Hallo allerseits, da sind wir wieder. Ja, ich weiß, hat ein wenig gedauert. Bescherden reiche ich gerne an Juana weiter, die hat zu sehr um meine Aufmerksamkeit gebettelt. Einen herzlichen Dank an die beiden Reviewerinnen!
Disclaimer: Schenkt mir irgendwer die Jungs? Dann muss ich nicht immer schreiben, dass sie nicht mir gehören. Und dabei hätte ich sie doch so gerne. liebguck
2. Kapitel
Die beste Puddingköchin der Welt
„Meinst du ich kriege den neuen Besen zu Weihnachten?", fragte James seinen Freund Remus, nachdem sie es sich im Wohnzimmer auf der Couch gemütlich gemacht hatten. Sie hatten gerade gemeinsam gegessen und nun hatte die Vorfreude auf Weihnachten und die damit verbundenen Geschenke gesiegt.
Remus lachte leicht. Wenn es um Quidditch ging waren seine zwei besten Freunde einfach nicht zu stoppen. Sie konnten Stunden damit verbringen das letzte Spiel zu analysieren und strategische Pläne zu entwickeln. Quidditchspieler! Bücher hatten bei ihnen keine Chance, höchstens wenn sich ihr Inhalt über eben jenen Sport erstreckte oder sie Sprüche enthielten, die man für Streiche nutzen konnte. Und selbst dann war es meistens Remus, der sie herausfilterte und den anderen zeigte.
„Na, du hast doch selbst gesagt, dass du gesehen hast, wie ein längliches Paket bei euch angekommen ist."
„Ja, vielleicht vertue ich mich ja."
„Ich bin mir sicher, dass dir dein Geschenk gefallen wird, egal was es ist."
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Sirius wälzte sich in seinem Bett. Er war hungrig und durstig, aber noch schlimmer war, dass ihm langweilig war. Er hatte einfach nichts zu tun. Nicht mal Regulus war heute gekommen.
Vielleicht hatte er ihn mit seinem Verhalten gestern vertrieben. Er schnaubte bei dem Gedanken daran, wie er sich aufgeführt hatte, als sein Bruder zu ihm gekommen war. Hatte er ihn wirklich angefleht? War er ehrlich so verzweifelt gewesen? Wie sollte man auch anders, diese Familie brachte einen um den Verstand.
Er wollte schreien, all die Wut rauslassen. Doch kein Schrei ertönte. Ein leises Wimmern war alles, was er über die Lippen brachte. Hören würde ihn sowieso niemand. Das hatten seine Eltern sichergestellt. Sein Vater hatte extra eine ganze Stunde seiner kostbaren Zeit investiert um den Raum akustisch von der Außenwelt abzuriegeln.
Ob er den Rest der Ferien wohl hier drin verbringen musste?
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„Hey, Mum", brüllte James.
„Was ist denn James?" Frida Potter war gerade zur Tür reingekommen.
„Kannst du uns Pudding kochen?", fragte James mit einem bittenden Blick.
Seine Mutter stemmte die Arme in die Seiten und sah ihren frechen Sohn an. „Du hast mich hierher bestellt, damit ich euch Pudding koche, wo ihr doch gerade eben gegessen habt?" Doch ein verräterisches Lächeln stahl sich bei dem Anblick der zwei Jungen auf ihr Gesicht und machte alles pädagogisch wertvolle zunichte.
„Gut erkannt, Mum", erwiderte der Siebzehnjährige keck, „Bitte, tu es für Remus. Guck doch mal, wie kränklich er heute wieder aussieht. Ein Pudding wird ihm bestimmt gut tun."
Remus sah tatsächlich aus, als wäre er nicht bei bester Gesundheit, doch seine Mimik besagte, dass die ganze Sache mit dem Pudding allein auf James Initiative beruhte und ihm das Verhalten seines besten Freundes unangenehm war.
„Okay, aber nur weil ihr es seit." Mrs Potter lächelte Remus zu, der sie entschuldigend ansah, und ging in Richtung Küche.
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Regulus saß in der Bibliothek und blätterte in einem Buch. Doch seine Gedanken wollten sich einfach nicht mit „Schlaftränken und ihren Zubereitungsverfahren" beschäftigen. Immer wieder drifteten sie zu seinem Bruder ab.
Wie sollte er ihm nur helfen? Er wollte ja, aber seine Eltern, wenn sie ihn dabei erwischen würden, wie er Sirius aus dem Haus half, dann... nein, er wollte sich nicht ausmalen, was sie wohl mit ihm anstellen würden.
In seinem Kopf hatte er schon diverse Szenarien durchgespielt. Sirius durch den Kamin nach draußen lassen, während seine Mutter in der Küche beschäftigt war und seine Vater sich im Arbeitszimmer eingeschlossen hatte. Doch was wenn sie zu laut waren oder Kreacher sie erwischte? Oder seinen Bruder durch das Fenster in seinem Zimmer rauslassen, aber wie sollte er es aufkriegen?
Ihm fiel einfach keine Lösung ein. Er konnte doch nicht nur um seinem Bruder zu helfen seine ganze Stellung in der Familie gefährden. Wie seine Mutter ihn ansehen würde, wenn sie herausfand, dass er die ganze Zeit Sirius in seinem Zimmer besucht hatte ohne ihre Erlaubnis. Sie würde ihn dann wahrscheinlich genauso abschätzig ansehen, wie sie Sirius anblickte. Nein, das wollte er nicht. Er wusste nicht, wie sein älterer Bruder das aushielt. Aber er wusste, dass er das nicht ertragen würde.
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„Oh, Mum, Vanillepudding. Du bist einfach spitze!" James nah grinsend seine Schüssel voll von dem dampfendem Pudding entgegen.
„Danke, Mrs Potter. Das ist wirklich sehr nett. Das hätten sie echt nicht für mich tun müssen", entgegnete ihr Remus, während er seine Schüssel vor sich auf dem Tisch abstellte.
„Aber das hab ich doch gerne getan. Besuch muss doch schließlich verwöhnt werden. Und nenn mich bitte Frida."
Remus nickte nur und begann den Pudding auf seinem Löffel kalt zu pusten.
„Mum ist die beste Puddingköchin in ganz Großbritannien. Ach, was redete ich da. Auf der ganzen Welt."
„James, du musst nicht immer so übertreiben. Ich bin sicherlich nicht die beste Puddingköchein", erwiderte Mrs Potter, deren Wangen eine leichte Rotfärbung angenommen hatten.
„Dann aber wenigstens die zweitbeste! Ehrlich!", platzte es aus James heraus, „probier mal den Pudding, Remus. Und dann sag Mum, wie toll sie kochen kann. Mir und Dad glaubt sie das nämlich nie."
Remus probierte den ersten Löffel. „Der ist echt lecker, Mrs... Frida."
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Mittlerweile tat Regulus nicht mal mehr so, als würde er lesen. Obwohl das Buch immer noch aufgeklappt auf seinem Schoß lag, starrte der Junge die gegenüberliegende Wand an. Was sollte er nur tun? Diese Frage hatte er sich heute schon Dutzende Male gestellt, aber die Antwort verbarg sich hartnäckig vor ihm.
Mit einem Knarren ging die Tür auf und seine Mutter sah ihn mit ihrem gestrengen Gesicht an.
„Regulus, du weißt ja, dass wir heute Abend eingeladen sind. Zieh dir also gleich deine beste Robe an, hast du verstanden?"
Das wäre die Gelegenheit. Wenn er es doch nur schaffen würde alleine zu Hause zu bleiben, dann könnte er bestimmt Sirius hieraus schaffen... irgendwie.
„Mum, mir geht es nicht so gut. Kann ich nicht zu Hause bleiben? Ich habe fürchterliche Bauschmerzen. Und ich will doch morgen fit sein, wenn der Besuch kommt", nörgelte Regulus und schlang seine Hand um seinen Bauch.
„Bitte", setzte er nach einem kurzen Moment hinzu.
Seine Mutter presste die Lippen zusammen und musterte ihren Jüngsten. Nach wenigen Sekunden wurden ihre Gesichtszüge weicher.
„Na gut, aber unter der Bedingung, dass du dich morgen exzellent benimmst und heute mithilfst das Haus fertig zu machen. Beaufsichtige Kreacher, verstanden? Ich möchte, dass morgen alles perfekt ist. Der Tag ist sehr wichtig für uns, alle hochrangigen Leute werden da sein."
Regulus nickte und beobachtete, wie seine Mutter den Raum verlies. Jetzt musste er nur noch eine günstige Gelegenheit abpassen.
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„Och komm Moony, du willst doch nicht jetzt schon gehen, oder?"
„James, morgen ist Weihnachten, ich muss meiner Mutter bestimmt noch helfen, etwas vorzubereiten."
„Ach, komm, bleib doch noch eine halbe Stunde. Nur eine halbe Stunde. Bitte. Danach kannst du auch gehen, wenn du willst."
„Du bist aber großzügig."
„Ja, nicht?", erwiderte James grinsend. Er musste zugeben, es war nicht nur die Gemeinschaft seines Freundes wonach er bettelte. Wenn Remus weg war, würde seine Mutter ihn bestimmt ebenfalls zur Hausarbeit einspannen, auch wenn es schon halb neun war. Und im Gegensatz zu Remus hatte er da absolut keine Lust drauf.
„Okay, okay, ich bleibe noch etwas. Aber nur eine halbe Stunde. Keine Sekunde länger, wir haben nämlich noch einiges zu tun und das kann ja nicht alles meine Schwester und meine Mum erledigen. Du weißt doch, Dad kommt erst morgen wieder zurück und dann soll doch alles fertig sein."
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„Kreacher, ich will, dass du den Raum hier noch putzt. Und häng die grünen Gardinen auf. Hast du verstanden?"
„Herrin hat gesagt, dass ich noch dem verdorbenem Jungen Essen bringen soll, auch wenn er es nicht verdient hat. Herrin ist viel zu großzügig", nuschelte Kreacher in sich hinein.
„Ich werde das übernehmen. Meine Mutter legt nämlich großen Wert darauf, dass dieser Raum großartig aussieht."
„Wie der Herr meint", erwiderte Kreacher, verbeugte sich kurz und verschwand dann im Raum.
Damit sollte der Hauself erst mal eine Weile beschäftigt sein. Jetzt musste nur noch Sirius mitspielen.
Regulus ging in die Küche, nahm das Tablett, das seine Mutter auf den Tresen gestellt hatte, und machte sich auf nach oben zu gehen.
Nun war es nur noch eine Sache der Zeit bis sein Bruder aus dem Haus war... wenn alles gut ging.
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„Schade, dass ihr diesen Vollmond nicht bei mir sein könnt", seufzte Remus.
„Vielleicht geht das ja! Zumindest ich könnte es versuchen und dann könnten wir den Wald in deiner Nähe unsicher machen", erwiderte James zuversichtlich und ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht bei dem Gedanken daran in ein paar Tagen mit seinem Freund durch die Wälder tollen zu können. Sonst würde er noch ein ganzen Monat warten müssen bis sie in Hogwarts die Gelegenheit dazu hätten.
„James! Das geht nicht. Auch wenn ich es mir wünschte, das ist viel zu gefährlich", ermahnte ihn Remus.
„Ja, aber ich bin doch bei dir."
Remus sah seinen Freund kopfschüttelnd an. „Nein, das geht wirklich nicht. Was wenn meine Eltern davon Wind kriegen? Das kann ich ihnen nicht antun, nicht nach allem, was sie für mich getan haben."
„Okay, es wäre nur schön gewesen", antwortete James enttäuscht.
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Erschöpft lag Sirius auf dem Boden seines Zimmers. Sein Brustkorb bewegte sich rasch auf und ab.
Er hatte versucht die Tür aufzukriegen, die Magie der Fenster zu durchbrechen. Aber nichts half. Er wollte raus hier. Nein, er musste raus hier. Er hielt es nicht mehr aus. Es kam ihm vor, als würden die Wände jede Minute näher rücken.
Die Wut und die Verzweiflung hatten ihm die Kraft gegeben an der Tür zu rütteln und zu zerren. Doch nun war die Wut verebbt und auch jegliche Stärke hatte ihn verlassen. Nur die Verzweiflung war geblieben.
Was sollte er nur tun? Konnte er überhaupt etwas tun? Oder... oder war er seinen Eltern schutzlos ausgeliefert? Angst umschloss sein Herz. Bisher hatte er nie darüber nachdenken wollen. Er hatte sich immer als unabhängig betrachtet. Nur weil er sich absichtlich schlecht benahm, wurde er eingesperrt. Also war es seine Entscheidung, nicht?
Die Tür ging auf und Regulus trat herein. Essen! Endlich! Sirius kämpfte sich vom Boden hoch. Doch er hielt inne, als er den Gesichtsausdruck seines jüngeren Bruders bemerkte. Er schien angespannt zu sein? Was war los?
„Ich...", fing Regulus an und stellte das Tablett auf den Schreibtisch. „Mutter und Vater sind momentan nicht hier und Kreacher macht gerade den Speisesaal für morgen fertig."
Sirius sah ihn erwartungsvoll an.
„Du... du hast genug Zeit um wegzurennen. Aber... aber vorher schock mich, okay? Damit es so aussieht, als hättest du mich überwältigt. Sonst... sonst... du kennst ja Mutter und Vater."
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„Ich muss jetzt aber wirklich los", sagte Remus und stand auf.
„Och, Moony, die halbe Stunde ist erst in 20 Sekunden um, wirklich, ehrlich und vielleicht vergisst du dann ja wieder, dass du gehen wolltest."
„James, ich muss wirklich wirklich los, das ist ernst gemeint. Das Essen für morgen muss noch vorbereitet werden. Und außerdem muss ich noch dein Geschenk einpacken und losschicken."
„Sag das doch gleich, Moony. Wer so wichtige Sachen noch tun muss, der darf auch schon so früh nach Hause gehen."
Remus prustete los. Es war einfach unglaublich, wie vernarrt Prongs in Weihnachten und vor allem in Geschenke war. Was das betrifft, benahm er sich wie ein Kind.
„Na hopp, wird's bald. Du musst noch Geschenke einpacken, steh hier nicht so rum. Auf mit dir nach Hause, deine Mutter vermisst dich bestimmt schon", scheuchte der Geschenkefanatiker ihn in Richtung Garderobe.
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„Okay", gab Sirius nickend zurück. „D-danke."
Regulus lächelte leicht und hielt ihm seinen Zauberstab entgegen. „Hier, viel Glück."
Sirius nahm den Zauberstab und eine Minute später lag sein jüngerer Bruder auf dem Boden. Der Sechszehnjährige beugte sich kurz über Regulus um sicherzustellen, dass es ihm gut ging, flüsterte noch einmal „Danke" und machte sich auf das Zimmer so schnell wie möglich zu verlassen. Selbst Essen und Trinken konnten warten.
Das war wahrscheinlich seine einzige Chance dieser Hölle zu entkommen. Sein Herz klopfte wie wild, als er versuchte möglichst leise den Schrank, in dem seine Sachen eingeschlossen waren, zu erreichen. Bitte, lass Kreacher mich nicht hören, bitte. Auch wenn der Hauself unscheinbar wirkte, so durfte man seine magischen Künste nicht unterschätzen
Mit einem Schwung seines Zauberstabs sprang das Schloss auf. Seine Tasche, sein Besen, sein Koffer, alles war da. Schnell packte er die Sachen zusammen und schrumpfte sie. Zum Glück konnte das Ministerium nicht nachhalten, wer in diesem Haus die Sprüche wirkt und meist nicht mal was für ein Zauber gesprochen wurde. Sonst könnte er sich sicher sein, dass er Hogwarts nicht mehr von innen zu Gesicht bekam.
Er ließ Regulus Zauberstab auf einem der Regalbretter liegen und steckte stattdessen seinen eigenen ein.
Jetzt musste er nur noch unbemerkt den Kamin benutzen.
So, das war es auch schon wieder. Da hab ich wohl einen Rekord in kurzen Abschnitten aufgestellt. 12 an der Zahl. War eher ein Expiriment es so zu schreiben. Ihr könnt mir ja sagen, ob es gelungen ist, würde mich wirklich interessieren!
