Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 9

Teil: 3/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!

Danke an die Reviewer!!

Teil III

Verlorene Zeit

Kapitel 9

Unbekanntes Vertraute

Schon kurz nach der Ankunft der beiden Jungen und der Erkenntnis, woher sie kamen, hatte Gryzabel den Tagespropheten abboniert. Sie sah es als sehr sinnvoll an, dass die die Jungen aktuelle Informationen von draußen bekamen und der Tagesprophet war da die einfachste Möglichkeit ohne aufzufallen. Harry war am Anfang äußerst skeptisch und fragte Gryzabel nach der Vertraulichkeit der Informationen. Nachdem Gryzabel darauf keine klare Antwort geben konnte, blieb Harry misstrauisch. Er traute weder der Objektivität des Propheten noch dem Ministerium für Zauberei irgendetwas gutes zu. Eine Erklärung für dieses seltsame Verhalten erhielt sie nicht. Das Interesse die Nachrichten zu lesen, nahm aber auch nicht ab.

Harry schien nicht über die Geschehnisse, die in der Zeitung behandelt wurden, reden zu wollen. Er wirkte aber mit jedem Blick in die magischen Neuigkeiten verschlossener und angespannter. Seine Meinung über die Arbeit des Ministeriums verbesserte sich durch die Reportage über ein „Wunderschutzmittel" gegen den Todesfluch auch nicht. Selbst Draco konnte da nur düster lachen, bevor er sich wieder den Neuigkeiten der High Society der Zauberergesellschaft widmete.

Die Tage nach dem Winkelgassenausflug vergingen sehr friedlich. Draco beschäftigte sich mit Büchern aus der kleinen privaten Bibliothek. Irgendwie hatte Harry das Gefühl, dass Draco da ansetzte, wo er dank Voldemort abbrechen musste, aber Harry konnte es ihm nicht wirklich verübeln. Allerdings konnte und wollte Harry es ihm nicht gleich tun.

Er saß fast immer, wenn das Wetter es zuließ, draußen bei einer alten Weide im Gehege der zwei vertrauten Pferde. Mit großen Pergamentbögen, Federn, Büchern und ähnlichem bewaffnet, vertrieb er sich die Zeit. Und Gryzabel konnte nicht genau nachvollziehen womit. Er hatte sie damit überrascht, dass er sich über die geografische Lage vom Landsitz erkundigte und auch nach Karten über England und Schottland fragte, aber da Gryzabel sich selbst für Geografie interessierte, konnte sie ihm natürlich nur helfen und auf Antworten hoffen. Leider waren die Antworten eher schwammig und oberflächlich.

Was Gryzabel allerdings noch viel mehr störte – nein, eigentlich irritierte sie es nur – war, dass die kleine Katze, die Harry Cosmo genannt hatte, ihm nicht mehr von der Seite wich. Es war einfach total untypisch für eine so junge Katze so treu und anhänglich zu sein, aber Harry tat es gut. Er strahlte das Tier regelrecht mit seinen nun blauen Augen an. Sie schmiegte dann ihren Kopf an seiner Kleidung oder schlief regelmäßig auf seinen Beinen ein.

Anfassen konnte Harry sie so noch nicht wirklich, jedenfalls nicht ohne einen Schlag mit der Tatze abzubekommen, aber Gryzabel war sich sicher, dass es nicht mal mehr eine Woche dauern würde, bis diese Handvoll Katze jegliche Hemmung zu ihm abgebaut hatte. Und Harry würde die Geduld ohne weiteres aufbringen…

Die beiden Pferde auf der Koppel hatten sich an ihre zwei Besucher schnell gewöhnt. Sie kamen nicht direkt nahe ran, aber hielten auch keinen konstanten Abstand. Harry zweifelte keinen Moment daran, dass er sofort einen schwarzen Hengst an seiner Seite hätte, wenn er ein entsprechendes Zeichen geben würde.

Aber Harry machte kein Zeichen und genoss einfach die Ruhe und den Frieden, den ihm die Natur und die Tiere gaben. Er musste sich nicht anpassen, sondern konnte hier so sein, wie er wollte.

oooooooooo

Gryzabel beobachtete ihre beiden Gäste argwöhnisch. Am Morgen des letzten Montags im August hatte sie ihnen mitgeteilt, dass sie jetzt wieder minderjährige Zauberer waren. Aber nur für Draco schien dies ein ernsthaftes Problem zu sein und er machte ein ganz schön großes Theater daraus, aber am Ende konnte er auch nichts mehr daran ändern. Das Ministerium würde nun wieder jede Art der Zauberei von Minderjährigen, als was Draco und Harry gemeldet waren, ahnden und beide Jungen hatten keine große Lust auf eine Auseinandersetzung mit dem Ministerium.

Für Harry war es nicht so ein großer Unterschied zu früher. Er war unter Muggeln aufgewachsen und hatte einfach die Zauberei nie als selbstverständlich angesehen und nutzte sie dann, wenn er keine einfachere Alternative hatte. Aber auch er seufzte leise, nur halt nicht so laut und offensichtlich wie Draco.

Gryzabel hatte gelacht und die Jungen wieder an ihre Bücher geschickt. Klar mochte niemand die Überwachung durch das Ministerium, aber Gryzabel konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass genau dass das war, was die Jungen brauchten. Sonst würden sie vermutlich schneller in Schwierigkeiten stecken, als James Potter ‚Quidditch-Weltmeisterschaft' sagen konnte.

Ein wenig beruhigte Gryzabel dies und sie konzentrierte sich wieder auf das bevorstehende Treffen mit Albus Dumbledore. Sie war sehr nervös. Kurz blickte sie noch hinaus zu Harry, der wieder an der alten Weide saß und in alten Pergamenten aus der Bibliothek stöberte. Zu seinen Füßen lag Cosmo eingerollt. Es war ein Bild des Friedens, wenn da nicht dieser besorgte Blick in Harrys Augen war…

Aber Gryzabel konzentrierte sich jetzt wieder auf die Geschichte, die sie mit den Jungen ausgearbeitet hatte. Die Jungen mussten für Hogwarts angemeldet werden. Und dies bereitete ihr doch enorme Bauchschmerzen. Sie musste diesen mächtigen Zauberer anlügen, denn sie hatte es nicht geschafft Harry von seinem Standpunkt abrücken zu lassen. Nicht einen Millimeter war er gewichen und McGonagall war nicht im Lande und so lief die Anmeldung über den Schulleiter. Und Harry zu schicken schien für Gryzabel keine gute Idee zu sein.

Sie hatte sich vorbereitet …gut vorbereitet… und hoffentlich auch gut genug. Seufzend nahm sie schließlich eine Handvoll von dem Flohpulver und schmiss es in den Kamin. Ihre Hoffnung lag besonders darin, dass ihre Person den Unglauben und Skepsis von Dumbledore nicht auf sich zog. Ihre Kenntnisse über Okklumentik würden nicht ausreichen, um Albus Dumbledore die Lüge der Jungen glaubhaft verkaufen zu können.

Draco wie auch Harry bekamen nichts von ihrer Abwesendheit mit. Sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Erst als Gryzabel beim Abendessen ihnen mitteilte, dass sie am ersten September wirklich nach Hogwarts gehen durften, machte ihnen deutlich, was Gryzabel alles für sie getan hatte. Gryzabel schien wirklich sehr erschöpft zu sein und Harry fragte sich, wie das Gespräch mit dem Schulleiter wohl verlaufen war.

„Und gab es Probleme?" fragte Harry leise und einfühlsam, nachdem das Abendessen beendet und Draco schon wieder in der Bibliothek verschwunden war.

„Hm…", überlegte Gryzabel. Sie hatte noch keine Zeit gehabt, dass Gespräch zu analysieren und zu reflektieren. „Nein, ich denke nicht. Albus Dumbledore hat zwar kritische Fragen gestellt, aber er hat keine großen Probleme gemacht. Jedenfalls könnt ihr nach Hogwarts… auch wenn…"

„… er uns vermutlich nicht eine Sekunde aus den Augen lassen wird", beendete Harry den Satz leise.

„Du kennst ihn schon sehr gut, nicht wahr, Adrian?" schmunzelte Gryzabel.

„Ich bin sieben Jahre nach Hogwarts gegangen!" erwiderte Harry ungerührt.

„Ist das Grund genug um Dumbledore zu kennen? Ich kenne viele ehemaligen Schüler von Hogwarts und die wissen rein gar nichts von Dumbledore, außer dass er ein mächtiger Zauberer ist! Woher kennst Du ihn?"

„Aus Hogwarts!" sagte Harry ehrlich und blickte aus dem Fenster. „Er hat viel dafür getan, dass ich ihn kennen lerne. Außerdem war er auf der ersten Schokofroschkarte, die ich hatte!"

Gryzabel zog die Augenbraue hoch. Was steckte hinter diesen Worten? Sie war zwar miserabel in Okklumentik, aber eine so schwammige Antwort erkannte sie auch so.

„Ich will Dir nicht mehr darüber erzählen!" sagte Harry schließlich, dem der skeptische Blick von Gryzabel keines Wegs entgangen ist.

„Weiß ich nicht eigentlich schon zu viel?"

„Ja, vermutlich, aber das ist kein Grund, warum Du noch mehr erfahren solltest. Es ist unter anderem auch zu Deinem eigenen Schutz. Was Du nicht weißt, kannst Du auch nicht ausplaudern." Harry blickte Gryzabel nicht an, sondern stand auf und trat ans Fenster um der Dämmerung zuzusehen, wie sie die Natur verschluckte. „Ich werde die Pferde vermissen … und die Weide!" sagte Harry.

„in Hogwarts gibt es auch eine sehr große Weide seit einigen Jahren. Nur ist sie nicht so zahm, wie meine hier!"

Harry lächelte leicht, was Gryzabel in der Spiegelung des Fensters sehen konnte. „Die peitschende Weide ist eher das Gegenteil von zahm!" sagte er und überraschte Gryzabel mit dem Wissen über diesen Baum, aber sie erklärte es sich schnell damit, dass der Baum vermutlich auch in 40 Jahren noch an der gleichen Stelle stehen würde.

„Ich bin ziemlich müde und gehe nun schlafen!" verabschiedete die Gastgeberin sich von Harry. Er wünschte ihr eine gute Nacht und blickte weiterhin in die Dunkelheit hinaus, während Gryzabel müde die Treppe empor ging.

Harrys trüber Blick blieb ihr verborgen.

- Ende Teil 3 -

Tbc.