Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 2

Teil: 2/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Teil II

Tödlicher Himmel

Kapitel 2

Vermisster Weg

Alle Gänge sahen gleich aus: Grell weiß. Nur ab und zu war eine Wand etwas gelblicher oder bläulicher. Tief in Gedanken vertieft ging Harry weiter und blieb erschrocken stehen, als er eine ihm wohlbekannte Stimme vernahm.

„Wagen Sie es ja nicht mich anzufassen! Was sind Sie überhaupt? Vermutlich ein stinkendes Halbblut! Halb Engel und halb Mensch, oder was? Nehmen Sie Ihre dreckigen Finger von mir!"

Harry konnte sich ein breites Grinsen nicht mehr verkneifen und er ging schnell die drei Schritte weiter, um in den Gang einsehen zu können. Er wusste nicht, wer ihm mehr Leid tun sollte, Malfoy oder dessen Begleiter. Der kleine Mann war nämlich mit der Situation völlig überfordert. Vermutlich hatte er noch nie einen so zickigen Toten erlebt.

Harry beobachtete das Bild, welches sich ihm zeigte genüsslich und achtete dabei nicht auf Tederus, der ungeduldig auf Harry einredete und schließlich sogar an seinem Hemd zog. Harry blieb stehen wo er war. Diese Situation würde er sich nicht entgehen lassen… für nichts auf der Welt.

„Sie kommen jetzt mit", sprach der kleine Mann, der sich Malfoys Aufpasser schimpfen musste. Dabei versuchte er möglichst beeindruckend und streng zu wirken, aber beides wurde von dem Blonden nicht beachtet. Und war ohnehin ein sehr lächerlicher Versuch. Immerhin war Draco auch mit seinen 1,85 m gut und gerne 30 Zentimeter größer, hatte breitere Schultern und ein aristokratisches Gesicht. Draco war deutlich anzusehen, dass er sich nie etwas sagen ließ… schon gar nicht von einem Unbekannten Zwerg.

Als der kleine Kerl Draco am Kragen packen wollte, um ihn endlich zum Gehen zu bewegen, schlug dieser die Arme nur wütend weg. Harry konnte sich ein leises Glucksen nicht verkneifen und erhielt prompt die ungeteilte Aufmerksamkeit des blonden Slytherins.

Weder Harry noch Draco machten sich darüber Gedanken, dass sie auch wieder hier, weit weg von Hogwarts, weit weg von der Zaubererwelt und sogar weit weg von der Erde, aufeinander trafen bzw. was der andere hier machte. Ein kurzer Zug des Überraschtseins legte sich auf Dracos Züge, als er Harry Potter erblickte. Sofort nach der Erkenntnis, wer ihn da amüsiert beobachtete, verschlechterte sich Dracos Stimmung enorm.

„Was lachst du so dämlich Potter?" schnarrte Draco ihn kalt an.

Harrys Laune hatte sich ein wenig gebessert. Achja, wie sehr hatte Harry dies doch vermisst. Bald ein Jahr hatte Harry auf diese Spötteleien und Auseinandersetzungen verzichten müssen. Das breite Grinsen blieb bestehen. „Weißt Du Malfoy? Genau so habe ich mir unser Wiedersehen immer vorgestellt."

Harry wusste nicht warum, aber es tat gut Draco wieder zu treffen und zu sehen, dass dieser in der gleichen beschissenen Situation gefangen war, wie er selbst.

Aber wenn sie schon einen Draco Malfoy zu einem Schutzengel machen wollten, waren seine Aussichten auf Gnade sehr gering. Nach diesem Gedanken verflog das Lächeln von Harrys Gesicht und Draco sah ihn überheblich und anmaßend an. Mit gestrafften Schultern und hocherhobenen Hauptes schritt der Blonde an Harry vorbei. Keinen weiteren Blick schenkte Draco dem Gryffindor und sah so nicht das traurige Grinsen, das wieder Einzug gefunden hatte.

Tederus sah etwas ungehalten aus und Harry trat wieder den Marsch zum ‚Sacharbeiter' an. Seine Laune war sofort wieder im Keller.

„Na Potter? Scheinst hier ja ausnahmsweise keine Sonderrolle zu Teil zu bekommen, was?" schnarrte Draco leise, als er mit Harry gleich auf war. Ihre Aufpasser waren wohl zu dem Entschluss gekommen gemeinsam den Weg zu gehen. Tederus vorweg und Dracos Kerl hinterher.

Die Chancen auf eine Flucht waren jetzt wohl noch geringer. Harry fühlte sich wie ein Gefangener auf dem Weg zur Hinrichtung. Und irgendwie hatte er das Gefühl, dass dieser Gedanke gar nicht so abwegig war.

Leise vor sich hingrummelnd und unauffällig auf die Umgebung achtend lief er neben Draco entlang. Sie wechselten keine Blicke und beachteten den anderen einfach nicht. Harry hatte das Gefühl, dass Draco sich gar keine Gedanken machte, wohin es jetzt gehen sollte.

„Warum, Tederus, müssen wir Schutzengel werden? Warum?" fragte Harry so ganz nebenbei. Aber er beobachtete aus dem Augenwinkel, wie Draco kurz ein Entsetzen ins Gesicht geschrieben war, wie vorhin vermutlich bei ihm selbst. Aber schon saß die Maske der Gleichgültigkeit wieder perfekt.

„Weil es viele Waisen oder Verletzte gibt, die die Unterstützung von Schutzengeln brauchen. Besonders viele Kinder sind betroffen, daher wird jeder zu mindestens 20 Jahren Arbeit verpflichtet. Anders geht es nicht."

Also war der Krieg wieder Schuld am Leid der Menschen. Sogar nach dem eigentlichen Ende, war kein Frieden zu finden.

„Ich hoffe nur, dass Sie nicht Voldemort auch zu einem Schutzengel beordert haben oder die anderen toten Todesser", sagte Harry ziemlich grimmig. Es war nicht wirklich seine Überzeugung, sondern eher ein Witz. Ein kleiner Hoffnungsschimmer…

„Natürlich ist Du-weißt-schon-wer nicht als Schutzengel berufen worden, der galt nicht als menschlich genug. Aber selbstverständlich mussten alle Menschen eine Aufgabe übernehmen." Für Tederus schien es das Selbstverständlichste der Welt zu sein, aber selbst Draco schien aufs heftigste geschockt zu sein. Er war genauso fahl geworden, wie Harry und beide stolperten kurz in ihrem Schritt.

Peter Pettigrew als Schutzengel? Fenrir Greyback als Aufpasser von Schülern? Bellatrix Lestrange als Hüter von Babys und Kleinkindern? Hier konnte wirklich etwas ganz entscheidendes nicht stimmen!

„Die sind doch verrückter als Du und Dumbledore, Potter", stellte der Blonde trocken fest, und der Spott dabei war ausnahmsweise mal nicht an Harry gerichtet. Und um Draco noch mehr zu schocken stimmte Harry ihm auch noch mit vollem Herzen zu.

Der Flur wurde immer weißer und greller. Abzweigungen wurden seltener und das Unbehagen in Harry wuchs von Schritt zu Schritt, von Meter zu Meter. Es wurde stiller. Waren vorher kaum Geräusche wahrzunehmen, so wurden jetzt selbst die Atemgeräusche gänzlich verschluckt. Oder kam es Harry nur so vor?

Neben den kalten Farben wurde es nicht nur unangenehmer, sondern auch irgendwie fühlbar kälter. Eine Gänsehaut kroch ihm die Arme und den Rücken hinunter. Das konnte er sich nicht nur vorstellen… „Wie bei Dementoren", schoss es durch Harrys Kopf und er blieb wie angewurzelt stehen. Der kleine dicke Mann hinter ihm lief voll in ihn hinein. Er hatte nicht so schnell reagieren können. Aber Harry stand sicher und fest, während der dicke Engel unsanft zu Boden ging.

Bevor Tederus irgendwie handeln konnte, knallte es kaum einen Meter vor ihnen und die umliegenden Wände verfärbten sich sofort in ein dunkles kräftiges Rot. Die Farbe breitete sich rasend schnell immer weiter aus und rötlicher Nebel stieg auf. Erfüllte den Gang und umhüllte die vier Gestalten. Die Sicht war verschwommen und dann schließlich total blockiert. Harry und Draco sahen nur noch rot!

Der Nebel legte sich wie ein dichter Schleier um ihren Geist und benebelte sie. Ließ keinen klaren Gedanken mehr zu. Harry wurde schwindelig und er hob schnell die Hand um sich an der Wand abzustützen. Aber die Wände hier waren wie alle Wände hier oben und nicht wirklich zum Abstützen geeignet. Harry verlor daher den Halt und stolperte seitlich in den angrenzenden Raum, durch die Wand hindurch.

Kaum war er aus dem Nebel draußen, nahm sein Verstand die rationale Arbeit wieder auf. Bevor er allerdings sich umsehen, wundern oder darüber nachdenken konnte, was gerade passiert war, wurde er von hinten umgestoßen. Leider verlor er jetzt aufgrund der Überraschung doch noch das Gleichgewicht. Mit dem Täter gemeinsam landete er hart auf dem Boden.

Harry stöhnte leise schmerzhaft auf.

„Stell Dich nicht so an, Potter!" ließ ihn gleich ein weiteres Mal aufstöhnen, jetzt allerdings nicht aus Schmerz, sondern aus Unglauben und Verzweiflung. Was sollte das hier eigentlich werden?

Aber Harry hatte keine Zeit sich den Kopf zu zerbrechen oder Malfoy anzugiften, denn er wurde unsanft am Arm gepackt und hochgerissen. Zusammen mit Draco wurde er weiter geschubst und sie waren schnell im nächsten Raum, nur um auch den sofort durch die Hinterwand zu verlassen.

Eigentlich wollte Harry sich umdrehen, um die Person zu identifizieren, die ihn da lenkte, aber auch dafür blieb einfach keine Zeit. „Kommt schon, bewegt Euch endlich!" flüsterte die unbekannte Person. Und Harry konnte die Stimme zwar nicht sofort zuordnen, aber er hatte das Gefühl ihrem Besitzer volles Vertrauen zu schenken. Und es gab nicht viele Menschen, die dieses Privileg hatten. Kaum einer von denen war verrückt genug für diese Aktion, oder tot.

Harry lief grübelnd weiter und auch Draco nahm jetzt die Beine in die Hand und sie rannte so schnell sie konnten. Von Raum zu Raum, durch unzählige Wände, überquerten Gänge und trafen auf neue Räume.

Mit der Zeit wurden sie etwas langsamer.

„Harry! Ich hoffe Dir geht es gut?!" wurde Harry dicht an seinem Ohr schnaufend gefragt. Er wäre sofort stehen geblieben, wenn er nicht wieder am Arm gepackt worden wäre. Der feste Griff sorgte dafür, dass er auch weiterhin durch die Wände glitt, wobei er das unangenehme Gefühl schon lange nicht mehr beachtete. Aber Harry dreht den Kopf zur Seite und sah seinen Retter an. Ein breites Grinsen schlich auf seine Züge und es wurde von Fred Weasley erwidert.

Sie liefen weiter und begegneten zu ihrem Glück niemanden. Von weitem sahen sie mal die eine oder andere Gestalt, aber niemand schien sie wahrzunehmen, und das war auch gut so. Wollten sie doch das Kommunikationssystem oder Alarmsystem hier nicht testen.

Fred war zwar der Meinung, dass hier alle sehr egoistisch handelten, aber vielleicht gab es da auch Ausnahmen. Harry war nicht erpicht diesen Ausnahmen über den Weg zu laufen oder gar in die Arme. Der ehemalige Hogwartsstudent lief rechts durch die Wand, und die zwei Jungen folgten ihm ohne zu zögern. Dieser Raum war aber anders. Diesmal war es kein normaler leerer und weißer Raum in den sie eintraten. Dieser Raum war etwas Besonderes und erst viel später sollten die Jungen begreifen, wie besonders er wirklich war und Harry war schuld, dass sie ihn betreten konnten.


Tbc.