Epilog:
Drei Jahre später klingelte in einer Berliner WG das Telefon: „Pietsch", meldete sich eine verschlafene Stimme. „Guten Morgen, Onkel Timo." Sofort war der Angesprochene wach: „Rokko! Lass mich raten: Es ist ein Mädchen." – „Woher weißt du das?" Rokkos Stimme klang fast ein wenig enttäuscht – er wollte die Nachricht von der Geburt seiner ersten Tochter doch ganz genüsslich verbreiten. „Na ganz einfach: Es ist noch nicht mal 7 Uhr und die Plenskes sind alle Frühaufsteher – bei den Kowalskis aber nur die Mädchen, sprich ein Kind von dir und Lisa kann nur ein Frühaufsteher sein, wenn es ein Mädchen ist." Jetzt war Rokko verwirrt: „Na wenn du meinst. Auf jeden Fall ist sie schon fast 4 Stunden alt und sie sieht aus wie Trina, als sie klein war, bloß dass sie blaue Augen hat. Auf einen Namen haben wir uns auch schon geeinigt, sie heißt Alexa, ist 51 cm groß und 3300 und ein paar zerquetschte Gramm schwer." – „Willst du vielleicht mit Tante Trina und Onkel Bruno sprechen?" – „Wenn die schon wach sind." – „Was heißt denn hier ‚wenn'? Ich glaube, die sitzen schon seit Sonnenaufgang in der Küche und tüfteln irgendwelche Geschäftsstrategien aus. Ich reiche dich einfach mal rüber, ja?" Trina, dein Bruder ist am Telefon, hörte Rokko Timos gedämpfte Stimme nach einigen Augenblicken. Das Baby? – das war Trinas Stimme, aus der Begeisterung sprach. „Rokko? Herzlichen Glückwunsch, du Neu-Papa. Wie geht es Lisa?" – „Sie schläft ein bisschen. Ihren Eltern habe ich schon Bescheid gesagt. Unser Zwerg ist eine Zwergin – sie heißt Alexa", spulte Rokko seinen Text mit der gleichen Begeisterung wie schon Minuten zuvor ab. „Sagst du es Bruno?" – „Mach ich. Und Hannah wecken wir auch gleich." Gib ihn mir mal, hörte Rokko Bruno im Hintergrund. „Ich wollte auch gratulieren. Können wir Lisa und die Zwergin heute schon besuchen?" – „Ja, das erwarten wir doch. Ich muss doch mit meinem kleinen Engel angeben." Rokko war noch immer ganz verzückt von dem kleinen Mädchen, das optisch die perfekte Mischung aus ihm und Lisa war. „Besuchszeiten sind von 14 bis 16 Uhr. Helga und Bernd kommen auch. Okay, da kommt meine kleine Prinzessin in ihrem Kinderbettchen – ich muss Schluss machen. Wir sehen uns später", verabschiedete Rokko sich schnell. Die Hebamme schob gerade das kleine Kinderbett an ihm vorbei in Lisas Zimmer – da musste er hinterher schließlich wollte er nichts verpassen.
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