Disclaimer: Mir gehört der Herr der Ringe leider immer noch nicht... Tja, da muss ich eben weiter hoffen, dass sich das irgendwann ändern wird.

Also das hier ist jetzt kein neues Kapitel. Ich leide im Moment an einem schweren Fall von Schreibblockade und da ich euch nicht so lange warten lassen wollte, ist hier was für zwischendurch... Die Flashbacks hab ich immer so gern geschrieben, da dachte ich, so was kann ich ja nochmal machen. Also dann, viel Spaß beim Lesen!


Einschub - Fin und Lirulin

Der Frühling war, nach einem langen und sehr kalten Winter, endlich nach Mittelerde gekommen. Schon gleich nachdem der letzte Schnee geschmolzen war, reckten sich die ersten Blüten und Blätter dem Licht entgegen. Die weiße triste Landschaft war nun endlich einem grünen und lebendigen Ort gewichen. Die Morgensonne strahlte auf die Gärten Bruchtals herab und ließ die letzen Gedanken an den Winter entschwinden. Überall verströmte die bunte Blütenpracht einen wunderbaren Duft und lockte Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten an. Es waren auch einige kleine Vögel dabei, die sich am süßen Nektar labten.

Mitten in der Wiese, von bunten Blumen umringt, lag Lirulin im Gras und sah lächelnd zu, wie ein kleiner gelber Schmetterling auf ihrem Zeigefinger landete. Er schlug kurz mit den Flügeln und erhob sich dann mit einem kleinen Windhauch, der eine Strähne von Lirulins goldblondes Haar in ihr Gesicht fliegen ließ. Die Elbin sah ihm nach und riss dann abwesend einige Grashalme aus, mit denen sie herumspielte, während sie die Wolken beobachtete, die über ihr hinwegzogen.

Schließlich setzte sie sich auf, sah sich noch einmal die erwachte Landschaft an, und erhob sich dann, um zu den Gemächern zurückzukehren, die sie während ihres Aufenthaltes in Bruchtal zusammen mit ihrer Schwester und ihren Eltern bewohnte. Ihre vom Licht golden scheinenden Locken fielen ihr offen über den Rücken und ihr langes hellblaues Kleid, das mit weißen Stickereien verziert wurde, umschmeichelte ihre Beine. Mit sich zufrieden durchquerte sie mit schnellen Schritten den Garten und begab sich dann ins Innere Bruchtals, dabei bemerkte sie jedoch nicht, dass sie aus der Ferne beobachtete wurde.

Glorfindel war bereits den ganzen Morgen durch die vielen Gänge Bruchtals gelaufen, denn er konnte nun auch nicht mehr schlafen, nachdem er bis zu den frühen Morgenstunden aufgeblieben war. Die Nacht über hatte er sich zusammen mit Lord Elrond, dessen Verlobter Lady Celebrian, die Tochter von Galadriel und Celeborn von Lothlorien, und mit den Gesandten aus dem goldenen Wald beraten. Die weiteren Vorbereitungen für die Hochzeit waren besprochen worden, genauso wie die zukünftigen Beziehungen zwischen Bruchtal und Lothlorien und einige andere Dinge. Aber es war vor allem um die anstehende Hochzeit gegangen, wo sie stattfinden sollte, wer alles eingeladen wurde und noch vieles mehr.

Irgendwann hatte er nicht mehr wirklich zugehört und nur noch versucht wach zu bleiben. Nicht, dass er sich nicht für seinen Freund freute, aber das ewige Gerede über die Hochzeit wurde ihm irgendwann zuviel. Wer hatte geahnt, dass man dafür so viel Planung brauchte? Und jetzt, nachdem die Sonne bereits am Himmel stand, war an Schlaf auch nicht mehr zu denken, jedoch war er auch nicht ausgeruht genug, um sich um irgendetwas zu kümmern, weswegen er auch nun auf einen Balkon hinausging, von dem man einen der Gärten überblicken konnte.

Er stützte sich mit den Amen auf der weißen Marmorbrüstung ab und ließ seine Gedanken schweifen, während er auf die grüne Pracht hinunterblickte. Während er dort stand, sah er, wie eine Gestalt aus einem Seiteneingang trat und langsam in die Mitte der Wiese ging. Dort ließ sich die Elbin - Glorfindel hatte sie noch nie zuvor gesehen und vermutete deswegen, dass sie zur Gesandtschaft aus Lorien gehörte - mit ausgestreckten Armen rückwärts in das hohe Gras fallen. Ihr langes Haar verteilte sich rund um ihren Körper und ihr blaues Kleid strahlte zwischen dem Grün des Grases und den vielen Blumen hervor. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen, als er die Blonde weiterhin beobachtete und er bemerkte nicht wie die Zeit verging. Erst als sie den Garten wieder verließ, bemerkte er wie spät es bereits war und machte sich auf den Weg zu seinem Büro.


Unruhig lief Glorfindel immer wieder in seinen Gemächern auf und ab. Dann sah er zum wiederholten Mal in den Spiegel, um zu überprüfen, ob er auch wirklich perfekt gekleidet war und ob seine Haare auch so geblieben waren, wie er sie wollte, bevor er wieder den Raum durchschritt. Elrond hatte dem nun bereits fast eine Stunde lang grinsend zugesehen und trank seelenruhig Wein aus einem reich verzierten Kelch.

„Nun beruhige dich doch, es wird schon alles wie geplant ablaufen. Setz dich hin und trink noch einen Schluck Wein bevor wir losmüssen", sagte der Herr Bruchtals, als Glorfindel wieder einmal damit begann an seiner Kleidung herumzuzupfen.

„Aber was, wenn etwas schief geht? Wenn ich etwas vergesse? Oder schlimmer noch, wenn sie sich doch noch umentscheidet? Vielleicht will sie mich ja gar nicht mehr. Ich wusste es doch, dieser kleine nervende Schwarzhaarige aus Eryn Lasgalen hat ihr dauernd schöne Augen gemacht und jetzt wird sie mit ihm durchbrennen! Ich halte das nicht aus, kann ich nicht wieder ins Bett gehen und hoffen, dass alles vorbei sein wird?" Glorfindel sah seinen Freund flehend an, nachdem er endlich einmal für ein paar Minuten am selben Fleck stehen geblieben war.

„Mach dir keine Sorgen, Glorfindel, sie liebt dich. Sie hat gesagt, dass sie dich heiraten will, also mach dir keine Sorgen wegen irgendwelchen Elben aus dem Düsterwald. Du wirst in einer halben Stunde hinausgehen und Lirulin heiraten und dann werdet ihr für alle Zeit zusammenbleiben und glücklich sein." Zwar konnte er sich noch an seine eigene Hochzeit gut erinnern, und dass er damals in genau derselben Situation war wie Glorfindel jetzt, trotzdem konnte er es nicht ändern, dass er sich bemühen musste, nicht loszulachen. Wie sein Freund so aufgeregt durch den Raum lief, war absolut untypisch für ihn.

„Aber...", setzte der Blonde wieder an.

„Nichts aber! Hier du trinkst jetzt etwas und dann gehst du hinaus und heiratest Lirulin, Ende der Diskussion, verstanden?"

Glorfindel nickte nur, ließ sich in den Sessel neben Elrond fallen und nahm den Weinkelch dankbar an. Es dauerte nun nicht mehr lange, und er wäre endlich mit seiner Lirulin verheiratet! Es erschien ihm immer noch wie ein Traum, sie waren sich erst vor einigen Jahren begegnet, doch kam es ihm vor, als würde er sie schon sein ganzes Leben über kennen. Und heute würden sie den ersten Schritt in ihre gemeinsame Zukunft tun, in dem Garten, wo er sie das erste Mal gesehen hatte.


Die Sonne schien durch einen kleinen Spalt im Vorhang hindurch, genau ins Gesicht von Lirulin, die die Augen zusammenkniff und sich umdrehte, bevor sie sich tiefer in ihr Kissen und ihre Decke vergrub. Dann tastete sie mit geschlossenen Augen das Bett ab, um ihren Ehemann zu finden und um sich an ihn heranzukuscheln, doch sie spürte nur das kalte Lacken. Die blonde Elbin öffnete wieder ihre Augen, setzte sich auf und sah sich im Schlafzimmer um, von Glorfindel war allerdings nichts zu sehen. Gerade als sie ihre Füße über die Bettkante geschwungen hatte und aufstehen wollte, öffnete sich die helle Holztür und der vermisste Ehemann war wieder zurückgekehrt. In seinen Händen hielt er ein Tablett mit frischem Obst, noch warmen Brot, etwas Käse und einer Kanne heißem Tee.

„Guten Morgen, Liebling, ich hatte mir gedacht, dass wir heute Morgen im Bett frühstücken könnten. Ich weiß doch wie schwer du zurzeit in der Früh aus dem Bett kommst", sagte Glorfindel lächelnd und küsste seine Frau dann zärtlich, nachdem er das Tablett auf dem kleinen Tisch neben dem Bett abgestellt hatte. „Außerdem haben wir es so auch viel bequemer."

„Danke, Fin, dass ist wirklich lieb von dir", antwortete Lirulin und lehnte sich dann an den Blonden. „Reichst du mir bitte einen Apfel? Ich kann im Moment einfach nicht genug von ihnen bekommen."

„Das weiß ich doch, deswegen habe ich Berge bestiegen, Täler durchquert, reißende Flüsse durchschwommen und tödlichen Gefahren getrotzt, um dir die besten Äpfel Mittelerdes bringen zu können!"

„Jetzt spinn nicht so rum!" Die blonde Elbin lächelte ihren Ehemann an und knuffte ihn leicht in die Seite. „Nun sag schon wo du sie herhast, diese Sorte kommt mir nämlich sehr bekannt vor. Du hast doch nicht etwa..." Auf Glorfindels unschuldigen Blick hin musste sie lachen. „Fin, du hast das tatsächlich gemacht? Und hat sie dich erwischt?"

„Erstens habe ich gar nichts gemacht, und zweitens wird Celebrian sicher dich verdächtigen, wenn sie feststellt, dass ein paar Äpfel von ihrem Baum verschwunden sind. Du bist schließlich die Apfelsüchtige hier!" Auf das Kopfschütteln seiner Frau hin, fing nun auch er an zu lachen.

„Lass uns jetzt essen, Fin, die Äpfel, die du nicht geholt hast sehen wirklich lecker aus!" Und damit biss sie in die rote Frucht und schloss genießerisch die Augen. „Wirklich gut..."

„Soll ich jetzt eifersüchtig werden? Du schenkst mir nämlich gerade gar keine Beachtung mehr, Liebling...", scherzte der Blonde.

„Das kannst du ruhig, im Moment hat dieser Apfel hier eine wesentlich höheren Stellenwert als du und... hey, gib ihn mir zurück! Fin, das ist nicht lustig. Fin!"

Glorfindel hatte sich den Apfel aus der Hand seiner Frau geschnappt und war damit ans andere Ende des Schlafzimmers gelaufen. Diese hatte sich dies nicht gefallen lassen, war aufgestanden und ihm hinterher gerannt. Als der Blonde ihn jedoch in einer Hand hochhielt, kam Lirulin nicht mehr an ihn heran, selbst wenn sie sich auf ihre Zehenspitzen stellte. Dann hatte sie eine Idee und fing damit an ihren Ehemann mit ihren Fingerspitzen zu kitzeln, der sofort anfing zu lachen, den Apfel jedoch weiterhin tapfer außerhalb der Reichweite seiner Frau hielt.

„Gnade! Bitte, ich gebe auf!", rief Glorfindel schließlich, als seine Frau nicht daran dachte aufzuhören.

„Gib mir zuerst meinen Apfel, dann höre ich auch auf", antwortete die Blonde und tat dies auch, als sie die rote Frucht wieder in den Händen hielt. Dann ging sie zurück zum Bett und ließ sich rückwärts hinauffallen.

„Süchtling...", murmelte Glorfindel und legte sich zu seiner Frau.

„Gib nicht mir die Schuld, dass habe ich ganz allein unserer Tochter zu verdanken. Wer kann auch ahnen, dass sie so gerne Äpfel mag. Oh, komm her, fühlst du das?", fragte Lirulin lächelnd und hielt eine Hand ihres Mannes an ihren gerundeten Bauch. „Sie hat gerade getreten!"

„Hallo, mein kleiner Schatz", flüsterte der Blonde, während er den Tritt an seiner Hand spürte. „Ärgere deine Mutter nicht, versprichst du mir das?" Als er noch einen weiteren Tritt fühlen konnte, lächelte er Lirulin glücklich an und hauchte einen Kuss auf ihren Bauch.


Nach einem anstrengenden Tag öffnete Glorfindel die Tür zu seinen und Lirulins Gemächern und sah sich nach seiner Frau und seiner Tochter um. Schon nach wenigen Momenten sah er die blonde Elbin und ein ebenso blondes kleines Baby auf einer bunten Decke in der Nähe des Feuers spielen. Die kleine Silawen, die einen grünen Strampelanzug anhatte, lag mit dem Rücken auf der Decke und streckte ihre Ärmchen nach einem bunten Ball aus, den Lirulin ihr hinhielt. Als sie ihn zu fassen bekam, lachte sie und versuchte hinein zu beißen. Die blonde Elbin sah ihrer Tochter lächelnd zu und stich ihr über die kurzen blonden Locken. Glorfindel durchquerte den Raum und umarmte seine Frau von hinten.

„Na, ihr beiden, was habt ihr denn heute schönes gemacht?", fragte er und küsste Lirulin auf die Wange.

„Wir haben einen Spaziergang gemacht und uns all die schönen Blumen angeschaut. Dabei hat deine Tochter auch einen ganz leckeren Stein gefunden, den sie gleich probieren musste, nicht wahr, meine Süße? Und dann, weil der Stein doch nicht so gut war, hat sie sich von Celebrian mit Brei füttern lassen. Du hättest die beiden sehen sollen, da ist viel mehr Brei im Gesicht von Silawen gelandet als irgendwo sonst. Und dann sind wir hierher gekommen und haben mit ihrem Lieblingsball gespielt. Oh, und sie hat heute ihr erstes Wort gesagt!", berichtete die blonde Elbin stolz.

„Wirklich? Mein Schatz, ich würde dich so gerne Ada sagen hören. Tust du das für mich?" Glorfindel sah seine Tochter an, die immer noch versuchte den Ball in den Mund zu stecken und kitzelte ihren Bauch. „Sag Ada, das ist ganz leicht!"

„Wer hat gesagt, dass ihr erstes Wort Ada ist?", fragte Lirulin und grinste ihren Ehemann wissend an.

„Nun, ich habe das bereits mir ihr geübt. Also ich meine, ich habe es ihr ganz oft vorgesagt. Na, meine Kleine, sag Ada!"

Silawen sah ihre Eltern mit unschuldigen blauen Augen an, nahm den Ball aus dem Mund und lächelte. Dann ließ sie den Ball fallen, drehte sich auf den Bauch und robbte auf ihre Mutter zu. „Nana!", kam es mit einer glockenhellen Stimme aus ihrem Mund.

„Also Ada ist ihr erstes Wort, das hätte ich nie vermutet. Du auch nicht Silawen, oder meine Süße?", sagte die blonde Elbin, nahm ihre Tochter auf den Arm und lächelte ihren verblüfften Mann triumphierend an. „Schau mal wie dein Ada jetzt schaut, das ist doch lustig, oder, meine Kleine?"

Nachdem Glorfindel seine Verblüffung überwunden hatte, nahm er Silawen aus dem Arm von Lirulin und hielt sie hoch. „Aber das hatten wir doch geübt Kleines. Ada, ist doch ganz leicht. Sag es mir einfach nach. Ada!" Doch seine Tochter dachte gar nicht daran und steckte nur ihren Daumen in den Mund.

„Also ich lasse euch beide jetzt alleine üben, damit ich noch das Abendessen herrichten kann. Vielleicht überrascht sie dich ja doch und lernt es heute noch", sagte Lirulin, stand auf und ging aus dem Raum.

Als sie etwa eine halbe Stunde später zurückkehrte, um Glorfindel und Silawen zu holen, konnte sie ihren Mann zufrieden grinsen sehen und ihre Tochter, die wieder einmal ihren Ball in der Hand hatte. Die Kleine lag auf dem Bauch und war damit beschäftigt den Ball ein Stück von sich wegzurollen und dann darauf zu zu robben.

„Sie hat es gesagt! Mein Schatz hat eben Ada gesagt!", sagte ein glücklicher Glorfindel, als er seine Frau bemerkte. „Ist unsere Tochter nicht intelligent? Gleich zwei Wörter an einem Tag!"

Er nahm Silawen auf dem Arm, und diese sah sehnsüchtig hinunter zu ihrem bunten Ball. Der blonde Elb sah sie erwartungsvoll an und strich ihr über die Wange. „Na komm schon, zeig deiner Nana was du gelernt hast! Sie will es sicher auch hören, Silawen." Doch seine Tochter sah ihn nur schmollend an und versuchte dann wieder an ihren Ball zu kommen. „Sag es doch, bitte!"

„Ada!", war nun von Silawen zu hören. „ADA!"

„Siehst du, Lirulin, sie kann es!" Glorfindel sah seine Frau zufrieden an.

Lirulin hatte den beiden zugesehen und bemerkt, dass ihre Tochter die ganze Zeit auf ihren Ball geblickt hatte. Lächelnd bückte sie sich, hob den Ball auf und gab ihrer Tochter das bunte Spielzeug. Diese ließ ein glückliches „Ada" verlauten und hielt ihn fest.

„Nun, ich denke da musst du noch ein wenig üben, Fin", sagte sie noch, bevor sie anfing laut zu lachen.

Ende Einschub


So, ich hoffe mal, dass es euch gefallen hat und ihr nicht zu sehr enttäuscht wart, dass dies hier kein neues Kapitel ist. Aber wenn ihr wollt, kann ich sowas nocheinaml irgendwann einfügen...