Auch für eventuell verschroben erscheinende Ideen übernehme ich keine Haftung! XD Ich brüste mich damit das diese Story schon laaaaange laaaange in meinem Leben zurückliegt! ;3
Kapitel 1 „Entscheide dich!"Inzwischen ging Sasuke immer noch ziellos durch die verregneten Straßen. Er wusste nicht wohin er ging und es war ihm auch egal. Hier konnte er in Ruhe nachdenken und überlegen, was er jetzt tun wollte. Sollte er zu Orochimaru gehen und die Kraft und die Stärke annehmen, die er ihm bot? Er wusste sehr wohl, dass Orochimaru das nur für seine eigenen Ziele tat, er würde ihm blindlings in die Arme laufen und genau das tun, was er sich erhofft hatte. Oder sollte er hier bleiben? Zusammen mit Naruto und Sakura weiter bei Meister Kakashi trainieren und nur minimale Fortschritte machen?
Ohne es zu merken war er jetzt an Sakuras Haus angekommen. Sasuke nahm es nicht wahr, doch Sakura, die immer noch am Fenster saß, hatte ihn gleich erkannt.
„Ah! Sasuke!" Schnell sprang sie auf und hatten nur wenige Sekunden später auch schon ihren Regenmantel in der Hand und rannte nach unten.
Sasuke hielt kurz inne. Hatte er da nicht gerade seinen Namen gehört? Er schüttelte den Kopf und ging einfach weiter. Doch diesmal betrachtete er genau die Straße die vor ihm lag und bog zielsicher nach rechts ab. Nach nur wenigen hundert Metern sah er auch schon ein großes freies Grundstück auf dem die Ninja-Akademie stand. Er blieb stehen. Er erinnerte sich noch genau, wie Sakura, Naruto und er hier ihren Abschluss beendet hatten. Nein, eigentlich war es eine Lüge. Er war sehr wohl stärker geworden in ihrer gemeinsamen Zeit. Doch... war das genug? Wurde er hier stark genug, um seinen Bruder eines Tages besiegen zu können?
Ohne es wirklich zu merken war er auf das Grundstück getreten und hatte sich auf den großen Baum in seiner Mitte zu bewegt. Fast ebenso mechanisch setzte er sich auch auf die alte Holzschaukel und betrachtete nachdenklich die Ninja-Akademie, die mit ihren dunklen Fenstern jetzt leer und verlassen aussah. Was sollte er tun? Gehen oder bleiben? Doch ohne Vorwarnung wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
„Aaaahhh!!" Auf einmal fühlte er glühenden Schmerz an seiner Schulter und presste seine Hand schmerzerfüllt auf das Mal. Der Schmerz brachte ihn fast um den Verstand und er musste die Zähne zusammenbeißen um nicht aufzuschreien. Das Mal brannte wie Feuer und dieses Feuer schien sich durch seinen ganzen Körper zu ziehen. So schnell er konnte richtete er sich auf und stützte sich mit einer Hand am Baum ab. Mit trüben Augen blickte er nach vorn und wusste schon was er sehen würde.
„Was willst du Orochimaru?" Fragte er auch schon kalt.
Inzwischen rannte Sakura immer noch durch die nassen Straßen, eine Hand an der Kapuze ihres Mantels, damit der Wind sie ihr nicht gleich vom Kopf fegte. Sie blickte angestrengt durch den dichten Regen und versuchte Sasuke zu finden. Sie musste jetzt endlich mit ihm reden. Er musste ihr jetzt sagen, was er vorhatte. Sie wusste, dass sie ihn nicht von seiner Entscheidung abbringen konnte, doch wollte sie wenigstens wissen für welchen Weg er sich entschieden hatte. Wenn er Orochimaru gewählt hatte, dann musste er ihr das hier und jetzt ins Gesicht sagen. Sie würde nicht eher gehen, bis er ihr nicht seine Entscheidung mitgeteilt hatte. Sie wusste, dass es schmerzen würde. Doch es war besser, wenn er ihr ins Gesicht sagt, dass er zu Orochimaru gehen würde. Es war auf jeden fall besser, als wenn er irgendwann über Nacht einfach verschwand.
Für einen kurzen Moment blieb sie stehen um Luft zu holen und sich neu zu orientieren. Inzwischen, war sie sich sicher, dass Sasuke hier lang gegangen war, doch das der Weg sich immer wieder gabelte und verzweigte, machte ihr das Suchen nicht gerade leichter. Hektisch blickte sie sich um, doch begriff, dass ihr blindes Suchen nicht viel helfen würde. Sie schloss die Augen und holte tief Luft um ihr wie wild klopfendes Herz zu beruhigen. Dann öffnete sie wieder die Augen und überlegte, wo Sasuke hingegangen sein könnte. Auf Anhieb fiel ihr dann nur ein Ort ein und sie riss überrascht die Augen auf. Dann setzte sie sich wieder in Bewegung und rannte weiter. Auch wenn sie sich jetzt fast sicher war, wo er war, beruhigte das ihre Nerven nicht. Ganz im Gegenteil, sie hatte das Gefühl, dass er seine Entscheidung schon getroffen hatte.
Dieses Wissen ließ sie noch schneller laufen. Doch auf einmal spürte sie eine Kälte, die nicht von Wetter auszugehen schien. Es war, als würde sie eine unsichtbare Wand aus Kälte durchstoßen und zitternd blieb sie stehen. Instinktiv griff sie nach ihrem Kunai, den sie immer bei sich trug und hielt ihn mit zitternder Hand fest während sie hektisch um sich blickte. Das war Chakra! Sie hatte nur einmal ein solches Chakra gespürt... Orochimaru! dachte sie geschockt. Was suchte er hier mitten in Konoha-Gakure? Gleich darauf fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Nicht was, sondern wen suchte er? Sasuke! dachte sie dann nur noch panisch und rannte sofort wieder los, den Kunai immer noch in der Hand.
Sie rannte immer schneller. Das eiskalte Wasser spritzte um ihre Beine doch es kümmerte sie nicht, ob sie nachher Schlamm beschmiert sein würde. Viel wichtiger war es jetzt, dass sie Sasuke fand. Auf den Straßen begegnete ihr Gott sei Dank niemand. Wer wusste schon, ob Orochimaru sie nicht vielleicht getötet hätte, doch bei diesem Regen traute sich niemand hinaus. Jetzt rannte sie auf die nächste Weggabelung zu und rannte auf die rechte Hauptstraße. Gleich danach bog sie in einen kleinen Seitenweg ein. Um besser sehen zu können hatte sie sogar die Kapuze abgenommen, sodass ihr ihre langen Haarsträhnen jetzt ungehindert im Gesicht klebten, doch sie achtete nicht darauf, rannte einfach immer nur weiter. Jetzt blieb sie keuchend stehen und rang nach Atem.
Jetzt waren es nur noch wenige Meter bis zur Ninja-Akademie. Sie versuchte ihren schnellen Atem zu kontrollieren und sog tief die kalte Luft ein. Es war kaum später als 5 Uhr, doch die Luft war durch den Regen schon ziemlich kalt. Langsam beruhigte sich ihr Herz wieder doch die anhaltende Angespanntheit blieb. So leise wie sie konnte schlich sie jetzt nach vorn, immer darauf bedacht dicht unter den Büschen zu bleiben, die zwischen den vielen Bäumen standen. Orochimaru war ganz nah, sie konnte sein Chakra jetzt deutlich spüren. Jetzt hatte sie schon fast das Ende der Bäume erreicht und sie sah schon, wie sich die Silhouette der Akademie schwach vom grauen Himmel abhob.
Und gleich daneben entdeckte sie Sasuke der aufrecht neben der Schaukel stand und ein Fleck des Waldrandes fixierte. Als auch Sakura ihre Augen dorthin schweifen ließ sah sie zuerst nur ein Paar leuchtender Augen, die aber langsam aus der Dunkelheit hervortraten und sich dem Körper eines Ninjas anschlossen. Sakura konnte nicht verhindern, dass ihre Hand, die noch immer den Kunai umschloss, zu zittern anfing. Orochimarus Anwesenheit zu spüren war schon geradezu überwältigend, doch ihn jetzt wirklich vor sich zu sehen, war schlichtweg angsteinflößend. Sakura bewunderte Sasuke dafür, dass er vor ihm keine Furcht zeigte, doch er war schon immer sehr stark gewesen. Mit ihm würde sie niemals mithalten können, dass wurde ihr jetzt immer bewusster. Und doch obwohl sie Angst hatte, verfluchte sie sich in diesem Moment, dass sie ausgerechnet einen leuchtend rosa Regenmantel gegriffen hatte und sich somit nicht näher herantrauen konnte. Doch auch von hier konnte sie verstehen, was Sasuke und Orochimaru sagten.
„Freust du dich denn nicht mich zu sehen?" Fragte Orochimaru auch schon mit schnarrender Stimme und kam einige Schritte auf Sasuke zu. Sasuke verzog angewidert das Gesicht und erwiderte nur kalt: „Ganz bestimmt nicht!" Orochimaru aber lachte nur leise. Es war ein kaltes und freudloses Lachen und garantiert nicht scherzhaft gemeint. „Das solltest du aber Sasuke-kun."
„Ach ja? Wieso?" Wieder griff er sich an die Schulter, als Orochimaru näher kam. Orochimaru quittierte diese Geste mit einem Lächeln. „Nicht viele die diesen Fluch geschenkt bekamen haben überlebt. Das du es hast, zeigt, dass du würdig bist."
„Würdig für was?" Fragte Sasuke gepresst, der Schmerz war schon fast unerträglich. „Würdig dir dienen zu können?" Er brachte ein schwaches Lächeln zu Stande. „Vergiss es!"
Doch immer noch hielt Orochimarus Grinsen an. „Aber Sasuke-kun." Sagte er fast tadelnd. „Das würde ich doch nie behaupten. Du brauchst Kraft um Itachi zu töten und ich biete dir diese Kraft." Jetzt sah er Sasuke direkt in die Augen. „Schließ dich mir an!"
Sasuke schüttelte bloß den Kopf, eine Hand immer noch auf das Mahl gepresst und wich langsam etwas vor Orochimaru zurück. Orochimaru lachte darüber nur. „Keine Sorge Sasuke-kun ich kann warten. Ich habe es nicht nötig dich zu entführen. Irgendwann wirst du von selbst zu mir kommen, aus freien Stücken." Sasuke schwieg dazu, presste die Lippen fest aufeinander, als wollte er verhindern, dass auch nur ein Wort über seine Lippen gelangte. Orochimaru lächelte. Er konnte es also auch nicht abstreiten...
Der Wind schwoll langsam zu einem ohrenbetäubenden Heulen an und machte es Sakura immer schwerer die beiden zu verstehen. Es hatte sie ungemein erleichtert, dass Orochimaru Sasuke nicht holen wollte doch das er jetzt so verbissen schwieg machte ihr etwas Angst. Er konnte es also nicht leugnen, dass er darüber nachgedacht hatte.
Langsam fühlte sie sich ziemlich hilflos. Was würde sie denn tun, wenn er fortgehen wollte? Sie liebte ihn doch, hatte es immer getan. Langsam füllten sich ihre Augen mit Tränen. Das konnte er ihr nicht antun. Ohne dass sie es merkte baute sich über ihren Köpfen ein Sturm zusammen und schien immer stärker zu werden. Orochimarus und Sasukes Kleider wehten im Wind doch auch wenn sie gewollt hätte, hätte sie die nächsten Worte nicht mehr verstehen können.
Einige Sekunden Schweigen herrschte zwischen den beiden bis Orochimaru wieder das Wort ergriff. „Überleg es dir Sasuke. Wenn du hier weiter trainierst wirst du niemals in der Lage sein werden, Itachi zu töten. Oder vielleicht..." Orochimaru schwieg doch plötzlich grinste er. Es war ein Grinsen, dass Sasuke einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen ließ und er unterdrückte den Impuls vor ihm zurückzuweichen. „Vielleicht ziehst du es aber auch eher vor bei deinen kleinen Freunden zu bleiben. Oder vielleicht sogar bei dem kleinen Mädchen, dass uns schon die ganze Zeit beobachtet." Seine letzten Worte klangen mehr wie ein Zischen und wie um seine Worte zu bestätigen blickten seine schlangenartigen Augen nach rechts und fixierten das Stück Wald wo noch immer Sakura saß und sie beobachtete.
Wie vom Donner gerührt blickte Sasuke nach rechts und obwohl er sie nicht sehen konnte, spürte er doch ganz klar ihr Chakra.
„Sakura!" Rief er unwillkürlich. Verdammt, was machte sie hier?!
Orochimaru bemerkte natürlich seine plötzliche Anspannung und lächelte. „Keine Sorge Sasuke-kun ich werde sie nicht töten."
Sie könnte mir im Gegenteil noch recht nützlich sein...
„Nun Sasuke ich überlasse dir die Entscheidung. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, wird es der Tag sein, an dem du mir deine Antwort gibst."
Sasuke sagte nichts dazu, er sah Orochimaru nur weiter mit wachsamen Augen an.
Orochimaru formte ein Fingerzeichen lächelte ihn noch einmal kalt an und sagte nur noch: „Bis dann. Ich erwarte deine Antwort." bis er von einer riesigen Feuerzunge verschluckt wurde und endgültig verschwand.
Doch Sasuke blieb einfach stehen und sah weiterhin auf die Stelle auf der noch vor einigen Sekunden Orochimaru gestanden hatte. Völlig ausdruckslos blickte er auf die Stelle auf die nun langsam wieder der Regen zu tropfen begann. Der Sturm war mit Orochimaru verschwunden und der Regen prasselte nun auch ungehindert wieder auf ihn. Träge hob er die Hand und öffnete sie dem Regen. Er hatte gar nicht bemerkt, dass der Regen aufgehört hatte. Doch jetzt ballte er sie zur Faust sodass der Regen nur noch auf seine geschlossene Hand prasseln konnte und schloss langsam die Augen.
„Komm endlich raus, Sakura."
Er hatte es beherrscht gesagt, jedoch auch so laut, dass es Sakura verstanden hatte.
Kapitel 2 „Aussprache"Sakura schluckte, erhob sich jedoch aus ihrem Versteck und trat hinter den Büschen hervor. Er hatte sie also bemerkt...
Noch immer sah er nicht auf, hatte seine Augen geschlossen und eine Hand immer noch zur Faust geballt. Wieder schluckte Sakura. „Sasuke, es..."
„Sei ruhig!" Wurde sie harsch unterbrochen und betreten folgte sie seiner Anweisung und sah stumm zu Boden. Sasuke sah auf und fixierte ihr Gesicht, doch Sakura wagte es nicht, ihm ins Gesicht zu sehen und sah immer noch zu Boden.
„Was tust du hier Sakura?" Seine Stimme war emotionslos, wie immer, jedoch mit einem immer noch merklichen Unterton. Er war wütend.
Sakura hielt es für das Beste ihm zu antworten. „Ich war auf dem Weg zu dir." Begann sie schließlich. „Ich hatte dich auf der Straße gesehen und war dir gefolgt. Ich hatte dich aus den Augen verloren, doch als ich sein Chakra gespürt habe, bin ich ihm hierher gefolgt."
Sasuke gab ein abfälliges Geräusch von sich. „Dachtest du, du könntest es mit ihm aufnehmen?"
Betroffen starrte sie ihn an. „Nein, natürlich nicht."
Wieso begriff er denn nicht, dass sie sich einfach nur Sorgen um ihn gemacht hatte? Dass sie geglaubt hatte, er würde einfach gehen...
Sasuke sah ihr durchdringend in die Augen doch diesmal blieb sie standhaft und erwiderte seinen Blick furchtlos.
„Ich hab mir Sorgen um dich gemacht Sasuke-kun." Sagte sie schließlich leise.
Sasuke betrachtete sie für einen Augenblick lang durchdringend bis er schließlich seinen Kopf zur Seite wandte. „Meine Angelegenheiten haben dich nicht zu interessieren. Wen ich wann und wo treffe ist immer noch meine Sache."
„Das verstehe ich ja, Sasuke-kun!" rief sie nun schon fast verzweifelt. „Doch ist es etwas anderes, wenn du ihn triffst!" Sasuke wollte etwas erwidern doch Sakura redete schon weiter. „Ich weiß, warum er dich gebissen hat." sagte sie dann schließlich tonlos. „Und ich weiß auch, dass du über sein Angebot nachdenkst." Sasuke öffnete den Mund um etwas zu erwidern doch letztendlich schloss er ihn wieder und sah sie einfach nur an. Er schien erstaunt und geschockt zugleich darüber, dass sie das alles wusste.
Eigentlich hatte sie dieses Gespräch etwas anders beginnen wollen aber nun waren sie unweigerlich in diese Sache hineingerutscht und sie fand es besser, es jetzt schnell hinter sich zu bringen. „Was er dir anbietet ist sehr verlockend für dich Sasuke-kun, das weiß ich." Sie stutzte und plötzlich sah er, dass sie lächelte. „Weißt du noch, wie wir hier mit Naruto und meister Kakashi gesessen haben und wir ihm unsere Träume erzählen sollten?"
Sie lachte leise. „Naruto hat gesagt, dass er alle Hokages übertreffen und von allen Leuten im Dorf anerkannt werden will und du...du hattest schon damals nur den Wunsch, jemanden zu töten. Aber du musst wissen, dass ich dich nie von deiner Entscheidung abhalten werde." Wieder lächelte sie doch sah es jetzt fast ein wenig beschämt aus. „Wahrscheinlich könnte ich das auch nicht. Aber verstehst du nicht, wie weh es tun würde, wenn du gehen würdest, ohne uns etwas gesagt zu haben? Ich verlange nichts von dir Sasuke, dass weißt du, aber bitte sag mir, wenn du wirklich gehen willst."
Sie wartete auf eine Reaktion von ihm, doch noch immer sah er sie ausdruckslos an.
Was hatte sie auch erwartet?
Doch trotz allem wurde ihr diese ganze Situation langsam ziemlich peinlich zudem sie jetzt auch noch bemerkte, dass sie pitschnass war und wahrscheinlich auch noch schrecklich aussehen musste. Wie reflexartig strich sie sich auch schon eine der nassen Strähnen hinter ihr Ohr und murmelte mit gesenktem Kopf. „Das wollte ich dir nur sagen." Dann drehte sie sich wortlos um und rannte durch den immer noch strömenden Regen zurück auf den Waldweg und war schon bald hinter den Bäumen verschwunden.
So konnte sie nicht sehen, dass Sasuke ihr immer noch wortlos hinterher blickte, während der Regen immer noch in dicken Tropfen auf ihn niederfiel und seine Kleidung vollends durchnässte. Nach einiger Zeit wandte er dann den Kopf ab und drehte sich einfach um, um das Grundstück auf einem anderen Weg zu verlassen.
Was wusste sie schon von all den Dingen? Sie hatte nicht gesehen, wie ihre Eltern blutüberströmt am Boden lagen, konnte nicht begreifen, wie er sich damals gefühlt hatte. Niemand konnte das...
Doch er spürte, dass er sie in diesem Moment hasste, dafür hasste, dass sie alles hatte und er überhaupt nichts. Energisch schüttelte er den Kopf um diesen Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben. Es war nicht ihre Schuld. Sie war die Letzte, die daran Schuld hatte. Doch wie konnte sie es sich anmaßen, ihm helfen zu wollen? Sie verstand seinen Schmerz nicht und auch nicht die Qualen, die er innerlich durchlitt. Wie hätte sie ihm denn helfen können?!
Wütend kickte er einen kleinen Stein über den Weg. Sie hatte gesagt, dass sie ihn verstand. Er lächelte zynisch und schloss die Augen. Sie verstand gar nichts.
Doch unwillkürlich öffnete er seine Augen wieder und dachte daran, was sie noch gesagt hatte. „Ich verlange nichts von dir Sasuke, dass weißt du, aber bitte sag mir, wenn du wirklich gehen willst." Ihre Worte klangen ihm noch in den Ohren. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Warum war es so von Bedeutung für sie, was mit ihm passierte? Er hatte sich doch auch nie um sie gekümmert wenn es ihr schlecht ging. Hatte sie meist nie mehr als eines Blickes gewürdigt oder sie sogar beleidigt. Fast unbewusst schüttelte er den Kopf. Er verstand Mädchen einfach nicht, obwohl er zugeben musste, dass Sakura von allen am verwirrensten für ihn war.
Just in diesem Moment kam er an seinem Haus vorbei, was seine Grübeleien beendete und steuerte zielstrebig die Haustür an. Mit einem schnellen Griff hatte er den Schlüssel unter einem Blumentopf hervorgeholt. Er schloss auf und betrat zielsicher seine Wohnung. Er sparte es sich, dass Licht anzumachen und zog sich schon auf dem Weg ins Schlafzimmer sein T-Shirt über den Kopf. Gezielt warf er es über einen Stuhl, wo dem
T-Shirt dann auch alle anderen Kleidungsstücke folgten. Schließlich ging er nur noch in Boxershorts ins Bad, griff sich das erstbeste Handtuch und rubbelte sich langsam die nassen Haare trocken. Nach einer weile ließ er das Handtuch einfach fallen und schmiss sich mit einem Ruck auf das Bett.
Doch ohne das er es wollte, kehrten seinen Gedanken zu Sakura zurück und ohne es zu wollen ließ er seine Gedanken schweifen und dachte über sie nach.
Hatte sie eigentlich gewusst, wie nah sie dem Tod entgangen war?
Nein, wahrscheinlich nicht. Sie hatte bestimmt nicht gewusst, dass Orochimaru sie schon lange entdeckt hatte. Ihn erstaunte es selbst etwas, wie instinktiv er gehandelt hatte, als er ihre Anwesenheit gespürt hatte. Nun ja, sie hatten zusammen mit Naruto ja schon so einiges durchgemacht und schon viel erlebt. Er hatte wohl unbewusst einen Beschützerinstinkt gegenüber den beiden entwickelt.
Er lächelte zynisch. Dabei war es eigentlich er, der vor Orochimaru beschützt werden musste.
Doch ganz plötzlich fiel ihm noch etwas ein.
Sie war immer an seiner Seite gewesen.
Wenn das Team sie gebraucht hatte, war sie da gewesen und war nie von seiner Seite gewichen, wenn es ihm schlecht ging. Auf einmal spürte er ein seltsames Gefühl in der Brust, was an seinem Herzen zu ziehen schien. Er biss sich auf die Lippe, als ihm klar wurde, was er verspürte. Es war Schuld.
Er schloss genervt die Augen. Jetzt empfand er ihr gegenüber auch schon Schuldgefühle!
„Tse!" Machte er und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Sie hatte es tatsächlich geschafft, dass er sich ihr gegenüber schuldig fühlte und er wusste, dass dieses Gefühl anhalten würde, wenn er einfach verschwinden sollte.
Verdammt! Fluchte er innerlich. Sie hatte es mit ihrer Rede doch tatsächlich geschafft, ihn unsicher zu machen! Jetzt konnte er dieses Dorf nicht mehr verlassen, ohne das ihn die Schuldgefühle plagen würden.
Für einen Moment hielt er inne, als ihm bewusst wurde, was er da eigentlich gedacht hatte. Es hörte sich so an, als hätte er sich schon lange entschieden. Doch warum war er trotzdem noch so unsicher und fragte sich, ob er das richtige tat? Die Aussicht Orochimarus Werkzeug zu werden reizte ihn wirklich nicht besonders doch andererseits würde er bestimmt stark werden unter seiner Hand.
Sasuke seufzte leise. Es hatte keinen Sinn weiter darüber nachzudenken. Er würde wohl sehen müssen, wie sich alles andere weiterentwickelte. Doch auch eins stand fest.
Er würde es Sakura sagen, wenn er Konoha verlassen würde. Das war er ihr...schuldig. So lange allerdings würde er hier bleiben und weiter mit Meister Kakashi trainieren.
Doch noch etwas war ihm auch durchaus bewusst. Würde er bemerken, dass das Training ihn hier nicht weiterbringen würde, dann würde er Konoha-Gakure verlassen und würde von da an ein Leben als abtrünniger Ninja an Orochimarus Seite führen.
