Disclaimer: Alle bekannten Orte und Personen gehören wie immer Tolkien.
Es tut mir wirklich leid, dass es so lange mit diesem Kapitel gedauert hat. Ich hab es in der Uni ziemlich stressig und dann bin ich auch noch am renovieren. Darum hab ich für kaum noch was Zeit. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen...
Vielen Dank an Liderphin für das liebe Kommi. Manchmal frage ich mich ob du die einzige bist, die die Story hier liest... schnief Also was nun mit Silawen passiert, wirst du ja dieses Kapitel sehen, da will ich jetzt noch nix verraten. He he he. Ich hoffe das Kapitel gefällt dir.
Auch noch ein herzliches Dankeschön an Narwain, die mir das Kapitel gebetat hat.
Und jetzt ohne weitere Verzögerungen zum Kapitel...
Kapitel 18
Die Sonne erhob sich langsam über die Baumwipfel, als Legolas an einer Eiche hinaufkletterte und sich auf einen der oberen Äste setzte. Schon als Kind war er immer dorthin gegangen, wenn er etwas Ruhe brauchte oder einfach einmal alleine sein wollte. Der blonde Prinz seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Wieso musste alles auch so kompliziert sein? Am liebsten würde er einfach sein Pferd satteln und für eine Weile alleine ausreiten, doch dann würde er garantiert wieder Ninim über den Weg laufen. Sie schien einfach nicht aufgeben zu wollen und der festen Überzeugung zu sein, dass sie ihn in nicht allzu ferner Zukunft heiraten würde. Seit er sie aus seinen Gemächern geworfen hatte, ließ sie ihn nicht mehr alleine. Ständig tauchte sie auf, um mit ihm zu reden, spazieren zu gehen oder auszureiten. Wenigstens war sie nicht mehr überraschend in seinen Gemächern aufgetaucht... Legolas wunderte sich, ob Ninim ihn überwachen ließ, um immer zu wissen, wo er sich befand, doch diesen absurden Gedanken ließ er schon nach wenigen Momenten wieder fallen. So dreist wäre selbst die blonde Elbin nicht.
„Legolas? Legolas, mein Liebster, ich weiß, dass du hier irgendwo bist, wieso versteckst du dich vor mir? Langsam fange ich an zu glauben, dass du versuchst, mir aus dem Weg zu gehen... Legolas, nun komm schon her!"
Der Prinz ließ seinen Kopf in die Hände fallen und seufzte leise, als er Ninims Stimme unter sich hörte. Aber zum Glück hatte sie ihn nicht gesehen, die Zweige und Blätter schirmten ihn vor allen Blicken ab. Vorsichtig, um nicht bemerkt zu werden, verlagerte Legolas sein Gewicht, hielt sich mit einer Hand am Stamm der Eiche fest und blickte zum Boden hinab. Zwischen den Blättern konnte er nun an einigen Stellen die violette Farbe ihres Kleides hindurchschimmern sehen.
„Ich habe heute Morgen zufällig deinen Vater getroffen, Liebster. Und stell dir vor, er war erstaunt zu hören, dass du ihm noch nichts von uns erzählt hast. Obwohl ich das nicht gerne zugebe, muss ich sagen, dass mich das schon etwas verletzt hat, Legolas. Immerhin werden wir bald heiraten! Und ich habe auch schon alles bis ins kleinste Detail geplant, du brauchst dir also keine Sorgen wegen der Zeremonie machen."
Nachdem sie nun auch wieder keine Antwort erhielt, schob die Blonde beleidigt ihre Unterlippe hervor. Legolas, der dies natürlich nicht sehen konnte, harrte immer noch still auf dem Ast aus, und wartete ab, was weiterhin geschehen würde. Er nahm an, dass Lady Ninim irgendwann die Lust an ihrem Selbstgespräch verlieren und wieder verschwinden würde. Wenn Thalion ihn jetzt sehen könnte... Dieser würde sich vermutlich köstlich darüber amüsieren, dass er sich vor einer Frau auf einem Baum versteckte.
„Lady Ninim? Was macht Ihr denn schon zu so früher Stunde hier draußen?" Thalion, der gerade auf dem Weg gewesen war, um Legolas zu suchen, hatte Ninim am Rand des Waldes gesehen und vermutete, dass sie wohl wissen würde, wo sich der gesuchte Prinz befand.
Die blonde Elbin drehte sich erschrocken um und strich sich einige ihrer langen Haarsträhnen aus dem Gesicht. „Oh, Thalion, Ihr seid es nur. Ich hatte gehofft, meinen Verlobten hier draußen zu finden... aber er scheint mich nicht zu hören. Dabei hat eine Magd vor kurzem gesehen, wie er hierher gegangen ist."
„Da muss sie sich wohl geirrt haben, da ich mich eben noch mit ihm auf dem Hof unterhalten habe. Er hatte für heute einen Ausritt geplant. Vielleicht trefft Ihr ihn ja noch, wenn Ihr Euch beeilt." Kaum hatte Thalion diese Worte ausgesprochen, da hatte die Elbin sich schon schwungvoll umgedreht und lief davon. Der blonde Tawarwaith sah ihr grinsend hinterher. Als sie schließlich aus seiner Sichtweite verschwunden war, sah er nach oben. „Du kannst jetzt wieder herunterkommen, sie ist weg!"
Oben in der Baumkrone raschelte es leicht, einige Zweige wurden zur Seite gebogen und Legolas blickte auf seinen Freund hinunter. „Ich bin nicht hier oben, um vor dieser... dieser Furie zu flüchten. Es gab nur keinen guten Grund für mich wieder herunterzukommen als sie kam."
„Das glaube ich dir aufs Wort. Aber nun solltest du wirklich herunterkommen. Dein Vater sucht dich und es scheint wichtig zu sein. Anscheinend gibt es schlechte Nachrichten aus Bruchtal", sagte Thalion und in seinem Blick war sorgenvoll.
„So schlimm wird es schon nicht sein", versuchte der Prinz seinen Freund zu beruhigen, „Es geht sicher allen gut. Vermutlich übertreibt Adar nur wieder, damit ich mich beeile, und dann darf ich mich wieder in einer dieser endlosen Besprechungen langweilen."
Der Tawarwaith nickte nur leicht und wartete bis Legolas vom Baum wieder heruntergeklettert war. Dann überquerten die beiden die Lichtung, betraten das Schloss und machten sich auf den schnellsten Weg zu König Thranduil, nicht ahnend welche Nachrichten sie erreichen würden.
Sonnenlicht blendete Silawen, als sie die Augen öffnete. Ein leises Stöhnen verließ ihre Lippen und sie versuchte ihr Gesicht von dem grellen Schein wegzudrehen. Da erst bemerkte sie, dass ihre Hände auf dem Rücken fest zusammengebunden waren und die Fesseln ihr in die Gelenke schnitten. Zudem war die Elbin auch an den Füßen gefesselt und mit dem Rücken an einen Baum gebunden worden. Ihr Kopf schmerzte ziemlich stark und sie hatte den metallenen Geschmack von Blut im Mund. Doch weitere Verletzungen glaubte sie nicht zu haben.
Die Blonde zerrte an den Stricken, doch sie saßen zu fest, um sich zu lösen, und sie schnitten sich nur noch tiefer in die Haut. Ihre Waffen hatte man ihr auch abgenommen, sogar den kleinen Dolch, den sie immer in ihrem Stiefel trug, konnte sie nicht mehr spüren. Ganz zu schweigen von ihrem Schwert. Schließlich gab Silawen es auf und blickte zu Boden. Aber vielleicht konnte sie die Fesseln lösen, indem sie sie an der Rinde durchscheuerte? Versuchen konnte sie es zumindest.
„Unsere kleine Prinzessin hier ist anscheinend aufgewacht!" Die Blonde wurde von einer kalten, bedrohlichen Stimme aus ihren Gedanken gerissen. Im nächsten Moment wurde sie brutal an den Haaren gepackt und ihr Kopf wurde gedreht, damit sie dem Besitzer der Stimme ins Gesicht sehen konnte. „Hast du Angst? Das brauchst du nicht, zumindest vorerst bist du bei uns in Sicherheit. Und solange du immer brav das tust, was wir dir sagen, lassen wir auch deinen kleinen Menschenfreund am Leben, wenn nicht, dann werden wir schon eine Verwendung für ihn finden..."
Dann wurden ihre Haare wieder losgelassen, und der Fremde drehte sich abrupt um und ging zurück zu den anderen, die am Lagerplatz verweilten. Silawen versucht sich einen Überblick zu verschaffen. Derjenige, der bei ihr gewesen war, war ohne Zweifel ein Elb. Er hatte langes dunkelbraunes Haar, kalte graue Augen und war gebaut wie ein Krieger. Der Fremde war ganz in Schwarz gekleidet, doch die Art seiner Kleidung kannte sie nicht. Und er trug viele Waffen, viel mehr als in Friedenszeiten üblich waren. Er hatte nicht nur ein Schwert und Langdolche, sondern es zierten auch noch Wurfmesser und Wurfsterne einen Gurt, den er sich um die Brust geschnallt hatte. Außerdem trug der Dunkelhaarige noch einen Dolch in jedem seiner Stiefel, und er hatte sicher noch einige Waffen nicht sichtbar am Körper. Seine Freunde waren alle ähnlich ausgestattet.
Was Silawen allerdings erstaunte, waren einige Orks, die sich im Lager aufhielten. Kein Elb würde sich mit einem Ork abgeben! Das waren grauenhafte Geschöpfe, die nichts taten außer Kämpfen und Töten. Und wo war Brior? Der Elb hatte gesagt, dass er noch am leben wäre, doch sie konnte ihn nirgends entdecken. Vielleicht hatte man sie belogen? Hatte man ihn vielleicht doch bereits getötet? Und wieso war sie gefangen genommen worden? Sie hatte keinerlei Nutzen für diese Gesetzlosen und es wusste auch niemand wer sie wirklich war. Was wollten also diese Fremden von ihr?
In Bruchtal war die Stimmung angespannt. Und obwohl alle versuchten, sich nichts anmerken zu lassen, war das Lachen gekünstelt und die Instrumente blieben stumm. Es wurde mehr als vorher auf dem Kampfplatz geübt und alle, die sich mit der Heilkunst auskannten, sammelten Heilkräuter. Die Neuigkeiten über die Gefahr aus Forlindon waren zwar nicht allgemein verbreitet worden, doch nach und nach wussten alle Bewohner, dass etwas Schlimmes bevorstand.
Elrond saß in seinem Büro und dachte nach. Er hatte bereits Boten in die anderen elbischen Reiche geschickt, und den jeweiligen Herrschern so mitgeteilt, wie es um Forlindon stand. Außerdem hatte er sie gebeten, möglichst schnell Botschafter zu schicken, damit verhandelt werden konnte, wie sie sich nun verhalten würden. Bis jetzt war noch keine Antwort eingetroffen, doch das konnte auch noch ein paar Tage dauern. Immerhin hatten einige der Boten sehr weite Wege vor sich.
Der Herr Bruchtals seufzte. Hoffentlich würde Fuinur seinen Angriff noch weit genug herauszögern, dass sie ihm zuvorkommen würden. Wie viele unschuldige Leben würden ausgelöscht werden, wenn ein Orkheer in Richtung Bruchtal ziehen würde? Wie viele Dörfer würden ein Opfer von Flammen werden? So etwas durfte nicht zugelassen werden. Man musste ihn vorher aufhalten und der rechtmäßigen Herrscherin Míriel helfen.
Schließlich stand der Dunkelhaarige auf, stellte sich ans Fenster und sah hinunter auf die Gärten. Wenigstens Arwen war in Sicherheit nach Lothlorien aufgebrochen. Selbst wenn sie Fuinur nicht vor Bruchtal aufhalten konnten, so war wenigstens seine Tochter in Sicherheit, dachte sich Elrond. Die Zwillinge konnte er nicht davon abhalten, mit in den Kampf zu ziehen, aber seine Tochter konnte er noch beschützen. Bald mussten auch die Bewohner Bruchtals gewarnt werden, doch die meisten, so wusste er, vermuteten bereits, dass etwas nicht stimmte.
Jemand klopfte, doch Elrond drehte sich nicht um und ignorierte das Klopfen. Nach wenigen Momenten öffnete sich langsam die Tür und Glorfindel betrat den Raum. Er sah den Dunkelhaarigen am Fenster stehen, ging auf ihn zu und stellte sich neben ihn, um in die Gärten hinab zu blicken. Sie waren nach wie vor in voller Blüte, doch niemand war momentan dort zu sehen.
„Es wird schon alles gut ausgehen", sagte der Blonde.
„Wie kannst du dir da so sicher sein? Egal wie dieser Konflikt ausgeht, es werden noch Leben ausgelöscht werden. Wer weiß, wie viele bereits für Fuinurs Ziele gestorben sind? Und dann hat er auch noch ein Abkommen mit Orks geschlossen. Selbst wenn Fuinur besiegt wird, werden sie nicht aufgeben, bis sie alle vernichtet sind."
„Wir müssen dennoch stark bleiben und dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Sonst wird er es noch viel leichter haben. Außerdem stehen wir ihm nicht allein gegenüber. Celeborn hat bereits zugestimmt, Truppen zu schicken, die mit uns nach Forlindon ziehen werden."
Elrond seufzte und schloss die Augen. „Ich kann einfach nicht verstehen, wie jemand einen Krieg verursachen kann, nur um seine Ziele zu erreichen. Das ist einfach barbarisch!"
„Da bist du nicht alleine, mein Freund. Auch ich kann das nicht begreifen."
„Na los, sag uns was ihr dort gemacht habt!" Sie versuchten es bereits den ganzen Tag, doch er hatte ihnen nichts erzählt. Und selbst wenn er ihnen alles sagen würde, was er wusste, so würde es ihnen nicht weiterhelfen. Brior starrte weiterhin geradeaus und ignorierte seine Wächter. Flucht war ausgeschlossen, da er nicht nur gefesselt war, sondern ihn auch den ganzen Tag jemand bewachte.
„Willst du etwa, dass wir dich an den Orkabschaum verfüttern? Das können wir machen, und zwar Stück für Stück und du kannst schön brav zuschauen. Dann werden wir ja sehen wie lange du still bleibst, Mensch."
„Was macht ihr hier? Ihr hattet Befehle, Wache zu stehen, also tut das gefälligst auch! Den Gefangenen werde ich selber verhören!" Der dunkelhaarige Elb schien der Anführer zu sein, dachte sich Brior, so schnell wie die anderen auf ihn hörten.
Der Elb zog einen Dolch und kam auf den Dunkelhaarigen zu. Dieser biss sich auf die Unterlippe und bereitete sich schon mal auf den Schmerz vor, doch der kam nicht. Der Dolch durchtrennte nur die Stricke an Briors Füßen und den Strick, der ihn an den Baum festband. „Und nun zu dir Mensch, du wirst das tun, was ich dir sage und schön brav mitkommen. Solltest du daran denken zu fliehen, ist das eine sehr schlechte Idee. Die Orks werden dich vermutlich nicht so zuvorkommend behandeln wie ich."
Brior nickte nur und versuchte den Elb so schnell wie es ging zu folgen. Dennoch sah er sich genau um, um eine Fluchtmöglichkeit zu entdecken. Doch das Lager seiner Entführer schien gut gesichert zu sein und alle waren bewaffnet. Ein Entkommen war sehr unwahrscheinlich. Außerdem musste er Dúriel zuerst noch finden. Hatte man sie während des Kampfes getötet, oder war auch sie gefangen genommen worden. Oder hatte sie etwa noch fliehen können? Irgendwann während des Kampfes hatte er einen Schlag gegen den Kopf abbekommen und war bewusstlos geworden, was danach geschehen war, konnte er nicht sagen. Alles was er wusste war, dass er später gefesselt aufgewacht war...
Flashback
Eine Stimme war draußen zu hören, doch Brior konnte nicht verstehen was gesagt wurde. Er drehte sich zu Dúriel und diese war ganz blass geworden und umgriff ihr Schwert fester. Das hieß vermutlich, dass die Fremden keine Freunde waren. Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen und einige Gestalten in dunkler Kleidung betraten mit gezückten Schwertern die Scheune. Die blonde Elbin griff sofort den Eindringling, der ihr am nächsten war, an. Auch Brior verlor keine Zeit und schlug mit dem Schwert nach einem der Fremden.
Danach ging alles recht schnell. In dem Chaos des Kampfes entzündete sich etwas Stroh am Feuer und schon bald füllte dicker, schwarzer Qualm die Scheune. Das Feuer griff jedoch nicht auf die Außenwände über, da diese zu feucht vom Regen waren. Die Pferde gerieten in Panik und versuchten so schnell wie möglich vor den Flammen zu fliehen und achteten dabei nicht auf die Kämpfenden.
Irgendwann bekam Brior durch den Qualm kaum noch Luft und begann zu husten. Dadurch übersah er einen Schlag, der gegen ihn gerichtet wurde, und bekam eine tiefe Wunde an seinem Schwertarm versetzt. Dann bekam er noch einen kräftigen Schlag gegen den Hinterkopf und alles um ihn herum versank in Finsternis.
Flashback Ende
Brior sah, während er dem Elben folgte, nach seinem Arm. Man hatte ihn verbunden, während er bewusstlos gewesen war, dennoch färbte er sich mittlerweile bereits wieder rot. Dennoch spürte er keinen Schmerz in seinem Arm. Der Dunkelhaarige vermutete, dass man ihm auch ein Mittel gegen den Schmerz gegeben hatte, um ihn länger bewusstlos zu halten. Oder sorgten sie sich darum, dass ihr Gefangener an Wundbrand sterben könnte? Er wusste es nicht, aber er war dankbar, dass man seine Verletzung versorgt hatte.
„Beeil dich, wir sind fast da!" Die Stimme des Elben unterbrach Briors Gedanken und er versuchte noch etwas schneller zu gehen. Wo führte man ihn jetzt wohl hin?
Ende Kapitel 18
Bekomme ich trotz der langen Wartezeit noch ein paar kurze Kommis? Ich versuche das nächste mal auch etwas schneller zu sein...
