Erleichterung.
Ein Gefühl von dem Sakura gedacht hatte es nie wieder in ihrem Leben spüren zu können. Warme, wohltuende Erleichterung.
Alles war wieder beim Alten. Obwohl es ihr vorkam als hätte sich die Welt einmal um sie gedreht.
Sasuke blieb hier. Dass war das Einzigste an was sie denken konnte. Diese Worte lösten so viel Gefühl in ihr aus, wie es nichts in der letzten Zeit geschafft hatte.
Schwach lächelnd griff sie nach ihrem roten Kleid und streifte es sich über. Langsam und unbeholfener als sonst. Sie fühlte sich erschöpft wie noch nie zuvor in ihrem Leben obwohl sie sich nicht hatte sofort erklären können wieso. Doch langsam hatte die Erkenntnis sich auch in ihrem Kopf festgesetzt. Sie hatte ihrem Körper in letzter Zeit ein bisschen zu viel zugemutet. Sie hatte kaum gegessen und geschlafen und sonst nur trainiert. Kein Wunder das sich das irgendwann bemerkbar machen musste.
Leise seufzte sie auf und griff mechanisch nach der Halterung für ihre Kunais. Während sie es um ihren Oberschenkel band dachte sie an den vergangenen Abend zurück.
Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie sie nach Hause gekommen war. Nur unbewusst hatte sie sich früh an das Gefühl von starken Armen erinnert, die sanft ihre Kniekehlen und ihre Hüfte umschlossen.
Sie lächelte ein wenig und beendete ihre Tätigkeit. Sie wurde ein bisschen rot als sie weiterdachte.
Wie es aussah war sie wohl vor Erschöpfung an seiner Brust eingeschlafen und er hatte sie dann anschließend noch nach Hause getragen und unbemerkt in ihr Zimmer geschmuggelt.
Wieder lächelte sie doch schüttelte gleich dabei den Kopf. Auch wenn sich Sasuke etwas gefühlvoller gegenüber dir verhalten hat, musst du dich trotzdem nicht dauernd vor ihm lächerlich machen! Wies ihre innere Stimme sie auch gleich zurecht und natürlich hatte diese wie immer Recht.
Langsam verließ sie das Haus und setzte sich in Bewegung. Sie fühlte sich so müde und erschöpft obwohl sie gestern das erste Mal seit langem wieder geschlafen hatte. Doch anscheinend reichte das noch nicht.
Sakura gähnte und streckte sich. So was hatte ihr beim Training gerade noch gefehlt! Bei Kakashi musste man fit sein.
Ein Wort an das Sakura jetzt noch nicht einmal denken konnte.
Und sie sollte auch Recht behalten...
„Sakura geh nach Hause!"
Sakura blickte zu ihrem Meister auf. „Was?" Fragte sie irritiert.
Doch Kakashi wiederholte noch einmal. „Du hast mich schon richtig verstanden. In deiner Verfassung hat es keinen Sinn, wenn du am Training teilnimmst. Ruh dich ein bisschen aus. Krank siehst du nicht aus aber sehr erschöpft. "Stellte er dann fest. „Mach das du ins Bett kommst damit du nicht ernsthaft krank wirst!" Mit diesen Worten scheuchte er sie förmlich vom Platz und Sakura blieb nichts anderes übrig als seiner Aufforderung zu folgen, wenn auch nur widerwillig.
Er hatte es also bemerkt, dachte sie dann. Tja auch kein Wunder. So schlecht war sie vermutlich noch nie während eines Trainings gewesen.
Doch sie konnte auch nicht abstreiten, dass ihr Meister Recht hatte. In diesem Zustand war sie zu nichts zu gebrauchen. Sie seufzte leise und unterdrückte ein Gähnen. Sie war immer noch unwahrscheinlich müde.
Mit dem Gedanken, dass ihr diese Pause gut tun würde ging sie dann auch auf direktem Weg nach Hause. Sie konnte nur hoffen, dass in nächster Zeit keine wichtigen Aufträge anstanden.
Genau zwei Stunden später war dann auch Sasuke auf dem Weg in seine Wohnung.
Das Training war recht zufrieden stellend verlaufen und bis jetzt bereute er seine Entscheidung nicht, dass er hier geblieben war.
Was ihn auch gleich wieder auf die Person brachte, die das bewirkt hatte...
Kakashi hatte völlig richtig entschieden. Sie sah wirklich nicht besonders gut aus heute. Er hatte es schon ganz zum Anfang bemerkt hatte aber nichts gesagt. Es hätte zu sehr danach ausgesehen, dass er sich Sorgen um sie machte. Und das wollte er nicht. Dabei war es genau das. Dass er sich Sorgen um sie machte.
Dabei hatte auch er sofort begriffen warum sie so erschöpft war. Er hatte die Veränderungen an ihr ja life miterlebt. Jetzt wo sie ihre Fassade fallengelassen hatte fehlte der Schutz, der ihren Körper die ganze Zeit aufrecht gehalten hatte. Es würde ein wenig dauern, bis sich das wieder normalisierte hatte.
Er schloss ergeben die Augen. So viel wie in letzter Zeit hatte er wohl noch nie über eine Person nachgedacht doch gleichzeitig konnte er es auch nicht verhindern, dass sie sich in seine Gedanken schlich.
Langsam legte er den Kopf in den Nacken und öffnete seine Augen. Die Sonne spiegelte sich in seinen dunklen Augen wieder und ließ sie wie aus eigener Kraft leuchten.
Sie hatte ihn heute Morgen angelächelt...
Er konnte es immer noch nicht glauben.
Es war nur flüchtig gewesen, in einem Moment wo Naruto und Kakashi es nicht hatten sehen können doch er hatte es trotzdem bemerkt.
Dieses Lächeln. Als er in ihr lächelndes Gesicht geschaut hatte, hatte sein Herz für ein paar Sekunden stillgestanden.
Selbst die Sonne die gerade auf sein Gesicht schien konnte mit der Wärme dieses Lächelns nicht mithalten. Und es war...aufrichtig gewesen. Da war keine Falschheit, kein Zwang und keine Angst in ihrem Gesicht gewesen. Sie hatte ihn einfach angelächelt, weil ihr danach zumute war.
Er seufzte leise. Warum hatte ihn dieses Lächeln glücklich gemacht? Was hatte es getan, dass er seine Entscheidung jetzt überhaupt nicht mehr bereute? All diese Gefühle die er empfand. War sie dafür verantwortlich?
Leicht schüttelte er den Kopf. Auf was hatte er sich da bloß eingelassen? Diese seltsamen Gefühle, die er für das Mädchen empfand, erschreckten ihn. Warum war er glücklich wenn sie es auch war? Warum fühlte er sich, als würde sein Herz zerbrechen als er ihre Tränen gesehen hatte?
Fragen über Fragen. Fragen auf die Sasuke keine Antwort hatte.
Er wollte eigentlich auch nicht nach Antworten suchen. Das, was dabei herauskam war vielleicht schlimmer für ihn als diese leise Ungewissheit. Denn er hatte bemerkt, dass sich irgendetwas zwischen ihnen verändert hatte. Da war eine Art Verbindung zwischen ihnen. Er hatte es deutlich gespürt, als sie in seiner Nähe war. Und es machte ihm Angst...
Er hatte Angst, dass er dabei war Gefühle für sie zu entwickeln die er bis jetzt tief in seinem Inneren verborgen hatte sodass sie für immer hätten unerreichbar bleiben sollen. Doch Sakura hatte es geschafft etwas an die Oberfläche zu holen und nun wusste er nicht mehr, wie er es wieder vergraben konnte. Doch dann wurde er von zwei Stimmen aus seinen Gedanken gerissen.
„Hey, guck mal! Wer ist denn das?"
„Hui, die sieht ja heiß aus!"
Sasuke blickte auf und sah zwei Typen etwa in seinem Alter, die ein paar Meter von ihm entfernt standen. Beide waren augenscheinlich in ihre Beobachtungen vertieft denn sie starrten unentwegt zur anderen Straßenseite hinüber.
Sasuke warf einen kurzen Blick zur anderen Seite und begriff, worauf es die beiden abgesehen hatten.
Drüben lief Ino, die augenscheinlich wohl auch gerade ihr Training beendet hatte denn sie hatte noch immer ihre Kampfausrüstung dabei. Außerdem wohnte sie gar nicht so weit weg von ihm. Sie waren sich immer schon sehr oft begegnet als sie noch zur
Ninja-Akademie gegangen waren.
Ino allerdings schien die Typen nicht zu bemerken und auch Sasuke selber sah sie nicht, worüber er sehr froh war. Sonst hatte er sie wahrscheinlich wieder den ganzen Weg zu seiner Wohnung nicht abschütteln können.
Ohne stehen zu bleiben lief er jetzt an den zwei Typen vorbei, wobei er die Augen lässig geschlossen hielt. Er konnte hören wie die beiden immer noch über die Blondine mit den blauen Augen tuschelten.
Waschlappen Dachte Sasuke innerlich und verzog das Gesicht. Wie konnte man sich als Junge nur so weit herablassen und das nur wegen eines Mädchens?!
Er öffnete angewidert die Augen. Sollten sie doch glücklich mit ihr werden dachte er dann nur und ging ruhig weiter den Weg entlang. (Großes Tschuldigung an alle Ino-Fans!)
„Hey, schau mal da!" Ein leiser, bewundernder Pfiff ertönte. „Die sieht ja noch schärfer aus!"
„Mh. Und diese Haare! Die isja im wahrsten Sinne des Wortes süß!"
„Stimmt. Rosane Haare hab ich echt noch nie gesehen."
Sasuke blieb abrupt stehen. Er starrte mit aufgerissenen Augen nach vorne und keuchte leise.
Was hatten die da eben gesagt? Rosane Haare?!
Kapitel 8 „Eine wirksame Drohung"Abrupt wandte er seinen Kopf nach links und erblickte sofort die Person die die beiden gemeint hatten. Sakura.
Mit aufgerissenen Augen folgte er ihren Bewegungen, wie sie langsam auf der anderen Straßenseite entlangging. Doch trotz seiner plötzlichen Erstarrung schlich sich ein kleiner Gedanke in sein Gehirn.
Sollte sie nicht eigentlich im Bett liegen?
Doch dann fiel ihm der Beutel auf, der an ihrem Arm baumelte. Anscheinend war sie einkaufen gewesen.
Er schüttelte leicht benommen den Kopf über ihr Verhalten, konnte aber nicht verhindern, dass sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht stahl. Selbst wenn sie halb sterbend am Boden liegen würde, würde Sakura sich noch aufraffen und einkaufen gehen.
Langsam, wurde aus dem Lächeln ein Grinsen. Ja, so und nicht anders kannte er sie. Sie hatte einen starken Willen was man aber auf den ersten Blick nicht erkannte. Auch er selbst hatte das erst vor kurzem feststellen müssen.
Doch dieses Grinsen verschwand sofort als er die nächsten Worte von dem blonden Typ hörte.
„Und, was meist du? Hörte er ihn fragen, da er noch immer mit dem Rücken zu ihm stand. „Vielleicht sollte ich sie ja mal um ein Date bitten."
„Meist du, dass du bei der Chancen hast?" Fragte der Andere belustigt und spöttisch zugleich.
„Ach was!" Gab er abwertig als Antwort. „Ich werd sie schon rumkriegen."
Selbstsicher zupfte er seine Jacke etwas zu Recht und setzte sein bestes Lächeln auf. Jetzt befand sich Sakura auf gleicher Höhe mit ihm und er setzte schon einen Fuß auf die Straße um zu ihr zu gehen.
Im nächsten Moment spürte er dann nur noch wie er am Kragen gepackt, zurückgezogen und mit voller Wucht gegen eine Wand geschmettert wurde.
Er schrie leise auf und versuchte die Schmerzen in seinem Rücken zu ignorieren und wieder zu atmen, was angesichts der klammernden Hand an seinem Kragen jedoch nicht besonders einfach war.
Entsetzt hob er den Blick und sah in ein Paar wütender schwarzer Augen, die ihn gefährlich ansahen. Sein Kumpel stand einfach nur entsetzt daneben und sah die beiden einfach nur mit aufgerissenen Augen an.
Doch schon begann der Schwarzhaarige zu sprechen. „Wag es dir nicht, sie auch nur einmal zu berühren oder du wirst es bereuen!" Seine Worte klangen eher wie ein Knurren und seine Faust schloss sich noch etwas fester, was den Blonden keuchen ließ.
„Lass mich los!" Würgte er doch Sasuke achtete gar nicht auf seinen Einwand und schleifte ihn einfach mit zu einer verborgenen Seitenstraße wo er ihn wieder an die Wand drückte, wobei er jetzt wenige Zentimeter über dem Boden schwebt, seine eigene Hand aber etwas lockerte damit er nicht erstickte.
„Ich wiederhole mich nur ungern!" Zischte er jetzt gefährlich. „Lass sie in Ruhe oder du wirst es bereuen."
Doch jetzt war es an dem Blonden zu grinsen. „Bist wohl selbst scharf auf sie, was?" Im nächsten Moment keuchte er vor Schmerz als Sasuke ihm mit der freien Hand mit voller Wucht in den Magen geschlagen hatte. Mit diesem Kerl war nicht zu spaßen, dessen war er sich jetzt sicher.
Langsam hob er den Blick wieder doch noch immer war das Grinsen nicht ganz aus seinem Gesicht verschwunden. „Du hast kein Recht, es mir zu verbieten. Du bist nicht ihr Freund." Zischte er dann leise. „Das stimmt." antwortete Sasuke tonlos doch noch immer war dieser berechnete Ausdruck nicht aus seinem Gesicht verschwunden und wieder verstärkte er den Griff unmittelbar an seinem Hals. „Aber ich werde dich trotzdem töten wenn du ihr auch nur zu Nahe kommst."
Die Augen des Blonden weiteten sich und Angst spiegelte sich in ihnen wieder doch er zwang trotzdem noch ein Grinsen auf sein Gesicht. „Das würdest du nicht tun." Sagte er dann gepresst und selbstsicher und sein Grinsen wurde noch etwas breiter.
„Ach wirklich nicht...?" Wiederholte der Schwarzhaarige tonlos und im nächsten Moment weiteten sich die Augen des Blonden und entsetzt starrte er sein gegenüber an. Rot leuchtende hasserfüllte Augen starrten ihm aus wütenden Schlitzen entgegen und die Drohung die aus ihnen Sprach war nicht zu übersehen.
„Verschwinde." Zischte er dann gefährlich leise. „Und wag es nie wieder sie auch nur anzusehen." Damit warf er den Jungen einfach von sich, in Richtung der belebten Straße. Wo er noch einige Meter auf dem Boden entlang schleifte und sich dann zitternd aufrichtete und schleunigst wieder auf der Hauptstraße verschwand.
Sasuke währenddessen stand immer noch in der dunklen Gasse und seine Sharingans leuchteten durch die Dunkelheit.
Dann, als er sich vergewissert hatte, dass der Junge verschwunden war und er auch Sakura nicht mehr sehen konnte, drehte er sich einfach um und verschwand in der Schwärze der dunklen Gasse...
Er löste die Sharingans erst als er die Wohnungstür hinter sich geschlossen hatte und atmete einmal tief durch um den Rest an Wut aus sich zu vertreiben, was ihm aber nicht so recht gelingen wollte.
Wütend knurrte er auf doch wusste er gar nicht worauf er eigentlich wütend war.
Auf den Typen, weil er sich an Sakura ranmachen wollte?
Auf sich selbst, weil er die Beherrschung verloren und den „Blondi" beinahe getötet hätte?
Oder auf Sakura, die ihn irgendwie dazu brachte all diese Dinge zu tun...?
Verzweifelt schloss er die Augen und rammte seinen Kopf ein paar Mal gegen die Wand, was aber nur brachte, dass er zusätzlich zu seinen verworrenen Gefühlen auch noch Kopfschmerzen bekam.
VERDAMMT! VERDAMMT! VERDAMMT!!! Dachte er immer wieder.
Was hatte dieses Mädchen bloß für eine Macht über ihn? Sie ließ ihn den Verstand verlieren und das war nicht gut. Überhaupt nicht gut. Er seufzte leicht erschöpft und lehnte seinen pochenden Kopf sacht an die leicht angeschlagene Wand. Dann urplötzlich musste er sogar lächeln, als ihm die nächsten Gedanken durch den Kopf schossen.
Wenn es so weiter geht, bin ich es bald, der sich von ihr fernhalten muss. Dachte er dann amüsiert.
