Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 8
Teil: 3/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Teil III
Verlorene Zeit
Kapitel 8
Vergangene Neuheiten
Am nächsten Morgen hoffte Gryzabel auf Antworten. Auf ausführliche und präzise Antworten. Sie fand sich allerdings zwei Jungen gegenüber, die aussahen wie 15, denen aber noch immer die Reife in den Augen zu lesen stand.
Davon wollte sie sich allerdings nicht abhalten lassen, aber sie sah die kleine frische Wunde an Dracos und dann an Harrys Handinnenfläche und sie wusste sie hatte verloren.
Die Jungen hatten ohne ihre Zauberstäbe ein mächtiges Bündnis des Schweigens gesprochen. Da brauchte sie nicht mehr zu fragen.
‚Was hat die Jungen nur dazu geführt zu solchen einer Schutzmaßnahme zu greifen?' grübelte Gryzabel missmutig, während die Jungen sich müde und maulend um das Frühstück kümmerten. Antworten würde Gryzabel nicht mehr bekommen, aber dafür entfachten viele neue Fragen in ihrem Kopf ein reines Feuerwerk.
Gleich nach dem Frühstück reisten sie trotz Kopfschmerzen per Flohpulver in die Winkelgasse. Die Jungen hatten nach ihrer ersten Tasse Kaffee, den Harry für sie beide gekocht hatte, ihre Tabletten geschluckt. Ohne dabei ein maulendes Wort zu verlieren.
Ein seltsames und irgendwie trauriges Bild war es, als die Abbilder von James Potter und Lucius Malfoy ihre Gestalt und Aussehen veränderten. Das platinblonde Haar wurde dunkler und endete in einem normalen blonden Ton. Und die Augen strahlten in einem kalten Hellblau. Ein 15-jähriger Junge saß vor ihnen am Tisch und hatte sämtliche Ähnlichkeiten mit Lucius Malfoy verloren, außer vielleicht die Arroganz.
Bei Harry war es etwas anderes. Der Versuch seine Haarfarbe zu ändern schlug fehl. Um keine Nuance wurde das Schwarz heller, aber dafür wurden sie länger und Harry strich sie sich grantig hinter das Ohr. Vor dem Badezimmerspiegel setzte er dann die Kontaktlinsen ein und brauchte mehr als vier Versuche, bis sie endlich richtig saßen. Er hasste sie jetzt schon.
Gryzabel musterte die Jungen noch sehr skeptisch. Ein kleines helles Muttermal auf der hellen Haut Malfoys nahm ihm den reinen Glanz und der böse Blick sollte mit einer Brille versteckt werden. Die allerdings landete sofort im Kamin und Harry gluckste vergnügt.
Ein starker Zauber ließ Harrys Haare etwas glatter erscheinen und endlich war Gryzabel mit einem schiefen Seitenblick zu Draco zufrieden mit ihrer Arbeit. Niemand würde die beiden Jungen als das erkennen, was sie eigentlich mal waren.
So ging Gryzabel mit zwei 15-jährigen zeitreisenden Schülern durch die Winkelgasse von 1975.
Für die Jungen war es ein Schock.
Besonders Harry nahm das neue bzw. alte Erscheinungsbild der Winkelgasse nur durch einen dicken Schleier der Trostlosigkeit wahr. Viele der Geschäfte waren geschlossen oder stark beschädigt. Die Auslagen waren gering und alles wirkte gespannt und auf alles gefasst.
Nirgendwo strahlten frische oder muntere Farben und die Fröhlichkeit wirkte gezwungen und irreal. Die Winkelgasse strahlte das wider, was in der Zaubererwelt vor sich ging. Krieg und Zerstörung.
Harry erschauderte. Ihm war kalt, obwohl die Sonne warm schien.
Die Winkelgasse war bei weitem nicht so farbenfroh und erhellt, wie bei Harrys erstem Besuch. Alles war grau und schwarz. Die Wege dreckig. Aber auch Draco schien diesen neuen Eindruck der Winkelgasse mitzunehmen, denn er schwieg beharrlich und schritt schweigend neben Harry entlang. Gryzabel ging voraus und strebte zielsicher ein sehr altes aber den Jungen bekanntes Geschäft an.
„So meine Lieben, als erstes gehen wir zu Ollivander. Ihr braucht Zauberstäbe, denn ihr könnt ja nicht jeden Zauber mit einem Ritual bewirken", flötete Gryzabel gezwungen und Harry zog den Kopf ein. Es war ja klar, dass sie nicht darüber hinwegkam, was sie verbotener Weise in ihrem Haus gemacht hatten.
Aber plötzlich kam Harry ein ganz andere Gedanke.
Eine Angst packte ihn und ließ ihn im Schritt stolpern. ‚Was wäre, wenn er den gleichen Zauberstab bekommen würde wie zu seinem ersten Schuljahr?! Gab es ihn überhaupt schon?! Welche Folgen würden daraus entstehen?'
Draco bemerkte zwar, das Harry stolperte, aber erst der plötzliche und feste Griff an seinem Arm lies ihn aufblicken. Die Augen von Harry waren voller Verzweiflung. Harry zog ihn weiter zu sich um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Draco spürte den warmen Atem des Jungen und erschauderte, dann verarbeiteten seine grauen Zellen das Gesagte.
„Kennst…. – Nein – … kannst du den Vergessenszauber ‚Oblivate'?" sehr leise flüsterte Harry diese Worte und Draco bekam große Augen.
Er starrte Harry irritiert an. „Warum?"
Harry wurde unruhig und er spürte den Blick von Gryzabel auf sich. Sie stand einige Meter von ihnen entfernt direkt vor dem Laden und wartete ungeduldig auf sie.
„Ollivander darf sich nicht an uns erinnern… vermutlich könnte dies zu …ähm…Problemen führen. Er darf nichts Merkwürdiges an uns entdecken… und wenn… doch…dann darf er sich daran nicht mehr erinnern…"
„Aber was willst du Pot…"
„Jericle", zischte Harry. „Ich denke du wirst es verstehen, wenn es soweit ist." Harry zog jetzt den umso verunsicherten Draco hinter sich her und schenkte Gryzabel ein ziemlich gezwungenes Lächeln. Sie hielt die Tür auf und Harry trat zusammen mit Draco in den kleinen dunklen Laden vom Zauberstabhersteller Ollivander.
Ihre Augen wanderten an den Regalen entlang und mieden so den direkten Blickkontakt mit Gryzabel. Harry spürte es regelrecht, dass sie wieder sauer war. Was würde nur passieren, wenn sie erfährt, was sie vorhatten... Harry wollte da gar nicht dran denken.
oooooooooo
Der Laden war noch immer so wie Harry ihn in Erinnerung hatte. Klein und voll gestellt mit Schachteln und Kartons. Die hohen Regale bogen sich unter dem Gewicht der Zauberstäbe leicht durch und es roch noch immer leicht muffig.
Harry fragte sich, wie man bei den vielen Schachteln den Überblick behalten sollte, aber da tauchte auch schon Ollivander auf. Aus dem hintersten Gang trat er langsam hervor und beäugte die neuen Kunden sehr misstrauisch.
Die Jungen waren eindeutig schon älter als 14 Jahre und wenn er ihm in die Augen sah, spürte er, dass selbst dies noch viel zu jung geschätzt war. Etwas an diesen Jungen war nicht so wie es sein sollte. Seine Augen glitten an die schmalen Körper hinab und die Jungen bewegten sich sofort etwas unruhig.
Die blassen Augen machten Harry nervös und er blickte kurz zu Draco, nur um festzustellen, dass dieser sich nicht ganz so auffällig verhielt. Harry zwang sich zur Ruhe.
„Guten Tag die Herren", begrüßte Ollivander die Jungen und Gryzabel warm. Die sanfte Stimme erzeugte eine Gänsehaut und Harry blickte auf seine Schuhspitzen hinab.
Das Unbehagen war körperlich zu fühlen und Gryzabel schritt daher ein. „Dies sind junge Freunde von mir Mr. Ollivander. Sie kommen aus Belarus (Weißrussland). Dies ist Adrian Jericle und sein Cousin Dorian Mosnay", stellte sie die Jungen freundlich vor. Harry sah sofort, dass der alte Mann ihnen nicht glaubte. Die silbernen Augen glitten über Harrys Gesicht, aber er sagte nichts.
Geheimnisvoll lächelnd nahm er sein Maßband und ließ es alle möglichen und unmöglichen Abstände an Dracos Körper messen. Harry achtete lieber nicht darauf, was alles gemessen wurde und beobachtete lieber, wie Ollivander durch die Reihe der Regale ging und zielsicher nach den Schachteln griff. Mit drei Schachtel kam er zurück und Draco griff selbstsicher nach dem ersten Zauberstab.
Harry machte sich indes Sorgen und hoffte, dass Ollivander nicht versuchen würde das Rätsel der beiden unbekannten Jungen aufzuklären. Aber irgendwie wusste Harry, dass auch wenn Ollivander schwieg, er nicht aufhörte sie zu beobachten und spätestens bei seinem Zauberstab Albus Dumbledore benachrichtigen würde. Oh man, warum konnte eigentlich nie etwas nur einfach und unauffällig ablaufen?
Harry ließ seinen Kopf hängen und bemerkte kaum, dass das Maßband jetzt ihn auskundschaftete. Draco hatte seinen Zauberstab in der Hand und grinste überlegen.
„...Buche 11 ¾ Zoll mit Drachenherzfaser. Stabil und beim rechten Willen voller Kraft. Der ist Ihnen wohl eigen Mr. Mosnay…."
‚…er ist ja auch ein Malfoy', schoss es sofort durch Harrys Kopf und er lächelte schief.
Ollivander sah ihn an und trat nun näher zu ihm heran. „Man kann seine Familie nicht verleugnen, nicht wahr Mr. Jericle?"
Harry erstarrte und spürte wie jegliches Blut aus seinem Gesicht verschwand. „Es ist mir eine Freude Sie kennen zu lernen, Mr. Jericle." Während das Band Harrys Ohren abmaß, glitten die silbernen Augen über Harrys Gesicht und blieben einen Moment an der Narbe hängen.
Harry spürte Dracos neugierigen Blick und hoffte plötzlich, dass er einen anderen Zauberstab erhalten würde. Egal was für einen, er würde mit jedem irgendwie auskommen, aber bloß nicht der, der für ihn bestimmt war. Als hätte Ollivander diesen stillen Aufruf gehört, verschwand er und holte 10 schmale Schachteln aus seinem Chaos hervor. Vielleicht spürte er schon, dass dies kein einfacher Kunde werden würde.
„Nur das Genie beherrscht das Chaos", flüsterte Harry, als er Ollivander dabei beobachtete, wie er die Zauberstäbe zielsicher aus den entlegensten Winkeln des Ladens hervorholte. Aber Harry spürte jetzt schon, dass keiner von den Stäben auf dem Tresen seiner werden würde. Woher dieses Gefühl kam, wusste er nicht zu beschreiben. Er wusste es einfach.
Harry sollte Recht behalten. Kaum hatte er einen von denen in die Hand genommen, als sie ihm auch schon wieder abgenommen wurden. Es gab zwei Zauberstäbe, wo ein leichtes Prickeln zu spüren war, aber auch diese Stäbe verschwanden schnell wieder in ihren Kartons. Ollivander war eindeutig nicht zufrieden mit der Auswahl.
Harry kratzte sich nachdenklich am Kopf und wich den Blicken von Gryzabel und Draco aus.
„Ein schwieriger Kunde… Kommt selten vor... schwierig…sehr schwierig… geheimnisvoll", murmelte Ollivander während er auf eine kleine wacklige Leiter kletterte.
Der Stapel der aussortierten Zauberstäbe wurde immer größer und Draco hatte sich schon vor 20 Minuten auf den storchbeinigen Stuhl fallen lassen. Allerdings traute Harry dem Stuhl Dracos Gewicht eher zu als Hagrids massige Gestalt. Er musste kurz schmunzeln und strich sich dann aber müde die Haare aus dem Gesicht.
Nach weiteren 20 Minuten und einem echt verzweifelten Blick von Ollivander, verlor Draco seine Geduld und fragte provozierend: „Was für einen Zauberstab hattest Du denn vorher, Pot… Jericle?"
Harry erstarrte. Ein finsterer Blick traf auf Dracos blaue Augen und Harry … seufzte. Welchen Sinn hatte es noch weiter hundert Zauberstäbe auszuprobieren, wenn er doch genau wusste, dass es wohl wirklich nur einen passenden für ihn gab. Mit geschlossenen Augen murmelte er mehr, als das er sprach: „Mein alter Zauberstab bestand aus Stechpalme und im Kern war eine Phönixfeder." Er blickte nicht auf. Dies brauchte er auch nicht um die Überraschung von Ollivander zu spüren.
Die silbernen Augen starrten den jungen Mann an. Es gab nur selten so eine Verbindung. Er hatte genau drei davon in seinem Laden. Allerdings sprach nichts dafür, nur diese Aussage des Jungen. Natürlich musste keiner davon passen, aber es war schon merkwürdig. Und Ollivander spürte schon, dass die zwei Schachteln die er gerade hervorzog nicht die richtigen waren. Nicht sein konnten. Aber der dritte Zauberstab konnte es erst Recht nicht sein. Durfte es nicht sein. Nicht jetzt schon.
Er war erst vor wenigen Tagen fertig gestellt worden und hatte die Werkstatt noch nicht ganz verlassen. Langsam ging Ollivander nun aber doch mit der schmalen Schachtel zu dem Jungen mit den vielen Lügen. Ollivander spürte, dass die Jungen nicht die waren die sie vorgaben zu sein. Die ganze Situation war so kurios und unrealistisch. Noch nie war ihm so ein seltsamer Junge untergekommen. Diese außergewöhnliche Mischung sollte wirklich für diesen Jungen sein? Das konnte nicht sein? Das durfte nicht sein.
Aber noch mehr als Ollivander verstand Draco die ganze Situation nicht. Warum verhielt sich Harry nur so extrem merkwürdig und was war an diesem Zauberstab so besonderes? Ollivander schien nicht sehr erfreut zu sein und die zwei Schachteln die er geholt hatte, lagen ungeöffnet auf dem Tresen.
Zögernd reichte Ollivander Harry den schwarzen Zauberstab aus der dritten Schachtel. Harry schluckte sichtbar und wischte sich seine schweißnassen Hände an der Hose ab. Dann hob er die Hand und mit zitternden Fingern schlossen sie sich um den Griff des Zauberstabs.
Sofort erkannte Draco, wie auch die anderen beiden Zuschauer, dass dies der richtige Zauberstab war. Harry erglühte in einem matten Licht und aus dem Zauberstab schossen helle glühende Funken.
Harrys Lippen verzogen sich zu einem befreiten Lächeln, bis er wieder in die Realität zurückkam. Draco seufzte vor Erleichterung und auch Gryzabel schien zufrieden.
Ollivander war schockiert. „Seltsam, sehr seltsam!"
Harry sagte nichts, aber Draco war kopfschüttelnd aufgestanden: „Was bitte ist so seltsam?" Ollivander blickte Harry an. Gerade von ihm hätte er diese Frage erwartet, aber der schwarzhaarige Junge blickte unsicher auf seinen neuen Zauberstab, den er fast zärtlich und vertraut zwischen den Fingern hielt. Als wüsste er mehr.
„Ein mächtiger Zauberstab, ganz ohne Zweifel. Das seltsame daran ist nur, dass es ein sehr frischer Zauberstab ist und dass der Phönix, dessen Schwanzfeder in diesem Zauberstab verarbeitet wurde, noch eine andere Feder gegeben hat. Nur eine andere noch…"
Es war deutlich zu erkennen, dass Draco nicht verstand. Aber Ollivander erkannte in Harrys Blick etwas, was er erst nach einigen Sekunden deuten konnte. Der Junge wusste schon jetzt, was so seltsam daran war….nur war das eigentlich ganz unmöglich.
„… und dieser zweite Zauberstab gehört einer mächtigen Person: Der-dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf."
Für Draco und Gryzabel war es ein Schock und für Ollivander ein kleiner Weltuntergang. Nur Harry blieb ganz ruhig stehen und blickte schließlich traurig zu Draco hoch. Und der blonde Junge verstand jetzt, was Harry vorhin von ihm wollte. Sie hatten keine andere Wahl. Welchen Skandal würde entstehen, wenn ein unbekannter Junge den Bruder von Voldemorts Zauberstab kaufen würde? Selbst für Draco war es ein Schock, aber er kannte wenigstens ein wenig des Hintergrundes von Harrys Leben.
Draco hob seufzend seinen neuen Zauberstab und schwenkte ihn. Ein weißer Strahl schoss auf den überraschten Ollivander zu und hüllte ihn in Rotes Licht. Durch Dracos Konzentration wurden die Erinnerungen sondiert und gegebenenfalls gelöscht.
Harry schluckte den Kloß des schlechten Gewissens hinunter und hob seinen Zauberstab. Er räumte den kleinen Laden mit einem Schwenker auf und zog die erstarrte Gryzabel an ihrem Umhang hinaus, nachdem er 20 Galleonen auf den Tresen deponiert hatte. Und kurz darauf verließ auch Draco den Laden und ließ einen alten Mann mit seinen zerstückelten Erinnerungen zurück.
Der Rest des Einkaufsbummels verging in einer angespannten Ruhe. Gryzabel war außer sich und zischte ihnen kurz zu, dass sie zu Hause darüber reden würden. Was sollten die Jungen dagegen sagen?
Gryzabel versorgte sie mit allem, was sie sonst noch benötigten und sogar ein Haustier erhielten sie. Während Draco eine kleine schwarze Adlereule aussuchte, fiel Harrys Wahl auf eine schwarz-weiße getigerte Katze. Sie schien ziemlich struppig zu sein und ihr rechtes Ohr war angenagt. Aber ihre violetten Augen sahen ihn mit so einer Wärme an, dass Harry sie einfach mitnehmen musste.
Sehnsuchtsvoll sahen die Jungen zu dem kleinen Quidditchladen hinüber, welcher allerdings leicht zerstört und somit nicht geöffnet war. Und selbst wenn es nicht so leer und dunkel erschien, hätten Harry und Draco gar nicht den Mut gehabt um Gryzabel um einen Besen zu bitten. Sie mussten wohl erstmal ohne Besen und Quidditch auskommen.
Erst am Abend kamen sie wieder Zuhause an. Sie hatten nicht wirklich viel gekauft, aber sie mussten oft lange warten, bis sie bedient werden konnten. Harrys Hoffnung, dass Gryzabel den Vorfall mit Ollivander vergessen würde, verflog, als sie mit düsterer Stimme in das Wohnzimmer dirigiert wurden.
Jetzt saßen sie mit eingezogenen Köpfen in den bequemen Ohrensesseln und Gryzabel redete sich in Rage. Dann schwieg sie und starrte die Jungen mit unverblümtem Zorn an. Ihre braunen Augen bekamen schwarze Flecken und sie fixierte erst Draco kalt und dann Harry noch kälter. Beide Jungen hielten den Blick stand, auch wenn Harrys Wangen leicht rosa wurden.
„Was…" begann sie leise, aber umso deutlicher und schärfer, „…brachte Euch dazu, so einen Zauber an Ollivander auszusprechen? Und WARUM in drei Teufelsnamen, habt ihr das überhaupt für notwendig empfunden?"
Ein ganz klein wenig sanken die Jungen tiefer in ihre Sessel. Harry wusste, dass er antworten musste. Draco fehlten zu viele Informationen. Er könnte nur Mutmaßungen und Spekulationen äußern. Harrys Mund war auf einmal ganz trocken und er seufzte leise. Während er aufstand, zog er seinen Zauberstab aus der hinteren Hosentasche.
Mit dem Rücken zu Gryzabel und Draco hielt er den schwarzen Stab zwischen den zitternden Fingern. Es war schon ein tolles Gefühl wieder seinen Zauberstab zu haben. Er war fast in der Versuchung Gryzabel und auch Draco einen Vergessenszauber aufzuhalsen, aber er war ein Gryffindor und würde vor den Problemen nicht davon laufen. Außerdem war er nicht besonders gut in diesem Zauber. Ein Grund mehr, warum er Draco darum gebeten hatte… und die Erinnerung zu modifizieren würde viel zu lange dauern.
„Phönixfeder", sagte Harry und drehte sich wieder zu den beiden Personen im Raum um. „Mein Zauberstab ist der Bruder von Voldemorts…"
„Verdammt Potter, Du solltest Dir schnell abgewöhnen diesen Namen auszusprechen" zischte Draco, nachdem er heftig zusammengezuckt war. Er würde sich vermutlich nie daran gewöhnen.
Harry blinzelte kurz und sprach dann weiter: „Ollivander würde sofort Dumbledore Bescheid geben… und dieser… dieser würde uns vermutlich nicht nach Hogwarts gehen lassen. Er würde in mir eine Gefahr sehen und uns nicht mehr aus den Augen lassen. Es würde zu einem Skandal kommen… ich würde von allen Seiten auseinander genommen werden, wie eine Weihnachtsgans. Du glaubst doch nicht Gryzabel, dass ich darauf scharf bin, oder?"
Gryzabel runzelte die Stirn. Okay, vieles davon war einleuchtend, aber bei weitem nicht alles. „Warum sollte Ollivander Dumbledore benachrichtigen? Welchen Grund würde es geben? Nur weil du den Bruder vom Du-weißt-schon-wer hast?"
Draco verfolgte diese Erklärung sehr gespannt, auch wenn er versuchte es nicht zu zeigen. Ein Malfoy durfte nicht neugierig sein.
„Weil es nicht die Feder eines x-beliebigen Phönixes ist, sondern … es ist Fawks." Harry konnte in Gryzabels Augen den Schreck, aber auch das Verstehen erkennen und er seufzte wieder.
Aber Draco verstand nicht: „Wer zum Barte Merlins ist Fawks?"
„Dumbledores Phönix", antwortete Gryzabel, die sich mittlerweile auch wieder mit den Nerven am Ende in einen freien Sessel fallen gelassen hatte. „Oh Merlin, steh uns bei."
„Glaub mir Gryzabel", schnarrte Draco leise „Ollivander ist dies schon fast gewohnt. Wenn Todesser bei ihm einkaufen wird ihm oft die Erinnerung daran genommen."
„Was?" keuchte Harry. Er wirkte leicht entsetzt. ‚Oh man, wie würde Ollivander sich bloß fühlen, wenn er feststellte, welchen Zauberstab er verkauft hatte und sich nicht daran erinnern konnte. Er würde Dumbledore SOFORT benachrichtigen.' Was für ein Konflikt.
Tbc.
