Here it goes... chapter 2... ich hoffe es gefällt euch!


Chapter 2

An Unlikely Visitor with an Unlikely Proposal

- Ein unwahrscheinlicher Besucher mit einem unwahrscheinlichen Antrag -

„Sie müssen scherzen" sagte Nathaniel kreidebleich.

„Tun wir nicht", erwiderte Deveraux, sein Ausdruck immer noch der eines gütigen Vaters (was Nathaniel noch mehr ärgerte, weil er es so schwierig fand den Premierminister so sehr zu hassen wie er es für so eine Ankündigung verdiente). „Hören Sie her, John. Wir wissen alle, dass diese Idee aus heiterem Himmel kommt, wir wissen, dass es sehr unangenehm für Sie ist, aber… wir wissen auch, dass Sie alles tun würden um ihrem Heimatland nach besten Möglichkeiten zu dienen."

Nathaniel presste seine Lippen noch fester zusammen, sodass sie eine einzelne Linie bildeten.

Der Premierminister wand emotionale Erpressung bei ihm an. Und er tat es in einer Weise, die Nathaniel keine andere Möglichkeit ließ als zuzustimmen. Nach allem konnte er nicht die Wahrheit sagen – dass er nicht, er hatte es nie getan und würde es auch nie tun, seinem Heimatland diente, sondern nur seinen eigenen Interessen? Wenn er nun Deveraux – und seinem Heimatland – diesen ‚kleinen Gefallen' verweigerte, konnte er sich gleich sein eigenes Grab schaufeln.

Das reizvolle, geistige Bild sich selbst an Deveraux's Stelle sitzen zu sehen anvisierend, die Macht haben anderen anzuordnen zu heiraten wenn diese nicht wollen, zwang sich Nathaniel zu einem Lächeln auf dem Gesicht. „Natürlich, Sir. Ich bin ein demütiger Diener des Empires."

„Wundervoll!" Deveraux applaudierte. „Ich wusste Sie würden schnell die Wichtigkeit dieser Sache erkennen und geneigt sein uns zu helfen… zu helfen unser geliebtes Empire zu retten. Ich bin sehr stolz auf Sie, John. Und dazu kommt noch, dass die ganze Angelegenheit keine große Aufopferung von Ihnen erfordert. Sie sagen nur das ‚Ich will', lassen die Frau in Ihrem Haus wohnen, bringen sie manchmal mit zu unseren zeremoniellen Zusammenkünften… davon abgesehen können Sie sie ignorieren. Sie können ihr Leben weiterleben wie Sie es zuvor getan haben", der Premierminister lehnte sich mit einem schelmischen Grinsen näher. „Sie können sogar Miss Farrar als Ihre Freundin behalten. Ich bin sicher niemand wird einen Skandal draus machen wenn Sie das tun."

Ein paar kichernde Laute konnten von den anderen Ministern vernommen werden, die augenscheinlich von John Mandrakes Beziehung zu der schönen Zauberin unterrichtet waren. Schließlich hatte der junge Mann nie ein Geheimnis daraus gemacht und war mit Jane als seiner Partnerin bei verschiedenen Gelegenheiten und auf Empfängen erschienen.

„Ich bin froh zu wissen, dass ihre Regierung aus aufgeschlossenen Gentlemen besteht." sagte Nathaniel mit kaum bemerkbarer sarkastischer Umrandung. „Ich schätze Sie planen eine große, ausgefallene Hochzeit um den Gewöhnlichen etwas zum Gaffen an den Fernsehschirmen zu geben…"

„Wir hofften Sie würden nicht von einer großen Zeremonie absehen", Deveraux nickte. „Und was würde den Durchschnittsbriten mehr besänftigen als eine von ihnen, in einem Kleid einem Monarchen gebührend vor den Altar treten zu sehen, bepackt mit Juwelen und dem teuersten Strauß tropischer Blumen…?"

„Augenschmaus für das Gesindel, heh?", grübelte Nathaniel. „Nicht schlecht als PR-Trick, das muss ich Ihnen lassen."

„Ich bin so froh, dass Sie uns da zustimmen, John." Der Premierminister strahlte.

„Nur noch eines, Sir. Wer ist die Gewöhnliche die ich zur Frau nehmen soll?"

„Nun…" Deveraux blickte den Staatssekretär für Kultur, Medien und Sport an.

Besagter Minister, ein dünner Mann in den Vierzigern, räusperte sich. „Wir dachte der beste Weg die Gewöhnlichen zu besänftigen wäre es wenn Sie einen ihrer Anführer heiraten. Jemanden von dem Widerstand. Das würde ihnen den Eindruck vermitteln, dass wir, die großzügigen Zauberer, ihnen nicht böse sind wegen ihren kleinen… Missetaten."

„Aber der Widerstand ist immer noch außer unserer Reichweite, Gentlemen", sagte Nathaniel faktisch. „Wie stellen Sie es sich vor eine von ihnen dazu zu bringen mich zu heiraten?" Ein sarkastisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. „Ich sehe schon die Schlagzeile: ‚Mädchen des Widerstands, verpasst nicht die Möglichkeit eures Lebens! Eine von euch wird die Ehre haben einen mächtigen Zauberer zu heiraten und das Leben einer Prinzessin zu leben! Bitte mit einem Lebenslauf an Whitehall wenden.' Ich bitte Sie. Erwarten Sie das auf so etwas jemand reagiert?"

„Äh… nein", sagte Deveraux. „Aber wir brauchen kein weibliches Mitglied des Widerstands finden, John. Sie haben schon längst eine gefunden."

Nathaniel Gesicht verdunkelte sich. „Das meinen Sie nicht ernst. Nicht sie."

„Warum nicht, John? Trotz allem ist sie eine ihrer Anführer gewesen. Sie sehen zu ihr auf. Über einen Monat lang haben sie versucht Rache an uns zu nehmen, dafür dass wir sie eingesperrt haben. Es gibt keine bessere Wahl als Kathleen Jones."

„Wenn sie mich tötet, stellen Sie sicher, dass man mich in der Westminster Abbey begräbt", sagte Nathaniel trocken. „Vielleicht in Gladstones Gruft. Er benutzt sie nicht länger und ich bin immer sein Bewunderer gewesen."

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„Jones!" Der Gefängniswärter winkte Kitty von der Tür ihrer Zelle zu sich ran.

„Ist es nicht zu früh für das Mittagessen?" fragte das Mädchen scharf.

„Ich bringe nicht dein Essen, ich bringe dich hier raus", grunzte der Mann.

„Was?" Kittys Augen weiteten sich. Eine Begnadigung? Hatten die ach-so-tollen Zauberer ihr eine Begnadigung bewilligt? Hatte der Widerstand sie dazu gebracht sie gehen zu lassen? Oder gaben sie ihr wenigstens eine Gerichtsverhandlung? Nicht dass es etwas nutzen würde; schließlich war sie auf frischer Tat gefasst worden als sie versuchte magische Artefakte von einem Ministeriumsbeamten zu stehlen. Selbst wenn sie eine Verhandlung hätte, würde sie keine Chance haben zu gewinnen. Aber vielleicht würde sie die Chance haben ein paar Zauberer vor der großen Anhörung Arschloch zu nennen. Das würde mehr als befriedigend sein. Besonders wenn dieser Mandrake anwesend war.

Mandrake war derjenige gewesen der vier Polizisten auf sie angesetzt hatte und egal was für ein starker Kämpfer sie war, sie konnte keine vier muskulösen Zauberer bewältigen. Mandrake war clever gewesen sie von Polizisten fangen zu lassen anstatt seine Dämonen auf sie zu hetzen. Er wusste, dass sie Magie abwehrte.

Kitty's Hände ballten sich zu Fäusten als ihr Mandrakes erbärmliches Gesicht einfiel – er hatte sie herablassend angeblickt, als die vier Muskelmänner sie zu dem Auto brachten, das sie zum Tower fuhr.

Es war über einen Monat her und Kitty hatte diesen Monat in einer kleinen, dreckigen Zelle verbracht, von allen separiert. Sie bekam zwei Mahlzeiten am Tag und die Chance sich einmal die Woche zu waschen, aber sie hatte die ‚Toilette' (was ein Loch im Boden war) in ihrer Zelle zu benutzen.

„Bewegung, Jones", blaffte der Wärter.

Widerwillig stand Kitty von ihrem Gefängnisbett auf und steuerte auf die Tür zu. Sie sah zwei weitere Aufpasser draußen warten. Dies konnte offensichtlich keine Begnadigung bedeuten, sonst würde man nicht so viel Acht auf ihren Gefangenen geben. Vielleicht eine Verhandlung…

„Wo gehen wir hin?" erkundigte sich Kitty, dem Wärter folgend, während die beiden Wachen ihr folgten.

„Zum Waschraum", kam die Erwiderung.

„Aber… aber es ist nicht Sonntag", sagte Kitty. „Es ist Mittwoch und ich darf immer sonntags die Dusche benutzen."

Der Wärter drehte sich um. „Du hast einen Besucher, Missy. Jemanden bei dem du nicht in Lumpen wie diesen erscheinen kannst, und so riechend…"

Kitty sah an ihren Klamotten hinunter. Sie waren zerknittert und dreckig und stinkend, aber sie hatte sich so daran gewöhnt, dass sie nicht mal mehr ihren eigenen Gestank bemerkt hatte. „Heißt dass ich bekomme frische Klamotten?"

„Nur für heute", erwiderte der Wärter barsch und hielt vor der Tür bezeichnet ‚Waschraum – Frauen' an. „Gehn Sie rein und duschen. Haare waschen und Zähne putzen ebenso."

„Kommt der Premierminister zu Besuch oder was?" Kitty verschränkte die Arme.

„Nein, aber jemand beinahe so wichtiges wie er", kam die kalte Antwort.

„Ich kann meine Zähne nicht putzen", sagte das Mädchen.

„Was?"

„Ich habe keine Zahnbürste", stellte sie fest. „Ich hatte nie die Chance meine Sachen zu packen bevor dieses Arschloch Mandrake mich hierher geschickt hat."

„Wir werden dir eine Zahnbürste beschaffen", grunzte der Wärter. „Und einen Kamm. Du wirst alles hier finden wenn du deine Dusche beendet hast. Und jetzt los!"

Man brauchte es Kitty nicht zweimal zu sagen – sie betrat den Waschraum und ging zur Dusche, erfreut vier Tage früher als normal sauber zu sein.

Als das ein bisschen kalte Wasser an ihrem Körper hinunter rann fragte sie sich wer diese wichtige Persönlichkeit sein konnte und was sie von ihr wollte. Hmm, es muss eine Befragung sein, dachte sie. Aber trotzdem, warum sollten Zauberer wollen, dass ihre Gefangenen für eine Befragung sauber sind? Kitty hatte Geschichten gehört über Zauberer die Gewöhnliche für Informationen folterten – warum sollte sie frisch und verschönert sein für eine Folterung? Ohne Frage, sie würde kein Wort sagen. Sie würde niemals den Standort ihrer Freunde irgendwelchen blöden Zauberern verraten. Eher würde sie sterben. Sterben ist viel besser als Leben in einer kalten und dunklen Zelle wo ihre einzigen Gefährten die Ratten waren.

Als sie aus der Dusche kam hatte jemand ihr saubere Kleidung gebracht (auch wenn diese alt und sehr schlicht aussah), einen Kamm, eine Zahnbürste mit einer Tube Zahnpasta und irgendeines mysteriösen Grundes wegen ein kleines Fläschchen voll etwas, das wie Medizin roch.

Kitty zog sich an, trocknete und kämmte ihr Haar, putzte ihre Zähne aber ließ das Fläschchen stehen.

„Hey, bist du fertig da drin?" ertönte die Stimme des Wärters von draußen.

„Ja, bin ich." antwortete sie.

Der Gefängniswärter kam rein. „Austrinken." Er deutete auf das Fläschchen das auf dem Waschbecken stand, immer noch voll der mysteriösen Flüssigkeit.

„Warum, was ist das? Gift?" fragte Kitty beiläufig.

„Glaubst du wir würden dich duschen lassen und dir frische Sachen geben und vergiften dich dann?"

„Nun… nein."

„Das ist ein extra starkes Penicillin das in Minuten wirkt", erklärte der Wärter.

„Warum sollte ich Penicillin brauchen? Ich bin nicht krank", protestierte Kitty.

„Soviel du weißt, könntest du Krankheiten mit dir tragen, von denen unser Gast nicht erfreut wäre sich anzustecken. Los, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit."

Widerwillig entkorkte Kitty das Fläschchen und schluckte den Inhalt hinunter. Es schmeckte bitter.

„Und jetzt, Bewegung!" Die Stimme des Wärters war entschieden und mit einem Seufzen folgte Kitty ihm aus dem Waschraum, sich fragend wer dieses mysteriöse Weichei war, der sich nicht traute einen Gefängnisinsassen zu treffen bevor dieser gezwungen worden war widerliche Medizin zu trinken.

Sie gingen über fünf Minuten durch Teile des Gebäudes die Kitty unbekannt waren, bis der Wärter vor einer Tür stoppte und das Mädchen gehässig angrinste. „Geh rein und sei vorsichtig wen du ein Arschloch nennst."

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Kitty betrat einen spartanisch aussehenden Raum mit nur einem Tisch, zwei Stühlen und Wänden aus einem ungesunden Gelbton. Trotzdem sah er noch immer aus wie ein eleganter Salon, verglichen mit ihrer Zelle oder dem Rest der Räume im Tower die sie bisher besucht hatte. Er hatte sogar ein Fenster, was Kitty luxuriös erschien, da ihre Zelle keines hatte. Nicht mal ein winziges mit Gitterstäben – das einzige Licht, dass gewöhnlich in ihre Zelle fiel kam durch die Risse in der schweren Holztür.

Zunächst bemerkte sie nicht mal den Mann der, hinausschauend, neben dem Fenster stand, da sich sein dunkler Mantel mit den dunklen Vorhängen vermischte.

Kitty brauchte ein paar Sekunden um zu realisieren, dass ihr mysteriöser Besucher anwesend war, als sich seine Hände hinter seinem Rücken verschränkten. Schwarzes Haar fiel stufenförmig auf seinen schwarzen Mantel. Es sah lang genug aus um es zu einem Pferdeschwanz zu binden, aber der Mann (war das überhaupt ein Mann? – sie wunderte sich) mochte es anscheinend seine Haare offen zu tragen.

Die Person am Fenster drehte sich immer noch nicht um und Kitty nutze die paar Sekunden um seine Hände zu betrachten – dies waren männliche Hände, kein Zweifel. Langes Haar oder nicht, ihr Besucher war ein Mann. Und ein wichtiger dazu.

Die einzige ‚wichtige' Person mit lächerlich langen Haaren, die Kitty kannte, war…

„Sie?" keuchte sie als die Gestalt sich umdrehte.

„Ihnen auch einen Guten Tag, Miss Jones", sagte Nathaniel.

„Also deshalb sagte mir der Wärter Sie nicht Arschloch zu nennen", murmelte sie.

„Entschuldigung?"

„Bevor ich dem Raum betrat wies der Gefängniswärter mich an den Besucher nicht Arschloch zu nennen, weil ich früher am heutigen Tag Sie als eines bezeichnet habe."

„Reizend", erwiderte Nathaniel nur. „Wie auch immer, ich bin nicht hier um zu diskutieren ob ich ein Arschloch bin oder nicht, Miss Jones."

„Dann?" fragte Kitty, die Arme in die Seiten gestemmt.

„Würden Sie sich setzten?" Nathaniel deutete zu den Stühlen die an den gegenüberliegenden Seiten des Tisches standen.

Kitty warf ihm einen Blick zu. „Muss ich?"

„Sie müssen nicht, aber es wäre komfortabler, nicht wahr?"

„Als ob Sie sich um meinen Komfort scheren!" fauchte sie. „Sie haben keine Idee was ‚Komfort' in diesem Tower bedeutet, nicht wahr, Mandrake? Sie haben keine Ahnung wie ‚komfortabel' es ist auf einer harten Gefängnispritsche zu schlafen, die man mit einem Dutzend Ratten teilt; wie komfortabel es ist in ein Loch auf dem Boden zu scheißen und wie verdammt komfortabel es ist einmal in der Woche kalt duschen zu dürfen!"

„Ist die Dusche wirklich kalt?" Nathaniel blinzelte. „Wie rücksichtslos." Er setzte sich auf einen der Stühle, Kitty blieb stehen.

„So, Miss Jones, ich bin hier um Ihnen zu sagen, dass es nur an Ihnen liegt Ihre momentane Situation zu verbessern oder nicht."

„Ich werde meine Freunde nicht verraten, wenn es das ist was sie sich vorstellen", blaffte sie.

Nathaniel lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, das Mädchen amüsiert musternd. „Das habe ich nie von Ihnen erwartet."

Jetzt war es Kitty zu blinzeln. „Haben Sie nicht?"

„Nein, habe ich nicht. Dafür kenne ich Sie zu gut. Jemand der sein Leben riskiert um einen Feind vor einem Golem zu retten ist nicht der Typ der seine Freunde verrät, egal wie lange er gefoltert wird oder wie groß die versprochene Belohnung ist. Sie sind eine loyale Person, zu loyal zu Ihren Freunden und Ihrem Glauben. Deswegen würde ich es nicht mal versuchen Sie zu überreden sich in eine Verräterin zu verwandeln. Ich weiß ich würde fehlschlagen."

„Gut bemerkt", sagte sie sarkastisch. „Aber, wenn Sie nicht wollen, dass ich meine Freunde betrüge, dann was – wollen – Sie?"

„Ich habe einen Antrag für Sie, Kitty Jones."

Die Augen des Mädchens verengten sich und sie setzten einen so feindlich wie möglichen Ausdruck auf.

Ihre Mimik sehend, grinste er bloß.

Wie sie dieses selbstgefällige Grinsen hasste! Wie sie ihn hasste!

„Was… was für eine Art von Antrag?" fragte sie, sich genervt fühlend aber entschlossen es nicht zu zeigen.

Sein Grinsen wurde immer selbstgefälliger, wenn das überhaupt möglich war.

„Ein Heiratsantrag, Miss Jones."


Wie wäre es mit einem Review? :D