Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 2
Teil: 3/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an alle Reviewer ohne Euch würde ich es nicht machen. Und wenn ich etwas nettes oder vernünftiges zu lesen bekomme, dann bekomme ich nur noch mehr Lust ganz schnell weitere Kapitel on zu stellen. Also ihr könnt ein ganz klein wenig die Geschindigkeit beeinflussen.
Teil III
Verlorene Zeit
Kapitel 2
Menschliche Natur
Wieder wurde Draco von der warmen Sommersonne geweckt. Und wieder war Harry früher wach. Dass dieser schlecht geschlafen hatte und nach einem Albtraum am frühen Tag keine Ruhe mehr gefunden hatte, wusste Draco natürlich nicht. Entsprechend gespannt war die ohnehin schon angespannte Stimmung zwischen den beiden jungen Männern.
Leise grummelnd machten sie sich nach einer kurzen Aufwachphase fertig und sehr bald wieder auf den beschwerlichen Weg. Sie sprachen kaum ein Wort miteinander.
Draco war richtig mies drauf. So schlecht hatte er sich noch nie gefühlt und es zerrte unnachgiebig an seinen Nerven. Bisher hatte er keine große Lust verspürt mit Potter ein Gespräch zu beginnen, denn es würde garantiert in einem Streit enden und dafür hatte Draco gar keine Energie übrig. Langsam war ihm aber alles egal, er wurde mit dieser Isolation, dem Hunger, der Ungewissheit, der Anstrengung und dem Schweigen einfach nicht fertig. Wenn er nur endlich wieder in die Zivilisation eintreten könnte, würde er sogar ein Muggeldorf betreten. Er würde für eine heiße Dusch, etwas Vernünftiges zu Essen und ein weiches Nachtlager vermutlich alles tun.
Draco blieb kurz erschrocken stehen. Er hatte doch jetzt nicht wirklich daran gedacht freiwillig ein Muggelhaus in der Muggelwelt zu betreten, oder? Er hätte nie gedacht, dass er mal so frustriert sein würde, dass er sich über die Anwesenheit von Muggeln freuen würde.
Grummelnd ging er weiter. Er wollte schnellstmöglich weg aus diesem eintönigen Wald. Ja mittlerweile bereute er es wirklich, Potter auf seinem Abenteuer begleitet zu haben. Draco schnaubte leise und stieg über einen breiten Ast. Er konnte sich schon gar nicht mehr erinnern, warum er Harry begleiten wollte. Aber er verstand auch nicht, was Harry Potter dazu bewegt hat diese Reise zu starten. Und Potter blieb so erstaunlich ruhig und redete kaum ein Wort mit ihm…
Harry allerdings hatte zurzeit ganz andere Sorgen und Gedanken. Er hatte noch immer das Gefühl eines stillen Beobachters im Nacken und dies ließ ihn alles andere vergessen. Es machte ihn sauer, denn sie brauchten Hilfe und diese Person hielt bewusst Abstand. Harry wusste nicht, wie er dami umgehen sollte.
Mit knirschenden Zähnen holte er wieder zu Draco auf. Dieser sah ihn fragend an: „Was ist?" zischte er, als er Harrys Gesicht sah. Wieder einmal war dem Gryffindor viel zu deutlich anzusehen, was in ihm vorging.
„Jemand beobachtet uns", grummelte Harry leise und stolperte fast, als Draco ihm am Arm packte und herumriss. „Was?"
Der Eisprinz war außer sich: „Jemand beobachtet uns und Du sagst es nicht?!"
„Was soll ich denn Deiner Meinung nach tun?! Malfoy?!" spie Harry ihm entgegen. „Soll ich mich hinstellen und in den Wald schreien, dass wir Hilfe brauchen?" Harry sah Draco verständnislos an. „Es ist verdammt offensichtlich, dass wir diese Wanderung nicht geplant haben, denn selbst die bescheuertsten Menschen nehmen Schuhe und Verpflegung mit in den Wald. Wenn diese Person uns helfen wollen würde oder könnte, hätte sie es vermutlich schon längst getan." Harrys Augen blitzten gefährlich und seine Haare standen wirr vom Kopf ab und daran änderte sich auch nichts, als Harry mit der Hand hindurch fuhr.
„Außerdem gibt es keinerlei Beweise, sondern nur ein Verdacht… ein Gefühl…", fügte er leise hinzu und wandte sich wieder ihrem Weg zu.
Draco wusste nicht was er denken sollte. „Ein Gefühl? Potter? Du machst diesen Aufstand nur wegen eines gottverdammten Gefühles?"
Harrys Geduldfaden riss und er fuhr wütend Draco an. „Malfoy halt Deine verdammte Schnauze. Wir laufen seit zwei Tagen durch diese Wildnis und haben nicht eine – nicht EINE – Spur von Menschen, geschweige denn Zauberern. Wir wissen nicht WO und nicht WANN. Wir haben keine, absolut KEINE Ahnung wo wir sind und wie es weiter gehen soll. Dann ist so ein Gefühl oder Verdacht besser als nichts. Denn Dein Weg hat uns nichts gebracht, REIN GAR NICHTS!"
Harrys Wangen hatten sich vor Wut rosa verfärbt und seine grünen Augen blitzten unheilverkündend. Draco hatte ihn noch nie so aufgebracht gesehen und wusste nicht recht, ob er Angst haben sollte. Aber ein Malfoy hat keine Angst vor einem Harry Potter, auch wenn die Slytherins nicht für ihren Mut bekannt waren.
„Willst Du mir Angst machen, Potter? Schlechte Einlage. Da muss schon wer anders kommen, um mir Angst einzujagen" zischte Draco. Seine Maske der Gleichgültigkeit saß noch immer perfekt, aber darunter sah es doch ganz anders aus.
Harrys Wut war aber nicht nur gegen Draco gerichtet, sondern auch gegen sich selbst und besonders gegen die unbekannte Person im Wald. Allerdings ließ sich Harry nicht von dem beißenden Kommentar des Slytherins beeindrucken. Es interessierte ihn nicht die Bohne.
Kurz schloss er die Augen und spürte so das Kribbeln im Nacken besonders intensiv, dann drehte er sich um und starrte einen nachdenklichen Moment in den stillen Wald. Draco verstand gar nicht was das jetzt sollte, aber schon begann Harry zu sprechen. Ruhig, deutlich, langsam und freundlich.
„Ich weiß, dass Sie da sind. Und ich habe keine Ahnung, was das soll?! Wir brauchen Hilfe. Und ich finde Sie sind dazu verpflichtet uns dieses zu gewähren."
Harry hatte klar und deutlich geredet. Und die unterdrückte Aggression war kaum zu hören. Oder Draco war viel zu überrascht von Harrys Aktion.
Aber viel überraschter war er, als sich hinter den Büschen etwas bewegte und eine zierliche Gestalt hinter einem Haselnussbusch erschien.
„Es sind zwei Jungen in unserem Wald, was wollen sie bloß von uns? Sie fragen nach Hilfe, wofür sie die nur brauchen? Sollen wir ihnen denn helfen?"
Die Frau war wirklich klein und schien sich erst mit jedem Schritt, den sie langsam auf die Jungen zukam, zu materialisieren. Ihr Umriss war schwer zu erkennen, denn sie schien wirklich ein Teil vom Wald zu sein. Sie war alt, soviel konnte Draco erkennen, aber trotzdem hatten ihre langen Haare einen dunkelbraunen Schimmer. Sie umspielten die kleine zierliche Gestalt und bildeten einen fließenden Übergang von der beigen Bluse zu ihrem braunen Faltenrock.
Die strahlenden blauen Augen waren das einzige Farbenfrohe an dieser Gestalt und Draco zog skeptisch die Augen zusammen. Aber auch Harry schien vorsichtig und wachsam zu sein.
Harry war sich sicher gewesen an dem Aussehen eines Menschen das Zeitalter einzugrenzen, aber diese Hoffnung löste sich bei ihrem Anblick sofort auf.
Diese Waldfee, so bezeichnete Harry sie insgeheim, sprach auch nicht, sondern sie sang. Langsam kam sie auf die schweigenden Jungen zu und dabei schwebte sie über den Boden ohne auch nur ein Blatt zu berühren. Wie eine Erscheinung glitt sie durch den Wald und sang dabei mit ihrer melodischen und sanften Stimme: „Wie kommen zwei Jungen einfach in unseren Wald? Sie können fliegen? Sollen wir helfen?"
Plötzlich änderte sich ihr Verhalten und sie sprach fast: „Ihr solltet gehen, dies ist kein Platz für Stadtmenschen, wie Ihr es seid!"
Harry zuckte zwar zusammen, aber vielleicht auch durch den Stein, der von seinem Herzen fiel, denn eins sagte diese Aussage deutlich: Es gab Städte! So richtige Städte, die von Menschen bevölkert waren, die keine Ahnung von der Natur hatten. Also weder die Steinzeit noch das Mittelalter, denn soviel Sachverstand traute er ihr schon zu.
Das zarte Lächeln auf Harrys Gesichtszügen konnte Draco nicht zuordnen. Er selbst fand diese Frau sehr suspekt und konnte sich nicht vorstellen, dass dies eine Hexe sein konnte. Ein volles Mitglied der Zauberergesellschaft konnte sie nun wirklich nicht sein. Von klein auf mochte er nichts, was außergewöhnlich ist oder unerklärlich. Alles musste rational und logisch sein, Gefühle und Emotionen passten nicht in sein Weltbild. Er war schließlich ein Malfoy.
Bevor Draco etwas erwidern konnte, hatte Harry angefangen sich zu entschuldigen. Dieses brachte ihm zwar von Draco ein missbilligendes Zischen, aber Harry ignorierte es mit Leichtigkeit.
„Wir wollten keine Rechte verletzen. Wenn wir Privat-Grundstück betreten haben, dann tut es uns leid. Wir brauchen Hilfe, denn wir sind unfreiwillig hier gelandet. Wir kommen… ähm… wir …" Harry war an einem Punkt seiner Erklärung angelangt, wo er erwähnen musste, wie sie hier hergekommen sind. Nur leider fiel ihm keine plausible Erläuterung ein. Wie sollte man auch eine so unerklärliche und außergewöhnliche Situation beschreiben ohne viel zu verraten? Und wenn es um Ausreden ging, dann war Harry noch nie der Gerissenste gewesen.
„Was Potter erklären will, ist…" fing Draco mit einem genervten Augenrollen an. „dass wir mit einem offensichtlich fehlerhaften Portschlüssel mitten in ihrem wundervollen Wald gelandet sind. Ich habe natürlich keine Ambitionen länger als nötig in IHREM Wald zu bleiben. Daher wäre es nur zu gütig, wenn sie uns den Weg in die nächste Ortschaft zeigen würden." Dracos Ton war äußerlich höflich, aber den Sarkasmus und die Kälte spürte Harry mit jeder Faser seines Körpers. Kurz dachte er an Tederus, ob Draco versuchte mit dem Engel mitzuhalten?
Harry blitzte Draco sauer an. Musste der denn immer das arrogante Arschloch heraushängen lassen? Andererseits bewunderte er Dracos Kaltschnäuzigkeit, was Lügen und Ausreden anging. Die Frage war nur, ob es klug war einen Potschlüssel zu erwähnen. Ein Muggel würde sie für total verrückt halten.
Die Frau lächelte aber nur und sprach dann weiter mit ihrer Singsang-Stimme. Irgendwie erinnerte es Harry an Luna Lovegood. Vielleicht waren sie ja verwandt?
„Ein Dorf suchen die Jungen?! Da müssen sie noch drei Mal das Erwachen der Sonne erleben und immer weiter gehen. Gebt acht …" Sie wandte sich wieder ab und verschwand wieder zwischen den Bäumen bzw. schien sich der Umgebung immer weiter anzupassen.
Leichte Panik durchschoss Harry und er sprach weiter, während ein böser Blick Draco zum schweigen brachte, besser gesagt bringen sollte.
„Wir brauchen Hilfe, Miss. Wir haben Hunger und sind verletzt. Außerdem wissen wir nicht wo es lang geht. Wir würden uns verlaufen und vor Hunger sterben. Bitte Miss. Malfoy wollte nicht unfreundlich sein, er ist nur so erschöpft…" Das erboste Zischen von genau diesem jungen Mann brachte Harry mit einem leisen, aber umso kälteren: „Halt Deine Schnauze, Malfoy!" zum verstummen.
Harry blickte die Frau warm und flehend an. Er hatte nicht die geringste Lust weiter durch den dichten Wald zu irren. Die Erschöpfung würde seinen Nerven nicht gut tun, welche er allerdings benötigte, um Draco nicht irgendwann zu ermorden. Egal wie es ausgehen sollte, die Exkursion wäre dann garantiert zwecklos gewesen und das wollte Harry doch irgendwie verhindern. Außerdem wollte er nicht wirklich sterben, er hatte schließlich keine allzu gute Erinnerung an seinen letzten Besuch im Himmel.
Die Frau hatte sich wieder umgedreht und sah die Jungen sehr seltsam an. Harry konnte diesen Blick nicht beschreiben und Angst stieg in ihm empor. Die Frau könnte jederzeit mit einem Windhauch verschwinden und Harry wusste wirklich nicht, was sie dann machen sollten.
Aber als sie sprach, spürte Harry wieder die Wärme der Erleichterung, die seine Angst und Panik zum verschwinden brachte. „Wir sollten ihnen helfen, nicht wahr meine Freunde? Mal sehen welche Magie sie umgibt. Zwei Jungen sollten uns leise folgen und keine meiner Lieblinge verletzen…" sang sie leise und schwebte jetzt wieder in den Wald hinein. Ihre Erscheinung verblasste und sie schien wirklich die Pflanzen nicht zu berühren, obwohl sie genau durch sie hindurch glitt. Als wäre sie ein Windhauch, nicht mehr als Luft.
Tbc.
Bitte hinterlasst Eure Meinung oder Eure Gedanken zu diesem Kapitel. Es interessiert mich unglaublich und spornt mich zu weiteren Geschichten an.
Bitte!!
knuddel
