Kapitel 4 „Gedanken"

Wie immer, wenn sein Training abgeschlossen war, machte sich Sasuke auf nach Hause.

Nach einem anstrengenden Auftrag war eine kalte Dusche genau das Richtige und alles wonach er sich im Moment sehnte. (schade! schmoll)

Der Auftrag heute hatte sich etwas von den Sonstigen unterschieden. Sonst waren ihre Aufträge immer Pillepalle gewesen doch der heutige war selbst in Sasukes Augen schon etwas merkwürdig. Sie hatten einen Kerl, einen älteren Herrn in ein nahe gelegenes Dorf begleiten sollen.

Als Begleitschutz wurden sie also angeheuert, denn wie er bemerkt hatte, war der Alte wohl stinkreich auch wenn er in ganz normaler Zivilkleidung mit ihnen gegangen war. Der Typ war erst gar nicht erfreut gewesen, dass diese drei „Kinder", wie er Naruto, Sakura und ihn genannte hatte, ihn begleiten sollten. Kakashi hatte nämlich nicht vorgehabt mitzukommen. Es war nun an der Zeit, dass sie solche Aufträge auch ohne ihn schaffen müssten, hatte er gesagt.

Sasuke zog ein Gesicht. Wahrscheinlich wollte er nur in seinem Flirtparadies Weiterlesen. dachte er dann überzeugt.

Wie gesagt, war der Mann überhaupt nicht zufrieden gewesen und hatte sie erst einmal auf Übelste beschimpft. Er hatte dauernd gesagt wie schwach sie aussehen und das sie doch bloß nur Chuunin waren.

Er selbst war drauf und dran gewesen ihm die Meinung zu sagen doch leider war Kakashi ihm zuvor gekommen. Natürlich hatte er ihm nicht die Meinung gesagt, doch er war es, der einen kleinen Kampf vorgeschlagen hatte, damit sich der alte Greis selbst von ihren Fähigkeiten überzeugen konnte.

Der Idee hatte der Mann ganz überraschend aber auch sofort zugestimmt.

Da Sakura und Naruto es ebenfalls jetzt nur noch schnell hinter sich bringen wollten waren sie auch sofort einverstanden gewesen.

Er grinste leicht. Den beiden war der Greis auch ohne Zweifel tierisch auf die Nerven gegangen.

Also war es beschlossene Sache. Doch zu seinem Erstaunen hatte Kakashi selbst vorgeschlagen der Gegner zu sein gegen den einer von ihnen kämpfen sollte. Wer als Einziger als sein Gegner in Frage kam war allen klar gewesen, und da Naruto und Sakura auch keine Anstalten gemacht hatten sich irgendwie vorzubereiten, hatte er vermutet, dass auch sie es gewusst hatten. Auch wenn Naruto nur widerwillig sich nicht vom Fleck gerührt hatte und ein missmutiges Gesicht gezogen hatte, als wenn man ihm gesagt hätte, er dürfe einen Monat lang keine Nudelsuppe mehr essen, wusste er, dass nur Sasuke in Frage kam.

Er selbst hatte sich schon mental darauf vorbereitet gegen Kakashi zu kämpfen doch dann hatte ihr Sensei alle Anwesenden überrascht. Denn er hatte Sakura gewählt.

Für einen kleinen Moment hatte er geglaubt sich verhört zu haben, da Sakura sich ebenfalls nicht von der Stelle bewegte doch dann hatte Kakashi seine Bitte noch einmal direkt an sie gerichtet womit es eindeutig war.

Völlig verdattert war sie dann zu ihrem Meister getreten und hatte gefragt, ob er das wirklich ernst meinte. Seine Antwort darauf war nur ein Lächeln unter seiner Maske und ein: „Natürlich, Sakura. Es ist mein voller Ernst!" gewesen. Er hatte sehen können wie Sakura ihren Meister für ein paar Sekunden nur wortlos angestarrt hatte, doch dann hatte sie einfach genickt und hatte sich ein paar Meter weiter weg von ihm aufgestellt.

In Gedanken hatte er sich gefragt, warum ihr Meister ausgerechnet Sakura gewählt hatte, die Schwächste aus ihrem Team. Sie hatte noch weit weniger Chancen gegen Kakashi als er selber und trotzdem hatte Kakashi sie ihm vorgezogen. Er konnte es sich einfach nicht erklären. Wenn Sakura in den Augen des Opas zu schwach war, dann konnten sie den Auftrag vergessen.

So hatte er da gedacht. Der Kampf hatte dann selbst ihn überrascht. Er erinnerte sich noch genau an den Kampf und auch an die Entschlossenheit in ihren Augen. Sie hatte gekämpft wie eine Löwin und eine Zähigkeit an den Tag gelegt, die er noch nie bei ihr gesehen hatte. Gegen Kakashi hatte sie natürlich keine Chance gehabt, das war von vornherein klar gewesen doch sie hatte auch erstaunlich harte und gezielte Treffer gelandet und es ihm so nicht einmal ermöglicht aus seinem Buch lesen zu können. Alle Techniken saßen perfekt doch sie besaß noch nicht die Stärke eines erfahrenen Jounin, was ihr dann auch zum Verhängnis wurde.

Sie hatte verloren, ja, aber er war, und er konnte es immer noch nicht glauben, beeindruckt von ihr gewesen. Das schien wohl auch der Opa gewesen zu sein, da er nur wenige Sekunden nach dem Kampf zugestimmt hatte, dass auch nur sie drei ihn begleiten durften.

Nachdenklich sah er jetzt auf den Boden und betrachtete die runden Steine, die dieser Hauptstraße ihre Einzigartigkeit verliehen.

Wann war sie so stark geworden?

Das hatte er sich noch oft während des Tages gefragt. Er hatte bemerkt, dass sie sich verändert hatte doch wie sehr, dass war ihm erst da richtig klar geworden. Er hatte sie schon seid Wochen nicht mehr richtig lachen gesehen, gelächelt hatte sie viel in letzter Zeit doch wirkte es auf ihn wie aufgesetzt.

Wieso bemerkte er diese Unterschiede an ihr, wo doch anscheinend nicht einmal Naruto etwas merkwürdig an ihr fand? Bildete er sich das etwa nur ein?

Er schüttelte entschieden den Kopf.

Nein, ganz bestimmt bildete er sich das nicht ein. Er hatte es bis jetzt nicht ganz für voll genommen doch jetzt konnte er es nicht mehr ignorieren.

Sakura hatte ihn seid Wochen nicht mehr direkt angesehen...

Immer wenn sich ihre Blicke zu begegnen schienen hatte sie schnell den Kopf abgewandt und sich mit irgendetwas anderem beschäftigt doch sie hatte ihn nie angesehen.

Sasuke blieb stehen. Er hatte es jetzt erst richtig begriffen, als er es gedacht hatte.

Er war Schuld an ihrem Zustand. Und das versetzte ihm einen Stich.

Er schüttelte den Kopf um diesen absurden Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben und dennoch brannte es sich unausweichlich in sein Gehirn.

Er war schuld. Er hatte sie so verändert...

Dieser Gedanke machte ihm ziemlich zu Schaffen. Das war das Letzte gewesen, was er beabsichtigt hatte. Er war eiskalt in letzter Zeit zu ihr gewesen doch er hatte es nur für sie getan. Es war alles nur zu ihrem Besten geschehen.

Er fasste sich an den Kopf als würde selbst der Gedanke ihm Schmerzen bereiten.

Er hatte sie nur auf Abstand halten wollen. Er wusste aus Erfahrung wie weh ein gebrochenes Herz tun konnte, doch das würde mit der Zeit verheilen. Eine gebrochene Seele dagegen nicht.

Er hatte es nie verstanden.

Er hatte es in all den Jahren nie verstanden, warum alle Mädchen ihn so anziehend fanden. Wie konnten sie ihn denn lieben? Ihn, Sasuke, mit dem kalten Herzen dessen ganze Gedanken sich nur auf Rache konzentrierten. Wie konnte man so jemanden lieben?

Er konnte es nicht verstehen. Die meisten Mädchen hatte sich nach kurzer Zeit wieder von ihm abgewandt doch nicht Sakura. Sie hatte ihn immer geliebt.

Er lächelte leicht traurig und bemerkte gar nicht, dass er sich an die Mauer eines kleinen Hauses gesetzt hatte.

Er wusste es schon so lange. Es war schon Jahre her, dass er ihre Gefühle für ihn erkannt hatte.

Doch er würde nie...lieben können.

Deswegen hatte er sich von ihr abgewandt und versucht damit all ihre Hoffnungen und Gefühle für ihn zu zerstören.

Doch Sakura war stark, sie würde darüber hinwegkommen, dessen war er sich jetzt sicher.

Sie würde ihn ganz schnell vergessen haben.

Irgendwie schmerzte dieser Gedanke doch er wollte sich nicht mehr weiter auf dieses Gefühl einlassen und vertrieb es daher schnell aus seinem Herzen.

Es war das Beste für sie. Sie sollte nicht das gleiche Schicksal erleiden wie er selbst. Er selbst hatte einmal alle Menschen verloren, die er mehr als alles andere auf der Welt geliebt hatte. Noch dazu hatte es Itachi getan, sein Bruder, einer der Menschen denen der einst blind vertraut hatte, hatte sie ihm genommen.

Es war das Beste für sie, dachte er in Gedanken.

Mit diesem letzten Gedanken stand er langsam von der Mauer auf und machte sich wieder auf den Weg zu seiner Wohnung.

Er wusste nicht, was er anrichtete.

Denn dieser Gedanke wog schwerer als die leise Erkenntnis, dass er ihre Seele unweigerlich zerstören würde.

Ganz im Gegenteil.

Sie hatte schon angefangen unter seinem Blick zu bröckeln...

Kapitel 5 „Begegnung im Regen"

„Puh!" Sakura schnaufte. Sie war ganz schön fertig. Erst der Kampf gegen ihren Meister und dann die ganze dreistündige Strecke zum nächsten Dorf, tja das war eben ziemlich anstrengend. Zumal sie immer hatten die Augen aufhalten müssen. Schließlich hätten sie jeder Zeit angegriffen werden können. Doch zum Glück war ihr Auftrag reibungslos verlaufen. Rein gar nichts war passiert. Die Strecke zurück war dann fast schon erholsam gewesen doch jetzt machte sich die Erschöpfung nun leider doch bemerkbar.

Kritisch betrachtete sie die Wolken die sich nun schon seid mehreren Minuten immer weiter verdichtet hatten und nun grau und dunkel erschienen. Ein typisches Merkmal für baldigen Regen.

Noch einmal seufzte sie schwer und massierte sich die verspannte Schulter. Wann hatte sie sich denn die so verspannt? Doch ihr fiel es auch sofort wieder ein. Genau auf diese Schulter hatte ihr Meister einen sehr harten Treffer erzielt.

Na ja, da ließ sich nichts machen. Er war eben noch um einige Nummern besser als sie.

Doch warum hat er Sasuke nicht kämpfen lassen?

Auch sie hatte darauf keine Antwort.

Ihre Gedanken gingen wieder in eine Richtung, die ihr nicht behagte und sie schüttelte entschieden den Kopf, bemüht an rein gar nichts zu denken.

Stur beschleunigte sie die Schritte um möglichst schnell nach Hause zu kommen. Dabei versuchte sie sich nur auf einzelne Gegenstände zu konzentrieren, die ihren Weg kreuzten. Sie wollte unter keinen Umständen auch nur ansatzweise an ihn denken.

Der erste Regen begann bereits wieder zu fallen, als Sakura schon fast zu Hause angelangt war.

Gerade bog sie nach links ab, in eine Seitenstraße ein, als sie auch schon hart mit etwas zusammenstieß. Von dem plötzlichen Widerstand total überrumpelt fiel sie nach hinten und landete hart auf den kalten Steinen. Das hatte man nun davon, wenn man nicht auf die Straße achtete.

Etwas überrascht und benommen stammelte sie ein kleines „Entschuldigung." und stützte sich schwerfällig auf ihre Arme. Sie hatte schon beim Aufprall gemerkt, dass es ein Mensch sein musste, denn dieser „Gegenstand" hatte sich nicht besonders hart angefühlt.

Sie hob den Blick und begegnete tiefschwarzen Augen, die sie forschend ansahen.

Sakura zuckte zusammen, als sie diesen Blick erkannte. Und dann erkannte sie mit Schrecken in was für eine Situation sie gerade geraten war.

Sie war geradewegs in Sasuke gelaufen!

Sasuke stand ziemlich lässig da und sah auf sie herunter, während der Regen langsam stärker wurde, doch innerlich war er aufgewühlt, sie hier so unvorbereitet zu treffen.

Er hatte kaum reagieren können.

Als er eine Person erkannt hatte war es auch schon zu spät gewesen. Sie war einfach zu schnell gelaufen, als dass er noch hätte ausweichen können. Er hatte sie erst erkannt als sie vor ihm auf dem Boden gelegen hatte doch dieser Augenblick hatte gereicht um ihm einen Schock zu versetzten. Als er dann bemerkt hatte, dass sie ihn noch nicht erkannt hatte, hatte er schnell wieder seinen typischen kalten Blick aufgesetzt und tat so als währe ihm dieser Zusammenprall völlig gleichgültig.

Doch er hatte ebenfalls den Schock in ihrem Gesicht bemerkt, als sie ihn schließlich erkannt hatte und auch die kaum verhüllte Panik darin.

Warum sah sie ihn so entsetzt an?

Hatte sie Angst vor ihm? War es wirklich schon so weit gekommen?...

Stille herrschte zwischen den beiden. Niemand rührte sich oder sagte auch nur ein Wort. Beide taten nichts anderes als sich immer noch unverwandt anzustarren, sodass sie kaum bemerkten wie der Regen nun vollends einsetzte und sie binnen weniger Sekunden durchnässt hatte.

Nach nur wenigen Sekunden war alles in ihrer Umgebung in ein kräftiges Dunkel getaucht und die ersten Blitze begannen schon am Himmel zu zucken.

Diese waren es, die Sakura dann schließlich wieder zur Besinnung brachten und sie erschreckt aufspringen ließen.

Als sich ihre Blicke dann wieder begegneten lächelte sie ihn fröhlich an, so als währe eben gar nichts weiter passiert.

„Sorry, Sasuke-kun. Ich hab überhaupt nicht aufgepasst." Sie lächelte ein bisschen verlegen. „Ich war gerade ziemlich in Gedanken." entschuldigte sie sich. Jetzt erst sah sie an sich herunter und bemerkte, dass sie beide total durchnässt waren. „Oh je, wir sind ja klitschnass!!" Rief sie auch schon und wieder lächelte sie ihn strahlend unter dem Regen an und sagte. „Ich geh dann mal Sasuke-kun, du willst sicher auch schnell nach Hause bei diesem Wetter." Damit lief sie immer noch lächelnd an ihm vorbei und lief weiter die Straße entlang.

Sasuke hatte sich die ganze Zeit nicht gerührte. Diese plötzliche Veränderung an ihr...erschreckte ihn.

Sie war ganz klar, alles andere als erfreut gewesen ihn hier zu treffen, doch wie schnell sie das überspielt hatte...

Es erschreckte ihn wirklich.

Für wen spielte sie diese Fröhlichkeit? Für Naruto? Meister Kakashi? Oder gar für ihn?

Was bezweckte sie damit? Wollte sie etwa die ganze Zeit nur diese Panik überspielen, wenn sie ihn ansah?

Er hatte es nicht gewollt, hatte diesen Augenblick ungehindert verstreichen lassen wollen, doch seine Worte kamen ungehindert über seine Lippen und fast ohne, dass er es bemerkte sprach er seine Gedanken auch schon laut aus.

„Wen versuchst du eigentlich zu täuschen, Sakura...?"

Er drehte sich immer noch nicht um, doch er hörte, dass ihre Schritte angehalten hatten. Jetzt war da nur noch das prasselnde Geräusch des Regens das er vernehmen konnte.

Langsam drehte er sich um und sah, dass Sakura wirklich nur wenige Meter von ihm entfernt stehen geblieben war. Der Regen prasselte ungehindert auf sie nieder und selbst aus dieser Entfernung konnte er erkennen, wie ihr mittellanges Haar in nassen Strähnen ihr Gesicht umrahmte, selbst wenn er von seiner Position aus ihr Gesicht nicht sehen konnte. Sie hatte ihm noch immer den Rücken zugewandt.

Sie rührte sich nicht, nur einzig an ihrer Hand, die sie zur Faust geballt hatte, konnte er erkennen, dass sie ihn gehört hatte. Doch es war nicht aus Wut, da war er sich sicher. Sie versuchte sich zu beruhigen indem sie sich selbst Schmerzen zufügte. Er konnte es erkennen.

An ihrer zitternden Faust lief bereits Blut entlang, tropfte auf den Boden und vermischte sich dort mit dem Regen.

Sasuke wusste nicht, wie Recht er mit jedem einzelnen seiner Gedanken hatte.

Innerlich focht Sakura einen erbitterten Kampf, der sie fast zum Verzweifeln brachte.

„Verschwinde endlich!" Rief da eine laute Stimme mitten in ihrem Kopf. „Mach, dass du wegkommst. Setzt dich nicht diesen Gefühlen aus! Er wird dich wieder verletzten. Du weißt das!"

Ihre ganzen Instinkte schrieen danach, dass sie von hier verschwinden wollte, sich nicht noch weiter der Qual aussetzte ihn weiter ansehen zu müssen doch so sehr sie es auch wollte, ihre Beine wollten ihr einfach nicht gehorchen. Sie konnte sich keinen Schritt bewegen.

Verzweifelt presste sie die Augen zusammen, als sie hörte, dass sich seine Schritte ihr näherten. Noch einmal versuchte sie einen Schritt nach vorne zu machen doch es war hoffnungslos, sie konnte nur hier stehen und warten.

Diese Hilflosigkeit trieb ihr die Tränen in die Augen. Nein, sie wollte ihn nicht sehen! Es hatte sie genug Überwindung gekostet vor ihm noch einmal diese Unbeschwertheit zu spielen, doch noch einmal würde ihr das nicht gelingen, jedenfalls nicht mehr heute, dessen war sie sich sicher. Er sollte sie nicht weinen sehen!

Doch seine Schritte näherten sich ihr unaufhaltsam, langsam, fast als wollten sie, sie quälen.

Ohne, dass sie es bemerkte, hatte sie angefangen zu zittern. Doch auch wenn es nur schwach war unter dem Regen, Sasuke hatte dieses kleine Detail bemerkt.

„Verschwinde endlich...!" Hörte er da ihre leise gequälte Stimme. „Lass mich allein..."

Er hielt inne als er das hörte. Weinte sie etwa?

Wieder spürte er diesen Impuls. Der Impuls vor den kommenden Schmerzen zu fliehen, nicht ihre Tränen mit ansehen zu müssen.

Er konnte es nicht sehen, wenn jemand weinte. Es hatte noch immer einen unguten Beigeschmack für ihn. Er selbst hatte nur ein einziges Mal in seinem Leben geweint. Und das war, als er seine Eltern blutüberströmt im Schlafzimmer gefunden hatte. Er war sich nicht sicher, ob er ihre Tränen mit ansehen konnte.

Doch er unterdrückte diesen Impuls und sagte nur leise. „Sakura, sieh mich an."

„Ich kann nicht." Flüsterte sie gequält und jetzt, als er hinter ihr stand, bemerkte er erst die leise Verzweiflung die in ihrer Stimme mitschwang.

Vorsichtig, fast zögernd legte er seine Hände auf ihre Schultern und drehte sie langsam zu sich um. Sie wehrte sich nicht dagegen. Er hatte bemerkt, dass ihr Körper ihr nicht zu gehorchen schien.