Kapitel 4

Alle drei blieben eine ganze Weile einfach nur dort liegen oder sitzen wo sie waren. Sie befanden sich alle auf dem gleichen Viertel des Kirchenbodens, der nun wie ein zu lange gebackener Kuchen aufgebrochen und an den Kanten ein wenig nach oben gedrückt war. Harry saß dicht bei Hermine und begutachtete besorgt ihren Arm. Ihre Schulter tat ihr weh und um ihr Handgelenk bildete sich schnell ein immer dunkler werdender Kranz – der Abdruck von Snapes Hand, die sie vor dem sicheren Tod bewahrt hatte.

Hermine sah zu Snape hinüber. Er war noch immer auf dem Boden liegen geblieben, den Blick zur Decke des Gebäudes gerichtet, die nun halbwegs stabil zu sein schien, da die Erde aufgehört hatte sich zu bewegen.

Die Kapelle bot ein skurriles Bild. Der Altar war zu einem guten Drittel in dem Spalt verschwunden, viele der Heiligenfiguren aus den Wandnischen waren herabgefallen und zerbrochen. Eine zerstörte Marienstatue war wohl immer ein seltsamer Anblick, selbst für jemanden wie Hermine, der mit der Kirche nie viel zu tun gehabt hatte. Aber es gab Dinge, die man nicht anrührte – dazu gehörten für sie die Reliquien der verschiedenen Religionen dieser Welt. Eine zerbrochene Buddha-Statue hätte sie wohl genauso verwirrt, wie der Anblick des Marienkopfes mit seinem abgeplatzten Goldbeschlag, der einen halben Meter vom Rest der Statue lag.

Irgendwie wirkte Snape zwischen den Trümmern so, als sei er ebenfalls in viele Teile zerbrochen. Es bedrückte Hermine, daß er so still war und sie konnte ihre Augen wieder nicht von ihm nehmen. Harry betastete jetzt vorsichtig die inzwischen blauschimmernden Druckstellen an ihrem Handgelenk und als er einen bestimmten Punkt berührte, sog Hermine scharf Luft ein und zuckte mit ihrem Arm ein wenig von Harry weg.

„Au", sagte sie leise und betrachtete die Stelle genauer, die Harry berührt hatte. An ihrem Handgelenk, kurz unter ihrem Daumen zeichnete sich ein kleines Muster ab, eine Stelle, die besonders heftig gedrückt worden zu sein schien. Hermines Stirn runzelte sich ein wenig. Was war das? Sie überlegte, wo der kleine, aber deutlich tiefere Abdruck herkommen konnte.

Harry stand auf und ging zu ihrem Gepäck hinüber, um zu sehen, was noch übrig war. Der erste Riß war nicht größer geworden als eine Handbreit und der zweite war nur hinter dem Altar so breit geworden – zum Tor hin, war er sehr viel schmaler, so daß es kein Problem darstellte, in der Kapelle überall hinzugelangen.

Hermine betrachtete derweil intensiv ihr Handgelenk – bis ihr ein Gedanke kam... Sie legte sich ihre eigene Hand um das Handgelenk, so wie Snapes Hand darumgelegen hatte und sofort war ihr klar, woher diese spezielle Druckstelle kam. Snape mußte einen Ring tragen...

Sie sah zu ihm rüber und hatte einen ziemlich guten Blick auf seinen Arm, seine Hand. Er richtete sich gerade eben auf und zuckte ein wenig zusammen, als er sich auf den rechten Arm stützen wollte. Er verlagerte das Gewicht und rieb sich, als er saß, mit der Hand des anderen Arms darüber. Das Gesicht genervt verzogen.

Er trug keinen Ring...

Das konnte Hermine deutlich sehen... Sie hatte Snapes Hände immer schon beobachtet, wenn er im Unterricht damit agierte, aber nie war ihr Schmuck daran aufgefallen. Sie war fast sicher, daß er auch sonst nie Schmuck getragen hatte. Jetzt jedenfalls tat er es definitiv nicht.

Aber woher...? Sie betrachtete wieder den Abdruck auf ihrem Handgelenk.

Es gab eine einfache Möglichkeit.

Hermine erhob sich, ging zu Snape rüber und setzte sich neben ihm auf den Boden.

„Danke"

Er sah sie nicht einmal an.

„Ja, ja", war seine einzige abwehrende Reaktion. Dann schien er kurz zu überlegen und sah ihren Arm an.

„Sind Sie in Ordnung? Die blauen Flecken auf Ihrem Arm wird Madame Pomfrey sicher in den Griff bekommen. Haben Sie sich sonst irgendwie verletzt?"

Hermine verstand nicht, warum es ihr einen kleinen Stich versetzte, daß er wieder zum Sie übergangen war. Eigentlich wurde ihr jetzt erst wirklich bewußt, daß er sie vorher bei ihrem Vornahmen genannt und mit ‚du' angesprochen hatte."

„Ja, ich bin in Ordnung. Und das habe ich Ihnen zu verdanken, Professor."

Er nickte nur und sah dabei mit ungehaltenem Blick seinen eigenen Arm an, als sei es ihm bereits wieder lästig, mit ihr zu sprechen. Hätte Hermine ihn nicht so gut gekannt, hätte sie geschworen, einen Hauch von Verlegenheit in seinen Zügen zu erkennen.

„Zeigen Sie mal ihren Arm, Professor.", sagte sie bestimmend und griff, ohne ein Einverständnis abzuwarten, nach seinem Arm.

Er zuckte zusammen, als sie den Arm anfasste und fauchte sie an: „Lassen Sie das!"

Hermine verdrehte die Augen und zog dann vorsichtig aber unbeirrt seinen Arm zu sich herüber.

Was hatte dieser Mann nur, daß er sich nicht anfassen lassen wollte?

Trotz seiner verbalen Widerwehr ließ er allerdings mit einem letzten „sieht auch nicht anders aus als Ihr eigener"zu, daß sie seinen Arm nahm, den Ärmel etwas nach oben schob, so weit der enge Schnitt dies zuließ und genauer betrachtete. Sein Handgelenk hatte sich bereits ähnlich dunkel gefärbt wie ihres, allerdings nicht von ihrem Griff, der nicht einmal ansatzweise so kräftig gewesen war wie seiner, sondern von dem Ledergürtel, der, wenn auch nur einen kurzen Moment, einen großen Teil der Last gehalten hatte. Der einzige Abdruck den Hermines Hand hinterlassen hatte waren vier halbmondförmige, kleine, aber erschreckend tiefe Einschnitte auf seinem Arm, in Form ihrer Fingernägel.

Sie nahm seine Hand in ihre und tastete seine Finger ab. Als sie an seinem Ringfinger angekommen war, fühlte sie es, fühlte sie ihn... einen Ring... glatt, schmal, keine harten Kanten, weich gerundet... ganz offensichtlich mit einem Zauber belegt, der ihn unsichtbar sein ließ... auf dem Ringfinger seiner rechten Hand...

Hermine schluckte und als Snape plötzlich klar wurde, wo ihre Finger innegehalten hatten, zog er seine Hand mit einem erschrocken wirkenden Ruck aus ihrer und erhob sich augenblicklich.

Hermine blieb sitzen mit einem Gefühl im Bauch, als habe sie gerade jemand vor den Kopf geschlagen und sah zu ihm hoch.

Er stand unschlüssig vor ihr, umfaßte auf Bauchhöhe mit seiner linken Hand die Finger seiner Rechten, so daß seine Fingerspitzen auf dem unsichtbaren Ring zu liegen kamen, als wolle er sich versichern, daß er noch da war. Hermine wurde ein wenig flau im Magen, als ihr plötzlich klar war, daß sie diese Geste kannte! Sie hatte sie immer und immer wieder bei ihm gesehen – sich nur noch nie etwas dabei gedacht! In seinen Augen konnte Hermine die Gedanken rasen sehen.

„Kein Wort davon zu Potter."zischte er ihr leise zu und wandte sich zum gehen.

Aber dann schien er sich doch noch eines besseren zu besinnen, hielt inne, wandte sich noch einmal zu ihr und setzte ein kurzes, gepreßtes „...bitte..."hinterher.

„Es ist alles noch da.", warf Harry plötzlich von der anderen Seite der Kapelle ein und brachte eine Wasserflasche und ihre Gläser rüber. Er lachte, wenn auch nur halbherzig und mit einem bitteren Unterton.

„Sogar die Gläser sind noch in Ordnung."Er drückte den beiden jeweils eins in die Hand und füllte ihnen allen Wasser ein.

Still trank jeder sein Glas in wenigen Zügen leer.

Hermine glaubte, das trockene Gefühl in ihrem Mund würde sich auch durch einen ganzen Liter Wasser nicht verflüchtigen. Trotzdem tat es gut, zu trinken.

Snape sah Harry an, dessen Blut an seiner Seite bereits zu trocknen begann und es schien kein neues nachzulaufen. Er setzte sein Glas ab und zeigte auf eine Bank.

„Setzen Sie sich, Potter. Ich will einen Blick auf ihre Wunde werfen."

Harry tat wie ihm geheißen und kurz danach saßen Snape und Harry sich, quer auf der rückenlehnenlosen Bank gegenüber und Snape säuberte mit Material das er aus seiner mitgebrachten Tasche hervorgeholt hatte Harrys Kopfwunde. Es war nur eine Platzwunde, aber unversorgt hätte sie sich entzünden können und eben dies verhinderte Snape nun gerade.

Hermine stand daneben und beobachtete die Szenerie.

„Werden wir irgendwann erfahren, wovor wir uns hier eigentlich verstecken?", fragte Harry und Hermine war dankbar, daß diese Frage endlich noch einmal gestellt wurde. Ihr Bauch sagte ihr, daß sie jetzt möglicherweise endlich eine Antwort auf ihre Frage bekommen könnten zumal sie ziemlich sicher war, mitbekommen zu haben, daß Albus Dumbledore verhindert hatte, daß sie über die Natur der Gefahr aufgeklärt wurden.

Snape sah zwar nicht von dem auf, was er tat, antwortete aber tatsächlich.

„Drider"

Harry sagte dieses Wort offenbar gar nichts, während Hermines Augen groß wurden vor Entsetzen.

„Drider?? Ich dachte, die gibt es gar nicht – na ja – nicht mehr!"ihre Stimme hatte einen leicht hysterischen Unterton.

Snape schmunzelte sein gewohntes, hämisches Schmunzeln.

„Doch, die gibt es und ganz offensichtlich ist eine Horde von ihnen mit ihren mächtigeren Magiern gerade unter dieser Kapelle hindurchgezogen.

Harry blickte zwischen den beiden hin und her und Hermines Gesichtsausdruck beunruhigte ihn extrem.

„Könnte mir bitte mal jemand sagen, was Drider sind? Ich weiß, daß ich im Unterrichtsstoff nicht so fit bin wie Hermine, aber etwas, das so eine Reaktion hervorruft, müßte mir doch in Erinnerung geblieben sein, oder?"

Hermine nickte.

„Das hatten wir nicht im Unterricht, Harry. In der Kurzform – Drider sind Wesen die halb humanoid und halb arachnoid sind."sie schüttelte sich bei dem Gedanken.

Harry seufzte „bitte in Harry-Sprache, Hermine. Heißt das halb Mensch, halb Spinne?" er verzog angeekelt das Gesicht.

„Beinahe"brachte Sanpe sich wieder ein. „Halb Spinne, halb Dunkelelf"

Harrys Augenbrauen wanderten ruckartig nach oben. „Dunkelelf?"

Hermine nickte wieder. „Ja, Dunkelelf. Das heißt die Biester sind durch und durch böse. Leider sind sie auch intelligent und magisch begabt genug, daß sie mächtige Magier unter sich haben."

„Und genau davon haben sich einige mit Dumbledore angelegt, beziehungsweise mit dem Orden, seit Dumbledore ihn hinzugezogen hat, weil sie sich ausgerechnet Potter als ihr perfektes Geschenk an ihre Gottheit Lolth auserkoren haben.", ergänzte der Zaubertrankmeister, während er Harry ein Pflaster auf die versorgte Kopfwunde klebte.

„Wie kommen die denn auf diese Idee?!", fragte Harry mit einem leichten Kieksen in der Stimme.

Snape packte die Dinge die er benutzt hatte, wieder ein.

„Sie wurden vom dunklen Lord gezeichnet, stehen aber gleichzeitig auf der weißen Seite. Ihre weiße Seite würde Sie als Opfergabe prädestinieren, ihre dunkle Zeichnung birgt eine hohe Chance, daß Lolth Sie als Opfer akzeptiert. Eine perfekte Wahl – soviel steht fest."

„Na danke..."

Snape erhob sich. Und brachte seine Tasche zurück in die Ecke in der auch ihre anderen mitgebrachten Dinge standen.

„Wir sollten und vielleicht jetzt schon mal Gedanken darüber machen, wer heute wo schläft. Das Gebäude ist jetzt in sich ein wenig instabil, daher würde ich dazu raten, daß wir uns nicht gerade in die Mitte legen, sondern irgendwo an den Rand."

Während Snape und Harry für sie alle eine Schlafgelegenheit schufen, indem sie Trümmerstückchen zur Seite räumten und einen der Vorhänge dazu nutzten, eine Art Baldachin zu schaffen, der eventuell noch herunterfallende kleine Steine auffangen und abhalten würde, betrachtete Hermine die beiden Männer immer wieder.

In ihrem Bauch wußte eine innere Stimme, daß der Ring den sie gefühlt hatte, wenn sie ihn hätte sehen können, aus Gold gewesen wäre...

Snape war in ihrer Vorstellung mehr der Silber-Typ – aber es gab eine bestimmte Art von Ring, die praktisch immer aus Gold war... sie mußte ihn fragen... sie wußte nicht warum, aber mit jeder Stunde die sie länger in dieser Kapelle war, veränderte sich das Bild des Zaubertrankmeisters und es machte ihr Angst.

Sie hatte ihn gehaßt. Sie hatte eines der tiefsten Gefühle für ihn empfunden, die sie je empfunden hatte – und es war Hass gewesen. Für seine Ignoranz, für seinen Ablehnung, für seine ganze Art. Aber jetzt bröckelte dieses Bild und zutage kam jemand anderes. Ein Mann, der nicht aus rein bösem Willen und Launigkeit heraus so war, wie er war, sondern der einen Grund dafür zu haben schien.

Wenn es Gründe gab, so zu werden wie er war, dann mußten das gravierende Gründe sein.

Und sie überlegte, was für sie neu war an seinem Bild oder was sie sich jetzt und hier erst wirklich zugestehen konnte.

Vertrauen, das nur durch Bedingungen erhalten wurde. Das war neu.

Sein Beschützerinstinkt, der ihn stets hatte zur Stelle sein lassen, wenn Harry, Ron oder sie in Gefahr waren. Das war keinesfalls neu. Sie hatte es lange geleugnet, aber es war von Anfang an so gewesen. Sei es sein Versuch, Harry vor Quirrels Fluch zu retten, sei es die Tatsache, daß er darauf bestanden hatte, mit ihnen in dieser Kapelle zu bleiben, sei es sein Versuch, sie vor dem Werwolf zu warnen in dem er ihnen die Möglichkeit gab ihn rechtzeitig zu erkennen, sei es gerade eben der Moment in dem er sie gehalten hatte...

Und jetzt ein Ring an seinem Finger, den er unsichtbar hielt?

Hermine hatte Angst davor, daß Snape nicht der Widerling sein könnte, der es verdient hatte, gehasst zu werden. Sie hatte Angst davor, daß sie jemanden gehasst hatte, der andere Empfindungen verdient hätte.

Sie hatte Angst davor, ungerecht gewesen zu sein, nur weil sie nicht sehen wollte.

Sie ließ für sich selbst auch nicht die Entschuldigung gelten, daß er es ihnen so schwer wie möglich gemacht hatte, ihn anders zu sehen. Sie hatte von sich selbst immer das Bild gehabt, gerecht und halbwegs sensibel zu sein. Was, wenn dieses Bild von ihr falsch war? So wie ihr Bild von Snape falsch war?

Sie versuchte diese Gedanken von sich abzuschütteln, und rief sich in Erinnerung, daß es genauso gut sein konnte, daß Dumbledore etwas Widerliches gegen ihn in der Hand hatte, daß Snape selbst verschuldet hatte, daß er ein Todesser gewesen war, daß er vielleicht nur mit ihnen hier war, weil er keine Lust hatte draußen mit den anderen zu sein und daß der Ring lediglich irgendein... nun ja... halt irgendein Ring war.

Sie mußte es erfahren....

Der Nachmittag verging in Schweigen und gelegentlichen Unterhaltungen über die üblichen Verhaltensweisen von Dridern, die stets damit endeten daß Hermine, vor allem aber Harry sich schüttelte vor Ekel und Grusel.

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Hermine fand den kompletten Nachmittag und Abend lang keine Möglichkeit, Snape nach dem Ring zu fragen. Wenn eine Gelegenheit da war, brachte sie den Mut nicht zustande und wenn sie den Mut wieder hatte, war Harry so nah bei ihnen, daß es nicht ging.

So wurde es Abend und Nacht und sie legten sich schlafen. Harry und Snape hatten für jeden jeweils zwei Bänke nebeneinander gestellt, so daß sich eine Liegefläche in der Breite eines schmalen Bettes ergab. Snape legte sich auf die Liegestatt die zum Innenraum zeigte, Hermine nahm die Mitte und Harrys „Bett"stand an der Wand.

Eine Decke unter jedem machte die Schlafgelegenheit zwar nicht wirklich weich, aber für diese eine Nacht würde es gehen.

Harry hatte Kopfschmerzen bekommen und Hermine befürchtete eine Gehirnerschütterung. Aber da er sich weder übergeben hatte noch erneut ohnmächtig geworden war, hoffte sie, daß es nicht so schlimm war.

Er bekam von Snape etwas, das ihn schnell einschlafen ließ, wobei der Zaubertrankmeister ihm versichert hatte, daß es ihn nicht daran hindern würde, sofort aufzuwachen, wenn er gerufen oder durch sonstwelche Geräusche wachgemacht würde.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis von Harrys Bett nur noch ein tiefes, gleichmäßiges Atmen zu hören war, das anzeigte, daß er eingeschlafen war.

Hermine lag mit offenen Augen auf dem Rücken und starrte das Licht- und Schattenspiel an der Decke an, das durch die zwei Kerzen erzeugt wurde, die sie angezündet hatten.

Snape, rechts neben ihr, atmete, im Gegensatz zu Harry , unhörbar, wie sie selbst.

Als Hermine den Kopf zu ihm wandte, lag er, wie sie, auf dem Rücken und betrachtete die Decke mit wachen, offenen Augen.

„Professor?", flüsterte sie.

„Ja?"

„Sind Sie verheiratet?"

Ein Moment herrschte Stille, dann antwortete er.

„Nein, Miss Granger."

Wieder ein Moment Schweigen, dann faßte Hermine sich erneut ein Herz.

„Aber Sie tragen einen Ring am Finger."

Keine Antwort.

Also versuchte Hermine es noch einmal.

„Warum verbergen Sie diesen Ring, Professor?"

Stille – dann aber doch wieder seine Stimme...

„Weil es niemanden etwas angeht, Miss Granger."

„Was ist es denn für ein Ring, das er Fragen hervorrufen könnte die Sie nicht wollen?"

Sie behielt ihn im Blick und nach einer ganzen Weile schloß er, ohne sich zu regen mit einem leisen Seufzen die Augen und sagte dann ein wenig leiser als vorher.

„Es ist ein Ehering."

Er ließ die Augen geschlossen und Hermine brauchte ihre nächste zwangsläufig folgende Frage nicht zu stellen, da er sie selbst direkt beantwortete.

„Ich bin verwitwet, Miss Granger. Und nun lassen Sie es bitte gut sein und schlafen Sie."

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Hi Aisa: Ja, Migräne ist wirklich schrecklich – und wie du siehst: es geht weiter ;O)

Hi Arifilia: Die Idee entstand aus genau diesem Grund – eine „wahrscheinlichere" Version von Snapes Tätigkeit für den Orden und seine Motivation es zu tun – und vor allem die immer wieder aufkommende Frage zu klären: Warum vertraut Albus ihm... (ich bin mal auf JKRs Version gespannt ;O))

Hi MomoSnape: Ja, ja, unser Severus als Retter in der Not (seufz) – da ist die Romantikerin mit mir durchgegangen – LACH – Aber die Szene war in meinem Kopf – also mußte sie auch raus...

Hi CaligoCorvus: Es ehrt mich, daß du denkst, daß mir Migräne bekannt ist aufgrund meiner Beschreibung davon. Glücklicherweise ist das nicht so, aber zum einen hatte ich auch ohne Migräne an dem Tag an dem ich die Story angefangen habe in der Tat sehr heftige Kopfschmerzen und lag mit einem Tuch über den Augen im Bett, weil Licht weh tat als ich daran „gebastelt"habe – und zum anderen hat mein Deutschlehrer mir damals mehrfach eindringlichst davon berichtet, wie sich Migräne anfühlt, die Schmerzen, die Lichtempfindlichkeit, die Übelkeit.... Eine große Portion Mitleid von mir an dieser Stelle an all diejenigen, die damit regelmäßig zu kämpfen haben.
Danke für dein Lob darüber, wie ich mit Snape „umgehe", bzw. ihn handeln lasse. Ich bin sicher, daß viele der Gerüchte die über ihn kursieren, ihm längst bekannt sind – z.B. das Vampirgerücht (das ich für SOWAS von abstrus halte, daß ich mich immer wieder an den Kopf schlage, wenn Fans JKR diese Frage ernsthaft stellen!!! Das mag aber auch an meiner generellen Abneigung gegen Vampire liegen (hab wohl in der Vampire-Rollenspielzeit als klavierspielende Toreador eine Überdosis bekommen –grins- ) Doch – die Story war als Fortsetzung geplant – ich mach nur normalerweise nicht so gemeine Cliffhanger.... Und wenn du doch mal zu Erinnerung an Regen kommst, bin ich auf deine Meinung gespannt... Grüße in den Nebel.

Hi Amruniel: Noch ein Einser von dir – lach - ich freu mir immer ein kleines Loch in den Bauch, wenn ich sehe, daß du geschrieben hast – danke dir für dein Lob, das mir immer wieder eine riesige Inspiration ist!!!

Hi LizBlack: Ich fürchte, das war etwas gemein, Hermine fragen zu lassen, Sev aber keine Antwort in den Mund zu legen, die etwas verraten würde ;O) Aber du hast natürlich recht, er würde nicht einfach so etwas über diese Dinge ausplaudern – er hat ja für seinen Geschmack schon viel zu viel „gequasselt"

Hi YavannaUnyarima: Tut er das nicht immer? Die anderen selbstlos retten? Bisher ist das die Seite, die wir von ihm aus den Büchern am besten kennen – auch wenn es am wenigsten auffällt... Und na klar wird das Geheimnis noch gelüftet.... und dann wird wieder mal klar, daß mein Bild von Albus ein ganz spezielles ist ;O)

Hi Noel McKey: Ich mach gerne weiter, weil es bei so vielen Rezis gleich nochmal soviel Spaß macht!

Hi Aisling: Ich bin auch gerade in dieser Storyline besonders intensiv drin – deshalb schreibe ich auch hier weiter – während allerdings gleichzeitig DSmV weitergeschrieben wird (habe meiner Beta gerade den ersten Gabaldon-Band virtuell in die Hände gelegt – die ist jetzt erstmal beschäftigt und ich kann hier noch ein bißchen weitertippen – lach - )

Hi Birgit 123: Du wirst es erfahren...

Hi SweetChrisi: Danke dir! Ich mach auch ganz schnell weiter!

Hi McAbe: Ja, der Anfang war auch schon bei PM zu lesen – der Rest später vermutlich auch – aber ich mach das jetzt erstmal hier Kapitel für Kapitel fertig – für mich eine ganz neue Erfahrung, da ich ja eigentlich nicht kapitelweise schreibe – sondern durcheinander (Nasse Katzen war da bisher die große Ausnahme) Ich danke dir für dein Kompliment bezüglich der Analyse unseres Zaubertrankmeisters. Ich versuche stets, ihn in Charakter handeln zu lassen, ihn dann aber in Situationen zu bringen, die für ihn untypisch sind – wobei ich denke, daß hier bisher für ihn noch nichts untypisches drin war (kommt noch –ggg-) Welchen Preis zahlt, werdet ihr erfahren – und zwar bald – und es ist kein geringer... Ich werde an beiden Stories weiterschreiben – garantiert – mir liegt viel zu viel daran, um es nicht zu tun – auch wenn ich von meiner Familie Schelte bekomme, weil meine eigenen Geschichten dann liegenbleiben... aber mein Herz gehört derzeit Hermine und Snape... da kann man nix machen.

Hi Ranko: So – ähm – ich bräuchte ihn dann jetzt bitte nochmal kurz wieder fürs nächste Kapitel – ihn-wieder-aus-deinen-Armen-zieh – LACH –

Hi Ajuna: Dann hoffe ich, daß dir die Weiterführung gefällt....