Kapitel 8
Mein Name ist Hermine Jane Granger, ich bin eine Hexe. Ich besuche im siebten Jahr das Internat Hogwarts, eine Schule für Hexerei und Zauberei und stehe kurz vor meinem Abschluß. Man sagt mir nach, ich sei sehr intelligent und eine Streberin, man findet mich außerhalb des Unterrichts in der Regel in der Bibliothek. Ich bin, was meinen Wissenstand betrifft meinen Klassenkameraden und in der Regel auch dem Lehrstoff weit voraus und ich bin dafür bekannt, daß ich bemüht bin, die Hausregeln nicht zu brechen. Ich werde mit großer Wahrscheinlichkeit dieses Schuljahr als Jahrgangsbeste abschließen, sofern ich diese Nacht überlebe und ich bin das dümmste Wesen, das diese Schule seit langer Zeit gesehen hat...
Wie konnte ich glauben, daß es eine gute Idee sei, in sein Büro hineinzugehen, obwohl mehr als deutlich war, daß er vor Wut brannte? Wie konnte ich der Versuchung erliegen, zu ihm zu gehen und ihn trösten zu wollen? Trösten? Ihn? Wie dumm mußte man sein, um in einen Raum zu gehen, in dem wenige Momente vorher Severus Snape getobt hat?
Habe ich in all den Jahren denn wirklich nichts begriffen?
Er hatte mich für einen kurzen Moment für Rebecca gehalten. Seine verstorbene Frau. Sein ungläubiger Ausdruck hatte deutlich gezeigt, daß ihm klar war, daß sie nicht vor ihm stehen konnte, aber er hatte mir zu einer früheren Gelegenheit – gestern Nacht erst - gesagt, daß ich ihr vom Aussehen her nicht unähnlich sei und im Gegenlicht hat er mich wohl wirklich für Sekunden mit ihr verwechselt.
Sekunden in denen sein Blick eine Weichheit und einen Ausdruck angenommen hatte, den vorher wohl nur sie zu sehen bekommen hat. Rebecca... Ehefrau von Severus Snape... unglaublich... noch viel unglaublicher die Tatsache, daß er einen Sohn haben soll... einen Sohn, den Albus Dumbledore nur zu Gelegenheiten die der Schulleiter bestimmt, mit seinem Vater zusammenkommen läßt.
Severus Snape – Vater... Witwer... in einer Art Gefangenschaft gehalten von Albus Dumbledore, dem gütig und sanftmütig erscheinenden, weisen Zauberer...
Was noch könnte sich in meiner Vorstellung innerhalb eines einzigen Tages ins Gegenteil verkehren?
Aber halt – einige Dinge sind geblieben wie sie waren...
Severus Snape gehörte zu den Todessern, die dem dunklen Lord dienen...
Nie habe ich das so sehr begriffen wie an diesem Tag...
Nie hatte ich solche Angst vor ihm...
Nie habe ich so sehr um mein Leben gefürchtet... nicht einmal in der letzten Nacht über dem Abgrund.
Ist es die Dummheit der Gryffindor die er stets angeprangert hat, daß ich ihn trotzdem verstehe? Daß ich nachempfinden kann, wie er sich fühlt, daß ich mich sogar frage, ob ich nicht ganz genauso reagieren würde, wenn ich in seiner Situation wäre?
Seit einigen Stunde nun, türmt er vor mir Bücher auf seinen Schreibtisch, schlägt sie hier und da auf, macht sich hochkonzentriert und fahrig zugleich Notizen, wirft Bücher die er nicht benötigt auf einen Stapel der inzwischen eine ansehnliche Höhe erreicht hat, anstatt sie ins Regal zurückzutstellen.
Dabei erzählt er... die ganze Zeit... immer wieder unterbrochen von langen Phasen des Schweigens... aber dann beginnt er aufs Neue...
Mir scheint es inzwischen, daß es bereits auf den Abend zugehen muß.
Ob man mich vermißt? Sucht?
Ich habe davon gehört, Professor McGonagall hatte mir davon erzählt, daß es unter den Todessern Brauch sei, die Opfer die sie zu töten gedenken, mit einem Fluch zu belegen, der sie bewegungsunfähig macht, der ihnen aber alle Sinne läßt, damit sie mitbekommen, was um sie herum geschieht, damit ihre Angst größer und größer wird, während vor ihren Augen die Vorbereitungen für ihren Tod getroffen werden.
Seit vielen Stunden nun sitze ich auf einem Stuhl neben der Türe in Professor Snapes Büro, von ihm mit Magie verflucht zur Regungslosigkeit.
Weil er mich töten will? Ich denke nicht... wohl eher aus alter Gewohnheit... alte Gewohnheiten sterben nur langsam... das gilt sicherlich auch für Angewohnheiten von Todessern...
Gemessen an der grenzenlosen Wut die er mir entgegengeschrien hat, als er seinen Irrtum, genauer gesagt – als er MICH erkannte, scheint dies von den denkbaren Übeln das Geringste zu sein. Im ersten Moment hatte ich wirklich geglaubt, er bringe mich um. Noch nie habe ich solchen Hass gesehen, noch nie habe ich solche Angst gehabt – außer vielleicht gestern Nacht, als ich über dem Abgrund hing und der gleiche Mann der mir heute Todesangst macht, mir das Leben gerettet hat.
Sein Blick war hart wie ein Schlag mitten in mein Gesicht und ich habe mich geduckt, als habe er mich mit Fäusten getroffen, wäre beinahe tatsächlich zu Boden gegangen.
Er hat geschrien, so unendlich laut geschrien, daß mir die Ohren davon schmerzten. Er hat mir die schlimmsten Dinge gesagt, mich mit den fürchterlichsten Namen belegt, mir Schuld an Dingen gegeben, von denen ich noch nie gehört habe, mich verantwortlich gemacht, für alles, was ihm geschehen war.
Und ihm war viel geschehen...
Bei Merlin – ihm war so viel geschehen...
Seit Stunden nun erzählt er davon... immer wieder... während er wie im Wahn ein Buch nach dem anderen nach irgendetwas durchstöbert, das ihm aus dieser Hölle heraushelfen kann...
Er erzählt mir von dem Morden unter dem dunklen Lord. Beschreibt es in so gnadenlos intensiven Farben, daß mir die Tränen über das Gesicht laufen.
Er erzählt von der Folter die über die Frau hereingebrochen war, von der er nicht mehr als ihren Namen wußte – Rebecca... von der Flucht mit ihr, von seinen Wünschen, mit ihr irgendwo neu anzufangen, alles hinter sich zu lassen. Von ihrer Bitte, zu Dumbledore zu gehen und dem Kampf gegen Voldemort beizutreten.
Und er erzählt von der Bedingung, die Albus Dumbledore für sein Vertrauen stellte....
In all dem Erzählen hat seine Stimme einen beißenden, verachtenden Klang. Mal schneidet sie wie eine Peitsche durch den Raum, mal zischt sie wie eine Schlange in mein Ohr.
Er erzählt von dem Eid den er leisten mußte, weil Rebecca und Albus ihn dazu gebracht hatten - einen magischen Eid, daß er sich unter die alleinige Führung des alten Zauberers stellte, der es ihm unmöglich machen würde, den Schulleiter anzugreifen oder zu hintergehen, einen Eid, daß er alle Möglichkeiten und seine ganze Kraft in den Dienst des Ordens und die Vernichtung des dunklen Lords stellen würde. Einen Eid, daß er Körper und Geist riskieren würde, um das Ziel zu erreichen – einen Eid, den er, der Bitten seiner Frau wegen, auf Rebeccas Leben geschworen hatte.
Professor Snape lacht oft zwischendurch, während er mir dies mal flüsternd, mal schreiend erzählt. Ein Lachen, das so bitter ist, daß es mir, trotz meiner Angst, im Herzen weh tut.
Und jedes Mal wenn er vor mir steht, habe ich Angst, daß er mich schlägt oder mich mit quälenden Flüchen belegt, aber bisher hat er es nicht getan... Aber seine Wut wird immer größer...
Er erzählt davon, daß dies alles dem Schulleiter, weil er sich der absoluten Loyalität des schwarzen Zauberers sicher sein wollte, noch nicht gereicht hatte, sondern daß er in dem Moment in dem Snape den Eid gesprochen hatte, mit Hilfe eben dieses Eides einen Zauber über ihn gelegt hatte, der es seiner Frau unmöglich gemacht hatte, sich in seiner Nähe aufzuhalten, einen Zauber, der sie getötet hätte, wenn er versucht hätte zu ihr zu gelangen...
Albus hatte ihr so lange seine sanften Worte in den Kopf geredet, bis Rebecca es ebenfalls für das beste gehalten hatte. Albus hatte sie an Severus' Wut erinnert, an das was er getan hatte und an das, was er tun könnte... er hatte sich, nach Snapes Meinung, in ihren Kopf geschlichen, wie es eines Slytherin würdig gewesen wäre und sie umgarnt, bis sie zu allem Ja und Amen gesagt hatte, was der Schulleiter vorgeschlagen hatte.
Einmal im Monat hatte Snape sie sehen dürfen – zwölf mal innerhalb eines ganzen Jahres – zwölf Abende, Nächte und Morgen, bevor der Zauber sich jedes Mal von selbst wieder über ihn legte und er aus ihrer Nähe fliehen mußte, um sie nicht zu töten...
Anfangs hatte er es verstanden... es hatte ihn wütend gemacht, aber er hatte es verstanden... aber von Monat zu Monat, von Beweis zu Beweis für seine Loyalität war sein Verständnis geringer geworden. Und als man ihn in der Nacht in der sie Nathaniel geboren hatte, erst zum vereinbarten Zeitpunkt und nicht eine Minute früher geholt hatte, so daß er nur noch hatte zusehen könnnen wie sie starb, war mir ihr auch sein Verständnis gestorben. Aber ein letztes Mal hatte Albus sie auf seine Seite gezogen und ein letztes Mal hatte Albus sie benutzt, um Severus dazu zu bringen, den Eid den er geleistet hatte auf seinen gerade eben erst geborenen Sohn zu erneuern, so daß Albus den Zauber den er auf den Zaubertrankmeister gelegt hatte aufrechterhalten konnte.
Ich will all dies hören, aber ich will auch, daß er aufhört zu reden, daß er aufhört, mir solche Angst zu machen. Ich will verstehen und kann mir doch nicht vorstellen, daß der Schulleiter, den ich als gütigen, liebenswerten Mann kennengelernt habe, so etwas tun würde.
Allerdings hatte ich auch stets verdrängt, welche Gefahr ein Todesser tatsächlich zum Beispiel für die Schüler darstellen konnte, wenn er aus welchem Grund auch immer, durchdrehen würde. Genau das geschah gerade und ich bin alleine mit ihm in diesem Zimmer...
Gerade hatte der Zaubertrankmeister mit leicht verstellten Stimmen ein Gespräch zwischen dem Schulleiter und sich selbst gesprochen. Wie ein beängstigendes Zerrbild eines Puppentheaters hatte es geklungen.
„Ja, Albus, ich weiß, daß ich das nicht hätte tun sollen, aber es war hier der beste Weg."
„Nein, Severus, Sie wissen genau, daß Sie diesen Fluch nicht anwenden dürfen."
„Aber Albus, ich soll doch alles einsetzen, was mir zur Verfügung steht."
„Oh nein, Severus, DAS hätten Sie nicht einsetzen dürfen."
„Warum haben Sie sich einen Todesser in Ihre Mitte geholt, wenn Sie dann nicht wollen, daß er mit seinen Möglichkeiten agiert?"
„Lieber Severus, Sie sollen uns nur sagen, wie sie denken, wie sie handeln werden, du Sie sollen uns sagen, was Voldemort plant – Sie sollen nicht selbst mit diesen Mitteln agieren – auch nicht gegen sie. Sie handeln hier in der Schule so vernünftig, warum können Sie es nicht tun, wenn Sie für den Orden agieren?"
„Aber wie sollen wir je zu Ergbnissen kommen, wenn wir nicht schneller vorgehen?"
„Dann dauert es halt länger Severus, aber der Zweck heiligt nicht die Mittel."
Als er den letzten Satz dieser gespielten Unterhaltung gesagt hat, ist er mit wenigen großen Schritten zu mir gestürmt und ich hätte geschrien, wenn ich es gekonnt hätte.
Brutal hat er mich bei den Schultern gepackt und geschüttelt und dabei in mein Gesicht gebrüllt: „Hast du gehört was er gesagt hat? Der Zweck heiligt nicht die Mittel!!! DER ZWECK HEILIGT NICHT DIE MITTEL! Das sagt ER!!! ER HEILIGT NICHT DIE MITTEL!"
Ich hatte in der Nacht in der Kapelle schon gewußt, daß ich dafür bezahlen würde, daß ich zuviel gehört hatte. Was wird nun geschehen? Jetzt, da ich alles weiß? Schützt der Eid den er geleistet hat auch mich? Oder kann er mich töten wenn es ihm danach ist? Wenn es so ist, dann bin ich sicher, daß ich den Tag nicht überleben werde... nicht, wenn er sich noch tiefer in diese Raserei hineinreden würde.
Aber was passiert jetzt? Er hält inne... irgendetwas geschieht...
Die Luft verändert sich. Das angstvolle Vibrieren in meinem Bauch läßt nach.
Auf meinem tränenüberströmten Gesicht kitzeln die herabrinnenden Tränen die ich gleichermaßen aus Angst und aus Mitleid vergossen habe. Unbewegt starre ich ihn an und sehe zu, wie seine Augen sich verändern und er mich plötzlich ansieht – anders – und die Angst in meinem Herzen wird weniger... er kommt zu sich... ich kann es deutlich erkennen.
Seine Augen werden, als begreife er plötzlich, was er getan hat, größer und größer und er legt sich langsam eine Hand über den Mund, um dahinter seine eigene Fassungslosigkeit zu verbergen.
Dann wendet er sich ab und geht zum Kamin.
Er wirft Pulver hinein und sagt mit leiser, unsicherer Stimme: „Albus, ich brauche deine Hilfe, sofort..."
Nur wenige Sekunden später erscheint der Schulleiter im Kamin, während der Zaubertrankmeister von mir zurückweicht bis er mit dem Rücken gegen ein Regal taumelt.
Dumbledore sieht sich um, erkennt offenbar auf der Stelle was geschehen ist und löst mit einer kurzen Bewegung seines Zauberstabes den Fluch der auf mir liegt. Ich weiß, daß ich mich jetzt wieder bewegen könnte, aber ich schaffe es nicht. Ich sitze noch immer stocksteif auf dem Stuhl und kann die Augen nicht von dem nehmen, was ich sehe.
Der Schulleiter wendet sich sofort Snape zu, geht mit beschwichtigenden Gesten auf ihn zu und ich sehe, wie der Zaubertrankmeister noch weiter nach hinten zu weichen versucht, aber er hat das Regal im Rücken, er kann nicht weiter. Er sieht den Schulleiter angstvoll an, mit beinahe soviel Angst, wie sie vorhin in meinen Augen zu sehen gewesen sein muß.
„Ich ... ich habe keine Ahnung, wie sie hier hereingekommen ist, Albus."
„Schhhh... es ist gut, Severus. Es ist niemandem etwas passiert. Sie ist stark, sie wird das schon verkraften. Hast du ihr weh getan?"
Snape schüttelt mit dem Kopf.
„Ich glaube nicht – jedenfalls nicht physisch... aber ich habe..."
Er legt die Finger beider Hände vor den Mund und sieht mich an. Tiefe, bereuende Schuld in den Augen, die gerade noch so hasserfüllt geblickt hatten. Unfähig dieser Schuld mit Worten Ausdruck zu verleihen schweigt er, blickt nur den Schulleiter an, in Erwartung dessen, was dieser entscheiden wird.
Und dann senkt er die Arme, sieht, um niemandem in die Augen sehen zu müssen, auf den Boden neben sich und spricht dann mit klarer Stimme.
„Das heute wird das letzte Treffen mit Nathaniel. Seine neue Familie soll mich nicht mehr erwähnen. Ich erkläre mich bereit, den Eid ein weiteres Mal zu erneuern – ohne ihn zeitlich zu begrenzen..."
Der Schulleiter will etwas sagen, aber Snape hebt abwehrend eine Hand und Albus schweigt.
„Wenn ich in der Lage bin, dies hier zu tun, dann bin ich auch zu allem anderen fähig. Das hier darf nie wieder geschehen."
Er wendet sich wieder um und dem Schulleiter zu.
„Ich danke Ihnen, Albus und ich bitte Sie, Miss Granger mitzunehmen und zu tun, was zu tun ist. Aber zuerst..."
Dumbledore sieht ihn an und nickt betrübt, geht zu ihm rüber und legt mit eine sanften Geste die Hände an die Seiten von Snapes Kopf, den dieser in einer beinahe demütigen Geste senkt.
Ich weiß nicht, was er mit ihm tut, aber es sieht sehr friedlich aus und als der Schulleiter seine Hände wieder von ihm fort nimmt, schickt der schwarze Zauberer sich an, mit großen Schritten das Büro zu verlassen, ohne mich noch eines weiteren Blickes zu würdigen – ob aus Gleichgültigkeit oder aus Scham, vermag ich nicht zu sagen. Aber dann bleibt er doch neben mir stehen, den Blick durch die Türe nach draußen gewandt.
„Der Zauber der auf mir liegt, hat seine absolute Berechtigung, Miss Granger, und sollte ich gerade anderes gesagt haben, vergessen Sie das. Es ist gut und richtig, daß Professor Dumbledore mich auf diese Weise im Zaume hält und die vor mir schützt, die in Gefahr sein könnten. Ich versichere ihnen, daß etwas Derartiges nicht wieder vorkommen wird und entschuldige mich bei Ihnen in aller Form. Ich kann nicht erklären, warum ich in Ihrer Gegenwart zum zweiten Mal die Fassung derart verloren habe, aber es ist auch dieses Mal nicht entschuldbar."
Mit den letzten Worten sieht er mich nun doch kurz an und ich bin von seinem Blick restlos verwirrt und er löst in mir ein Gefühl aus, das ich nicht verstehe und nicht begreifen kann, aber es bewirkt, daß ich den Arm hebe und seine Hand greife - was er geschehen läßt. Ich weiß, daß er versteht, warum ich seine Hand kurz aber feste drücke, bevor ich sie wieder loslasse damit er endgültig die Szenerie verlassen kann.
Er hat den Händedruck erwidert. Nicht höflich, sondern innig, beinahe liebevoll ist der Druck gewesen – von seiner und von meiner Seite – wie ist das nach den Geschehnissen zu erklären? Ich weiß es nicht, aber ich entscheide auch, daß ich darüber erst später nachdenken werde.
Als er fort ist, fehlt mir etwas. Bin ich nun endgültig verrückt? Aber mir erscheint es so, als fehle etwas in der Luft, als er nicht mehr im Raum ist. Als sei etwas nicht mehr unmittelbar um mich herum, das die ganzen letzten Stunden dagewesen und das mir wichtig geworden war...
In mir löst sich die Anspannung und ich beginne wieder zu weinen, höre die beruhigende Stimme des Schulleiters, der sich meiner annimmt und mich über den Kamin mit in sein Büro nimmt. Er fragt mich alles mögliche, will wissen, was in der Kapelle geschehen ist, fragt mich über die seltsamsten Kleinigkeiten aus und ganz am Ende fragt er mich, ob die Luft ungewöhnlich gewesen sei... Was ist das denn für eine merkwürdige Frage? Aber ich halte inne und erinnere mich... an das Vibrieren das ich gespürt habe... das mich fühlen ließ... ja was eigentlich? Und plötzlich wird es mir klar – es hatte mich fühlen lassen, wie es Snape ging - es war die reale Umsetzung des Ausspruchs "es lag in der Luft" - seine Angst, sein Zorn, aber auch der Moment der Verwirrung, als er mich für Rebecca gehalten hatte...
Ich erzähle es dem Schulleiter und er sieht mich sehr nachdenklich an. Sein Lächeln ist nicht falsch – aber es ist auch nicht wirklich echt – es sieht besorgt aus... auf eine seltsame Art und Weise besorgt...
-.-.-.
-.-.-.
-.-.-.
Antworten auf eure Reviews wieder im nächsten Kapitel – vielen, vielen Dank für die Reviews, die für mich der größte Ansporn überhaupt sind, so schnell weiterzuschreiben! DANKE!
