Disclaimer: Alle bekannten Orte und Personen stammen aus der Feder von J.R.R. Tolkien und ich habe sie mir nur geliehen.
Okay, ich habe mich auch schon eine ganze Weile nicht gemeldet... Zu meiner Verteidigung kann ich da nur sagen, dass das Studium sehr stressig ist, und immer wenn ich mal etwas Zeit habe, werde ich krank. Richtig schön unpassend. Das hier ist auch kein richtiges Kapitel, sondern nur etwas was ich eingentlich schon im Dezember (schnief traurig, ich weis...) fertig haben wollte. Vielleicht schaff ich das nächste Kapitel ja etwas schneller, wenn ihr mir ein richtig schlechtes Gewissen macht.
Vielen Dank an Narwain, meine Beta, und alle die so geduldig mit mir sind, und diese Geschichte weiterlesen...
Einschub - Winterzauber
Der Schein des ausgehenden Feuers tauchte den Raum in ein warmes Licht. Ein Bett stand an einem Ende des Raumes und unter der Decke bewegte sich etwas. Langsam schob sich ein blonder Haarschopf darunter hervor. Dem zerzausten Haar folgten zwei strahlend blaue Augen und eine kleine Stupsnase. Aufgeweckte Kinderaugen sahen sich vorsichtig um und eine kleine Hand schob die dicke Decke beiseite. Nackte Fußsohlen kamen mit dem Steinboden in Berührung und ein Zittern erfasste den Körper des kleinen Mädchens.
Leise Schritte führten sie durchs Zimmer und sie kroch unter die Decke eines zweiten Bettes. In diesem schlief ein anderes Kind, dessen dunkler Schopf nur halb unter der Decke hervorragte. Nachdem sie das dunkelhaarige Kind nicht wach bekam, kroch sie wieder aus dem Bett und lief zur Tür.
Vorsichtig drückte das Mädchen die Klinke herunter und schob, ohne ein Geräusch zu verursachen, die Eichentür langsam auf. Blaue Augen suchten den Raum ab und fielen auf das große Bett. Dann lief die kleine Gestalt schnell durch das Zimmer und auf das Bett zu, in dem zwei Personen noch friedlich schlummerten, und warf sich auf die größere Gestalt.
„Ada! Aufwachen! Du musst doch jetzt aufstehen, um mit mir nach draußen zu gehen. Schau doch, es hat schon wieder geschneit und jetzt ist alles ganz weiß!", rief Silawen und schaute zwischen ihrem Vater und den fallenden Schneeflocken draußen hin und her. „Aufstehen, Ada!", rief sie nochmals und schüttelte Glorfindel, als dieser sich weigerte die Augen zu öffnen und versuchte sich unter der Decke zu verstecken.
„Ada! Du sollst doch... aaaaah!" Glorfindel, der seine Tochter nicht länger ignorieren konnte, hatte sich Silawen geschnappt, sie neben sich gelegt und damit begonnen sie durchzukitzeln. Die junge Elbin wandte sich hin und her und versuchte ihm zu entkommen.
„Ha ha ha... Ada... aufhören!", japste Silawen. „Nana... rette mich!"
Lirulin jedoch zog sich nur die Decke über den Kopf und versuchte weiterzuschlafen, während ihr Mann und ihre Tochter herumalberten. Ihrer Meinung nach war es für so etwas noch viel zu früh. Silawen und Glorfindel tauschten einen kurzen Blick aus und die junge Elbin begann zu grinsen.
„Nana! Du musst auch aufstehen!", rief sie und warf sich auf den Berg unter der Decke, der ihre Mutter war.
Einige Zeit später, Silawen hatte sich gerade eine dicke Wollmütze auf den Kopf gesetzt und ihre Handschuhe angezogen, lief sie aufgeregt umher. „Na los, beeilt euch! Ich will jetzt nach draußen in den Schnee! Wenn ihr noch lange wartet, dann ist er vielleicht noch weg!"
„So schnell schmilzt er schon nicht", antwortete Lirulin und zog Edrahil einen grünen Handschuh an. „Und du weißt doch, dass ich Edrahil noch beim Anziehen helfen muss, er ist doch noch viel kleiner als du. So, fertig!", sagte sie als sie dem Dunkelhaarigen eine Mütze aufgesetzt hatte. „Wenn ihr wollt, könnt ihr beiden ja schon mal vorlaufen, wenn du auf Edrahil aufpasst, Silawen. Aber bleibt in der Nähe des Tors bis Fin rauskommt."
Silawen jubelte, schnappte sich Edrahils Hand und lief zusammen mit ihm zur Tür hinaus. Lirulin sah den beiden lächelnd hinterher, schloss die Tür und blickte sich dann nach Glorfindel um.
„Fin? Beeilst du dich bitte? Ich möchte nicht, dass die Kinder zu lange allein draußen sind, sonst kommen sie noch auf dumme Ideen. Du kennst doch deine Tochter!"
„Wenn sie auf dumme Ideen kommt, ist sie also meine Tochter?", fragte Glorfindel, umarmte seine Frau von hinten und legte sein Kinn auf ihrer Schulter ab.
„Natürlich. Meine liebe und brave Silawen würde nie auf dumme Ideen kommen."
„Möchtest du dann nicht doch mitkommen, um sie davon abzuhalten?"
„Oh nein, ich bleibe schön hier drin im Warmen. Vielleicht komme ich ja später noch hinaus und bringe euch heißen Tee zu aufwärmen, wenn die Kinder ganz nass und voller Schnee sind, aber jetzt bleibe ich erst mal hier", antwortete Lirulin und schmiegte sich an ihn.
„Aber draußen ist es doch so schön. Der frisch gefallene Schnee leuchtet weiß in der Sonne, der kleine See ist zugefroren und glitzert und erst die klare Winterluft. Keine Wolke ist mehr am Himmel zu sehen, nachdem es vorhin geschneit hat..."
„... und zwei kleine Kinder, die alle mit Schnee bewerfen werden, die ihnen begegnen, hast du noch vergessen. Nein, du kannst mich nicht davon überzeugen", unterbrach die Blonde ihren Mann.
„Dann werde ich dich wohl einfach mitnehmen müssen. Du kannst dir das doch nicht einfach entgehen lassen...", antwortete Glorfindel, nahm Lirulin hoch und trug sie durchs Zimmer.
„Fin? Fin! Lass mich wieder runter!"
„Na wenn du wirklich willst...", sagte er und setzte sie wieder ab. „Dann werde ich mal nach den Kindern schauen gehen. Nicht, dass sie sich irgendwo in den Schnee eingraben und ich finde sie nicht mehr. Bis später, Liebling." Der blonde Elb verabschiedete sich noch mit einem zärtlichen Kuss und machte sich dann auf die Suche nach den beiden Kindern. Nur die Valar wussten, was diese wieder ausheckten.
Währendessen waren die beiden jungen Elben draußen bereits damit beschäftigt, aus Schnee eine Burg zu bauen, die momentan nur aus zwei Wänden bestand und Silawen gerade mal bis zur Schulter reichte. Jedoch konnten die beiden gut dahinter in Deckung gehen, sobald jemand ihre Schneeattacken erwiderte, um nicht getroffen zu werden.
„Komm Edrahil, wir müssen das noch festklopfen, bevor Ada rauskommt. Und noch viel höher bauen, dann kann uns niemand mehr ins Bett schicken!", rief Silawen, nahm sich eine Hand voll Schnee, fügte sie ihrer Burg hinzu und klopfte ihn fest. Edrahil, der versuchte Silawens Beispiel zu folgen, stolperte und fiel der Länge nach in den kalten Schnee. Er setzte sich hin, und die ersten Tränen begannen bereits über seine Wangen zu laufen, da kniete sich Silawen bereits neben ihn hin und wischte ihm den Schnee aus dem Gesicht.
„Nicht weinen, es ist doch gar nichts passiert. Und jetzt steh auf, damit wir unsere Burg fertig bauen können."
Der Dunkelhaarige nickte, stand auf und warf dann einen Schneeball nach Silawen, bevor er lachend um den Schneewall lief und sich dahinter versteckte. Die blonde Elbin klopfte sich die weißen Flocken von der Mütze und sah ihm grinsend hinterher.
„Na, habt ihr schon ohne mich angefangen?", fragte Glorfindel, als er den Garten betrat und die beiden Kinder entdeckte, die bereits voller Schnee waren.
„Ada! Da bist du ja endlich! Du hast ewig gebraucht. Komm, du musst uns helfen die Burg fertig zu bauen. Wir haben sie schon so hoch gebaut, dass Edrahil nicht mehr drüberschauen kann!", rief Silawen aufgeregt.
Auch der Dunkelhaarige war wieder hinter der Burg hervorgekommen und lief nun auf Glorfindel zu. „Hoch!", sagte er und streckte seine Arme in die Luft. Der blonde Elb nahm ihn auf den Arm und ging dann zu Silawen, die schon wieder etwas Schnee auf die Burg klopfte.
„Ihr habt ja schon recht viel von eurer Burg fertig", sagte er und wischte seiner Tochter noch etwas Schnee vom Kopf. „Habt ihr sie denn auch schon verteidigen müssen?"
Edrahil nickte und Silawen fing an zu grinsen. „Ja, eben war Erestor da und da hat Edrahil ihn festgehalten und ich hab mit Schnee geschmissen. Aber dann hat er sich befreien können und Edrahil hat dann auch noch Schnee auf ihn geworfen. Danach ist er weggelaufen. Das war lustig, Ada!"
„Das kann ich mir gut vorstellen ihr beiden. Aber was macht ihr, wenn er zurückkommt?"
„Dann haben wir doch dich und können uns hinter dir verstecken, Ada", sagte Silawen. „Und jetzt müssen wir weiterbauen sonst werden wir nie fertig!"
Silawen schaute sich um und holte dann einen Zweig der am Boden lag, um ihn zusammen mit ihrer Mütze zu einer Fahne umzufunktionieren. Glorfindel, der Edrahil wieder absetzte, da dieser angefangen hatte herumzuzappeln, da er auch helfen wollte, setzte seiner Tochter ihre Mütze wieder auf. „Die musst du anbehalten, sonst gehen wir wieder rein." Die Blonde nickte mit einem Schmollmund, suchte sich aber dann etwas anderes für ihre Fahne.
Als Lirulin einige Zeit später herauskam, waren die drei immer noch damit beschäftigt, die Burg zu verbessern, die mittlerweile vier Wände und sogar zwei Türme, die einzustürzen drohten, hatte. Sie stand kurz im Eingang und beobachtet sie, kam dann jedoch auf die Burg zu.
„Wie ich sehe, wart ihr ja ziemlich beschäftigt, während ich drinnen war. Wollt ihr euch aufwärmen? Ich habe Tee dabei", sagte sie und hob einen Korb hoch, in dem sich der Tee und einige Becher befanden.
„Nana! Du bist auch da!", rief Silawen und kam auf ihre Mutter zu. „Schau dir mal unsere Burg an. Ada hatte noch einen Turm gebaut, der ist aber wieder umgefallen und dann war er voller Schnee! Und mir ist gar nicht kalt. Ich bin ganz warm und brauche auch die blöde Mütze nicht, aber Ada will dass ich sie anlasse..."
„Und damit hat er Recht, meine Kleine. Du willst doch nicht krank werden, oder? Denn dann darfst du nicht mehr raus und im Schnee spielen."
Silawen schüttelte als Antwort nur den Kopf und lief zurück zur Burg. Edrahil, der ebenfalls gekommen war, nahm Lirulins Hand und ging mit ihr zu den anderen beiden. Sie spielten noch einige Zeit zusammen im Schnee, bis die Kinder langsam blaue Lippen bekamen.
Dann gingen sie wieder nach drinnen, tranken Tee und aßen die Kekse, die Lirulin gebacken hatte, während die anderen damit beschäftigt waren, die Schneeburg zu bauen. Als Glorfindel und Lirulin die Kinder schließlich ins Bett brachten, fragte Silawen noch verschlafen: „Können wir morgen wieder raus spielen?"
„Nur wenn ihr brav seid und jetzt im Bett bleibt", antwortete der blonde Elb. „Gute Nacht, meine Kleine."
Ende Einschub
