A/N: Sooo, da bin ich auch schon wieder. Das zweite Kapitel hat länger gedauert, als ich gedacht habe. Auch bin ich mit der Überschrift nicht ganz zufrieden, aber mir fiel einfach nichts anderes ein... °seufz° Ich hoffe natürlich, dass euch das zweite Kapitel auch gefällt. Viel Spaß beim Lesen!
LilySummer: Hey, schön dich wieder mit dabei zu haben! Also ich würde James auch keinen Korb geben! Mit Sicherheit nicht! Auf Lilys Antwort wirst du dich aber noch ein kleines bisschen gedulden müssen. Im nächsten Kap, versprochen! Also, ich hoffe, dass dir das Kapitel gefällt!
citrone: Danke für das liebe Review! Es freut mich, zu hören, dass es mir doch gelingt, die einzelnen Situationen einigermaßen gut rüberzubringen. Stimmt, du hast recht. Zu Friede-Freude-Eierkuchen wäre irgendwie langweilig, oder? ;-)
artemischel: Hey, danke für das Lob! °freu° Ja, diese ewigen, endlosen Absätze find ich auch schlimm. Bei mir ist es irgendwie schon fast andersrum, ist mir eben aufgefallen. Ich hab manchmal schon fast zu viele...
Moony-Paddy-Prongs: Vielen Dank für dein liebes Review. Tja, das mit der Hochzeitsidee... Ein kleines bisschen wirst du dich noch gedulden müssen Aber nicht mehr lange, versprochen!
BlutigeBaronin: Hallöchen! °zurück wink° Vielen Dank. Ich hoffe, es bleibt spannend, sodass du dich vielleicht zu einem kleinen weiteren Review hinreißen lässt? ;-)
Sna: Hey, vielen Dank! °rot werd° Du bist so süß! Das ist echt lieb von dir! Ich hoffe, ich kann dich hiermit genauso begeistern. ;-) °knuddel°
Kapitel 2:
Die Frage aller Fragen
„Mr. Potter, ich muss doch sehr bitten!"
Wütend stemmte die rundliche Frau die Arme in die Hüften. Ihre Lippen waren schmal aufeinander gepresst, ihre Wangen leuchteten rot, so, als hätte sie sich eben erst in Rage geredet.
James seufzte. Es war ein harter Arbeitstag gewesen, jeder Knochen schmerzte und dann das. Er hatte seine Vermieterin nie gemocht, immer schon hatte sie Probleme gesehen, wo eigentlich keine waren. Immer war er freundlich gewesen, doch heute, gerade jetzt in diesem Moment verspürte er das verlangende Gefühl, sie einfach hintenüber die Treppe hinunter zu schubsen.
„Mrs. Fletcher", fing er an, doch sie sah nicht so aus, als würde sie seinen Erklärungen lauschen wollen. Statt dessen kam sie einen Schritt näher, sodass James reflexartig einen halben Schritt zurück schritt.
„Gibt es ein Problem?"
Glockenhell und klar klang ihre Stimme hinter ihnen, hallte im Flur wider und ließ sie beide zusammenzucken. Mrs. Fletcher schnaufte. Ihr Blick blieb an Lily kleben, die sie mit einem zuckersüßen Lächeln anstrahlte und schon schien die Frau besänftigt zu sein. Sie wich zurück, sodass das Mädchen an ihr vorbei huschen konnte und schüttelte dann mit dem Kopf.
„Wir sprechen morgen", sagte sie resigniert zu James, wandte sich um und stieg schweren Schrittes die Treppe hinunter.
„Ich liebe dich", sagte James erleichtert und küsste sie sanft. Lily lächelte nur und folgte ihm in die Wohnung.
„Was hat sie jetzt schon wieder?"
„Ich bin zwei Tage über der Kündigungsfrist. Sie will, dass ich die nächsten drei Monate mitbezahle."
„Du hast deine Wohnung gekündigt?"
James sah sie überrascht an. „Na klar, wieso nicht?"
„Hmm, lass mich überlegen... Vielleicht, weil wir beide noch keine gemeinsame Wohnung gefunden haben?"
„Aber wir werden eine finden."
Lily sah ihn an, dann seufzte sie. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als sie diesen verrückten Idioten betrachtete, mit dem sie vorhatte, den Rest ihres Lebens zu verbringen.
„Deinen Optimismus möchte ich haben", sagte sie und griff nach dem Glas Saft, das James ihr eingeschenkt hatte. Er grinste.
„Du solltest nicht immer so schwarz sehen, Schatz. Das steht dir nicht. Du kriegst dann immer diese Falten zwischen den Augen."
Wild gestikulierte er mit den Händen vor seinem Gesicht rum und Lily lachte. Wie immer. Wenn es ihr schlecht ging, sie mies gelaunt war oder unangenehmes erlebt hatte, schaffte James es immer, sie wieder aufzuheitern.
Irgendwann ging dann jeder seinen eigenen Beschäftigungen nach. James hatte Akten aus der Aurorenzentrale mitgebracht, die er noch bearbeiten wollte und Lily ging einige Notizen für ihre morgige Prüfung durch.
Bei dem Gedanken, dass sie beieinander saßen wie ein altes Ehepaar, dass sich schon ewig lange kannte, musste Lily lächeln. Sie liebte es, in seiner Nähe zu sein. Seine Anwesenheit beruhigte sie und löste ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit in ihr aus.
Sie sah auf die Uhr und stellte überrascht fest, dass es gleich elf Uhr war. Lily gähnte, streckte sich und stand auf. James war noch immer in seine Akten vertieft und zuckte kurz zusammen, als sie die Arme um seine Schulter legte und ihre Stirn auf seinem Kopf bettete.
„Wollen wir schlafen gehen?"
„Geh du schon vor, ja? Ich komm gleich nach. Es dauert nicht mehr lange."
„Oh, Schatz. Du brauchst doch deinen Schlaf. Komm schon, die Akten kannst du auch morgen noch fertig machen."
James seufzte, dann lächelte er. Er lehnte sich etwas zurück, hinein in die Umarmung und grinste wohlig. Lily küsste ihn sanft auf die Stirn, dann nahm sie sein Handgelenk und zog ihn mit sich ins Schlafzimmer.
OooOoOo
Stimmengemurmel fegte durch die Gänge, ab und an beschwerte sich ein Verdächtiger lauthals über die unverschämten Maßnahmen und Umgangsmethoden der Aurorenzentrale. James kannte das schon, deswegen zuckte er nicht einmal mehr mit der Wimper, als einer von ihnen in das Büro stürmte und ihm zu verstehen gab, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.
Die Auroren in Ausbildung hatten ein größeres Büro für sich. Acht Schreibtische standen hier, dicht aufeinander gerückt. In ihrem Büro war immer Betrieb. Die „Kaffeedame", wie James und Sirius sie liebevoll nannten kam gegen Mittag immer auf einen kleinen Plausch vorbei, die ausgebildeten Auroren kamen nun fast stündlich um irgendwelche Akten abzuholen und seit neustem lud Sirius auch wieder seine neusten Eroberungen ein.
Alles in allem war es zwar stressig, aber zu ertragen. Er war froh, angenommen worden zu sein. Die Einstellungstests hatten an Strenge und Härte zugenommen, als Sirius und er sich beworben hatten.
„Hey."
Leise und heiser kam es von der Tür und als James aufsah, blickte ihm ein leichenblasser Sirius mit leeren Augen entgegen.
„Scheiße Mann, was ist passiert?"
Sirius schüttelte nur den Kopf und ließ sich auf den kleinen, fast schon auseinander fallenden Stuhl vor James Schreibtisch nieder. Er stützte sein Gesicht in die Handflächen. Als er wieder aufsah, war er immer noch blass, doch er lächelte leicht.
„Hast du Kaffee da?"
James nickte, sprang auf und sprintete in die Küche. Kaffeedame Melanie sah ihn verwundert an, als er nach einer der schon vorbereiteten Tassen griff, sie kurz anzwinkerte und dann wieder in ihr Büro zurückhechtete.
Sirius nahm die Tasse dankbar entgegen, seufzte und ließ sich im Stuhl zurücksinken. Der knackte unheilvoll, doch er ließ sich nicht beirren, schlürfte an seinem Kaffee und schloss die Augen.
„Ziemlich krass, was im Moment abgeht", sagte er dann ohne jegliche Vorwarnung. Seine dunklen Augen leuchteten fast in seinem käsigen Gesicht und eine tiefe Falte hatte sich zwischen seine Augenbrauen gesetzt.
„Was ist passiert?", fragte James noch einmal.
„Sie mussten drei Todesser töten. Haben Muggel gefoltert. Sie wollten fliehen, Dancon blieb nichts anderes übrig."
Er seufzte tief. „Jamie, ich glaub, ich hab noch nie so viel Blut gesehen."
James wusste, wie Sirius sich fühlte. Vor ein paar Tagen hatte er ebendies miterlebt und er hatte wahrscheinlich genauso verletzlich und krank gewirkt, wie sein bester Freund, der da saß und in seine Tasse starrte, als wäre es ihm peinlich so schwach zu sein.
Er hätte ihm gerne gesagt, dass es nichts mit Schwäche zu tun hatte, sich vor Folter und Tod zu fürchten. Doch wenn er daran zurück dachte, wie er sich gefühlt hatte, so kurz nach diesem Einsatz, war es wohl besser, wenn er dies irgendwann einmal in einer stillen Stunde ansprach.
„Es kommt mir vor, als wenn Hogwarts schon Jahre hinter uns liegt."
Sirius sah ihn an und James wusste, was er meinte. Ihre behüteten Jahre waren vorbei. So Sorgenfrei wie in Hogwarts konnten sie wohl nie wieder sein. Zumindest schien es im Moment so. Sie konnten es nicht schön reden, die Zeiten waren noch nie so düster.
„Wie geht's Lily?"
„Gut. Lily geht's gut."
Sirius lächelte sanft. „Das ist gut. Hat sie deinen Antrag angenommen?"
„Naja... Ich... Also..."
„Oh Jamie! Ich dachte, du wolltest sie gestern fragen?"
„Das wollte ich auch... Ehrlich! Aber dann..."
„... hast du mal wieder den Schwanz eingekniffen."
Sirius lachte. James sah ihn wütend an, ließ sich dann aber doch mitreißen und stimmte in sein Gelächter ein. Es stimmte ja. Er konnte sich an keine Zeit seines Lebens erinnern, in der er so feige war.
„Ich frage mich nur einfach... Sollte ich das wirklich tun? In diesen Zeiten? Wie kann ich da überhaupt ans Heiraten denken, geschweige denn daran, eine Familie zu Gründen?"
„Wenn nicht jetzt, wann dann? Willst du warten, bis alles vorbei ist? Vielleicht sind wir dann alle tot. Vielleicht erleben wir das Ende des Krieges gar nicht mehr. Vielleicht gibt es auch gar kein Ende. Du kannst sie nicht vor dem beschützen was ist, James. Aber du kannst ihr zeigen, dass sie nicht alleine ist. Das du sie liebst. Das sie die Einzige ist."
„Wo hast du das denn her?", fragte James leicht nervös. Sirius so reden zu hören war mehr als seltsam. Ein unangenehmes Gefühl tief in seiner Magengegend machte sich bemerkbar, doch er versuchte es zu verdrängen.
Sirius grinste. „Jetzt hast du Angst vor mir, oder?"
„Etwas."
Sein Grinsen wurde breiter. „Fiona hat mir das erzählt. Oder so was in der Richtung. Ich glaube, es sollte ein Wink mit dem Zaunpfahl sein."
„Es wundert mich, dass du das verstanden hast."
„Und mich wundert es, dass ich dir nicht eine runterhaue, Bambi."
James lachte und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. Er war froh, dass Sirius da war. Heute mehr, als sonst irgendwann.
„Potter!"
Sie wandten sich um, Dancon stand in der Tür und sah sie stirnrunzelnd an. Er konnte es nicht leiden, wenn man seine Arbeit vernachlässigte.
„Mitkommen! Wir müssen zu einem Einsatz!"
James seufzte, warf Sirius einen mitleidserregenden Blick zu und rannte dann hinter seinem Vorgesetzten her.
OooOoOo
„Warum muss ausgerechnet Ich mit?"
„Hör auf zu nörgeln, Remus", sagte Lily streng und zog ihn mit sich in die nächste Straßengasse.
„Aber..."
„Remus!"
Remus seufzte und biss die Zähne zusammen. Er hätte nicht aufmachen sollen. Er hätte sich von ihrem glockenhellen Lachen und der lieblichen Stimme nicht einlullen lassen sollen. Das Resultat sah man jetzt. Er war irgendwo in London, mit der Freundin seines Freundes und sollte eine Wohnung aussuchen.
Drei hatten sie schon hinter sich, jetzt folgte die vierte und Gott sei Dank letzte. Er würde sich nie wieder zu soetwas überreden lassen, da war er sich sicher.
„Aber warum Ich?"
„Weil du ein guter Freund meines Freundes bist. Ich vertraue dir und schätze deine Meinung sehr. Und deswegen fiel die Wahl auf dich."
„Sicher, dass du nicht sagen wolltest: James und Sirius kommen vor neun nicht zurück und Peter hat ebenso viel Geschmack wie mein linker Socken?"
„Mein Socken?", fragte Lily verwirrt.
Remus seufzte ergeben und schüttelte mit dem Kopf. „Schon gut... Vergiss es."
„Ach Remus... Ich nehme dich mit, weil ich dich gern hab. Weil ich gerne mit dir zusammen bin und weil du bescheiden bist."
„Hmhm, schon klar..."
Sie erreichten das Gebäude und schon von außen machte es einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Lily zog die Nase kraus, doch Remus trat ein ohne auf sie zu achten oder sich zu ekeln.
Das war das erste Mal, das Lily bewusst wurde, dass Remus wirklich bescheidener war, als es gut für ihn war. Er beschwerte sich nie, nahm das, was er kriegen konnte, auch wenn es fast so heruntergekommen war, dass es einer Zumutung gleichkam, darin zu hausen.
„Remus!"
Er wandte sich auf der Treppe um, sah sie aufmerksam und ein bisschen verblüfft an.
„Komm, wir gehen."
„Aber wir haben doch noch gar nicht..."
„Bitte, Remus... Lass uns gehen."
Als sie wieder draußen waren, atmete sie tief ein. Sie bemerkte seinen Blick nicht, mit dem er sie betrachtete, doch sie konnte sich denken, was er nun von ihr hielt. Sie machte den Eindruck, als sei sie etwas besseres. Verlegen sah sie ihn an, doch als sich ihre Blicke trafen, sahen seine Augen freundlich auf sie herab.
„Es tut mir leid", murmelte sie leise.
„Kein Problem. Du musst dich nicht entschuldigen."
Sie sah ihn an und sie erkannte Bitterkeit. Er hatte sein ganzes Leben so verbringen müssen. Er kannte es nicht anders...
„Ich mag dich sehr Remus", sagte sie und lächelte ehrlich. Überrascht sah er sie an.
„Ich mag dich auch, Lils."
„Hey, hast du morgen was vor? Wir laden dich zum Essen ein."
„Das hört sich gut an", sagte er und lächelte wieder.
OooOoOo
Müde gähnte sie, als sie die Tür aufschloss. Eigentlich hatte sie heute zu Hause bleiben wollen. Sie hatte noch einiges zu tun und für morgen die Frühschicht im St. Mungos erwischt.
„James?", rief sie, doch keiner antwortete. Seltsam, dabei hatte er selber sie doch vor einer halben Stunde herbestellt. Die Wohnung war dunkel und still und wirkte verlassen. Verwirrt blickte sie sich um.
„James? Jamie, komm schon raus. Das ist nicht witzig!"
Doch nichts regte sich. Sie ging in die Küche. Nichts. Auch im Wohnzimmer brannte kein Licht, im Bad nicht und in der Abstellkammer hatte er sich, wie sonst üblich, wenn er sie erschrecken wollte, nicht versteckt.
Sie ging ins Schlafzimmer und sog scharf Luft ein.
Das Zimmer war über und über in sanften Kerzenschein getaucht. Rosenblätter lagen zwischen den Kerzen verteilt.
Sie stellte ihre Tasche ab und trat ein. Es war warm und roch verführerisch nach Vanille. Er hatte sich wirklich ins Zeug gelegt.
„Gefällt es dir?"
Die leise Stimme hinter ihr löste ein wohliges Gefühl in ihrer Magengegend aus. Sie wandte sich um und sah in sanfte, rehbraune Augen, die durch den Kerzenschein funkelten und strahlten und liebevoll glitzerten.
Er nahm ihre Hand, ein ungewöhnlich ernster Ausdruck lag in seinem Gesicht.
„Lils..."
tbc...
Sohooo, das war das zweite Kapitel. Fies, gell? Ich weiß, eine gaaaaanz gemeine Stelle zum Aufhören! Ihr wisst, was ihr zu tun habt, wenns schnell weitergehn soll, nicht wahr? °blinzel° Natürlich wisst ihr das. Nur zu... Der süße Lila Knopf da unten beißt nicht! ;-)
