen, dass der Junge, zu dem er immer hochgesehen hatte, zu einem verkommenen jungen Mann geworden ist.
Er durfte eigentlich gar nicht hier sein. Wenn seine Eltern erfuhren, dass er gegen ihren Willen bei Sirius war, würde er mächtig Ärger bekommen. Wahrscheinlich würden sie ihm sogar verbieten morgen zu seinem Freund zu gehen und darauf hatte er sich die ganzen Ferien über gefreut. Aber trotzdem brachte er es nicht übers Herz seinen Bruder allein in seinem Zimmer schmoren zu lassen.
„Hey", gab Sirius niedergeschlagen zurück.
„Ich... ich hab dir einen Apfel aus der Küche mitgebracht, dachte mir du würdest vielleicht gerne einen essen." Regulus holte den besagten Apfel aus seiner Tasche hervor und warf ihn Sirius zu.
Der ältere Junge fing ihn mit Leichtigkeit auf.
„Danke", murmelte er. Er war hier so anders. Anders als in der Schule, in der er sich nie ein Zeichen von Schwäche erlauben würde. Doch hier, hier war er schon am Boden. Seine Würde zu bewahren kostete zu viel Kraft. Zumindest vor seinem Bruder hatte er es aufgegeben Stärke vorzuspielen, die er nicht hatte. Regulus würde sich nicht über ihn lustig machen, er kannte ihn lange genug um sich dessen sicher zu sein. Auch wenn er ihn nie verstehen würde.
„Ich will hier weg, Reg." Es war kaum mehr als ein Flüstern. Aber Regulus konnte es ohne Probleme verstehen.
„Ich... guck mal morgen ist schon Heiligabend, es dauert nicht mehr lange bis die Ferien um sind", er probierte aufmunternd auszusehen, doch er wusste, dass es ihm misslang. Er glaubte kaum, dass die Worte Sirius Trost spenden konnten.
„Nein, ich meine für immer. Einfach nur weg. Weg von alledem. Weg von diesem Reinblutscheiß."
Regulus schluckte. Weg von alledem schloss ihn wohl mitein. Außerhalb von Zuhause hatte er so gut wie nie etwas mit Sirius zu tun. In der Schule hatte sein Bruder andere, er war beliebt bei fast allen. Slytherins ausgenommen. Dort war Regulus Anwesenheit nichts weiter als eine Erinnerung daran, dass sein Leben zu Hause nicht so rosig aussah wie das in der Schule.
„Das... du meinst, du willst abhauen, sobald Mutter und Vater dich hier wieder rauslassen?"
„Nein, nicht „sobald". Jetzt!" Er starrte in die Leere, dann wandte er seinen Blick Regulus zu und sah ihn flehend an: „Reg, kannst du mich nicht hier rausholen? Du bist der einzige, der sich irgendwie um mich kümmert."
„Sirius, ich... ich würd' ja gerne, aber wenn unsere Eltern herauskriegen, dass ich dir geholfen habe..."
„Bitte, Reg. Bitte."
oOoOoOo
„James, kommst du runter. Das Essen ist fertig."
„Ja, komm schon."
James schwang die Beine von seinem Bett und machte sich auf den Weg nach unten.
„Ah, da bist du ja. Dein Vater müsste auch jeden Moment eintreffen. Ich habe heute extra dein Lieblingsessen gekocht."
Der Siebzehnjährige erstrahlte, als er den dampfenden Topf sah, in dem sich wohl das Chili Con Cane verstecken musste.
„Wow, danke Mum."
„Nichts ist zu gut für den besten Jäger Gryffindors." Frida Potter wuselte durch die Küche um die letzten Zutaten auf den Tisch zu bringen.
„Du bist echt die Beste. Sag mal, kann Remus morgen vorbei kommen?"
„Natürlich kann er das", antwortete sein Vater, der gerade zur Tür reinkam und seine Robe auszog.
„Du weißt doch, dass deine Freunde hier immer willkommen sind", pflichtete ihm seine Frau bei.
„Gut, ich schicke Remus dann gleich nach dem Essen einen Brief", sagte James glücklich.
„Was ist eigentlich mir Sirius und Peter? Hast keine Lust sie ebenfalls einzuladen?"
„Peter ist mit seiner Familie in den Alpen. Du weißt doch wie sehr sein Vater es liebt dort im Schnee zu wandern. Und Sirius... Sirius hat denke ich wieder Stress mit seinen Eltern. Er hat mir jedenfalls auf den Brief, den ich vor zwei Tagen geschrieben habe, noch nicht geantwortet. Du kennst das ja, wenn seine Eltern ihm verbieten zu schreiben, dann sollte er es besser nicht tun, sonst kriegt er nur noch mehr Ärger."
Normalerweise antwortete Sirius ihm immer direkt und wenn das nicht der Fall sein sollte, hatte Sirius ihm gesagt, dann solle er sich nicht wundern, denn dann hätten seine Eltern es ihm verboten.
„Vielleicht besser so", lachte Mr Potter, „wenn ihr beiden hier zusammen wärt, würde unsere Küche wahrscheinlich nicht lange in diesem Zustand bleiben. Ich erinnere mich noch allzu gut an das Loch in der Wand."
Die letzten zwei Wochen der Sommerferien hatte der älteste Sohn der Blacks bei den Potters verbracht. Ganz zur Freude aller vier Eltern, denn während die Black glücklich darüber waren, dass sie ihren rebellischen Sohn los waren und er sie nun nicht mehr vor anderen Reinblütern blamieren konnte, genossen es Karl und Frida Potter die selbsternannten Rumtreiber in ihrem Haus zu beherbergen auch wenn sie dabei in Kauf nehmen mussten, dass sie regelmäßig Opfer eines ihrer Streiche wurden. Besonders Frida, die sich immer ein weiteres Kind gewünscht hatte und für die James ihr ganzer Stolz war, hatte den besten Freund ihres Sohnes sofort ins Herz geschlossen. Wie konnte man auch anders? Die beiden gingen schließlich miteinander um als wären sie Zwillinge. Außerdem tat das zusätzliche Lachen im Haus gut und entschädigte sie für die Zeit, in der James in Hogwarts war.
„Ach, Dad, jetzt vergiss doch mal das Loch. Das war wirklich ein Unfall. Ehrlich." James probierte so unschuldig wie möglich auszusehen und scheiterte dabei kläglich.
„Jaja, Sohnemann. Genauso sehr wie es ein Unfall war, dass meine Schuhsohle ganz rutschig war."
„Oh ja, ich erinnere mich gut daran. Ich durfte deine frisch gewaschene Robe direkt noch einmal waschen, weil du in einen Komposthaufen gefallen warst", fügte Mrs Potter schmunzelnd hinzu.
„Das war ganz allein Sirius Idee", sagte James abwehrend und alle wussten, dass es nicht stimmte.
Seine Mutter hatte gerade damit angefangen, ihren beiden Männer Reis auf den Teller zu schaufeln.
„Willst du eigentlich mal diese Lily einladen, von der du so begeistert bist?", wechselte sie nun das Thema.
„Mum, ich hab dir doch gesagt, dass sie mich nicht mag. Wenn ich sie einladen würde, dann würde sie mir entweder gar nicht zurückschreiben oder mir gar einen Heuler schicken, dass ich sie in Ruhe lassen soll."
James seufzte. Er hatte Lily schon unzählige Male nach einer Verabredung gefragt und sie hatte immer mit nein geantwortet. Was sollte er denn noch machen?
„Hast du sie denn schon mal nach einem Date gefragt?", schaltete sich nun sein Vater ein. Bisher hatte nur seine Mutter gewusst, dass er das rothaarige Mädchen toll fand. Und selbst das war eher unabsichtlich gewesen. Sie hatte nämlich mitbekommen, wie Sirius ihn mit Lilys Abweisungen aufgezogen hatte, und hatte gleich nachgehakt.
„Ja", gab James niedergeschlagen zu, „sie meint, dass sie nie im Leben mit mir ausgehen würde."
„Und warum das?"
„Ich glaube, sie hält mich für kindisch. Ich meine nicht jeder kann vierundzwanzig Stunden am Tag todernst sein und dabei komplett den Spaß vergessen."
„Das wird schon, James, das wird schon."
Lasst uns wissen, ob das erste Kapitel auch dem Prolog gerecht wird. Hoffe es hat euch gefallen!
